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Zimmerblattpflanzen

Chapter 24: Moraceae
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About This Book

A practical handbook for cultivating indoor foliage plants, outlining their light, moisture and temperature needs and explaining how reduced indoor illumination limits leaf-driven growth. It covers placement and microclimate considerations, tools and materials for culture, methods for sowing and vegetative propagation, and routine care practices to maintain healthy foliage. The volume then presents a curated list of suitable species—ferns, palmlike plants, aroids, bromeliads, begonias and many others—with brief cultivation notes and illustrations, plus an index to help hobbyists select and manage a variety of decorative houseplants.

[pg 56]

Commelinaceae

Um einen Blumentisch mit Hängepflanzen zu bekleiden oder an einer Stelle im Zimmer, wo sonst nichts wächst, eine Ampel mit lebenden Pflanzen anzubringen, ist keine Pflanze geeigneter, als die in diese Familie gehörige Tradescantia floribunda Kth.27, welche von Mexiko bis Paraguay verbreitet ist. Sie wird hier zwar nicht schöner, aber sie hält sich doch grün und wächst. Die Blätter werden zwar kleiner und kleiner, aber schließlich schadet auch das nichts, denn einige Zweigstücke, in einen anderen Topf mit guter Erde gesteckt, sind in wenigen Tagen wieder bewurzelt und treiben von neuem. Wirklich schön erhält man diese Pflanze, wenn man sie reichlich ernährt, reichlich gießt, häufig besprengt und ihr einen halbschattigen Stand gibt. Schöner, aber nicht vollständig so hart ist die Zebrina pendula Schnitzlein aus Mexiko, auch Tradescantia zebrina genannt, welche breite silberweiße, glänzende Längsstreifen auf den Blättern hat. Am schönsten ist eine Varietät derselben, quadricolor, rot und reinweiß gestreift, welche ihre schöne Farbe aber nur dann erhält, wenn man sie ganz dicht am Glase in voller Sonne hält und durch reichliches Spritzen für feuchte Luft sorgt.

Liliaceae

Nächst den Palmen liefern die Liliaceen die meisten harten Zimmerblattpflanzen. In erster Linie sind es Dracaenen, Cordylinen und deren Verwandte, Pflanzen [pg 57] mit mehr oder weniger großem, meist einfachem Stamme, der eine Blätterkrone trägt. Im Gegensatz zu den echten Palmen sind diese Blätter aber stets ganz einfach, mehr oder minder bandförmig, bald breiter, bald schmäler. Der Volksmund nennt diese Pflanzen aber ebenfalls sehr häufig »Palmen«. Dann liefert uns die Familie der Liliaceen die härteste Zimmerpflanze, die es überhaupt gibt, welche auch der Ungeübteste mit Erfolg kultivieren kann, die Aspidistra elatior, meist untere dem Namen Plectogyne bekannt. In neuerer Zeit sind hierzu noch eine Anzahl Verwandte unseres Spargel gekommen, welche als Kletter- und Hängepflanzen von großem Werte sind. Daß uns die Liliaceen auch sehr viel schöne Blütenpflanzen liefern, ist bekannt. Die Kultur der Liliaceen ist verschieden. Wir werden bei den einzelnen Arten auf dieselbe näher eingehen.

Chlorophytum comosum Baker, bekannter unter dem Namen Chl. Sternbergianum ist eine prächtige Hängepflanze vom Kap der guten Hoffnung. Ihre langen, scharf zugespitzten, graziös zurückgebogenen hellgrünen Blätter bilden einen großen Busch, aus dem zahlreiche Ausläufer hervortreten, welche wieder mit Blattbüscheln besetzt sind. Diese Büschel treiben zeitig Wurzeln in die Luft und können zur Vermehrung verwendet werden. Will man die Pflanzen sehr schön haben, so weist man ihnen einen hellen hohen Stand an, auf welchem sie lange Zeit ungestört stehen bleiben können. Man gibt ihnen ferner einen großen mit Lehm gefüllten Topf, in dem sich die dicken fleischigen Wurzeln mächtig entwickeln. Die Ausläufer läßt man an den Pflanzen. Im Sommer muß reichlich [pg 58] bewässert; werden; im Winter kann man ganz mit dem Gießen aufhören, wenn man die Pflanzen sehr kühl stellt; die Blätter sterben dann ab. Im geheizten Wohnzimmer muß man gießen. Fast noch schöner ist die weißgestreifte Form. Eine besondere Zierde bilden die großen Blütenstände, die man nach dem Verblühen nicht abschneidet, da sich auch an ihnen junge Pflanzen entwickeln.

Chlorophytum comosum

Yucca. Sehr dekorative Pflanzen sind die Palmlilien oder Yucca-Arten aus Nord- und Mittelamerika. Sie haben nur einen Fehler, man kann sie durchaus nicht im geheizten Zimmer halten. Gibt man ihnen dagegen im Winter einen Platz im hellen, kühlen, frostfreien Keller, Korridor etc., so sind sie äußerst dankbare Gewächse. Ihre sehr derben blaugrünen, scharfrandigen, stechend spitzen Blätter [pg 59] bilden dichte schöne Kronen. Man gibt ihnen eine schwere nahrhafte, lehmhaltige Erde, im Sommer reichlich, im Winter sehr spärlich Wasser und während der Vegetationszeit einen möglichst sonnigen Platz, möglichst am Fenster. Die bekannteste Art ist Yucca recurva Salisb.28 aus Georgia. Sehr verbreitet ist auch Yucca aloeifolia L.29, aus den Südstaaten von Nordamerika, von der eine prächtige bunte Varietät, Yucca aloeifolia quadricolor mit gelben und roten Streifen auf den Blättern, im Handel ist. Die Vermehrung aller Yucca-Arten gelingt leicht durch Abnehmen der Nebensprosse.

Yucca
[pg 60]

Cordyline. Von den Arten dieser Gattung, welche zum größten Teile in den wärmeren Gegenden der alten Welt heimisch ist, befinden sich verschiedene in Kultur, meist unter dem Namen Dracaena. Von der Gattung Dracaena ist die Gattung Cordyline botanisch dadurch unterschieden, daß die drei Fächer der Frucht zahlreiche Samen enthalten, während sich in jedem der drei Fruchtfächer von Dracaena nur ein Same befindet. Da diese Pflanzen bei uns selten blühen, der Habitus der Arten beider Gattungen aber sehr ähnlich ist, so würde es schwierig sein, von fruchtlosen Exemplaren zu sagen, ob sie zu der einen oder anderen Gattung gehören. Glücklicherweise besitzen wir aber in den unterirdischen Teilen dieser Pflanzen ein leicht erkennbares Unterscheidungsmerkmal: die Arten von Cordyline haben dünne, weiße Wurzeln und machen dicke Ausläufer, die Arten von Dracaena haben dicke gelbe Wurzeln und bilden keine Ausläufer. Den Cordylinen geben wir wegen ihrer dünneren Wurzel eine humusreichere, lockerere Erde, den Dracaenen eine schwerere, lehmhaltigere Erde. Im Zimmer lassen sich die grünen Cordylinen leicht halten, wenn man sie während des Sommers reichlich begießt und nährt und während des Winters nicht zu warm hält. Die rotblätterigen Arten sind empfindlicher, sie verlangen meist feuchtere Luft, müssen deshalb häufig mit warmem Wasser mit einem Zerstäuber besprengt werden. Im Winter bringt man sie ins geheizte Wohnzimmer. Zu den ersteren Arten gehörten Cordyline australis Kth. aus Neuholland, Cordyline indivisa Kunth aus Neuseeland und Cordyline congesta Sweet aus Java.

[pg 61]

Cordyline australis

[pg 62] Unter den rotblätterigen Arten sind Cordyline terminalis Ldl.30 aus China, Cordyline ferrea L.31 ebendaher und Cordyline ignea hort. besonders hervorzuheben.

Dracaena Rothiana

Dracaena. Die Unterschiede von Cordyline wurden bereits oben angegeben. Die Kultur ist nicht schwierig, nur die buntblättrigen, wie D. Goldieana h. Bull. aus dem südlichen tropischen Afrika verlangen feuchte Luft. Eine der beliebtesten Arten ist die breitblättrige Dracaena fragrans Gawl. aus Guinea, die von der Dr. Rothiana32 von den Komoren, mit der sie viel Ähnlichkeit hat, noch an Schönheit übertroffen wird. Man hält beide [pg 63] im geheizten Wohnzimmer, wo sie viel Wasser und Nahrung, aber nicht direkte Sonne haben wollen. Eine ebenfalls breitblättrige Art, die aber etwas steif wächst, ist D. cannaefolia R. Br.33 aus dem tropischen Amerika. Bei guter, ausmerksamer Pflege entwickelt sie sich zu Prachtexemplaren. Sehr zierlich ist Dr.  marginata Lem.34 aus Madagaskar, mit schmalen, linealen, rotgeränderten Blättern. Es scheint hiervon zwei Formen zu geben, von denen die graziösere mit zurückgeneigten Blättern leider vollständig verschwunden zu sein scheint. Jetzt sieht man nur noch die Form mit horizontal abstehenden breiteren Blättern.

Asparagus Sprengeri

Asparagus. Von den Spargelarten eignet sich Asparagus Sprengeri ganz besonders zur Kultur als Ampelpflanze im Zimmer. Gibt man ihm eine große [pg 64] flache Schale und nahrhafte schwere Erde, so entwickelt er sich in verhältnismäßig kurzer Zeit zu sehr stattlichen Exemplaren. Im Winter hält man ihn etwas kühler und trockener.

Aspidistra elatior

Aspidistra. Die japanische Aspidistra elatior Bl., auch Plectogyne variegata genannt, gehört zu den härtesten Zimmerpflanzen, die es überhaupt gibt. Sie ist sehr anspruchlos, gedeiht selbst noch an ziemlich dunklen Stellen und verträgt es auch, wenn sie einmal trocken wird. Sie wächst ebensowohl im geheizten Wohnzimmer, wie im kühlen frostfreien Treppenhause. Will man sie schön haben, so gebe man ihr recht nahrhafte Erde und reichlich Wasser und halte die Blätter frei von Staub und Ungeziefer. Dann bildet sie große Büsche sattgrüner [pg 65] Blätter. Sehr hübsch ist auch eine weißgestreifte Form, die aber im warmen Zimmer gehalten werden muß.

Curculigo recurvata

Amaryllidaceae

Von den Liliaceen sind die Amaryllidaceen durch den unterständigen Fruchtknoten unterschieden, im übrigen aber zeigen sie soviel Ähnlichkeit mit den Liliaceen, daß es nicht ganz leicht ist, von blütenlosen Exemplaren anzugeben, zu welcher von beiden Familien sie gehören. Wie die Liliaceen liefern uns auch die Amaryllidaceen hauptsächlich Blütenpflanzen. Sodann gehören hierher eine Anzahl Succulenten- wie Agaven, entsprechend den Aloë-Arten der Liliaceen. Als Blattpflanze kommt nur [pg 66] Curculigo recurvata Dryander35aus dem tropischen Südostasien und Nordaustralien in Betracht, welche mit ihren großen, längs gefalteten Blättern sehr an gewisse Palmen im Jugendzustande, z. B. an Cocos Datil erinnert. In einer leichten, lockeren, jedoch nahrhaften Erde entwickelt sie sich bei reichlicher Bewässerung sehr schnell, verträgt aber nicht viel Sonne. Im Winter kann man sie an irgend eine Stelle im geheizten Wohnzimmer stellen. Die Vermehrung gelingt leicht durch Seitensprosse, welche sich an älteren Exemplaren reichlich bilden.

Marantaceae

Neben den Caladien (s. S. 50) liefern uns die Marantaceen die schönstgefärbten und gezeichneten Blattpflanzen. Sie sind fast ausschließlich Tropenbewohner und hauptsächlich Amerikas, wachsen an feuchten Standorten und sind deshalb zum größten Teile nur schwer frei im Zimmer zu halten. Kann man ihnen jedoch einen Platz im Glaskasten geben, so entwickeln sie sich ganz ausgezeichnet. Der Kasten steht am besten an einem recht sonnigen Fenster, wird aber durch dünne Leinwand gegen direkte Besonnung geschützt. Kann man den Kasten heizen und auf 18–20° R. [21,5–24°C] gleichmäßig halten, so ist es um so besser. Als Erde gibt man eine recht humusreiche [pg 68] lockere Erde, der man reichlich groben, gewaschenen Sand zusetzt. Ein wiederholter Dungguß tut gute Dienste. Frei im Zimmer halten sich nur Maranta bicolor Ker.38 aus Brasilien mit rundlichen, graugrünen, dunkelgefleckten, unterseits purpurvioletten Blättern, Stromanthe Sanguinea Sond.39 aus dem tropischen Amerika mit länglichen, oben glänzend dunkelgrünen, unterseits blutroten Blättern, Calathea zebrina Lindl. aus Brasilien mit fast 1 m langen, oberseits hellgrün und dunkelgrün gestreiften, unterseits rötlichgrünen Blättern und Maranta Lietzei Morren aus Brasilien mit kleineren, der vorigen Art ähnlichen Blättern.

Moraceae

Aus der Verwandtschaft des Maulbeerbaumes und des Feigenbaumes liefert uns die Gattung Ficus zwei dankbare, sehr beliebte und verbreitete Zimmerpflanzen, den Gummibaum, Ficus elastica Roxb. aus Ostindien und die Kletterfeige, Ficus stipulata Thbg.42, eine reizende Hängepflanze. Der Gummibaum ist zu bekannt, als daß er beschrieben zu werden brauchte. Er will eine sehr nahrhafte, humusreiche Erde und wahrend der Vegetation sehr reichlich Wasser haben. Sowie er kleinere Blätter bildet, muß er sofort, mit möglichster Schonung des Wurzelballens, verpflanzt werden. Die Blätter sind recht häufig mit warmem Wasser abzuwaschen und zu besprengen. Die Kletterfeige will dieselbe Erde. Sie hat kleine, eiförmige [pg 70] sitzende Blättchen von der Größe eines Zweipfennigstückes, welche an sehr dünnen Zweigen sitzen. Häufiges Besprengen ist auch hier gut.

Ficus stipulata

Celastraceae

Aus dieser Familie ist der japanische Spindelbaum, Evonymus japonica Thunb.43, in verschiedenen Formen mit grünen, weiß- oder gelbgestreiften Blättern, eine der härtesten Blattpflanzen, welche aber während der Wintermonate durchaus kühl, aber frostfrei, gehalten werden muß. Im übrigen lassen sich diese Pflanzen so ziemlich alles gefallen. Ihres dicht buschigen Wuchses wegen kann man sie vielfach verwenden. Gibt man ihnen eine recht nahrhafte Erde und reichlich Wasser während des Sommers, [pg 71] so entwickeln sie ihre ovalen, lederartigen, glänzenden Blätter sehr schön.

Begoniaceae

Die Schiefblätter oder Begonien gehören mit Recht zu den beliebtesten Zimmerblattpflanzen. Ihr großer Formenreichtum, ihre Mannigfaltigkeit in der Blattfärbung und ihre verhältnismäßig leichte Kultur und Vermehrung machen sie so recht dazu geeignet, Modepflanzen zu werden. Sammlungen von Begonien sind verhältnismäßig selten und doch sind gerade die Begonien recht wohl im stande, auch in einer größeren Sammlung das Interesse des Pflanzenfreundes wachzuhalten. Ein ganz besonderer Vorteil der Begonien ist es, daß sie keine Sonne brauchen, daß sie im sonnenfreien hellen Zimmer gut gedeihen. Gibt man ihnen hier einen Platz auf einem treppenartigen Aufbaue und spritzt man sie häufiger, so entwickeln sie sich in lockerer, humusreicher, sandiger Erde bei häufiger Anwendung eines Dunggusses vorzüglich. Nur Kälte können sie nicht vertragen. Das Zimmer, in dem sie im Winter gehalten werden, soll geheizt sein. Die Vermehrung geschieht durch Aussaat, durch Stecklinge, Blattstecklinge und Luftknollen. Der staubfeine Same wird am besten vor der Aussaat mit einem größeren Quantum feinen Sandes recht gleichmäßig gemischt, damit die Samen nicht zu dicht liegen und auf gut geglättete, lockere Erde im Februar ausgesät, darauf mit einem Brettchen festgedrückt und leicht mit einem Zerstäuber überbraust. [pg 72] Damit die Erde oben nicht austrocknet, bedeckt man den Topf mit einer Glasscheibe. Die sehr kleinen Sämlinge werden möglichst bald auf 1 cm Entfernung in lockere Erde pikiert und auch nur durch Besprengen befeuchtet. Sowie sie sich gegenseitig berühren, pikiert man sie auf doppelte Entfernung. Haben sie auch diese Größe erreicht, dann kann man sie einzeln in kleine Töpfe pflanzen. Jedesmal, wenn die Wurzeln die Topfwand erreichen, verpflanzt man sie in etwas größere Töpfe, die, da die Wurzeln nicht sehr tief gehen, breiter als hoch sein sollen. Begonien vertragen es nicht, wenn sie sich gegenseitig berühren. Deshalb stelle man sie immer soweit, daß etwas Zwischenraum zwischen den einzelnen Pflanzen bleibt. Die Vermehrung durch gewöhnliche Stecklinge gelingt sehr leicht, wenn man die Stecklinge bis zur Bewurzelung unter Glas hält. Sehr interessant ist die Blattstecklingsvermehrung, welche man leicht ausführen kann, wenn man über einen kleinen heizbaren Kasten verfügt. Wie diese Blattstecklinge gemacht werden, wurde bereits früher (s. S. 22) angegeben. Nachdem sich an den Blättern junge Pflänzchen gebildet haben, nimmt man diese ab und behandelt sie ganz wie Sämlinge. Eine Anzahl Begonien bilden im Herbst in den Achseln der Blätter erbsengroße Knöllchen, welche schließlich abfallen. Man hebt dieselben am besten in trockener Erde auf und legt sie im nächsten Frühjahre, wenn sie zu treiben beginnen, einzeln in kleine Töpfe in gute Erde. Es entwickeln sich aus ihnen schnell kräftige Pflanzen, welche wiederholt zu verpflanzen sind. Die Knollen selbst werden größer und bleiben während des [pg 73] Winters, nachdem die oberirdischen Teile eingezogen sind, in der Erde, die man nun nicht mehr gießt.

Begonia Rex

Die verbreitetste Art ist Begonia Rex Putz. aus Ostindien, welche zu Anfang der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eingeführt wurde. Ihre großen dunkelgrünen Blätter sind mit einer breiten, silberweißen unregelmäßigen Zone versehen, unterseits rötlich grün mit blaßgrüner Zone und mit rötlich behaarten Nerven versehen. Diese Stammart ist mit einer Anzahl anderer Arten, wie B. xanthina Hook. gekreuzt worden, die Bastarde sind wieder untereinander gekreuzt und so hat man eine sehr große Anzahl von Formen erhalten, welche durch prächtige Blattfärbungen ausgezeichnet sind. Die echte Stammform der Begonia Rex ist mittlerweile ziemlich selten geworden. Begonia xanthina Hook. aus Ostindien hat dunkelgrüne Blätter [pg 74] mit hellen Nerven, auf der Unterseite sind die Blätter kupferrot. Die Blüten sind gelb. Einer anderen Gruppe gehört Begonia discolor R. Br.44 an, deren unterseits tiefrote, oberseits reingrüne, metallisch glänzende Blätter an verhältnismäßig dünnen, bis dreiviertel Meter hohen Ästen sitzen, welche aus einer Knolle entspringen. Diese Art bildet in den Blattachseln Brutknöllchen, welche im Herbste, wenn die Stengel und Blätter absterben, abfallen. Eine sehr hübsche immergrüne Art ist Begonia argyrostigma Fisch., welche bis einen Meter hoch wird und dunkelgrüne, reinweiß gefleckte, etwas fleischige Blätter trägt. Sehr dekorativ durch ihre großen, siebenzackig gelappten Blätter ist Begonia heracleifolia Cham. et Schl. Die Blätter stehen auf langen rauhhaarigen, dicken Blattstielen, welche [pg 75] von einem dicken, kriechenden Wurzelstocke ausgehen. Fast noch schöner ist die ähnliche Begonia ricinifolia, deren oberseits bräunlich-dunkelgrüne Blätter einen prächtigen Seidenglanz besitzen. In der Farbe von den bisherigen ganz abweichend ist die mit sammetglänzenden, smaragdgrünen Blättern versehene Begonia smaragdina hort., welche klein bleibt und sich am schönsten fern vom Lichte entwickelt.

Begonia maculata

Myrtaceae

Unter den Myrtengewächsen gibt es- eine große Anzahl schöner Blattpflanzen, welche sich gut im Zimmer halten lassen. Über ihre Kultur im allgemeinen ist zu bemerken, daß sie eine gute humusreiche Erde, guten Wasserabzug, reichliche Bewässerung während der Vegetationsperiode, kühlen aber frostfreien Winterstandort haben wollen. Im geheizten Zimmer halten sie sich schlecht. Die bekannteste Art ist die gewöhnliche Myrte, Myrtus communis L., die im Sommer viel frische Luft, im Winter einen hellen frostfreien Platz haben will. Für Düngung während der Vegetation ist sie sehr empfänglich. Die Vermehrung durch Stecklinge gelingt sehr leicht. Eine andere, nicht seltene Art ist der Blaugummibaum, Eucalyptus Globulus L. aus Australien, dessen blaugrüne Belaubung sich prächtig von der der meisten anderen Blattpflanzen abhebt. Er verlangt während des Sommers außerordentlich viel Wasser und reichlich Nahrung. Man zieht ihn aus Samen heran, die man schon im Februar aussät. Die jungen [pg 76] Pflanzen werden bald einzeln in kleine Töpfe in nahrhafte Erde verpflanzt und erhalten sofort, nachdem die Wurzeln die Topfwand erreicht haben, größere Töpfe. Wenn man dies regelmäßig wiederholt und im Sommer reichlich düngt, kann man leicht in einem Jahre 2–3 m hohe Pflanzen erhalten. In späteren Jahren werden die [pg 77] anfänglich scharf vierkantigen Zweige stielrund und die Blätter nehmen eine ganz abweichende Gestalt an. Neben dieser Art sind noch zahlreiche andere Arten in Kultur, welche sämtlich ebenso zu behandeln sind. Sie variieren im Laube außerordentlich. Bemerkenswert ist die eigentümliche Stellung der Blätter älterer Pflanzen zum Horizont.

Eucalyptus Globulus

Sehr schön sind die Eugenia-Arten, welche lederartige, prächtig glänzende Blätter tragen.

Melastomataceae

Die Melastomataceen gehören zu den Juwelen des Zimmerpflanzenliebhabers. Sie sind leicht kenntlich an der eigentümlichen Nervatur der Blätter, da sie nicht einen, sondern 3–5 durchgehende Längsnerven besitzen, welche durch zahlreiche rechtwinklig davon abgehende feine Seitennerven miteinander verbunden werden. Das Laub der in Kultur befindlichen Arten ist meist durch eine besondere Färbung ausgezeichnet, häufig sehr schön gefleckt oder punktiert, atlasartig glänzend. Als Bewohner des tropischen Urwaldes gedeihen sie allerdings am besten im Glashause, aber bei sorgsamer Behandlung kann man sich selbst an frei im Zimmer gehaltenen Exemplaren lange Zeit ihrer Schönheit erfreuen. Viele Arten sind so klein, daß sie bequem unter einer Käseglocke gehalten werden können. Ganz reizend sieht es aus, wenn man sich aus einem Torfmoore ein Polster des Torfmooses mit gesunden »Köpfen« holt, dieses auf einen Glasteller stellt, oben [pg 78] hinein einen Bertolonia pflanzt und nun den Teller mit einer Glasglocke bedeckt. Wenn man durch drei untergelegte Korkscheibchen dafür sorgt, daß frische Luft unter die Glasglocke kommen kann und das Moospolster von unten her mit reinem, kalkfreien Regenwasser bewässert, dann wird sich die Bertolonia an einem recht sonnigen Fenster prächtig entwickeln, wenn man die direkten Sonnenstrahlen durch ein Blatt weißes Papier fern hält. Die Glasglocke muß natürlich glatte Wände haben.

Bertolonia guttata

Unter den Bertolonien ist die schönste Art Bertolonia guttata Hook.45 aus Brasilien, von welcher wiederum die Varietät margaritacea alle anderen überragt. Die Blätter sind mehr oder minder dunkelkupferfarben mit andersfarbigen Punkten versehen. Bei der genannten Varietät sind die Punkte groß und blendend weiß, bei anderen rosenrot, [pg 79] mehr zerstreut, bald ziemlich dicht über die Blattfläches verteilt. Bei einer zweiten Art, Bertolonia maculata Dc. aus Brasilien, sind die Blätter mit andersfarbigen Flecken versehen. Durch Bastardierungen hat man nun eine große Anzahl von Formen gezüchtet, die sämtlich sehr effektvoll sind. Wenn man Bertolonien in Töpfen kultiviert, dann nehme man möglichst kleine Töpfe und eine faserige Torferde, die mit Holzkohlenbrocken gut gemischt ist, sorge auch für guten Wasserabfluß. Zum Begießen verwende man nur reines Regenwasser.

Sonerila margaritacea

Eine andere Melastomatacee die man bei aufmerksamer Pflege im Zimmer halten kann, ist Cyanophyllum magnificum Linden46 aus Mexiko. Es gibt wenige Pflanzen, welche auch auf den Gleichgültigsten einen so tiefen Eindruck machen, wie diese Pflanze. Die [pg 80] großen Blätter, welche paarweise zusammenstehen, sind oberseits prächtig metallisch glänzend, unterseits dunkelblau- purpurn. In einem mäßig großen Glaskasten, in dem man für beständig feuchte Luft sorgen kann, bringt man sie zur schönsten Entwickelung. Endlich sind noch die kleinen Sonerila-Arten aus Ostindien für kleine Glaskästen zu empfehlen, welche durch ihre reizenden bunten Blätter und zugleich durch ihre eigentümlichen rosenroten Blüten den Liebhaber erfreuen. Die bekannteren Arten sind Sonerila margaritacea Lindl. mit dunkelgrünen, weiß punktierten Blättern und Sonerila Hendersoni hort. Angl. mit unregelmäßig verteilten silbergrauen Flecken auf den Blättern. Von den Sonerilen hat man zahlreiche Bastarde gezogen, welche teils durch die Blattfärbung, teils durch die Farbe und Größe der Blüten von einander abweichen.

Araliaceae

Die Araliaceen sind meist Holzgewächse mit spiralig gestellten, seltener gegenständigen, ungeteilten oder handförmig oder fiederig geteilten oder auch zusammengesetzten Blättern. Die bekannteste, auch bei uns heimische Art ist der gewöhnliche Epheu, Hedera helix L. Im Zimmer wird hauptsächlich die großblätterige Form desselben, Hedera helix hibernica, verwendet, welcher schneller wächst. Eine bei uns leider seltene, aber sehr dankbare Art ist der kolchische Epheu, Hedera colchica C. Koch mit größeren rundlichen Blättern. Epheu ist bekanntlich eine Schattenpflanze, die deshalb in Zimmern ohne direktes [pg 81] Sonnenlicht sehr gut gedeiht, auch weiter ab vom Fenster noch mit Erfolg gezogen werden kann. Um ihn zu voller Schönheit zu bringen, ist es notwendig, ihm einen Platz anzuweisen, an dem er womöglich jahrelang unverrückt stehen bleiben kann. Hier treibt er, wenn er erst einmal angewachsen ist, sehr schnell und bedeckt große Flächen mit seinem schönen Laube. Unseren gewöhnlichen Epheu und dessen Formen verwendet man am besten in kühleren Zimmern, während man den kolchischen Epheu auch im geheizten Wohnzimmer gut vorwärts bringt. Sehr schön eignet sich Epheu zur Bekleidung der oberen Partien eines Fensters, vor dem Pflanzen stehen. Zieht man ihn hier an den Seiten in die Höhe und läßt ihn sich dann etwa in der Höhe des Fensterkreuzes ausbreiten, so liefert er einen sehr wertvollen Ersatz für Gardinen, ohne den tiefer stehenden Pflanzen zuviel Licht zu rauben. Die beste Erde für Epheu ist eine lockere, nahrhafte, humusreiche Erde. Während der Vegetationszeit gebe man reichlich Wasser, während der Winterruhe nur soviel, daß die Erde oben feucht bleibt. Außerdem ist der Epheu aber während der Vegetationszeit für eine regelmäßige Düngung sehr dankbar. Im Alter ändert der Epheu seinen Habitus vollständig: die bis dahin mit Saugwurzeln versehenen Zweige, welche sich nicht vollständig halten konnten, werden stark, treten von ihrer Stütze, Wand, Mauer oder dergl. ab, die Blätter werden einfach, erhalten das Aussehen von Birnblättern und stellen sich nicht mehr zweizeilig, sondern ringsum um den Zweig, der dann auch bald zu blühen beginnt. Wenn man solche Zweige abschneidet [pg 82] und als Stecklinge behandelt, so behalten sie diese Wuchsform bei, man erhält »Baumepheu«. Nächst dem Epheu ist Fatsia japonica Decne, verbreiteter unter dem Namen Aralia Sieboldi und Aralia japonica, die bekannteste Araliacee. Diese aus Samen heranzuziehende Art mit schönen großen, sattgrünen, lederartigen, handförmig-fünflappigen Blättern sieht man sehr häufig, schön allerdings fast nur als kleine Pflanzen, während größere Pflanzen meist einen langen kahlen Stamm haben, von dem die meisten Blätter traurig herabhängen. Und doch ist es nicht gar zu schwierig, auch große Pflanzen schön beblättert zu erhalten. Dazu ist nötig, daß man die Erde niemals zu trocken werden läßt und daß sie stets reichlich Nahrung enthält. Im Winter darf sie ferner nicht zu warm stehen, ein heller Platz im kühlen, frostfreien Zimmer sagt ihr am besten zu. Das Verpflanzen muß jährlich im Frühjahre erfolgen, kann auch, wenn die Pflanze zeitig im Sommer mit den Wurzeln die Topfwand erreicht hat, dann noch einmal vorgenommen werden. Man sorgt in den weiten Töpfen für guten Wasserabzug und gibt eine Mischung von Laub- und Haideerde mit etwas altem Lehm und scharfem Sand. Eine ähnliche Pflanze mit doppelt so großen filzigen Blättern ist Tetrapanax papyrifera C. Koch.47 bekannt unter dem Namen Aralia papyrifera und Fatsia papyrifera aus Formosa, aus deren Mark das »Reispapier« hergestellt wird. Dieselbe verlangt die gleiche Behandlung wie Fatsia japonica, nur will sie während des Winters etwas wärmer stehen. [pg 83]

Aralia papyrifera

Unter den echten Aralien gibt es eine ganze Anzahl mit sehr zierlichen gefingerten Blättern, wie Aralia Veitchi hort. und Aralia elegantissima hort., ferner mit gefiederten Blättern, wie Aralia filicifolia Moore, welche im geheizten Wohnzimmer bei sorgsamer Pflege gut gehalten werden.