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Zum wilden Mann

Chapter 18: Fünfzehntes Kapitel.
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About This Book

The narrative opens on a stormy autumn evening as a small group takes refuge in a village apothecary whose front room serves as a communal parlor. Detailed observation of the shop's tools, smells, and a cozy back chamber establishes a confined, intimate setting. As rain lashes outside, the proprietor and several local notables settle into conversation and recollection, and the central action emerges through stories, memories, and rumors about a mysterious figure associated with the house and region. The tale unfolds as a series of reminiscences and social exchanges that probe memory, local superstition, and human character, blending atmospheric scene‑setting with reflective narration.

Zwölftes Kapitel.

»Ihr glücklichen Leute wißt es gar nicht, um wie vieles unsereiner euch zu beneiden hat,« sprach der Oberst. »Da sitzt ihr in eurer täglichen Behaglichkeit, und wenn ihr euch nicht dann und wann wirklich über die Fliege an der Wand zu ärgern hättet, so ginge es euch eigentlich zu gut. Nun guck einer, wie niedlich sich das Ding da auf der Zuckerdose die Nase wischt und die Flügel putzt! Sollte man es nun für möglich halten, daß der Gutmütigste von euch hier zu Lande vor Wut außer sich gerät, wenn das ihm während des Mittagsschlafes über die Stirn spaziert? So ein Bivouac am Rio Grande ohne Moskitonetz, das würde etwas für euch sein, um euch Geduld in Anfechtungen zu lehren.«

Der Apotheker lächelte und sagte:

»Unsere Anfechtungen haben wir auch wohl ohne das, lieber August.«

»Lieber Agostin! wenn ich dich bitten darf,« rief der Gast. »Du hast keine Ahnung davon, wie verhaßt mir dieser frühere August ist. Wenn jemand seinen alten Adam so vollständig wie ich im Graben ablegt, dann hält er auch etwas auf seinen neuen Rock. Mein jetziger paßt mir wie angegossen, bemerke ich dir abermals; — Dom Agostin Agonista, Gendarmerie-Oberst in kaiserlich brasilianischen Diensten — alles in Ordnung, Patent wie Paß —«

»Ereifere dich doch nicht, Lieber,« sagte der alte Philipp begütigend.

»Ich ereifere mich nicht, ich ärgere mich nur!« rief der Oberst.

»Und zwar wie ein echter Deutscher über die Fliege an der Wand, bester Augustin,« meinte der Apotheker »zum wilden Mann«; und dann gingen sie zu etwas anderem über, das heißt, der Oberst fing an, sich sehr genau nach den Umständen und Lebensläufen der Herren, deren Bekanntschaft er am gestrigen Abend gemacht hatte, zu erkundigen. Dann erzählte er seinerseits genauer, auf welche Weise er mit dem Doktor Hanff auf dem Wege zusammengeraten sei, und dadurch kam er darauf, wie ihn doch nicht allein der Zufall in diese Gegend geführt habe, sondern wie er in der That mit der Absicht gekommen sei, sich nach dem alten botanischen Wald- und Jugendgenossen, nach dem treuen Freunde vom Blutstuhl umzuschauen.

»Ich hatte keine Ahnung, wo du geblieben warst, und ob du überhaupt noch am Leben seist, Filippo!« rief der Brasilianer. »Aber ich hatte mir vorgenommen, dich tot oder lebendig zu finden, und es ist mir gelungen. Eine Maronjagd war es durchaus nicht, Alter. Ich habe es wohl gelernt, Spuren von Wild und Mensch im Urwalde, wie zwischen den Ackerfeldern und in dem verworrensten Straßennetz über und unter der Erde zum Zwecke zu verfolgen. Dich, oder deinen Namen, oder vielmehr einen Schnaps oder Liqueur deines Namens spürte ich in den Zeitungen aus; — dem ›Kristeller‹ ging ich nach, und da bin ich denn, und du wirst es mir gewiß nicht verdenken, wenn ich im Laufe des Morgens das Getränk an der Quelle zu erproben wünsche. Es war keineswegs notwendig, daß euer Doktor mich auf den ›Kristeller‹ aufmerksam machte.«

Der alte Philipp hatte sich während dieser Auseinandersetzung fortwährend vergnüglichst die Hände gerieben, jetzt sprang er auf, klopfte den Freund auf die Schulter und rief:

»Also mein ›Kristeller‹ hat dich auf meine Spur gebracht! O, lieber August—in, ich glaube da wirklich eine wohlthätige Erfindung gemacht zu haben; ich werde sogleich —«

»Nachher,« sprach der Oberst Agonista. »Sieh, wie herrlich die Sonne scheint, wie blau der Himmel ist! Philipp, jetzt zeigst du mir vor allen Dingen dein Heimwesen im einzelnen: Herd und Hof — ach, wie schade, daß du mir nicht auch Weib und Kinder und Enkel zeigen kannst! — und Garten, die Offizin, das Laboratorium, die Materialkammer, Küche und Keller, Stall und Viehstand — alles interessiert mich!«

Da der Hausherr jetzt wieder neben seinem Gaste saß, so klopfte er ihn nun auf das Knie:

»O Augustin, wie freundlich ist das von dir! Welch' eine Freude machst du mir da. Sollen wir gleich gehen?«

»Gewiß,« sprach der Oberst Dom Agostin Agonista, sprang auf, drückte den Tabak in der Pfeife fest und nahm den Arm des Freundes.

Beide Herren traten ihre Gänge an, durch Haus und Hof, durch Garten und Ställe, und es war zugleich eine Merkwürdigkeit und ein Vergnügen, wie verständig und sachkundig der Kriegsmann über alles zu reden wußte, und — wie genau er sich jegliches Ding ansah.

Der entzückte Hausherr sprach ihm mehrfach seine Verwunderung darob aus; aber Dom Agostin lachte und meinte:

»Treibe du dich einmal wie ich ein Menschenalter da drüben um unter dem Volk und den Völkerschaften, die Affen und sonstigen Bestien eingeschlossen. Das heißt natürlich als ein von Haus und Anlage aus überlegender und praktischer Mann, und dann sieh zu, ob du nicht gleichfalls die Ordnungen der alten Heimat dir im Gedächtnis wachrufen und täglich gern mit neuen Erfahrungen vermehren wirst. Wenn mich mein Schicksal zu einem Abenteurer gemacht hat, Philipp, so bin ich doch ein ganz solider geworden. Daß ich mich demnächst verheiraten werde, glaube ich euch bereits gestern abend mitgeteilt zu haben.«

»Wenn es wirklich dein Ernst war, Augustin —«

»Mein bitterer Ernst. Ihr schient es alle für einen Scherz zu nehmen; ich habe das wohl gemerkt. Eigentlich hätte ich das übel aufnehmen sollen und begreife jetzt auch nicht, weshalb ich nicht sofort um weitere Aufklärung über euer Lächeln hat; — dieser Doktor — Doktor Hanff schien mir sogar die Schultern in die Höhe zu ziehen. Nun, schieben wir das alles auf den trefflichen Punsch deiner Schwester; — ich aber wiederhole es dir, ich bin bis über die Ohren verliebt und trage das Bild meiner Geliebten in einem Medaillon unter der Weste auf dem Busen. Du sollst das Porträt sehen, und deine Schwester soll's nachher auch sehen, und dann will ich eure Meinung ruhig anhören. Es ist ein Prachtweib und nicht ohne Vermögen; Senhora Julia Fuentalacunas, — nicht wahr, ein recht wohlklingender Name? Sie kam jung als Julchen Brandes von Stettin nach Rio und heiratete den Senhor Fuentalacunas vom Zollamte. Weißt du, lieber Freund, der Rock des Kaisers ist zwar eine recht kleidsame und honorable Tracht; aber wenn man so die erste Jugend hinter sich hat, fängt man an, auf die Ehre zu pfeifen und das Behagen dem Herrendienste vorzuziehen. Ich werde eine Hacienda kaufen und hoffe als ein begüterter Familienvater meine Tage in Ruhe im Kreise der Meinigen zu beschließen. Ihr — du und Fräulein Dorette — gehört natürlich zu der Familie, und wir werden ein vortreffliches Leben miteinander führen.«

»Wie?« — — fragte der Apotheker »zum wilden Mann«, Herr Philipp Kristeller, und sah seinen Gast mit den größesten Augen an.

»Wie ich es sage,« sprach der kaiserlich brasilianische Gendarmerie-Oberst, den erstaunten Blick seines alten Freundes nicht im mindesten beachtend, sondern, mitten im Hofraume stehend, rings umher an den umgebenden Gebäuden emporschauend. Es schien ihm wiederum in der That bitterer Ernst um das zu sein, was er sagte.

»Ich hoffe, deine Schwester ohne Mühe zu überreden,« fügte er wie beiläufig an.

Der Apotheker lachte, der Oberst aber lachte ganz und gar nicht mit, sondern umging die zwei Milchkühe im Stalle mit kritischem Blicke, klopfte sie auf die Weichen und bemerkte:

»Vor einigen Jahren war ich in Fray Bentos und sah mir das dortige Fleischextrakt-Institut an. Großartig! — Sie treiben euch vor den Augen einen Ochsen in die Retorte und liefern ihn euch nach zehn Minuten in eine Büchse konzentriert, die ihr in die Hosentasche steckt — wäre das Weltmeer nicht da, dem ihr euer Erstaunen zurufen könnt, ihr wüßtet nirgends damit hin, Philipp. Und vor vierzehn Tagen war ich bei Liebig in München — annähernd derselbe Geruch und Duft wie bei dir, nur noch ein bißchen metallischer; — Kristeller, da können wir einander gleichfalls gebrauchen — ich liefere dir das Vieh, und du lieferst mir den Extrakt; — Philipp, ich gebe dir mein Ehrenwort darauf, in drei Jahren machen wir den Herren zu Fray Bentos eine Konkurrenz, die sie zu Thränen rühren soll.«

»O Augustin, welch einen prächtigen Humor hast du aus deinem neuen Vaterlande mit herübergebracht!« rief der Apotheker; »aber —«

»Humor?« fragte der Oberst sehr ernsthaft und setzte fast schreiend hinzu: »Zahlen! Zahlen! Die eingehendsten, unumstößlichsten Berechnungen: Hier! — da!«

Er hatte bereits seine Brieftasche hervorgezogen und las im Fluge dem Freunde einige in der That sehr eingehend auf die Fleischextrakt-Fabrikation Bezug habende Zahlenreihen her. Herr Philipp Kristeller rieb sich in immer größerer Erstarrung die Stirn:

»Die Schwester — die Schwester sollte das hören,« murmelte er, und jetzt lächelte auch der Gendarmerie-Oberst endlich wieder einmal und meinte:

»Ich werde natürlich schon beim Mittagsessen deine gute Schwester mit unseren Plänen bekannt machen und sie für dieselben zu gewinnen suchen. Ich bin überzeugt, sie wird sich nicht so steif-verwundert wie du hinstellen und nur meinen Humor loben.«

»O du großer Gott!« seufzte Herr Philipp.

Die Ziege, welche neben den zwei Kühen im Stall unter der besonderen Obhut Fräulein Dorette Kristellers ein wohlbehagliches Dasein lebte, überging der Oberst ohne weitere Bemerkung; dagegen sprach er im Hühnerhofe kopfschüttelnd:

»Dieses Vieh hier erinnert mich stets merkwürdig lebhaft an meine selige Mutter.«

Er hatte die Brieftafel in der Hand behalten und machte von Zeit zu Zeit einige Notizen. Fast zwei Stunden brachten die beiden Herren auf ihrer Inspektionsreise zu, und als sie ins Haus zurückkehrten, fanden sie den Landphysikus in der Offizin auf sie wartend und ein Gläschen vom berühmten Kristeller'schen Magenliqueur vor ihm auf dem Tische.

Mit gewohnter Jovialität begrüßte der Doktor die eintretenden beiden Herren. Man schüttelte sich bieder die Hände im Kreise und erkundigte sich gegenseitig auf das Herzlichste nach der Nachtruhe und dem sonstigen Befinden.

»Was für einen Wochentag schreiben wir denn heute eigentlich?« fragte der Oberst, seine Brieftasche immer noch in der Hand tragend.

»Das wird Ihnen der Barbier, welcher da eben hinrennt, am besten sagen können,« lachte der Doktor Hanff, »der Pflug geht den Bauern über die Wochenstoppeln; es ist Sonnabend —«

»Und morgen besuche ich zum erstenmale seit einem Menschenalter den deutschen Gottesdienst wieder!« rief der Oberst Dom Agostin Agonista entzückt. »Übermorgen reise ich ab.«

»August? — Augustin?« rief erschrocken Herr Philipp Kristeller.

»Herr Oberst?« sprach erstaunt Fräulein Dorette Kristeller.

Aber der Landphysikus, sein Glas energisch zurückschiebend, rief:

»Unter allen Umständen unmöglich, Colonel; der Förster Ulebeule begegnete mir, er ist mit einer Einladung zum Mittagsessen auf den Montag unterwegs; für den Dienstag erbitte ich mir die Ehre; am Mittwoch kommt die Reihe an den Pastor; am Donnerstag — doch da wollen wir den übrigen Herren nicht vorgreifen; jedenfalls lassen wir Sie unter keinen Umständen so rasch fort, Oberst. Wer einen seltenen Vogel wie Sie in den Händen hat, der hält ihn, so lange es möglich, fest. Geben Sie mir noch einen ›Kristeller‹, lieber Kristeller, und nehmen Sie auch einen, liebster Oberst; Sie scheinen noch gar keine rechte Ahnung davon zu haben, welche guten und angenehmen Dinge die hiesige Planetenstelle produziert.«

Dreizehntes Kapitel.

Der Förster, welcher in diesem Augenblick in die Thür trat, vernahm, was besprochen wurde, und redete sofort mit den Übrigen heftig und dringend auf den alten, tapferen, südamerikanischen Krieger ein. Dieser aber wehrte sich stumm nur durch Gesten, zu gleicher Zeit das ihm kredenzte Spitzglas mit dem Kristeller'schen Magenbitter gegen das Licht haltend und durchäugelnd.

Jetzt setzte er den Becher an die Lippen — schlürfte — hielt ein — probierte noch einmal mit tieferer Andacht — goß den Rest mit einer gewissen wilden Inbrunst die Kehle hinunter — reichte sofort das Glas zu neuer Füllung aus der dickbäuchigen grünen Flasche hin und rief:

»Bei meiner Seele, das ist ja wirklich endlich — endlich einmal ein Getränk

»Nicht wahr?« fragten der Förster und der Doktor ernsthaft, während der Apotheker »zum wilden Mann« verschämt-glücklich der Schwester über die Schulter lächelte.

»Bei den Göttern, das ist ein Getränk, Philipp! Und du bist wahrhaftig davon der Erfinder? Und du hast das Rezept dazu unter Schloß und Riegel? — Und du sitzest hier noch immer in diesem verlorenen Winkel und drehst dem Doktor da seine Pillen und rührst ihm seine Mixturen zusammen? — Fräulein Kristeller, ich erbitte mir sogleich nach Tisch ein Privatgespräch! Meine Herren, dies ändert die Sachlage vielleicht; lieber Forstmeister, im Laufe des Nachmittags werde ich mir erlauben, Ihnen Nachricht zu geben, ob ich Ihre Einladung annehmen kann oder nicht.«

»Bravo!« riefen der Landphysikus und der Förster; der Apotheker sagte:

»Du bleibst also ohne Bedingung, Lieber; und es war auch durchaus nicht nothwendig, uns einen solchen Schrecken in die Glieder zu jagen. Es war nicht freundschaftlich und brüderlich, Augustin.«

»Ich bitte noch um einen ›Kristeller‹,« erwiderte der Oberst. »Philipp, auf dein Wohl! Ich versichere dich, ich habe dich lieb gehabt; aber jetzt tritt der Respekt zur Liebe; — meine Herren, Sie haben diese dreißig Jahre durch einen großen Mann in Ihrer Mitte gehabt, ohne es zu wissen. Philipp, dein Schnaps ist wunderbar, was aber meine Abreise betrifft, so ist Unsereiner stets mit Gewehr über auf dem Marsche, und man muß eben ein Weib nehmen und ein bürgerlich Geschäft treiben, um das Stillsitzen zu erlernen. Bei den hohen Göttern, dieses hier ist vielleicht noch rentabler als Fray Bentos! Kristeller, wir werden drüben den feurigen siebenten Himmel durch einen Destillierkolben auf die Erde herunterholen. Fräulein Dorette, wir werden die Sonne und den Blitz auf Flaschen ziehen und unsere Preise darnach stellen. Kristeller und Agonista — Sao Paradiso, — Provinz Minas Geraes, Kaiserreich Brasilien! Mit diesem Getränk unter dem Arm kommen wir durch bei allen Nationen rund um den Erdball. Wir kommen durch, Senhora, und wie gesagt, nach Tisch erbitte ich mir ein behagliches Plauderviertelstündchen im Hinterstübchen, Senhora Dorothea.«

Sie lachten alle, nur das Fräulein nicht. Was das Lachen des erfindungsreichen Hausherrn anbetraf, so machte das einen unbedingt ratlosen und hilflosen Eindruck. Ein Mensch aber, der ein Leben hinter sich hatte, wie der Oberst Agonista, durfte in der That die Erde mit anderen Augen sehen und mit anderen Händen greifen als die Hausgenossenschaft und die Hausfreunde der Apotheke »zum wilden Mann«, und konnte auch, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, von den anderen ganz naiv verlangen, daß man sich auf seinen Standpunkt stelle. Der Oberst Dom Agostin Agonista konnte wirklich seinen festen unerschütterlichen Entschluß darlegen, noch einmal, und zwar nach einem Menschenalter, das Glück und Schicksal seines Freundes Philipp Kristeller auf die andere Seite zu drehen, und zwar ohne auf irgend welche Einwürfe und Gegenvorstellungen zu hören.

Da sich jetzt die Hausflur mit allerlei Kunden füllte, so begleitete der tapfere alte Soldat allein den Förster und den Doktor auf ihrem Wege ins Dorf zurück. Er ging zwischen ihnen, jeden unterm Arme haltend, und wer den Dreien begegnete, stehen blieb und ihnen nachsah, der mußte es zugeben, daß jeder von den Dreien in seiner Art »gut« war. Dazu aber hielt sich das Gespräch der Herren am alten Philipp und seinem »Kristeller«; und selbst auf diesem kurzen Wege erhielt der brasilianische Gendarmen-Oberst noch einige recht nützliche Notizen über die Apotheke »zum wilden Mann« und kam, heiter pfeifend und die reine, frische Herbstluft wohlig einschlürfend zurück — gerade recht zum Mittagsessen.

Man speiste; man hielt Siesta, — der Oberst die seinige diesmal in seinem Ehrensessel im bilderbunten Hinterstübchen.

Punkt drei Uhr trat er erfrischt wiederum in die Offizin, um noch einen »Kristeller« zu nehmen. Dann wußte er den Weg in die Küche schon ganz genau und brauchte keinen Führer auf demselben.

»Fräulein Dorette,« sagte er, »jetzt wäre der günstige Augenblick vorhanden. Soeben habe ich den guten Philipp auf seine Materialkammer geleitet, und wir beide, liebes Fräulein, haben hier unten das Reich allein. Kinder, Kinder, ich freue mich kindlich, so familienfreundlich mit euch zusammen zu sein! Und wir bleiben eine Familie — nicht wahr, wir bleiben eine Familie? — Es ist zu prächtig! Da draußen der deutsche Herbsthimmel, hier innen die deutsche Ofenwärme und — das liebe Brasilien wie das Land der Verheißung in der Ferne! Senhora, ich erlaube mir, Ihnen meinen Arm anzubieten.«

Er führte richtig die alte, ängstlich über die Schulter zurückblickende Dame in ihre eigene Stube, des Hauses Ehrengemach, und verblieb mit ihr eine gute halbe Stunde drinnen und zwar in dringlichsten Verhandlungen; während der Bruder, um seiner Erregungen wenigstens etwas Meister zu bleiben, in seiner Materialkammer sämtliche Kräutersäcke auf- und abtürmte und sämtliche Schubladen aufzog und zuschob.

Eine halbe Stunde kann selbst dem phlegmatischsten Menschen unter Umständen sehr lang erscheinen; das ist eine bekannte Wahrheit, muß hier jedoch dessenungeachtet wiederholt werden. Dem Apotheker »zum wilden Mann« erschien der kurze Zeitraum sehr lang, Fräulein Dorette hingegen ging er ungemein rasch vorüber.

Schon öffnete der Oberst ihr höflichst die Thür ihrer Putzstube und — ließ sie heraus. Er blieb drin! — Sie hielt sich am Thürpfosten wie von einem Schwindel befallen; — sie hatte dem braven Kriegsmann einen Knix machen wollen, allein es war ihr nicht möglich gewesen. Während sie aber draußen an der Wand lehnte und wie aus plötzlich erblindeten Augen um sich zu sehen strebte, war der Oberst drinnen leise pfeifend zum Fenster gegangen und hatte es geöffnet und sich drein gelegt.

Da lag er, schwer auf den Ellenbogen, stieß einen schweren Seufzer aus und blickte die Landstraße entlang, zur Rechten und zur Linken hin.

Das Fräulein draußen legte jetzt beide Hände an die Schläfen und stieß gleichfalls einen Seufzer aus und stöhnte dazu:

»Großer Gott, ganz wie ich es mir gedacht hatte! o du lieber Gott, mein armer, armer Bruder!«

Von seinem Fenster aus rief der Oberst einen vorbeilaufenden Dorfknaben an:

»Heda, miin Jung', kennst du den Herrn Förster Ulebeule und weißt du, wo er wohnt?«

»Na?!« fragte der Bengel an der Hauswand empor, entrüstet ob der Naivetät der Frage.

»Gut, mein Sohn. Ich warte hier mit fünf Groschen in der Hand auf dich. Lauf' einmal zum Herrn Förster und bestell' einen schönen Gruß von dem fremden Herrn in der Apotheke, und es würde dem Herrn Apotheker und dem fremden Herrn ein Vergnügen sein, am Montag bei dem Herrn Förster zu essen.«

Der Knabe vom Gebirge rannte und sah im Rennen verschiedene Male zurück, ob der weißköpfige Herr mit dem braunen Gesichte im Fenster auch wirklich Wort halte und mit dem gebotenen Honorar präsent bleibe. Drunten im Hinterstübchen, im Ehrensessel des brasilianischen Obersten, saß Fräulein Dorette Kristeller, stützte die Ellenbogen auf den Tisch und das Gesicht auf die Hände und ächzte leise:

»Mein Bruder, mein armer Bruder!«

Vierzehntes Kapitel.

Am anderen Tage war Sonntag, ein deutscher Dorf-Sonntag. Die Glocke läutete zur Kirche, und der Pastor Schönlank hatte seine Predigt fertig und bereit. Mit dem Gesangbuch seines Freundes Philipp unter dem Arme und würdig die Schwester des Freundes führend ging auch der brasilianische Oberst Dom Agostin Agostina in die Kirche und zwar in Uniform. Er hatte seinen Mantelsack und kleinen Reisekoffer vollständig ausgepackt und sein Äußeres festtäglich geschmückt. Er trug seine sämtlichen Orden und sah nicht nur martialisch, sondern wirklich prächtig und vornehm aus und störte die Andacht des Dorfes durch seine Erscheinung vollständig. Er sang auch mit. Der Pastor in der Sakristei vernahm ihn über die Orgel, den Kantor und die Gemeinde weg; — ein so sonorer Baß hatte lange nicht die Wölbung des kleinen Gotteshauses erschüttert. Nach der Kirche hatte der fremdländische Krieger, wiederum Fräulein Dorette Kristeller am Arme führend, so zu sagen die Parade der ganzen Gemeinde abzunehmen. Sie bildete Spalier auf seinem Wege, und gutmütig lächelnd und fort und fort an die Mütze fassend, schritt der Oberst zwischen der Hecke anstaunender Bauerngesichter durch.

Das Dorf sprach heute nur von ihm; Fräulein Dorothea kam aber sehr unwohl aus der Kirche nach Hause und fühlte sich gezwungen, sich zu Bette zu legen und den Rest des Tages darin zu bleiben.

Am folgenden Tage ging der Oberst mit seinem Freunde Philipp zum Förster Ulebeule auf einen Wildschweinkopf. Fräulein Dorette setzte sich vor die Rechenbücher des Hauses. Die Herren in der Försterei waren sehr heiter bei Tische; der Oberst erzählte wieder von der Herrlichkeit seiner neuen Heimat und brachte die Leute aus dem stillen Erdenwinkel fast außer sich durch seine Beredsamkeit und die Farbenpracht seiner Schilderungen. Diesmal forderte er den Doktor auf, mit hinüberzugehen und ein Millionär und kaiserlicher geheimer Hofmedicus zu werden, und schon bei der vierten Flasche hatte der Landphysikus es dem Oberst fest versprochen und durch Handschlag sein Wort besiegelt.

»Mit Ihnen, lieber Pastor, wissen wir weniger da drüben anzufangen,« rief Dom Agostin, »aber wir holen Sie vielleicht doch noch nach, wenn wir uns unsere eigenen Hauskapellen errichtet haben.«

Da hatte der geistliche Herr gelächelt, aber etwas kläglich gesagt:

»Wir sind doch wohl zu einer solchen Emigration ein wenig zu alt, Herr Oberst. Auch würden Sie vorher vor allen Dingen mit meiner guten Frau reden müssen, theurer Herr.«

»Weshalb sollte ich das nicht, wenn sonst die Bedingungen vorhanden sind?« fragte der Brasilianer.

Sie waren ungemein vergnügt bei dem Förster Ulebeule, und erst bei weit vorgeschrittener Dämmerung kamen Philipp und August Arm in Arm und Schulter an Schulter, angeregt und höchst lebhaft heim zur Apotheke.

»Von dem ›Kristeller‹ erbitte ich mir ein Flacon auf den Nachttisch, lieber alter Junge,« sprach der Oberst. »Er entzückt mich immer von neuem, auch nach dem Diner. Pereat Fray Bentos, — dies hier nenne ich in Wahrheit eine konzentrierte Bouillon! Der Teufel hole alles Rindvieh in den Pampas; — da wir diesen Feuertrank hier am Orte schon so kochen, wie wird er erst da drüben im Feuerlande ausfallen, Fi—lip—po!«

»De—li—kat!« erwiderte Herr Philipp Kristeller, worauf die beiden Freunde einander dreimal recht herzhaft abküßten.

Sie saßen übrigens an diesem Abend allein im Hinterstübchen, der Oberst und der Apotheker »zum wilden Mann«. Fräulein Dorette ließ sich durch das Hausmädchen entschuldigen und heruntersagen: sie habe arges Kopfweh.

Die beiden Herren ließen sofort hinaufsagen: das thue ihnen sehr leid und sie wünschten von Herzen eine baldige Besserung; — nachher saßen sie noch bis gegen Mitternacht in der Bildergalerie zusammen und redeten, eingehüllt in Tabaksdampf, von ihrer Jugendzeit.

Als die Uhr Zwölf schlug, stand der Oberst auf und sagte herzlich:

»Du weißt doch nicht ganz, wie gut es mir hier zu Mute ist, Philipp. Wir wollen uns aber auch von nun an nicht wieder von einander trennen, Alter! Wir wollen von jetzt an ein Schicksal und ein Glück haben, nicht wahr? Nicht wahr, nicht wahr, es bleibt dabei, Philipp?«

»Es bleibt dabei,« stammelte Herr Philipp Kristeller, und dann ging der Oberst zu Bett. Er kannte jetzt den Weg zu seinem Schlafgemache bereits und brauchte kein Geleit mehr. Das »Flacon« mit dem »Kristeller« nahm er unter dem Arme mit wie am Sonntag das Gesangbuch seines Freundes. Aber vorher hatte er noch den Freund in den Ehrensessel niedergedrückt; und in dem Ehrensessel saß Herr Philipp noch eine Weile in der stillen Nacht und suchte zu überlegen, ehe auch er zur Ruhe ging.

Die Nacht war still, das Haus war still. Eben schlug es ein Uhr, als oben eine Thür knarrte und ein langsamer leiser Schritt die Treppe herabkam. Aus dem Überlegenwollen des Hausherrn im Ehrenstuhl des Obersten war ein ziemlich fester Schlummer geworden. Aus diesem Schlummer wiederum auffahrend, horchte Herr Philipp: da war der gespenstische Schritt an der Pforte des Hinterstübchens:

»Wer ist da?« rief der Apotheker auftaumelnd und mit beiden Händen schwerfällig sich auf die Lehnen des Armsessels stützend.

»Ich bin es, Bruder,« sagte Fräulein Dorette Kristeller, im langen weißen Nachtrock wie eine moralische Lady Macbeth hereinschwankend. »Ich bin es, Philipp; ich habe keine Ruhe mehr im Bette, keine Ruhe im ganzen Hause. Ich glaubte, hier noch einen warmen Ofen zu finden; aber nun ist es mir lieb, daß auch du noch wach bist, lieber Bruder; — o Bruder, Bruder Philipp, es ist wirklich und wahrhaftig sein Ernst!«

»Sein Ernst? Wessen Ernst?«

»Sein bitterer Ernst! O, ich habe es mir gleich so gedacht, als er dich zuerst so gemütlich auf die Schulter klopfte und ihr alle über seine wilden Pläne lachtet. Er meint es ja vielleicht auch gut mit uns; aber elend macht er uns doch. Philipp, er braucht Geld! er braucht sein Geld, und er ist gekommen, es zu holen!«

Der Apotheker »zum wilden Mann« sah das trostlose alte Jüngferchen plötzlich mit den glänzendsten, verständnisinnigsten Augen an.

»Er braucht sein Geld, und er ist gekommen, es zu holen? Aber Dorette, das wäre ja wundervoll!«

»Wundervoll?! —«

Herr Philipp Kristeller knöpfte mit zitternder Hand, der kühlen Nacht zum Trotze, vor innerster Aufregung die Weste auf:

»Dorette, wenn du Recht hättest! — herrlich, herrlich wäre es! Aber — wenn das so wäre, so würde er es mir doch wohl zuerst gesagt haben?!«

»Hat er das denn nicht? und zwar auf jede nur mögliche Weise — fein und grob!«

Der Apotheker antwortete nichts hierauf. Er ging rasch in dem engen Raume seiner Bildergalerie auf und ab und rieb sich nach seiner Art die Hände und murmelte vor sich hin:

»Der Gute — der Wackere — mein Gott, welch eine glückselige Nacht! — Und ich habe ihn ganz und gar nicht verstanden! O diese Weiber, diese klugen Weiber! Dorette, wenn du recht hättest!«

»Ich habe Recht!« ächzte jetzt das alte Fräulein fast böse. »So setze dich doch und nimm Vernunft an. Was soll denn aus uns werden, Bruder? Du bist diese dreißig Jahre lang deinen Liebhabereien und dem Geschäfte nachgegangen; aber ich habe die Bücher geführt und weiß, wie wir stehen. O, es reicht noch; aber es reicht auch nur gerade hin, — und, Philipp, ich bin fest überzeugt, er holt nicht nur das Kapital, sondern er kann auch die Zinsen gebrauchen, die Zinsen seit dreißig Jahren!«

»Das vergebe ich ihm so leicht nicht, daß er nicht sofort seinen Wunsch mir klar und deutlich ausgesprochen hat,« murmelte Herr Philipp, der durchaus nicht imstande war, sich zu setzen, sondern der fort und fort auf und ab lief und das Wort der Schwester ganz und gar überhörte. »O August, August, also endlich ist auch für mich die Stunde da, dir auf deinem Wege zum Glücke behilflich sein zu können!«

Von der ganzen Fülle dieser Vorstellung überwältigt, stand er jetzt still, und was er seit nicht zu berechnender Zeit nicht gethan hatte, das that er jetzt: er gab der Schwester einen Kuß — einen langen, herzlichen Kuß, und dann — nahm er sein Licht und ging seinerseits in seine Kammer. Er hatte das Bedürfnis, allein zu sein und sich in der Stille und Dunkelheit der Nacht den frohen nahen Morgen und seine erste Begrüßung mit dem Freunde, dem Obersten Dom Agostin Agonista, auszumalen.

Fräulein Dorette stand im Scheine ihres Nachtlichtes mit schlaff niederhängenden Armen und vor dem Leibe gefalteten Händen, blickte hinter ihm her und stöhnte:

»Also da sind wir denn! — o diese Mannsleute! Was soll aus uns werden? lieber Herrgott, was soll aus uns werden? — Zu den Pottekudern, seinen neuen Landsleuten, gehe ich für mein Teil nicht mit! Er wäre freilich imstande, uns in aller Güte und Zureden mit Haus und Hof mit sich zu schleppen und uns mitten in der Urwildnis hinzusetzen und eine Schnapsfabrik auf meines armen Bruders Namen und Liqueur zu gründen. Aber er soll mir kommen, der Kehlabschneider, der Scharfrichter, der Menschenschinder, der Henkersknecht. Für alle Freibillets in der Welt geh' ich mit ihm nicht nach seinem Amerika; am Spieße brät er uns doch, wenn er uns drüben hat, und wenn er auch noch so schlau hier am Orte den Gemütlichen, den Vergnügten und den biederen treuherzigen Krieger spielt.«

Der Oberst Dom Agostin Agonista wurde durch das, was im unteren Teile des Hauses »zum wilden Manne« vorging, nicht in seinem Schlummer gestört. Er schlief abermals weit in den hellen Sonnenschein des Dienstags hinein, und die Flasche mit dem »Kristeller« stand auf seinem Nachttische, und auch das Spitzglas, das dazu gehörte, hatte der alte Soldat handgerecht zugerückt. Aber auf dem Stuhle am Bette saß um halb neun Uhr, seit einer Viertelstunde zärtlich lauschend, Herr Philipp Kristeller, das Erwachen des Gastes, Freundes und Wohlthäters erwartend.

»Sobald der Gute erwacht, wollen wir überlegen, in welcher Weise es am angenehmsten und vorteilhaftesten für ihn einzurichten ist,« hatte der Apotheker, auf den Zehen in die Kammer schleichend, geflüstert; und er hatte eine gute Stunde zu warten, ehe der Brasilier die Augen öffnete, sich entsetzlich reckte, gewaltig gähnte und dann, sich überrascht aufrichtend, rief:

»Diablo! bist du denn das, Filippo? Ei, schönsten guten Morgen! aber dieses ist einmal freundlich von dir!«

»Guten Morgen, August. Du erlaubst mir wohl, daß ich dich diesmal wieder August nennen darf; denn ich sitze hier und warte auf dein Erwachen, um dich recht tüchtig abzukanzeln.«

»Abzukanzeln? weshalb? wieso? warum? wofür?«

»Weil du meiner guten Schwester mehr Zutrauen bewiesen hast als mir, August.«

»Ah — — — so!« sprach der brasilianische Gendarmerie-Oberst ungemein gedehnt und legte sich wieder hin — nämlich mit dem Hinterkopfe in seine Kopfkissen. Nach einer Pause erst fügte er etwas gedrückt hinzu:

»Und nicht wahr, du giebst mir recht? Dein Entschluß ist gefaßt; — wir gehen zusammen über das Weltmeer, um goldene Berge für uns und unsere Nachkommen aufzuschütten?!«

Herr Philipp schüttelte melancholisch den Kopf.

»Meine Schwester Dorothea und ich doch wohl nicht, aber — mit dir ist es freilich etwas anderes. Nein, mein teurer August, du wirst wieder allein gehen müssen.«

»Aber das macht mir wirklich einen Strich durch alle meine Berechnungen,« brummte der Kriegsmann verdrießlich.

»Du nimmst unsere besten Wünsche mit hinüber; wir werden in Gedanken stets bei dir sein.«

»Danke!« sagte der Oberst womöglich noch verstimmter.

»Ich habe den Tisch vor deinem Stuhle bereits zurecht gerückt, mein guter August. Meine Hausbücher liegen zu deiner Einsicht bereit; du wirst mit meiner Schwester zufrieden sein, denn sie hat die Bilanz gezogen. Ich hoffe, du wirst finden, daß wir — meine Schwester und ich — unser — mein — dein Vermögen nach bestem Wissen verwaltet haben.«

»Ich komme im Augenblick hinunter, lieber Alter!« rief der Oberst, allen Mißmut sofort abschüttelnd und mit hellem Lächeln das rechte Bein blitzartig unter dem Deckbette vorschnellend und mit dem Fuße nach des Apothekers Reserve-Ehren-Pantoffeln auf dem Boden angelnd. »Im Moment — in zehn Minuten bin ich drunten bei dir. Philipp, du bist ein Prachtmensch! und du wirst sehen, daß ich die Welt kenne und auch für dich das Nutzbringendste zu ergreifen verstehe.«

»Wir warten mit dem Kaffee auf dich, lieber August!«

»Mein schönstes Kompliment im voraus an deine Schwester! Im Augenblick bin ich bei euch. Nicht wahr, Philipp, dein Rezept für den ›Kristeller‹ giebst du mir mit hinüber, — nicht wahr, Alter?«

Der Erfinder des »Kristeller« versprach's, und nach einer Viertelstunde saß der Oberst Dom Agostin Agonista richtig bei dem Geschwisterpaar im Hinterstübchen und zwar, ohne alles vorherige Sträuben, im Ehrensessel und vor den Haus- und Rechnungsbüchern der Apotheke »zum wilden Mann«; — Fräulein Dorette Kristeller hatte ihn dazu von Zeit zu Zeit zu fragen, ob ihm noch eine Tasse Kaffee gefällig sei.

Fünfzehntes Kapitel.

Einen Mann wie den Oberst stelle man einmal unter den Scheffel, wenn er in einer Gegend gleich der von uns geschilderten ankommt, d. h. aus den Wolken fällt. Auf Meilen in der Runde gingen bald die fabelhaftesten Gerüchte über ihn um. Ein wieder wie vor dreißig Jahren mit ein wenig Bangen gemischter Respekt begleitete ihn in jeglichem Blicke, der ihm nachgesendet wurde, klang in jedem höflichen Wort, das man an ihn richtete; nur that er niemanden mehr leid dazu. Der bald so bekannte Fremdling entsprach in jeder Beziehung den Vorstellungen, die sich die Landschaft von einem »Wundertier« machte, und die Jovialität in seinem Wesen und Auftreten nahm der vertraulichen Scheu, die er den Leuten einflößte, nichts von ihrer Wirksamkeit. Er aber fühlte sich wohl unter dem Volke der Gegend, genoß die Gemütsbewegungen, die er unter ihm hervorbrachte und — aß sich harmlos herum.

Nämlich es hatte sich herausgestellt, daß für die ersten Wochen an ein Verlassen der Gegend, an eine Abreise aus der Apotheke »zum wilden Mann« noch nicht zu denken sei.

Der Oberst blieb, und sie luden ihn alle zu Tisch. Nach den Honoratioren des Dorfes kamen die Gutsbesitzer und reichen Domänenpächter der Umgegend an die Reihe: der Oberst Dom Agostin Agonista fühlte sich immer behaglicher in seinem behaglichen Quartier in der Apotheke »zum wilden Mann«.

Wenn er aber viel abwesend von der Apotheke war, so blieb der alte Philipp Kristeller desto sedater in seinen vier Pfählen, schrieb viel, bekam viele Briefe von Banquiers und sonstigen Handelsleuten und trieb selber allerlei Handel. Er fing an, in Ländereien zu spekulieren und zwar in seinen eigenen.

Und während der Oberst nicht das Geringste von seiner stattlichen Rundung einbüßte, wurde Fräulein Dorette Kristeller, die doch wenig einzubüßen hatte, von Tag zu Tage magerer, und auch der Apotheker fiel ab, soviel das noch möglich war. Das Geschwisterpaar wurde immer gelber und gelber; was den Dom Agostin anbetraf, so fingen die Leute an, ihm zu sagen:

»Herr Oberst, die Luft hier scheint Ihnen gottlob recht gut zu bekommen.«

Sie bekam ihm wirklich, die Luft der Gegend, und das Gerücht von dem, was er vor einunddreißig Jahren an dem Besitzer der Apotheke »zum wilden Mann« gethan hatte, schwebte auch in der Luft über ihm und um sein weißes, munteres Haupt und verklärte ihn rosig. Die Frauen nannten ihn einen prächtigen alten Herrn, und die Männer nannten ihn einen Prachtkerl und fügten hinzu: »Unter Umständen fänden wir auch mit Vergnügen einen ähnlichen Burschen im Busch und Walde und suchten seine intimste Bekanntschaft zu machen. Selbst auf die Botanik könnte man in einem solchen Falle sich mit Pläsier legen.«

Auch der Oberst bekam im Verlaufe der nächsten Woche Briefe. Es langte ein Packet von Rio Janeiro an, eine Menge Dokumente enthaltend. Dieses Packet sendete Senhor Joaquimo Pamparente, sein Rechtsbeistand, und Dom Agonista fand sich bewogen, den Inhalt eingehend mit seinem Freunde Philipp Kristeller zu besprechen. Er, der Oberst, schrieb an Senhora Julia Fuentalacunas einen zärtlichen Brief, der aber doch zugleich auch ein Geschäftsbrief war; — leider reichte die Zeit zu einer Antwort der Dame nun nicht mehr.

»Thut nichts,« sprach der zärtliche Krieger, »es wird sich jetzt alles aufs Beste und Angenehmste arrangieren, wenn ich erst selbst wieder drüben bin.«

Am meisten verkehrte Dom Agostin in diesen ernsten Geschäftstagen mit dem heitern Doktor und Landphysikus Hanff. Beide vergnügte Gesellen hatten Brüderschaft miteinander getrunken, und der Oberst Agonista fuhr dann und wann des Spaßes wegen mit auf die Landpraxis. Jegliches Wetter war dabei dem tapferen alten Soldaten recht, und der Doktor, der doch auch das Seinige vertragen konnte, hatte auch hier seinen Begleiter als ein Mirakel zu bestaunen.

»Bei den Göttern beider Halbkugeln, du wenigstens gehst mit mir hinüber,« rief der Oberst, gegen Ende Novembers auf einer dieser Fahrten den ersten Schnee des Jahres vom Fenster eines Dorfwirtshauses weit im offenen Lande beobachtend. »Ich habe dir bereits hundertmal das brillanteste Lebensglück garantiert und ich verbürge mich auch jetzt wieder dafür. Sieh dir dieses Wetter an; — ist das ein Klima für verständige anständige und zu allem Übrigen mit Vernunft und Weib und Kind begabte Menschen? Ist das eine Gegend, um siebzig Jahre drin alt zu werden?«

»Meine Frau — meine Jungen,« murmelte der Doktor.

»Werden sich sehr wohl dort acclimatisieren; ich rede dir ja eben gerade vom Klima! Ein Jahr läßt du sie hier zurück, um dich drüben behaglich einzurichten. Im nächsten Herbst führe ich meine Frau nach Paris in die Honigwochen, und du begleitest mich, d. h. du schlägst deinen Winkel hierher und holst dein Hauswesen nach. He — was sagst du? Zum Teufel, sieh auf den Kirchhof dort im Regen und Schneegestöber und sage mir, ob es ein Vergnügen und eine Ehre sein wird, dort einst eine Sandsteinplatte zu haben mit der Inschrift: ›Hier liegt der Doktor Eisenbart?!‹«

»Zum Henker, Bruder,« ächzte der Landphysikus, »weißt du, was ich wollte?«

»Nun?«

»Ich wollte, du wärest geblieben, wo du dich so wohl fühltest. Mein gesunder nächtlicher Schlaf ist hin, seit du im Lande bist, und wie mir, so geht es der Mehrzahl meiner Bekannten. Du hast, sozusagen, der ganzen Gegend die Phantasie verdorben. Ich kenne auf drei Meilen in der Runde niemanden, der noch ruhig auf seinem Stuhle sitzen kann. Da ist nicht einer, der nicht hin und her rückt und überlegt und berechnet, was alles er bis Dato im Leben versäumt habe.«

»Das mag für die Übrigen gelten, aber in deinem Alter hat man noch nicht das Geringste versäumt, — da brauchst du nur mich anzusehen. Übrigens erlaube mir doch ein Wort: ich überrede niemanden! Diablo, wie käme ich dazu, mit diesem meinem weißen Haar noch einmal von neuem anzufangen, die Dummheiten meiner Jugend zu wiederholen, um mir eine frische Last Gewissensbisse aufzuladen? In drei Wochen reise ich jetzt bestimmt; — bestimmt, das sage ich dir! Bis dahin hab' ich mein altes Vaterland und sein Verhältnis zu mir wieder in Ordnung gebracht und mache mich auf den Weg und aufs große Wasser, auch für die alten Freunde in der Apotheke die Fortuna, die spanische Silberflotte mit zu entern. O, die sollen bequem hier sitzen bleiben unter ihrem Zeichen ›zum wilden Mann‹, — ich werde für sie handeln, und die nächste Post, die ihr von mir erhalten werdet, wird das Weitere melden.«

»Er reist in drei Wochen!« seufzte der Doktor, hastig sein Glas hinuntergießend.

Sechzehntes Kapitel.

Er hatte, wie man zu sagen pflegt, immer auf dem Sprunge gestanden, der kaiserlich brasilianische Oberst Dom Agostin Agonista, aber diesmal reiste er wirklich, und zwar auf die Stunde zum angegebenen Zeitpunkt, nämlich am Mittage des 23. Dezembers. Man hatte ihn natürlich dringend von allen Seiten aufgefordert, wenigstens das Weihnachtsfest über noch zu bleiben, doch alles Bitten und Zureden war vergeblich geblieben.«

»Quält mich nicht länger,« hatte er gesagt, »ich kenne meine Natur und weiß, was ihr gut ist. Diese liebe Feier im gemütvollen Vaterlande, dieses holde Fest im sinnigen, gefühlvollen Deutschland würde mich zu weich stimmen, und es ist unbedingt notwendig, daß ich mich, einige Zeit noch, ein wenig härtlich halte. Ich bin das nicht nur mir, sondern auch meinen guten braven Freunden in der Apotheke schuldig. Meine Verpflichtungen erfordern es, was mein Herz auch dagegen zu sagen haben mag.«

Damit verschwand er, verschwand spurlos, als jedermann bereit stand, ihm noch einmal die Hand zu drücken und sich ihm zu empfehlen. Der Abschied war so eigentümlich wie alles andere, was die Ankunft und den Aufenthalt des Mannes am Orte begleitet hatte. Sie kamen alle zu spät dazu: Herr Philipp aus seinem Laboratorium, Fräulein Dorette aus der Küche, der Doktor Hanff von seinem nächstliegenden Patienten.

Der Oberst hatte den Wagen an die Hinterthür bestellt, war einfach eingestiegen und abgefahren; sein Gepäck hatte er vorausgeschickt, und die Gegend — sah ihm nach.

Die aus der Apotheke sagten nichts, sondern seufzten, der Doktor schlug sich vor die Stirn und rief ein wenig ärgerlich und enttäuscht:

»Ich hätte ihm doch gern noch ein Wort über meine Projekte gesagt! Man bringt einem doch nicht so um nichts und gar nichts die Gedanken in Unordnung und das Blut in Wallung; — Donnerwetter, dieses Brasilien!«

Die übrigen Freunde und Bekannten kamen nach und nach verwundert und erstaunt an das Fenster der Offizin.

»Er wollte vielleicht alles unnötige Aufsehen vermeiden,« sagte Fräulein Dorette Kristeller kurz und tonlos. Ihr Bruder war selbst für den Pastor und für den Förster nicht zu sprechen. Der Apotheker »zum wilden Mann« fühlte sich durch die Trennung von seinem Jugendfreunde sehr angegriffen und wünschte einige Tage ganz sich selber überlassen zu bleiben. Die guten Bekannten begriffen das wohl und ließen das Geschwisterpaar in der That über das Fest allein.

Über das Fest allein!


Da sitzen wir wieder unter den Bildern des Hinterstübchens der Apotheke »zum wilden Mann«, und es ist der Abend des vierundzwanzigsten Dezembers. Ein trübes Talglicht in einem schlechten Messingleuchter, den Fräulein Dorette mit sich ins Zimmer brachte, brennt auf dem Tische. Der alte Herr saß im Dunkel, bis die alte Schwester dieses Licht brachte; — im trüben Scheine desselben sitzt er in dem Ehrensessel, und die alte Schwester hat sich ihm gegenüber niedergelassen. Sie sehen beide abgemattet-sorgenvoll aus; sie feiern beide eine betrübte Weihnacht.

Nach einem langen Schweigen sagte Fräulein Dorette:

»Plagmann aus Borgfelde will die Kühe gleich nach dem Feste abholen.«

Sie sagte das mit einem tiefen Seufzer; denn Bleß und Muhtz waren ihre Herzensfreude und ihr Stolz, und sie mußte sich von beiden trennen.

Ihr Bruder nickte bloß und sprach nach einer Pause seinerseits:

»Ich meine, so ungefähr am fünfzehnten Januar würde die beste Zeit für die Auktion sein.«

Und die Schwester nickte auch und stöhnte:

»Ja, ja, mir ist's recht! mir ist alles recht! o Gott!«

Nun versuchte der alte Herr, um doch etwas für das Fest zu thun, wieder einmal heiter und ruhig auszusehen und rief:

»Courage, Alte! Wer wird so den Kopf hängen lassen? Du sollst jetzt einmal zu deinem Erstaunen gewahr werden, mit wievielerlei unnützem Gerümpel wir uns allgemach auf unserm Lebenswege bepackeselt hatten. Daß wir die Landwirtschaft — die Sorge und den Verdruß um Wiese und Feld los werden, ist im Grunde auch nicht so übel und jedenfalls nicht das Schlimmste. Offen gestanden, meine Knochen leisteten zuletzt doch nicht mehr das, was sie früher mit Lust thaten.«

Der Trost war wohl gemeint, aber er half wenig. Plötzlich brach die Schwester in ein helles, krampfhaftes Schluchzen aus:

»O grundgütiger Heiland, es wäre mir ja alles, alles recht, es kommt nur so sehr spät! Bruder, es kommt zu spät, dieses Elend! — Wäre dieser — Mann um zwanzig Jahre früher gekommen, so würde ich ja mit Freuden mit deinem Kopfkissen meine Bettdecke hingegeben haben; aber wahrhaftig, jetzt ist es für uns zu spät im Leben geworden! Die Hypothek, die auf dem Hause liegt, liegt auch auf mir wie ein Berg! Und dazu keinen — keinen Menschen, dem man seinen Kummer klagen kann, klagen darf — ja klagen darf!«

»Nein,« rief Herr Philipp Kristeller, allen Nachdruck seiner Seele in das Wort werfend, »nein, was wir hier tragen, das tragen wir für uns allein! Fremde Nasen dürfen wir gewiß nicht in unser jetziges Dasein hineinriechen lassen, Dorothea! Es wäre nicht zu rechtfertigen gegen den Freund — meinen Freund — meinen Freund vom Blutstuhle! Ach, fasse nur Mut, liebe Dorette, und mache mir vor allen Dingen keine solche verzweiflungsvollen Mienen, du sollst sehen, wir behalten den Kopf doch noch oben und führen auch unter den jetzigen Verhältnissen ein gutes und stilles Leben weiter. Was würde meine Johanne sagen, wenn sie bis heute mein Los mit mir geteilt hätte? Sieh, die Leute können wir denken und reden lassen, was sie wollen.«

»Und ich sehe sie schon vor mir, wie sie die Köpfe zusammenstecken; der Pastor und der Ulebeule, die Herren vom Gestüt, der Amtsrichter und der Doktor. Sie werden sich schöne Historien zusammenphantasieren und uns in einem bunten Lichte an die Wand hinmalen!«

»Laß sie! möge es nur dem alten tollen Freunde mit seinem jungen Glück gut gehen! Ich sage dir, liebe Schwester, schon die Gewißheit, daß niemand es so herzlich mit uns meint als er, wäre mir ein Trost, wenn es mir vielleicht auch noch so kläglich zu Mute wäre. Jetzt glaubt er, mit vollen Segeln seinem und unserem Glücke entgegenzuschwimmen; sieh, Alte, und sein Geld hat doch wenigstens zum zweitenmal einem Menschen für eine Stunde Behagen gegeben, was man wahrhaftig nicht von jedem Gelde sagen kann, und wenn es auch wie hier zwölftausend Thaler wären.«

Die Schwester erwiderte nichts hierauf, sondern zuckte nur die Achseln, welches ihr dann wieder Gewissensbisse machte. Sie stand auf, ging zum Fenster und sah in den nächtlich winterlichen, gleichfalls schwer mit Hypotheken belasteten Garten hinaus und wendete sich nach drei Minuten erst ins Zimmer zurück:

»Es schneit tüchtig, Bruder. Weißt du wohl noch, Philipp, welch ein Vergnügen und welche geheime Behaglichkeit wir gerade an diesem Tage am Schnee hatten?«

»Ei gewiß,« rief der Bruder, »wie wären wir sonst wohl dies Menschenalter durch so gut miteinander ausgekommen? Dorette, heute sind wir doch die richtigen Narren gewesen, daß wir uns zum erstenmal nicht einen Tannenbaum mit Lichtern besteckt haben. Allem zum Trotz hätten wir das thun sollen! Nun das nächste Mal! — im nächsten Jahre —«

»Wenn dein Freund vom Blutstuhle das Schiff mit den Fässern voll Gold und Edelsteinen geschickt hat, als Abzahlung — wenigstens für das Rezept zum Kristeller! O, und dafür dreißig Jahre lang da seinen Lehnstuhl frei gehalten zu haben!«

Das war echt weiblich und also nichts dagegen zu machen: der alte Herr Philipp hielt sich an sein eigen männlich und treu Gemüt, ließ sich das Wort nicht vor dem Munde abschneiden, sondern schloß seinen Satz:

»Wollen wir das diesmal Versäumte desto herzlicher und herzhafter nachholen.« Der weiblichen Einschaltung wegen fügte er jedoch im Stillen noch hinzu: »Wie es auch kommen mag.«

Was die Freunde der Umgegend anbetraf, so verwunderten sie sich in der That sehr, als im Laufe des Winters und Frühjahrs in der Apotheke »zum wilden Mann« sich vieles sehr veränderte; — als die Möbeln aus den Gemächern abhanden kamen, das Vieh aus den Ställen verschwand, als der Blumengarten sich in einen Gemüseplatz verwandelte, das zierliche Dienstmädchen eine andere gute Herrschaft suchte, dem Knechte gekündigt wurde und es im Kreisblatte zu lesen stand, daß der Apotheker Herr Philipp Kristeller so und so viel Morgen Wiesen und Ackerfeld an die und die Bauern der Gemeinde und Feldmark verkauft habe. Als aber die Auktion in der Apotheke selbst wirklich abgehalten wurde, boten sie kopfschüttelnd mit; und auf dieser Auktion erstand der Förster des Apothekers Bildergalerie, der Doktor die chinesische Punschschale und der Pastor den Ehrensessel des Obersten in brasilianischen Diensten Dom Agostin Agonista.

Ein kahleres Haus gab es nachher nicht im Orte. Nur der Inhalt der Büchsen und Gläser in der Offizin blieb verschont; die Freunde und Bekannten aber überlegten und mutmaßten nach allen Richtungen hin und kamen zuletzt sämtlich auf die nicht ganz unwahrscheinliche Vermutung, daß ihr Freund, Herr Philipp Kristeller, in schlechten Papieren ganz heimlich spekuliert und sich verspekuliert habe.

Natürlich rieten sie ihm dringend, sich doch umgehend an seinen Freund, den brasilianischen Obersten, zu wenden, und begriffen nicht, aus welchem Grunde er das so sehr hartnäckig ablehnte.

Ende.