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Dô der sumer komen was
und die bluomen durch daz gras
wünneclîche ensprungen,
aldâ die vogele sungen,
an einen anger langen,
dâ ein lûter brunne enspranc:
dâ diu nahtegale sanc.
Bî dem brunnen stuont ein boum,
dâ gesach ich einen troum.
ich was von der sunnen
gegangen zuo dem brunnen,
bî dem brunnen ich gesaz,
mîner swære ich gar vergaz:
wie mîn sêle wære
ze himel âne swære
und der lîp hie solte
dâne was mir niht ze wê:
got der
walde's, swie'z ergê,
Gerne sliefe ich iemer dâ,
alse ich in des günne!
von ir schrîen ich erschrac:
diu getrôste mir den lîp.
waz der troum bediute.
daz merken wîse liute:
zwêne und einer daz sint drî;
daz mîn dûme ein vinger sî.
Sô die bluomen ûz dem grase dringent,
in einem meien an dem morgen fruo,
und diu kleinen vogellîn wol singent
in ir besten
wîse die sie kunnen,
ez ist wol halb ein himelrîche.
in mînen ougen hât getân und tæte ouch noch, gesæhe ich daz.
Swâ ein edeliu schœne frouwe reine
alsam der sunne gegen den sternen stât:
der meie bringe uns al sîn wunder,
waz ist dâ sô wünneclîches under
als ir vil minneclîcher lîp?
wir lâzen alle bluomen stân und
kapfen an daz werde wîp.
Nû wol dan,
welt ir die wârheit schouwen,
der ist mit aller sîner
krefte komen.
seht an in und seht an werde frouwen,
daz bezzer spil ob ich daz habe genomen.
ôwê der mich dâ welen hieze,
deich daz eine durch daz ander lieze,
wie rehte schiere ich danne
küre!
hêr Meie, ir müeset merze sîn, ê ich mîne frouwen dâ verlüre.
«Nemt, frouwe, disen kranz,»
alsô sprach ich z'einer wol getânen maget:
«sô zieret ir den tanz
mit den schœnen bluomen, als ir s' ûfe traget
hæt' ich vil edele gesteine,
daz mües' ûf iur houbet,
obe ir mir's geloubet:
sêt mîne triuwe, daz ich'z meine.
Ir sît sô wol getân,
daz ich
iu mîn schapel gerne geben wil,
wîzer unde rôter bluomen weiz ich vil,
die stênt sô verre in jener heide:
dâ sie schône enspringent
und die vogele singent,
Si nam daz ich ir bôt
ir wangen wurden rôt
same diu rôse, dâ si bî der liljen stât.
daz wart mir ze lône:
wart mir's iht mêr, daz trage ich
tougen.
Mich dûhte daz mir nie
lieber wurde danne mir ze muote was:
von den boumen
bî uns nider an daz gras.
seht, dô muost' ich
von freuden lachen.
do ich sô wünneclîche
was in troume rîche:
dô tagete ez und
muose ich wachen.
Mir ist von ir geschehen
daz ich disen sumer allen
meiden muoz
frouwe, durch iur güete
rucket ûf die hüete:
ôwê, gesæhe ich s' under kranze!
daz hât ir schœne und ir güete gemachet
und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.
Ich hân den muot und die sinne gewendet
an die vil reinen, die lieben, die guoten:
daz müez' uns beiden wol werden volendet
swaz ich ie freuden zer werlde gewan,
daz hât ir schœne und ir güete gemachet
und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.
«Under der linden
an der heide,
dâ unser zweier bette was,
dâ muget ir vinden
schône beide
gebrochen bluomen unde gras.
vor dem walde in einem tal,
tandaradei!
schône sanc diu nahtegal.
Ich kam gegangen
zuo der ouwe:
dâ wart ich enpfangen,
daz ich bin sælic iemer mê.
tandaradei!
sehet, wie rôt mir ist der munt.
Dô het er gemachet
des wirt noch gelachet
inneclîche,
kumt iemen an daz selbe
pfat.
tandaradei!
merken wâ
mir'z houbet lac.
Daz er bî mir læge,
wesse ez iemen
(nu enwelle got!), sô schamte ich mich.
wes er mit mir pflæge,
unde ein kleinez vogellîn:
tandaradei!
des enweiz ich niht: ich minne dich.
dû sihst bî mir hin und über mich.
solhe liebe ân' grôzen schaden.
hilf mir tragen, ich hân ze vil geladen!
daz dîn ouge an mich sô selten siht?
sône
wîze ich dir dar umbe niht:
sô mît mir daz houbet
(daz sî dir erloubet)
und sich nider an mînen fuoz,
sô bist du'z mîn frouwe:
edel unde rîche
dar zuo tragent sie hôhen muot;
lîhte sint sie bezzer, dû bist guot.
Frouwe, nû versinne
eines friundes minne
diu ist niht, da ensî ein ander bî.
minne entouc niht eine,
si sol sîn gemeine,
sô gemeine, daz si gê
durch zwei herzen unde
niwet mê.
dot gebe dir hiute und iemer guot!
kunde ich baz gedenken dîn,
wan daz dir nieman holder ist? ôwê, dâ von ist mir vil wê.
sô nidere wende mînen sanc.
daz sie niht versinnent sich
waz
liebe sî, des haben undanc!
die dâ nâch
guote und nâch der schœne minnent: wê, wie minnent die!
Bî der schœne ist dicke
haz:
zer schœne niemen sî ze
gâch.
liebe tuot dem herzen baz:
liebe machet schœne wîp:
des'n mac diu schœne niht getuon, sin' machet niemer lieben lîp.
und als ich iemer wil vertragen:
dû bist schœne und hâst genuoc.
waz mugen sie mir dâ von gesagen?
swaz sie sagen, ich bin dir holt
Hâst dû triuwe und stætekeit,
hâst ab dû der zweier niht,
sô müezest dû mîn niemer werden: ôwê, obe daz geschiht!
daz mir noch werde ir habedanc!
vil werde in mînen hôhen sanc.
gern' ich in allen dienen sol:
doch habe ich mir dise ûz erkorn.
ein ander weiz die sînen wol:
die lobe der âne mînen zorn,
hab' ime wîs' unde wort
mit mir gemeine: lobe ich hie, sô lobe er dort.
Ir houbet ist sô wünnenrîch,
als ez mîn himel welle sîn.
wem solde ez anders sîn gelîch?
ez hât
joch himeleschen schîn.
dâ liuhtent zwêne sternen abe:
sô mac ein wunder wol geschehen:
Got hâte ir wengel hôhen
flîz:
sô reine rôt, sô reine wîz,
sô sæhe ich s' iemer gerner an
ôwê, waz lobe ich tumber man?
mach' ich mir sie ze
hêr,
vil lîhte wirt mîns mundes lop mîns herzen sêr.
Si hât ein
küssen, daz ist rôt:
gewunne ich daz für mînen munt,
und wære ouch iemer mê gesunt.
dem si daz an sîn wengel leget,
der wonet dâ gerne nâhe bî:
alsam ez
allez balsme sî.
daz sol sie lîhen mir:
sô dicke sô si'z wider wil, sô gibe ich'z ir.
ob ich da enzwischen loben muoz,
sô wæne ich mê beschouwet hân:
gerüefet, do ich sie nacket sach.
dâ diu vil minneclîche ûz einem bade trat.
daz wir iemer in den sorgen iht enleben?
wê wie tuont die jungen sô,
die
von freuden solten in den lüften sweben?
i'n weiz anders weme ich'z
wîzen sol,
wan den rîchen wîze ich'z und den jungen.
des stât in trûren übel und stüende in freude wol.
daz si mir gît
kumber unde hôhen muot!
mîn frou Sælde, wie si mîn vergaz,
daz si mir sîn guot ze mînem muote
mîn kumber stüende im dort bî sînen sorgen baz.
der gedenke an guotiu wîp – er wirt erlôst –
die gedanke wâren ie mîn bester trôst.
gegen den vinstern tagen hân ich nôt,
wan daz ich mich rihte nâch der heide,
diu sich schamt ir leide:
sô si den walt siht gruonen, sô wirt s' iemer rôt.
Frouwe, als ich gedenke an dich,
waz dîn reiner lîp
erwelter tugende pfliget,
mitten an daz herze, dâ diu liebe liget.
liep und lieber des enmeine ich niht,
dû bist aller liebest, daz ich meine:
dû bist mir alleine
vor al der werlte, frouwe, swaz sô mir geschiht.
ich wolte von ir dienste gân,
wan daz ein trôst mich wider brâhte.
trôst mag ez rehte niht geheizen, ouwê des!
ez ist vil kûme ein kleinez trœstelîn,
sô kleine, swenne ich'z iu gesage, ir spottet mîn;
Mich hât ein halm gemachet frô:
ich maz daz selbe
kleine strô,
als ich hie vor gesach von kinden.
nû hœret unde merket, ob si'z denne tuo:
«si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.»
swie dicke ich'z tete, sô was ie daz ende guot.
daz trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo.
Swie liep si mir von herzen sî,
sô mac ich doch vil wol erlîden,
daz ich ir sî zem besten bî.
ich darf ir werben dar niht nîden:
i'n mac, als ich erkenne, des gelouben niht,
daz s' ieman sanfte in zwîvel bringen müge.
mir'st liep, daz die getrogenen wizzen, waz sie trüge,
wan alze lanc daz s' iemer rüemic man gesiht.