Du aller Wesen Herr und Meister,
Des Leibes Schöpfer, Geist der Geister,
Mein Schöpfer, Vater, ich bin dein!
Du hießest mich, o Allmacht, werden;
Du setztest mich, dein Kind, auf Erden,
Und deiner soll mein Herz sich freun.
Du heissest mich den Menschen dienen,
Ja dir nur folg ich, folg ich ihnen,
Dir, unser aller Herr und Gott.
Drum hilf mir, meiner Herrschaft Willen
Gewissenhaft und froh erfüllen,
Als deinen Willen, dein Gebot.
Bewahre mich vor bittern Klagen,
Lehr mich mein Joch gelassen tragen;
Und stets auf dich, auf dich nur sehn.
Herr, lehr mich reden, lehr mich schweigen,
Mich unbeweglich treu erzeigen,
Und nur gerade Wege gehn.
Der Herrschaft Glück soll mich erfreuen,
Laß jeden Fehler mich bereuen,
Und frömmer werde stets mein Herz.
Bewahre mich vor Stolz und Neide,
Vor Ungeduld, Herr, wenn ich leide,
Sey du mein Trost in jedem Schmerz!
O gieb mir Weisheit mich zu schmiegen,
Gehorsam, Herr, sey mein Vergnügen,
Und Freude sey mir jede Pflicht.
Mein Sitzen, Liegen oder Stehen,
Mein Reden, Schweigen, Thun und Gehen
Gescheh vor deinem Angesicht.
Du bist der Treue, der Gerechte,
Der Herr der Herren und der Knechte,
Der Armen wie der Reichen Heil.
Der Allerniedrigste auf Erden
Kann groß in deinem Reiche werden,
Hat Fürsten gleich, Gott, an dir Theil!
Ja, du wirst ewig mich belohnen,
In deinem Himmel werd ich wohnen,
Dort König mit dir König seyn.
Ach! Herr, mögt ich dieß stets ermessen,
Nicht dein und deines Reichs vergessen,
Wie würd ich ewig seelig seyn!