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Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 2 cover

Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 2

Chapter 28: Des Verfassers eigene Kritik über vorstehende Novelle.
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About This Book

Die Sammlung versammelt Novellen und phantastische Skizzen, die zwischen Reisebeschreibung, historischer Erzählung und heiterer Anekdote wechseln. Die Texte reichen von einem erzählten Zwischenfall auf der Reise über dramatisierte Schicksale ritterlicher Gestalten und das Leben einer Sängerin bis zu satirisch-reflexiven Szenen im Bremer Ratskeller. Gemeinsame Motive sind die genaue Beobachtung von Sitten und Landschaft, die Verknüpfung realistischer Details mit romantischen und wunderlichen Elementen sowie ein feiner Sinn für Ironie und erzählerischen Kommentar.

Des Verfassers eigene Kritik über vorstehende Novelle.

(Litteraturblatt des Morgenblatts 1827 Nr. 92 u. ff.)

Die letzten Ritter von Marienburg, Novelle von W. Hauff. Auch wieder einmal eine Novelle, doch gottlob keine historische, wie wir beim ersten Anblick geargwöhnt hatten; lieber wäre es uns gewesen wenn Herr Hauff seinen Stoff, wie es im ersten Kapitel geschieht, durchaus zu einer Satire der historischen Romane, nicht aber zu einer ziemlich unnötigen Belobung derselben benützt hätte. Auch ist es nicht sehr bescheiden, daß der Herr Verfasser den Roman »Die letzten Ritter von Marienburg« so oft als trefflich und unvergleichlich schildert, da er doch selbst es ist, der die Skizze davon entworfen hat.

Die letzten Partien der Novelle sind abgerissener und eilender als die ersten und verfehlen dadurch den Charakter der besonnenen Ruhe und Rundung, den die Novelle haben soll. Herr Hauff scheint sich zwar diesmal in Hinsicht auf Sprache und Anordnung mehr Mühe gegeben zu haben als im vorjährigen Frauentaschenbuch; aber auch hier sind die Figuren nur skizziert, flüchtig angedeutet und gelangen somit nicht zu echterm, farbigem Leben. Das Motiv, aus welchem Fräulein Elise den Dichter Palvi aufgibt, ist, wenn ein natürliches, doch jedenfalls kein poetisches.