Längeres Schweigen.
Der Gatte (betrachtet das süße Mädel lange, für sich).
Wer weiß, was das eigentlich für eine Person ist – Donnerwetter .... So schnell .... War nicht sehr vorsichtig von mir .... Hm ....
Das süße Mädel (ohne die Augen zu öffnen).
In dem Wein muß 'was d'rin gewesen sein.
Der Gatte.
Ja warum denn?
Das süße Mädel.
Sonst ....
Der Gatte.
Warum schiebst du denn alles auf den Wein?....
Wo bist denn? Warum bist denn so weit? Komm' doch zu mir.
Der Gatte (zu ihr hin, setzt sich)
Das süße Mädel.
Jetzt sag' mir, ob du mich wirklich gern hast.
Der Gatte.
Das weißt du doch .... (Er unterbricht sich rasch.) Freilich.
Das süße Mädel.
Weißt .... es ist doch .... Geh', sag' mir die Wahrheit, was war in dem Wein?
Der Gatte.
Ja, glaubst du ich bin ein .... ich bin ein Giftmischer?
Das süße Mädel.
Ja, schau, ich versteh's halt nicht. Ich bin doch nicht so .... Wir kennen uns doch erst seit .... Du, ich bin nicht so .... meiner Seel' und Gott, – wenn du das von mir glauben tät'st –
Der Gatte.
Ja – was machst du dir denn da für Sorgen. Ich glaub' gar nichts schlechtes von dir. Ich glaub' halt, daß du mich lieb hast.
Das süße Mädel.
Ja ....
Der Gatte.
Schließlich, wenn zwei junge Leut' allein in einem Zimmer sind, und nachtmahlen und trinken Wein .... es braucht gar nichts d'rin zu sein in dem Wein.
Das süße Mädel.
Ich hab's ja auch nur so g'sagt.
Der Gatte.
Ja warum denn?
Das süße Mädel (eher trotzig).
Ich hab' mich halt g'schämt.
Das ist lächerlich. Dazu liegt gar kein Grund vor. Umsomehr als ich dich an deinen ersten Geliebten erinnere.
Das süße Mädel.
Ja.
Der Gatte.
An den ersten.
Das süße Mädel.
Na ja ....
Der Gatte.
Jetzt möcht' es mich interessieren, wer die anderen waren.
Das süße Mädel.
Niemand.
Der Gatte.
Das ist ja nicht wahr, das kann ja nicht wahr sein.
Geh' bitt' dich, sekier' mich nicht. –
Der Gatte.
Willst eine Zigarette?
Das süße Mädel.
Nein, ich dank' schön.
Der Gatte.
Weißt du, wie spät es ist?
Das süße Mädel.
Na?
Der Gatte.
Halb zwölf.
Das süße Mädel.
So!
Der Gatte.
Na .... und die Mutter? Die ist es gewöhnt, was?
Willst mich wirklich schon z'haus schicken?
Der Gatte.
Ja, du hast doch früher selbst –
Das süße Mädel.
Geh', du bist aber wie ausgewechselt. Was hab' ich dir denn getan?
Der Gatte.
Aber Kind, was hast du denn, was fällt dir denn ein?
Das süße Mädel.
Und es ist nur dein G'schau gewesen, meiner Seel', sonst hätt'st du lang .... haben mich schon viele gebeten, ich soll mit ihnen ins chambre separée gehen.
Der Gatte.
Na, willst du .... bald wieder mit mir hieher .... oder auch wo anders –
Das süße Mädel.
Weiß nicht.
Was heißt das wieder: Du weißt nicht.
Das süße Mädel.
Na, wenn du mich erst fragst?
Der Gatte.
Also wann? Ich möcht' dich nur vor allem aufklären, daß ich nicht in Wien lebe. Ich komm' nur von Zeit zu Zeit auf ein paar Tage her.
Das süße Mädel.
Ah geh', du bist kein Wiener?
Der Gatte.
Wiener bin ich schon. Aber ich lebe jetzt in der Nähe ....
Das süße Mädel.
Wo denn?
Der Gatte.
Ach Gott, das ist ja egal.
Das süße Mädel.
Na, fürcht' dich nicht, ich komm' nicht hin.
Oh Gott, wenn es dir Spaß macht, kannst du auch hinkommen. Ich lebe in Graz.
Das süße Mädel.
Im Ernst?
Der Gatte.
Na ja, was wundert dich denn daran?
Das süße Mädel.
Du bist verheiratet, wie?
Der Gatte (höchst erstaunt).
Ja, wie kommst du darauf?
Das süße Mädel.
Mir ist halt so vorgekommen.
Der Gatte.
Und das würde dich gar nicht genieren?
Das süße Mädel.
Na, lieber ist mir schon, du bist ledig. – Aber du bist ja doch verheiratet! –
Ja, sag' mir nur, wie kommst du denn da darauf?
Das süße Mädel.
Wenn einer sagt, er lebt nicht in Wien und hat nicht immer Zeit –
Der Gatte.
Das ist doch nicht so unwahrscheinlich.
Das süße Mädel.
Ich glaub's nicht.
Der Gatte.
Und da möchtest du dir gar kein Gewissen machen, daß du einen Ehemann zur Untreue verführst?
Das süße Mädel.
Ah was, deine Frau macht's sicher nicht anders als du.
Der Gatte (sehr empört).
Du, das verbiet' ich mir. Solche Bemerkungen –
Du hast ja keine Frau, hab' ich geglaubt.
Der Gatte.
Ob ich eine hab' oder nicht – man macht keine solche Bemerkungen.
(Er ist aufgestanden.)
Das süße Mädel.
Karl, na Karl, was ist denn? Bist bös'? Schau, ich hab's ja wirklich nicht gewußt, daß du verheiratet bist. Ich hab' ja nur so g'redt. Geh' komm' und sei wieder gut.
Der Gatte (kommt nach ein paar Sekunden zu ihr).
Ihr seid wirklich sonderbare Geschöpfe, ihr .... Weiber. (Er wird wieder zärtlich an ihrer Seite.)
Das süße Mädel.
Geh' ..... nicht ..... es ist auch schon so spät. –
Der Gatte.
Also jetzt hör' mir einmal zu. Reden wir einmal im Ernst miteinander. Ich möcht' dich wieder sehen, öfter wiedersehen.
Das süße Mädel.
Is wahr?
Der Gatte.
Aber dazu ist notwendig .... also verlassen muß ich mich auf dich können. Aufpassen kann ich nicht auf dich.
Das süße Mädel.
Ah, ich pass' schon selber auf mich auf.
Der Gatte.
Du bist .... na also, unerfahren kann man ja nicht sagen – aber jung bist du – und – die Männer sind im allgemeinen ein gewissenloses Volk.
Das süße Mädel.
Oh jeh!
Der Gatte.
Ich mein' das nicht nur in moralischer Hinsicht. – Na, du verstehst mich sicher. –
Ja, sag' mir, was glaubst du denn eigentlich von mir?
Der Gatte.
Also – wenn du mich lieb haben willst – nur mich – so können wir's uns schon einrichten – wenn ich auch für gewöhnlich in Graz wohne. Da wo jeden Moment wer hereinkommen kann, ist es ja doch nicht das rechte.
Das süße Mädel (schmiegt sich an ihn). –
Der Gatte.
Das nächste Mal ... werden wir wo anders zusammen sein, ja?
Das süße Mädel.
Ja.
Der Gatte.
Wo wir ganz ungestört sind.
Das süße Mädel.
Ja.
Das andere besprechen wir im Nachhausfahren. (Steht auf, öffnet die Thür.) Kellner .... die Rechnung!
Ein kleines Zimmer, mit behaglichem Geschmack eingerichtet. Vorhänge, welche das Zimmer halbdunkel machen. Rote Stores. Großer Schreibtisch, auf dem Papiere und Bücher herumliegen. Ein Pianino an der Wand.
Das süße Mädel. Der Dichter.
Sie kommen eben zusammen herein. Der Dichter schließt zu.
Der Dichter.
So, mein Schatz (küßt sie).
Das süße Mädel (mit Hut und Mantille).
Ah! Da ist aber schön! Nur sehen tut man nichts!
Der Dichter.
Deine Augen müssen sich an das Halbdunkel gewöhnen. – Diese süßen Augen (küßt sie auf die Augen).
Das süße Mädel.
Dazu werden die süßen Augen aber nicht Zeit genug haben.
Warum denn?
Das süße Mädel.
Weil ich nur eine Minuten dableib'.
Der Dichter.
Den Hut leg' ab, ja?
Das süße Mädel.
Wegen der einen Minuten?
Der Dichter (nimmt die Nadel aus ihrem Hut und legt den Hut fort).
Und die Mantille –
Das süße Mädel.
Was willst denn? – Ich muß ja gleich wieder fortgehen.
Der Dichter.
Aber du mußt dich doch ausruh'n! Wir sind ja drei Stunden gegangen.
Das süße Mädel.
Wir sind gefahren.
Ja nach Haus – aber in Weidling am Bach sind wir doch drei volle Stunden herumgelaufen. Also setz' dich nur schön nieder, mein Kind .... wohin du willst; – hier an den Schreibtisch; – aber nein, das ist nicht bequem. Setz' dich auf den Divan. – So. (Er drückt sie nieder.) Bist du sehr müd', so kannst du dich auch hinlegen. So. (Er legt sie auf den Divan.) Da das Kopferl auf den Polster.
Das süße Mädel (lachend).
Aber ich bin ja gar nicht müd'!
Der Dichter.
Das glaubst du nur. So – und wenn du schläfrig bist, kannst du auch schlafen. Ich werde ganz still sein. Übrigens kann ich dir ein Schlummerlied vorspielen ..... von mir .... (Geht zum Pianino).
Das süße Mädel.
Von dir?
Der Dichter.
Ja.
Ich hab' 'glaubt, Robert, du bist ein Doktor.
Der Dichter.
Wieso? Ich hab' dir doch gesagt, daß ich Schriftsteller bin.
Das süße Mädel.
Die Schriftsteller sind doch alle Dokters.
Der Dichter.
Nein; nicht alle. Ich z. B. nicht. Aber wie kommst du jetzt darauf.
Das süße Mädel.
Na, weil du sagst, das Stück, was du da spielen tust, ist von dir.
Der Dichter.
Ja ... vielleicht ist es auch nicht von mir. Das ist ja ganz egal. Was? Überhaupt wer's gemacht hat, das ist immer egal. Nur schön muß es sein – nicht wahr?
Das süße Mädel.
Freilich .... schön muß es sein – das ist die Hauptsach'! –
Weißt du, wie ich das gemeint hab'?
Das süße Mädel.
Was denn?
Der Dichter.
Na, was ich eben gesagt hab'.
Das süße Mädel (schläfrig).
Na freilich.
Der Dichter (steht auf; zu ihr, ihr das Haar streichelnd)
Kein Wort hast du verstanden.
Das süße Mädel.
Geh', ich bin doch nicht so dumm.
Der Dichter.
Freilich bist du so dumm. Aber gerade darum hab' ich dich lieb. Ah, das ist so schön, wenn ihr dumm seid. Ich mein' in der Art wie du.
Das süße Mädel.
Geh', was schimpfst denn?
Engel, kleiner. Nicht wahr, es liegt sich gut auf dem weichen, persischen Teppich?
Das süße Mädel.
Oh ja. Geh', willst nicht weiter Klavier spielen?
Der Dichter.
Nein, ich bin schon lieber da bei dir. (Streichelt sie.)
Das süße Mädel.
Geh', willst nicht lieber Licht machen?
Der Dichter.
Oh nein .... Diese Dämmerung tut ja so wohl. Wir waren heute den ganzen Tag wie in Sonnenstrahlen gebadet. Jetzt sind wir sozusagen aus dem Bad gestiegen und schlagen .... die Dämmerung wie einen Badmantel (lacht) ah nein – das muß anders gesagt werden .... Findest du nicht?
Das süße Mädel.
Weiß nicht.
Der Dichter (sich leicht von ihr entfernend).
Göttlich, diese Dummheit! (Nimmt ein Notizbuch und schreibt ein paar Worte hinein.)
Das süße Mädel.
Was machst denn? (Sich nach ihm umwendend.) Was schreibst dir denn auf?
Der Dichter (leise).
Sonne, Bad, Dämmerung, Mantel .... so .... (steckt das Notizbuch ein. Laut). Nichts .... Jetzt sag' einmal, mein Schatz, möchtest du nicht etwas essen oder trinken?
Das süße Mädel.
Durst hab' ich eigentlich keinen. Aber Appetit.
Der Dichter.
Hm .... mir wär' lieber, du hättest Durst. Cognac hab' ich nämlich zu Haus, aber Essen müßte ich erst holen.
Das süße Mädel.
Kannst nichts holen lassen?
Das ist schwer, meine Bedienerin ist jetzt nicht mehr da – na wart' – ich geh' schon selber .... was magst du denn?
Das süße Mädel.
Aber es zahlt sich ja wirklich nimmer aus, ich muß ja so wie so zu Haus.
Der Dichter.
Kind, davon ist keine Rede. Aber ich werd' dir 'was sagen: wenn wir weggeh'n, geh'n wir zusammen wohin nachtmahlen.
Das süße Mädel.
Oh nein. Dazu hab' ich keine Zeit. Und dann, wohin sollen wir denn? Es könnt' uns ja 'wer Bekannter seh'n.
Der Dichter.
Hast du denn gar so viel Bekannte?
Das süße Mädel.
Es braucht uns ja nur Einer zu seh'n, ist's Malheur schon fertig.
Was ist denn das für ein Malheur?
Das süße Mädel.
Na, was glaubst, wenn die Mutter 'was hört ....
Der Dichter.
Wir können ja doch irgend wohin gehen, wo uns niemand sieht, es gibt ja Gasthäuser mit einzelnen Zimmern.
Das süße Mädel (singend).
Ja, beim Souper im chambre separée!
Der Dichter.
Warst du schon einmal in einem chambre separée?
Das süße Mädel.
Wenn ich die Wahrheit sagen soll – ja.
Der Dichter.
Wer war der Glückliche?
Das süße Mädel.
Oh das ist nicht, wie du meinst .... ich war mit meiner Freundin und ihrem Bräutigam. Die haben mich mitgenommen.
Der Dichter.
So. Und das soll ich dir am End' glauben?
Das süße Mädel.
Brauchst mir ja nicht zu glauben!
Der Dichter (nah bei ihr).
Bist du jetzt rot geworden? Man sieht nichts mehr! Ich kann deine Züge nicht mehr ausnehmen. (Mit seiner Hand berührt er ihre Wangen.) Aber auch so erkenn' ich dich.
Das süße Mädel.
Na, pass' nur auf, daß du mich mit keiner andern verwechselst.
Der Dichter.
Es ist seltsam, ich kann mich nicht mehr erinnern, wie du aussiehst.
Das süße Mädel.
Dank' schön!
Du, das ist beinah' unheimlich, ich kann mir dich nicht vorstellen – In einem gewissen Sinne hab' ich dich schon vergessen – Wenn ich mich auch nicht mehr an den Klang deiner Stimme erinnern könnte .... was wärst du da eigentlich? – Nah und fern zugleich .... unheimlich.
Das süße Mädel.
Geh', was redst denn –?
Der Dichter.
Nichts, mein Engel, nichts. Wo sind deine Lippen .... (Er küßt sie.)
Das süße Mädel.
Willst nicht lieber Licht machen?
Der Dichter.
Nein .... (Er wird sehr zärtlich.) Sag', ob du mich lieb hast.
Das süße Mädel.
Sehr .... oh sehr!
Hast du schon irgendwen so lieb gehabt wie mich?
Das süße Mädel.
Ich hab' dir ja schon gesagt nein.
Der Dichter.
Aber .... (er seufzt).
Das süße Mädel.
Das ist ja mein Bräutigam gewesen.
Der Dichter.
Es wär' mir lieber, du würdest jetzt nicht an ihn denken.
Das süße Mädel.
Geh' ... was machst denn ... schau ...
Der Dichter.
Wir können uns jetzt auch vorstellen, daß wir in einem Schloß in Indien sind.
Das süße Mädel.
Dort sind s' gewiß nicht so schlimm wie du.
Wie blöd! Göttlich – Ah wenn du ahntest, was du für mich bist ....
Das süße Mädel.
Na?
Der Dichter.
Stoß' mich doch nicht immer weg; ich tu' dir ja nichts – vorläufig.
Das süße Mädel.
Du, das Mieder tut mir weh.
Der Dichter (einfach).
Zieh's aus.
Das süße Mädel.
Ja. Aber du darfst deswegen nicht schlimm werden.
Der Dichter.
Nein.
Das süße Mädel (hat sich erhoben und zieht in der Dunkelheit ihr Mieder aus).
Der Dichter (der währenddessen auf dem Divan sitzt).
Sag', interessiert's dich's denn gar nicht, wie ich mit dem Zunamen heiß'?
Das süße Mädel.
Ja, wie heißt du denn?
Der Dichter.
Ich werd' dir lieber nicht sagen, wie ich heiß', sondern wie ich mich nenne.
Das süße Mädel.
Was ist denn da für ein Unterschied?
Der Dichter.
Na, wie ich mich als Schriftsteller nenne.
Das süße Mädel.
Ah, du schreibst nicht unter deinem wirklichen Namen?
Der Dichter (nah zu ihr).
Das süße Mädel.
Ah .... geh!.... nicht.
Was einem da für ein Duft entgegensteigt. Wie süß. (Er küßt ihren Busen.)
Das süße Mädel.
Du zerreißt ja mein Hemd.
Der Dichter.
Weg .... weg .... alles das ist überflüssig.
Das süße Mädel.
Aber Robert!
Der Dichter.
Und jetzt komm' in unser indisches Schloß.
Das süße Mädel.
Sag' mir zuerst, ob du mich wirklich lieb hast.
Der Dichter.
Aber ich bete dich ja an. (Küßt sie heiß.) Ich bete dich ja an, mein Schatz, mein Frühling ... mein ...
Robert .... Robert ....
Der Dichter.
Das war überirdische Seligkeit .... Ich nenne mich ....
Das süße Mädel.
Robert, oh mein Robert!
Der Dichter.
Ich nenne mich Biebitz.
Das süße Mädel.
Warum nennst du dich Biebitz?
Der Dichter.
Ich heiße nicht Biebitz – ich nenne mich so .... nun, kennst du den Namen vielleicht nicht?
Das süße Mädel.
Nein.
Du kennst den Namen Biebitz nicht? Ah – göttlich! Wirklich? Du sagst es nur, daß du ihn nicht kennst, nicht wahr?
Das süße Mädel.
Meiner Seel', ich hab' ihn nie gehört!
Der Dichter.
Gehst du denn nie ins Theater?
Das süße Mädel.
Oh ja – ich war erst neulich mit einem – weißt, mit dem Onkel von meiner Freundin und meiner Freundin sind wir in der Oper gewesen bei der Cavalleria.
Der Dichter.
Hm, also ins Burgtheater gehst du nie.
Das süße Mädel.
Da krieg ich nie Karten geschenkt.
Der Dichter.
Ich werde dir nächstens eine Karte schicken.
Oh ja! aber nicht vergessen! Zu 'was Lustigem aber.
Der Dichter.
Ja ..... lustig ..... zu 'was Traurigem willst du nicht geh'n?
Das süße Mädel.
Nicht gern.
Der Dichter.
Auch wenn's ein Stück von mir ist?
Das süße Mädel.
Geh' – ein Stück von dir? Du schreibst für's Theater?
Der Dichter.
Erlaube, ich will nur Licht machen. Ich habe dich noch nicht gesehen, seit du meine Geliebte bist. – Engel! (Er zündet eine Kerze an.)
Das süße Mädel.
Geh', ich schäm' mich ja. Gib mir wenigstens eine Decke.
Später! (Er kommt mit dem Licht zu ihr, betrachtet sie lang.)
Das süße Mädel (bedeckt ihr Gesicht mit den Händen).
Geh', Robert!
Der Dichter.
Du bist schön, du bist die Schönheit, du bist vielleicht sogar die Natur, du bist die heilige Einfalt.
Das süße Mädel.
Oh weh, du tropfst mich ja an! Schau, was gibst denn nicht acht!
Der Dichter (stellt die Kerze weg).
Du bist das, was ich seit lange gesucht habe. Du liebst nur mich, du würdest mich auch lieben, wenn ich Schnittwarencommis wäre. Das tut wohl. Ich will dir gestehen, daß ich einen gewissen Verdacht bis zu diesem Moment nicht losgeworden bin. Sag' ehrlich, hast du nicht geahnt, daß ich Biebitz bin?
Aber geh', ich weiß gar nicht, was du von mir willst. Ich kenn' ja gar kein' Biebitz.
Der Dichter.
Was ist der Ruhm! Nein, vergiß, was ich gesagt habe, vergiß sogar den Namen, den ich dir gesagt hab'. Robert bin ich und will ich für dich bleiben. Ich hab' auch nur gescherzt. (Leicht.) Ich bin ja nicht Schriftsteller, ich bin Commis und am Abend spiel' ich bei Volkssängern Klavier.
Das süße Mädel.
Ja, jetzt kenn' ich mich aber nicht mehr aus ...... nein, und wie du einen nur anschaust. Ja, was ist denn, ja was hast denn?
Der Dichter.
Es ist sehr sonderbar – was mir beinah' noch nie passiert ist, mein Schatz, mir sind die Tränen nah. Du ergreifst mich tief. Wir wollen zusammen bleiben, ja? Wir werden einander sehr lieb haben.
Du, ist das wahr mit den Volkssängern?
Der Dichter.
Ja, aber frag' nicht weiter. Wenn du mich lieb hast, frag' überhaupt nichts. Sag', kannst du dich auf ein paar Wochen ganz frei machen?
Das süße Mädel.
Wieso ganz frei?
Der Dichter.
Nun, vom Hause weg?
Das süße Mädel.
Aber!! Wie kann ich das! Was möcht' die Mutter sagen? Und dann, ohne mich ging' ja alles schief zu Haus.
Der Dichter.
Ich hatte es mir schön vorgestellt, mit dir zusammen, allein mit dir, irgendwo in der Einsamkeit draußen, im Wald, in der Natur ein paar Wochen zu leben. Natur .... in der Natur. Und dann, eines Tages Adieu – von einander gehen, ohne zu wissen, wohin.
Jetzt redst schon vom Adieusagen! Und ich hab' gemeint, daß du mich so gern hast.
Der Dichter.
Gerade darum – (Beugt sich zu ihr und küßt sie auf die Stirn.) Du süßes Geschöpf!
Das süße Mädel.
Geh', halt mich fest, mir ist so kalt.
Der Dichter.
Es wird Zeit sein, daß du dich ankleidest. Warte, ich zünde dir noch ein paar Kerzen an.
Das süße Mädel (erhebt sich).
Nicht herschauen.
Der Dichter.
Nein. (Am Fenster.) Sag' mir, mein Kind, bist du glücklich?
Das süße Mädel.
Wie meinst das?
Ich mein' im allgemeinen, ob du glücklich bist?
Das süße Mädel.
Es könnt' schon besser gehen.
Der Dichter.
Du mißverstehst mich. Von deinen häuslichen Verhältnissen hast du mir ja schon genug erzählt. Ich weiß, daß du keine Prinzessin bist. Ich mein', wenn du von alledem absiehst, wenn du dich einfach leben spürst. Spürst du dich überhaupt leben?
Das süße Mädel.
Geh', hast kein' Kamm?
Der Dichter (geht zum Toilettetisch, gibt ihr den Kamm, betrachtet das süße Mädel).
Herrgott, siehst du so entzückend aus!
Das süße Mädel.
Na .... nicht!
Der Dichter.
Geh', bleib' noch da, bleib' da, ich hol' 'was zum Nachtmahl und ....
Aber es ist ja schon viel zu spät.
Der Dichter.
Es ist noch nicht neun.
Das süße Mädel.
Na, sei so gut, da muß ich mich aber tummeln.
Der Dichter.
Wann werden wir uns denn wiedersehen?
Das süße Mädel.
Na, wann willst mich denn wiedersehen?
Der Dichter.
Morgen.
Das süße Mädel.
Was ist denn morgen für ein Tag?
Der Dichter.
Samstag.
Das süße Mädel.
Oh da kann ich nicht, da muß ich mit meiner kleinen Schwester zum Vormund.
Also Sonntag .... hm .... Sonntag .... am Sonntag .... jetzt werd' ich dir 'was erklären. – Ich bin nicht Biebitz, aber Biebitz ist mein Freund. Ich werd' dir ihn einmal vorstellen. Aber Sonntag ist das Stück von Biebitz; ich werd' dir eine Karte schicken und werde dich dann vom Theater abholen. Du wirst mir sagen, wie dir das Stück gefallen hat; ja?
Das süße Mädel.
Jetzt, die G'schicht' mit dem Biebitz – da bin ich schon ganz blöd.
Der Dichter.
Völlig werd' ich dich erst kennen, wenn ich weiß, was du bei diesem Stück empfunden hast.
Das süße Mädel.
So ..., ich bin fertig.
Der Dichter.
Komm', mein Schatz!
(Sie gehen.)
Ein Zimmer in einem Gasthof auf dem Land.
Es ist ein Frühlingsabend; über den Wiesen und Hügeln liegt der Mond; die Fenster stehen offen.
Große Stille.
Der Dichter und die Schauspielerin treten ein; wie sie hereintreten, verlöscht das Licht, das der Dichter in der Hand hält.
Dichter.
Oh ....
Schauspielerin.
Was ist denn?
Dichter.
Das Licht. – Aber wir brauchen keins. Schau', es ist ganz hell. Wunderbar!
Schauspielerin (sinkt am Fenster plötzlich nieder, mit gefalteten Händen).
Dichter.
Was hast du denn?
Dichter (zu ihr hin).
Was machst du denn?
Schauspielerin (empört).
Siehst du nicht, daß ich bete? –
Dichter.
Glaubst du an Gott?
Schauspielerin.
Gewiß, ich bin ja kein blasser Schurke.
Dichter.
Ach so!
Schauspielerin.
Komm' doch zu mir, knie dich neben mich hin. Kannst wirklich auch einmal beten. Wird dir keine Perle aus der Krone fallen.
Dichter (kniet neben sie hin und umfaßt sie).
Schauspielerin.
Wüstling! – (Erhebt sich.) Und weißt du auch, zu wem ich gebetet habe?
Zu Gott, nehm' ich an.
Schauspielerin. (Großer Hohn.)
Jawohl! zu dir hab' ich gebetet.
Dichter.
Warum hast du denn da zum Fenster hinausgeschaut?
Schauspielerin.
Sag' mir lieber, wo du mich da hingeschleppt hast, Verführer!
Dichter.
Aber Kind, das war ja deine Idee. Du wolltest ja auf's Land – und gerade hieher.
Schauspielerin.
Nun, hab' ich nicht recht gehabt?
Dichter.
Gewiß; es ist ja entzückend hier. Wenn man bedenkt, zwei Stunden von Wien – und die völlige Einsamkeit. Und was für eine Gegend!
Was? Da könntest du wohl mancherlei dichten, wenn du zufällig Talent hättest.
Dichter.
Warst du hier schon einmal?
Schauspielerin.
Ob ich hier schon war? Ha! Hier hab' ich jahrelang gelebt!
Dichter.
Mit wem?
Schauspielerin.
Nun, mit Fritz natürlich.
Dichter.
Ach so!
Schauspielerin.
Den Mann hab' ich wohl angebetet! –
Dichter.
Das hast du mir bereits erzählt.
Ich bitte – ich kann auch wieder gehen, wenn ich dich langweile!
Dichter.
Du mich langweilen?.... Du ahnst ja gar nicht, was du für mich bedeutest .... Du bist eine Welt für sich .... Du bist das Göttliche, du bist das Genie .... Du bist .... Du bist eigentlich die heilige Einfalt .... Ja, Du .... Aber du solltest jetzt nicht von Fritz reden.
Schauspielerin.
Das war wohl eine Verirrung! Na! –
Dichter.
Es ist schön, daß du das einsiehst.
Schauspielerin.
Komm, her, gib mir einen Kuß!
Dichter (küßt sie).
Schauspielerin.
Jetzt wollen wir uns aber eine gute Nacht sagen! Leb' wohl, mein Schatz!
Wie meinst du das?
Schauspielerin.
Nun, ich werde mich schlafen legen!
Dichter.
Ja, – das schon, aber was das gute Nacht sagen anbelangt .... Wo soll denn ich übernachten?
Schauspielerin.
Es gibt gewiß noch viele Zimmer in diesem Haus.
Dichter.
Die anderen haben aber keinen Reiz für mich. Jetzt werd' ich übrigens Licht machen, meinst du nicht?
Schauspielerin.
Ja.
Dichter (zündet das Licht an, das auf dem Nachtkästchen steht).
Was für ein hübsches Zimmer .... und fromm sind die Leute hier. Lauter Heiligenbilder .... Es wäre interessant, eine Zeit unter diesen Menschen zu verbringen .... doch eine andre Welt. Wir wissen eigentlich so wenig von den andern.
Schauspielerin.
Rede keinen Stiefel und reiche mir lieber diese Tasche vom Tisch herüber.
Dichter.
Hier, meine Einzige!
Schauspielerin (nimmt aus dem Täschchen ein kleines, gerahmtes Bildchen, stellt es auf das Nachtkästchen).
Dichter.
Was ist das?
Schauspielerin.
Das ist die Madonna.
Dichter.
Die hast du immer mit?
Schauspielerin.
Die ist doch mein Talisman. Und jetzt geh', Robert!
Aber was sind das für Scherze? Soll ich dir nicht helfen?
Schauspielerin.
Nein, du sollst jetzt geh'n.
Dichter.
Und wann soll ich wiederkommen?
Schauspielerin.
In zehn Minuten.
Dichter (küßt sie).
Auf Wiedersehen!
Schauspielerin.
Wo willst du denn hin?
Dichter.
Ich werde vor dem Fenster auf und abgehen. Ich liebe es sehr, nachts im Freien herumzuspazieren. Meine besten Gedanken kommen mir so. Und gar in deiner Nähe, von deiner Sehnsucht sozusagen umhaucht .... in deiner Kunst webend.
Du redest wie ein Idiot ....
Dichter (schmerzlich).
Es gibt Frauen, welche vielleicht sagen würden .... wie ein Dichter.
Schauspielerin.
Nun geh' endlich. Aber fang' mir kein Verhältnis mit der Kellnerin an. –
Dichter (geht).
Schauspielerin (kleidet sich aus. Sie hört, wie der Dichter über die Holztreppe hinuntergeht und hört jetzt seine Schritte unter dem Fenster. Sie geht, sobald sie ausgekleidet ist, zum Fenster, sieht hinunter, er steht da; sie ruft flüsternd hinunter).
Komm'!
Dichter (kommt rasch herauf; stürzt zu ihr, die sich unterdessen ins Bett gelegt und das Licht ausgelöscht hat; er sperrt ab).
Schauspielerin.
So, jetzt kannst du dich zu mir setzen und mir 'was erzählen.
Dichter (setzt sich zu ihr auf's Bett).
Soll ich nicht das Fenster schließen? Ist dir nicht kalt?
Schauspielerin.
Oh nein!
Dichter.
Was soll ich dir denn erzählen?
Schauspielerin.
Nun, wem bist du in diesem Moment untreu?
Dichter.
Ich bin es ja leider noch nicht.
Schauspielerin.
Nun, tröste dich, ich betrüge auch jemanden.
Dichter.
Das kann ich mir denken.
Schauspielerin.
Und was glaubst du, wen?
Ja Kind, davon kann ich keine Ahnung haben.
Schauspielerin.
Nun, rate.
Dichter.
Warte .... Na, deinen Direktor.
Schauspielerin.
Mein Lieber, ich bin keine Choristin.
Dichter.
Nun, ich dachte nur.
Schauspielerin.
Rate noch einmal.
Dichter.
Also du betrügst deinen Kollegen ... Benno –
Schauspielerin.
Ha! Der Mann liebt ja überhaupt keine Frauen .... weißt du das nicht? Der Mann hat ja ein Verhältnis mit seinem Briefträger!
Ist das möglich! –
Schauspielerin.
So gib mir lieber einen Kuß!
Dichter (umschlingt sie).
Schauspielerin.
Aber was tust du denn?
Dichter.
So quäl' mich doch nicht so.
Schauspielerin.
Höre, Robert, ich werde dir einen Vorschlag machen. Leg' dich zu mir ins Bett.
Dichter.
Angenommen!
Schauspielerin.
Komm' schnell, komm' schnell!
Dichter.
Ja .... wenn es nach mir gegangen wäre, wär' ich schon längst .... Hörst du ....
Was denn?
Dichter.
Draußen zirpen die Grillen.
Schauspielerin.
Du bist wohl wahnsinnig, mein Kind, hier gibt es ja keine Grillen.
Dichter.
Aber du hörst sie doch.
Schauspielerin.
Nun' so komm, endlich!
Dichter.
Da bin ich. (Zu ihr.)
Schauspielerin.
So, jetzt bleib' schön ruhig liegen ..... Pst ..... nicht rühren.
Dichter.
Ja, was fällt dir denn ein?
Du möchtest wohl gerne ein Verhältnis mit mir haben?
Dichter.
Das dürfte dir doch bereits klar sein.
Schauspielerin.
Nun, das möchte wohl mancher ....
Dichter.
Es ist aber doch nicht zu bezweifeln, daß in diesem Moment ich die meisten Chancen habe.
Schauspielerin.
So komm', meine Grille! Ich werde dich von nun an Grille nennen.
Dichter.
Schön ....
Schauspielerin.
Nun, wen betrüg' ich?
Wen?.... Vielleicht mich ....
Schauspielerin.
Mein Kind, du bist schwer gehirnleidend.
Dichter.
Oder einen ..... den du selbst nie gesehen ..... einen, den du nicht kennst, einen – der für dich bestimmt ist und den du nie finden kannst ....
Schauspielerin.
Ich bitte dich, rede nicht so märchenhaft blöd.
Dichter.
.... Ist es nicht sonderbar, .... auch du – und man sollte doch glauben. – Aber nein, es hieße dir dein bestes rauben, wollte man dir .... komm', komm' – – komm' –
Schauspielerin.
Das ist doch schöner, als in blödsinnigen Stücken spielen .... was meinst du?
Nun, ich mein', es ist gut, daß du doch zuweilen in vernünftigen zu spielen hast.
Schauspielerin.
Du arroganter Hund meinst gewiß wieder das deine?
Dichter.
Jawohl!
Schauspielerin (ernst).
Das ist wohl ein herrliches Stück!
Dichter.
Nun also!
Schauspielerin.
Ja, du bist ein großes Genie, Robert!
Dichter.
Bei dieser Gelegenheit könntest du mir übrigens sagen, warum du vorgestern abgesagt hast. Es hat dir doch absolut gar nichts gefehlt.
Nun, ich wollte dich ärgern.
Dichter.
Ja warum denn? Was hab' ich dir denn getan?
Schauspielerin.
Arrogant bist du gewesen.
Dichter.
Wieso?
Schauspielerin.
Alle im Theater finden es.
Dichter.
So.
Schauspielerin.
Aber ich hab' ihnen gesagt: Der Mann hat wohl ein Recht, arrogant zu sein.
Dichter.
Und was haben die anderen geantwortet?
Was sollen mir denn die Leute antworten? Ich rede ja mit keinem.
Dichter.
Ach so.
Schauspielerin.
Sie möchten mich am liebsten alle vergiften. Aber das wird ihnen nicht gelingen.
Dichter.
Denke jetzt nicht an die anderen Menschen. Freue dich lieber, daß wir hier sind und sage mir, daß du mich lieb hast.
Schauspielerin.
Verlangst du noch weitere Beweise?
Dichter.
Bewiesen kann das überhaupt nicht werden.
Schauspielerin.
Das ist aber großartig! Was willst du denn noch?
Wie vielen hast du es schon auf diese Art beweisen wollen ..... hast du alle geliebt?
Schauspielerin.
Oh nein. Geliebt hab' ich nur einen.
Dichter (umarmt sie).
Mein ....
Schauspielerin.
Fritz.
Dichter.
Ich heiße Robert. Was bin denn ich für dich, wenn du jetzt an Fritz denkst?
Schauspielerin.
Du bist eine Laune.
Dichter.
Gut, daß ich es weiß.
Schauspielerin.
Nun sag', bist du nicht stolz?
Ja, weshalb soll ich denn stolz sein?
Schauspielerin.
Ich denke, daß du wohl einen Grund dazu hast.
Dichter.
Ach deswegen.
Schauspielerin.
Jawohl, deswegen, meine blasse Grille! – Nun, wie ist das mit dem Zirpen? Zirpen sie noch?
Dichter.
Ununterbrochen. Hörst du's denn nicht?
Schauspielerin.
Freilich hör' ich. Aber das sind Frösche, mein Kind.
Dichter.
Du irrst Dich; die quaken.
Gewiß quaken sie.
Dichter.
Aber nicht hier, mein Kind, hier wird gezirpt.
Schauspielerin.
Du bist wohl das eigensinnigste, was mir je untergekommen ist. Gib mir einen Kuß, mein Frosch!
Dichter.
Bitte sehr, nenn' mich nicht so. Das macht mich direkt nervös.
Schauspielerin.
Nun, wie soll ich dich nennen.
Dichter.
Ich hab' doch einen Namen: Robert.
Schauspielerin.
Ach, das ist zu dumm.
Dichter.
Ich bitte dich aber, mich einfach so zu nennen, wie ich heiße.
Also Robert, gib mir einen Kuß ... Ah! (Sie küßt ihn.) Bist du jetzt zufrieden, Frosch? Hahahaha.
Dichter.
Würdest du mir erlauben, mir eine Zigarette anzuzünden?
Schauspielerin.
Gib mir auch eine.