Schön bist du, Kind des Mondes, nicht der Sonne;
dir wäre tödlich andrer Blumen Wonne,
dich nährt, den keuschen Leib voll Reif und Duft,
himmlischer Kälte balsamsüße Luft.
In deines Busens goldner Fülle gründet
ein Wohlgeruch, der sich nur kaum verkündet;
so duftete, berührt von Engelshand,
der benedeiten Mutter Brautgewand.
Dich würden, mahnend an das heil'ge Leiden,
fünf Purpurtropfen schön und einzig kleiden:
Doch kindlich zierst du um die Weihnachtzeit
lichtgrün mit einem Hauch dein weißes Kleid.
Der Elfe, der in mitternächt'ger Stunde
zum Tanze geht im lichterhellen Grunde,
vor deiner mystischen Glorie steht er scheu
neugierig still von fern und huscht vorbei.
2.
Im Winterboden schläft, ein Blumenkeim,
der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel
in Frühlingsnächten wiegt' den samtnen Flügel;
nie soll er kosten deinen Honigseim.
Wer aber weiß, ob nicht sein zarter Geist,
wenn jede Zier des Sommers hingesunken,
dereinst, von deinem leisen Dufte trunken,
mir unsichtbar, dich blühende umkreist?