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Zwanzig Jahre an Indischen Fürstenhöfen cover

Zwanzig Jahre an Indischen Fürstenhöfen

Chapter 3: Vorwort
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About This Book

The author recounts two decades spent as a palace official and adviser at Indian princely courts, offering detailed vignettes of ceremonial life, domestic routines, hunting parties, and courtly display. He sketches portraits of rulers, courtiers, servants, and entertainers, and describes religious customs, festivals, animal lore, and practical affairs of state and household. Interspersed are travel episodes and scenes from other ports and cities, alongside reflections on social habits, manners, and material culture, conveyed through anecdote and reportage that balances ethnographic observation with personal reminiscence.

Vorwort

Unter den vielen europäischen Reisenden, die Indien seither besucht haben, hatten nur wenige Auserwählte Gelegenheit, in nähere Berührung mit den indischen Fürstenhöfen zu kommen. Diese Wenigen haben meist auch nur die Lebensgewohnheiten der orientalischen Herrscher in dem prunkhaften Glanze der Empfänge und Lustbarkeiten zu beobachten Gelegenheit gehabt. Otto Mayer hingegen, der Aufzeichner des vorliegenden Werkes, wurde durch eine seltene Verkettung von Umständen dazu ausersehen, zwanzig Jahre lang an den Höfen zu Baroda und Kapurthala als Palast-Vorsteher und Berater eine seltene, für einen Deutschen außerordentliche Stellung einzunehmen. Daß er bei dieser Gelegenheit vieles beobachten konnte, was andere Reisende nicht sehen und erleben und daß er Fürsten und Volk, dank seines jahrzehntelangen Wirkens in Indien, auch von der menschlichen und allzumenschlichen Seite kennen lernte, liegt auf der Hand. So bilden denn seine Memoiren einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Kenntnis der indischen Psychologie, des indischen Lebens und Landes, von dem man im allgemeinen nur zu sehr geneigt ist, sich eine ganz falsche, meistens stark idealistisch gefärbte Vorstellung zu machen. Durch langjährige und ausgedehnte Reisen in allen Teilen Asiens auch mit indischen Verhältnissen vertraut, habe ich die seltsamen Erlebnisse Otto Mayers in die Form gebracht, in der sie im Nachstehenden dem Leser vorgelegt werden.

F. R. Nord.

Hochzeitszeremonie eines indischen Maharadscha
Der Bräutigam ist 18, die Braut 10 Jahre alt. Der Hohepriester steht vor der rechten Säule des Pavillons, seine beiden Gefährten sitzen am Boden neben den Gaben von Früchten, Körnern, Zucker und Milch. Links vom Pavillon sitzen die Verwandten am Boden, alle dahinterstehenden Männer sind Diener. Die sitzende Gruppe im Vordergrund schließt die höchsten Beamten des Staates ein.
Tänzerinnen vor einem indischen Maharadscha, nach der Hochzeitszeremonie tanzend
Die Musiker begleiten sie mit ihren Instrumenten, indem sie vor- und rückwärts tänzeln. Der ganze Pavillon ist für die Hochzeitszeremonie hergerichtet