Von
Annette Kolb
erschien im gleichen Verlag:
DAS EXEMPLAR
Roman. 5. Auflage.
Man hat durchaus das Gefühl, daß dieses Buch zu jenen gehört, die unter einem starken inneren Drange, einem unwiderstehlichen, geschrieben werden. Ein Bekenntnis. Aber eins von solcher Keuschheit, solcher Verhülltheit, trotz aller Enthüllung subtilster seelischer Vorgänge, wie es uns nur zu selten gemacht wird. Gerade diese Schilderungen erweisen die hohe Vollendung von Annette Kolbs sprachlichem Ausdrucksvermögen, das ihr jedoch nie zum Selbstzweck wird.
B. Z. am Mittag.
Der erste Eindruck des Buches, schon nach wenigen Seiten, ist Kultur. Es gibt wenig Bücher, die so scharf wie dieses die Zeitseele enthüllen. Und im übrigen ist das Buch reich an allerlei entzückenden Dingen. Man wird in ihm sehr heimisch in London und auf den Landsitzen der Gesellschaft. Denn das Buch vereint wirklich zwei selten verträgliche Eigenschaften: geistige Tiefe und Charme. Es ist nicht nur ein bedeutendes, sondern auch ein liebenswürdiges Buch.
Die Zeit, Essen.
Ein feines, stilles Buch von einer romantischen Dichterin über eine romantische Frau. Es wird in diesem Buch von den letzten Dingen gesprochen.
Berliner Tageblatt.
Druck von Frankenstein & Wagner, Leipzig.
Fußnoten
- [1]
- Als ich das erstemal in der Schweiz war, gab mir Aramis ein Dossier über die Deportationen, von deren Einzelheiten ich noch keine Ahnung hatte. Wer die französische Familie kennt, und weiß, wie sehr sie ihre Töchter hegt und hütet, der sah hier wahre Abgründe des Hasses und der Rachgier bereiten. Ich fuhr damals von Bern direkt nach Berlin, kannte aber von den Ministern jener Tage nur Solf, und auch diesen nur ganz flüchtig. Ihn bat ich in einem aufgeregten Brief um eine sofortige Unterredung. Er war gerade an einer Angina erkrankt und empfing mich zu Bett mit einem hochroten Gesicht, Eisbeutel auf dem Kopf. Am Fenster, mit dem Rücken gegen das Licht, stand ein Oberst. Ich kramte nun die Notizen hervor, die ich vor der Grenzüberschreitung in den Bodensee geworfen, und zwischen Lindau und Kempten wieder ins reine geschrieben hatte; der Oberst sprach die Befürchtung aus, daß sie der Wahrheit nur allzusehr entsprachen.
- Mit Hilfe dieses militärischen Freundes setzte Solf, obwohl gerade damals grimmig von den Alldeutschen angefeindet eine enquete durch. Und schon glaubte ich die Partie gewonnen und das Handwerk der Herren Ludendorff und Konsorten gelegt. Denn wirklich konnten Tausende von Frauen damals nach Hause zurück, und in ihrer ärgsten Form wurde die Methode eingedämmt. Aber das Hauptquartier war noch Trumpf. Meine Darstellungen, so hieß es, seien nicht nur die hellste Übertreibung gewesen, oh nein! sondern die deportierten Töchter wären sehr erfreut, sich dem öden Einerlei ihres untätigen Lebens entzogen zu sehen; man gewann richtig den Eindruck, als müßte es für ein junges Mädchen von guter Familie geradezu eine Lust sein, deportiert zu werden, und nur eine Bagatelle für die Eltern, ihre Kinder — manches Mal auf Nimmerwiedersehen — aus ihrem Hause gerissen zu sehen, ohne die Möglichkeit von ihnen zu hören und ohne zu wissen, wohin man sie führte. Soll die Axt nie begraben werden? — Eine Versöhnung der beiden Nationen ist eine so große Notwendigkeit, daß schon aus praktischen Gründen nicht immer einseitig nur über das erlittene Unrecht Buch geführt werden sollte. Und es ist für die Deutschen die große Gelegenheit gekommen! Heute, wo der französische Militarismus seine Stunde begeht, haben sie nur ein Mittel, Frankreich von seiner Rachepolitik abzubringen, indem sie — statt wiederum von Rache zu reden — es zu fühlen geben, daß sie beklagen, es zu dieser Rachepolitik so schwer gereizt zu haben.
- [2]
- Briefwechsel zwischen Wagner und Liszt.
- [3]
- Briefwechsel zwischen Wagner und Liszt.
Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):
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... Hocusai. ...
... Hokusai. ...
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... mit Carry und Fortunio. Dieser enfaltet mir gegenüber ...
... mit Carry und Fortunio. Dieser entfaltet mir gegenüber ...
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... Gebirge am Säntis, Jura oder Engadin, als in den ...
... Gebirge am Säntis, Jura oder Engadin, als in dem ...
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... Arbeiten zur Hand, mit welchem dieses Haus geschmückt ...
... Arbeiten zur Hand, mit welchen dieses Haus geschmückt ...
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... Laufbahn vernommen hat, der vergißt die nie unheimliche ...
... Laufbahn vernommen hat, der vergißt nie die unheimliche ...
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... auf ihren Wolkensohlen reisten, das von einer zifferlosen ...
... auf ihren Wolkensohlen reisten, daß von einer zifferlosen ...