(Gezeichnet von Dr. Lampland, – Flagstaffsternwarte zu Arizona [U. S. A.].)
Der Mars dreht sich in 24½ Stunden einmal um seine Achse. Die Tage dort dauern also nur um ein weniges länger, als die irdischen. – Zu einem Umlaufe um die Sonne braucht der Weltkörper zwei irdische Jahre. Infolgedessen sind seine Jahreszeiten etwas länger, als unsere.
Eine Abplattung seiner Pole hat man noch nicht genau feststellen können; aber man nimmt sie an!
Der Mars wird von zwei Monden umkreist. Sie heißen Phobos und Deimos und sind nach den beiden Rossen des Kriegsgottes, Furcht und Schrecken, benannt worden. Sie sind die kleinsten Monde, die wir im Reiche unserer Sonne kennen.
Phobos ist der Mond, der dem Mars am nächsten steht. Er umkreist den Planeten in 7½ Stunden und hat bereits drei Umläufe um den Mars vollendet, ehe sich dieser einmal um seine Achse drehte. Daher kommt es, daß dieser Mond scheinbar im Westen auf- und im Osten untergeht. Für die Marsbewohner, wenn es diese wirklich gibt, ist er eine große Uhr am Himmel, an der sie die Tageszeiten ablesen können!
Die Winzigkeit der Marsmonde gab Anlaß zu der Vermutung, daß der Planet ursprünglich gar keine Trabanten besessen hat, sondern daß es sich bei ihm um eingefangene Monde handelt! Aller Wahrscheinlichkeit nach stammen die beiden Marsmonde aus der großen Lücke zwischen Mars und Jupiter. Sie ist mit einer sehr großen Zahl von kleinen und kleinsten Weltentrümmern angefüllt. Wir haben diesen den Namen Asteroiden, Planetoiden oder kleine Planeten gegeben!
Die kleinen Planeten, auch Planetoiden oder Asteroiden genannt.
Zwischen dem Mars und dem nächsten Planeten Jupiter müßte eigentlich noch ein Planet um die Sonne kreisen, und dieser Körper müßte größer als Mars und Erde sein.
Schon Kepler, – der berühmte Hofastronom des Kaisers Rudolf II. von Österreich, – hat einen solchen Planeten in der Lücke zwischen Mars und Jupiter vermutet, und er glaubte, daß der Weltkörper möglicherweise in einer Katastrophe vernichtet worden sei.
Am Neujahrstage des Jahres 1801 entdeckte der Astronom Piazzi in Palermo in jenem Zwischenraume zwischen Mars und Jupiter ein kleines Sternchen, das seinen Standort am Firmamente unter den anderen Sternen veränderte. Piazzi gab ihm den Namen Ceres. –
Einige Zeit später fand der Bremer Arzt Olbers in der genannten Lücke einen zweiten beweglichen Stern. Im Verein mit dem Astronomen Harding entdeckte Olbers dann noch drei weitere solche Sternchen, so daß man durch einige Jahrzehnte hindurch in jener Lücke vier kleine Himmelskörper kannte, die sich gleich den Planeten um die Sonne herum bewegten.
Ihre Zahl vergrößerte sich von Jahr zu Jahr. Seit man die Photographie, um sie zu entdecken, zu Hilfe genommen hat, ist ihre Zahl auf fast achthundert bereits gestiegen. Aber, – damit ist der Vorrat noch lange nicht erschöpft. Es gibt ihrer sicher noch sehr viele, die so winzig sind, daß sie weder mit dem Fernrohre noch mit der lichtempfindlichen Platte aufgefunden werden können.
Der größte von diesen Körpern hat einen Durchmesser von etwa 800 Kilometern. Es ist die Vesta!
Die kleinsten fassen etwa 5 bis 10 Kilometer im Durchmesser.
Welche Bedeutung haben diese winzigen Himmelskörper, die wir als »Weltentrümmer« ansprechen, in unserem Sonnenreiche?
Wir hörten bereits, daß der Astronom Johannes Kepler annahm, sie seien die Überreste eines größeren Planeten, der entweder zerfiel, weil er schon sehr alt war, oder der in einem Zusammenstoße mit einem anderen Weltkörper zerschellt wurde. Wahrscheinlicher aber ist die folgende Ansicht, die in jüngster Zeit zur Erklärung über die Herkunft dieser kleinen Körper gegeben wird. Sie besagt, daß die kleinen Planeten, Asteroiden oder Planetoiden sich durch Verdichtung aus dem Reste des Urnebels gebildet haben, aus dem einst die Sonne, mit ihren Planeten und deren Monden hervorging. All' diese kleinen Körper kreisen, – es wurde schon gesagt, – wie die Planeten um die Sonne, deshalb auch ihr Name »kleine Planeten«; aber viele halten ihre Bahn nicht ganz inne. Sie verirren sich in das Machtgebiet der benachbarten Planeten, und auf diese Weise kann es geschehen sein, daß der Mars sich seine zwei Monde einfing, und daß auch der Jupiter und der Saturn, wie wir noch hören werden, sich solche Monde, ehemalige kleine Planeten, angeeignet haben!
Einer von den kleinen Körpern hat eine »astronomische Berühmtheit« erlangt! Es ist der kleine Planet »Eros«, der, außer dem Monde, unserer Erde zu gewissen Zeiten am nächsten kommt. Eros wurde im Jahre 1898 auf der Berliner Uraniasternwarte vom Astronomen Gustav Witt auf photographischem Wege entdeckt.
Die Astronomen benützen seine große Annäherung an unsere Erde, um mit seiner Hilfe die genaue Entfernung der Sonne von uns zu bestimmen.
Die Asteroiden, Planetoiden oder kleinen Planeten besitzen keine Atmosphäre. Man hat eine Zeitlang geglaubt, daß die Vesta einen Luftmantel habe; aber die sehr sorgfältigen neueren Beobachtungen ergaben das Gegenteil. Da diesen Körpern der Luftgürtel fehlt, so haben sie auch kein Wasser. Für das Dasein von Lebewesen, – wie wir sie auf unserem Erdballe finden, – kommen sie also nicht in Frage.
Der Jupiter.
Würde unsere Sonne plötzlich vom Himmelsgewölbe verschwinden, dann übernähme der größte der Planeten, der Jupiter, die Führung über das Sonnenreich. Alle Planeten, also auch unsere Erde würden sich dann um ihn, – als das Zentralgestirn des Systems, – drehen.
Jupiter ist der »Riese unter den Planeten«!
Über 1300 Erdbälle könnte man aus ihm formen. In einem Abstande von etwa 100 Millionen Meilen umkreist der gewaltige Körper die Sonne und er gebraucht zu einem Umlaufe zwölf Jahre.
Mit dem Saturn, dem Uranus und dem Neptun bildet er die Gruppe der sogenannten »äußeren Planeten«. An den Polen ist er stark abgeplattet. Diese Abplattung rührt sicher von der sehr raschen Drehung des Planeten um seine Achse her. In nur zehn Stunden erfolgt diese Achsendrehung. Ein Tag auf dem Jupiter dauert also nur zehn Stunden.
Wenn wir den »König der Planeten« im Fernrohre betrachten, dann gewahren wir im Luftgürtel des im gelben Lichte strahlenden Gestirnes Streifen, Wolken und knotenartige Verdickungen. Diese Gebilde sind starken Veränderungen unterworfen, und zwar, infolge seiner sehr schnellen Achsendrehung. Sie lösen sich auch rasch immer wieder auf.
Das Spektroskop sagt uns, daß die Atmosphäre, in die der Planet sich einhüllt, tief und dicht ist. Die Strahlen der Sonne vermögen also nicht allzuweit in sie einzudringen. Das Spektroskop verrät uns ferner noch, daß der Jupiter wahrscheinlich noch nicht völlig erkaltet ist, sondern sicher noch etwas Eigenlicht ausstrahlt. Er würde demnach für die »Welt seiner Monde« eine kleine Sonne sein! –
Nach allem, was die moderne Wissenschaft heute von diesem Planeten weiß, ist er eine im »Erlöschen begriffene Sonne«. Er befindet sich also in einem Zustande, der aus der Glut in die Erkaltung übergehen will! In der Lufthülle des »Riesen unter den Planeten« erschien in den Jahren 1872–1880 ein rotbrauner Flecken, den man auch den »roten Flecken« genannt hat. Er machte die Umdrehung des Planeten um seine Achse mit, verblaßte aber langsam und heute ist von ihm nicht mehr viel zu sehen.
Zur Erklärung dieses eigenartigen Gebildes sind eine Reihe von Deutungen gegeben worden. Die wahrscheinlichste ist die, daß es sich hier um einen gewaltigen vulkanischen Ausbruch auf der im Erstarren begriffenen Oberfläche des Jupiter handelt. Die dünne Oberflächenkruste brach ein, und es trat ein feuriger Bergrücken zutage, der seinen Lichtschein und seine glühende Asche hoch hinauf in die Luftschichten warf, die den Planeten umgeben. Jupiter hat neun Monde!
Die ersten vier entdeckte der alte Galilei zu Pisa um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Er gab ihnen den Namen »Mediceische Sterne«. Die anderen Monde des Planeten wurden später entdeckt, zwei von ihnen sogar erst in allerjüngster Zeit. Ein Mond des Jupiter ist fast so groß wie der Mars. Man nimmt an, daß dieser Trabant eine Lufthülle, Wasser und Festlande besitzt. Die Schar der Jupitermonde erzeugt naturgemäß zahlreiche Sonnen- und Mondfinsternisse auf der Jupiterkugel, und diese Finsternisse haben dem dänischen Astronomen Olaf Römer Anlaß zu der Berechnung gegeben, daß der Lichtstrahl in der Sekunde 300 000 Kilometer Weges zurücklegt.
Der neunte Mond des Jupiter ist rückläufig, das heißt, er dreht sich von links nach rechts um den Planeten. Man nimmt deshalb an, daß er nicht von vornherein zum Reiche des Jupiter gehörte, sondern von dem Planeten eingefangen und gezwungen wurde, als Mond um ihn zu kreisen. Es handelt sich bei diesem Monde vermutlich um einen kleinen Planeten oder Asteroiden.
Der Saturn.
Durch Jahrtausende hindurch galt dieser Planet als der »Grenzwächter unseres Sonnenreiches«! Er war also der äußerste Planet, der um unser Zentralgestirn kreiste. Der Saturn ist 200 Millionen Meilen von der Sonne entfernt und umwandert sie einmal in 30 Jahren. An seinen beiden Polen ist auch er stark abgeplattet und auch bei ihm rührt die starke Abplattung von der schnellen Achsendrehung her. Diese dauert zehn Stunden. Solange also währt ein Tag auf jener Welt!
Das Licht des Planeten ist bleifarben, und der Durchmesser der Saturnkugel beträgt etwa 130 000 Kilometer. Er ist demnach zehnmal größer, als der irdische.
Der Saturn gehört zu den interessantesten und rätselhaftesten Körpern in unserem Sonnenreiche, und zwar wegen seines höchst merkwürdigen Ringsystems!
Dieses ist flach und umgibt die Saturnkugel in ihrer Mitte, – frei – schwebend. Indes dieser Ring ist nicht eine feste Masse, wie man leicht annehmen könnte; sondern er besteht aus zahllosen kleinen Körperchen, – Möndchen, – die um den Saturn herum kreisen.
Wenn man mit dem Fernrohre den Ring des Saturn betrachtet, dann gewahrt man verschiedene Teilungen auf ihm. Es sieht aus, als hätte man mehrere Ringe, die immer größer werden, ineinander gelegt, jedoch so, daß zwischen jedem Ringe ein kleiner Abstand bleibt.
Manchmal erscheint uns das Ringsystem wie eine schmale Linie, manchmal sehen wir die obere und manchmal die untere Seite des Ringes. Diese verschiedene Lage des Ringes hängt mit der verschiedenen Stellung des Saturn zur Sonne und zu unserer Erde zusammen. Im Fernrohre gewahren wir in seiner, gleichfalls sehr hohen und dichten Atmosphäre ebenfalls bandartige Streifen und Wolken, die mit der schnellen Drehung des Planeten um seine Achse in einem ursächlichen Zusammenhange stehen.
(Die Nordseite des Ringsystems ist weit geöffnet. Norden ist in der Abbildung unten.)
Ein großer Teil der Forscher nimmt an, daß auch der Saturn noch nicht völlig erkaltet, sondern, ebenso wie der große Jupiter, eine kleine Sonne für die Rotte seiner zehn Monde ist. Saturn würde dann noch etwas Eigenlicht ausstrahlen.
Das reiche Gefolge der Monde ist im Verein mit dem Saturn ein Abbild unseres ganzen Sonnensystems. Die Monde des Planeten heißen: Mimas, Enceladus, Thetis, Dione, Rhea, Titan, Hyperion, Japetus, Phöbe und Themis.
Saturn selbst stellt die »Sonne« dieses Systems dar. Der Ring, der ihn umgibt, deutet das Tierkreis- oder Zodiakallicht an. Die zehn Monde entsprechen zunächst den uns bekannten acht und dann den zwei noch unbekannten, aber angenommenen Planeten unseres Sonnenreiches. Zwischen dem fünften und sechsten Saturntrabanten zeigt sich ein größerer Zwischenraum. Dieser entspricht der Lücke zwischen dem Planeten Mars und Jupiter! Die Lücke ist, wie wir hörten, mit der Schar der kleinen Planeten angefüllt. Moderne Astronomen vermuten, daß auch der Zwischenraum zwischen dem fünften und sechsten Saturnmonde eine Schar von kleinsten Körperchen, – ähnlich den Asteroiden, – besitzt. Ihrer Winzigkeit wegen können wir sie im Fernrohre nur nicht sehen und auch nicht mit der Camera auffinden! Jupiter ist der »Riese unter den Planeten« unseres Sonnenreiches, Titan der »Riese unter den Saturnmonden«.
Der Saturnmond Phöbe ist rückläufig, gleich dem neunten Jupitermonde. Infolgedessen hält man auch Phöbe für einen eingefangenen Mond, der wahrscheinlich aus der Gruppe der kleinen Planeten stammt!
Der Uranus.
Als Wilhelm Herschel, – der einstige Stadtmusikant von Hannover und dann so berühmt gewordene Astronom, – im Jahre 1788 den Uranus mit einem seiner Riesenreflektoren (Spiegelteleskope) entdeckt hatte, ahnte er nicht, daß es sich in dem »Findlinge« um einen neuen Planeten handelte, der die alte Grenze unseres Sonnenreiches um ein Beträchtliches weiter in den Raum hinausrückte.
Dem bloßen Auge erscheint der Planet als ein winziges Sternchen, und man muß, – will man ihn sehen, – genau die Stelle am Himmel kennen, an der er jeweilig steht. Er strahlt im gelblichen Lichte und ist von der Sonne, von der er sein Licht noch erhält, 400 Millionen Meilen entfernt. In 84 Jahren vollendet er einen Umlauf um sie! –
Eine Abplattung an seinen beiden Polen hat man bisher noch nicht einwandsfrei feststellen können; aber man nimmt sie an, weil fast alle Planeten, die wir kennen, diese Abplattung zeigen!
Über seine Oberflächenbeschaffenheit und über seine Lufthülle wissen wir fast gar nichts, denn das Gestirn ist viel zuweit von uns entfernt, als daß wir Einzelheiten auf ihm genau erkennen könnten. Man hat zwar angenommen, daß er eine Lufthülle, und daß diese ebensolche wolkige und bandartige Streifen, wie die des Jupiter und Saturn, habe; aber die Beobachtungen dieser Art sind stets dann wieder verneint worden.
Uranus wird von den vier Monden Ariel, Umbriel, Titania und Oberon umkreist. Alle diese Monde sind rückläufig, wie der Saturnmond Phöbe und wie der neunte Jupitermond.
Entweder gehörten die vier Uranusmonde von Anfang an dem Reiche des Planeten an, wie es die Weltbildungshypothese auch annimmt, die außer der »Kant-Laplaceschen« am Eingang dieses Buches erwähnt wurde, oder die vier Uranusmonde sind eingefangen worden und gehörten anfänglich gar nicht zu dem Planeten.
Sie können also kleine Planeten sein, die sich in das System (den Bereich) des Uranus verirrten oder auch Kometen, die eingefangen und gezwungen wurden, als Monde nun um das Gestirn zu wandern.
Der Neptun.
Die Entdeckung dieses Planeten, des äußersten, den wir vorläufig in unserem Sonnenreiche kennen, gehört zu den größten Triumphen der rechnenden Astronomie! –
Neptun ist am Gelehrtenschreibtisch und nicht auf der Sternwarte entdeckt worden, nicht mit dem Fernrohre, sondern mit der Feder! Das klingt sehr sonderbar und doch verhält es sich so! Der Pariser Astronom Leverrier war es, der ihn am Schreibtische errechnet hat, und der Name dieses Gelehrten wird darum unsterblich bleiben!
In der Wanderung des Planeten Uranus um die Sonne zeigten sich nämlich kleine Abweichungen. Man nennt dies Störungen! Diese konnte man sich nur dann erklären, wenn man annahm, daß jenseits des Uranus noch ein größerer Körper, – also ein Planet, – um die Sonne wandere. Zwei Astronomen, – nämlich der bereits genannte Franzose Leverrier, und der Engländer Adams suchten diesen Planeten rechnerisch festzulegen. Leverrier hat dann, ohne von Adams Arbeit eine Kenntnis zu besitzen, seine Berechnungen früher als jener veröffentlicht, und so ist Adams um den Ruhm der Entdeckung gekommen. Leverrier teilte an dem Tage, an dem er seine Berechnungen fertig hatte, dem Berliner Astronomen Galle das Resultat derselben mit und forderte Galle auf, an einer, ihm näher bezeichneten Stelle des Firmamentes nach dem »Errechneten« zu suchen! In der nächsten Nacht fand dann auch Galle den »Errechneten«, und zwar sehr nahe bei dem Orte, den ihm Leverrier angegeben hatte.
Auf diese Weise ist der dem Meergotte geweihte Planet entdeckt worden! –
Neptun ist 600 Millionen Meilen von der Sonne entfernt, und umkreist sie einmal in 164 Jahren. Nur im Fernrohre ist er sichtbar, mit dem bloßen Auge indes nicht. Er strahlt in grünlichem Lichte und wird von einem Monde umwandert, der ebenfalls rückläufig ist. Über den Planeten, seine Oberfläche und seinen Mond wissen wir so gut wie nichts, weil das Gestirn ungeheuer weit von uns absteht. Wahrscheinlich ist auch er noch in einem Übergangsstadium vom feurigflüssigen zum festen Zustande!
Die moderne Forschung nimmt an, daß Neptun sicher mehrere Monde, und daß auch der Uranus deren wohl noch mehrere besitzt. Wir kennen sie nur nicht. Sie entgehen unserer Beobachtung, weil sie zu winzig sind und zu wenig Licht aussenden, als daß wir sie sehen könnten! –
Ein Teil der Astronomen ist der Meinung, daß der Neptun noch nicht unser Sonnenreich nach außen hin abschließt, sondern daß auf ihn noch ein Planet folgt. Dieser würde in einem Abstande von 1200 Millionen Meilen von uns die Sonne umkreisen.
Man hat diesem mutmaßlichen Körper, nach dem man mit Fernrohr und photographischer Platte seit Jahren eifrig sucht, bereits einen Namen gegeben. Er heißt Hades!
Bis zum Hades würde in Urzeiten der Sonnengasball sich erstreckt haben, – wie einige Forscher dies glauben. Bis zum Hades reichte die Kraft, das Licht und der Einfluß unseres Zentralgestirnes auch heute noch. Beim Hades würde der Grenzpfahl sein, der unser großes Sonnenreich nach der »Welt der übrigen Sterne« (der Fixsterne) hin absteckt! –
2400 Millionen Meilen betrüge der Durchmesser dieses Riesenreiches und doch werden wir bald hören, daß dieses ungeheuere Gebiet, von dem sich selbst die glühendste Phantasie keinen rechten Begriff machen kann, zu einem winzigen Punkte zusammenschmilzt, wenn wir aus den Tiefen des Weltenraumes – von den Grenzen der Milchstraße her, – zu unserer Sonne und ihrem gewaltigen Reiche unsere Blicke richten! –