Es ist bereits gesagt, daß der erste Gegenstand des Unterrichts auch in der höheren Schule die Religion sein müsse. Was ist ein Mensch ohne Religion? Aber statt auf den höheren Unterrichtsanstalten hierin weiter gebildet zu werden, vergißt man nur zu oft das, was man früher von derselben gelernt hatte. Ja noch mehr: viele junge Leute verlieren dort nicht ohne Schuld der Lehrer ganz und gar ihre frühere religiöse Überzeugung. Was aber werden sie mit der Zeit ohne den Halt des christlichen Glaubens werden? Die einen fallen der Trunksucht anheim, andere werden ein Opfer der Unsittlichkeit, und der größte Theil wird Handlanger bei den Angriffen auf kirchliche und staatliche Ordnung. Mir ist kein Fall bekannt, daß sich ein besonnener junger Landmann oder ein religiöser Geselle das Leben genommen hätte. Leider aber kann man viele Beispiele in den Zeitungen lesen, daß Schüler aus den humanistischen Schulen, weil sie ihre Religion verloren hatten, durch Selbstmord ihr Leben geendet haben. Das sind in der That traurige Früchte, die diese Schulen gezeitigt haben. Wird die Religion aber als das Nothwendigste erfaßt und in die Herzen der Jugend tief eingeprägt, dann ist hierdurch auch für den Unterricht in den übrigen Gegenständen viel gewonnen. Denn es wird dann das Studium derselben als eine Pflicht aufgefaßt und deßhalb mit Eifer betrieben. Ist aber einmal der Geist durch Unglauben auf falsche Bahnen gerathen und seiner Bestimmung auf Erden fremd geworden, so erkennt er es nicht mehr als seine Pflicht, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Von einem ersprießlichen Wirken für Kirche und Staat kann dann auch nicht mehr bei ihm die Rede sein; im Gegentheil, er wird alles Mögliche aufbieten, das niederzureißen, was er aufbauen sollte. Das sind die traurigen Folgen eines verfehlten Unterrichts.

Ein mir bekannter Vater hatte sechs Kinder und erzog sie alle recht strenge; einen Sohn ließ er studieren, weil er Lust und Talent dazu hatte. Nach Verlauf von fünf Jahren hatte derselbe seinen Glauben wie auch die Liebe zu seinen Eltern und Geschwistern verloren und der Trägheit und Trunksucht sich ergeben. Wo aber Bacchus herrscht, ist Venus auch nicht fern, und um es kurz zu sagen, er ist zum größten Taugenichts geworden. Seine Geschwister hingegen sind brave Menschen und erfüllen die Pflichten ihres Berufes.

Ich kannte einen jungen Menschen, für den die Eltern Alles geopfert hatten. Sie konnten von ihm viel erwarten, weil der Sohn gutes Talent hatte und gut erzogen war. Auf einmal änderte er aber seine gute Gesinnung und erklärte, er habe jetzt von seinen Lehrern erfahren, die Religion sei bloß für die alten Weiber. Er brauche sie nicht mehr. Die Folge war, daß er ein ebensolcher Taugenichts wurde, wie der oben Angeführte.

In diesem Jahre kamen zu mir drei Männer und theilten mir mit, daß sie sich in ihrem Berufe höchst unglücklich fühlten. Sie seien durch ihre Lehrer irre geführt worden und hätten daher nicht den rechten Beruf erwählt. Sie verwünschten ihre Lehrer und bereuten ihre Thorheit. Sie waren geistig krank, und ihr Seelenleiden hatte auch den Körper krank gemacht.

Ich möchte den vorhergehenden noch folgendes Beispiel beifügen. Es kam zu mir ein Herr von Stand; seine Gesundheit war ruinirt, er war aber nicht weniger krank der Seele nach. Als ich näher nach dem Grunde seiner Krankheit fragte, sprach er sich folgendermaßen aus: Ich war ein ehrlicher, guter Bauernknabe und freute mich mit meinen Geschwistern meiner frohen Jugendzeit. Auf mein Ansuchen gestatteten meine Eltern, daß ich studieren durfte. Sie haben alle Opfer für mich gebracht, und meine Geschwister opferten mit, was sie konnten. Wie ich meine Eltern hoch geehrt, so schätzte ich auch meine Lehrer. Zwei Studentenjahre aber sind mir zum Unheil geworden durch zwei Professoren, die in ihren Vorlesungen selten es sich versagen konnten, über Religion zu spötteln und sie lächerlich zu machen. Man hat mich soweit gebracht, daß ich die Religion nur hassen und verabscheuen konnte. Auch zwei Kameraden, welche dieselben Professoren gehört hatten, trugen ihr Schärflein dazu bei. Dann habe ich durch 15 Jahre hindurch die traurigsten Schicksale erlebt. Die Augen sind mir jetzt aufgegangen, doch sind Geist und Seele zu Grunde gerichtet. Wie ich einst meine Lehrer ehrte, so kann ich sie jetzt nur verachten und verwünschen; sie nahmen mir das Heiligste und Theuerste, den Glauben. O daß doch nie ein glaubensloser Mensch auf einen Lehrstuhl käme! Wenn Einer nur für sich unglücklich sein und bleiben will, kann man das oft nicht ändern; aber man sollte einem Solchen keine Gelegenheit bieten, Andere zu verführen. Ich komme zu Ihnen, sie sind meine letzte Zuflucht, und stelle die Frage: Kann mein physisches und seelisches Elend noch gemildert werden, oder muß ich an demselben zu Grunde gehen? – Glücklicher Weise war doch noch einige Naturkraft vorhanden, und wenn der Mensch nur einsieht, daß er das Gute verloren und Verlangen hat, das Verlorene wieder zu finden, dann ist bei dem Unglücklichen noch nicht alle Hülfe unmöglich. Dreimal besuchte mich dieser Herr, und in Wirklichkeit hat das Wasser das physische Leiden überwunden, und der Geist wurde auch wieder lebendiger, nachdem der allseitig zerrüttete Körper durch das Wasser wiederhergestellt war.

Wäre dieser Fall nur der einzige! Aber wie viele hundert ähnliche Fälle könnte ich anführen, wo man am Glauben bankerott wurde und leiblichem und geistigem Siechthum anheimfiel und in den schönsten Jahren des Lebens sich selbst das Grab öffnete. Wenn solche Früchte auf den höheren Bildungsanstalten reifen, sollte man dann immer noch nicht zur Einsicht kommen können, daß man dort vielfältig auf dem Holzwege wandelt? Außer diesen Beispielen ließen sich noch viele andere für die traurige Thatsache anführen, daß junge Leute nicht bloß an der Religion, sondern auch an Körper und Geist Schaden gelitten hatten, wenn sie sechs bis acht Jahre die höheren Bildungsschulen besucht hatten.

Innerhalb zweier Jahre kam einmal eine große Anzahl junger Leute zu mir, die noch am Gymnasium studierten und rathlos die Frage stellten, was sie anfangen sollten. Sie litten an heftigen Kopfschmerzen, konnten ganze Nächte hindurch nicht schlafen, und wenn sie ein Buch in die Hand nahmen, überfiel sie Schwindel. Ihr Gedächtniß war auch geschwächt, und die von den Ärzten angewandten, vielfach giftigen Mittel hatten die Sache nur noch schlimmer gemacht. Ist das nicht ein Beweis dafür, daß eine Überanstrengung dieser jungen Leute stattgefunden hatte?

Ein Vater brachte seinen Sohn zu mir und theilte mir mit: „Mein Sohn hatte große Freude am Studieren, klagt aber jetzt am Morgen wie am Abend über Kopfweh; man hat ihn deßhalb aus der Anstalt entlassen. Er ist recht fleißig, wie sein Professor selbst gesagt hat. Was fange ich aber jetzt mit ihm an? Er will auch jetzt noch studieren, trotzdem es nicht geht.“ Ich gab dem Vater den Rath, zu allererst dafür zu sorgen, daß der Sohn gesund werde. Dann solle er ihn in eine Anstalt thun, wo minder hohe Anforderungen gestellt würden. Das geschah, und jetzt ist der Sohn gesund und setzt seine Studien mit Vergnügen fort.

Ein anderes Mal kam eine Mutter mit ihrem Sohne, der schon vier Jahre studiert und gute Fortschritte gemacht hatte, aber an krampfhaften Anfällen litt, ähnlich dem Veitstanze. So gut der Junge gewachsen war, so frisch war auch sein Aussehen. Das Übel kam nur daher, daß er geistig überladen worden war, in Folge dessen der Körper, obgleich anscheinend gesund, mit krampfhaften Aufregungen geplagt wurde.

Ein junger Mann, der auf der Universität studierte, hatte alle Spuren von Verfolgungswahn an sich. Er versicherte, daß nur durch angestrengtes Studium diese traurigen Zustände entstanden seien.

Diese Beispiele sollen nur aus den vielen mir bekannten angeführt werden. Die Zahl derselben ist sehr groß. Gar viele junge Leute sind, statt lebensfroh zu sein, körperlich oder geistig gedrückt und geschwächt in Folge zu vielen Studierens. Läßt man sich aber mit denselben in ein Gespräch ein, um zu erfahren, wie weit sie denn in der Wissenschaft vorangeschritten sind, so sieht man, daß sie Vielerlei gehört haben, aber in keinem Gegenstande recht gründlich zu Hause sind. Es entmuthiget auch nichts mehr als das Überladensein mit Gegenständen, die man lernen soll, aber nicht alle lernen kann. Ich bin der festen Überzeugung, daß ich das durchaus nicht hätte leisten können, was die jungen Leute nach dem gegenwärtigen Schulplan leisten sollen. Und doch kann ich jetzt meine Lebensaufgabe lösen. Wenn ich auch nicht alles heutigen Tags Geforderte gelernt habe, konnte ich doch das gründlich lernen, was ich gelernt habe, so daß ich mich selbst weiter ausbilden konnte. Hat es nicht in jedem Jahrhundert große Gelehrte gegeben, die beweisen, daß der einfache Schulplan am besten befähigt zum Weiterlernen?

Die Schulen sollen der Jugend Muth machen, und die gelernten Gegenstände sollen Wißbegierde erwecken und zum Weiterlernen antreiben. Man soll in ihnen aber nicht durch Überladung entmuthigt werden. Auch ist es sicher peinlich für die Lehrer, wenn ihr Bemühen, so viele Gegenstände den Zöglingen beizubringen, fruchtlos bleibt, und wenn sie sehen müssen, daß die Jugend theilnahmlos ist und mit dem besten Willen nicht zu leisten vermag, was Vorschrift ist.

Ich kannte einen Studierenden, der nicht das beste Talent hatte, aber einen recht großen Fleiß und große Beharrlichkeit, die ihn auch zum Ziele brachten. Er setzte später sein Studium weiter fort und erfüllt jetzt seine Berufspflichten gewissenhaft und vollständig. Niemand würde glauben, daß er in der Schule sich so hätte anstrengen müssen. Er ist Priester und steht einer großen Pfarrei zur vollsten Zufriedenheit Aller vor. Man kann von ihm sagen, er lernte in den Schulen so viel, um alle Arbeiten seines Berufes verrichten und um sich durch fortgesetztes Studium für denselben immer tüchtiger machen zu können. Ist das nicht genug?

Ich sollte einst eine Aufgabe lernen, die ich aber in drei Tagen nicht gelernt habe. Die Namen von 28 Gebirgen sollte ich wissen, und welche Höhe sie hatten. Was hätte es mir aber genützt, wenn ich mich auch abgequält hätte, sie auswendig hersagen zu können? Wer Lust hat, die Bergeshöhen zu wissen, der weiß ja, in welchen Büchern Dieses zu finden ist, dachte ich, und dabei ließ ich es bewenden. Wenn man auch nicht Alles weiß, so ist das noch kein Unglück; wenn man nur das für seinen Beruf Erforderliche versteht. Vieles Wissen, ganz besonders wenn es dabei an der Gründlichkeit fehlt, bläht nur auf und führt zur Verachtung Anderer, wobei man aber öfters schlecht fährt, wie folgendes Beispiel zeigt. Es begegneten einst zwei Studierende einem gut belesenen Landwirth, der den einen fragte, wer er sei. Dieser antwortete, er sei der Dichter Schiller. Er fragte den zweiten Studenten, wer er denn sei, und dieser antwortete in seiner Weisheit, er sei der Dichter Göthe. Der Landwirth, nicht ohne Mutterwitz, antwortete rasch: „Zu diesen zwei Dichtern gehört auch noch der Dichter ‚Kloppstock‘,“ nahm seinen Stock und gab Jedem einige über den Rücken.

Lerne Jeder zunächst das, was er für seinen Beruf nothwendig wissen muß, aber lerne er Dieses gründlich und bleibe er dabei gesund; dann gehe er über zu dem Nützlichen, und er wird als ein weiser Mann handeln. Vieles Wissen bläht auf, wie bereits bemerkt, und Blähsucht ist eine Krankheit, die gerne bei Gelehrten und Narren sich einnistet. Mache dir deßhalb Folgendes zum Grundsatz: Ich will Sorge tragen, daß ich einen gesunden Leib und eine gesunde Seele habe und bei meinem Studieren recht vernünftig verfahre. Thust du Dieses, dann wirst du auch mit gutem Erfolg wirken können. Wenn man aber viel Weltweisheit gelernt und seinen Gott darüber verloren hat, so ist man ein Thor geworden; denn nur dieser spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott.

Bei unserer strengen Schule, die an Geist und Körper so große Anforderungen stellt, soll auch durch Turnen dafür gesorgt werden, daß die Körperkraft erhalten bleibe und vermehrt werde, damit so den Studierenden ihre Gesundheit nicht verloren gehe. Mein Urtheil hierüber ist dieses: Wenn das Turnen im Stande ist, die Gesundheit zu erhalten und die Kräfte zu vermehren, dann ist's recht. Ich bin aber der Überzeugung, es kann durch das Turnen auch dem Körper recht geschadet werden. Wenn nämlich das Turnen selbst oder die Dauer desselben über die Kräfte hinausgeht, dann wird es gewiß üble Folgen haben. Mir brachte ein Vater seinen Sohn, der seit fünf Jahren studierte. Der gutmüthige junge Mensch erklärte, daß er beim Turnen jedesmal solche Kopfschmerzen bekomme, daß er nicht mehr studieren könne, und er wollte sich daher vom Turnen dispensieren lassen. Dem Studenten wurde aber nicht geglaubt, und er wurde aufs Neue zum Turnen verurtheilt. Als sich das Kopfweh wieder einstellte, nahm der Vater seinen Sohn aus dieser Schule, brachte ihn zu einer anderen Anstalt und machte die Bedingung, daß sein Sohn vom Turnen frei bleiben müsse. Jetzt studiert derselbe ohne Kopfweh weiter. Dem angeführten könnte ich noch mehrere Beispiele anreihen, bei denen das Turnen recht böse Folgen gehabt hat. Die beste Turnübung wäre, von Zeit zu Zeit eine körperliche Arbeit zu verrichten, die nicht bloß gelenkig macht, sondern auch durch Heben und Tragen die Kräfte vermehrt.

Ich kannte einen Studenten, der nicht mehr lernen konnte. Auch das Wasser brachte ihn nicht weiter, als daß er auf kurze Zeit das Studium wieder aufzunehmen vermochte. Ich versprach ihm nur dann Hülfe, wenn er eine Zeit lang Landarbeit üben wolle. Er that's und verrichtete fünf Monate lang die Arbeiten eines Bauernknechtes. Dann setzte er seine Studien weiter fort. Sein Kopfweh und seine Congestionen hatten sich verloren, und er arbeitet jetzt bereits eifrig in seinem Beruf. Er versicherte mir erst kürzlich, er habe keine Spur mehr von seinem früheren, so unheimlichen Leiden.

Eine vernünftige Arbeit würde ich allem Turnen weit vorziehen. Damit will ich aber nicht das Turnen gänzlich verwerfen. Im Gegentheil kann ja auch durch dasselbe die Körperkraft vermehrt werden, nur sollen die Übungen nie gefährlich werden oder zu anstrengend sein. Man kann durch Aufheben, Tragen, verschiedene Körperbewegungen viel Gutes erzielen. Man soll aber nie vergessen, welch' zarte Organe im menschlichen Körper sind.

Selbst von den vernunftlosen Thieren kann der Mensch lernen, daß er seine Körperkräfte üben, aber diese Übung nicht bis zur Erschöpfung fortsetzen soll. Auch die Thiere machen instinktmäßig gewisse Turnübungen. Es ist köstlich, einem jungen Paar Hunde oder Katzen zuzusehen, wie sie in die Höhe hüpfen, Seitensprünge machen, kleine Lasten ziehen, sich muthwillig herumtummeln u. s. w. Es geschieht Dieß aber regelmäßig nur auf kurze Zeit, nie bis zur Ermüdung.

Einst machten die Studenten in großer Anzahl in den Ferienzeiten Fußreisen, bestiegen kleine und große Berge, hatten dabei einen großen Wechsel in der Luft wie auch in der Kost und härteten sich so in dieser Zeit recht gut ab für das kommende Schuljahr.

Ich kenne einen Priester, der über 70 Jahre zählt, welcher jede Ferienzeit mit Fußreisen zugebracht hat. Er hat mir schon oft versichert, daß er durch diese Reisen für Geist und Körper viel gewonnen habe. Heut' zu Tage scheut man das Gehen viel zu sehr, und Viele mögen ihre Nachbarn nur mehr mittelst Wagen oder Eisenbahn besuchen.

Ich möchte eine Turnübung besonders empfehlen, die ich selbst angewendet habe, und die auch die alleinige Ursache ist, daß ich zu meinem Berufe gekommen bin und jetzt noch lebe. Auch mich hatte das Bestreben, schnell zu meinem Ziele zu kommen, dazu gebracht, mehr leisten zu wollen, als die Natur ertragen konnte. Ich wurde bald unfähig, weiter zu studieren. Ein vorzüglicher Arzt besuchte mich in zwei Jahren 195mal und konnte mir nicht helfen. Da wurde mir das Wasser gleichsam ein rettender Engel, und dieses möchte ich daher auch Anderen dringend empfehlen. Aber man muß nur recht vernünftig verfahren bei Anwendung desselben, sonst steigert sich nur das Übel, statt daß es gehoben wird. Man hat allerdings auch Badeanstalten, und die Jugend wird dort im Schwimmen unterrichtet. Man bleibt jedoch gewöhnlich zu lange im Wasser, und das Schwimmen selbst mag wohl einem kräftigen Menschen gut thun, wenn es nicht zu oft geschieht, aber ein Schwächling vermag es nicht auszuhalten. Das Wasser ist unstreitig das beste Mittel für Gymnastik, es kräftigt die ganze Natur, bringt das Blut in geregelten Lauf, erhält und vermehrt die Körperwärme und gibt den besten Schutz gegen Kälte und Hitze. Ich muß aber nochmals bemerken: Vor Allem nur mäßig, wenn eine gute Wirkung erreicht werden soll! Welches möchten aber wohl für junge Leute die besten Anwendungen sein? Der Jugend kann nichts mehr empfohlen werden, als die Abhärtung durch Barfußgehen im Garten, im Freien, auf nassen Steinen und selbst auf dem Zimmerboden. Eine gute Abhärtung ist es schon, am Abend vor dem Schlafengehen ¼ Stunde auf dem Zimmerboden barfuß zu gehen. Wie am Abend, so kann es auch in der Frühe geschehen. Ich bin überzeugt, solche, welche dieß thun, werden nicht leicht oder gar nie Fußschweiß bekommen, weil der ganze Organismus dadurch abgehärtet wird und besonders die Füße. Die beste Anwendung außer diesen bezeichneten Abhärtungsmitteln ist ein Halbbad von der Dauer einer halben bis höchstens einer Minute. Durch viele Erfahrung bin ich zur Überzeugung gekommen, daß die jungen Naturen dadurch viel kräftiger und ausdauernder werden und daß so auch ganz besonders auf den Geist günstig eingewirkt wird. Es ist fast unglaublich, welche guten Folgen ein solches Halbbad auf den Körper hat, wenn es längere Zeit angewendet wird.

Ein junger Priester beklagte sich einst, daß ihm das Predigen so schwer sei; er habe häufig Blutandrang nach dem Kopfe, und diesen fühle er besonders, wenn er öffentlich auftrete. Nach der Predigt sei er gewöhnlich ganz entkräftet. Ich rieth dem jungen Herrn, er solle ¼ Stunde vor der Predigt ein Halbbad nehmen fünf bis sechs Sekunden lang. Nach ungefähr fünf Jahren versicherte er, daß ihm die Befolgung meines Rathes vortrefflich bekommen sei; er nehme regelmäßig vor der Predigt ein Halbbad; dann rede er viel leichter und fühle nachher keine Schwächen.

Einem Studierenden in der dritten Gymnasialklasse, der über Schmerz und Eingenommenheit im Kopf sich beklagte, rieth ich, wenn möglich, täglich ¼ Stunde barfuß zu gehen in freier Natur, dann jeden zweiten Tag ein Halbbad zu nehmen und dieß längere Zeit fortzusetzen. Nach drei Monaten war das Kopfweh verschwunden und sein Geist neugestärkt.

Wenn ich in den Schulen für Gesundheit des Körpers zu sorgen hätte, so müßte Gelegenheit geboten sein, daß die jungen Leute Halbbäder nehmen könnten. Wenn sie einen Monat lang dieselben gebraucht und die wohlthätigen Folgen für Körper und Geist an sich erfahren haben, so gebrauchen sie gern solche Stärkungsmittel. Wenn also das vernünftige Turnen seine guten Wirkungen hat und deßhalb auch geübt werden soll, so darf das Wasser als das vorzüglichste Gesundheitsmittel nicht ausgeschlossen werden; man soll es vielmehr recht fleißig anwenden.


Seminarleben.

Ich kenne einen Bauernhof, der vom Pfarrorte eine halbe Stunde entfernt ist. Dieser wurde bewirthschaftet von einem recht tüchtigen Landmann und seiner vortrefflichen Frau. Der Himmel hatte denselben 12 Kinder gegeben, und diese wurden auf's Strengste unterrichtet in der hl. Religion, in den häuslichen Arbeiten und in Allem, was für Bauersleute nothwendig und nützlich ist. Die Kinder wuchsen gesund und kräftig heran, sie lernten und arbeiteten fleißig, und so hatten die Eltern an ihren Kindern eine große Freude; als dieselben das Alter erreicht hatten, in welchem sie einen bestimmten Beruf antreten konnten, kam das eine dahin, das andere dorthin, und in wenigen Jahren waren alle zwölf aufs beste versorgt.

Es wird vielleicht Mancher fragen: Wie kam es doch, daß diese Familie so gesunde und tüchtige Kinder hatte? Die Gründe sind folgende: erstens die freie und gesunde Luft, die auf den menschlichen Körper höchst vortheilhaft einwirkt und von den Kindern täglich in Fülle eingeathmet wurde; dann die Landarbeit, welche den Körper ungemein kräftigt; drittens die einfache Kost, die alle erforderlichen Nährstoffe in reichlichem Maße enthielt und von den Kindern auch gut verwerthet wurde, weil sie kräftige Naturen hatten. Es muß nämlich wohl beachtet werden, daß viele Leute freilich eine gute, kräftige Kost essen, aber ihre schwachen Naturen vermögen sie nicht zu verarbeiten, und deßhalb bleibt eine Menge der in derselben enthaltenen Nährstoffe unbenützt. Überdieß blieb jenen Kindern Alles fern, was die Gesundheit verdirbt, als geistige Getränke, hitzige Gewürze, Kaffee &c. Auch wurden sie nicht durch die Kleidung verweichlicht, indem sie nur die einfache Landestracht erhielten. Ganz besonders aber verdankten sie ihr Glück der vernünftigen und religiösen Erziehung.

Dieses Familienleben, mit seiner Erziehung und seinem Unterricht, ist mir ein Bild von einem Seminar, in dem ein oder mehrere Vorstände die Stelle von Vater und Mutter einnehmen müssen, die für das geistige und leibliche Wohl der Zöglinge an Eltern Statt zu sorgen und jeden zu seinem Berufsleben fähig und tüchtig heranzubilden haben. Soll dieses Ziel erreicht werden, so ist das Hauptgewicht natürlich auf die religiöse Erziehung zu legen. Es ist etwas sehr Schönes, wenn eine größere Anzahl junger Leute in einem Seminar mit einander zusammen lebt, lernt und sich übt, und dann später Alle, der Eine in diesem, der Andere in jenem Berufe, gemeinsam dahin streben, Gottes Ehre und das Wohl der Menschen zu befördern. Das wird aber nur dann zu erwarten sein, wenn Allen im Seminar die Religion recht tief eingeprägt wurde. Möchten Dieß doch die Vorstände in Erziehungsanstalten recht berücksichtigen, weil dort, wo die Religion fehlt, alle übrigen Kenntnisse oft mehr Unheil als Nutzen stiften.

Soll der religiösen Ausbildung die vorzüglichste Sorgfalt zugewendet werden, so darf doch auch die Sorge für das körperliche Wohl der Zöglinge keineswegs vernachläßigt werden, da bei Verkümmerung des Körpers alle geistige Ausbildung und religiöse Erziehung desselben für die menschliche Gesellschaft ohne Nutzen bleibt. Ich habe einmal in einem Buche gelesen, ein Vorstand solle kein großer Gelehrter sein und solle auch nicht ganz gesund sein. Die Gründe dafür sind diese: Ist er ein hochgelehrter Mann, so gelten bei ihm bloß Solche, welche in der Wissenschaft recht weit voran sind, er will nur Gelehrte heranbilden. Wenn er stets gesund ist, dann hat er zu wenig Mitleiden und Schonung für die Kränklichen. Er macht es, wie einst ein Vorstand mit seinen Untergebenen verfuhr, wenn sie in Krankheit Hülfe suchten. Gewöhnlich sagte er dann zu diesen, sie sollten nur fest glauben, sie seien nicht krank und sich nichts einbilden.

Will der Vorstand einer Erziehungsanstalt die ihm Anvertrauten bei guter Gesundheit erhalten, so muß er auf folgende Punkte besonders achten: Nichts darf zur Last werden, sonst fehlt das Gedeihen, und deßhalb werde die höchste Vorsicht angewendet, daß keine Überladung auf geistigem Gebiete das Jugendleben verbittere. Im Sprüchwort heißt es: Lust und Lieb' zu einem Ding macht alle Müh' und Arbeit gering. Lust und Liebe zum Studium aber werden dort nicht zu finden sein, wo Überanstrengung stattfindet. Nichts wirkt auch nachtheiliger auf die Körperkraft und Gesundheit, als die Überanstrengung der Geisteskraft, ganz besonders in der Jugendzeit. In dieser muß sich der Körper erst zur vollen Kraft und Gestalt entwickeln, und wie ist Dieses möglich, wenn durch übermäßige geistige Arbeit die Organe in ihrer Thätigkeit gehemmt werden!

Es ist ferner nothwendig, daß der Körper entsprechend abgehärtet und vor jeder Verweichlichung bewahrt werde. Was die Kleidung angeht, so ist bereits in einem früheren Kapitel das Nöthige hierüber gesagt worden. Dann muß für gesunde, reine Luft sowohl in den Studierzimmern, als auch besonders in den Schlafräumen gesorgt werden. Was früher betreffs der Lüftung der Wohnungen gesagt wurde, ist hier um so wichtiger, je mehr Personen in denselben Räumen zusammen leben.

Auch Bewegung ist unentbehrlich, um gesund heranzuwachsen und sich gesund zu erhalten. Daß in Erziehungsanstalten die Gelegenheit zu körperlicher Arbeit fehlt, ist sehr beklagenswerth. Wenn täglich jeder Zögling nur eine halbe Stunde körperlich arbeiten könnte, so wäre Dieses vom größten Vortheil für die Gesundheit. Kein Spaziergang ersetzt eine solche Arbeit; aber es soll hier weder zu viel noch zu wenig geschehen. Wenn junge Leute nur studieren und jede Anstrengung und Abhärtung des Körpers vernachläßigen, so gehen sie regelmäßig früh zu Grunde. Es gibt in der That Solche, die aus lauter Vorliebe für einzelne Fächer weder Warnung noch Drohung beachten, bis sie sich vollständig ruiniert haben. Was sind überdieß Menschen, die ausschließlich nur Dieses oder Jenes studiert haben, für das Leben werth? Sie werden nie für irgend einen Beruf tüchtig sein. Die Einseitigkeit wird überall sichtbar werden; sie sind weder selbst glücklich noch im Stande, Andere glücklich zu machen.

Für ein Seminar ist nach meinem Urtheil auch eine geeignete Einrichtung zur Anwendung des Wassers sehr nothwendig, damit die jungen Leute gesund erhalten bleiben und gut abgehärtet werden. Ich habe einst mit einem Seminar-Vorsteher über diese Angelegenheit gesprochen. Dieser war entschieden dagegen, daß in solchen Anstalten Wasser-Anwendungen gemacht würden. Dieser Vorsteher wäre gern selbst gesund gewesen; er getraute sich aber nicht, Wasser anzuwenden, aus Furcht, er könne den jungen Leuten dadurch Ärgerniß geben, und das ganze Seminarleben könne dadurch an seinem Charakter einbüßen. Die Folge war aber, daß ihn der Tod weit eher ereilte, als es sonst nach menschlicher Berechnung geschehen wäre. Ich verlange keineswegs, daß man viel mit Wasseranwendungen sich abmühen soll, ich bin sogar entschieden dagegen. Wenn man aber für nöthig hält, Gesicht und Hände täglich zu waschen, damit der Schmutz nicht überhand nehme so wird auch wohl der übrige Körper zuweilen einer Reinigung bedürfen. Niemand wird überdieß in Abrede stellen können, daß Halbbäder oder andere Anwendungen viel dazu beitragen, den Körper gesund und kräftig zu machen und so zu erhalten. Ich möchte daher rathen, daß die jungen Leute wenigstens zweimal wöchentlich ein Halbbad nehmen.

Ich kenne einen Professor, der einst an seine Zöglinge die Frage stellte: Wer von euch hat so viel Muth und nimmt ein Halbbad auf eine halbe Minute? Es war Spätherbst. Einer meldete sich, der glaubte, er könne dadurch unter seinen Kameraden ein Herkules werden. Er wagte es, und weil er sich gar so wohl und behaglich fühlte, erklärte er sich bereit, des andern Tages wieder eins zu nehmen, was auch geschah. Nach diesen zwei Heldenthaten machte er sich lustig über die Anderen und nannte sie Feiglinge. Diesen Spott wollten Manche nicht ertragen und glaubten, solche Herkulesthaten könnten sie auch verrichten. In kurzer Zeit war die ganze Klasse an die Halbbäder gewöhnt; die jungen Leute bewiesen durch ihr gutes Aussehen, durch ihre Körperkraft und die dadurch auch gestärkte und vermehrte Geisteskraft, daß die Abhärtungen ihnen großen Nutzen gebracht hatten und deßhalb mit Recht verdienen, allgemein empfohlen zu werden.


Seminarkost.

Wie über gar viele Dinge, so wird auch über die Kost in den Seminarien ein sehr verschiedenes Urtheil gefällt. Es wird nur wenige Seminarien geben, in welchen nicht die Einen mit der Kost zufrieden, die Anderen unzufrieden sind. Will man in denselben berechtigten Klagen vorbeugen, dann muß man den Werth und Unwerth der Speisen kennen und die guten und nahrhaften auswählen. Man muß aber auch darauf sehen, daß die Kost nicht bloß Nährstoffe enthalte, sondern daß die jungen Leute dieselbe auch vertragen können. Nahrhaft muß die Kost sein, weil die jungen Leute wachsen, und man kann sagen, je nahrhafter, um so besser; sie muß leicht zu vertragen sein, weil schwächlichen Naturen, besonders bei wenig Bewegung, eine schwerverdauliche Kost nicht zuträglich ist. Jungen Leuten möchte ich besonders empfehlen, durchaus keine geistigen Getränke zu genießen, weil diese in ihrem Nährwerthe zu armselig sind und im Körper für derartige Getränke immer größere Neigung erzeugen. Es soll ferner Vorsicht angewendet werden, daß die Kost möglichst wenig Gewürze bekomme und nicht viel Essig dazu verwendet werde. Durch Gewürze wird das Blut schärfer, und viele Säure hat auch keine guten Folgen. Der wird am besten genährt, der die einfachste und nahrhafteste Kost hat. Es könnte vielleicht Einer die Frage stellen: welches Frühstück wäre wohl am besten für junge Leute? Ich gebe zur Antwort: Die Milch wäre am besten, weil sie am meisten Nährstoffe hat. Allein die Milch ist nicht anzurathen; zum Milchgenuß gehört nothwendiger Weise körperliche Arbeit und Bewegung, sonst wird sie bald widerstehen und Säure erzeugen. Der Genuß reiner Milch für junge Studierende ist also nicht immer zu empfehlen. Gießt man aber zur Milch etwas Malzkaffee, so erhält man ein vorzügliches Frühstück. Ebenso ist Roggenkaffee, und besonders Eichelkaffee zu empfehlen, dem ich die erste Note geben möchte. Den aus eigentlichen Kaffeebohnen bereiteten Kaffee aber würde ich für junge Leute vollständig verbannen, weil ihm die Nährstoffe fehlen und er überdieß aufregt und zehrt.

Die bei uns allbekannte und bewährte Brennsuppe und die leider oft so verachtete Kraftsuppe, die recht nahrhaft ist und keine Gase bewirkt, möchte ich ganz besonders wieder hier empfehlen. Freilich mögen die Köchinnen diese Suppen nicht gern kochen, weil es ihnen zu umständlich und mühsam ist. Über diese Personen aber das Regiment zu behaupten, dazu gehört große Entschiedenheit. Die Brodsuppe von Roggen- und Weizen-Brod ist für die heranwachsende Jugend auch nur zu empfehlen, aber sie muß recht sorgfältig gekocht werden. Wie leicht kann mit diesen Suppen ein Wechsel vorgenommen werden, und gerade der Wechsel in den verschiedenen Nährmitteln wirkt so günstig.

Was den Mittagstisch betrifft, so ist darüber bei den Nährmitteln und Mahlzeiten recht viel gesagt worden und es soll besonders bei jungen Leuten darauf gesehen werden, daß von der Mehlkost ja nicht ganz abgelassen wird. Es sind wirklich viele Leute recht armselig daran, wenn sie nur an Fleischspeisen gewöhnt sind und später keine andere Kost mehr ertragen können, da doch die Mehlkost für ein gutes Blut so nothwendig ist. Es ist wirklich zu bedauern, daß die einfachen Mehlspeisen von reinem Naturmehl so wenig in den Seminarien eingeführt sind, und sicher ist hierfür wieder ein Hauptgrund der, daß das Kochen etwas mühsamer ist und mehr Zeit und Fleiß beansprucht. Die Gemüse, weil sie wenig Nährstoffe enthalten und mehr wässerige, krankhafte Säfte bilden, sollen nicht häufig genossen werden; doch darf nicht vergessen werden, daß sie der Fleischkost beigegeben werden sollen, wie bereits oben erwähnt wurde.

Zur Abendmahlzeit sollen wiederum nur recht nahrhafte Substanzen gewählt werden, aber vor Allem keine schwer verdauliche Kost. Wer solche am Abend genießt, der wird über schlechten Schlaf sich oft zu beklagen haben.

Es ist auch nothwendig, daß die jungen Leute sowohl betreffs der Kost als auch ihrer übrigen Bedürfnisse an Genügsamkeit und Sparsamkeit gewöhnt werden. Ferner sollen sie angehalten werden, in manchen Stücken sich selbst zu bedienen. Wer das Arbeiten nie gelernt hat, wird auch über die Arbeit schwerlich richtig urtheilen. Wer in seiner Jugendzeit stets bedient worden ist, dem wird es zur Gewohnheit, sich bedienen zu lassen. Er versteht nur zu befehlen, welche Dienste ihm geleistet werden sollen. Abgesehen davon, daß derartige Leute höchst einseitig werden und viele Ansprüche an Andere machen, können sie auch leicht herzlos werden gegen die, welche ihre Befehle zu vollziehen haben.

Ich kenne ein Seminar, in welchem der jüngste wie der älteste Zögling sein Bett selbst machen, sein Zimmer selbst fegen, selbst seine Schuhe wichsen und seine Kleider reinigen muß. Sollten solche Zöglinge nicht viel gewandter in den häuslichen Arbeiten werden als andere, denen alles Dieß durch Dienstboten besorgt wird? Dazu kommt, daß diese Nebenarbeiten von außerordentlicher Wichtigkeit für die Gesundheit sind. Oder ist es nicht zuträglich für dieselbe, wenn Jemand in der Frühe sein Bett macht, seine Kleider ausstaubt und bürstet, seine Schuhe wichst, das Wasser sich selbst holt &c.? Eine solche Beschäftigung würde ich einem Spaziergang bei weitem vorziehen. Zugleich gewöhnt man sich an die Besorgung seines eigenen kleinen Hauswesens und erwirbt sich die Fähigkeit, später ein größeres leiten zu können. Wenn aber der kleine Schulknabe – am Ende ist er nur ein Bauernbüblein – schon als ein kleines Herrlein bedient wird, wie groß wird er sich dann bald dünken! Er wird leicht hohe Anforderungen an Andere stellen und für diese eine rechte Last werden. Kommen dann einmal widrige Schicksale, so wird er sich nicht zu helfen wissen und nur schwer in seine Lage fügen können. Bei dem aber, der gelernt hat, für sich zu sorgen, wird das ganz anders sein.


Mädchen-Institute.

Die Mädchen-Institute möchte ich eintheilen in solche, welche sich nur mit der Erziehung für das bürgerliche Leben abgeben, und in solche, in denen die weibliche Jugend für den höheren Stand herangebildet wird. Es gibt viele Väter und Mütter auf dem Lande, die ihre Töchter in Institute schicken in der Absicht, daß sie lernen und einüben, was sie für ihr künftiges Berufsleben nothwendig haben. Ganz sicher ist diesen Eltern der erste und höchste Wunsch, daß die Kinder recht religiös werden, also nicht nur Kenntnisse in der Religion sich verschaffen, sondern auch lernen darnach zu leben. Dann aber wollen sie auch, daß sie in dem unterwiesen werden, was sie für einen Haushalt gewandt und tüchtig macht. Der Unterricht, den sie im Institut erhalten, soll ein Fortbau dessen sein, was sie von den Eltern zu Hause erlernt haben, damit sie auf diese Weise durch größere Gewandtheit und Kenntnisse späterhin das besser leisten können, was der Beruf von ihnen verlangt.

Ist für die Mädchen die Erlernung der gesammten Hauswirthschaft das Allerwichtigste, weil zu deren Besorgung das Weib vorzugsweise bestimmt ist, so wäre es gewiß grundverkehrt, wenn sie gerade hierin nicht sorgfältig unterwiesen würden. Oder wäre das nicht thöricht, wenn ein Mädchen sticken, malen und ähnliche nicht unumgänglich nöthige Fertigkeiten erlernen würde, nicht aber flicken, stricken und stopfen oder ein einfaches Kleidungsstück anfertigen? Das wäre in der That ein arger Fehler. Ich kannte eine junge Person, die zwei Kurse in der Industrie durchgemacht hatte. Diese sollte auf meinem eigenen Tische ein einfaches Hemd schneiden, wie es die Landleute tragen. Sie konnte es aber nicht und gab nur in ihrer Verlegenheit zur Antwort: Ich bin für feinere und höhere Sachen ausgebildet worden. Sie war also nicht im Stande, den einfachsten Haushalt für sich oder Andere zu besorgen.

Ist ferner eine Erziehung in einem Institut wohl viel werth, wenn die Zöglinge nicht einmal ihr eigenes Bett in der Frühe zurecht machen, auch ihr Waschwasser nicht selbst ins Schlafzimmer bringen und ihr Zimmer nicht selbst ausfegen und putzen müssen? Werden solche praktisch unterrichtet? Gewiß nicht. Solche werden weder selbst glücklich werden noch Andere glücklich machen.

Ich kannte zwei Bauerntöchter, die in der besten Absicht in ein Institut geschickt wurden. Bevor sie hineinkamen, hatten sie ihre Mutter in den häuslichen Arbeiten unterstützt, in denen diese sie unterrichtet hatte, soweit es ihre Zeit erlaubte. Im Institut mußten sie andere Kleider tragen, aber nicht so einfache, wie zu Hause, sondern noble. Dort wurden sie auch bedient, im Zeichnen sowie im Sticken unterrichtet und lernten einige französische Phrasen. Als sie dann nach einem Jahre nach Hause kamen, schämten sie sich, die Arbeiten fortzusetzen, die sie verlassen hatten, und beide Töchter hatten Hoffart und Eitelkeit recht gut gelernt. Für das Hauswesen aber waren sie unbrauchbar. So klagte mir ihr eigener Vater.

Von einer anderen Familie wurde die Tochter in derselben Absicht einem Institut übergeben. Nachdem sie aber von dort heimgekehrt war, konnte der Vater seine vornehme Tochter für seinen Haushalt nicht mehr brauchen, da sie die vorkommenden Arbeiten nicht mehr besorgen wollte. Da nahm der energische Mann aber einen Strick und trieb sie zur Arbeit. Hat er daran nicht vernünftig gehandelt?

Was ist gefährlicher als Eitelkeit? Sie ist die Führerin von der Einfachheit zur Prunksucht. Wo Eitelkeit ist, da findet sich leicht die Hoffart ein, und wo diese herrscht, fehlen Bescheidenheit und Genügsamkeit. Ich halte Institute, in welchen die weiblichen Personen in dieser Weise erzogen oder vielmehr verzogen werden, für ein großes Übel unserer Zeit. Gerade durch die Institute sollten die Zöglinge zur Einfachheit, zur Bescheidenheit, zur Demuth und zum Opfersinn angeleitet werden, weil diese Eigenschaften und Tugenden das Fundament für ein wahrhaft glückliches Leben sind. Für ein nobles Leben sind die jungen Gemüther empfänglich genug: gewiß greifen die Mädchen lieber nach Glacehandschuhen als nach dem Besen oder dem Strickzeug, und es fehlt oft nicht viel, daß sie es für eine Schande halten, letzteres in die Hand zu nehmen.

Zu beklagen ist es auch, wenn in solchen Instituten Derartiges geschieht, wie ich es jetzt erzählen will. Es kam ein Mädchen zu mir und klagte über heftiges Kopfweh. Es hatte schon viel gebraucht, konnte aber nicht davon frei werden. Auf die Bemerkung: „Wie es mir scheint, sind Sie geschnürt,“ gab es zur Antwort: „Ich kam in ein Institut, und wir mußten dort alle einen gut anliegenden Schnürleib tragen; ich mußte deren zwei kaufen.“ Das Mädchen glaubte nicht, daß das Tragen desselben Ursache an seinem Übel sein könne, weil sie am einfachsten unter allen Zöglingen gewesen sei. Ich gab ihm den Rath, es solle sich wieder kleiden, wie es zu Hause bei seinen Eltern geschehen sei. Dasselbe folgte mir, und nach wenigen Tagen war das Kopfweh verschwunden. Dieses Beispiel ist aber nicht das einzige seiner Art, das mir vorgekommen ist; es braucht gar nicht viel, daß man durch die Kleidung die Blutcirculation stört, und die nachtheiligen Folgen bleiben dann gewiß nicht aus.

Mir erzählte ein Graf, er sei in einem Institute gewesen, wo er neben seinem Studium die Hauswirthschaft recht gut gelernt habe; er habe sich sein Bett jeden Morgen selbst zurecht machen, seine Kleider selbst ordnen, auch seinen Zimmerboden selbst reinigen müssen. Dadurch sei er inne geworden, wie die Hausarbeiten verrichtet werden müssen. Er sei hierfür jener Anstalt sehr dankbar und habe das Gelernte recht gut brauchen können. Seine Söhne werde er alle gerade deßhalb diesem Institut übergeben, weil man dort für das Leben unterrichtet werde. Wenn nun ein Graf es für gut hält, seine Söhne so unterrichten zu lassen, und öffentlich seine Anerkennung über das genannte Verfahren ausspricht, was soll man denn von einem Institut für Mädchen sagen, wenn die Zöglinge desselben weder ihr Zimmer zu ordnen, noch anderes Derartiges zu besorgen haben, oder wenn es sogar vorkommt, wie mir Dies versichert wurde, daß dieselben noch angezogen werden, als wären sie unmündige Kinder? Verfehlt ist es auch, wenn die jungen Mädchen in den Küchenarbeiten nicht gehörig unterrichtet werden. Kann man denn wirklich glauben, es sei für weibliche Personen nicht nöthig, die Besorgung der Küche zu lernen? Muß nicht auf die Unterweisung hierin ein ganz besonderes Gewicht gelegt werden, wenn die Erziehung eine vernünftige sein soll? Auch ist Niemand ausgenommen von der Arbeit, und sollte auch ein Mädchen Aussicht haben, eine gnädige Frau zu werden, so wird es ihm doch nur Ehre machen können, auch in der Küche tüchtig zu sein. Wie armselig steht am Ende eine solche da, wenn ihre Köchin weiß, sie versteht nichts von der Küche!

Ich kannte eine Baronin, welche allgemeines Ansehen genoß, die alle Tage in der Küche war, und sogar ihre Mägde im Kochen unterrichtete. Sie stand eben deßhalb in so hohem Ansehen und war so allgemein geliebt. Ich halte dafür, daß, nothwendiger noch als im Lesen und im Schreiben, alle Zöglinge in den häuslichen Arbeiten unterrichtet werden müssen. Bloß zum Essen und Trinken, zum Roman lesen und Visiten machen, Unterhaltungen und Gesellschaften aufsuchen, dazu ist doch fürwahr kein Mensch erschaffen. Wie froh bin ich heute noch, daß ich bei Landwirthen und im Handwerk bis zum 21. Lebensjahre gearbeitet habe! Ich brauche mich dessen nicht zu schämen; geschadet hat's mir auch nicht, wohl aber unendlich viel genützt, und ich danke meinem Schöpfer, daß er mich diesen Weg geführt hat. Jene Institute sollten es in der That als eine heilige Pflicht ansehen, daß, wie in der heiligen Religion, so auch in den häuslichen Arbeiten die Mädchen gehörig unterrichtet würden.

Es herrschte einst unter dem Volke der Spruch: „Selbst gesponnen, selbst gemacht ist die beste Landestracht.“ Das sind schöne Worte, und wer ihnen folgt, kommt überdies billig zu seiner Kleidung. Leider werden sie wenig mehr beachtet. Wie ein Postbote seine Briefe überallhin trägt, so wandert auch die städtische Mode von Ort zu Ort und verdrängt die Landestracht. Die Kleidung, welche einst so wenig kostete und doch durch ihre Beschaffenheit der Gesundheit zuträglich war, wird jetzt für vieles Geld gekauft und ist noch dazu nicht selten derart, daß sie die Gesundheit schädigt.

Aber was kann es helfen gegen die Mode aufzutreten? Man wird am Ende doch nur tauben Ohren predigen, obschon man mit Sicherheit nachweisen kann, daß Viele an Kopfweh oder an kalten Füßen oder an anderen Gebrechen gerade in Folge der Kleidung leiden. Ich will daher auch nicht weiter mehr hierüber reden; wem nicht zu rathen ist, dem ist auch nicht zu helfen. Wer es aber gut mit sich selber meint und sich manches Leid ersparen will, der möge meinen Worten folgen.

Sollen die Zöglinge in den Instituten das Hauswesen gründlich erlernen, so sollen sie gleichzeitig auch zur Einfachheit in demselben angehalten werden. Auch sollen sie so erzogen werden, daß sie mit dem Stande ihrer Eltern zufrieden sind, sich nicht desselben schämen und aus Hoffart sich über denselben erheben wollen.

Nicht weniger soll auch auf eine geeignete Kost Rücksicht genommen werden. Wer braucht eine einfachere, nahrhaftere und gesündere Kost als junge Leute? Nur wenn sie eine solche erhalten, können sie gut gedeihen, sich kräftig entwickeln und tüchtige, brauchbare Leute für die Zukunft werden. Was hilft eine feine Kost, wenn sie den Zögling armselig macht? Was nützt ein schönes, nobles Gewand, was Musik und Dichtkunst und die feinsten Manieren, wenn der ganze Körper voller Gebrechen und Elend ist? Mache man einmal den Versuch, den Zöglingen eine einfache Kost zu geben, wie sie im Kapitel über die Nahrungsmittel angegeben ist, unterrichte man sie fleißig in dem Nothwendigen und Nützlichen, und Geist und Körper werden sich wohl dabei fühlen und fähig werden zur Lösung der Lebensaufgabe.


Gesundheitspflege in weiblichen Instituten mittelst Wasseranwendungen.

Das Wasser, wenn es steht oder nur recht langsam sich bewegt, wird bald trübe, ungenießbar und unbrauchbar. In ähnlicher Weise geht es Hunderten, wenn sie von einem bewegten Leben in der Welt zu einem zurückgezogenen und abgeschlossenen übergehen. In kurzer Zeit verlieren sie die frische Farbe, ihre Naturkraft und ihr heiteres, jugendlich frisches Gemüth; sie sehen welk aus und klagen über verlorene Gesundheit. Es ist wirklich nicht leicht, wenn eine größere Gesellschaft durch lange Zeit in geschlossenen Räumen verweilt und arbeitet, alle Mitglieder bei voller Gesundheit zu erhalten. Daher muß mit rechter Sorgfalt für eine Lebensweise gesorgt werden, die das leibliche Wohl befördert. Es kann das Kleid, die Kost, die Beschäftigung angemessen sein, und doch ist kein Gedeihen da. Worin mag die Ursache hievon liegen, und wie soll man dem Übelstand abhelfen? Vor Allem muß gesorgt werden, daß für die gute Luft keine Clausur gemacht wird; denn wo jene fehlt, wird auch die beste Gesundheit nach und nach zerstört werden. Besonders ist das der Fall, wenn eine Krankheit in einem Gebäude sich eingenistet hat. Ist man da nicht vorsichtig, so kann das eine Opfer nach dem andern durch Ansteckung fallen. Es ist unglaublich, wie leicht Kranke und Sterbende ein Denkzeichen ihrer Krankheit hinterlassen, wenn man nicht darauf bedacht ist, daß durch frische Luft die Krankheitsstoffe verdrängt werden. Ferner sehe man auf einfache Kleidung, ganz besonders aber auf Verrichtung körperlicher Arbeit und Bewegung.

Auch das Wasser kann als wirksames Mittel zur Erhaltung der Gesundheit, zur Bewahrung und Vermehrung der Kräfte verwendet werden. Deßhalb sollte in jedem Institut ein Raum vorhanden sein, in welchem verschiedene Wasser-Anwendungen mit leichter Mühe vorgenommen werden können. Es soll aber das Wasser nicht dann erst angewendet werden, wenn Gebrechlichkeit und Krankheit sich bereits eingestellt haben. Wie man die Thüre den Spitzbuben verschließt, weil man weiß, daß, sind sie einmal eingebrochen, dann Elend und Noth herrscht, so sorge man, daß die Krankheiten keinen Eingang finden, vielmehr der Körper gesund und kräftig bleibe. Es ist freilich wahr, daß die Gesunden oft nicht gern Wasser anwenden und manche sogar eine recht große Wasserscheu haben. Aber ist es denn zu viel verlangt, daß ein Zögling in der Woche zwei- bis dreimal ein Halbbad von einer halben Minute nehmen soll, wenn dadurch das so edle Gut der Gesundheit erhalten und geschützt wird? Soll man dafür nicht gern seine Wasserscheu überwinden? Wem aber Dieses doch zu viel ist, der soll einfach ruhig hinsitzen und abwarten, bis er krank und elend wird, dann wird er schon unternehmender werden. Können nicht auch junge Mädchen im Frühjahr, Sommer und Herbst öfter einige Zeit im Garten oder auf nassen Steinen barfuß gehen, um sich abzuhärten, das Blut vom Kopf abzuleiten und Congestionen vorzubeugen? Wem diese Forderung übertrieben vorkommt, für den wäre es Schade, wenn er gesund bliebe; Diesen muß vielmehr Schmerz und Krankheit zu der Einsicht bringen, daß der Mensch kleine Opfer für die Erhaltung seiner Gesundheit nicht scheuen darf. Ich rathe nicht einmal, daß man viel anwenden soll, sondern nur so viel, daß der Körper hinreichend abgehärtet ist, um Kälte und Wärme ertragen zu können.

Mir hat eine Dame erzählt, sie habe mein Buch gelesen, und es haben ihr besonders die Abhärtungen sehr gut gefallen. Sie habe noch im Spätherbst Halbbäder genommen und sei dadurch während des ganzen Winters vor Katarrhen geschützt gewesen.

Ein Fräulein, welches sechs Jahre in einem Institute Sprachen, Industrie und verschiedenes Andere, besonders Musik, gelernt hatte, wurde so nervös, daß sie nicht mehr in die Kirche gehen konnte, ohne die größte Qual auszustehen, weil Gesang und die Musik der Orgel ihr die größten Schmerzen bereiteten. Die einfachsten Hausarbeiten in einem Privathause und die angegebenen Abhärtungsmittel haben dieses Fräulein in vier Monaten vollständig wieder gesund gemacht. Möchte man sich derartige Beispiele doch recht merken und sich darnach richten!

Ich will diesen noch ein anderes beifügen. Ein Mädchen, welches in einem Institut ausgebildet war, kam in Begleitung seiner Mutter und zeigte mir die herrlichsten Zeugnisse. Mit den ihm gegebenen schönen Anlagen hatte es recht Vieles gelernt, wurde aber so nervös, daß es deßhalb entlassen wurde, mithin zu seinem Beruf nicht gelangen konnte. Dazu hatten sich aber noch Gemüthsleiden eingestellt, so daß das arme Geschöpf mit all' seinem Wissen doch in der traurigsten Lage war. Die entsprechenden Abhärtungen haben das beklagenswerthe Mädchen wieder zurecht gebracht. Wäre es aber nicht viel besser gewesen, man hätte im Institute durch die erwähnten Abhärtungen einem solchen Elend und Jammer vorgebeugt?

Wäre es mir möglich, vorläufig nur ein einziges Institut zur Übung einer vernünftigen Abhärtung zu bringen, ich bin der Überzeugung, daß der gute Erfolg manche andere zur Nachahmung antreiben würde. Die liebe Jugend würde sicherlich schon bereit zum Gebrauch des Wassers sein, wenn nur ihre Lenker und Leiter selbst zur Einsicht kommen wollten und diese nicht oft gerade Diejenigen wären, welche die Jugend abhalten, solche Mittel zu gebrauchen, die ihre Gesundheit erhalten und befestigen und vor einem frühen Verfall der Kräfte schützen. Ich habe nichts gegen das Turnen, wenn es in vernünftiger Weise geschieht, bin aber der Überzeugung, daß die Wasseranwendungen viel mehr nützen. Das Turnen vermag allerdings die Körperwärme zu erhöhen. Nichts aber erzeugt schneller und gefahrloser das richtige Maß der Körperwärme als das Wasser. Das Turnen kann übrigens recht aufgeregt machen, das Wasser entfernt jede Aufregung und bringt Ruhe; deßhalb behaupte ich zuversichtlich: Die Jugend würde glücklich sein, wenn ihr Gelegenheit geboten würde, Wasser anzuwenden, aber auch dafür gesorgt würde, daß es vernünftig geschieht und nicht das Sprüchwort in Geltung komme: „Zu wenig und zu viel verdirbt alles Spiel.“


Klosterleben.

In dem Abschnitte über das Seminarleben habe ich dieses mit dem Leben in einer Familie verglichen; auch eine klösterliche Genossenschaft gleicht in manchen Stücken einer Familie. Wie nun in einem großen Hauswesen ein tüchtiger Hausvater nothwendig ist, wie von diesem vorwiegend das Glück oder Unglück der Familie abhängt, so bedarf auch ein Kloster vor Allem eines verständigen Vorstehers, und von ihm hängt vielfach das Wohl und Wehe der Genossenschaft ab.

Wenn man nur oberflächlich eine solche Klosterfamilie betrachtet, so könnte man leicht meinen: „Diese Leute haben es recht gut; sie haben Wohnung, Kost und Kleidung, es wird gesorgt für alle ihre leiblichen Bedürfnisse; es gibt dort auch nicht allzuviel Arbeit – kurz: ein solche Leben läßt sich führen, ohne daß man große Opfer zu bringen hat.“ Doch schaut man die Sache genauer an, ist man Augenzeuge davon, welche Anforderungen an Geist und Körper der Insassen der Klöster beiderlei Geschlechtes gestellt werden, so wird man ein ganz anderes Urtheil fällen müssen. Die meisten Klöster gleichen großen Werkstätten, in denen Jeder an dem ihm zugewiesenen Posten Jahr aus – Jahr ein schwere Arbeit verrichten muß, wobei obendrein noch die Zeit für die Mahlzeit und für Erholung des Geistes und Körpers sehr knapp bemessen ist. Bei der strengen Regel mancher Orden ist die Gefahr einer vorzeitigen Aufreibung der Geistes- und Körperkräfte stets vorhanden. Hier ist es vor Allem Sache des Vorstehers, dem wohlgemeinten, aber oft zu großen Eifer seiner Ordensmitglieder Zügel anzulegen und strenge darauf zu halten, daß die richtige Abwechslung zwischen Arbeit und Anstrengung einerseits und Ruhe und Erholung andrerseits stattfinde, daß bei großer Anstrengung der Geisteskräfte auch dem Körper sein Recht werde, daß die Pflege desselben und damit die Erhaltung der Gesundheit nicht vernachläßigt werde.

Eine große Anzahl von Ordensleuten ist schon zu mir gekommen; sie hatten durch übermäßige geistige Thätigkeit ihre Gesundheit ruiniert und sich schwere Körpergebrechen zugezogen, welche sie zur Erfüllung der Obliegenheiten ihres Berufes theilweise oder ganz unbrauchbar machten. Fast Alle hatten die Pflege des Körpers mehr oder weniger vernachläßigt, und das rächt sich immer. Soll der Geist auf die Dauer kräftig und thätig bleiben können, so muß vor Allem seine Wohnung und sein Werkzeug, der Körper, gesund und kräftig erhalten werden. Darum sollten jene Ordensleute, welche vermöge ihrer Regel sich vorwiegend oder ausschließlich geistig zu beschäftigen haben, in ihren freien Stunden, soviel sie können, körperliche Arbeit verrichten; denn nur so kann die Kraft und Gesundheit des Leibes auf die Dauer erhalten bleiben.

Vielen Orden ist zwar schon durch ihre Regel eine solche Abwechslung zwischen geistiger und körperlicher Arbeit vorgeschrieben; wo Dieses aber nicht der Fall ist, da ist es Sache des Vorstehers der einzelnen Genossenschaft, für eine solche Abwechslung, sowie für die Pflege des Körpers, soweit dieß nur geschehen kann, zu sorgen. In dieser Beziehung möchte ich mir hier erlauben, den Vorstehern der Orden beiderlei Geschlechtes folgende sehr beherzigenswerthe Rathschläge an's Herz zu legen:

Die Kost sei recht nahrhaft; man vermeide aber vor Allem die scharfen Gewürze und alle Reizmittel, weil sonst bei geringerer körperlicher Thätigkeit leicht Krankheiten entstehen. Die Einsiedler haben ein sehr hohes Alter erreicht, und was war ihre Nahrung? Die einfachste Naturkost, Gemüse ohne alle Würze und Früchte. – Auch soll die Kost nicht eine schwer zu verdauende sein; hier beugt allerdings die Fastenordnung vieler Klöster dem Übel vor.

Nicht vorsichtig genug kann man ferner sein bei der Auswahl oder dem Neubau einer Wohnung für Klosterleute, da viele derselben sie während ihres Lebens nie wieder verlassen dürfen, andre nur selten aus derselben herauskommen. Das Haus muß vor Allem sonnig und trocken sein; wie Viele werden in der Blüthe ihres Lebens dahingerafft, wo dem nicht Rechnung getragen ist! Wenn ferner schon in einem gewöhnlichen Hause für tägliche und genügende Durchlüftung aller Wohn- und Schlafzimmer gesorgt werden muß, um wie viel mehr ist Dieses in einem Kloster geboten! Die Schlafzimmer insbesondere sollen zu jeder Jahreszeit den ganzen Tag offen gehalten werden, und die übrigen Räume müssen sofort ausgelüftet werden, wenn sie nicht von den Insassen des Klosters benützt werden.

Was die Kleidung anlangt, so soll man sich nicht zu warm kleiden, weil sonst der Körper nicht genug abgehärtet wird. Manchen Ordensleuten ist die Wollkleidung durch die Regel vorgeschrieben. Soweit diese unmittelbar auf der Haut getragen wird, soll man dafür sorgen, daß die Kleider nicht zu enge an den Körper sich anschließen, vielmehr die Luft überall Zugang habe, damit auf diese Weise sich nicht zu viel Wärme entwickle und die Haut abgehärtet bleibe.

Für die Ordensleute beiderlei Geschlechtes wäre es auch von großer Bedeutung, eine vernünftige Wasseranwendung zu betreiben, sowohl um die Natur widerstandsfähiger und kräftiger zu machen, als auch um durch das Belebende und Erfrischende einer solchen Anwendung den Geist in seiner Thätigkeit zu unterstützen. Deßhalb soll, wie für das Waschwasser gesorgt wird, so auch eine Gelegenheit geboten sein, das Wohlbefinden des ganzen Körpers in dieser Weise zu befördern. Die Gesunden, d. h. Diejenigen, deren ganzer Körper stets die gehörige Naturwärme hat, die ordentlich schlafen können und einen frischen Geist haben, sollen in der Woche zwei- bis dreimal ein Halbbad eine halbe bis eine Minute lang nehmen und sich darauf eine halbe Stunde Bewegung machen, damit sie wieder die volle Wärme erhalten. Dieß sollen sie zu jeder Jahreszeit thun, wie im Hochsommer, so auch zur Winterszeit; dann werden sie die Hitze und Kälte gleich gut ertragen können. Ihre Berufspflichten werden ihnen nicht zur Last werden, sondern, da sie gesund an Geist und Körper bleiben, wird die Erfüllung derselben sie zufrieden, froh und glücklich machen. Wird aber das Genannte nicht beobachtet, sorgt man weder für ein trockenes Gebäude, noch für gesunde Luft, noch für zweckentsprechende Kleidung und Nahrung, dann kann freilich in einem solchen Hause leicht eine Schaar von Krankheiten die Leute peinigen, die Erfüllung der Berufspflichten ihnen verbittern oder diese gar vereiteln, und es rafft der Tod das eine Leben nach dem andern in den schönsten Jahren dahin.

Zum Belege des Gesagten sollen hier einige Beispiele angeführt werden, welche allerdings zum Theil nicht unmittelbar Klosterleute betreffen, aber mittelbar doch das Leben in manchen Klöstern berühren.

Es kam ein Fräulein zu mir und erzählte: Ich bin mit 14 Jahren in ein Institut gekommen, bin acht Jahre in demselben gewesen, habe mich ausgebildet für das Lehrfach, und ich wäre jetzt daran, das Berufsleben zu beginnen. Doch leider, während meine Eltern und Geschwister alle gesund sind, bekam ich vor zwei Jahren ein ganz unbedeutendes Hüsteln, das sich aber jetzt zu einem heftigen Husten ausgebildet hat, dazu habe ich Fieber und Nachtschweiße und kann kaum mehr eine längere Strecke gehen. Das Fräulein war gut gebaut und stammte von gesunden Eltern; aber es hatte Jahre lang in geschlossenem Gebäude gewohnt, und bei fortwährender geistiger Anstrengung war der ganze Körper vernachläßigt worden, so daß er schließlich dem Siechthum anheimfiel. Mich dauerte die jugendliche Person; Hülfe war aber keine mehr möglich, und acht Wochen nach ihrem Besuche bei mir endete sie ihr zeitliches Leben. Ich bin der vollsten Überzeugung: wäre dieses Fräulein in ihren ländlichen Verhältnissen geblieben, so wäre es von dieser Krankheit verschont geblieben und hätte ein hohes Alter erreichen können.

Ein anderes Fräulein holte sich Rath bei mir betreffs ihres Berufes. Sie war schon einige Jahre in einem Institut gewesen, hatte sich in der Musik und Sprachenkenntniß ausgebildet, von Körperarbeit aber und Abhärtung wußte sie nichts. Ich sagte ihr, daß sie nothwendig körperliche Arbeiten verrichten müsse. Das Klosterleben sei ihr nicht zuträglich, weil sie im Kloster bloß für geistige Arbeit werde verwendet werden. Doch wer das Arbeiten und das Abhärten durch die Arbeit nicht schon in der Jugendzeit gelernt hat, wird später sich auch nicht leicht dazu entschließen. Und so ging es auch hier. Das Fräulein wählte ihren Beruf gemäß dem, was sie erlernt hatte, und starb in Folge dessen zweieinviertel Jahre später an der Schwindsucht.

Ich kannte eine Bauerntochter, die recht gesund, kräftig und arbeitsam war, dabei besondere Vorliebe fürs Klosterleben hatte und den Drang fühlte, in einen strengen Orden einzutreten, was auch geschah. Welche Umwandlung fand aber hier statt! Bisher hatte sie immer in der freien Natur gearbeitet und dadurch die Kräfte erhalten und vermehrt. Dazu hatte sie eine einfache, nahrhafte Landkost genossen. Nun kam sie auf einmal in ein Gebäude, wo wenig auf Lüftung gehalten wurde, wo sie wenig Bewegung hatte, und diese nur im Gebäude selbst, und keine Arbeit mehr zur Erhaltung der Kraft. Mußte eine solche Person nicht verkümmern? So geschah es auch, und zwar war sie schon im dritten Jahre voller Gebrechen, und Niemand wußte, was ihr fehlte. Im vierten Jahre endete sie ihr jugendliches Leben.

Drei Kandidatinnen hatten die Lehrkurse durchgemacht und fragten mich, was sie jetzt beginnen sollten; denn infolge der fortwährenden geistigen Anstrengung war die eine gebrechlicher als die andere. Ich gab ihnen den Rath, sie sollten, ehe sie in's Lehrfach eintreten würden, ein Jahr lang mit landwirthschaftlichen Arbeiten sich beschäftigen, damit durch gute Landluft und entsprechende körperliche Arbeit die Natur abgehärtet werde; so würden sie das, was sie an Körperkraft verloren, wieder gewinnen und später ihrem Berufe mit frischer, voller Gesundheit nachkommen können. Eine folgte meinem Rath, und sie erfreut sich eines sehr guten Rufes wegen ihrer vorzüglichen Leistungen; die zwei anderen starben, die eine im dritten, die andere im vierten Jahre nachher. Diese waren aber nicht schlimmer daran gewesen, als die erste.

Sehr häufig werden für die Mädchenschulen Lehrerinnen angestellt; dieß ist nur zu billigen. Aber es gehört recht viel dazu, daß eine solche Lehrerin allseitig genüge. Es fällt mir schwer, an dieser Stelle mich öffentlich auszusprechen über einen offenbaren Mißstand, und wenn ich nicht ein Freund der Wahrheit wäre und nicht Theil nähme an den traurigen Schicksalen, welche oft die Menschen treffen, würde ich kein Wort sagen. Doch es soll und muß gesagt sein. Es wird allzuviel für das Wissenschaftliche gethan, die Geisteskräfte werden zu viel angestrengt, und so lernen dann in fünf, sechs oder noch mehr Jahren die jungen Personen erstaunlich viele Dinge; aber wozu? Meistens können sie es gar nicht oder nur kurze Zeit verwenden, dann sind die Kräfte aufgezehrt. Bei dieser Vorbereitung werden gewöhnlich die Körperkräfte gar nicht geübt; der Körper darf bloß den Geist von der einen Stelle zur anderen tragen. Er wird nicht abgehärtet und gestärkt durch die Arbeit, und so bekommt der Geist eine baufällige Hütte, die bald zusammenbricht. Das Berufsleben ist infolge dessen meist bitter und von kurzer Dauer. Bei einer solchen Unterrichtsweise ist aber noch ein zweites Unglück dieses, daß die Ausbildung eine einseitige wird, und daß die also ausgebildeten Kandidatinnen des Lehramtes dann mit ihren Schülerinnen ebenso verfahren, wie mit ihnen verfahren worden ist.

Sollte man dem, was ich im Vorhergehenden gesagt habe, widersprechen und meinen, die angeführten Thatsachen hätten andere Gründe gehabt, so will ich meine Behauptung gern zurücknehmen, falls man mir beweist, daß ich mich geirrt habe. Ich will übrigens noch bemerken, daß die von mir gerathene Anwendung des Wassers zur Abhärtung des Körpers oder Heilung von Gebrechen, wie aus zahlreichen mir von solchen Anstalten zugekommenen Briefen deutlich hervorgeht, recht gute Erfolge gehabt hat. Deßhalb soll das Wasser gehörig benutzt werden zur Kräftigung und Erhaltung der Gesundheit. Freilich wird bei Manchen, die durch geistige Anstrengung geschwächt sind, keine Heilung möglich sein, wenn nicht körperliche Arbeiten verrichtet werden. Es soll deßhalb in jedem Kloster sowohl zur Anwendung des Wassers, wie zur Verrichtung körperlicher Arbeiten Gelegenheit geboten werden, wenn dem Körper die volle Gesundheit gebracht und erhalten werden soll.

Wie in den Frauen-Klöstern, so muß auch und noch mehr in den Männer-Klöstern darauf geachtet werden, daß die Lebensweise eine richtige sei. Ist hier die Wissenschaft meist Hauptgegenstand der Beschäftigung, so soll man darüber doch nicht die Sorge für den Leib vergessen. Der Körper ist ja Wohnung und Werkzeug des Geistes, mit dem der Gelehrte hauptsächlich arbeiten muß. Was hilft zudem alles Wissen, wenn der Körper zu Grunde gerichtet ist? Darum möge man auch ernstlich darauf halten, daß dem Körper die nöthige Zeit zum Schlafe gegönnt werde. Hat doch der Schöpfer durch den Wechsel von Tag und Nacht die Zeit bestimmt zur Arbeit und zur Ruhe. Wenn man sich die nöthige Nachtruhe entzieht, handelt man gewiß weder vernünftig, noch zu seinem Vortheile.

Ich kannte einen jungen Herrn, der so eifrig und fleißig studierte, daß er in jeder Nacht bis 11, ja 12 Uhr und noch länger mit den Büchern beschäftigt war. Aber wie lange trieb er es? Nach drei Jahren hatte er so viel Kopfleiden, so häufige und starke Kongestionen, daß er mit 28 Jahren zu jedem Berufe und zu jeder Arbeit unfähig war. Hat er recht gethan? Was hatte er gewonnen? Täglichen Jammer und tägliches Leiden und eine trostlose Zukunft.

Ich kenne einen anderen Herrn, der Abends um 8 Uhr eine Tasse schwarzen Kaffee trank, damit er seine Studien recht lange in der Nacht fortsetzen konnte, ohne vom Schlaf belästigt zu werden. Einige Jährchen ging es recht gut, weil er eine vorzügliche Gesundheit hatte; aber auf einmal brach die ganze Naturkraft zusammen, und der Unglückliche wurde unfähig für jedes Berufsleben. Geist und Körper waren zerrüttet. Es sei also für die, welche sich mit der Wissenschaft abgeben, eine Hauptsorge, ihrem Körper die nöthige Zeit zum Schlafe nicht zu entziehen. Ich bin überzeugt, wer über 9 Uhr am Abend arbeitet, der arbeitet zu seinem Nachtheil. Für das Gedeihen des Körpers und des Geistes sind die Ruhestunden vor Mitternacht entschieden viel werthvoller als die Zeit nach Mitternacht. Nicht minder fehlen die vorwiegend mit geistiger Arbeit Beschäftigten, wenn sie die Körperkräfte gar nicht durch körperliche Thätigkeit üben. Nehme man einen starken Bauernknecht und setze ihn ein Vierteljahr an einen Schreibtisch hin und beschäftige ihn ausschließlich mit geistiger Arbeit. Schicke man ihn dann wieder an seine frühere Arbeit, und es wird sich zeigen, daß er drei Viertel seiner Kraft verloren hat. Wird es einem Studierenden nicht ähnlich gehen, wenn er sich aller körperlichen Anstrengung enthält? Bei beständigem und ausschließlichem Studieren wird der Körper einer Maschine gleich, die verrostet und verdirbt, weil sie zu wenig gebraucht wird. Mancher wird wohl sagen: Ich mache täglich meinen Spaziergang, um meinen Körper bei Kräften zu erhalten. – Ich erwidere hierauf: Das reicht nicht aus. Der Spaziergang bietet dem Auge Manches zum Sehen, man athmet dabei eine bessere Luft ein, und die Beine werden angestrengt; der größere Theil der Organe aber ruht während des Spazierganges. (Das Weitere über diesen Punkt bietet das Kapitel über die Bewegung.)

Ich kannte einen Herrn, der viel studierte und nicht viel spazieren ging; aber jeden Tag spaltete er zweimal eine halbe Stunde Holz oder grub in seinem Garten; er versicherte mir, er verdanke diesem Mittel seine anhaltend gute Gesundheit und seine allzeit frische Geisteskraft.

Wenn mancher Leser vielleicht meint, es sei das Gesagte etwas übertrieben, er fühle sich geistig und körperlich gesund und kräftig, trotzdem er nicht körperlich, aber viel geistig arbeite, so antworte ich ihm: Halte nur eine kleine Rundschau, und du wirst bald Beispiele in Menge finden, die meine Worte bestätigen. Gar Viele beklagen jetzt die Unvorsichtigkeit, mit der sie hierin gehandelt haben, ebenso sehr, wie ihr dadurch entstandenes Elend. Deßhalb sage ich zum Schlusse noch einmal: Es soll in jedem Kloster eine Stätte sein, wo zu körperlichen Arbeiten Gelegenheit geboten ist. Ebenso soll aber auch die Möglichkeit gegeben sein, die erschöpfte Natur durch Anwendung des Wassers aufzufrischen, zu kräftigen und abzuhärten.