XXIII.
Nu siht man aber die heide val;
Nu siht man valwen gruͤnen walt;
Nu hoͤrt man niht der kleinen voglin singen,
Die sint geswigen úberal;
Ir stimme diu was manigvalt.
Die nahtegal die wil der winter twingen.
Der not klage ich, und dabi mine swere,
Die mir dú herzeliebe tůt;
Davon so bin ich ungemůt.
Nu ist si doch gůt
Dú liebe, unwandelbere!
Wa wart ie herzen me so wol,
Dan da zwei sendú herzen sint
Einmuͤtig, nach der suͤssen Minne willen?
Sie sint so tougen froͤiden vol,
Doch machet si dú Minne blint;
Si kan in beiden herzeleit wol stillen.
So froͤiwent sich besamen und niht besunder.
Swa herzeliep bi liebe lit,
Das wunnebernde froͤide git:
Dast ane strit;
Da tůt diu Minne ein wunder.
Sit das dú Minne wunder kan,
Warumbe tůt si wunder niht
An mir, und an der minneklichen suͤssen?
Nu bin ich doch ir dienestman.
Swie man mich in dien sorgen siht,
Das mag dú minnekliche mir wol buͤssen.
Vil herú Minne, twing die froͤidenriche,
Das si mir ir hulde gebe
. . . . . . . .[20]
Die wile ich lebe,
Ich diene ir eigenliche.
Wa wart ie múndelin so rot?
Wa wart ie bas gestalter lip?[21]
Wa wurden ie so froͤlichstendú ougen?
Dú mich hant braht in grosse not.
Genade, minnekliches wib!
Ach hette ich úwer suͤsse minne tougen!
Nu wissent, das ich gerne bi úch were.
Genade, rosevarwer munt!
Wan machest du mich niht gesunt?
Sprich zeiner stunt:
Ich wil dir buͤssen swere.
Nu lache, das ich fro beste!
Nu lache, das mir werde wol!
Vil roter munt, nu lache lacheliche!
Nu lache, das min leit zerge,
So wirde ich, sender, froͤiden vol.
Nu lache, das mir ungemuͤte entwiche!
Nu lache, das min sendú sorge swinde!
Nu lache mich ein wenig an,
Sit ich dir niht entwenchen kan,
Ich sender man,
Sit ich dich lieblich vinde.
Einmuͤtig, dast ein lieplich wort;
Einmuͤtig, das der minne gir;
Einmuͤtig, sendú herzen froͤide leret;
Einmuͤtig, das der liebe ein hort,
Swie doch dú minnekliche mir
Mit wibes guͤte selten froͤide meret.
Einmuͤtig, mange suͤsse fruͤde machet;
Einmuͤtig, froͤit ze maniger stunt.
Einmuͤtig, dast ein lieplich funt,
Swa roter munt
Gegen liebe lieplich lachet.
XXIIII.
Willekomen si uns der meige,
Der uns bringet mangerhande blůt,
Blůmen unde manigerleige,
Das dien kleinen vogelin sanfte tůt!
Doch můs ich verderben in den wunnen gar,
Es enwende ir munt, vil innenklichen rosevar.
Wibes ougenblike in guͤte
Siht vil dike in sendes herzen tor.
Swie dú here min gemuͤte
Also selten zuket hoh enbor,
Doch hab ich gedinge, das ich noh gelebe,
Das mir dú vil minnekliche ein froͤideriches ende gebe.
Wil si minen kumber wenden,
So bin ich an froͤiden wol gesunt,
Und ir guͤtlich helfe senden,
So das ir vil rosevarwer munt
Spreche ein wort, davon ich iemer fro beste:
Tůt si des niht, dú vil reine, seht, so ist mir iemer we.
Swas ich kumbers unde swere
Liden můs, des mag wol werden rat,
Swie si wil dú seldenbere,
Dú min sendes herze bi ir hat.
Si kan tehsen, swingen, beide als si sol;
Solde ich si underwilent schouwen, wie were mir so wol!
XXV.
O we liehten tage!
O we blůmen rot!
O we vogel sank!
O we gruͤner walt!
Nu wirt aber kalt,
Nu der winter lank:
Das ist der vogel not,
Und ir meistú klage.
Noch clage ich die schulde,
Das      Dú seldenbere
Enterbet mich ir hulde;
Das sint mine swere,
Die ich von ir dulde.
Minne, wende ir suͤssen has!
Minne, frouwe min,
Tů mir helfe kunt!
Hilfe an der zit!
Bit das reine wib,
Das ir kúscher lib
Gegen mir lasse den strit,
Und ir roter munt
Mir tů helfe schin.
Seht, so wolde ich singen
Der    Vil reinen suͤssen,
Dú kan swere ringen.
Kan si dabi kumber buͤssen,
Sol mir wol gelingen.
Minne, sich, des bist du wer.
Wip, din suͤsser nam
Und din werdekeit
Git vil hohen můt,
Dem der tugende hat,
Der untugende lat.
Wie wol das tůt,
Der wirt tugende bereit
Und dú rehtú scham.
Reiner wibes guͤte
Kan    Wol froͤide leren,
(Si git hoh gemuͤte)
Dabi froͤide meren.
Got si mir behuͤte,
Die, der ich wol gůtes gan!
Mich hat lieber wan
In die froͤide braht,
Das ich wande sin
Von den armen gar.
Nu wirt ich gewar
An der vrouwen min,
Ir ist ungedaht,
Si wil lones lan
Mich in senden sorgen.
Mir      Ist we ze můte,
Iemer an dem morgen
So sorge ich nah gůte.
Ich můs minne borgen;
Vrouwe min, wie stet das dir?
XXVI.
Nu ist dú heide wol bekleidet
Mit wunnenklichen kleiden,
Rosen sint ir besten kleid;
Davon ir vil sorgen leidet,
Wan si was in mangen leiden;
Gar verswunden ist ir leid
Von des liehten meigen bluͤte,
Der hat mangerhande blůt:
Noch froͤit bas der wibe guͤte,
Wan die sint fúr sendú leit so gůt.
Swas ich je gesank von wiben,
Das beschah von einem wibe,
Dú ist mir lieb fúr ellú wib;
Von ir mag ich fro beliben.
Wil si, das ich fro belibe,
Das si spreche: fro belib!
So wolde ich in froͤiden singen,
Als ich her in froͤiden sank.
Si mag mir wol swere ringen,
Nach der ie min sendes herze rank.
Suͤsse Minne, maht du binden
Die, von der ich bin gebunden,
Dú min sendes herze bant.
Lat si mich genade vinden,
Die ich doch han selten funden,
Sit ich si in dem herzen vant.
Alse rehte minnenklichen;
Si ist so rehte minnenklich!
Ich wil si darzů gelichen:
Si ist den lieben wiben gar gelich.
XXVII.
Ich wolde niht erwinden u. w.   Vier Strophen.

(S. Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23.)

XXVIII.
Wol den wolgemůten wiben!
Wol dien mannen, die durh wip sint hohgemůt!
Sit ir guͤte kan vertriben
Sende not, des mir dú here niht entůt.
Nu ist sis doch dú liebe alleine,
Die ich vor allen wiben meine.
Frouwe, selig frouwe, reine,
Troͤstent mich! nu sint ir doch so gůt!
Solde ich davon froeide lassen,
Sit dú welt an froͤiden wil zergan?
Nein, ich wil mich sorgen massen,
Dur dú lieben, der ich her gedienet han.
Si hat so manges wibes guͤte,
Si ist gelich des meigen bluͤte,
Swie dú here min gemuͤte
Lat so lange in senden sorgen stan.
Willekom si uns dú wunne,[22]
Die der meige bringet, und dú schone zit,
Bas danne ich erdenken kunne.
Schouwent, wie der walt und ouch dú heide lit[23]
Mit so mangen blůmen schoͤne;
Da horte ich der vogel doͤne:
Darumb ich den meigen kroͤne,
Sit sin kunft der welte froͤide git.
XXIX.
Was froͤit mich der vogelin guͤte
Und des wunnenklichen meigen schin?
Sol min froͤiderich gemuͤte
Und min spilndes herze erwendet sin,
Das tet mir ein wib mit guͤte.
Das got noch ir eren huͤte,
Swie si mir nu treit vil senden pin!
Swa mitte ich verdienen kunde
Der vil schonen hulde, das tete ich,
Sit das mines herzen wunde
Unverheilet stent, si heile mich.
Davon mich ein wort enbunde,
Ob si spreche us rotem munde:
Trut geselle, es ist zit lones wider dich.
Mir mag sorge us herzen dringen,
Roter munt, din minnenklicher grůs.
Lat din lachen mir gelingen
An ir minne, so ist mir swere bůs.
Ir vil minnekliches twingen
An die brust, das mag mich bringen
An die stat, da minne mich froͤwen můs.
Wer kan truren bas verswenden,
Danne ein reine minnekliches wib?
Trost von wiben der kan wenden
Sende sorge; kúscher wibes lip
Der mag mir wol helfe senden.
So nige ich den lieben henden:
Wib, min froͤide von der sorge trip!
Kan mich ieman fro gemachen?
Ja, der lieben munt durlúhtig rot.
So můs al min truren swachen,
Scheidet mich ir trost von sender not.
Man siht mich vil froͤlich lachen,[24]
Das min herze můs erkrachen,
Machet mich dú liebe in froͤiden rot.

XXX.
Rife und anehank
Hat die heide betwungen,
Das ir liehter schin
Ist nach iamer gestalt;
Und der vogel sang,
Die mit froͤiden wol sungen,
Die sint nu geswin;
Darzů klage ich den walt,
Der ist umbekleit.
Dannoch kan si fuͤgen
..  herzeleit,[25]
Dú das wasser in kruͤgen
Von dem brunnen treit: nach der stet min gedank.
Ich brach ir den krug,
Do si gieng von dem brunnen.
Ich wart froͤidenriche,
Do ich die lieben sach;
Do si das vertrug,
Mir was sorge zerrunnen.
Harte minnenkliche
Dú liebe do sprach:
‚Ich han erebeit,
Das ist von iweren schulden;
Min frouwe tůt mir leit,
Das ich alles můs dulden,
Dú mich gester fúnf stunt dur úwern willen slůg.‘
Nu tů den willen min,
So hilfe ich dir us noͤten,
Und far sant mir hinne,
So bist du ane zorn.
‚Des enmag niht sin!
E liesse ich mich ertoͤten.
Miner frouwen minne
Were iemer me verlorn.
Einen schillig sol
Si mir und ein hemede;
Das weis ich vil wol,
Das were alles mir fremede.
So mir das nu wirt, so tůn ich iu helfe schin.‘
XXXI.
O we, winter, das din kraft
An uns ist so sigehaft!
O we kleiner vogilline singen!
O we liehten blůmen rot,
Dien der meige das gebot,
Das si dur das gras uf muͤsten dringen!
Nu ist der walt sis gruͤnen loubes ane.
Wafena!
Ja ist mir da
Dike we, und anders wa:
Das tůt mir dú liebe wol getane.
Es ist nu vil manig jar,
Das ir liehten oůgen clar
In min herze lieplich blihten tougen,
Und ir rosevarwer munt
Gegen mir tet sin lachen kunt,
Darus spilten ir wol liehten ougen.[26]
Seht, do wart ich siech von minne wunden
(Wafena!
Dest mir da
Dike we, und anderswa),
Die stant noch von der lieben unverbunden.
XXXII.
Sumer, nu wil din
Gewalt
Walt,
Den anger und die heide,
Beide
Kleiden: dast dien kleinen vogelin not.
Man siht blůmen manigvalt
Valt
An maniger stolzen meide;
Reide
Loke tragentz und múndel rot.
Seht, der froͤide was vil nach zergangen.
Ach mis herzen! ja můs mich belangen
Nach dem trútelehten libe: o we, wan wer er min!
Wil si, das mich leit
Verber,
Ber
Mir froeide von ir munde:
Wunde
Von der minne wirt vil schiere heil.
Das ir guͤte mich gewer!
Wer
Ist, der mir des verbunde?
Kunde
Ich flůchen, dem wúnschte ich, das im unheil
Were bi vil lange untz an sin ende.
Suͤssú Minne, suͤsse helfe sende!
Des ist not, sit ich von dinen schulden sorge ie leit.
Ach wie ist sogar
Liep gůt!
Gůt
Neme ich niht fúr die ich meine.
Si eine
Troͤste mich; das ist der Minne has.
Ir munt, roter danne ein blůt!
Blůt
Des meigen froͤit mich kleine.
Reine,
Selig wib, nu troͤstent bas!
Beschiht das niht, so můs ich gar verderben.[27]
Sol ich niht den roten kus erwerben
Und den trútelechten lip, so wirde ich froͤiden bar.
Ratent, wie ich das
Ervar.
Var
Ich umbe in allem lande?
Rande
Ich tusent mile, es wer bewendet wol,
Wie ich des geneme war,
War
Ich kerte us minne bande.
Brande
Si mich niht, so hete ich senften dol.
Sus hat mich dú minnekliche entzúndet;
Ich enweis, wes si sich an mir súndet.
Laschte si mich mit ir minne, mir wurde deste bas.
Minne, ich diene dir;
Du solt
Solt
Mir geben, minneklichen.
Richen
Macht du mich an froͤiden, das ist zit.
Ob mir das din helfe erholt;
Holt
Bin ich dir inneklichen,
Wichen
Můs von mir leit, das mir nahe lit.
Minneklichú minne, ich war gebunden
Dir von kinden ie; wiltu mich nu wunden,
Was tougt danne stetú trúwe? Minne, das verbir.
XXXIII.
Nu klage ich der kleinen vogellin swere;
Nu klage ich, dú heide ist blůmen lere;
So klage ich, das mir dú wunnekliche, seldebere
Hat beroubet mich der froͤiden sinne.
Sich, da bist du schuldig an, trut Minne!
Sit du weist, das ich so gar in deiner glůte brinne.
Das mag mir din trútelehter lip mit liebe buͤssen,
Und ir roter mund, der sol mich gruͤssen:
Tůnt dú zwei des niht, so klage ichs doch der reinen suͤssen.
Si mag mir wol minen kumber wenden
Und ir minnekliche helfe senden.
O we Minne, wenne wilt du troͤsten mich vil senden?
Wenne wilt du mir min truren swachen?
Wenne wiltu suͤsse froͤide machen,
Also, das ir roter mund mir lieplich wolte lachen?
Trútelechter lip, du, la mich liebe froͤide vinden!
Du macht mich von sender not enbinden;
Wilt du, herzen trut, so mag mir sendes leit verswinden.
Nu was hilfet, swas ich clage der heren?
Si wil mir enheine froͤide meren.
Suͤsse minne, maht du doch die minneklichen leren,
Das si fuͤge, das mir leit entwiche,
Sih, so wirde ich noch an froͤiden riche.
Tůt si das, so wirde ich fro, dú suͤsse minnekliche,
Also das mir wurde ein grůs von ir vil rotem munde,
Und ir kus mis herzen not enbunde:
Do ich si von erst ansach, das was ein suͤssú stunde.
XXXIIII.
Nu siht man dú heide breit
Wol beschoͤnet
Mit den liehten bluomen manigvalt;
Meige hat sich zin gekleit;
Wol bedoͤnet
Mit den vogelin stet der gruͤne walt;
In den ouwen
Mag man schouwen
Rosen rot:
Ach dur got! so lide ich aber seneliche not.
Ich sach einen roten munt
Lieplich lachen
Gegen mir senden, des ist niht ze lang;
Davon wart mir froͤide kunt.
Truren swachen
Kan si, do das in min herze drang.
Ich můs singen;
Des wil twingen
Mich ein wib,
Und der kúnig darzů, ir trútelehter loser lip.
O we roͤselehter grůs,
Wie du lachest,
So du herzeliebe lachen wilt!
Da wirt sender sorgen bůs,
So du machest,
Das dú liebe gegen der liebe spilt
Nach gewinne;
Da ist eht Minne
Nahe bi,
Und machet zwei geliebe herzen swere fri.
Herzen trut, min kúnigin,
Lat erwinden
Gegen mir noch den senelichen strit,
Sit ich úwer eigen bin.
Froͤide vinden
Wolt ich, frouwe, das wer an der zit.
Umbevahen,
Lieplich nahen,
Das tůt wol,
Und naher bas, ob ichs mit hulden sprechen sol.
Was ich her gesungen han,
Das vervahet
Mich vil kleine: dast mis herzen clage;
Davon můs ich singen lan.
Si versmahet,
Das min herze si in liebe trage.
Ja si denket
(Das mich krenket
Vil der tage),
Das ich ir niht gedienen múge: das ist mis herzen klage.
XXXV.
Sumer, din gewalt wil swinden;
Das mag man an der linden
Kiesen, dú ist worden val;
Uf dem walde und in den ouwen
Da mag man die rifen schouwen;
Darzů lat dú nahtegal
Ir vil froͤideriches singen,
Des wil si der winter twingen:
So kan mir dú suͤsse bringen
Sorgen vil dem herzen min.
Frouwe, ir sit min frouwe alleine,
Die ich vor allen wiben meine;
Des sult ir geniessen lan
Mich. Ich lebe in senden sorgen
Beide abent und den morgen.
Doch froͤit mich ein lieber wan
Und ein minneklich gedinge,
Das dú sússe Minne twinge,
So das mir an ú gelinge:
Daran alle min froͤide lit.

XXXVI.
Was der winter sorgen bringe
Dien vil liehten blůmen rot,
Was er kleiner vogelin twinge,
Doch klage ich ein ander not:
Der ich mich ie ze dienste bot,
Der ist min swere gar ze ringe;
Des bin ich an froͤiden tot.
O we, ja hat mich betwungen
Ir vil minneklicher munt!
An ir ist mir niht gelungen;
Swere dú ist mir worden kunt,
Sit ich fant so suͤssen funt
An der minneklichen, jungen;
Herze! dú hat dich verwunt.
XXXVII.
Ich solt aber, dur die suͤssen,
Gruͤssen
Meigen, walt, heide, ouwe
Und der kleinen vogel sůsses singen.
Liesse eht mir an ir gelingen
Trut min trost, mis herzen frouwe,
Das si minen kumber wolde buͤssen;
Seht, so wurde ich froͤideriche.
Truter lip, nu tů genedikliche!
Roter munt, du maht min leit verdringen.
Suͤssú Minne, sit din minne
Sinne
Krenket zallen stunden,
Wie solde ich ie mer danne fro beliben?
Lieber lip vor allen liben,
Heilet mir mins herzen wunden,
Das min froͤide lige an dem gewinne.
Tůt ir das, so wirde ich froͤidebere.
Selig wib, nu scheident mich von swere!
Minne, du maht mir min leit vertriben.
Ich han froͤide von ir eine;
Si eine
Troͤstet mich, ir guͤte;
Davon můs mir spilndú froͤide swinden.
Liesse si mich genade vinden:
Seht, so froͤite min gemuͤte,
Das mir wurde ir roter kus, ein kleine;
So wer ich vil manger sorgen ane.
Trútelehter lip, ich lebe in wane,
Das ich froͤide von iu muge enpfinden.
XXXVIII.
Nu hat meige walt, heide, ouwe
Wol bekleit mit maniger wunneklichen spehen wat:
Also hat mis herzen frouwe
Sich bekleit mit kleiden, das ir wunneklich anstat.
Wip —
Lich guͤte, schoͤne und ere,
Dabi reinen můt,
Dis gewant treit du vil here,
Das ir edelem herzen sanfte tůt;
Bi den kleiden lat sich vinden der vil trútelehte lose lip.
Ach! solt ich mich senden vinden
Bi den kleiden, die dú reine, minnekliche antreit,
So muͤse al min leit verswinden,
Und wurde an mangen froͤiden wol gemeit.[28]
Sol
Dú froͤide an mir verderben:
Dast mis herzen not;
So můs ich in jamer sterben.
O we suͤsser munt, durlúhtig rot!
Wie mich jamert nach den kleiden, sit si stant der lieben also wol!
Wil si minen kumber wenden,
Dú vil reine, minnekliche, der ich eigen bin,
So sol si dú kleit mir senden
Bi dem trútelehtem libe, so ist min leit dahin.
Kan
Mich ieman fro gemachen?
Ja, ir roter munt.
Wil mir der von herzen lachen,
So wirt ich an froͤiden wol gesunt.
Suͤsse Minne, bit die heren, das si troͤste mich vil senden man.

(Die zweyte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23.)

XXXIX.
Es fůr ein búttenere
Vil verre in froͤmdú lant,
Der was so minnebere,
Swa er die frouwen vant,
Das er da gerne bant.
Do sprach der wirt mere
Zů zim, was er kunde.
‚Ich bin ein búttenere;
Swer mir des gunde,
Sin vas ich im bunde.‘
Do trug er sine reife
Und sinen treibelslagen.
Mit sinem umbesweife
Kunde er sich wol bejagen,
Ein gůt geschirre tragen.
Sinen tribelwegge
Den nam si in die hant
Mit siner slehten egge.
Si sprach: ‚heilant!
Got hat úch har gesant.‘
Do si so gebunden
Dem wirte sin vas,
Nebent und ouch unden,
Si sprach: ‚ir sint niht las;
Mir wart nie gebunden bas.‘
XL.
Von walhen fůr u. s. w. Zwey Strophen.

(S. Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23.)

XLI.
Uns jungen mannen mag u. s. w. Drey Strophen.

(S. Ebendas.)

XLII.
Winter, du wilt aber twingen
Blůmen und der vogel sang,
Die man horte suͤsse erclingen
In der ouwe, dest niht lang.
Nu ist min hohgemuͤte krank;
Doch wil sich min froͤide ringen
Durh die, nach der ich ie rang.
Selig wib, suͤsse und reine,
Schoͤn und minneklichen var!
O we, das ir min so kleine
Nement mit spilnden ougen war!
Ich diend ie mit truwen dar.
Sit ich úch mit trúwen meine,
Lant mich niht verderben gar!
XLIII.
Liehter sumer, dú suͤsse wunne
Wil bi mangen froͤiden sin.
Bas,
Danne ich gedenken kunne,
Singent aber diu vogellin;
Dabi siht man schone in bluͤte
Boume stan: des meigen guͤte
Treit dem winter manigen has.
Nu ist der vogellin not zergangen;
Noch klage ich einander not.
We!
Ja můs mich des belangen,
Das ir munt, durlúhtig rot,
Mir niht wil die froͤide meren.
Suͤsse Minne, meht du leren
Si, das mir min leit zerge!
XLIIII.
Mich entroͤstet niht der walt und ouch dú heide,
Mich entroͤstet niht der kleinen vogellin singen;
Den tůt der kalte winter aber leide:
Dabi kan mich dú minnekliche twingen.
Was wend ir, das dú liebe, kúsche meine?
Nu ist sis doch, dú suͤsse, dú vil reine;
Wan lat si mir durh wibes guͤte bas an ir gelingen?
Dú minnekliche mag wol mit mir teilen
Ir wibes guͤte; die hat si beslossen.
Si mag mir mine sere wunden heilen,
Die si mir mit ir minne hat geschossen.
Vil selig wip, nu wende mine swere,
Und tůst du das, so wird ich froͤidebere.
Gedenke, das ich wibes guͤte selten han genossen.
XLV.
Nu siht man die
Gruͤnen heide
Wol bekleidet, wol geschoͤnet.
Schouwent an den gruͤnen walt!
Nu hoͤret man die vogelin singen
In den wunneklichen ouwen.
Die der kalte winter twang,
Die siht man in wunnen beide.
Vogel sang
Mit froͤiden doͤnet,
Wan ir stimme ist manigvalt.
Nů siht man die blůmen springen,
Der mag man ein wunder schouwen,
Sit der liebe sumer ist hie.
Manger froͤit sich
Gegen der wunne;
So leb ich in sender swere
Nach der lieben frouwen min,
Dú da kan so suͤsse lachen,
Swenne ir roter munt erlachet,
Und er liebe lachen sol.
Bas, danne ich erdenken kunne,
Kan si wol,
Dú seldenbere,
Kúsche und dabi wiplich sin.
Si kan mir die froͤide machen,
Das min herze an froͤiden krachet.[29]
Frouwe Minne, darzů sprich.
Minne, hilf das
Mir dú here
Mit ir liehten ougen brach[30]
Mine sende swere buͤsse,
Die ich von der schonen dulde.
Doch froͤit mich ein lieber wan,
Das si mir min leit verkere,
Wan ich han,
Dast ane lougen,
Von ir sendes ungemach.
Minne, sprich, das si mich gruͤsse;
Minne, wirb mir umb ir hulde:
Sost mir senden, siechen bas.
XLVI.
Nu woluf! gruͤssen
Wir den suͤssen,
Der uns buͤssen
Wil des winters pin,
Der uns wil bringen
Vogelin singen,
Blůmen springen
Und der sunnen schin.
Da man sach e
Den kalten sne,
Da siht man gras;
Von touwe nas,
Bruevent das
Die blůmen unde der kle.
Vorhin in walde,
Uf der halde,
Hort man balde
Wunneklichen schal.
In suͤsser wise,
Gar von prise,
Hohe, lise,
Singet dú nahtegal.
Der vogellin sanc
Der ist niht zekrank
Hin gegen dem meigen.
Megde! leigen!
Wir sun reigen
Den sumer lanc.
Des meigen bluͤte,
Des sumers guͤte
Hohgemuͤte
Git den vogellin.
Das hilfet mich kleine,
Wan dú reine
Troͤste alleine
Noch das herze min.
Ir brunes har,
Ir ougen clar,
Ir roter munt
Hat mich verwunt
Bis an den grunt,
Swie fro ich doch gebar.
XLVII.
Winter, du wilt aber vil verderben
Liehte blůmen, die doch schoͤne waren;
Und ein wib, dú wil mich froͤide ersterben,
Der ich pflag in froͤiderichen jaren:
Dú gůte, dú gůte, dú reine,
Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.
Sit dú welt an froͤiden wil verswinden,
So moͤht ich wol lassen ungesungen.
Wan ein wib des war ich wolte erwinden,
Nach der ie min herze hat gerungen:
Dú gůte, dú gůte, dú reine,
Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.
Wol gebaren und lieplich lachen,
Lieplich bliken dar und dan mit guͤte,
Das kan dú vil gůte wol gemachen;
Gegen ir troste froͤit sich min gemuͤte:
Dú gůte, dú gůte, dú reine,
Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.
Wer gesach ie von so rotem munde
Minneklicher lachen und gruͤssen?
Den kust ich vil gerne, ob si mirs gunde,
Dú mir minen kumber kan gebuͤssen:
Dú gůte, dú gůte, dú reine,
Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.
Dú reine ist vri vor missewende,
Der ich dienen wil gar eigenliche.
Ich bit ie, das si mir helfe sende;
Tůt si das, so wirde ich froͤideriche:
Dú gůte, dú gůte, dú reine,
Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.