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Vergißmeinnicht / Ein Taschenbuch für den Besuch der sächsischen Schweiz und der angränzenden Theile Böhmens cover

Vergißmeinnicht / Ein Taschenbuch für den Besuch der sächsischen Schweiz und der angränzenden Theile Böhmens

Chapter 74: Anhang.
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About This Book

This practical travel guide offers a compact, route-focused handbook for visiting the sandstone highlands around the Elbe and the adjacent Bohemian border, combining geological and topographical description with measured itineraries. An introductory section outlines boundaries, geology, climate and recommended travel timing; the main part gives step-by-step routes from Dresden through Pillnitz or Pirna to Schandau and onward through well-known features such as the Bastei, Rathen, the Kirnitzgrund, Kuhstall, Prebischthor and Hirniskretschen, plus numerous half-day to day-long excursions into surrounding rock landscapes and into Bohemia. A concluding return route, a new map, lodging notes and practical advice complete the volume.

Anhang.

Man hat mancherlei gegen die Angemessenheit der Vergleichung des meißnischen Hochlands mit dem herrlichen Alpenlande und gegen den Nahmen: sächsische Schweiz eingewendet; anziehender aber hat wohl Niemand darüber gesprochen, als ein Wanderer, der im Spätsommer 1822 das Gebirgland besuchte, und in den Fremdenbüchern auf dem Prebischthor (er kam von Süden her), auf dem Kuhstall und auf der Bastei, mit der Unterschrift: Helvetius ein Andenken zurück ließ. Die glücklichen Zeilen mögen hier eine Stelle finden.

Der Schweizer in der sächsischen Schweiz.

Ha[18] ghört, ’s gäb wo e Ländli Schwyz
Uf eusers Herr Gott’s Erde;
I frage gli[19]: Wo us[20], wo liet’s?
Muß luege[21], wie’s mag werde;
Das Ländli möcht’ i öbbe[22] gseh,
E Schwyz, sell wett’ i[23], git’s nid meh.
I griffe in mym Wanderstab,
De Bündel uf em Rucke,
Und lauf Berg uf, und lauf Berg ab,
Wohl über Thal und Brucke,
Viel Tage und viel Stunde wit,
Bis endli[24] ’s Ländli vor mer liet.
Da stand i denn am Prebischthor,
Und lueg is Ländli use,
Viel Berge gseht me[25] sell ist wohr,
Und Nebel, ’s ist e Gruse[26];
Doch wie n[27] i lueg und wie n i stand,
Bi doch nit in mym Vaterland.
Me ghört kei Jole, ghört keis Glüt,[28]
Kei See mag i ergschaue,
En andri Sprach un andri Lüt,
Und ach, ihr schöne blaue,
Verguldete Gletscher, wie Chrystall,
Umsonst such’ ich euch überall.
Au das ist anders, wie daheim,
Doch ha n i nüd darwider,
Es folget Alles nummen[29] Ei’m
Er ist zwar gut und bieder
Doch wie sys eben[30] anders gwohnt,
Wo de Fryhit uf de Berge thront.
Indesse syg’[31] es, wie n es will,
Es gfallt mer doch da obe,
Und will am Sunntig fyrlig[32] still
De Herr und Schöpfer lobe,
De zwar nur Einmol d’ Schwyz häd gmacht,
Deß Sunne doch zentumme[33] lacht.

Schweizer Kühreigen auf dem Kuhstall.

Syd Gottwilche[34] mir, ihr Berge,
Juchze’n ich us voller Brust —
Will die Glieder wieder stärke
Recht mit neuer Schwyzerlust;
Will e frischen Odem hole,
Und will singen und will jole[35]
Daß es ’s Echo wiedergellet,
Und von Berg zu Berge trait[36]
Jodl di jodli ju etc.
Syd Gottwilche mir, ihr Brüeder,
I dem frömde Schwyzerland;
Euri Sitte, euri Lieder
Sy mir zwor nit viel bikannt;
Und ihr Meidschi sufer gwasche,[37]
Syd Gottwilche mir in Sachse —
Doch daheim in meine Berge
Gilt mer ’s[38] Eisi[39] zehnmohl mehr.
Jodl di jodli ju etc.
’S Geld ist alles bald verlumpet,[40]
Aber nit myst fröhlichs Bluet;
Wie der Fisch im Bächli gumpet,[41]
Juchzet frisch mi frohe Mueth.
Chum[42] i da in mine Gselle,
Kann i d’heime viel verzelle[43]
Vo de schöne frömde Lande,
Vo der chlyne[44] Sachse Schwyz —
Jodl di jodli ju etc.

Auf der Bastei.

Chor.

Was brucht die Sachse Schwyz?
Was brucht das Sachse Schwyzerland,
Bis daß es ist e Vaterland —
Was brucht die Sachse Schwyz?

Solo.

E weni höhere Flüeh,[45]
E weni feißere[46] Chüeh,[47]
E Rhüfall[48] un e Thunersee
Un öppen[49] nu[50] e hampfle[51] Schnee —
Das brucht die Sachse Schwyz.

Chor.

Das brucht das Sachse Schwyzerland,
Bis daß es ist e Vaterland,
Das brucht die Sachse Schwyz.

Solo.

Der Chäs[52] ist nu gar chly,[53]
Gar dünn[54] die Nidli sy[55]
Es battet[56] nit, es beschüßet[57] nüd[58]
Drum säge ’n ich, ihr liebe Lüt,
Es ist nit die rechti Schwyz.

Chor.

Es ist numme ’s[59] Sachse Schwyzerland,
Und ist halt nit mys Vaterland,
Ist nit die rechti Schwyz.

Solo.

Es fehlti sust no[60] meh,
Doch wemmer’s[61] überseh,
Es ist hie doch manches schön und guet;
Und d’ Meidschi[62] sy wie Milch und Bluet,
Wie d’heimen[63] in der Schwyz.

Chor.

Wie d’heimen in dem Schwyzerland —
Juchheisasa o Vaterland!
Wie d’heimen in der Schwyz.

[18] habe,

[19] gleich,

[20] hinaus,

[21] schauen,

[22] etwa,

[23] das wett’ ich,

[24] endlich,

[25] man,

[26] Grausen,

[27] wie ich auch,

[28] Geläut,

[29] nur Einem,

[30] einmal,

[31] sey es,

[32] feierlich,

[33] rings um,

[34] willkommen, gegrüßt,

[35] jubeln,

[36] trägt,

[37] sauber gewaschen, reinlich,

[38] mir das,

[39] Lieschen,

[40] durchgebracht,

[41] munter bewegt,

[42] Komme,

[43] erzählen,

[44] Kleinen,

[45] Berge,

[46] fettere,

[47] Kühe,

[48] Rheinfall,

[49] etwa,

[50] nur,

[51] handvoll,

[52] Käse,

[53] klein,

[54] Rahm,

[55] sind,

[56] nährt,

[57] genügt,

[58] nichts (sättigt nicht, wie viel man auch esse),

[59] nur das,

[60] sonst noch,

[61] wenn wir es,

[62] die Mädchen,

[63] daheim.