Mangesche Rao antwortete mir:

„Ich vermag es so weit, als der Sinn aller irdischen Religionen, oder besser, die Religiosität aller Irdischen, aus einer gleichen Quelle des Anspruchs und der Hoffnung fließt, nicht aber so weit, als es die Lehre unserer Kirchen betrifft. Die Gedanken Christi sind größer als unsere Gedanken und führen weiter. Es ist viel über die Unterschiede und über die Ähnlichkeiten der christlichen Religion und der Religion unseres Volkes nachgedacht worden, aber die meisten Vergleiche sind deshalb bedeutungslos, weil es schwerhält, zwei Erscheinungen erfolgreich miteinander zu vergleichen, die im Wesen voneinander verschieden sind, denn das Brahman ist Philosophie, aber die Weisheit Christi ist praktische Lehre. Menschen, welche das Wesentliche der Erscheinungen schwer festzustellen und nachzuempfinden vermögen, lieben es besonders von unwesentlichen Begleiterscheinungen aus zu vergleichen und gegen einander abzuschätzen. In den meisten Fällen liegt solchen Bemühungen keine andere Absicht zugrunde, als die, den einen Wert auf Kosten des anderen herabzusetzen. So hart solche Behauptung klingen mag, so wenig werde ich sie einschränken, denn es ist den meisten Menschen, die Begreifen über Empfinden setzen, oder Verstehen über Glauben, eigentümlich, daß sie auch Verkleinern über Vergrößern setzen. So erscheint es mir auch gleichgültig, ob etwa Christus die Weisheit der Alten gekannt hat oder nicht. Große Gedanken sind niemals jung, so wenig, wie sie alt werden, und sie gleichen einander im Wesen, wie die höchsten Spitzen der Berge im Schnee einander ähnlich sind. Je niedriger das Auge sucht, um so mehr Unterschiede wird es finden; der Pöbel ist am buntesten und nur im Elend einig. Aber das Ziel ist, in der Freude einig zu sein.“

Ich war über diese Worte sehr überrascht und beglückt. Weniger in der Absicht, zu widersprechen, als vielmehr in dem lebhaften Wunsche, die Betrachtungsweise Mangesche Raos um so besser zu erfahren, sagte ich:

„Aber wie furchtbar ist die Wirkung der Lehre Christi auf das Menschengeschlecht gewesen. Sollte man nicht mehr als an jedem anderen Bekenntnis am Christentum verzweifeln, wenn man seine blutige Einwirkung auf die Geschicke der Völker übersieht?“

„Wer übersieht diese Wirkung denn?“ fragte Mangesche Rao. „Was Sie als Resultat dieser Lehre hinstellen, erscheint uns wie ihr erster Beginn. Ich möchte das furchtbare und blutige Ringen der Menschen um den Sinn des Christentums eher die Geburtswehen dieser Lehre als ihr Resultat nennen. Diese Lehre ist sehr jung und noch kaum recht verbreitet. Ist man nicht ohne Mühe befähigt, sogar noch ihren äußeren Weg auf der Landkarte nachzuzeichnen, wie sie von Asien über Griechenland und Rom in das Herz Europas einzog, als wäre sie diesen Weg erst gestern gegangen? Und der Teil der Erde, welcher ihre Bekenner trägt, ist nicht größer, als daß wir ihn mit der Masse des Himalaja mit seinen Menschen, Städten und Kirchen verschütten könnten. Wenn die Zeit von Christi Hinscheiden bis heute noch dreimal vergangen ist, wird sein großer Geist sich aus dem engen Mantel der Kirche geschält haben und weit mehr zum Element der Geister geworden sein.“

Die Sonne ging über der Steppe auf, es schien, als würde sie aus Gründen ewiger Gluten emporgeschleudert, und begann ihren Weg über das Erdreich zum ungezählten Male, in unfaßbarem Triumph einer jauchzenden Herrschsucht. Das Geschrei der Tiere im Urwald erklang ohrenbetäubend und das lärmende Erwachen der Natur vertrieb den letzten Gedanken an Schlaf aus meinem Blut. Ich trennte mich von meinem Gefährten, nahm die Büchse und ging in die Steppe hinaus, den dampfenden, tobenden Dschungel hinter mir lassend. Und in den Flammen, die läuternd emporsteigen, wenn die Jugend und der Morgen einander begegnen, kamen mir die Worte Christi in den Sinn: „Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.“

Vierzehntes Kapitel
Der Heimat zu

Wir waren kaum einige Tage wieder in Mangalore angelangt, als eine Nachricht die Stadt durchlief, die die Gemüter in hohem Maße bewegte. Es war über Nacht eine Abteilung englischer Soldaten angelangt, angeblich verschlagen auf einer Felddienstübung, bei einer Inspektionsreise durch die Provinz, wie sie zuweilen unternommen werden. Aber niemand schenkte dieser arglosen Auslegung Glauben, die widersprechendsten Gerüchte durchflogen die Stadt, und man sah überall in der Basarstraße und auf den Plätzen Gleichgesinnte in feierlichen Gruppen versammelt. Nur der Straßenpöbel trollte unbekümmert um Rechte und Pflichten einer gleichgültigen Regierung seine gewohnten Straßen, und die Händler versprachen sich gute Tage, als die leuchtend roten Jacken der Soldaten im bunten Bild des Basarlebens auftauchten.

Sie schritten, wie es damals Vorschrift war immer zu vieren, gemächlich dahin, bestaunten die unverstandenen Eigentümlichkeiten der fremden Stadt, hielten sich hier ein wenig auf, amüsierten sich dort auf ungezwungene Weise und erweckten im allgemeinen den Anschein von Arglosigkeit, so daß ich den heimlichen Befürchtungen und mancherlei törichten Gerüchten wenig Achtung schenkte.

Mangesche Rao ließ sich nicht bei mir sehen. Ich war nicht wenig erstaunt, als ich ihn nach einigen Tagen im Wagen des englischen Oberst erblickte, zu seiner Linken aber Seite an Seite mit ihm, die ruhigen Züge ohne jedes Zeichen einer Beteiligtheit oder auch nur einer Bewegung unter dem gelben Seidenturban, den ich so gut kannte. Der englische Offizier sprach lebhaft und gestikulierte eher vergnügt als erregt, alles erweckte deutlich den Anschein einer gelegentlichen Begegnung. Ich ritt an seinem Wagen vorüber, er erwiderte meinen Gruß gemessen.

Aber seltsam, seit diesem Zusammentreffen war es um meine Ruhe geschehen, obgleich bei vernünftigen Erwägungen gerade das Gegenteil hätte der Fall sein müssen. Aber ganz abgesehen davon, daß kein Land sich weniger als Indien dazu eignet, eine politische Macht in energischer Offenheit und schneidiger Entschiedenheit zu dokumentieren, war dieser fast freundliche englische Besuch mir plötzlich verdächtig und um so gefährlicher erschienen, je mehr er sein Ansehen und seine Bedeutung zu verbergen trachtete. Nichts erweckt in tiefer Beunruhigung stärker das Gefühl der Unsicherheit, als dies leise schleichende Indien. Plötzlich war mir, als gingen alle Wesen und Menschen in falschen Gesichtern umher, ich mißtraute bald dem Brahminen, den ich liebte, bald Panja, bald meinen eigenen Sinnen, es verlangte mich danach, aus den Verwicklungen einer Interessenwelt entlassen zu werden, die ich nicht übersah, weil es mir an Hingabe fehlte, und in die ich doch eingeschlossen war, weil meine Liebe zu Mangesche Rao mich fesselte. Und so begrüßte ich die seltsame Gelegenheit, mich beteiligen zu können, die sich mir kurz darauf eröffnete, mit großer Freude und erachtete die Gefahr um der Befreitheit willen gering, die sich einstellte, wie mit einem Entschluß nach langem Zweifel.

So viel erschien mir nach den letzten Erfahrungen sicher, daß der Brahmine weit höher eingeschätzt und viel ernster genommen wurde, als er selbst es mir oder andern jemals zu erkennen gegeben hatte. Diese Erfahrung erfüllte mich mit Bewunderung und heimlichem Stolz, und solche Empfindungen mögen viel dazu beigetragen haben, daß ich in fast gedankenloser Bereitwilligkeit auf seinen Wunsch einging, den ersten und einzigen, den er jemals vor mir ausgesprochen hat.

Es war in einer mondlosen Nacht gegen zwei Uhr, als Panja mich durch sein vorsichtiges Räuspern neben meinem Bett weckte. Er hatte immer noch die alte zurückhaltende Art der Ankündigung und war besonders zartfühlend, wenn er mich aus dem Schlafe rief, denn er wußte, daß dieser Vorgang, mehr als alle andern, das Heer meiner schlechten Eigenschaften entfesselte. Es war so dunkel, daß ich nur das finstere Dreieck im helleren, zurückgeschlagenen Moskitovorhang unterschied. Ich erkannte niemand.

„Mach' Licht!“ rief ich, da ich Panjas Gegenwart vermutete. „Weshalb kommst du?“

„Es soll kein Licht gemacht werden, Sahib, steh auf, ein Fremder ist da, der dich sprechen will, er sagt, der Brahmine Mangesche Rao schicke ihn.“

Es war Mangesche Rao selbst. Panja hatte mir geraten, auf keinen Fall zur Nacht einen Besuch zu empfangen, der forderte, daß kein Licht angezündet würde, aber ich dachte mir, schließlich sieht mein Gegner auch nicht viel mehr von mir, als ich von ihm, und der Name meines Freundes machte mich gefügig. Der Brahmine war seltsam durch eine ungewohnte Kleidung entstellt, ich schickte auf seinen Wunsch Panja hinaus.

Wir saßen uns gegenüber, ein matter Schein von den Sternen beleuchtete das Bereich der Fenster spärlich, ich glaubte nun, da ich Mangesche Raos Gesicht zu unterscheiden vermochte, zu erkennen, daß es schmaler und bleich war, aber es mochte vom unsicheren Nachtlicht herrühren. Mir schien, als ränge er innerlich mit dem Entschluß zu einem Bekenntnis, einem Wunsch, über die Mühe der zurückliegenden Tage ein Wort der Klage zu äußern, aber es geschah von alledem nichts. Er sagte nach einer Weile des Schweigens, in der ich Gelegenheit hatte, die merkwürdige Entstellung zu betrachten, die seine nächtliche Kleidung herbeiführte, ruhig und unmittelbar:

„Morgen werden die Soldaten der Regierung in Ihrem Hause nach Dokumenten einer Verschwörung suchen, die über das ganze Land hin verbreitet sein soll, und deren Anhänger sie auch in Mangalore vermutet. Ich stehe, wie Sie wissen, im Verdacht, ein Gesinnungsgefährte der Unzufriedenen zu sein, und da ich oft in Ihrem Hause ein und aus gegangen bin, bringt man Ihre Person in Beziehung zu meinen Interessen.“

„Eine Verschwörung?“ fragte ich erschrocken.

Mangesche Rao wartete, ob ich noch etwas hinzufügen würde, aber mir fiel im Augenblick nichts ein, diese nächtliche Begegnung, die Aussichten für den nächsten Tag und jene Enthüllung nun verwirrten mich in gleichem Maße, wie sie mich anregten. Wie anders die Dinge vor der Entscheidung als in romantischer Entfernung aussahen.

„Verschwörungen gibt es hierzulande beinahe täglich“, sagte Mangesche Rao langsam, und als dächte er an andere Dinge. „Sie werden entdeckt und vereitelt; und wenn sie nicht entdeckt werden, so brechen sie deshalb auch noch nicht aus. Die englischen Beamten brauchen Unterhaltung und ein Feld für ihren Eifer. Uns geht es ähnlich.“

Er wandte sich ab wie in heimlichen Zweifeln und sah mit einem traurigen Ausdruck in die dämmerige Nacht hinaus. Man hörte die Grillen feilen, ein paar Sterne hingen wie Funken im Gefieder der Papayakronen.

„Leider habe ich ein gutes Gewissen“, sagte ich. Seltsamer und fremder war mir dies Land nie erschienen. Ich kannte die zurückhaltende Art des Brahminen genügsam, um zu wissen, daß er weit mehr verbarg, als er erkennen ließ, auch hätten keine Worte mich so entscheidend von der Wichtigkeit seiner Angelegenheit und vom Stand der Dinge überzeugen können, als sein nächtlicher Besuch es tat.

Es waren an diesem Tage noch kurze Regenschauer gefallen, es drang kühl durch die Stäbe der offenen Fenster zu uns herein und zog mit Duft und feinem Klingen bis in die dunklen Ecken des Zimmers. Mir war, als träumte ich.

„Was kann ich tun?“ fragte ich.

Mangesche Rao öffnete sein Gewand über der Brust und entnahm ihm einige verschnürte Päckchen, die Papiere zu enthalten schienen oder Briefe, ich sah es undeutlich, jedoch war die Verpackung derart, daß man leicht auf solcherlei Dinge schließen konnte.

„Wollen Sie diese Schriftstücke in Ihrem Hause verbergen?“ fragte er gleichmütig.

Ich bejahte seine Frage ohne Besinnen, im Augenblick nur in schnellen Erwägungen damit beschäftigt, welcher Ort meiner Wohnung oder meines Gartens am geeignetsten sein möchte. Es kam mir keinen Augenblick in den Sinn, daß es in Mangalore Verstecke genug für eine Handvoll verdächtiger Papiere geben mußte, und der Gedanke, etwa mißbraucht zu werden, lag mir so fern, wie ich tief durchdrungen war vom Charakter und Wert des Mannes, der mich bat.

Später habe ich oft daran denken müssen, welche Empfindungen in der Seele eines jungen Menschen Entschlüsse ähnlicher Art zu zeitigen vermögen, und wie selten die Gesinnung eines auf solche Weise Bereitwilligen im Grunde mitzuspielen braucht. Es mag sich so mancher, der durch einen raschen Entschluß, den vielleicht die gedankenlose Erbötigkeit eines Augenblicks mit sich gebracht hat, um die Freiheit seiner ganzen Jugend und um den Preis seines tätigen Lebens gebracht haben.

Ich griff nach dem Päckchen. „Verlassen Sie sich auf mich“, sagte ich. Darüber kam mir in den Sinn, daß mein Freund mir soeben noch mitgeteilt hatte, daß ich morgen mit einer Haussuchung zu rechnen hätte, und ich stellte eine Frage, um diese seltsamen Zusammenhänge aufgeklärt zu sehen.

„Ich möchte, daß diese Schriftstücke bei Ihnen gefunden werden“, sagte Mangesche Rao. Er sprach leise und vorgeneigt, aber ohne Eifer und ohne den Wunsch, mir seine Verfügung dadurch geheimnisvoller zu machen. Wer in Indien eigene und gefahrvolle Interessenwege beschreitet, weiß, daß nicht nur die Wände Lauscher verbergen, sondern daß auch von der Nacht, den Frauen und dem besten Freunde Gefahr drohen kann. Ich ahnte seine Besorgnis und sagte:

„Mein Diener ist zuverlässig.“

Mangesche Rao schüttelte den Kopf. „Er ist ein Kind“, sagte er. „Gesinnung und Aufrichtigkeit ohne Schlauheit sind wie Verräter für jeden bei uns, welcher die Mittel seiner Feinde kennt. Sie müssen aus einem Lande stammen, in welchem der Freimut und die Kraft neben der Kühnheit als hoher Ruhm gelten, sie mögen zur Ehre eines freien Volkes gehören, dies Volk hat seine Freiheit fast vergessen.“

Irgend etwas überwältigte mich nach diesen Worten zu einer Traurigkeit, in welcher ich zum ersten Mal die Liebe meines Herzens zu diesem Manne in ihrer ganzen Tiefe empfand, und ich hätte ihn inständig bitten mögen, von diesem fruchtlosen und bösen Kampf zu lassen. Mir wurde klar, daß sein Wesen bei aller Kraft seines Geistes den Waffen seiner Gegner nicht gewachsen war, denn den Hochgesinnten überwältigt im Kampf mit der Niedrigkeit zuletzt der Ekel, aber ich schwieg aus Ehrfurcht vor dem Feuer, das in seiner Seele brannte.

Mangesche Rao fuhr fort: „Machen Sie es den Suchenden nicht gar zu leicht, aber tragen Sie Sorge, daß sie die Papiere auf jeden Fall finden. Sollte der Zufall, der so gerne dort zu spielen liebt, wo die Absicht am deutlichsten ist, den Erfolg der Engländer vereiteln, so verraten Sie die Dokumente dadurch, daß Sie sie, scheinbar ungeschickt, zu verstecken trachten, während noch gesucht wird.“

Er brach plötzlich ab und wartete wie auf einen Einwand, aber ich sprach das Mißtrauen oder die Besorgnisse nicht aus, die er bei mir zu vermuten schien, weil kein Argwohn gegen den Freund in meinem Herzen war, und weil ich wußte, daß er niemals etwas von mir fordern würde, das ihm diente, indem es mich schädigte. So erklärte er mir die Absicht, die er mit dieser Maßnahme verfolgte:

„Unsere Zeit ist noch nicht gekommen,“ sagte er einfach, „die Funde, welche in Ihrem Hause gemacht werden, sind argloser Natur, aber immerhin bezeichnend genug, um als eine wichtige Entdeckung gelten zu können. Der Verdacht wird durch diese Dokumente abgelenkt und die Spur verwischt werden, man wird ihren Inhalt dankbar als Resultat der Untersuchung betrachten und an ihm die Eigenart und den Umfang jener Umtriebe messen, die Verdacht erregt haben. Einige unserer Freunde werden bloßgestellt, aber sie sind bereit, der Sache das Opfer zu bringen, das in der Verbüßung einer geringen Strafe besteht. Zuletzt wird man nicht viel mehr in Erfahrung gebracht haben, als ohnehin schon bekannt ist.“

„Sie sagen mir viel“, antwortete ich dankbar und voller Bewunderung für das Geschick dieses Plans.

„Ihr Vertrauen verdient das meine“, sagte Mangesche Rao einfach, und ein warmer Blick, der das kühle Maß dieser stets so beherrschten Züge durchbrach, traf meine Augen kurz und traurig.

Ich fragte noch, wie ich mich einem Verhör gegenüber zu verhalten hätte, welches danach forschte, wie die Papiere in mein Haus gekommen seien.

„Nennen Sie meinen Namen“, entschied Mangesche Rao.

„Und wenn Sie selbst eine Strafe trifft?“

„Man wird es nicht wagen und sich an die halten, welche wir vorgeschoben haben, aber besser wäre es, man wagte es, weil meine Bestrafung mir das Vertrauen derer sichern würde, für welche ich sie trage. Je mehr die Regierung mich schont, um so eher werden die Brahminen von Mangalore mich für einen Abtrünnigen halten. Meine Offenheit gegen die Priesterkasten selbst würde Verräter im eigenen Lager erwecken, meine Vorsicht dagegen macht sie mißtrauisch. Es ist schwer, im dunkeln Wald einen geraden Weg zu gehen.“


Strahlend stieg ein neuer Tag über Mangalore empor. Ich ritt, schon bevor die Sonne die Spitzen der braunen Pagoden färbte, durch die sumpfigen Mangroven-Dickichte der Flußniederungen, von Panja begleitet, der wie in einer Ahnung der hereinbrechenden Ereignisse nicht von meiner Seite wich. Eine seltsame Fremdheit lag in meinen Augen über der Landschaft, ihren Tieren und Pflanzen und über allen Dingen. Als ich nahe bei einem hölzernen Lagerschuppen ein Boot im dunklen Wasser erblickte, auf dem ein Hindu fröstelnd in der Morgenkühle hockte und, noch benommen vom Schlaf, in die grünschimmernde Weite starrte, kam mir jener Tag in den Sinn, an welchem ich zu Beginn meiner Dschungelfahrt in Tschirakal am Watarpatnamsee angelangt war und Panja mit den Mohammedanern um den Preis der Kanus stritt.

Die Erlebnisse und die Bilder meiner Reise zogen mit dem heraufsteigenden Tag durch meine Erinnerung, mit ihrem Glanz und ihren Sorgen und ihrem nie ruhenden Wunsch meines Herzens es möchte in diesem Lande Heimatrechte und jene Beziehungen erwerben, die Vertrautheit zur Liebe führen. Huc, der Affe meines Traums, saß wieder mit alten Augen vor mir, wahrsagerisch und weise, von jenen Hoffnungen der seufzenden Kreatur ermüdet, die so alt sind wie die Schicksale der Erde.

Waren es die Unrast, der Haß und die Erbitterung der neuen Menschen meiner Erfahrung und ihre kleinen und doch so wichtigen Interessen, die mir den Glauben an die Harmonie zerstörten, welche die unberührte Natur und das große Meer mir vermittelt hatten? Nie kam ich mir verirrter vor in dieser Welt des Wirkens, als an jenem Morgen, und am liebsten hätte ich alles dahinten gelassen, um aufs neue in die grünen Schatten der durchklungenen Wildnis zu ziehen, die die Sicherheit und den Wohlstand des armen Daseins gefährden mochte, die aber den Weg der Seele zu jenem Erkennen bereitete, das allein Frieden bringen kann.

Aber mein Verlangen erschien mir bald darauf wie ein Hang zur Flucht, als warteten Pflichten und Aufgaben meiner in einem anderen Land, in einem Bereich, dessen Kräften und Zielen ich durch Abstammung und Überlieferung verbunden war, und zum ersten Mal seit Jahren wandten sich meine inneren Augen über das Meer hin der Heimat zu. Ich dachte daran, daß der Mann, dem nun seit lange meine tiefste Teilnahme gehörte, wie in einem wehmütigen Bewußtsein des Untergangs seines eigenen Geschlechts und seiner Rasse, den nahen Ruhm und die Hoffnung der meinen ahnungsvoll ausgesprochen hatte, und ich fühlte die Kraft seines Glaubens wie ein Vermächtnis im Gewissen glühen. –

Die Ereignisse des Tages verliefen ähnlich, wie ich sie nach Mangesche Raos Worten erwarten mußte. Gegen Mittag meldete sich ein junger Offizier, der in Begleitung von drei Soldaten kam, bei mir an. Er nahm seine Pflicht ungemein wichtig, er versuchte den Anschein zu erwecken, als sei er der König von England, und ich beantwortete seinen pathetischen Erlaß damit, daß ich ihm mein Taschenmesser aushändigte, als habe er meinen Degen gefordert. Er mußte lachen und schien sich darauf zu besinnen, daß ein Privatmann kein Rekrut und ein Deutscher kein englischer Untertan ist, auch erinnerte ich ihn daran, daß ein Verdacht kein Beweis und ich selbst kein verdächtiges Dokument sei.

Sein Selbstbewußtsein uniformierte sich wieder, als die Papiere gefunden wurden, und auf sein Ersuchen begleitete ich ihn im Ochsenwagen zum Regierungsgebäude. Er war unterwegs höflich, still und sehr ernst, und ich freute mich heimlich des gelungenen Plans meines Freundes. Übrigens sah nach diesem öffentlichen Eingriff in die Privatrechte einer Reihe der Einwohner Mangalores das militärische Aufgebot plötzlich um vieles gewichtiger aus. Von den Fenstern des Regierungsgebäudes aus erblickte ich draußen auf dem Meere den niedrigen eckigen Umriß eines Kanonenbootes, das schwarz und drohend im stillen Blau schwamm, wie mit Kohle gezeichnet. Der unfreundliche Hof des Gebäudes wimmelte von Soldaten. Einen Augenblick überkam mich ein Gefühl heißer Besorgnis um Mangesche Raos Geschick. Die nächstliegenden Eindrücke sind besonders dann die stärksten, wenn man die Aussichten der Parteien nicht übersieht. Panjas totenblasses Gesicht ging mir wie ein Gespenst nach, er war wie versteinert am Gartentor zurückgeblieben, ich wußte nicht, ob er meinen Befehl verstanden hatte, mich am Abend zu erwarten, und ich fürchtete ernstlich, er würde irgend eine heldenmütige Dummheit begehen.

Nach einer zweistündigen Wartezeit, in welcher ich eine treuherzige Schildwache mit einer Reihe der furchtbarsten Dschungelmärchen in ihrem Glauben an Hexen und böse Geister bestärkte und sie mit Zigaretten wieder beruhigte, erschien der Kollektor und verbürgte sich dem englischen Oberst gegenüber, der ihn begleitete, für meine Unschuld. Es mußte wohl eine ausführlichere Verhandlung über mich vorangegangen sein, der Beamte entschuldigte sich höflich aber etwas gereizt bei mir, offenbar erinnerte er sich dessen, daß ich die Bekanntschaft Mangesche Raos seiner Vermittlung verdankte, und daß ich mich seit jenen Tagen nicht gut zu einem gefährlichen Umstürzler hatte auswachsen können. Es schien mir zudem aus allem hervorzugehen, daß man den Brahminen zu schonen wünschte. Ein Rekrut machte sich auf den Weg, mein Pferd zu holen, und ich wurde etwas herzlos und beiläufig verabschiedet. Man war offenbar beschäftigt.

Panja empfing mich glücklich und stolz, mir war, als schämte er sich seiner Ängste, nun er mich wohlbehalten in unserm Hause wiedersah, aber weder seine Freude noch die eigene Erleichterung ließen mich aufatmen. Es trieb mich den Rest des Tages hindurch in großer Unruhe von einem zum andern, nichts wollte mir gelingen, nichts beschäftigte mich ernstlich, ich wartete und wußte nicht worauf.

Gegen Abend schickte ich Panja zu Mangesche Rao. Er traf ihn nicht in seinem Hause an, aber ich erfuhr wenigstens, daß er auf freiem Fuß belassen worden war, ohne daß ich mich nun für eine Genugtuung oder für eine neue Besorgnis entschließen konnte.

Aus diesen bedrängenden Stunden ist mir ein kleiner Vorfall ohne Bedeutung so lebhaft im Gedächtnis geblieben, als habe meine Sorge sich einzig um ihn gedreht. In der kurzen Dämmerung, als schon der Mond leuchtete, und ich mit meiner Zigarre im Liegestuhl auf der Veranda weilte, sah ich einen beweglichen Schatten am Gartentor. Ich beobachtete ihn eine Weile, ohne ihm Gewicht beizumessen, endlich rief ich Panja, der hinausging und gleich darauf ein Kind zu mir brachte, das mich mit stillen Augen betrachtete und lange kein Wort wagte. Es war ein Mädchen von etwa dreizehn Jahren, mit einem rötlichen Kittel bekleidet, mit offenem Haar und seiner Gesichtsbildung nach den niederen Kasten angehörig. Mit Panjas Hilfe erfuhr ich bald die Geschichte und die Bitte meines späten Gastes, und mit einem heimlichen Schauer sah ich das junge Wesen plötzlich mit ganz anderen Augen an, als ich wußte, daß es vor einigen Tagen Mutter geworden war. Man muß erfahren haben, wie gewöhnlich solche Fälle im tropischen Indien sind, um solcher Aussage ohne weiteres Glauben zu schenken. Die junge Mutter kam aus einem Dorfe im Flußtal und bat mich um Schutz. Es handelte sich offenbar um eine Verwechslung meines Hauses mit der Missionsniederlassung.

„Es ist die Nacht der freien Liebe in ihrem Ort“, erklärte mir Panja. „Einmal im Frühling muß dort in ihrer Kaste jede Frau und jedes Mädchen jedem Manne angehören, der sie begehrt, das ganze Dorf heult und wimmert die Nacht hindurch, wie ein Sumpf mit Ertrinkenden, die zu ewiger Wollust verdammt sind. Es dauert, bis die Sonne am Erdrand erscheint, dann wird es still, und den Tag hindurch schlafen die Menschen. Das Kind ist aus Furcht geflohen.“

Panja führte die junge Mutter in die Missionsschule hinunter, ich blieb mit den Grillen allein in der weißschillernden Nacht, der letzten in Indien, an die ich klare Erinnerungen habe, denn am Morgen des hereinbrechenden neuen Tages stand ich vor der Leiche Mangesche Raos.


Ich weiß, daß ich im Morgengrauen aufs Pferd stieg, im Reiten meinen Rock knöpfte und mir dessen bewußt wurde, daß ich den Korkhelm vergessen hatte. Darüber kam mir in den Sinn, daß ich bei meiner Rückkehr den Schatten aufsuchen müßte, und hörte Panjas fremde Stimme, der mit meinem Pferd sprach, das er laufend am Zügel führte. Er schrie einen Ochsenkarren an, der uns in der Nähe des Stadttors den Weg versperrte, und ich sah einen kleinen gekrümmten Mann, der ängstlich und mit bösen, unterwürfigen Augen seine Tiere in den Graben zerrte. Er hatte Maisschößlinge geladen und trat mit seinem nackten Fuß aufgeregt in die Weichen der schwerfälligen Ochsen. Hatte diese selbe Stimme Panjas nicht eben noch geschrien: Die Brahminen haben Mangesche Rao vergiftet?

Es war noch nicht ganz hell im Haus des Toten. Der festgetretene Lehmboden vor der Veranda glänzte feucht, am Zaun waren weiße Ziegen angebunden, und die Palmenwedel sirrten im Morgenwind. Ich vernahm eine Stimme, die merkwürdig gleichförmig klagte, immer in demselben Tonfall, die hellen Seufzer folgten einander mit dem ausgestoßenen Atem, und mein erster Gedanke war: So ist er nicht tot, ich werde ihn noch lebend finden.

An der Tür zum Totenzimmer flüchteten einige dunkle Gestalten, ich sah im Raum, dicht am Fenster, ein niedriges Lager, auf das das Morgenlicht fiel, grünlich und blaß, wie aus einem erlöschenden Scheinwerfer. Unter einem weißen Tuch erkannte ich undeutlich die Umrisse einer gekrümmten Gestalt, eine zur Faust verkrampfte Hand sah seitlich aus den Falten hervor und reckte sich, wächsern gefärbt, ein wenig aufwärts gebogen, in den fahlen Glanz des nahenden Tags empor.

Ich schlug das Tuch zurück und ließ es sogleich wieder über das entstellte Gesicht zurückfallen. Das höllische Gift, dem der Brahmine erlegen war, verrät sich selbst unzweifelhaft durch seine Wirkung und zugleich die heimtückische Macht derer, die es im Namen ihrer zu hämischen Götzen herabgesunkenen Gottheit mischen.

Als ich mich abwandte, begegnete ich Panjas Augen, und als er mein Gesicht sah, warf er sich zur Erde, als habe eine Faust ihn niedergeschlagen, und brach in ein Geheul aus wie ein Tier. –

Auf der Basarstraße hatte das bunte Leben des neuen Tages begonnen, die braunen, nackten Gestalten unter den farbigen Turbanen eilten in gewohnter Weise dahin, geschäftig oder lässig, bald von Lasten gebeugt, bald steif und würdig im vertrauten Müßiggang. Ein mohammedanischer Händler, dem ich seit langem schon versprochen hatte, ein Bündel Ingwerwurzeln abzukaufen, die ich mitnehmen wollte, verfolgte mich lange. Am Tempelteich, in dem eine weiße Mauer sich spiegelte, predigte ein fremder Pilger. Es roch nach verdunstendem Sprengwasser und Ochsen, die Sonne schien, die vereinzelten Palmen hoben sich schräg und still über den Lärm der Straße und über die weißen, flachen Dächer der Häuser. Es begann warm zu werden.

Als wir die hohe Palmenallee erreichten, die am Meer dahinführt, und die Geräusche der Stadt im eintönigen Rauschen des Wassers verklangen, gab ich Panja mein Pferd und schritt allein weiter. Eine Müdigkeit, die Leib und Seele wie ein bitterer Strom durchdrang, ließ mich nach einer Weile innehalten, und ich lehnte mich an den Stamm eines Baums und schloß die Augen.

Da sah ich im Abendfrieden ein Dorf meiner deutschen Heimat. Der Holunder blühte am Zaun, es hatte geregnet, und die Luft war kühl und feucht. Hoch auf dem Giebel eines Bauernhauses sang eine Amsel in der letzten Sonne, und die klare Süßigkeit ihrer Stimme erfüllte das ruhige Land mit Glück.

Ende


Im Verlag von Rütten & Loening in Frankfurt a. M. erschien
Waldemar Bonsels
Menschenwege
Aus den Notizen eines Vagabunden
75. Tausend
Aus Urteilen der Presse:

Als Dichtungen, mit sokratischer Methode gewertet, sind diese sieben Kapitel des Waldemar Bonsels das Reinste, Klingendste, Gewählteste, was mir seit langem begegnete. Eine Keuschheit des Geistes ist in diesen Begegnungen, eine Zucht des Worts, eine Regie der Führung, die uns aus jeder Bedrängnis der Gegenwart in das Lichtgebäude eines geruhsam betrachtenden Willens führt.

„Tägliche Rundschau“, Berlin

Waldemar Bonsels ist der tiefgründige Denker und künstlerisch reife Gestalter, der Dichter mit der umfassenden Menschenliebe und Wortführer für eine neue, auf voraussetzungsloser Güte aufgebaute Weltordnung. Zu der Weisheit und Liebe, die sein neues Buch: „Menschenwege, aus den Notizen eines Vagabunden“ ausströmt, gesellt sich als weiteres Geschenk die wahrhaft adelige Form der Sprache, in die der Dichter den Reichtum seiner Gedanken gefaßt hat.

Gerade in unserer haßerfüllten und ungerechten Zeit, die so viel Schmerzliches und Bitteres über uns gebracht hat, wirkt ein so ganz aus Seelengüte, Milde und feierlichem Ernst gestimmtes Werk wie eine Offenbarung, in der wir den tieferen Sinn unseres Lebens wie eine Verheißung von neuem erkennen.

„Straßburger Post“

Eine Vertiefung des Geistigen, eine Verinnerlichung des Seelischen und eine Umhüllung des Ganzen mit einer Atmosphäre des mystisch Reinen und Frohen, eines ins Höchste gerichteten Sinnes, spricht aus dieser Dichtung, daß es sie schädigen hieße, wollte man versuchen, die Linien nachzuziehen. Es ist eine über alle dogmatischen Satzungen erhobene, freie Religiosität, die als einziges Ziel das Unvergängliche hat, um das sich seit Anbeginn der Kosmos mit seinen Menschlein bewegt: Gott.

„Frankfurter Zeitung“

Über aller Wirklichkeit der bunten Lebensgeschehnisse dieses Buches steht leuchtend die Wahrheit, die der Dichter in prophetischem Geiste verkündet. Seine neue Betrachtung der Welt erwächst allein aus dem Glauben an eine reine Menschlichkeit. Dieser Vagabund ist die Verkörperung der Sehnsucht der neuen Jugend.

„Hannoverscher Courier“


Urteile der Presse über:
Waldemar Bonsels
Indienfahrt

Ich gestehe offen, daß mir noch niemals ein so formvollendetes, künstlerisch durchdachtes und von Schönheit überquellendes Buch unter die Augen gekommen ist.

„Der Bund“, Bern

Waldemar Bonsels' Buch ist nicht nur das Schönste, was ich je über Indien gelesen habe, auch ohne Rücksicht auf den Gegenstand muß ich es zu den wenigen großen Kunstwerken der Literatur der Gegenwart zählen, die an sich vollkommen sind. In meiner tiefen Ergriffenheit möchte ich auf dieses Buch alle die Lobsprüche häufen, wie sie schlagwortartig bei Anerkennungen wiederkehren.

„Die Hilfe“, Berlin

Es ist unmöglich, die Glut dieses Buchs aus Rausch, Fieber, Weisheit und Liebe zu zergliedern! Das Erlebnis Indien ist für Waldemar Bonsels das Erlebnis der Natur ohne Konventionen, ohne Zivilisation, ohne Mechanisierung des Lebens. Der Dichter durchstreift den Dschungel, immer auf der Suche nach reiner ungetrübter Natur, voll Qual und Lust, voll Größe und Einsamkeit. So wird der Leser vom stofflichen Reiz, vom Interessanten zur Philosophie, zur Betrachtung, zum Miterleben einer Dichtung geleitet, deren Gegenstand ein wirkliches Land ist, und aus einer Summe von Eindrücken wird ein phantastisches, großartiges und kühnes Gemälde des Lebens, wie es überall aus Gott fließt und zu seinem Urgrund zurückflutet.

„März“, München

Bonsels zeigt sein Indien, das Indien eines Menschen, der mit durstiger Seele durch die Wälder und Berge zieht. So, aus dem Persönlichen heraus, erwacht dieses Land mit einer Lebendigkeit vor unseren Augen, als stünden wir selber auf seiner Erde, als quölle der Dunst seiner Frühe und die Glut indischen Mittags vor uns aus dem Boden mit all seinen Gefahren und mystischen Verlockungen. Mir scheint dies wirklich die einzige Methode zu sein, mit der ein Land deskriptiv zu erfassen ist. Man darf nicht mit der Kamera und dem Lot auf solch eine Reise gehen, sondern mit einer Seele; einer Seele, die hell sein muß wie ein Spiegel, der die Sonne aufnimmt und widerstrahlt aus der Begrenztheit seiner Dinghaftigkeit in die Unbegrenztheit seelischen Erlebnisses.

„Berliner Tageblatt“


Im Verlag von Schuster & Loeffler in Berlin erschienen:
Waldemar Bonsels
Die Biene Maja und ihre Abenteuer
315. Auflage

Gebt dieses Buch euren Kindern; es ist ein herrliches Buch!

„Die deutsche Frau“, Berlin

Es ist das Werk eines Dichters und Sehers, der eine große Offenbarung über das tiefste Wesen der Dinge zu verkünden hat.

„Straßburger Post“

Waldemar Bonsels
Das Anjekind
Eine Erzählung
49. Auflage

In diesem Buche schlägt das Herz einer dichterischen Wahrhaftigkeit, das zu schlagen nie aufhören wird. Es ist ein Einklang zwischen Natur und Mensch dargestellt, wie er ergreifender kaum gedacht werden kann.

„Hannoverscher Courier“

Waldemar Bonsels
Himmelsvolk
Ein Buch von Blumen, Tieren und Gott
240. Auflage

Dies zarte, berauschende Buch ist ein Buch des Kämpfens, des Sieges und des Untergangs. Alle Entwicklungen des Buches, sein inneres Ereignis, wird dargestellt in Unterhaltungen mit Blumen, in Gesprächen von Tieren, deren Ernst von einer kaum glaubbaren, niegekannten Heiterkeit getragen ist. Jedes Wort aber scheint hingeschrieben in großer Leidenschaft, tief erfühlt und in dem Willen, durch sein Werk beizutragen zu einer kommenden, reineren, alles auf das Erleben stellenden, um Gott wissenden Menschheit.

„Berliner Börsen-Courier“


Im Verlag von Schuster & Loeffler in Berlin erschienen:
Waldemar Bonsels
Wartalun
Eine Schloßgeschichte
56. Auflage

…das ist der Sinn des Geschehens zu Wartalun, einer Geschichte von so hohem dichterischen Gewicht, daß ich sie nach den Maßen anderer Romane nicht messen möchte. Der sie schuf, ist ein großer Künstler, wer sie liest, empfängt eines der schönsten, um Natur- und Menschengeheimnis gewebten Gedichte. Es klingt wie Urweltrauschen durch dies Buch, Winde, Bäume, Tiere, die Erde selbst scheint zu reden, und das Tun der Irdischen ist wie ein Glied der großen unendlichen Kette, die alles Leben bewegt.

„München-Augsb. Abendzeitung“

Waldemar Bonsels
Der Tiefste Traum
Eine Erzählung
46. Auflage

Ein Stimmungszauber geht von dem Buche aus, der die Sinne mit lockender Gewalt zur innigsten Anteilnahme zwingt. Der eigenartige Zauber liegt auf der rein menschlichen Seite des tiefen Problems, und die ganze Entwicklung der beiden Charaktere ist einzig darauf gerichtet, alles in eine ungemein vertiefte und goldverklärte Harmonie ausklingen zu lassen.

„Generalanzeiger für Elberfeld“

Waldemar Bonsels
Don Juan
Eine epische Dichtung
7. Tausend
Erschienen 1919

Anmerkung: Gegenüber dem Originaltext wurden folgende Änderungen vorgenommen:

Buchseite 132: „kühl um seine Stirn wehte“ wurde geändert in: „kühl um meine Stirn wehte“.
Buchseite 134: „Maisor“ wurde geändert in „Maisur“.
Buchseite 154: „Mangolore“ wurde geändert in „Mangalore“.
Buchseite 168: „Upanangadi“ wurde geändert in „Uppanangadi“.
Buchseite 191: „Kumadary“ wurde geändert in „Kumardary“.
Buchseite 199: „Malealym“ wurde geändert in „Malayalam“.
Buchseite 224: „Indier“ wurde geändert in „Inder“.
Buchseite 230: „Indier“ wurde geändert in „Inder“.

Ein neuer Absatz wurde begonnen:

Buchseite  54: vor „Die Nacht sank nieder“
  76: vor „Wir besichtigten die Boote“
  78: vor „Gegen Mitternacht“
  80: vor „Wir hatten viel Umstände“
 119: vor „Goy sann nach“
 122: vor „Ich sah Panja weinen“
 122: vor „Erst nach Tagen“
 132: vor „Mir war die Nachricht willkommen“
 185: vor „Ich begriff aufs neue“
 199: vor „Er erhob sich“
 223: vor „Die Sonne trieb ihr buntes Spiel“