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Zimmerblattpflanzen

Chapter 31: Labiatae
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About This Book

A practical handbook for cultivating indoor foliage plants, outlining their light, moisture and temperature needs and explaining how reduced indoor illumination limits leaf-driven growth. It covers placement and microclimate considerations, tools and materials for culture, methods for sowing and vegetative propagation, and routine care practices to maintain healthy foliage. The volume then presents a curated list of suitable species—ferns, palmlike plants, aroids, bromeliads, begonias and many others—with brief cultivation notes and illustrations, plus an index to help hobbyists select and manage a variety of decorative houseplants.

Labiatae

Die Lippenblüter oder Labiaten sind bekanntlich vielfach durch charakteristische Gerüche ausgezeichnet. Zu diesen wohlriechenden Pflanzen gehört auch Pogostemon Patchouli48 aus Ostindien, die Patschoulipflanze, ein ausdauerndes, immergrünes, krautiges Gewächs mit hellgrünen, fast rautenförmigen, weichhaarigen Blättern, welche den bekannten Duft aushauchen. Die Pflanze will im Winter im geheizten Wohnzimmer stehen; sie verlangt ziemlich feuchte Luft und ist etwas schwierig im Zimmer zu halten. Dagegen halten sich die Coleus-Arten aus Java im warmen Zimmer bei nur einiger aufmerksamer Pflege sehr gut. Es sind hauptsächlich drei Arten: Coleus Blumei Benth.49, Coleus laciniatus Bl.50 und Coleus Verschaffelti Lemaire51, welche vielfach mit einander gekreuzt worden sind und einer großen Anzahl Gartenformen, die sich durch prächtige Buntfärbung des Laubes auszeichnen, den Ursprung gegeben haben. Am [pg 85] schönsten werden die Coleus, wenn man sie ganz dicht am sonnigen Fenster hält und sie nicht spritzt, sondern durch feuchtes Moos, mit dem man die Töpfe umgibt, dafür sorgt, daß die Pflanzen stets von feuchter Luft umgeben sind. Die Coleusblätter haben nämlich die im Pflanzenreiche ziemlich vereinzelt dastehende Eigentümlichkeit, daß die Blattfarbe durch Wasser abgewaschen wird. Alte Pflanzen von Coleus, welche nicht von unten auf beblättert sind, sehen unansehnlich aus. Man zieht sich deshalb junge Pflanzen aus Stecklingen heran, die unter Glas in sandiger Erde sehr schnell Wurzeln bilden. Die bewurzelten Stecklinge pflanzt man in mehr breite als tiefe Töpfe in eine recht nahrhafte, lockere, sandige, humusreiche Erde und düngt sie regelmäßig und reichlich mit einer Tausendellösung von salpetersaurem Kali. Sowie die Wurzeln die Topfwand erreicht haben, verpflanzt man mit möglichster Schonung des Ballens in größere Töpfe. Um recht buschige Exemplare zu erhalten, schneidet man die Spitze des Stecklings, die man wieder als Steckling verwenden kann, fort und entspitzt auch weiterhin die Seitentriebe wiederholt, wenn sie das dritte bis vierte Blattpaar gebildet haben. In neuerer Zeit sind besonders großblättrige Formen gezüchtet worden, welche aber die älteren, kleinblättrigeren Formen in der Farbenpracht nicht erreichen.

Acanthaceae

Die Acanthaceen bilden eine hauptsächlich in den warmen Zonen heimische Familie, welche eine ganze Reihe [pg 86] prächtiger Zierpflanzen für das Zimmer enthält. Nicht wenige sind durch schöne Blüten ausgezeichnet, andere wieder, welche uns hier im besonderen interessieren, besitzen wunderbar gefärbte Blätter. Die Kultur der Acanthaceen ist im allgemeinen keine schwierige. Man gebe ihnen einen Stand im warmen Zimmer, nahe am Fenster, sorge aber dafür, daß sich die Wurzeln nicht erkälten, weil diese sehr empfindlich sind. Ein Doppeltopf (s. S. 37) leistet gute Dienste. Die Erde sei nahrhaft, aber locker, der Wasserabzug gut. Während der Vegetations-Periode ist ein wiederholter Dungguß sehr am Platze. Die Vermehrung gelingt in den meisten Fällen leicht durch Stecklinge, die man unter Glas hält. Kann man einen warmen Kasten geben, so ist es um so besser.

Strobilanthes Dyerianus
[pg 87]

Eine der schönsten Acanthaceen, welche erst in den letzten Jahren in Kultur genommen ist, ist Strobilanthes Dyerianus aus Ostindien. Die großen lanzettlichen, paarweise gestellten Blätter zeigen auf der Oberseite ein prächtiges purpurrotes Lüstre, welches sich mit dem wechselnden Lichte ändert. Die Pflanze erlangt ihre größte Schönheit an schattiger Stelle. Durch häufiges Entspitzen sorge man für buschiges Wachstum. Eine zweite sehr schöne Art ist Strobilanthes maculatus (Vielfach unter dem Namen Ruellia maculata in Kultur) aus Indien, deren dunkelgrüne, länglichlanzettliche Blätter zu beiden Seiten des Hauptnerves je eine Reihe großer, reinweißer Flecken haben.

Sanchezia nobilis

Eine andere sehr schöne, aber schon alte Art ist Sanchezia nobilis Hook.52 aus dem tropischen [pg 88] Amerika. Die oval lanzettlichen, sehr großen, paarweise gestellten glatten Blätter besitzen auf sattgrünem Grunde schön goldgelb gefärbte breite Nerven. In mehr flachen als tiefen Töpfen kann man in kurzer Zeit sehr schöne, ansehnliche Exemplare heranziehen, wenn man ihnen recht lockere, mit faserigem Torf gemischte Erde gibt.

Eranthemum leuconeuron

Mehr für geschlossene Glaskästen sind die Arten der Gattung Eranthemum. Ihre Blätter zeigen auf grünem bis schwarzbraunem Grunde prächtige Zeichnungen in Weiß, Goldgelb oder Rot. Besonders schön sind einerseits diejenigen Arten, deren Adern ein weißes oder rotes Netzwerk auf grünem Grunde bilden, wie Eranthemum rubrovenium und E. sanguinolentum53, andererseits diejenigen Arten, welche auf dunkelschwarzbraunem Grunde lebhaft rot und goldgelbe Zeichnungen besitzen, wie E. igneum54.

[pg 89]

Coffea arabica

Rubiaceae

In unserer heimischen Flora sind die Rubiaceen durch Labkräuter, Waldmeister und Färberröte vertreten, eine Gruppe, die weniger dekorativ wirkt. In den Tropen dagegen finden sich unter den Rubiaceen zahlreiche Arten, welche wert sind, ihrer Blätter wegen kultiviert zu werden. Leider sind nur verhältnismäßig sehr wenige Arten in Kultur. Alle Rubiaceen haben gegenständige Blätter, die sehr häufig lederartig, glänzend, sattgrün sind. Die Pflanzen sind teils krautig, teils holzig. In der Kultur verlangen sie sehr nahrhafte Erde und während der Vegetationsperiode reichlich Wasser und wiederholten Dungguß. Während des Winters hält man sie im geheizten Zimmer. Rubiaceen haben wie die Acanthaceen besonders [pg 90] stark vom Ungeziefer zu leiden. Namentlich siedelt sich auf ihnen die weiße Schmierlaus gern an. Häufiges Waschen und Spritzen hält sie am besten frei vom Ungeziefer. Bekanntlich gehören zu den Rubiaceen eine ganze Anzahl wichtiger Heil- und Genußmittel liefernde Pflanzen. Die bekannteste und auch leicht im Zimmer zu haltende Art ist der gewöhnliche Kaffeebaum, Coffea arabica L. Derselbe hat mittelgroße, breitlanzettliche, lederartige, dunkelgrüne, glänzende Blätter. Die Pflanze baut sich infolge der horizontal abstehenden Zweige etwas sperrig. Die Anzucht gelingt leicht aus Samen, die man aber aus einer Samenhandlung beziehen muß, weil die ungebrannten »Kaffeebohnen« in den Kaufmannsläden nicht mehr keimfähig sind. Zu gutem Gedeihen verlangt die Pflanze eine sehr nahrhafte, etwas schwere Erde, also Lehmzusatz und während der Vegetationsperiode wiederholten Dungguß einer Tausendellösung von Kalisalpeter. Bei guter Pflege blüht die Pflanze, die sich schnell zu einem hübschen Bäumchen entwickelt, in wenigen Jahren und entwickelt aus den reinweißen Blüten rote Beeren, in denen zwei Samen, die »Kaffeebohnen« liegen. Direktes Sonnenlicht verträgt der Kaffeebaum nicht.