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Welt- und Lebenanschauungen; hervorgegangen aus Religion, Philosophie und Naturerkenntnis cover

Welt- und Lebenanschauungen; hervorgegangen aus Religion, Philosophie und Naturerkenntnis

Chapter 59: SIEBENTES KAPITEL. Spinozismus und Neuspinozismus sowie Neuidealismus.
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About This Book

The work surveys how human worldviews and life philosophies arise from religion, philosophical reflection, and natural knowledge, integrating anthropology, comparative religion, philosophy, and science. It analyzes beliefs found among smaller-scale and larger-scale societies, formulates principal questions and basic assumptions, and traces proposed origins and stages of religious ideas—linguistic, power-based, revelatory, and doctrinal—while describing animistic and anthropomorphic tendencies. Organized into thematic sections, it compares parallels across cultures, dissects cosmological and ethical conceptions, and offers a critically arranged synthesis of the main types and underlying principles of human outlooks on world and life.

SIEBENTES KAPITEL.
Spinozismus und Neuspinozismus sowie Neuidealismus.

Der Spinozismus ist im Wesen aufs äußerste getriebener Idealismus. Er hat trotz seiner Bezeichnung als Pantheismus mit religiösen Überzeugungen nichts zu tun. Gott ist hier allein das transzendente Ding-an-sich. Und wenn man sich vor dem Spinozismus als einem Atheismus gefürchtet hat und von gewissen Seiten noch fürchtet, so hat das seine Berechtigung für diejenigen, welche sich Gott nur mit persönlichen Eigenschaften begabt denken konnten und nur denken können. Der Spinozismus in seiner reinen Form schließt einen persönlichen Gott völlig aus. Aber gerade deshalb konnte sich ihm die moderne Naturwissenschaft anpassen. Und so hat er in unserer Zeit eine Bedeutung erlangt, die in Verbindung mit Kants und Schopenhauers transzendenten Anschauungen die aller anderen Philosophien weit überragt und in der Form des Neuspinozismus allmählich sich zur wissenschaftlichen Herrschaft aufschwingt. Dieses ist auch mit ein Grund, warum der Spinozismus erst an dieser Stelle behandelt wird. Außerdem wollte ich ihn auch äußerlich vom Cartesianismus ablösen, mit dem er, wie früher ausgeführt (S. 337), gar keine Beziehung hat, außer etwa, daß er auf ihn folgt und daß der Urheber sich mit ihm eifrig beschäftigt hat und seiner öfter gedenkt und seiner Nomenklatur sich bedient.

Der Neuidealismus ist vom Spinozismus schwer zu trennen, er ist darum mit diesem zusammen behandelt.