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Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen cover

Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen

Chapter 23: 22
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About This Book

Ein versonnener Erzähler reist an die Küste, sucht Ruhe und versucht, in Versen das Erlebte festzuhalten, findet aber statt Schreiben das unmittelbare Meer und die Landschaft. In klaren, beobachtenden Szenen schildert er das kleine Dorf, die einfachen Zimmer und die Geräusche von Woge und Wind, zugleich wächst seine Neugier für eine stille, blasse Fremde, die sich zurückzieht. Die Gedichte verknüpfen Naturwahrnehmung, stille Alltagsbeobachtungen und innere Reflexionen über Einsamkeit, Begehren und das Ringen zwischen dichterischer Arbeit und dem Wunsch, das Leben unmittelbar zu erleben.

22

»Sag, was ich dir zu Liebe könnte tun –
Sprich! fordre alles! was ich bin und kann,
Ich geb es gern! Ich lieb dich einmal nun
Und will nichts wissen, als dass du der Mann,
Der endlich mir das heisse Glück gebracht,
Danach ich mich gesehnt von Jugend an.
Was hast du Wunderbarer nur gemacht
Aus diesem kalten Herzen? Wie gefunden
Den Weg dazu? Und hast du nicht bedacht,
Dass einem andern schon ich bin verbunden
Und dir nichts geben darf? Du lieb Gesicht,
Bist wirklich du? kein Traumbild nächt'ger Stunden?
Den ich hier halte, hier am Herzen dicht,
Bist du es wirklich, der mich angesehen
Und mich – mich liebt? Sprich nicht! o bitte nicht!
Ich glaub, ich träume, und es wär Vergehen,
Aus solchem süssen Traume jemand wecken.
Schon sah ich nächtens jüngst den Tag erstehen,

Der wie Posaunenton uns wird erschrecken.
Ein Schauder fasst mich an – ich fürchte mich.
Geliebter Mensch, kannst du mich nicht verstecken
Vor Welt und Menschen, ganz allein für dich?«