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Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen cover

Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen

Chapter 18: 17
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About This Book

Ein versonnener Erzähler reist an die Küste, sucht Ruhe und versucht, in Versen das Erlebte festzuhalten, findet aber statt Schreiben das unmittelbare Meer und die Landschaft. In klaren, beobachtenden Szenen schildert er das kleine Dorf, die einfachen Zimmer und die Geräusche von Woge und Wind, zugleich wächst seine Neugier für eine stille, blasse Fremde, die sich zurückzieht. Die Gedichte verknüpfen Naturwahrnehmung, stille Alltagsbeobachtungen und innere Reflexionen über Einsamkeit, Begehren und das Ringen zwischen dichterischer Arbeit und dem Wunsch, das Leben unmittelbar zu erleben.

17

Weisst du wohl, als ich einzog, fragte ich
Vorsorglich gleich den Wirt, wer sonst im Haus
Noch etwa wohne – und da nannt' er dich.
Und ich, nichts ahnend, forscht' ihn weiter aus,
Nach Alter, Nam' und Stand. Da sagt' er mir,
Du seist schon über Jugendzeit hinaus;
Sehr scheu und einsam; wärst zur Heilung hier;
Recht krank und elend; überdies ja Frau
Und jedenfalls ganz ungefährlich mir.
Ich folgte der Beschreibung, und genau
Wie er gesagt, hatt' ich dich mir gedacht.
Und heute, wenn ich dir ins Antlitz schau,
Wenn mir dein liebes Auge schelmisch lacht,
Wenn ich verspüre deines Körpers Nähe
Und wie mich all das Liebe toll gemacht –
Ja, wenn ich nur dran denke – ich gestehe
(Aus meinem Blick hast du's wohl lang gelesen),
Dass heut, du Zauberin, in dir ich sehe
Gefährlichste Gefahr, die je gewesen!