»Getruckt durch Hans Glaser Brieffmaler zu Nürnberg auf der Schmeltzhüten.«

Die alten Abdrücke der dritten Edition, nachdem die Jahrszahl 1527 und das Monogramm in die Thür des Dürer’schen Wappens eingefügt war, trifft man mit dem Wasserzeichen des Reichsadlers, eines Thurms mit fünfzackiger Krone, oder auf einem Papier, dessen Drathstriche einen Abstand von 15 Linien haben und als Wasserzeichen eine Lilie im Kreise, Nr. 53.

Die häufigen späteren Abdrücke sind an den sichtbaren Spuren des Wurmfraßes in dem Holzstock, besonders an der Nasenspitze kenntlich.

B. 157. Brustbild des Johann Freiherrn zu Schwarzenberg.

Dieses von Bartsch zu den Dürer’schen Holzschnitten gerechnete Blatt ist eine, ohne Zweifel erst nach des Meisters Tode gearbeitete Nachbildung eines seiner Portraite, denn es kommt zuerst in der am 16. Februar 1531 von Heinrich Steiner in Augsburg vollendeten Ausgabe der Officia M.T.C. auf der Rückseite des Titels vor.

Diese erste Ausgabe ist sehr selten, der Holzschnitt ist darin auf einem festen Papier gedruckt, dessen Drathstriche durchschnittlich eine Entfernung von 14¼ Linien haben, und als Wasserzeichen ein Oval mit fünfstrahligem Stern darüber, in der Art wie Nr. 34, nur größer. —

Ueber den Formschneider dieses Holzschnitts, der sich unten rechts mit einem römischen von einem Querbalken durchschnittenen B bezeichnet hat, herrscht eine große Meinungsverschiedenheit und auch die ausführlichen Erörterungen darüber in Nagler’s Monogrammisten, pag. 811 bis 814, führen zu keinem bestimmten Resultate.


Ausser den vorstehend, unter Nr. 153 bis 157 aufgeführten Bildnissen unsers Meisters, giebt es noch ein kleines höchst seltnes Holzschnitt-Portrait desselben, welches Bartsch nicht gekannt hat, Heller aber irrthümlich unter die zweifelhaften Blätter versetzt, und pag. 825, Nr. 193 beschreibt.

Es ist das Brustbild des durch seine Verdienste um die Wiederbelebung des Studiums der classischen Literatur bekannten Nürnberger Gelehrten Eoban Heß[62], Zeitgenosse Dürer’s, nur 4 Zoll 9 Linien hoch und 3 Zoll 6 Linien breit, aber sehr schön.

Wenn auch der Schnitt selbst nicht von Dürer sein wird, da er etwas technisch elegantes hat, in der Art, wie die Arbeiten des Resch, so ist doch die Zeichnung erwiesen von unserm Meister, denn auf der Rückseite der ersten Abdrücke, welche von Peipus in Nürnberg im Jahre 1527, also noch bei Lebzeiten Dürer’s, als Titelblatt veröffentlicht wurden, steht gedruckt:

»In Imaginem Eobani Hessi sui ab Alberto Dürero hujus aetatis Apelle graphice expressam, aliquod Epigrammata Johannis Alexandri Brassiciani etc.«

B. 158. Die fünf Kaiserlichen Wappenschilde.

Die ersten Drucke dieses einfach aber charakteristisch behandelten Holzschnitts, finden sich in dem im Jahre 1502 bei Koberger in Nürnberg gedruckten Buche, der himmlischen Offenbarung der heiligen Brigitta.

Die zweiten Drucke haben die Jahrszahl 1504 und das Dürer’sche Monogramm, sie sind noch rein und scharf und ihr Papier hat 12¾ Linien Entfernung der Drathstriche.

B. 159. Das Wappen der Familie Behaim.

Dieses schön verzierte höchst wahrscheinlich von Dürer selbst geschnittene Wappen ist nicht häufig.

Das Papier der ersten Drucke hat das Wasserzeichen der hohen Krone, Nr. 21. Die zweiten oft noch recht reinen und scharfen Drucke findet man auf Papier mit dem Nürnberger Wappen, Nr. 41, und knapp 11 Linien Entfernung der Drathstriche.

B. 160. Das Wappen Albrecht Dürer’s.

Noch seltner als von dem vorhergehenden trifft man die schönen Abdrücke, auf Papier mit dem Wasserzeichen des stehenden Hundes, Nr. 35.

Die späteren haben das Wasserzeichen des Wappens von Nürnberg.

B. 161. Das Wappen von Kress von Kressenstein.

Die alten Drucke findet man auf Papier mit dem Wasserzeichen der verbundenen zwei Thürme, spätere, jedoch noch gute, mit dem Wappen von Nürnberg und kaum 11 Linien Entfernung der Drathstriche. Diese haben die Spur eines ganz feinen Sprunges, welcher die Laubverzierungen an der dem Beschauer rechten Seite perpendikulär durchschneidet.

B. 162. Das Wappen der Stadt Nürnberg. 1521.

Man erkennt die ältesten Drucke daran, daß auf der Rückseite gedruckt steht:

Reformation der Stat Nuremberg.
Cum Gratia et Privilegio.

Das starke Papier hat Drathstreifen mit einer Entfernung von 12½ Linien. Bei guten Drucken ohne diesen Text auf der Rückseite findet man das Wasserzeichen des Ochsenkopfes mit dem Caducaeus, ein Zeichen, welches, wie von mir wiederholt angeführt ist, bei Dürer’schen Holzschnitten späterer Zeit mehrfach, nicht aber, wie Dr. Nagler[63] bemerkt, bei Dürer’schen Kupferstichen vorkommt.

B. 163. Das Wappen des Hector Pömer.

Dieses findet man häufig in neuen von Herrn Campe in Nürnberg, der den Holzstock besaß, veranstalteten Abdrücken. Die älteren haben das Wasserzeichen eines geschweiften Wappens mit Krone und eine Entfernung der Drathstriche von 12 Linien. Der unten rechts von der Jahrszahl befindliche Buchstabe R könnte vermuthen lassen, daß dieser Holzstock von Resch geschnitten sei.

B. 164. Die Wappen von Scheurl und von Geuder.

Von diesem complicirten Wappen giebt es verschiedene Combinationen und Abänderungen.

Die ersten Drucke haben im Papier das Wasserzeichen der hohen Krone, Nr. 21, die späteren dasjenige des Reichsadlers.

Die Abdrücke, welche mit feinen Lateinischen Lettern die Inschrift, »Dominus dedit, Dominus abstulit etc.« haben, sind augenscheinlich neuere, man findet einzelne davon auf Papier mit dem Wasserzeichen des Hundes.

Die neuesten, gegen die älteren sehr abweichenden Abzüge, sind durch den Herrn Cornill d’Orville in Frankfurt a.M. verbreitet, welcher den Holzstock davon besitzt.

B. 165 und 166. Die Wappen von Johann Stabius.

Die Holzplatten dieser Wappen befinden sich in Wien, und im Jahre 1781 sind Abdrücke davon veranstaltet, welche man gewöhnlich in den Sammlungen antrifft. Sie sind ausser der Unterschrift an einem weißen sehr festen und etwas rauhen Papiere kenntlich, dessen Drathstriche 12 Linien entfernt sind, auch sieht man an den Einfassungsstrichen, namentlich bei B. 166 ausgesprungene Stellen und kleine Wurmlöcher.

B. 167 und 168. Die Wappen des Lorenz Staiber.

Unter den obigen Nummern beschreibt Bartsch zwei verschiedene Abdrücke desselben Holzstocks, welcher späterhin durch Hinzufügung einer Krone und zweier Fähnlein an dem Löwen über dem Helme abgeändert wurde. Heller führt davon pag. 739 unter Nr. 1946 richtiger drei verschiedene Abdrucks-Gattungen an, wovon die dritte, ausser dem Wegfall der oberen Inschrift, an kleinen Fehlstellen im Grunde und einem feinen links am Kopfe des Löwen sichtbaren Sprunge kenntlich ist. Das Papier derselben hat das Wasserzeichen des Nürnberger Wappens und einen Abstand der Drathstriche von 11½ Linien.

Von diesem Wappen giebt es übrigens einen älteren Holzschnitt, von dem ich den einzigen mir bisher vorgekommenen Abdruck besitze. Derselbe übertrifft den späteren bedeutend in Charakter und Schwung der Zeichnung, dabei ist der Schnitt der horizontalen Linien des Grundes wie bei dem Behaim’schen Wappen, B. 159, nicht ganz regelmäßig, daher ich auch diesen für einen eigenhändigen Schnitt Dürer’s halten zu dürfen glaube.

Der wesentliche Unterschied in der Darstellung des Wappens besteht darin: daß das abgetheilte Schild mit dem Leoparden und dem Hunde, an der linken Seite ausgeschweift und noch nicht, wie auf dem späteren Holzstock, mit der Ordenskette umgeben ist, welche dem Staiber von dem Könige von England als ein Gnadengeschenk verliehen wurde und derjenigen gleicht, welche noch jetzt die Großkreuze des Bath-Ordens in England tragen[64]. Dieser Holzstock ist daher früher geschnitten als jene Verleihung stattgefunden hatte. —

Die fragliche Kette ist zwar links oben neben dem Büffelhorn abgebildet, aber augenscheinlich durch eine spätere Hinzufügung.

Der Abdruck hat weder Ueberschrift noch Unterschrift, doch scheint das in der Höhe nur 11¾ Zoll, in der Breite 8½ Zoll messende Papier beschnitten. Das Wasserzeichen desselben ist die hohe Krone mit der etwas eckigen Form des Bügels, Nr. 36, wie solche in der letzteren Lebenszeit Dürer’s vorkommt.

Die Entfernung der Drathrippen beträgt 12½ Linien.

B. 169. Das Wappen mit den drei Löwenköpfen.

Dieses ist in alten Drucken selten, und mir ist kein Exemplar davon vorgekommen, bei dem ich eines der zu Dürer’s Lebenszeit gebräuchlichen Papiere hätte wahrnehmen können. Die neueren im Jahre 1781 in Wien veranstalteten Abdrücke sind an ihren festen doch rauhen Papieren leicht zu erkennen.

B. 170. Das Wappen mit dem wilden Mann.

Die alten Drucke kommen auf Papier mit zwei kleinen verbundenen Thürmen in einem geschweiften Schilde, oder mit dem Wasserzeichen Nr. 43 vor. Die Drathstriche dieser sind 12½ Linien von einander entfernt.


Ausser der bedeutenden Zahl der in diesem 2. Abschnitte aufgeführten von Dürer selbst gearbeiteten oder von ihm veranstalteten Holzschnitte, hat unser Meister noch verschiedene andere vorbereitet gehabt, an deren Ausführung er durch Umstände oder seinen frühzeitigen Tod verhindert sein wird. Einen Beweis dafür geben mehrere noch erhaltene Federzeichnungen desselben, welche ihrer ganzen Behandlung nach nur für die Ausführung in Holzschnitt bestimmt gewesen sein können.

Eine der schönsten dieser Art war bisher im Besitz des kunstliebenden als Medailleur berühmten Professors J.D. Böhm in Wien, und ich verdanke es der besonderen Begünstigung desselben, daß solche mit einer Anzahl anderer Skizzen und Zeichnungen Dürer’s seit Kurzem in meine Sammlung übergegangen ist.

Da es zu bedauern sein würde, wenn diese unzweifelhaft von unserm Meister für die Vervielfältigung bestimmte Arbeit ferner der Oeffentlichkeit entzogen bliebe, so habe ich veranlaßt, daß solche durch den rühmlichst bekannten Xylographen Herrn Flegel in Leipzig in Holz geschnitten ist und die Freunde Dürer’scher Kunst finden einen Abdruck davon als Anlage dieses Werkchens.

Die wohl erhaltene Federzeichnung von gleicher Größe, auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes, Nr. 2, ist wie Dürer bei allen Entwürfen seiner Holzschnitte zu thun pflegte,[65] von der Gegenseite genommen, so daß der schreibende Zuhörer die Feder in der linken, das Dintenfaß in der rechten Hand hält.

Alle Kreuzschraffirungen sind dabei auf das sorgfältigste vermieden und dürfte dieses die Vermuthung rechtfertigen, daß die Zeichnung einer früheren Periode unsers Meisters angehören wird, da derselbe späterhin, namentlich nach 1510, nicht mehr die Entfernung dieser Schwierigkeit für den Holzschnitt so sehr zu berücksichtigen pflegte.

Auf der Rückseite des Blattes liest man von Dürer’s Hand in abgekürzter Schrift:

»wie ein Prister einen berichtet«

und dem entspricht die Darstellung, welche auf einem erhöheten Sitze vor einem Pulte einen Geistlichen zeigt, der aus dem vor ihm aufgeschlagenen Evangelienbuche einen Vortrag hält, dessen Erleuchtung, durch den heiligen Schein und die herbeifliegende Taube bezeichnet wird.

Drei vor ihm sitzende Ordensbrüder hören mit der gespanntesten Aufmerksamkeit zu und einer von ihnen notirt das Vernommene in ein Buch.

Auffallend ist das leere Feld in Form einer Chorstuhlswand zur Seite des Redners.

Ein ganz gleiches, nur mit der Anlage einer Ranken-Einfassung, findet sich auf einer ähnlichen Federzeichnung Dürer’s in der Sammlung des Herrn Rudolph Weigel in Leipzig, und auch Prestel hat das fac-simile einer andern Zeichnung unsers Meisters mit einem genau so geformten Felde gestochen. Hier ist dasselbe aber mit einem verzierten Rande umgeben und durch ein Familienwappen ausgefüllt, wonach es scheinen möchte: daß Dürer für eine bestimmte Familie eine Folge solcher geistlicher Darstellungen zu entwerfen gehabt habe.

Die Federstriche meiner Zeichnung sind in dem vorliegenden Holzschnitt mit großer Geschicklichkeit und Treue wiedergegeben, wenn gleich der Geist und das Lebendige derselben durch die Uebertragung einige Beeinträchtigung erlitten hat; doch findet man dieses auch oft bei Holzschnitten Dürer’s, sobald er nicht selbst das Messer geführt hat, wenn man sie mit den Original-Entwürfen vergleicht. —


Hiermit schließe ich meine Bemerkungen über die Holzschnitte Dürer’s, wie solche von Bartsch in seinem peintre graveur als Originale aufgeführt sind; da ich es nicht wage, mich auf das schwierige Feld der zweifelhaften Blätter zu begeben, welche Bartsch in dem Appendix zusammengestellt hat, deren Zahl aber durch Heller ansehnlich vermehrt ist und noch fortdauernd durch eifrige Sammler, mit und ohne Grund, vervollständigt wird.

Das Sammeln dieser Blätter ist von mir nie systematisch betrieben und ihre Beschaffenheit daher auf meinen Reisen auch nicht hinlänglich berücksichtigt, da, wenn gleich einzelne schöne Kunstleistungen sich darunter befinden, die mit unserm vortrefflichen Meister gleichzeitig und desselben vollkommen würdig sind, die Mehrzahl doch nur gering an Kunstwerth ist, und dem Dürer keineswegs angehört.

Ich muß es den Sammlern, welche zur Vervollständigung ihres Dürer-Werkes, es für erforderlich halten, die sämmtlichen von Heller aufgeführten und sonst aufgefundenen zweifelhaften Blätter zusammen zu bringen, überlassen: eine Prüfung der Papiere und ihrer Wasserzeichen bei den verschiedenen Abdrücken vorzunehmen, bei denen die, wegen der Priorität der Wasserzeichen, von mir gemachten Bemerkungen immer nützliche Anhaltspunkte gewähren können.

Die gedruckten Werke Albrecht Dürer’s.

Als Nachtrag zu meinen Bemerkungen über die Holzschnitte Dürer’s glaube ich auch, die höchst interessanten gedruckten Werke desselben berücksichtigen zu müssen, da solche so sehr reich mit Holzschnitten ausgestattet sind, von denen Bartsch nur einzelne unter Nr. 146 bis 149 in seinem peintre graveur aufgenommen hat.

In Beziehung auf die zu diesen gedruckten Werken verwandten Papiere findet man die bei den alten deutschen Druckwerken im allgemeinen beobachtete Gewohnheit: verschiedene Papiersorten oft ohne regelmäßige Reihenfolge zu benutzen, in reichlichem Maße befolgt.

1. Die älteste Ausgabe eines Dürer’schen Werkes ist die im Jahre 1525 gedruckte

»Underweysung der messung, mit dem zirckel vn̄ richtscheyt, u.s.w.

In dieser kommen Papiere mit folgenden Wasserzeichen vor:

a) Der Henkelkrug, Nr. 33, mit Entfernung der Drathstriche von 13 Linien;

b) Die große hohe Krone, Nr. 21, jedoch in etwas abweichender Form, auch wohl mit dem Buchstaben S im Bügel, Entfernung der Drathstriche 14¼ Linien;

c) Der kleine Reichsapfel mit Kreuz, Nr. 37, Entfernung der Drathstriche 12½ Linien;

d) Der Ochsenkopf mit dem Caducaeus, Nr. 31, Entfernung der Drathstriche 13¾ Linien;

e) Der Anker im Kreise, Nr. 30, Entfernung der Drathstriche 14¼ Linien.

Die zweite Ausgabe dieses Buches, im Jahre 1538 durch Hieronymus, Formschneyder gedruckt, enthält in den Papieren folgende Wasserzeichen:

a) Eine schmälere hohe Krone, oft mit einem fünfstrahligen Stern über dem Kreuz, Nr. 36, Entfernung der Drathstriche 11½ Linien;

b) Den kleinen Reichsapfel mit Kreuz, Nr. 37, Entfernung der Drathstriche 12 Linien;

c) den größeren Reichsapfel mit Stern, Nr. 24a, Entfernung der Drathstriche 12½ Linien.

2. Das im Jahr 1527 herausgegebene Werk:

»Etliche Underricht, zu befestigung der Stett, Schloß, vnd flecken«

Dasselbe hat vorherrschend Papier mit dem Wasserzeichen des stehenden Hundes, Nr. 35, und 12½ bis 13¼ Linien Entfernung der Drathstreifen, doch gemischt mit solchem, in dem sich die schmälere hohe Krone, Nr. 36, befindet, deren Drathstriche 11½ bis 12½ Linien Entfernung haben.

Bartsch hat übrigens Unrecht gehabt: das schöne Titelblatt dieses Werkes mit dem Wappen des Erzherzogs Ferdinand von Oesterreich nicht unter den einzelnen Holzschnittblättern aufzuführen. Ich möchte glauben: daß es ein eigenhändiger Schnitt unsers Meisters sei, auch hat er selbst Werth darauf gelegt, wie ein in Farben gedrucktes Exemplar desselben beweist, welches Dürer, der von seiner Hand darauf befindlichen lateinischen Inschrift zufolge, seinem auch aus dem niederländischen Tagebuche bekannten Freunde Christoph Koler verehrte.[66]

3. Dürer’s Hauptwerk:

»Vier Bücher von menschlicher Proportion.«

An diesem hat unser Meister nach den zahlreichen noch vorhandenen Federskizzen und Studien dazu, während des größesten Theils seines Lebens gearbeitet. — Es wurde, nach der in der Königlichen Bibliothek in Dresden vorhandenen Originalhandschrift des ersten Buches, im Jahre 1523 beendigt, aber im Jahre 1528 gebessert und zum Druck hergerichtet,[67] doch erlebte Dürer die Herausgabe, welche am 31. October 1528 erfolgte, nicht mehr.

Die Papiere dieser Ausgabe haben das Wasserzeichen:

a) der schmalen hohen Krone mit Kreuz, Nr. 36;

b) derselben mit Stern über dem Kreuz; beide mit Abstand der Drathstreifen von 11½ Linien;

c) des Reichsapfels mit fünfstrahligem Stern und 11¼ Linien Entfernung der Drathrippen.

Die sechs Jahre später, im Jahre 1534 veranstaltete Ausgabe der lateinischen Uebersetzung dieses Werks durch Bilibald Pirckheimer hat im Papier

a) das Wasserzeichen des größeren Reichsapfels mit Kreuz, Nr. 6, Abstand der Drathstriche 11½ Linien;

b) dasjenige des Ochsenkopfes mit dem Caducaeus, Nr. 31, Abstand der Drathstriche 14 Linien;

c) der schmäleren hohen Krone mit Kreuz und Stern, Nr. 36, mit 11½ und 17½ Linien Entfernung der Drathstriche. —

Abschnitt III.
Die Handzeichnungen Albrecht Dürer’s.


Nichts ist geeigneter, einen richtigen Begriff von der Vielseitigkeit des Talents, dem unermüdlichen Fleiße, der strengen Gewissenhaftigkeit und der hohen Meisterschaft Albrecht Dürer’s zu gewähren, als seine zahlreichen Skizzen, Studien und ausgeführten Zeichnungen.

Man verdankt es ohne Zweifel der hohen Anerkennung, welche unser Meister schon bei Lebzeiten und gleich nach seinem Tode gefunden hat, daß eine so große Zahl dieser Entwürfe und Handzeichnungen, zum Theil noch in gutem Zustande, sich bis auf unsre Zeiten erhalten hat, doch sind sie sehr zerstreut; die Bearbeitung eines vollständigen mit Einsicht entworfenen und geordneten Verzeichnisses derselben, würde daher ein großes Verdienst sein und ein ganz neues Licht über Albrecht Dürer’s Kunstleistungen verbreiten, da derselbe, in seinen Zeichnungen, durch technische Schwierigkeiten weniger beengt als bei den Gemälden, seinem Gefühle und seinem Genius freien Lauf lassen konnte.

Heller hat in seinem Leben Albrecht Dürer’s manches Verdienstliche auch über seine Zeichnungen zusammen getragen, doch ist sein Verzeichniß weder vollständig noch mit gehöriger Kritik entworfen.

Ich selbst fühle mich zu einer solchen Arbeit nicht mehr befähigt, doch will ich in Nachfolgendem für die Freunde Dürer’scher Kunst einige Notizen über die mir bekannt gewordenen Zeichnungen geben, und bei denjenigen in öffentlichen Sammlungen befindlichen, welche mir in den letzteren Jahren zugänglich gewesen sind, auch auf das Einzelne derselben näher eingehen, zugleich aber meine Beobachtungen über die dazu verwendeten Papiere und ihrer Wasserzeichen mittheilen.

Die bedeutendsten Schätze von Dürer’schen Zeichnungen, befinden sich gegenwärtig in folgenden öffentlichen Sammlungen, als:

1) In der Sammlung des Erzherzogs Albrecht in Wien.

2) Im print-room des britischen Museums.

3) In der Kaiserlichen Handzeichnungs-Sammlung in Paris.

4) In dem Handzeichnungs-Cabinet der Ufficij in Florenz.

5) Im Königlichen Kupferstich-Cabinet in Berlin.

6) In der ehemaligen Heller’schen Sammlung auf der Stadtbibliothek zu Bamberg.

7) In der ehemaligen Klugkist’schen Sammlung in der Kunsthalle zu Bremen.

8) Auf der Königlichen Bibliothek zu Dresden.

9) Auf der Königlichen Bibliothek zu München.

10) Auf der Stadtbibliothek zu Nürnberg.

Einzelne schöne Zeichnungen sind noch:

11) In der Ambraser-Sammlung in Wien.

12) Im Städel’schen Institut zu Frankfurt a.M.

13) Im Königlichen Kupferstich-Cabinet zu München.

14) In der Königlichen Kupferstich-Sammlung zu Dresden.

15) In der Akademie alla Carità zu Venedig.

16) In der Ambrosiana zu Mailand.

17) In der Kupferstich-Sammlung auf der Festung zu Coburg.

18) In dem Herzoglichen Museo zu Braunschweig.

19) Auf der Universitäts-Bibliothek zu Erlangen.

Auch in mehreren Privat-Sammlungen in Deutschland giebt es einzelne schöne echte Zeichnungen Dürer’s, die wichtigsten sind in der kostbaren Handzeichnungs-Sammlung des Herrn E. Harzen in Hamburg; die größte Zahl dürfte wohl meine eigene Sammlung enthalten.

In England befinden sich ebenfalls noch manche Dürer’sche Zeichnungen im Privatbesitz, zum Theil aus der berühmten Sammlung des Sir Thomas Lawrence herstammend, aus welcher nach dessen Tode hundert Zeichnungen von Albrecht Dürer durch die Gebrüder Woodburn in London für 800 L. Sterling verkauft wurden.[68]

Eine bedeutende Zahl dieser letzteren Zeichnungen war früher im Besitz des französischen Generals Grafen Andreossi, welcher gleich nach der Einnahme Wiens im Jahre 1709 einen großen Schatz, durch ihre vollkommene Erhaltung besonders ausgezeichneter Entwürfe Dürer’s, an sich zu bringen gewußt hat. Andere kommen aus den älteren Englischen Sammlungen des Sir Peter Lely, W. Young Ottley, Lord Spencer, J. Richardson, P. Sanby, R. Cosway, sowie aus den bekannten Sammlungen des Chevalier Vicar und Denon.

Die Zahl der in den vorherbezeichneten öffentlichen Sammlungen enthaltenen Skizzen, Entwürfe und Zeichnungen übersteigt 1000 — und da ein großer Theil davon mit der Jahrszahl versehen ist, welche bis auf die ältesten Zeiten 1484, 1489, 1491 und 1494 hinauf reichen, so gewähren sie auch in Beziehung auf die Entwickelung unsers Künstlers die wichtigsten Anhaltspunkte.

Ueber die öffentlichen Sammlungen bemerke ich folgendes:

ad 1. Die Sammlung des Erzherzogs Albrecht in Wien ist für Dürer’sche Zeichnungen unstreitig die bedeutendste, da sie eine überwiegende Zahl ganz ausgeführter Zeichnungen, sowie Skizzen und Entwürfe zu mehreren seiner Hauptwerke enthält. Dieser Schatz — großenteils von den Kaisern Maximilian und Rudolph II. herstammend, früher im Schloß Ambras aufbewahrt — kam bekanntlich durch Tausch gegen Kupferstiche in den Besitz des Gründers jener Sammlung, des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen. Das Geschäft scheint durch den damaligen Conservator der Herzoglichen Kupferstich-Sammlung, Namens Lefevre vermittelt zu sein, wenigstens geschah durch ihn die Aussonderung des erhaltenen sehr zahlreichen Vorraths, aus welchem nur etwa 150 Blatt der Herzoglichen Sammlung einverleibt wurden, während die übrigen theils in die von Grünling’sche Sammlung in Wien, theils in andre Hände übergingen. Acht und vierzig der bedeutenderen dieser Zeichnungen sind in den von Mansfeld u. Co. in Wien veranstalteten Nachbildungen von Handzeichnungen dieser Sammlung durch wohl gelungene fac-simile auch dem größeren Kreise der Kunstfreunde bekannt geworden.

Die vorzüglichsten Zierden dieser Sammlung sind:

Die älteste Zeichnung Dürer’s als Kind vom Jahre 1484, sein eigenes Bildniß.

Die auf grünlich grauem Grunde mit der größten Sorgfalt ausgeführten weiß gehöheten Zeichnungen einer Passion aus den Jahren 1504 und 1505, welche von ähnlichen Darstellungen Dürer’s in seinen Kupferstichen oder Holzschnitten durchgehends abweichen.

Die prachtvollen großen meist sehr vollendeten Portrait-Zeichnungen, aus den Jahren 1508, 1514, 1518 und 1521, darunter die meisterhaften Brustbilder des Kaisers Maximilian und Ulrich Varnbühlers.

Die auf grünlich grauem Grunde ausgeführten, weiß gehöheten Kreide-Zeichnungen zu den großen Aposteln vom Jahre 1523.

Die wundervollen leicht colorirten Feder-Zeichnungen zu dem in Holzschnitt ausgeführten Triumphwagen des Kaisers Maximilian vom Jahre 1518.

Ausserdem sind von großem Interesse: schöne Gewand- und Hände-Studien, sowie die leichten Federskizzen zu bekannten Holzschnitten und Gemälden auch einige Farbenzeichnungen von der bewundernswürdigsten Feinheit und Pracht. Die sämmtlichen Zeichnungen dieser Sammlung sind fest auf Cartons geklebt, und die Wasserzeichen ihrer Papiere daher nicht wahrzunehmen.

ad 2. Ueber die in Deutschland früher unbekannte sehr reiche Sammlung von Zeichnungen Dürer’s im print-room des British-Museums habe ich zwar bereits ein Verzeichniß in dem Archiv für die zeichnenden Künste von Naumann, 4. Jahrgang, 1. Heft, veröffentlicht, doch ist der betreffende Aufsatz durch zahlreiche Druckfehler selbst im Sinne entstellt, auch wohl nicht jedem Liebhaber zugänglich gewesen, weshalb ich dieses Verzeichniß hier noch einmal folgen lasse.

1. Die Zeichnung zu dem Holzschnitt B. 136 des Rhinoceros.[69] Sie ist mit höchster Feinheit und Sicherheit ausgeführt von der entgegengesetzten Seite des Holzschnitts, mit einer 3¾ zeiligen Unterschrift von Dürer’s Hand. Darüber steht in römischen nur angerissenen Buchstaben

RHINOCERON.
1515.

2. Ein aufblickender bärtiger Mannskopf, Kreidezeichnung, weiß gehöhet, mit der Jahrszahl 1508.[70]

3. bis 5. Die leicht colorirten Federzeichnungen auf schwarzem Grunde zu dem Holzschnitt der Säule, B. 129,[71] drei Blatt, zu dem oberen, unteren und einem der mittleren Theile, höchst geistreich behandelt.

4. Farben-Studie zu dem hohen Hause, welches Dürer in der Landschaft des Kupferstiches der Jungfrau mit dem Affen, B. 42, angebracht hat. Es scheint der Behandlung nach eine Naturstudie von seiner italienischen Reise in den Jahren 1506-1507. Unten mit seiner Hand bezeichnet

»weiß Hauss«.

5. Ausserordentlich feine Stiftzeichnung von grünlicher Farbe, einen liegenden Hund mit Halsband darstellend. Sie ist mit dem Monogramm versehen aber ohne Jahrszahl, nach der Beischrift von Dürer’s Hand

»zw Ach gemacht«

aber vom Jahr 1520.[72]

Auf der Rückseite zwei weibliche Figuren in verschiedenen Anzügen gezeichnet.

6. Ein bunt gefiederter Vogel, vortrefflich in Wasserfarben gemalt.

7. Lebensgroßer Kopf eines Alten, im Profil gesehen, mit einem sehr langen gelockten Bart und einem Barett auf dem Haupte. Feine Kreidezeichnung auf braun grundirtem Papier mit der Jahrszahl 1518.

8. Portraitkopf eines Mannes in mittleren Jahren, mit Hals und wenig Brust, etwas zur Linken gewendet, mit einem Feder-Barett. Herrliche Kreidezeichnung vom Jahre 1516.

9. Vortreffliches lebensgroßes Bildniß eines jungen Mannes mit großem Hut, zur Rechten gewendet. Mit der Jahrszahl 1521. Das Haar ist gelockt, die Kleidung reich mit Pelzwerk gefuttert. Kreidezeichnung.

10. Der Entwurf eines jüngsten Gerichts, reiche, oben gerundete Federzeichnung, vom Jahre 1513.

11. Angetuschte Federzeichnung, der Behandlung nach für einen Holzschnitt. Sie stellt drei Mönche dar, von denen der eine bemüht ist, den andern aus einem Wasser zu ziehen, während der dritte, mit einem Heiligenschein versehen, aus einem Fenster zuschaut.

12. Eine der frühesten Arbeiten Dürer’s, eine leichte Kreidezeichnung auf weiß Papier, welche eine weibliche Figur vorstellt, mit einem Vogel auf der linken Hand. Zur Seite steht geschrieben:

»Das ist ach alt hat mir Albrecht Dürer gemacht E er zum Moler kam in des Wolgemuths Hus uff dem Oberen Boden in dem hindern Hus in bewesten Kunrat Lomazens Piligen« (Pfleghaus, Gasthaus?).

13. Ein Engelskopf.

14. Zwei Engelsköpfe, von denen der eine sich durch besondere Feinheit auszeichnet.

15 bis 17. Verschiedene mit der Feder gezeichnete Köpfe.

18. Ein kleiner, besonders sorgfältig ausgeführter weiblicher Kopf, weiß gehöhet, nach Prof. Dr. Waagen’s Ansicht zu dem Gemälde Dürer’s, die Lucretia in der Pinacothek zu München, Nr. 93.

19 bis 21. Verschiedene kleine Entwürfe mit der Feder, zwei davon haben die Jahrszahl 1520.

22 bis 24. Kleine mit der Feder skizzirte Portraits, bei dem einen steht neben der Jahrszahl 1503 »Dr. Michael Roten sen:«

25 und 26. Colorirte Studien, zu Köpfen und Händen eines Gemäldes der ehemaligen Boisserée’schen Sammlung.

27. Kopf, Kreidezeichnung vom Jahre 1508.

28. Männlicher Kopf mit einer Mütze, besonders frei gezeichnet in der Art des M. Wohlgemuth.

29. Ein aufblickender, dornengekrönter Christuskopf von sehr leidensvollem Ausdrucke, mit der Jahrszahl 1503. Dabei steht:

»während Krankheit gez:«

30. Ein Kopf in Kohlen und Kreide vom Jahre 1503.

31. Federzeichnung eines alten Kopfes im Profil, bezeichnet 1505.

32. Jugendlicher Kopf mit Mütze, halb zur Seite gewandt. Kreidezeichnung mit der Bemerkung »alt 16 Jahr«.

33. Ein leicht colorirter Frauenkopf mit der Jahrszahl 1510.

34. Ein sehr sorgfältig in Rothstift ausgeführter Frauenkopf.

35. Kindskopf vom Jahre 1519 auf roth Papier mit Kreide gezeichnet und weiß gehöhet.

36. Eine alte Frau auf roth Papier und weiß gehöhet.

37. Ein reizender weiß gehöheter Kindskopf auf grün grundirtem Papier.

38. Ein aufblickender Mannskopf.

39. Eine liebliche Federzeichnung vom Jahre 1514, zwei Kinderköpfe darstellend.

40. Ein in die Höhe sehender Kindskopf auf grau grundirtem Papier, mit Kreide sorgfältig ausgezeichnet und weiß gehöhet vom Jahre 1521, in der Behandlung völlig übereinstimmend mit dem »weinenden Kindlein« von demselben Jahre, aus der ehemaligen Imhoff’schen Sammlung,[73] gegenwärtig im Besitze des Verfassers.

41. Herunterblickender Frauenkopf, auf gelblich blauem Grunde, weiß gehöhet.

42. Lachender alter Kopf, auf dunkelgrünem Papier, weiß gehöhet, mit der Jahrszahl 152‑, die vierte Zahl ist nicht mehr erkennbar.

43. Ein sehr ausgeführter weiß gehöheter Frauenkopf, bezeichnet 1520.

44. Lebensgroßes Frauen-Portrait in Kreide, auf braunem Grunde. Der Kopf ist mit einem Tuche bedeckt, fast wie ein Nonnenschleier, mit der Jahrszahl 1521.

45. Kleineres männliches Portrait mit einem Barett, Oelskizze auf Papier, von sehr warmer Färbung, fast in der Art des Titian.

46. Ein prächtiges lebensgroßes Portrait eines Mannes, von vorn gesehen und mit einer Mütze bedeckt. Kreidezeichnung auf gelblichem Papier.

47. Schöner Mannskopf mit Barett, vom Jahre 1521.

48. Ein Frauenskopf mit Mütze, auf grau grundirtem Papier mit Kreide gezeichnet und weiß gehöhet, mit der Jahrszahl 1522.

49. Portrait der Formschneiderin Fronica vom Jahre 1525. Sie ist mit einer platten Mütze dargestellt, mit wenigen großartigen Meisterstrichen in Kreide gezeichnet, auf schwarzem Grunde. Die Inschrift lautet

»Fronica Formschneiderin«.[74]

50. Ein sehr sorgfältig gezeichnetes großes männliches Bildniß, den Kopf im Profil gesehen, mit der Jahrszahl 1527. Das Gewand ist mit Pelz verbrämt.

51. Herrlicher, nach links gewandter Mannskopf mit spitzer Nase und aufgeschlagener Mütze. Kreidezeichnung auf schwarz schraffirtem Grunde.

52. Kreidezeichnung eines alten Frauenkopfes, im Profil gesehen.

53. Mannskopf von mittlerer Größe mit Mütze, in Rothstift sehr schön gezeichnet, besonders der Bart, mit der Jahrszahl 1523.

54. Federskizze eines Ritters in einer mit Stacheln versehenen Rüstung. Auf der Rückseite zwei fechtende Ritter.

55 und 56. Sorgfältig gezeichnete wunderbar verschlungene eckige mathematische Figuren, vom Jahre 1506. Sie erinnern an die »sechs Knoten«, B. 140-145.

57. Christus als Knabe im Tempel lehrend, ein leichter Feder-Entwurf.

58 und 59. Leichte Feder-Entwürfe zu Wappen.

60. Entwurf einer Fassung echter Steine, ohne Zweifel für einen Goldschmied.

61. Eine Federzeichnung in runder Form, welche drei weibliche Figuren in Umrissen darstellt, in deren Mitte auf einem Altar sich ein Herz befindet, welches zerschlagen werden soll. Eine andere weibliche Figur liegt zu den Füßen derselben.

62. Zwei Entwürfe des Wappens Albrecht Dürer’s mit lateinischen Inschriften, bestimmt zu der Rückseite eines Portraits von Dürer.

63. Anderer leichter Entwurf zu dem Wappen Albrecht Dürer’s.

64. Ein unbekanntes colorirtes Wappen.

65. Federzeichnung eines Wappens, welches mit der Kette des goldenen Vließes umgeben ist.

66. Ein grau und schwarz getuschtes Wappen.

67. Der buntfarbige Flügel eines Vogels, mit wundervoller Feinheit auf schwarzem Grunde gemalt.

68. Sehr reiche Composition, der Form nach für eine Degenscheide bestimmt. In der Mitte tragen zwei Kinder eine Vase, das Ganze ist mit der Feder höchst geschmackvoll und elegant verziert.

69. Federzeichnung für einen Ring.

70. Zwei mit der Feder gezeichnete Genien, welche ein reiches Gewinde von Zweigen und Früchten halten.

71. Gehänge von Laubwerk und Früchten. — Ein Phönix mit Verzierungen.

72. Entwurf eines Kelches mit Deckel, auf welchem oben ein Storch befindlich, Federzeichnung.

73. Mit der Feder gezeichneter Entwurf eines geschweiften Kelches.

74. Zwei Längen-Durchschnitte eines Kelches, gelb colorirte Federzeichnung, vom Jahre 1514.

75. Federzeichnung eines ovalen Kelches, gelb colorirt, mit der Jahrszahl 1526.

76. Zwei phantastisch verzierte Säulen, sehr schöne colorirte Federzeichnung vom Jahre 1515, daneben steht von Dürer’s Hand

»das sind Schtörch«.

77. Vortreffliche große Federzeichnung eines sehr reichen Bechers mit einem Deckelaufsatz in gothischer Architektur, colorirt.

An dem Fuße sind Jäger mit Hunden, Krieger, Bauern die mit der Erndte beschäftigt sind, und Hirten mit Vieh dargestellt.

78. Ein Vogel mit langem Schnabel, Zeichnung in Wasserfarben, oben darüber ein verziertes Band mit der Inschrift »GI. GI. GIG.«

79. Erster leichter Federentwurf zu dem Holzschnitt: der Darstellung im Tempel aus »unser Frauen Leben«, B. 81.

80. Entwurf einer ähnlichen Darstellung. Federzeichnung von großer Feinheit, welche zum Theil auf das allersorgfältigste ausgeführt ist.

Darunter steht:

»Albrecht Durer hatt dies stück gemacht In wenr ledige werd Jar.«

81. Ein stehender Ritter mit einer Federmütze, eine Hellebarde in der Hand. Federzeichnung vom Jahre 1510.

82. Darstellung des Jupiter in einem Oval, oben der Adler, unten erschlagene Krieger und ein Kind. Federzeichnung. Darunter steht:

AJVPITER XXXXVI46

83 bis 90. Entwürfe zu venetianischen Tarockkarten, vielleicht von Dürer in Venedig gezeichnet.

91. Entwurf zu dem Holzschnitt des sich geisselnden Heiligen, B. 119. Federzeichnung.

92. Federzeichnung eines dreibeinigen Gestells, wohl für eine Kanne bestimmt.

93. Sechs feine runde Federzeichnungen mit allegorischen Figuren.

94. Eine sehr schöne Federzeichnung, welche Maria und Johannes darstellt.

95. Zwei weibliche Figuren; die eine bekleidete hat ein Messer in der Hand, die andre nackte trägt eine Wage. Federzeichnung.

96. Erster Entwurf mit der Feder zu dem Kupferstich die »Nemesis«, B. 77. Der eine der Flügel ist besonders gezeichnet und mit der äussersten Feinheit und Sorgfalt ausgeführt.

97. Federzeichnung einer fortschreitenden weiblichen Figur.

98. Christus am Kreuz, Federzeichnung vom Jahre 1511.

99. Ein verschanztes Lager mit sehr vielen Figuren, in der Ferne eine Landschaft, — reiche Federzeichnung.

100 bis 103. Entwürfe mit der Feder zu einem Altarbilde.

Das Mittelbild stellt die Krönung der Jungfrau dar, die Predella den Tod derselben. Auf dem linken Flügel ist St. Georg und ein Heiliger mit einem Reh, auf dem rechten ein heiliger Bischof mit einer Kirche und ein Heiliger mit dem Kelche.

104 und 105. Darstellung zweier wilder Indianer von brauner Farbe, der eine auf schwarzem, der andere auf weißem Grunde.

106. Eine weibliche Figur, darunter ein Thor mit der Durchsicht in eine Landschaft. Federzeichnung.

107. Drei musicirende Figuren. Federzeichnung.

108. Eine weibliche Figur, welche sich vor einem Spiegel putzt. Das Gerippe des Todes steht hinter ihr. Mit der Feder gezeichnet.

109. Das Innere eines Zimmers mit einem Camin. Federzeichnung mit der Jahrszahl 1509.

110 bis 113. Vier leichte Federzeichnungen mit kleinen allegorischen nicht wohl zu deutenden Figuren, anscheinend Muster für Goldschmiede.

114. Die Jungfrau mit dem Kinde an einem Zaune sitzend; ein leichter sehr schöner Entwurf, ähnlich dem Kupferstich der Jungfrau mit der Birne, B. 41.

115. Christus im Oelgarten, eine sehr schöne leichte Federzeichnung.

116. Christus erscheint seiner Mutter; zu beiden Seiten die knieenden Portraite eines Ehepaars, letztere nur angelegt. Federzeichnung.

117 bis 121. Fünf reizende Entwürfe zu Goldschmieds-Arbeiten; bei einer knieenden weiblichen Gestalt sind zwei verschiedene Kopfverzierungen angebracht, und dabei steht von Dürer’s Hand geschrieben:

»Do mach welchen Kopfli Du wilt.«

122 bis 126. Fünf leichte Federzeichnungen: