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Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen cover

Woge und Wind: Eine Strandnovelle in Versen

Chapter 5: 4
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About This Book

Ein versonnener Erzähler reist an die Küste, sucht Ruhe und versucht, in Versen das Erlebte festzuhalten, findet aber statt Schreiben das unmittelbare Meer und die Landschaft. In klaren, beobachtenden Szenen schildert er das kleine Dorf, die einfachen Zimmer und die Geräusche von Woge und Wind, zugleich wächst seine Neugier für eine stille, blasse Fremde, die sich zurückzieht. Die Gedichte verknüpfen Naturwahrnehmung, stille Alltagsbeobachtungen und innere Reflexionen über Einsamkeit, Begehren und das Ringen zwischen dichterischer Arbeit und dem Wunsch, das Leben unmittelbar zu erleben.

4

Ein Blatt vor mir, die Feder in der Hand,
Gedanken spinnend, sitz in aller Frühe
Ich schon im Zelt. Was lang im Geist gebannt,
Vielleicht dass hier, wo ich so frisch erglühe,
Es rascher sich mir rundet zum Gedicht.
Indess – mein Hoffen scheint vergeb'ne Mühe,

Leer bleibt das Blatt, die Feder rührt sich nicht
Und die Gedanken irren kreuz und quer,
Wetteifernd mit den Blicken. Morgenlicht
Spielt hell um Busch und Baum; vom Strande her
Weht leiser Windhauch und in blauer Stille
Durch graue Buchenstämme grüsst das Meer.
Wie –? und mich treibt ein eigensinn'ger Wille
In mich zurück, in totes Wort zu zwingen,
Was mich beseelt? nur wie durch enge Brille
Das Leben zu beschauen? Doch nein! Es dringen
Umsonst nicht deine Stimmen an mein Ohr!
Welt, du hast recht! Fort mit den toten Dingen,
Fort Feder und Papier! Ich war ein Tor!
Fürwahr, ich wollt', es wäre mir gegeben,
Was je sich Schönes mein Gedicht erkor,
Anstatt zu schreiben, lieber zu erleben!