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Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen cover

Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen

Chapter 32: 31
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About This Book

Ein versonnener Erzähler reist an die Küste, sucht Ruhe und versucht, in Versen das Erlebte festzuhalten, findet aber statt Schreiben das unmittelbare Meer und die Landschaft. In klaren, beobachtenden Szenen schildert er das kleine Dorf, die einfachen Zimmer und die Geräusche von Woge und Wind, zugleich wächst seine Neugier für eine stille, blasse Fremde, die sich zurückzieht. Die Gedichte verknüpfen Naturwahrnehmung, stille Alltagsbeobachtungen und innere Reflexionen über Einsamkeit, Begehren und das Ringen zwischen dichterischer Arbeit und dem Wunsch, das Leben unmittelbar zu erleben.

31

»Von einer Tafel, wenn's am besten schmeckt,
Sich unbemerkt und leise wegzuschleichen,
Eh' Überdruss der Speisen Zahl erweckt –
Ich glaub, es mag nicht leicht sein, so zu weichen,
Weil manchen lieben Freund man da verlässt,
Doch scheint's das Klügste mir für unsresgleichen.

Und wenn das ganze Leben ward zum Fest,
Wir wirklich einmal an der Tafel sassen,
An der es sich so köstlich schmausen lässt –
Dann aufzustehen, eh' wir noch vergassen,
Wie schön die Stunde war, die wir gelebt,
Und einem andern unsern Platz zu lassen –
Ich hab bei dem Gedanken nie gebebt,
Wie mancher andere wohl, und muss gestehen,
Ich hätte mir ein Schön'res nie erstrebt.
Warum denn auch? Wenn man das Glück gesehen,
Vielleicht gehalten mit der eignen Hand,
War man nicht reich genug, um nun zu gehen?
Und ist's nicht klug, bevor der Schimmer schwand,
Mit dem es uns umgab, von ihm zu scheiden,
Aus freien Stücken, eh' sich's uns entwand?
Entgeht man nicht vielleicht nur Schmerz und Leiden,
Die künft'ger Tag noch über uns verhängt?
Du schweigst? Du willst den Nachtisch doch nicht meiden?

So lange still? Sag, hab ich dich gekränkt?«
›Du quälst mich fürchterlich!‹ »Ich quäle dich –?!
Du hast auch recht! Wozu, dass man daran denkt!
Vergib mir, Lieber! Eine Natter schlich
Durch meine Rosen. Doch sie ist entflohn.
Komm, schau mich an. Du! Liebster! Küsse mich!
Bist du zufrieden jetzt? Ich lache schon!«