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Zwei Städte

Chapter 39: Dreiundzwanzigstes Kapitel. Feuer!
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About This Book

The narrative interweaves the fortunes of several people living in two contrasting urban centers on the verge of political upheaval, tracing how private loyalties, family ties, and a tender affection endure amid growing public violence and injustice. It moves from relative calm through escalating unrest to revolutionary crisis, depicting imprisonment, legal peril, and the moral choices that arise. Central motifs include resurrection, duality, and self-sacrifice, and the work alternates intimate domestic scenes with large-scale scenes of crowd fury, culminating in a redemptive act that reframes personal identity and moral responsibility.

Dreiundzwanzigstes Kapitel.
Feuer!

Es war eine Veränderung über das Dorf gekommen, wo der Brunnen plätscherte und wo der Straßenarbeiter täglich hinausging, um aus den Steinen auf der Landstraße die paar Bissen Brod herauszuklopfen, welche seine arme unwissende Seele und seinen armen abgezehrten Körper nothdürftig zusammenhielten. Das Gefängniß auf der Klippe sah nicht mehr so herrisch wie früher darein. Es waren Soldaten als Wache darin, aber nicht viele; es waren Officiere da, um die Soldaten zu bewachen, aber keiner wußte, was seine Leute thun würden — außer etwa, daß sie wahrscheinlich nicht thun würden, was er ihnen beföhle.

Weit und breit sah man zu Grunde gerichtetes Land, das nichts als Wüstenei war. Jedes grüne Blatt, jeder Gras- und Getreidehalm war so zusammengeschrumpft und dürftig, wie die elende Bevölkerung. Alles war entnervt, entmuthigt, gedrückt und gebrochen. Wohnungen, Einzäunungen, Hausthiere, Männer, Weiber und Kinder und der Boden, der sie trug — Alles ausgesogen und unfruchtbar geworden.

Monseigneur (oft als Individuum ein sehr würdiger Herr) war ein Segen für die Nation, gab Allem einen ritterlichen Ton, war ein elegantes Beispiel eines üppigen und glänzenden Lebens und noch viel mehr ähnlicher Art; dessenungeachtet hatte Monseigneur als Stand auf die eine oder andere Weise die Sachen auf diesen Punkt gebracht. Merkwürdig daß die Schöpfung, ausdrücklich für Monseigneur gemacht, sich so bald so ganz und gar ausquetschen läßt! Es muß doch etwas Kurzsichtiges in den Anordnungen des Ewigen sein! So war es aber doch; und da der letzte Tropfen Blut aus den Steinen herausgepreßt und die letzte Schraube der Folter so oft gedreht worden war, daß sie zu Schanden ging und sich drehte und drehte, ohne Etwas zu drücken, so fing Monseigneur an, vor einer so gemeinen und unerklärlichen Erscheinung davon zu laufen.

Aber das war nicht die Veränderung, die über dieses Dorf und viele andere ähnliche Dörfer gekommen war. Seit zwanzig Jahren und länger hatte Monseigneur es gedrückt und aufgesogen und es selten mit seiner Gegenwart beehrt, als um die Freuden der Jagd zu genießen, die bald im Hetzen der Leute, bald im Hetzen des Wildes bestanden, zu dessen Erhaltung Monseigneur — sehr erbaulich — weite Strecken zur unbebauten Wüstenei werden ließ. Nein. Die Veränderung bestand mehr in dem Erscheinen fremder Gesichter gemeiner Art, als in dem Verschwinden der vornehmen classischen und auch anderweitig seligen und beseligenden Gesichtszüge Monseigneurs.

Denn in diesen Zeiten sah wohl der Straßenarbeiter, wie er einsam im Staube arbeitete und sich selten mit dem Gedanken quälte, daß er Staub sei und wieder Staub werden müsse, sondern viel häufiger mit dem Gedanken beschäftigt war, wie wenig er zum Abendessen habe und wie viel mehr er essen würde, wenn er es hätte — in diesen Zeiten sah wohl der Straßenarbeiter, wie er die Augen von seiner einsamen Arbeit erhob und in die Landschaft hinausblickte, eine rauhe Gestalt zu Fuße sich nähern, wie sie früher selten in diesen Gegenden gesehen wurde, jetzt aber häufig war. Wie sie noch näher kam, bemerkte der Straßenarbeiter ohne Verwunderung, daß es ein zottelhaariger Mann von fast barbarischem Aussehen war, lang, in hölzernen Schuhen, die sogar dem Straßenarbeiter zu plump vorkamen, mit finstern schwarzgebranntem Gesicht, beschmutzt von dem Schlamm und Staub vieler Landstraßen, feucht von den sumpfigen Ausdünstungen vieler tiefen Gründe, bestreut mit den Dornen und Blättern und dem Moos vieler Schleichpfade durch die Wälder.

Ein solcher Mann kam über ihn wie ein Gespenst in der Mittagsstunde des Julitages, wie er auf einem Steinhaufen unter einem Erdrücken saß, der ihm einigen Schutz vor einem Hagelschauer gewährte.

Der Mann sah ihn an, sah das Dorf in der Tiefe an, die Mühle und das Gefängniß auf der Klippe. Als er diese Gegenstände in sich aufgenommen, sagte er in einem Dialekt, der eben noch verständlich war:

„Wie gehts, Jacques?“

„Alles wohl, Jacques!“

„Die Hand her!“

Sie gaben sich die Hände und der Mann setzte sich auf den Steinhaufen.

„Kein Mittagsessen?“

„Nichts als Abendessen jetzt!“ sagte der Straßenarbeiter mit hungrigem Gesicht.

„Es ist die Mode,“ grollte der Andere. „Ich finde nirgends ein Mittagsessen.“

Er holte eine schwarzgerauchte Pfeife hervor, stopfte sie, machte Feuer mit Stahl, Stein und Schwamm und zog an der Pfeife, bis sie in heller Gluth war. Dann hielt er sie plötzlich vor sich hin und ließ etwas hineinfallen, was er zwischen Zeigefinger und Daumen hatte und was aufflammte und mit einem Rauchwölkchen verpuffte.

„Die Hand her!“ Der Straßenarbeiter mußte es diesmal sagen, nachdem er die ganze Manipulation beobachtet hatte. Sie reichten sich wieder die Hände.

„Heute Nacht?“ sagte der Straßenarbeiter.

„Heute Nacht!“ sagte der Mann, indem er die Pfeife in den Mund steckte.

„Wo?“

„Hier!“

Er und der Straßenarbeiter saßen auf dem Steinhaufen und sahen sich schweigend einander an, während der Hagel zwischen ihnen durchfuhr, bis der Himmel über dem Dorfe wieder hell wurde.

„Zeigt mir’s!“ — sagte nun der Reisende, indem er nach dem Kamm des Hügels ging.

„Seht hin!“ — entgegnete der Straßenarbeiter mit ausgestreckter Hand. „Ihr geht hier hinab und gerade durch die Straße und am Brunnen vorbei“ —

„Zum Teufel mit alle dem!“ unterbrach ihn der Andere und ließ sein Auge über die Landschaft schweifen. „Ich gehe durch keine Straße und an keinem Brunnen vorbei. Also weiter!“

„Weiter also! Ungefähr zwei Stunden jenseits des Kammes jenes Hügels hinter dem Dorfe.“

„Gut. Wann hört Ihr auf zu arbeiten?“

„Mit Sonnenuntergang.“

„Wollt Ihr mich wecken ehe Ihr nach Hause geht? Ich bin zwei Nächte gewandert, ohne zu schlafen. Ich rauche meine Pfeife aus und werde dann schlafen wie ein Kind. Wollt Ihr mich wecken?“

„Gewiß!“

Der Wanderer rauchte seine Pfeife aus, steckte sie in die Brust, zog die schweren Holzschuhe aus und legte sich rücklings auf den Steinhaufen. Einen Augenblick darauf lag er in tiefem Schlafe.

Während der Straßenarbeiter seine staubige Arbeit fortsetzte und die weiter ziehenden Hagelwolken Streifen von hellem Himmel durchblicken ließen, denen silberne Streifen auf der Landschaft entsprachen, schien der kleine Mann (der jetzt eine rothe Mütze trug anstatt der frühern blauen) von der Gestalt auf dem Steinhaufen ganz verzaubert zu sein. Seine Augen wendeten sich so oft dorthin, daß er seinen Hammer nur mechanisch gebrauchte und sehr wenig von Statten brachte. Das sonnenverbrannte Gesicht, Haar und Bart so zottig und schwarz, die grobwollene Mütze, der fremdartige Anzug von selbst gesponnenen wollenen Stoff und rauhen Fellen, die ursprünglich mächtige aber von schmaler Kost abgezehrte Gestalt und das mürrische und verzweifelte Zusammenpressen der Lippen im Schlafe flößte den Straßenarbeiter ein Grauen ein. Der Wanderer war weit gereist und seine Füße waren wund und seine Knöchel blutig gerieben; seine großen Schuhe, mit Blättern und Gras gestopft, hatten ihm den langen Weg schwer gemacht und in seine Kleider waren Löcher gerathen. Der Straßenarbeiter bückte sich über ihn und versuchte zu sehen, ob er Waffen versteckt in der Brust oder sonst wo trage; aber vergebens, denn er schlief mit Armen, die eben so entschlossen über seine Brust gekreuzt waren, als er den Mund geschlossen hielt. Befestigte Städte mit ihren Palisaden, Wachthäusern, Thoren, Gräben und Zugbrücken erschienen dem Straßenarbeiter als so viel Luft gegenüber dieser Gestalt. Und wie er seine Augen von ihr zu dem Horizonte emporhob und sich umschaute, sah seine Phantasie ähnliche Gestalten, von keinem Hindernisse aufgehalten, über ganz Frankreich nach gemeinsamem Mittelpunkte wandern.

Der Mann schlief fort, gleichgültig gegen Hagelschauer und schönes Wetter dazwischen, gegen Sonnenschein auf sein Gesicht und Schatten, gegen die ihn schlagenden Klümpchen von trübem Eis und gegen die Diamanten, in welcher die Sonne sich verwandelte, bis die Sonne tief in Westen stand und der Himmel glühte. Nun nahm der Straßenarbeiter sein Arbeitszeug zusammen, um in das Dorf hinunter zu gehen und weckte den Andern.

„Gut!“ sagte der Wanderer und lehnte sich auf seinen Ellenbogen in die Höhe. „Zwei Stunden jenseits des Kammes jenes Hügels?“

„Ungefähr.“

„Ungefähr. Gut!“

Der Straßenarbeiter ging nach Hause, begleitet von dem Staube vor oder hinter ihm, je nachdem der Wind sich wendete und war bald am Brunnen, wo er sich unter die magern Kühe mischte, die dorthin zum Tränken gebracht wurden und denen er sogar mit zuzuflüstern schien, während er dem ganzen Dorfe halblaut erzählte. Als das Dorf sein kärgliches Abendmahl genossen, schlich es sich nicht zu Bett wie gewöhnlich, sondern trat wieder vor die Thür und blieb dort. Das Flüstern steckte auf eine merkwürdige Weise an, und als das Dorf nach Dunkelwerden sich um den Brunnen versammelte, zeigte es sich auch seltsam angesteckt von der Leidenschaft, nur nach einer Richtung erwartungsvoll an den Himmel zu blicken. Mr. Gabelle, Hauptbeamter des Ortes, wurde unruhig, trat allein hinaus auf sein Hausdach und blickte nur nach dieser einen Richtung, betrachtete hinter den Schornsteinen hervor die finster werdenden Gesichter unten am Brunnen und ließ den Küster, der die Kirchenschlüssel in Verwahrung hatte, sagen: es dürfte bald vielleicht Veranlassung kommen, die Sturmglocke zu läuten.

Die Nacht wurde dunkler. Die Bäume und das alte Château, die es von der gemeinen Welt abschlossen, rauschten in einem sich erhebenden Winde, als ob sie den schweren dunkeln Steinmassen drohten. Der Regen lief ungestüm die steinernen Stufen der beiden Treppenfluchten hinauf und schlug an die große Pforte wie ein schneller Bote, der die darinnen wecken will; einzelne Windstöße fuhren durch die Halle unter den alten Jagdspießen und Messern herum und eilten klagend die Treppen hinauf und schüttelte die Vorhänge des Bettes, in welchem der verstorbene Marquis geschlafen hatte. Von Osten, Westen, Norden und Süden, durch die Wälder kamen vier schwer einherschreitende ungekämmte Gestalten, das hohe Gras niedertretend und durch die Zweige brechend und traten vorsichtig in den Hof, wo sie sich begegneten. Vier Lichter zeigten sich dort plötzlich und bewegten sich in verschiedenen Richtungen fort und Alles war wieder finster.

Aber nicht lange. Gleich darauf fing das Château in seltsamer Weise an bei seinem eigenen Schimmer sichtbar zu werden, als ob es leuchtend würde. Dann spielte ein züngelndes Flämmchen hinter der Vordermauer, suchte sich durchsichtige Stellen aus und zeigte sich, wo Balustraden, Bogen und Fenster waren. Dann loderte es empor und wurde breiter und heller. Bald brachen die Flammen aus einem Dutzend der großen Fenster hervor und die aus starrem Schlaf erweckten steinernen Gesichter stierten aus Feuersgluth heraus.

Stimmen wurden um das Haus laut von den wenigen Leuten, die dort geblieben waren, und ein Pferd wurde gesattelt, auf dem ein Reiter in die Nacht hinaussprengte. Er ritt in wilder Hast durch die Finsterniß und machte erst Halt am Brunnen im Dorfe und das schaumbedeckte Roß stand vor Mr. Gabelle’s Thür. „Hülfe, Gabelle! Hülfe, Hülfe!“ Ungeduldig läutete die Sturmglocke; aber andere Hülfe (wenn das eine war) gab es nicht. Der Straßenarbeiter und zweihundertundfunfzig vertraute Freunde von ihm standen mit übereinander geschlagenen Armen am Brunnen und sahen sich die Feuersäule am Himmel an. „Das muß vierzig Fuß hoch sein,“ sagten sie mit ingrimmigem Frohlocken, und Keiner bewegte nur einen Finger.

Der Reiter vom Château und das schaumbespritzte Roß sprengten weiter durch das Dorf und den felsigen Abhang hinan zu dem Gefängniß auf der Klippe. An dem Thore stand eine Gruppe von Offizieren und sah dem Feuer zu, abseits von ihnen eine Gruppe Soldaten. „Hülfe, Ihr Herren Offiziere! das Château brennt; werthvolle Gegenstände können noch durch rechtzeitige Hülfe gerettet werden. Hülfe! Hülfe!“

Die Offiziere blickten hin nach den Soldaten, welche dem Feuer zusahen, ertheilten keine Befehle und gaben achselzuckend und sich ärgerlich in die Lippen beißend zur Antwort: „Es muß brennen!“

Wie der Reiter hinaus durch das Dorf und durch die Straße sprengte, illuminirte man im Dorfe. Der Straßenarbeiter und die zweihundertundfunfzig vertrauten Freunde faßten den Gedanken zu illuminiren wie ein Mann, liefen in alle Häuser hinein und stellten Lichter hinter jede trübe Fensterscheibe. Der allgemeine Mangel an Allem verursachte, daß man in einer etwas gebieterischen Weise Lichter von Mr. Gabelle borgte; und als dieser Beamte einen kurzen Augenblick sich widerwillig und säumig zeigte, bemerkte der Straßenarbeiter, sonst so ehrerbietig gegen jede Autorität, daß Kutschen gut wären, um Freudenfeuer anzuzünden und Postpferde gebraten werden könnten.

Das Château blieb sich selbst überlassen und brannte fort. Ein glühender Wind, geradewegs aus den höllischen Regionen kommend, fuhr in die wilde Lohe hinein und schien das Gebäude wegzublasen. In dem Auflodern und Niedergehen der Gluth sahen die steinernen Gesichter aus, als verzögen sie sich vor Schmerz. Wie große Massen von Stein und Balken niederstürzten, verdunkelte Qualm das Gesicht mit den beiden Grübchen; dann trat es wieder aus dem Rauch hervor als wäre es das Gesicht des hartherzigen Marquis, der auf dem Scheiterhaufen brannte und mit den Flammen kämpfte.

Das Schloß brannte; die nächsten Bäume, von den Flammen ergriffen, wurden versengt und schrumpften zusammen; ferner stehende Bäume, von den vier wilden Gestalten angezündet, umgaben den brennenden Bau mit einem neuen Wald von Rauch. Geschmolzenes Blei und Eisen kochte in dem Marmorbecken des Brunnens; das Wasser vertrocknete, die Löschhorndächer der Thürme verschwanden wie Eis in der Gluth und rannen in vier gezackten Flammenbächen an der Wand herunter. Große Risse und Spalten schossen in den festen Mauern ihre Zweige nach allen Richtungen, wie eben entstandene Krystallisationen; betäubte Vögel flatterten herum und stürzten in die Gluth; vier wilde Gestalten wanderten weiter nach Osten, nach Westen, nach Norden und nach Süden die rauchumhüllten Straßen entlang, geleitet von der Flamme, die sie angezündet, ihrem nächsten Ziele zu. Das erleuchtete Dorf hatte sich der Sturmglocke bemächtigt und läutete nach Beseitigung des rechtmäßigen Thürmers vor Freuden.

Nicht nur das, sondern das Dorf, durch Hunger, durch das Feuer und Glockengeläute einigermaßen verwirrt geworden, besann sich auf einmal, daß Mr. Gabelle mit der Einsammlung von Pachtgeldern und Steuern zu thun hatte — obgleich Gabelle in der neuesten Zeit selbst sehr kleine Abzahlungen von Steuern und Pachtgeldern gar nicht bekommen hatte — und verlangte ungeduldig mit ihm zu sprechen. Als Mr. Gabelle den wilden brüllenden Haufen sah, der sich vor seinem Hause versammelt hatte, verriegelte er seine Thüre fest und zog sich zurück, um bei sich Rath zu halten. Das Ergebniß dieser Conferenz war, daß Gabelle sich abermals auf das Dach hinter den Schornstein zurückzog, diesmal entschlossen, wenn man seine Thüre aufbräche (er war ein kleiner Mann aus dem Süden von rachsüchtigem Temperament) sich kopfüber hinunter zu stürzen und so ein oder zwei Mann todt zu schlagen.

Wahrscheinlich verbrachte Mr. Gabelle eine lange Nacht daselbst mit der Aussicht auf das Schloß als Feuer und Licht, und dem Anschlagen an seine Thür — verbunden mit dem frohlockenden Geläute, als Musik, nicht zu gedenken, daß ihm gegenüber vor dem Postgebäude eine Laterne hing, die zu seinen Gunsten von ihrem Platze zu entfernen, das Dorf ungemein viel Neigung zeigte. Ein prüfungsvoller Zustand, eine ganze Sommernacht hindurch an dem Rande eines finstern Meeres zu stehen, bereit, den Sprung hineinzuthun, auf den sich Mr. Gabelle gefaßt gemacht hatte. Aber der Morgen, des Menschen Freund, graute endlich und die Lichter im Dorfe waren ausgegangen und nun zerstreute sich glücklicher Weise das Volk. Jetzt stieg auch Mr. Gabelle herunter, diesmal noch mit dem Leben glücklich davon gekommen.

Im Umkreise von hundert Meilen und bei dem Schein anderer Feuer waren in dieser Nacht und in andern Nächten andere Beamte weniger glücklich, denn die aufgehende Sonne fand sie in voreinst friedlichen Straßen, wo sie geboren und erzogen worden, erhenkt; und andere Dorf- und Stadtbewohner waren weniger glücklich, als der Straßenarbeiter und seine Genossen, denn die Beamten und Truppen wendeten sich mit Erfolg gegen sie und henkten nun diese Partei. Aber die wilden Gestalten gingen nach Osten, nach Westen, nach Norden und nach Süden festen Schrittes, mochte geschehen was da wolle; und Wer immer aufgehängt ward — Feuer loderte. Die Höhe der Galgen, die es in Wasser verwandelt und gelöscht hätten, konnte kein Beamter mit aller Kunst der Mathematik mit Erfolg berechnen.