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Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 1 cover

Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 1

Chapter 22: Hans Huttens Ende.
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About This Book

A biographical introduction is followed by a compact assortment of poems and short prose that move between fairy-tale imagination, satirical sketches, and shorter novellas. The fairy tales emphasize fantasy and youthful charm, while the satirical pieces target contemporary manners and student life with brisk wit. Subsequent narratives adopt a more conversational, realistic tone and explore social interaction and moral observation. The volume pairs lyrical work with narrative experiments and includes editorial and transcription notes, offering a portrait of a writer equally playful, ironic, and attentive to everyday detail.

Hans Huttens Ende.

Laut rufet Herr Ulrich, der Herzog, und sagt:
»Hans Hutten, reite mit auf die Jagd,
Im Schönbuch weiß ich ein Mutterschwein,
Wir schießen es für die Liebste mein.«
Und im Forst sich der Herzog zum Junker wandt':
»Hans Hutten, was flimmert an deiner Hand?«
»Herr Herzog, es ist halt ein Ringelein,
Ich hab' es von meiner Herzliebsten fein.«
»Herr Hans, du bist ja ein stattlicher Mann,
Hast gar auch ein güldenes Kettlein an?« –
»Das hat mir mein herziger Schatz geschenkt
Zum Zeichen, daß sie noch meiner gedenkt.«
Und der Herzog blicket ihn schrecklich an:
»So? Das hat alles dein Schatz getan?
Der Trauring ist es von meinem Weib,
Das Kettlein hing ich ihr selbst um den Leib.«
O Hutten, gib deinem Rappen den Sporn,
Schon rollet des Herzogs Auge im Zorn!
Flieh, Hutten! es ist die höchste Zeit,
Schon reißt er das blinkende Schwert aus der Scheid'!
»Dein Schwert raus, Buhler, mich dürstet sehr,
Zu sühnen mit Blut meines Bettes Ehr'!«
Flugs, Junker, ein Stoßgebetlein sprich,
Wenn Ulrich haut, haut er fürchterlich.
Es krachen die Rippen, es bricht das Herz;
Ruhig wischet Ulrich das blutige Erz,
Ruhig nimmt er des ledigen Pferdes Zaum
Und hänget die Leich' an den nächsten Baum.
Es steht eine Eiche im Schönbuchwald
Gar breit in den Aesten und hochgestalt;
Zum Zeichen wird sie Jahrhunderte stahn,
Hier hing der Herzog den Junker dran.
Und wenn man den Herzog vom Lande jagt,
Sein Nam' bleibt ihm, sein Schwert; er sagt:
»Mein Nam', er verdorret ja nimmermehr,
Und gerächet hab' ich des Hauses Ehr'.«