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Unser Familien-Arzt / Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode cover

Unser Familien-Arzt / Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-Heilmethode

Chapter 198: Der wunde Mund der Stillenden.
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About This Book

Ein praktischer Familien-Heilratgeber richtet sich an Laien und besonders an Landbewohner, erläutert in leicht verständlicher Sprache Symptome, Ursachen und schrittweise Maßnahmen bei häufigen Krankheiten sowie Sofortmaßnahmen bei Notfällen. Für jede Erkrankung werden Behandlungsoptionen verschiedener medizinischer Richtungen – allopathisch, homöopathisch, hydropathisch, eclectisch und krautärztlich – nebeneinandergestellt, ergänzt durch ausführliche Anleitungen zur Krankenpflege, Ernährung und Hausapotheke. Das Werk ist systematisch gegliedert nach Krankheitsgruppen und Körperregionen und betont präventive Pflege sowie einfache, rasch anwendbare Verfahren für Situationen, in denen ärztliche Hilfe nicht sofort verfügbar ist.

Behandlung.

Eclectische und Kräuterkur. Die Eingeweide sollten mit dem zusammengesetzten Pulver der Jalappenwurzel (Compound powder of jalap), jede Dosis 10 oder 15 Grane Cremor Tartari beigefügt, gereinigt werden. Dies sollte alle zwei oder drei Tage während der Entzündung wiederholt werden. Das Bein wasche man mit einer Lösung von Salz, Essig und Wasser und gelegentlich mit einem Aufguß von Bitterkräutern wie Wasserdost (Boneset), Hopfen und Rainfarn (Tansy). Folgende Salbe mag mit Erfolg angewendet werden:

Süßes Oel 2 Unzen.
Kampher-Spiritus (Spirits of camphor) 2
Kreosot 1 Unze.
Laudanum 1

Mische es und mache zweimal des Tages einen Umschlag. Ein Aufguß von Hopfen und Essig kann als ein anderes Mittel in derselben Weise angewendet werden.

Thee von Flöhkraut (Smart weed) und Hundekamille (May weed) mag oft und viel getrunken werden, um dadurch Schweiß hervorzurufen. Wird die Krankheit chronisch, so sollte das Bein täglich mit einer Abkochung von Wasserdost (Boneset), Rainfarn (Tansy) und Hopfen gebäht (steamed) und die erstgenannte Salbe angewendet werden.

Homöopathisch. Aconitum. — Bei starkem Fieber, brennenden Schmerzen und Hitze.

Belladonna — ist für den Anfang in den meisten Fällen vielleicht das beste Mittel, besonders wenn die Schmerzen scharf und stechend sind, bei Schwere in den Lenden und in dem unteren Theile des Unterleibes, bei heftigem Fieber mit brennendem Durst.

Bryonia. — Wenn schießende und scharfe Schmerzen von der Hüfte nach dem Fuße zu vorhanden sind, bei Schwitzen, außerordentlicher Empfindlichkeit gegen Berührung oder Bewegung. Kann auch abwechselnd mit Rhus gegeben werden.

Pulsatilla. — Wenn nach Belladonna oder Bryonia keine Besserung eintritt.

Andere Mittel sind: Arsenicum, Sulphur, Nux Vomica.

Verordnung der Heilmittel. Von dem gewählten Mittel gebe 6 Kügelchen einmal in 2 Stunden.

Allöopathisch. Flanell in heißes Wasser und Essig getaucht sollte auf das Bein gelegt und öfters wiederholt werden.

Oertliche Waschungen mit einer Mischung von warmem süßen Oel, zwei Theile und Laudanum, einen Theil, dann mit Flanell bedeckt werden gut gefunden werden. Der Umschlag von heißem Wasser und Essig, sowie heißem Oel und Laudanum sollte alle 5 oder 6 Stunden abgewechselt werden. Sind die Eingeweide verstopft, so gebe man folgendes:

Pulverisirte Sennesblätter (Powd. Senna) ½ Drachme.
Jalappenwurzel (Powd. Jalap) 10 Grane.
Gewürznelken (Powd. Cloves) 10

Mische und nimm es als eine Dosis in versüßtem Wasser. Folgendes wird zuträglich sein:

Aufguß von Fingerhut (Digitalis) 4 Unzen.
Essigsaure Potasche (Acetate of potash) 2 Drachmen.
Süßer Salpeter-Spiritus (Sweet spirits of nitre) 2
Zimmetwasser (Cinnamon water) Unze.

Mische es. Dosis: Alle 4 oder 5 Stunden einen Eß-Löffel voll.

Nießwurz-Tinktur (Tincture of veratrum viride) in Dosen, welche hinreichen, einen mäßigen Schweiß hervorzurufen, sollte während der Entzündung gegeben werden.

Der wunde Mund der Stillenden.

Stillende Mütter leiden hieran zuweilen sehr. Der ganze innere Mund wird sehr roth und so empfindlich, daß es der Leidenden Schwierigkeit macht, irgend welche feste Speise zu sich zu nehmen.

Ist das Leiden hartnäckig und die Patientin kommt dabei von Kräften, so wird es nothwendig, das Kind zu entwöhnen, zu welcher Zeit dann die Krankheit verschwindet.

Behandlung.

Homöopathisch. Mercurius — ist das wichtigste Mittel und mag abwechselnd mit Nux Vomica oder China, besonders mit China wenn große Schwäche und Erschöpfung vorhanden ist, gegeben werden.

Acidum Nitre — kann gegeben werden, wenn Mercurius keine Linderung gewährt. Borax und Sulphur sind auch vortreffliche Mittel dagegen.

Verordnung der Heilmittel. Man nehme alle 6 oder 8 Stunden oder auch öfter, wenn der Fall heftig ist, einmal 6 Kügelchen. Bei Sulphur wird eine Dosis Morgens und Abends hinreichen.

Allöopathisch. Die Verstopfung der Eingeweide zu beseitigen, nehme man folgendes:

Flüssiger Sennesblätter-Extrakt (Fluid extract of senna) 2 Drachmen.
Flüssiger Jalappenwurzel-Extrakt (Fluid extract of jalap) 2
Aufguß von Gewürznelken (Infusion of cloves) 2 Unzen.

Mische und nimm es als eine Dosis.

In einigen Fällen wird folgendes stärkende Mittel dienlich sein:

Weinsteinsaures Eisen (Tartrate of iron) 40 Grane.
Wasser 2 Unzen.
Ingwer- (Ginger) Syrup ½ Unze.

Mische es. Dosis: Zwanzig bis vierzig Tropfen alle drei Stunden.

Zum Gurgeln bediene man sich des folgenden:

Abkochung von Chinarinde (Decoction of Peruvian bark) 3 Unzen.
Orangenschalen-Syrup 1 Unze.
Chlorsaure Soda (Chloride of soda) 1

Mische es. Oder auch:

Chlorsaures Eisen (Chloride of iron) ¼ Unze.
Starke Hydrochlorsäure (Strong hydrochloric acid) 40 Tropfen.
Wasser 1 Pint.

Mische es.

Eclectische und Kräuterkur. Potaschen-Jodid (Iodide of potassa) ist ein ausgezeichnetes Mittel:

Man löse 2 Drachmen in 4 Unzen Wasser und nehme zweimal des Tages einen Theelöffel voll. Als Gurgelwasser wird eine Abkochung von Gägelrinde (Bay berry bark), Gelbwurz (Golden seal), Sumachbeeren (Shumac berries) und ein wenig gebrannter Alaun (Burned alum) oder Borax zuträglich gefunden werden.