Ich klage mich vil leide,
Die ich sender dol.
Si gelichent mich der heide,
Dú e stůnt blůmen vol,
Und nu der ane lit
Dú kalte winter zit:
Alse mide ich froͤide,
Der ich schoͤne pflag.
Min herze stet mir oͤde,
Das e gefúllet lag
Vil maniger frier wal;
Nu stet es wal chal.
Dú leit klage ich, und eine schulde,
Die ich doch ungerne dulde.
Ich habe, seht, der Minne hulde
Verlorn: dast ein not,
Dú mich vil rot
Und missevar vil ofte machet.
Des min weinender schaden wachet,
So jener slafet oder lachet,
Der nie gewan sende sere.
Noch klage ich mere:
Mir hat ein wib
Den tumben lib
Aller froͤide in ahte braht.
Das ist ein not,
Das ich den tot
Habe mir darumbe erdaht.
Als ich das klage,
Und irs sage,
So ist es ir gar versmaht.
Hie bedorft ich helfeklich gůtes rates zů,
Wie ich getů,
Das ich den můt,
Lib und gůt
Muge erbrechen gar von ir,
Alde aber bas,
Ane allen has,
Muge bringen wol hin zir.
Wil sich das wenden,
Und niht enden,
Seht, das muͤssen klagen wir,
Ich und ein jegeslich siech sender man,
Der mirs verban.
Doch ist ir leider kleine,
Die mir geraten kunden,
Wan si alters eine,
Dú mich hat gebunden.
Ir lib ist alse reine;
Si sol mich understunden
Minnen, die ich da meine.
Die mir des verbunden,
Die muͤsse has
Ane alles was
Sich fuͤgen bas,
Seht, umbe das
Si kunnen niht wan niden.
Ich bin in gram,
Si mir alsam;
An eren lam
Ist gar ir nam;
Ich sol si gerne miden.
Mir tůt vil we,
Das ich mich me
Danne es mir solde sin.
Dem tiefen se
Bevel ich e
Min houbet und minen fůs,
E ich der frouwen min
Iemer guten hulden enbere;
Mir were
Gar der lib unmere,
Gůt und alles das ich han.
Wa wart ie man
Von manigen dingen so betwungen?
Het ich tusent gůter zungen,
Ich kunde volle klagen niet,
Wie mir geschiet
Von senelichen sorgen
Abent, sehent, und morgen.
Hiebi wissent, dur das jar
(Des ist vil war)
Mir git du here
Sorgen mere,
Danne ich liebes nie gewan.
Es ist ir ere,
Das si kere
Kumber, den ich von ir han.
Minem můte
Mag dú gůte
Tůn mit lihten dingen wol.
Mich hat ir růte
In solher hůte,
Das ichs iemer minnen sol.
Were ich der sinne, das ich mich
Enstunde gůtes iht,
So hete ich liebe mir getan.
Swer mich des fraget, dem sage ich
Ein wort und anders nicht:
Ich han dur si untat gelan.
Des můs ich singen
Und ringen,
Wan ich si iemer minnen wil.
Ich můs dingen
Uf gedingen,
Wan si ist der froͤiden zil,
Der ich beginne,
Unz ich inne
Wirde froͤide: die hat si.
Mich tůt ir minne
Valscher sinne
Wendig, und wandels fri;
Ich můs dur si unstete lan.
Ich getar von ir gewenken niht;
Swie si mir tůt,
Ich heis es wol getan;
Des sols ir guͤte an mir began.
Swie mir wol oder we beschiht,
Ich heis es gůt;
Ich můs in ir gebotte stan.
Ob si mich twinget so,
Das ich von herzen fro
Werden niemer mag;
So klage ich manigen tag,
Den ich in wane,
Froͤiden ane
Han gesungen,
Und mich jungen
Tů gar alden.
Dú min walden
Wil unwert,
Das ist ein ungenedig leit.
Het si min doch dekeinen gert,
Min klage wer niht so breit.
Swer minen dienst wil ane dank,
Der můs min gar geweldig sin;
Ich tůn im doch mit willen krank,
(Das wirt wol an dem ende schin)
An eineg si, die herzeliebe frouwe min.
Alsus klage ich min not
Mit sange unz an den tot,
Alsam der elbes tůt,
Der keret sinen můt
Ze suͤssem sange,
E (dest lange)
E er erwende.
Solker mende
Můs ich dingen,
Suͤsse singen
Und ringen,
Als ein lib,
Der sich des todes wol versiht.
Si selig wib,
Warumbe lihtert si mirs niht?
Swenne ich erstirbe, so hat si
Velorn ein dienstman,
Der ir mit dienste ie was bi;
Das wolde si nie vergůt enpfan;
Ich liesse es sin, wolde sis noch vúr liebe han.
Moͤhte ich die welt betwingen gar,
Als e Rome Julius betwank,
Ich were doch iemer froͤidebar,
Si eine spreche habedank.
Ich wolde nicht ein keiser sin,
Das ich die lieben frouwen min
Gesehe niemer zallen tagen;
Sone wolde ich niht der krone tragen.
Ist es niht kleine,
Das ich si meine;
Si ist alles das ich bin,
Lib und sin.
Ich wolde ins riches ahte sin,
Und vallen in des babstes ban,
Das ich der lieben frouwen min
Solde heissen werder man.
Wurde das ein wares wort,
So were mir truren unbekort,
So wolde ich niht min suͤsses leben
Umbe alder welte wúnsche geben,
In selken sachen
Muͤste ich lachen
Ellú minen lieben jar,
Und wurde es war.
Doch bin ich uf gedingen fro;
Unz ich gedinge, so lebe ich ho,
Und wil mich niemer des verkunnen,
Sine sul mir ir minne gunnen.
Ja enbin ich ein heiden!
So bescheiden
Ist ir minneklicher lib.
Nu troͤste mich, das beste wib,
Mit dinen lichten ougen,
Das ich erkenne tougen,
Ob mich din sendebernder suͤsser munt
Mit gruͤsse welle tůn gesunt.
Si prisent alle sunder strit
Den sumer mit den blůmen rot,
Und hant des winters ane strit;
Si jehent, er habe gemachet tot
Vil vogelline in siner zit;
Swas ir genas, das was mit not.
Nu ist der winter alse kalt
Von uns gescheiden, sihe ich wol.
Gerichet loubes ist der walt,
Vil suͤssen sanges ist er vol.
Mit blůmen varwen mannicvalt
Du heide stet als si da sol.
Ist ieman der an herzeleit
Lebt, was der froͤiden siht!
Sich hant dú zit so wol geleit,
Das aldú welt genaden giht.
Min trome Gote sin geseit,
Ich wenne dest an mir en wiht.
Was singe ich tumber von der zit,
Dú mir so kleine froͤide git?
Mir sint die blůmen und der kle
Alsam der rife und ouch der sne;
Geliche liebe tůnt si mir.
Sich, Minne, das habe ich von dir!
Wer ich ein ungeduldig man,
So meniger, der nicht liden kan,
Ich were vor mengen jaren tot.
Sus lide ich kumberliche not
Mit zúhten, und tůn das so,
Das ich an dem ende werde vro.
Nu wil ich klagen minú leit,
Not, und al die swere, die ich han.
Mir wart von Minnen vorgeseit,
Wie si habe verderbet mengen man,
Den si mit keften úberlůt,
Und das ir, weis Got! niemen tůt
So rehte, der mit selekeit
Von ir gescheide ane herzeleit.
Der Minne dienen, ist ein not,
Die man wunder kume tragen mag.
Durh si leidet maniger tot,
Der ir doch mit herze trúwe pflag,
Sam Tristan (der mich rúwen můs,
Swie mir der rúwe niemer bůs
Werde), sam tet Pyramus,
Und ouch der kúsche Ypolitus.
Was hulfen alle die gezelt,
Die noh ie der Minne swert erslůg?
Es war so maniger erwelter helt,
Das ich můt uf Minne nie getrůg,
Und ich mich tumben des bewag,
Ine wolde niemer ganzen tag
Minnen dienstes sin gereit.
Nu stet es anders: dest mir leit!
Ich swimme an ein ze weres zil,
Und halde ein gar verlornes spil;
Fúr reht geschiht mir gross gewalt:
Des ist min rúwe manicvalt.
Ine bin so alt der jare niht,
So man mih gra des hares siht.
Mir ist der můt verseret so,
Das man mich niemer rehte fro
Gebaren siht. Wan sam der tůt,
Der niht erwern mag sin gůt
Ane flehen, wan fúre ims hin;
Der lachet herus und grinet hinin:
Alse selker smiere siht man vil
Von minem munde sunders herzen gir.
Ich tůn iu des ich niht enwil,
Und swas ich herze froͤide enbir.
Minne, das hastu getan!
Dune woltest mich erlan,
Ich enmuͤse haben wan,
Da es niemer kan vervan.
Ich han verkunnet trostes mich;
Gedinges bin ich worden arn.
Swer iemer muge, der troͤste sich;
Ich můs ze Truͤbenhusen varn!
Da erkennent alle min gemach!
Min beste rat ist we und ach.
Welch brůder mort er an mir rach,
Der mich in disen kumber trach?
Das dú Minne! Das si si
Von mir verwasin iemer me!
Wan lie si mich ir dienstes vri,
Als ich doch was gewesen e
Minú jar an disú zit!
Es ist ein jemerlicher strit,
Der niht anders trostes git,
Wan danne an dem ende tot gelit.
Nu bit ich Got, das er min not
Bedenke, das ich niht den tot
Genem dur alse selche tat.
Mir selben wil ich einen rat
Geben (het ichs e getan,
Ich hete noch ze liebe wan):
Das ist, sit ich bekumbert bin,
Das ich den lib und ouch den sin
Twinge; swer das beste tůt,
Und niht ze valsche stet sin můt,
Das ich des neme gůte war,
Und, als er vert, das ich so var.
Und tůn ich das, so weis ich wol,
Das mir gelinget, swar ich wil.
Warumbe niht? wand es so sol;
Wol tůnder lúte ist niht ze vil.
Wes entgulte ich armer dan,
Wirde ich ein reht tůnder man?
Ich sol von schulden hulde han.
Doch ist es, leider! so gewant,
Das menger mit vil gůter tat
Heiles lon noch nie bevant;
Und iender gut gelúke hat,
Dem dú schande hulde giht.
O we, das das nieman siht,
Alde es so rehte vil geschiht.
Seldebern, den heil verbirt,
Dem ie sin trúwe zuht gebar.
Mengem ungelonet wirt,
Des lib noch ie was schandenbar.
Das zeget manigen gůten můt.
Owe, so geschiht dem gůt,
Der niemer rehte wol getůt.
Doch rate ich eime gutem man,
Er habe sich nit sere daran.
Wir muͤssen doch von schulden jehen,
Und han ouch selbe wol gesehen,
Swer sin ding reht anevie,
Das es im dike wol ergie.
Wan vindet liehte der ein teil,
Dien niemer wil gevolgen heil,
So hilfet si doch zaller stunt,
Swanne sprichet al der welte munt:
Owe, das mit gůter tat
Der man niht gelúkes hat!
Minne, dir si vor geseit,
Wie heil, gelúke, selde tůt,
La dir iemer wesen leit,
Soldest iender han behůt.
Sit ane dich niemen si gemeit
Noch wesen mac, so sol din můt
[41]
Dien besten lones sin gereit,
Und niht den andern alse gůt.
An dine genade wil ich mich
Ergeben, und si alles hin,
Swa du ie gesundest dich.
Vergib mir minen argen sin
Und ouch dú wort! La den gerich!
Ich weis wol, das ich schuldig bin.
Swas du gebútest, das wil ich
Leisten iemer uf gewin.
Von dir ensol ich noch enmac
Noch ouch enwil! das ist eht war.
Ich han enstanden, das din slag
Tůt kindes houbet grawú har
Halden; des ich mich bewag,
Ine wolde niemer minú jar
Dir gedienen ganzen tag.
Das rúwet mich, ich bin es clar.
Daran gedenke! des ist zit.
Ein man sol lassen sinen strit
Wider den (dest ere getan),
Der sine wer het gar verlan.
Ein man ist tusent manne her,
Die alle wen sin ane wer.
Alsus si ouch min wer verlan.
Ich wil zeinr andere rede van.
Ich mag ouch der vergessen nicht,
Von der mir disú not geschiht;
Das ist dú liebe frouwe min,
Von der sol nu dú rede sin.
Kunde ich mit fůgen minen můt
u. w.