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Wie Hadleyburg verderbt wurde: Nebst anderen Erzählungen

Chapter 27: IV.
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About This Book

A once-proud small town, famed for unblemished honesty, raises children while shielding them from temptation. A resentful stranger plants a sack of gold and issues a public test to identify an anonymous benefactor, prompting citizens eager to confirm or claim their virtue. The contest triggers forgeries, secret scheming, public accusation and revealed hypocrisy that unravel reputations and social order. The narrative satirically examines civic pride, moral vanity, and how ostentatious integrity can collapse when individuals face temptation.

Zweite Geschichte:
Wie sich der Kesselflicker beim Sultan Gehör verschaffte.

I.

Der Sommer war gekommen und die Starken gingen gebeugt unter der Last der furchtbaren Hitze und viele von den Schwachen waren zusammengebrochen und starben. Im Heer wütete eine Ruhrepidemie, die Geißel des Krieges, und Hilfe war keine zu erwarten. Die Aerzte waren in Verzweiflung; der Erfolg ihrer Wissenschaft und ihrer Arzeneien – und er war immer ein recht zweifelhafter gewesen – war ein Ding der Vergangenheit und zwar für immer, wie es schien.

Der Sultan befahl den berühmtesten Aerzten, zu einer Beratung vor ihm zu erscheinen, denn er befand sich in großer Sorge. Er war sehr streng mit ihnen und sagte, sie seien dafür verantwortlich, daß sie seine Soldaten sterben ließen und fragte sie, ob sie ihr Geschäft verstünden oder nicht, und ob sie wirkliche Helfer seien oder bloße Massenmörder. Der Ober-Massenmörder, der zugleich der älteste Arzt im Reich war und von äußerst ehrwürdiger Erscheinung, antwortete darauf und sagte:

»O Herr und Gebieter! Wir haben getan, was wir konnten, und deshalb ist es nur wenig. Keine Arzenei und kein Arzt kann diese Krankheit heilen; nur eine gute Konstitution und die Natur vermögen das. Ich bin alt und ich weiß es. Kein Arzt und keine Arzenei können sie heilen – ich wiederhole es und betone es. Manchmal scheint es, als ob sie der Natur ein wenig helfen würden – ein ganz klein wenig – aber in der Regel schaden sie bloß.«

Der Sultan war ein jähzorniger und leidenschaftlicher Mensch und überschüttete die Aerzte mit rauhen und häßlichen Worten und trieb sie von seinem Angesicht. Am nächsten Tag wurde er selbst von der grausamen Krankheit erfaßt. Die Schreckensnachricht flog von Mund zu Mund und brachte Bestürzung über das ganze weite Reich. Es wurde von nichts anderem gesprochen, als von dem betrübenden Unglück, und alle Gemüter waren niedergedrückt, denn nur wenige hatten Hoffnung. Der Sultan selbst war sehr melancholisch und sagte:

»Der Wille Allahs geschehe! Ruft mir die Massenmörder wieder; ich will mich drein fügen.«

Sie kamen und fühlten seinen Puls und besahen seine Zunge und holten ihren Arzeneivorrat, den sie in ihn hineinleerten. Dann setzten sie sich geduldig nieder und warteten – denn sie wurden nicht pro Fall bezahlt, sondern erhielten ein jährliches Gehalt.

II.

Achmet war ein gescheiter Bursche von 16 Jahren, aber er gehörte nicht zur Gesellschaft; dazu war sein Rang zu niedrig und seine Beschäftigung zu gemein. Ja, es war überhaupt die niedrigste aller Beschäftigungen, denn er war bloß der Gehilfe seines Vaters, welcher Kotgruben leerte und nachts in einem Karren den Straßenkehricht wegschaffte. Achmets bester Freund war Ali, der Kesselflicker, ein schmächtiger kleiner Kerl von vierzehn Jahren, ehrbar, fleißig und von gutem Herzen, denn er unterstützte seine bettlägerige Mutter mit seiner Hände Arbeit.

Ungefähr einen Monat nachdem der Sultan erkrankt war, begegneten sich diese zwei Burschen eines Abends so gegen neun Uhr. Achmet war auf dem Weg zu seiner Nachtarbeit und natürlich nicht in seinen Festtagskleidern, sondern in seinem scheußlichen Arbeitsanzug, und roch nicht eben nach Rosenwasser. Ali war auf dem Heimweg zu seiner Mutter, mit rußigem Gesicht und Händen; er hatte seinen Lötofen bei sich und seinen Lötkolben nebst Hammer und Blechschere.

Sie hockten sich nieder und schwatzten und sprachen natürlich über das Unglück des Reiches und die Krankheit des Sultans. Niemand sprach ja von etwas anderem. Ali aber trug sich mit einem großen Plan und brannte darauf, ihn seinem Freund mitzuteilen. Er sprach:

»Achmet, ich kann den Sultan heilen. Ich weiß wie.«

Achmet war überrascht.

»Was! Du?«

»Ja, ich.«

»Du Narr, die besten Aerzte können’s ja nicht.«

»Ist mir einerlei; ich kann’s. In fünfzehn Minuten kann ich ihn heilen.«

Alis Miene war so ernst, daß Achmet an keinen Spaß glauben konnte. Deshalb sagte er:

»Ich glaube, dir ist es ernst, Ali; kannst du wirklich den Sultan heilen?«

»Ich gebe dir mein Wort.«

»Sage mir doch: wie willst du ihn denn heilen?«

»Ich will ihm sagen, er soll eine Schnitte von einer reifen Wassermelone essen.«

Das kam Achmet ziemlich unvermutet, und er lachte laut auf über die Absurdität dieses Gedankens, ehe er noch an sich halten konnte. Aber sein Lachen verstummte plötzlich, als er sah, daß er Ali damit gekränkt hatte. Er schlug ihn begütigend aufs Knie, und sagte:

»Es tut mir so leid, daß ich gelacht habe, Ali; es war gewiß nicht bös gemeint, und ich will’s nicht wieder tun. Weißt du, es schien mir so furchtbar spaßig, denn überall wo ein Soldatenlager ist und die Ruhr, da pflanzen die Aerzte ein Zeichen auf, welches besagt, daß jedermann, den man hier mit einer Wassermelone antrifft, mit der neunschwänzigen Katze zu Tode gepeitscht wird.«

»Ich weiß – diese Narren!« sagte Ali, Tränen und Aerger in der Stimme. »Es gibt so viele Wassermelonen und nicht ein einziger von all den Soldaten hätte es nötig gehabt, zu sterben.«

»Aber Ali, wie kommst du zu dieser Meinung?«

»Das ist keine Meinung, das ist eine Tatsache. Kennst du den alten grauköpfigen Neger? Der hat schon eine Menge von unsern Freunden geheilt; das hat meine Mutter selbst mit angesehen und ich auch. Man braucht nur eine oder zwei Scheiben Wassermelone zu essen und man ist kuriert, einerlei ob die Krankheit alt oder neu ist.«

»Komisch, so etwas. Aber wenn es wirklich so ist, so sollte man’s dem Sultan doch sagen.«

»Natürlich, und meine Mutter hat’s auch anderen Leuten gesagt, in der Hoffnung, sie könnten es ihm sagen. Aber es sind alles arme Leute und wissen nicht, wie sie es anfangen sollen, damit es der Sultan erfährt.«

»Das ist klar, daß es diese Dummköpfe nicht wissen,« sagte Achmet verächtlich. »Ich will es ihm sagen.«

»Du? du Mistfink?!« Und diesmal mußte Ali lachen. Aber Achmet erwiderte mit Ueberzeugung:

»Lache du nur; ich tu’s.«

Das klang so sicher, daß es einen Eindruck auf Ali machte und dieser frug:

»Kennst du den Sultan?«

»Ob ich ihn kenne? Wie du wieder redest! Ich kenne ihn freilich nicht.«

»Dann sage mir bloß, wie du es dem Sultan sagen willst?«

»Das ist sehr leicht und einfach. Wie würdest du es denn anfangen?«

»Ich ginge in den Bazar und ließe mir von einem Schreiber einen Brief schreiben. Den würde ich ihm schicken. Merkwürdig, daß ich bis jetzt nicht daran dachte. Ich wette, so willst du es auch machen.«

»Ich wette das Gegenteil. Jeder Narr im ganzen Reich macht es ebenso. Hast du denn daran gar nicht gedacht?«

»Wirklich nicht,« sagte Ali beschämt.

»Du hättest daran denken können, wenn du nicht so jung und unerfahren wärest. Weißt du, wenn irgend ein gewöhnlicher Pascha, oder ein Dichter, oder der Hofkoch oder sonstwer, der ein bißchen bekannt ist, krank wird, so empfehlen alle Narren ihre ›unfehlbaren‹ Quacksalbereien zur Anwendung. Und wenn es sich nun gar um den Sultan selber handelt …«

»So machen sie es natürlich noch ärger,« sagte Ali etwas verlegen.

»Selbstverständlich! Glaube mir, Ali, jede Nacht führen wir unsere fünf, sechs Karren voll solcher Briefe aus dem Hinterhofe des Palastes fort. Achtzigtausend Briefe in einer Nacht! Glaubst du denn, daß die überhaupt gelesen werden? Bah! Kein einziger! Mit deinem Brief würde es gerade so gehen. Aber es führt mehr als ein Weg nach Mekka, und den zu des Sultans Ohren kenne ich. Verlaß’ dich drauf.«

»Aber so sage mir nur, wie du es angreifen wirst,« bat Ali.

Achmet fühlte sich und hub an:

»Kennst du das zerlumpte arme Wesen, das sich einbildet, ein Schlächter zu sein, weil es mit einem Korb herumläuft und Katzenfleisch und halbverfaulte Lebern verkäuft? Dem werde ich es zunächst sagen.«

Ali war schwer enttäuscht und verdrossen.

»Das ist eine Schande, so zu reden, Achmet; das ist nicht schön von dir. Du weißt doch, daß mir die Sache am Herzen liegt.«

Achmet gab ihm einen liebevollen Klaps und sagte:

»Du brauchst dich nicht zu beunruhigen, Ali. Ich weiß, was ich will. Du wirst es schon sehen. Dieser Katzenfleischkrämer wird es dem alten Krüppel erzählen, der die Krapfen an der Straßenecke verkäuft – das ist sein bester Freund – wenn ich ihn darum bitte. Der wiederum wird es seinem reichen Onkel sagen, der im Bazar die Früchte verkauft, und der wieder seinem Busenfreund, dem Hammelschlächter; und der erzählt es seinem Freund von der Leibwache, und der seinem Hauptmann, und der dem Muezzin; dieser erzählt es dem Kadi, der Kadi dem Mudir, der Mudir dem Oberst von der Leibwache, der läuft zu seinem Freund, dem …«

»Bei Mohammed, das ist ein wundervoller Plan, Achmet. Wie kamst du nur auf …«

»… Kontre-Admiral und der Kontre-Admiral erzählt es dem Vize-Admiral, und der Vize-Admiral dem Admiral der Ruderflotte, und der sagt’s dem Admiral der Segelflotte, und dieser dem Ober-Admiral beider Flotten, und der dem Wesir, und der Wesir dem …«

»Weiter, Achmet, weiter!«

»… Scharfrichter, und der erzählt es dem Ober-Scharfrichter, und der dem Pascha, und der Pascha dem Mufti, und der Mufti dem Hofjagdmeister, und der Hofjagdmeister sagt es dem Hofmarschall, der Hofmarschall dem Ober-Stallmeister, der Ober-Stallmeister dem Ober-Küchenmeister, dieser erzählt es dem Zeremonienmeister des Harems, der dem Ober-Eunuchen, und der Ober-Eunuch sagt es dem kleinen jungen Lieblingssklaven des Sultans, der ihm die Fliegen vom Gesicht fächert, und der wird vor dem Sultan niederknieen und es ihm zuflüstern, – und das Spiel ist gewonnen.«

Ali war aufgesprungen.

»Das ist die größte Idee, die je ein Weiser hatte. Wie kamst du nur darauf?«

»Setze dich hier neben mich, und höre mir zu; ich will dir ein Körnlein Weisheit schenken, behalte es solange du lebst. Nun denn, wer ist dein bester Freund, dem du nie im Leben etwas abschlagen möchtest und könntest?«

»Der bist du, Achmet, das weißt du.«

»Angenommen, du hättest eine ziemlich große Gefälligkeit von dem Katzenfleisch-Händler zu erbitten. Nun kennst du ihn aber nicht, und er würde dir die Pest wünschen, wenn du ihn bitten wolltest, denn er ist nun mal so ein Kauz. Aber er ist mein bester Freund nach dir, und würde sich die Beine ablaufen, um mir einen Gefallen zu erweisen, – jeden Gefallen, ganz einerlei welchen. Jetzt frage ich dich: Was ist vernünftiger – wenn du zu ihm gehst und ihn bittest, er solle dem Krapfenmann von deiner Melonenkur erzählen, oder wenn du zu mir kommst, damit ich ihn für dich bitte?«

»Natürlich wenn ich zu dir gehe, damit du es für mich tust. Ich hätte wirklich nie daran gedacht, Achmet; es ist großartig!«

»Es ist eine Lebensweisheit. Sie beruht darauf: Jedermann auf dieser Welt, groß oder klein, mächtig oder nicht, hat einen speziellen Freund, einen Freund, dem er mit Vergnügen behilflich ist – nicht mit Widerwillen, sondern mit Vergnügen – mit Vergnügen bis ins Innerste. Und so, ganz einerlei von wo du ausgehst, kannst du bei jedem Gehör finden, stehe er noch so hoch und du noch so niedrig. Es ist ja so einfach: Du brauchst nur den ersten Freund zu finden, das ist alles; damit ist dein Teil an der Arbeit schon geleistet. Er findet dann den nächsten Freund schon von selbst, und dieser findet den dritten, und so fort, Freund nach Freund, Glied nach Glied, wie bei einer Kette; diese führt dich hinauf oder hinunter, so hoch wie du willst oder so tief wie du willst.«

»Das ist herrlich, Achmet!«

»Es ist so leicht und einfach, wie einen Esel zu prügeln; aber hast du je gehört, daß jemand danach gehandelt hätte? Nein; ein jeder ist ein Narr. Er geht zu einem Fremden, ohne irgendwelche Einführung, oder schickt ihm einen Brief, und erreicht natürlich nichts, – und das geschieht ihm gerade recht. Der Sultan kennt mich nicht, aber das verschlägt mir nichts. Morgen wird er seine Wassermelone essen; du wirst sehen. Hallo! Halt! Es ist der Katzenfleischkrämer, ich will ihn einholen. Allah beschütze dich, Ali!«

Er holte ihn ein und sagte:

»Bitte, willst du mir einen Gefallen tun?«

»Habe ich es je nicht getan, wenn du mich darum batest? Sage mir, was ich tun soll und ich werde eilen, wie der Wind.«

»Geh’ zu dem Krapfenverkäufer; er soll alles stehen und liegen lassen und seinem besten Freund mitteilen, daß der Sultan geheilt werden kann, wenn er zwei Scheiben einer reifen Wassermelone ißt. Und dieser Freund soll es seinem besten Freund weitersagen und so fort, – bis zum Sultan.« Der Katzenfleischverkäufer flog davon.

In diesem Augenblick war die frohe Botschaft des kleinen Kesselflickers an den Sultan unterwegs.

III.

Um Mitternacht des nächsten Tages saßen die Aerzte im Krankenzimmer des Sultans und flüsterten leise miteinander, denn sie waren in großer Not, da es um den Sultan sehr schlimm stand. Sie konnten es sich nicht verhehlen, daß, so oft sie ihn mit einer neuen Quantität Arzeneien auffüllten, sein Zustand immer bedenklicher wurde. Das machte sie traurig, denn sie hatten das erwartet. Der arme abgezehrte Sultan lag bewegungslos da mit geschlossenen Augen, und sein Lieblingssklave, der ihm die Mücken fortwedelte, weinte still vor sich hin. Da hörte der Knabe einen seidenen Vorhang hinter sich rauschen, drehte sich um und gewahrte den Ober-Eunuchen, der ihm aufgeregt winkte, zu ihm zu kommen. Geräuschlos auf den Zehenspitzen schlich der Sklave zu seinem geliebten Freund, welcher sagte:

»Nur du kannst ihn überreden, mein Kind, denn du bist des Sultans Liebling. Nimm dies hier. Wenn es der Sultan ißt, so ist er gerettet.«

»Bei Allah, er wird es essen.«

Es waren zwei große Scheiben rötlicher Wassermelone, frisch und saftig.

IV.

Durch das ganze Reich flog am nächsten Morgen die Nachricht, daß der Sultan wieder wohl und gesund sei, und die Köpfe seiner Aerzte die Zinnen seines Palastes schmückten. Eine Freudenwoge wälzte sich über das ganze Land, und man rüstete sich zu einem großen Jubelfest.

Nach dem Frühstück saß der Herrscher auf seinem Diwan und überlegte. Seine Dankbarkeit war unaussprechlich, und er sann über ein Geschenk nach, das reich genug wäre seinem Wohltäter seine Dankbarkeit darzutun. Er rief seinen kleinen Sklaven, und fragte ihn, ob er die Kur erfunden hätte. Der Knabe sagte nein, – er hätte sie vom Ober-Eunuchen erfahren. Der Sklave wurde weggeschickt und der Sultan überlegte wieder. Er würde dem Ober-Eunuchen den Palast und die Ländereien eines Paschas schenken, der in Ungnade gefallen war, sowie ihm dessen jährliches Einkommen anweisen. Er ließ ihn rufen, und fragte ihn, ob er der Erfinder des Heilmittels sei. Aber der Ober-Eunuch war ein ehrlicher Mann und sagte, er hätte es vom Zeremonienmeister des Harems erfahren. Er wurde weggeschickt und der Sultan überlegte von neuem. Er könnte den Ober-Eunuchen absetzen, und den Zeremonienmeister an seine Stelle setzen. Dazu sollte er vier Pferde aus seinem Stall zum Geschenk bekommen. Er wurde aber vom Zeremonienmeister an den Ober-Küchenmeister verwiesen. Abermals überlegte der Sultan, und dachte sich ein geringeres Geschenk aus. Der Koch aber verwies ihn an den Ober-Stallmeister und dieser an den Hofmarschall, und jedesmal mußte der arme Sultan wieder überlegen und sich ein kleineres Geschenk ausdenken.

Das war ihm jedoch zu langweilig, und um die Sache zu beschleunigen, ließ er seinen Hohen Geheimen Ober-Detektive kommen, und befahl ihm, herauszufinden, wer die Melonenkur erfunden hätte, damit er seinen Wohltäter nach Gebühr belohnen könne.

Um neun Uhr abends kam der Detektive wieder. Er hatte der ganzen langen Kette von Freunden nachgespürt, bis hinunter zu einem kleinen Burschen, Namens Ali, einem Kesselflicker. Der Sultan sagte mit tiefem Gefühl:

»Ein braver Junge! Er hat mir das Leben gerettet und soll es nicht bereuen.«

Und er schickte ihm ein Paar seiner eigenen Schuhe, und zwar das zweitbeste Paar, das er besaß. Sie waren zu groß für den kleinen Ali, aber sie paßten dem grauköpfigen Neger gerade, und so war alles gut und der rechte Mann belohnt.