Der stat paumeister soll alle jar umb sant Merteins tag [11 Nov.] oder wenn die kelt an geet, so es will gefriesen, zwen oder drei tagloner mit hawen und schauffeln senden und bestellen, das sie allenthalben gerings umb die stat inwendigs an der statmeur alle thürlein und thore, die in die zwinger gen, raumen, das nichtz darvor lig oder geschut sei, das do gefriesen und dardurch man die nit auf gethun mocht. auch desgleichen sullen die raumen alle rinnen und einflü, dieß auß der stat und durch die zwinger und vorwerck in den statgraben gen, also das nichtz darinnen gefries, und wo jehling ein leunen oder weichs wetter an viell, das dann das wasser furderlich durchauß gelauffen mug, dann die einfluß derselben rinnen ettlich gar eng sein, und ein großen unlust machet, wo das wasser nit außkomen mag.

Wenn also ein snee anfellt, der dann dick ist und sich richt in leun und abgeen will, so soll der stat paumeister furderlichen schicken auf ieder seitten der hochen statmaur, wo die nit gedeckt oder überzimmert ist, zwen taglöner mit schauffeln und pesen, das die den snee herabwerfen und keren, dann derselb snee, wo der also versmeltzen soll auf der meur, thut der meur gar wee und hat die maur an ettlichen enden gar sere erweicht und beschedigt, als man woll sicht.

Geflissen soll der stat paumeister sein, wenn der snee also leit und abgeen will, das er fürderlich schick auf die rinnen auf der wag nach neben dem rathaus in des Holpers [169b] haus und zu der rinnen auf dem weithaus und dem alten fleischhaus, darzu man dann hat eigen schauffel, darmit man den snee herab werf und die rinnen raum, wann zu zeitten schaden darvon komen dem gemeur, dem zimmer und sust in heusern, das man auch leut darzu schick, die der dach schonen, das sie nit schaden thun an preisen und damit wissen umb zu geen, des ist not.

Ein stat paumeister soll den nechsten tag vor sant Katherein [23 Nov.] abent bestellen, das das pflaster geraumpt und das kot und mist davon dann gefürt werd von sant Katherein prucken und also durch das thor fur den marstall und prunnen, auch durch das ander thore, darauf der Knopf sitzet, von des folcks wegen, das zu sant Katherein geet; wann sust gar ein grosser unlust do würd, wo mans nit raumpt, es gefrür dann als gar sere.

Mer desgleichen sol der stat paumeister geflissen sein, das er zu weiennachten, vassnacht, zu dem heiligtum, zu ostern, pfingsten, sant Sebolts tag [19 Aug.], oder wo vill herschaft herkomen sollt oder sust im jare, wenn sein als gar not wer, von der apotheken pei den predigern und also fur das rathaus piß fur den schön prunnen, auch pei den trögen vor den kandelgiessern und hinter dem rathaus und sust nirgen weitter, das pflaster lassen raumen und aufschoren und dasselb kot und mist dann auß füren lassen oder das iemant geben, der des bedorft in einem garten oder wisen etc. also das ers vorderlich außfurt. das solten thun vier der elsten tagloner in anderhalben oder zweien tagen, darnach und sein not oder unsauber ist.

[170a] Item und darumb geben die herren in der losungstuben in sunderheit alle jar zu sant Michels tag [29 Sept.] der stat tagloner einem, der dann von einem paumeister darzu bescheiden wirt, vier pfunt alt trinckgeltz, das derselb doran gemant sei und das pflaster raum vor dem rathaus, wenn sein not ist, doch alle wege mit wissen eines paumeisters.

Auf dem Marckt bedarf man nichtz raumen, dann der new spital soll den raumen und sauber halten zwischen den saltzern und dem Rietter, und von der rinnen, die hinden und voren fur das rathaus hinab geet. das steet dem spital zu, dann der strewet über jare mist darauf; dann wo sie aber den mist zu lang ligen liessen und nit auf slugen auf hauffen oder die hauffen nit furderlich außfurten, so soll der stat paumeister zu dem spitalmeister darumb schicken oder dem pfenter darumb zusprechen, der dann sust sein aufsehen darauf haben soll seines ampts halben.

Zu zeitten wo herschaft hie were oder von burgern iemant were, die stechen oder rennen wolten und die pann mit mist wolten bestrewet haben, das soll der new spital thun; und das bestellt der leb und geet der stat paumeister nit an.

Wo man aber die pann mit sant bestrewet wolt haben, oder schrancken do aufgericht wolt haben, wenn dann der stat paumeister das von einem erbergen rat oder burgermeister geheissen wirt, so soll er das bestellen mit der stat pflasterern, taglönern, und den ettlich zimmergesellen zugeben. solich schrancken und stuck ligen im zwinger vor dem Frawenthore als man hinauß geet [170b] auf die rechten hant unter einer hütten.

Mit dem sant die pane zu schütten soll der stat paumeister senden den schutmeister und mit im einen pütel zu allen kernern, die teglich hie auf dem pflaster faren, und soll den lassen gepietten und ine ein zeitte setzen, wenn und wo hin sie komen süllen mit iren kern und pferden; und welicher kein schutkaren hat, dem sol man einen von der stat wegen leihen. und wo es als nöttig were, sollt er stat paumeister sust wagenpfert auch aufmietten und den leihen wegen und kerrn, und die tagloner alle darzu schicken, darmit man sie fürderlich lüdt mit sant. solichen kernern hab ich ie auf ein pfert geben einen tag achtundzweintzig pfenning, wo sie einen gantzen tag gefaren sein. denselben sant hab ich ie lassen nemen auf der plossen in der Begnitz zwischen den zweien stegen, als man von der Schüt hinüber geen will gegen dem Schießgraben. ich hab die pan mit viertzehen pferden in funf stunden, nachdem die herren das so eilentz haben wolten und spot sagten, schutten lassen, und gab ir einem neuntzehen pfenning mit einem pferde, die auch furen in dem sibenundsechtzigsten jare zu sant Margarethen tag [13 Juli] etc. einer zweren hent dick mit sant und pei vierundzweintzig schuen weit überzwerch.

So soll der stat paumeister allewege der fursten marschalck oder hoffmeister, wo die hie weren, oder ander, die der ding zu thun haben, rennen oder stechen wollen etc. fragen, wie weitte sie die pann verschranckt oder geschut wollen haben.

Darnach soll der stat paumeister den Marckt mit dem sant wider auf hauffen slahen und außfuren lassen, das geet den spital nichtz an.

[171a] Bestellen soll der stat paumeister mit den zollnern unter den thorn, das sie niemant keinen mist lassen strewen in die vorwerck, wann man slecht den auf auf hauffen und lest dann dieselben hauffen lang oft ligen, und die hauffen irren dann am riett auß und ein zu füren. auch lest man zu zeitten pei nacht leut auß und ein, die über solich hauffen fallen; darzu ist es ein unlust, wo die vorwercke nit sauber gehalten werden. wo aber iemant einstrewet mit gewalt, als man vill dretziger leut vindet, so soll der paumeister den spital lassen den mist hinfuren, oder aber den in den statgraben werfen, und den domit zu tüngen; das kompt den fündelkindern zu nutz.

Ein stat paumeister soll die vorwerck und sunderlichen unter den thoren allenthalben, unter den inneren und eusseren thoren, auch auf denselben prucken, wenn sein not ist, raumen und schoren und außfüren lassen, dann des sere not thut, wann die thorsperrer das sere anten, wenn es so tieff unter den thorn ist, wiewol die zolner unter iedem thore ir ieder ein hawen, ein schauffel und ein kratzen hat, die der stat sein, damit sie die thore und prucken zu zeitten raumen und schoren solten, das sie aber selten thun und lieber ir arbeit warten.

In acht soll haben der stat paumeister, das man kein misthauffen inwendig der stat so nohent füre oder unter die thore aufslach, der geirren mocht an dem reidden, auß und ein zu faren, als dann vill geschicht; wo er des gewar wirt, das er dann das dem pfenter oder leben sagt, das sie bestellen darzu [zu] raumen oder die spitalwegen darzu zu stellen. dieselben wegen im spital zu zeitten auch laß in solchen dingen sein und verdienen inen nit gern undanck; so soll der stat paumeister den mist selber in graben lassen werfen, als ich dann oft getan habe.

[171b] Zu zeitten soll der stat paumeister raumen lassen das pötzech und erden, das durch die eusseren prucken in die greben fellt, wo er nit darzu leut hat, die des in gerten oder zu paumen sust begeren selber auß zu füren, als des dann herr Niclas Muffel vill hatt lassen auß furen etc. so soll der stat paumeister das selber lassen in dem statgraben und den graben darmit, so er dünst mag, überziehen und den darmit zu tüngen; doch das solichs geschee in einem herbst oder vor mitvasten.

Auch das grass und die weide in den statgreben allenthalben umb die stat die niessen die zwei fündelheuser mit irem viech und lassen das auch an ettlichen enden mehen, außgenomen vor dem Frawenthore piß hinab an das wasser gegen dem weier im graben hinter sant Katherein, darinnen die hirschen sein; desselben graben geneust der Gürtler eins teils nach altem herkomen. wenn sie dann also darinnen mehen oder dorein treiben wollen, so lest in der stat paumeister den Gürtler aufsperren.

Das grass und weide in den zwingern umb die stat das hat an ettlichen enden auch die zwai fündel mit gunst der vierteilmeister derselben vierteil; so haben ettlich vierteilmeister selber kü, die dann solich weide und grass selber prauchen oder anderen iren guten freunden vor der fündel vergunnen.

So hat der stat paumeister zu den greben und zu den zwingern allen umb die stat allenthalben auch slussel, der ein paumeister nit geratten mag, wann mancherlai not zu zeitten ist zu machen, auß und ein zu füren. so haben die zeugmeister auch die vierteilmeister dan verdriessen, das man ir schlussel do holt, so ist einer zu zeitten nit doheimen, [172a] also das ie saumnus geschicht; darumb hat ein paumeister die slussel.

Ein stat paumeister soll mit den vierteilmeistern, die thuren haben zu sperren, darauf thürner sein, bestellen, das sie darob sein, wenn sie irer thürner einem urlaub geben oder einen anderen aufnemen wollen, das dann ein ieder vierteilmeister sein knecht darzu schick, wenn einer außzeucht, das derselb knecht darob sei, das die thurner nit außprechen und hin füren das ir nit ist; dann es geschicht vill, wenn ein newer thürner auf zeucht, so gepricht im penck, leden, fenster, slüssel und anders etc. das der, der vor im gewest ist, hin hat, als sie sagen, das man dann anders machen und flicken muß, des sust nit geschee, wo die vierteilmeister mit iren knechten das bestellen, wie oben steet, auf den hochen thurnen und in iren herbergen herniden, darinnen ire weiber sein.

Mer soll der stat paumeister mit den vierteilmeistern bestellen, das kein thurner kein holtz hack auf dem thuren, dann sie derschellen die thurn und gewelb, auch so zuhawen sie die geswelle unter den thüren etc. wenn aber ir einer holtz zu hawen hat, so soll in der vierteilmeister herab lassen ein halben oder gantzen tag, das er das holtz hawe und dann das also gehawen auf den thuren ziech.

Auch soll man keinen thurner, den man dann gewonlichen und pillich zugseil oder glockelseil schuldig ist zu geben etc. nichtz geben, es preng oder schick ir einer dann vor das alt seil auf die Peunt, das man sech wie das sei, ob ir einer eins anderen nottorftig ist oder nit. nach demselben alten seil soll der schaffer dann ir einem derselben größ und dieselben leng eins newen seils geben, und das alt seil soll man auf der Peunt behalten, das vindt dann auch zu zeitten sein statt. so geet ein glockelseil, noch dem sie am wetter hangen, pei [172b] zweien jaren, oft lenger; aber die zugseil geen funf, sechs, acht jare, darnach und sie ir auch schon und mit umbgeen.

Die drummetten, die die thürner haben auf den thurnen allenthalben, die geben ine die losunger, auch was sie pruchs doran haben, das lest in der hausknecht machen und pesseren von bevelhnus der losunger. auch bezallen die losunger der stat pfeuffer und drummeter ir pfeuffen, drummetten und paner. mit den dingen allen hat der stat paumeister nichtz zu thun.

In guter acht soll ein stat paumeister auch haben und in sunderheit zu dem newen rat, wo dann mer enderung dan sust im jare gescheen, also ob das were, das man ander vierteilmeister, fewermeister, thorsperrer oder ander, die eimer hetten, abwechseln wurd oder sust im jare abgiengen, das man den newen dan solch eimer und sprutzen, so ir ieder haben soll, von den alten neme und die den newen heim trug, also das kein saumnus geschee und ein ieder das sein habe.

So soll der stat paumeister mit dem pfenter und in sunderheit mit dem leben bestellen, das man den schön prunnen zu dem newen jar auch zu dem heiligtumb noch sust im jare mit kremen nit versetzen loß, sunder das der prunn frei stee, das man gerings umb allenthalben darzu und davon mit wasser komen müg; des ist ein nottorft und auch ein zire.

[173a] Es hat ettwen ein paumeister dem leben geben alle jar acht pfunt alt, das er des schön prunnen gewart hat mit versetzen der krem und waschen, das do pei geschicht; auch wenn man stach, das niemant dorein stige oder sich an die gitter hieng. aber nachdem und der leb laß in denselben dingen gewest ist, hat man das lassen abgeen, also das ich nie keinem nichtz geben hab, dieweil ich paumeister gewest pin. wol hab ich ir einem zu dem newen jare zwen oder drei gross geben auf das, wo ich sein im jare bedarf zu der stat nottorft, das er dester williger sei.

Wenn das ist, das man stechen oder rennen will am Marckt, es sein purger oder gest, so soll der stat paumeister bestellen und der Gürtler, oder wo er der muß nit hett, den Rorenheintzen oder sust iemant in den prunnen stellen mit einer sprutzen, der den leuten were, das die nit in den prunnen steigen oder sich an die gitter hencken, dann man schaden doran thut.

So soll ein paumeister mit dem pfenter und leben bestellen, das man kein kremer auf der langen verdeckten prucken loß kreme auf machen, sunder das die pruck frei gehalten werd; und in sunderheit des winters das man kein kolln noch fewer in scherben oder hefen den kremern darauf gestat noch verhenge, darmit der pruck nit schaden geschee, wann sie auf ein zeit ist prinnet worden solcher ding halben.

[174b] Man hat voren am rathaus neben der Slusselfelderin krome dreu eissen in die maur gemacht: das ein eissen ist die leng von der ellen der stat hie, das ander und das lenger under den dreien eissen ist auch die leng eins quaders, das dritt ist die größ noch der prait und nach der leng eins gewelb zigelsteins.

Bestellen soll auch ein paumeister mit den pflasterern, das man auf sambstag nach dem heiligtumb den Vischmarckt außzwick mit klein tachschermen oder zwickstein und mit sant außfüll und beschütt, wann die vischer die gantze vasten das pflaster gar sere außspüllen mit iren vischen zu verkauffen, das dann vast wert nach ostern piß zu dem heiligthum ungeverlich. und des gleichen sullen die pflasterer umb den schön prunnen auch außzwicken auf die zeit, wo sein nott ist.

[175a] Es hat auch der Sebolt Kreß auf des kunigs vesten ein hawen, ein schauffel und radwer, das der stat ist; das soll im ein paumeister alleweg bestellen zu geben, darmit er das sloß dester sauber gehalten und fegen müg lassen summer und winterzeit.

Auch soll der stat paumeister in gutter acht und sein vleissigs aufsehen haben allenthalben in der stat, das niemantz der gemein nichtz einfach mer dann eins ieden gerechtigkeit ist, auch kein überschuß von newen gepewen herauß mach noch pawe auf die gemein, sunder wo alt geng oder überschuß sein, die will ein erber ratt nit mer gestatten noch verhengen, die wider zu machen anders, dann das ein ieder von grunt pleigerecht auf faren soll. und sunderlich kein stuben noch gemach auf der erden und der gemein soll niemant herauß laden noch schiessen; aber in dem anderen gaden hat ein erber ratt das zugeben, von holtz ein fensterwerck umb ein halben schuch ungeverlichen herauß geladen. aber gegen der Begnitz die geng und den irhern an der Irhergassen ire geng vor iren heusern hat man pisher nit gewert. wie woll nun das und anders den steinmetzen und maurrern, meister und gesellen, verpotten ist, iedem nach seinem statten, iedoch wirt des vill überfaren, darumb einem paumeister auch not thut, darauf sein aufsehen zu haben, und wo er solichs gewar wirt, das an einen erberen ratt [zu] prengen, das die jenen, die solichs überfaren hetten, darumb zu rede gehalten werden vor einem ratt. wo man dann gegen der stroß und eckheusern zu den grunten raumen will, so sullen die meister, es seien maurrer oder zimmerman, das nit abprechen, sie haben dann vor der stat paumeister darob gehabt, der dann das abmessen und eigentlichen verzolln soll, also das das new wider gesetzt und gestellt werd an des alten statt. darnach soll der stat paumeister wider darzu komen und das messen lassen. nachdem als er das vorgenomen hat, und wo das dann weitter füre das zill gemacht were worden, dann ein paumeister verzollt hett, das soll ein paumeister einem rat furprengen.

[175b] So sein sust in der stat hie pei zweintzig gemeiner pauleut, die werden gepetten von den herren, die alle jar die amptleut ob der stat buch fertigen. dieselben pauleut nimpt man zu pewen, wo zwen ein maur mit einander machen wollen oder von fenster, trupfen und heimlicher gemach wegen, darumb sich oft nachtparen zutragen und an einander rechtvertigen; so weist man soliche ding dann an dieselben pauleut. dieselben ding die ruren oder gen der stat paumeister nit an, dann was auf die gemein nit geet, do hat ein paumeister nit ein zu reden. aber on wissen und willen eines erbergen ratz soll der stat paumeister niemant nichtz vergunnen von gepewen auf der gemein etc. dorein muß sich ein paumeister selber richten nach dem pesten, dann gar mancherlai einen paumeister anlanget.

Item die vier scharwechter, der zwen in ieder pfarr alle nacht, einer vor, der ander nach mitternacht, an der eussern statmeur geen von einem wasser an das ander alle stunt, mit den soll der stat paumeister bestellen, wo sie sehen, das iemant also pei der statmeur ettwaß alts ab oder aufprech oder aufrichten wolt ettwas newes von gepeud, das sie das dann zu stunt an der stat paumeister zu wissen thun. so soll dann der stat paumeister darzu sehen oder darzu schicken, ob man do weich oder ligen loß so vill, als der stat gesetz außweist, nemlichen achtzehen statschuch von der statmeur dick soll iederman weichen hinter der statmeur, und vor der stat gegen dem statgraben sechsunddreissig statschu. darmit begert doch ein ratt, niemant zu nötten ab zu prechen anders dann wo ein haus, tüll oder anders alters halben nit lenger steen mag, oder das man das sust vernewen wolt, so soll der stat paumeister das in acht haben und des nit gestatten zu pawen, es pleib dann achtzehen statschu zwischen der statmeur und solichen newen gepeud ligend. und wie woll es allen zimmermeistern und maurern verpotten ist, on eines stat paumeisters wissen nichtz gegen der statmeur zu vernewen noch machen etc. so geschicht es dennoch zu zeitten; darumb soll das ein paumeister in guter acht haben.

[176b] Von gepewen, die ein ratt vergunt hat pei meinen zeitten.

Item Hanns Kellner und Katherein sein eliche hausfraw haben bekennt Endres Tucher, die zeit der stat zu Nuremberg paumeister, als von solichs pawes und überschuß wegen, so sie an der ram oben an irem haus auf dem Newenpaw an der seitten gegen dem Hyserlein gemacht hetten, das in also von gunst und keines rechten wegen von einem erbergen rat vergunt und erlaubt worden were mit der beschaidenheit, das sie das kunftiglichen von grunt auf nit einziehen, einfohen noch anders machen sullen; auch wo das also in kunftigen zeitten auch einem ratt nit fugsam oder [er das] lenger also gedulden oder haben wolt, so sullen sie das wider abprechen und abthun etc. actum sexta feria post Urbani [28 Mai] anno etc. im zwai und sechtzigsten jare.

Auch so hat das gemein hantwerck der ferber und vorauß die, die ram haben in dem alten statgraben vor den kornheusern von irer tuch wegen, so sie machen und an dieselben ram anslahen, mit gunst eines erbern ratz ein heuslein und abseitten pawen und machen lassen in denselben alten statgraben pei den zwelf prudern, darinnen sie, das hantwerck, einen gesellen siczen haben, der in derselben irer tuch wart. das selb heuslein verlossen sie und setzen dorein wer in fugsam ist, und darmit hat der stat paumeister nichtz zu thun.

So hat ein erberger ratte hie vergunt meister Ludwig, rechenmeister, den überschuß in dem andern gaden an seinem haus pei den Newenthore gegen der statmeur hinumb voren pei dreien schuen, die hinder außschiessen, als es ietzunt gepawet ist. darfur gab er der stat drei gulden reinisch; geschach in dem dreu und sechtzigsten jare zu sant Endres tag [30 Nov.]

[177a] So gab ein erberger ratt dem Jeremias Holtschuer zu, als er sein haus hinter sant Gilgen pawen wolt und ettliche kleine alte heuser, die do stunden, abprach, der eins fur das ander ging in der gassen gegen der alten statmeur und vorn am eck gegen dem platz, als verr er im dann dieselben zeit furnam abzuprechen, das dann Heinrich Meychsner und ich von ratz wegen sahen und im an denselben winckellen der gemein namen und gaben, darmit er das new in ein schnure pracht, alsdann ein erber rat uns das befalhe und auf uns setzt; darnach er dann also gepawet hat und kein gelt geben dorft der stat. darnach nam er fur, weitter ettliche heuser vorn gegen dem platz abzuprechen, und die auch zu seinem haus zu pawen und grunt herauf zu furen. darinnen übersach sein meister oder er, das es voren nit in ein schnur kam; das was ir schult. wo er des begert het, het ein erberger ratt im des auch nit versagt an dem ent, dann es kein schaden do pracht hett, wiewoll er darnach dem Meyßner und mir die schult gabe, wir wolten im des nit nochgeben. wie woll wir des von ratz wegen macht gehabt hetten, so begert er des nie an uns, dann er die zeit nit in willen was, dieselben heuser, die dann gut waren ab zu prechen; also ist die schult sein, des Jeremias Holtschuhers und sust niemantz.

Mer vergunt ein erberger ratt dem Sebolt Grolant an des Peter Hallers seligen haus, das er new wolt pawen, vorn gegen dem Bertholt Pfintzings haus am eck anderhalb schu prait, die hin hinter außsturben und außgingen in viertzig schuen nach der leng, darmit er sein haus in ein winckelmeß procht. darfur gab er der stat zwen guldein reinisch; das geschach im vierundsechtzigsten jar zu sant Kloss tag [6 Dec.].

Ein erber rat hie vergunt dem jungen Frölein an seinem haus auf dem Newenpawe, das er pawet hatt, vorn mit dem newen haus an der ein seitten pei anderhalben schuen herauß zu füren den andern heusern gleich, die vor do steen zwischen dem fündelhaus und im. darfur gab er der stat zwen guldein reinisch; das geschach im funf und [177b] sechtzigsten jare zu sant Anthony tag [17 Jan.].

Und mer vergunt ein erber ratt dem Crafft Höfer, irher an der Irhergassen, ein schrem ein zu fahen auch vorn an der ein seitten, das sein haus herfur gesetzt wart dem andern haus gleich; das was pei zweien schuen, das das alt haus hin hinder stunt an dem ein ort. darfur gab er zwen guldein reinisch; das geschach im funf und sechtzigsten jare.

Auch vergunt ein erberger ratt herren Hannsen, pfruntner zu sant Laurentzen, auch mit einem ort an seinem haus, das er pawet am ecke im Nunnengeßlein hinter sant Laurentzen, herauß zu faren dem andern haus gleich; was pei anderhalben schuen. darfur gab er zwen guldein reinisch; das geschach im sechsundsechtzigsten jare zu sant Endres tag [30 Nov.].

In dem sechs und sechtzigsten jar zu sant Jacobs tag [25 Juli] vergunt ein erberger ratte dem Anthony Küffler, gerichtzschreiber, an seinem haus auf dem Newenpawe gegen dem graben in sein garten ein klein ort einzufahen; darfur gab er ein guldein reinisch.

Dem Pregler am Weinmarckt hat ein erberger ratt vergunt, auß seinem haus ein schreibstublein vorn an die gassen herauß zu machen, doch das das fur das eck und des Heugels haus do neben nit gee.

[178a] Ein erberger ratt hat im neunundsechtzigsten jare vergunt dem Peringstorffer ein steinnen schreibstublein anderhalb schuch in tag auß seinem haus pei der schiltroren in das geßlein und nit voren gegen seinem sweher, dem Peter Horstorffer, herauß zu machen.

Mer hat ein erberger rat der paderin im Zacharas pei den Augustinern zugeben ein statschuch am eck auf die gemein in die gassen gegen dem Hannsen Slusselfelder herauß zu faren und also nach der snur hin hinter an das ander steinen haus; was die snur geb und nem, dopei solt es peleiben. darnach sie dann also gepawet hatt und der gemein mer geben hat, dann man ir von der gemein wegen vor zugeben hat.

Auch so haben die herren und vetter zu den Augustinern geben vor ettlichen jaren einem erbergen rat und gemeiner stat zu gut einen flecken und ort von des Paulus Vörchtels seligen hoff, der dieselben zeit gemeiner stat erb und des rechenmeisters erb ietzunt ist, am eck pei dem Newenthor doselbst, dann die far ser eng und der ritt kurtz was, hinumb gegen dem wasser hinab zu wandeln, doran die eigenschaft derselben herren ist. fur dieselben weithaft, so sie der gemein vergunt und zugeben haben, hat ein erberger rat inen und iren nachkomen widergeben das flecklein und winckelen, das hinten vor irer kirchenthür gegen Hannsen Slusselfelders haus über was, das sie dann in kurtz eingefangen und vor irer kirchenthür ein gitter und portal gemacht haben, als das dann ietzunt steet, und mit dem maurwerck begriffen und umbfangen hat.

[178b] Herren Nicklas Muffel hat man vergunt aussen vor der stat underhalb des Werderthurleins von seinem garten doselbst ein thüll überzwerch an den statgraben zu machen auf sein kost, dardurch die leut gehindert und nit mer also an das wasser an dem ent auf dem graben hinab kumen mugen; wann man nit geren sicht, das man also zu den schoßgattern aussen komen mag, und das es als seicht zu zeitten auch do ist, und das dem Muffel auch dester minder schaden geschee in sein garten; alles auf eines ratz widerruffen und mit der unterscheit, das ein paumeister ein slussel zu solichen thore hab, ob man von gemeiner stat wegen ichtz doselbet zu thun hett, das ein paumeister dann hinein müg.

Desgleichen ist vergunt worden den wirdigen frawen zu sant Katherein auch geleicher weis ein tüll zu machen auf dem graben vor dem Frawenthore unten gegen der Begnitz, da die frawen dann auch velt und wisen haben, doran in vill schadens gescheen ist, nachdem sie sust kein befridung darvor haben. darzu ich als ein paumeister auch ein slussel hab, und steet alles auf eins ratz widerruffen.

Nachdem und der Muffel abging und sein gart verkauft wart, do wart mir bevolhen mit seinem eiden zu reden, das eines ratz meinung wer, das er solch tüll, so sein sweher gemacht het auf dem graben, wie vor steet etc. abthun solt, desgleichen die frawen zu sant Katherein das ir auch abthun und öffen solten. das geschach also, wie wol ich des vill mühe hett und oft an sie peder seitten begeret, ee das geschach, das sie es ab tetten.

[179a] So hat die Sebolt Gralantin pei den Augustinern an irem alten haus voren ein außladung gehabt, und als sie das ab prach, vergant ir ein erberger rat, dieselben außladung wider zu machen, doch nit grosser noch weitter herauß zu furen, dann die alt außladung gewest wer, das dann also gescheen ist.

[180a] Von geßlein und heusern, die der gemein zusteent.

Das geßlein zwischen dem Gartner und gewanthaus am Marckt das ist auch der gemein und der stat paumeister muß die thore hinten und voren darfur machen, wenn sein not ist. auch setzen die vischer ir prenten dorein und geben alle jare dorauß der stat zinsmeister funfzehen pfunt alt.

Ein geßlein und reien zwischen Fritzen Derrers und Linhart Stromers heusern an der langen pruck hinter den Augustinern, das vorn mit einem thurlein verspert, darvor ein mahelsloß leit, darzu der Gurtler den slussel hat, und ob dem turlein in ein stein gehawen der stat wappen Nuremberg ist, das ist der gemein und gehort zu der heuser keinem, und man hat das mit willen versperrt, und geet durchauß piß hinder hin auf den Newenpaw gegen dem siechhaus hinauß. davon hat mir im zweiundsechtzigsten jar auf ein zeit der Fritz Derrer und Linhart Stromer geben ir ieder zwen guldein zu stewer, das ich dasselb geßlein durchauß ließ pflastern.

Mer ein geßlein unter der vesten pei dem Tiergarthner thore zwischen des Pecken und des Francken haus, das ist auch der gemein.

Auch ein geßlein pei dem Wolff, kursner, unter den huttern und zwei geßlein auf peden seitten des padhaus hinter den fleischpencken, die hab ich verslahen lassen von schütens wegen, das iederman dorein schütt; die dreu geßlein sein der gemein.

[180b] So sein zwen messnerheuser in den zweien pfarren, nemlich sant Sebolt und sant Laurentzen, die sein der statt und ist an der iedem der stat schilt Nuremberg in stein gehawen ob der hausthur; doran der stat paumeister aber nichtz machen bedarf, sunder die kirchenmeister derselben pfarr sullen die pessern lassen und in wesen halten.

Und die zwai hirtenheuser, die hie sein, das ein pei dem eusern Frawenthore, das dann allein steet, und das ander, [das] pei dem Werder thurlein hinter der statmeur gegen dem Lauffer thore hinauf steet, die muß der stat paumeister machen und pessern lassen, was doran pruchs wirt, nichtz auß genomen.

Item es steet ein heuslein auf dem Newenpaw, das hab ich der stat seger machen lassen, zunechst pei der sege, darinnen derselb stat seger sein wonung hat und jerlichen der stat zinsmeister dorauß gibt zehen pfunt alt zins; dasselb heuslein steet der stat zu.

Pei und an dem obgeschriben heuslein steet mer ein heuslein, das auch der stat ist, das ließ ich der meur halben, so man pei der seg an der Begnitz macht, abprechen und an das ent, do es ietzunt steet, setzen, darinnen zwai gemach sein unter einem tache, darinnen die zwen thurner, die auf dem grossen thuren im wasser auf dem Newenpaw sein, ir wonung mit iren frawen haben und geben kein zins.

[181a] Mer steet ein heuslein auf der gemein, das auch der stat ist, hinter dem siechhaus an dem straffthuren, darinnen auch zwai gemach sein unter einem tache, und den zweien thurnern auf sant Seboltz thuren zu gehoren, die mit iren weibern ir wonung darinnen haben; und geben auch kein zins.

Desgleichen so steet auf der vesten ein heuslein auch auf der gemein, das der stat zu gehort, hinter sant Walpurgen kirchen, darinnen auch zwei gemach unter einem tache sein und den zweien thurnern mit iren frawen und kinden zu gehören, die auf dem thuren alt Nuremberg sein, die ir wonung darinnen haben; und geben auch kein zins.

Nachdem und die schrotter iren zeug von seilen und leitern an der Eich pei der Parfusen pruck in dasselb heuslein, das ob der trenck stund, tetten ee und man das abprach und fur die stat setzt, darinnen ietzunt der huntslaher sitzet, so hab ich ine im einundsechtzigsten jar zu sant Endres tag [30 Nov.] auf dem Sweinmarckt ein heuslein machen lassen, das mit prettern verslahen und zigeln gedeckt ist. dazu so zalln die herren in der losungstuben der schrotter ir seil halbe, was ine der abgeet oder der vernutzen zu den wein und pier einlegen und außziehen, damit hat der stat paumeister nit zu thun. aber die schrotleittern und paum vor den heusern zu dem einlegen, die muß in ein stat paumeister bestellen und machen lassen.

So hat der leb dorpei ein sweinstall steen, der von holtz zusamen geslossen und mit zigeln gedeckt ist, dorein er die swein spert, die er auf der gassen vindet. denselben stall soll ein paumeister pessern und in wesen halten.

[181b] Pei der spitalpruck das narnheuslein gegen dem Karl Holtschuer uber, das hat ein ratt machen lassen und nit der new spital; was aber armer leut dorein gelegt werden, den gibt man von dem newen spital die kost.

Item die stat hat ein vischgruben pei sant Katherein under der müll doselbst an der Begnitz, die hat der Knopf, der stat vischer, zu gewalt. der vischer sitzt auch dopei auf dem thore hinden am marstall pei sant Katherein. dieselben vischgruben soll der stat paumeister auch in acht haben und die pessern und machen lassen im wasser und darob, wo sein not ist. die ist gantz vernewet und wider gemacht, wie sie vor was, in dem sibentzigsten jar zu sant Bartholomeus tag [24 Aug.]

Ludwig Pfintzing, als ietzunt der stat weiermeister hat sein eigen seegen und zeinnachen, auch wasser stifel, das alles er pessern und machen lest und geet der stat paumeister nit an. woll hab ich ime zu zeitten von der Peunt ein par wasserstieffel oder zwei gelihen an einer nott.

Und so sein ettliche heuser in der Judengassen, nemlich das steinnen eckhaus neben irrer schull gegen dem pat mit der sunnen und darzu ein grosser hoff und ein alts hochs hültzeins haus hinden an dem vorgeschriben steinhaus, die vor zeitten der Rappen, juden, gewest sein, und die gemein judischeit einem erbergen ratt jerlich ein zins darauß geben und ine ein erberger rat vergunt die zu prauchen. doran hab ich auf ein zeit, nemlich im einundsechtzigsten jare umb sant Jacobs tag [25 Juli] von befelhnus eins erbergen ratz ein gibel hinden am vörder steinhaus abprechen lassen und ein tachwerk von newem darauf machen lassen und inwendig ein abseitten, als new.

[182a] So ist in der stat buch am hundert und dreuundneuntzigsten platt ein prief eingeschriben über der Rapen haus die reichen antreffent, dardurch das wasser doselbst fleust, das ein erberger rat vergunt und zugeben hatt den Rapen, die reichen eins teils zu verpawen, und doch ein weitten unter demselben gepewe ettlicher schu weit unverpaut soll pleiben zu dem wasserfluß. denselben prieff villeicht die Rapen haben.

Die Hadermüll und klingenschmitheuser und hutten mitsampt dem herrenhaus vor dem Frawenthore ist alles eins erbergen ratz und gemeiner stat hie, und was doran gepruchs ist ob dem wasser, und soll der stat paumeister machen, als ich dann den klingenschmiden im vierundsechtzigsten jare zwei newe wonheuser und ein tach hab machen lassen. und wie man denselben klingenschmiden und auch dem Grolant die schmeltzhutten gelassen hat sein außgeschnitten zettel vorhanden, die Merthein Holtschuer als ein zinsmeister der stat innen hat, die dann hernach geschriben steen.

Zu wissen, das Erhart, klingenschmit, Ditz Lobenschrott, Jacob Wenig, Thoman Heydinger, Niclass Schwingscherlein, Heintz Klingennagel und Ulrich Praumawer haben bestanden umb die Stromerin das unter hemmerlein zu der Hadermüll von Michaelis schirst komende sechs jar nechst darnach volgende ie ein jar umb achtundzweintzig guldein reinisch nach anzall zu ieder quattemper zu bezallen, und sullen mit der ersten zallung zu Lucie schirst antretten und die einem ratt zu Nuremberg thun, desgleichen mit den andern zallungen. und was an der müll im wasser zu pawen gepuret, das soll ein ratt pawen, was aber ob dem wasser zum müllwerck gehorend zu pawen nottorft sein wurd, das sullen sie selbs pawen. und so sie abziehen, so mugen sie das rat, nagel, zapfen, ring, hamer, gerust in der hütt und klein hütlein im haus, ess und palg mit ine nemen. und haben darauf, wie vor gemelt, die zins zu geben gelobt etc. Actum am suntag nach [182b] Elisabeth [20 Nov.] anno etc. im dreuundsechtzigsten jare.

Es ist zu wissen, das Seitz Volckart, Linhart Newburger, Wolffgang Steinberger und Hanns Volkart haben bestanden umb die Stromerin das öber hemmerlein zu der Hadermüll von Lucie schirst komende siben jare darnach volgent ie ein jar umb sechsundzweintzig guldein reinisch nach anzall nach ieder quatemper zu bezallen, und sullen die ietzigen zins zu Lucie nechst, desgleichen die andern zins darnach einem rat zu Nuremberg zu antworten. und was an der müll im wasser zu pawen gepüret, soll ein rat pawen, was aber ob dem wasser zum mülberg gehorent zu pawen nottorft sein wirdet, sullen sie selbs pawen; und haben darauf, wie vorgemelt, die zins zu geben gelobt. Actum am suntag nach Elisabeth [20 Nov.] anno etc. im dreuundsechtzigsten jare.

Auch gibt Sebolt Grolant der Stromerin funftzig guldein reinisch halb Walpurgis und halb Michaelis, die nu einem rat zu gehoren, und soll den ersten zins auf Walpurgis schirst geben und soll die müll haben von dem ietzgemelten sant Walpurgen tag dreu jare nach inhalt sein und der Stromerin verschreibung, die in der losungstuben ist pei anderen verschreibungen und brieffen die müll an rurende.

Item in dem sechsundsechtzigsten jare am neunten tag des brachmands verhiessen der meister zwen von der andern aller wegen vor Merthein Holzschuer und mir auf dem haus, nemlich Hanns Volkart, Linhart Newburger, das sie weder ring, zapfen, nagel noch anders abprechen wollen, wenn sie abziehen wolten. auf das hab ich in zu gesagt ein newen wellpaum, den sie eingelegt haben, [183a] zu zallen.

Von der Hadermüll wegen soll man machen lassen das prucklein, das über das klein Begnitzlein geet pei der Snödin weierhaus, und was das also kost zu machen das soll der mullner hinter sant Katherein in der stat halbs zallen. das soll ein paumeister in acht haben, die weil die Hadermüll in der stat handen ist. der Linthner hat mir auf ein zeit sein anzall davon geben.

Item die pruck, die zu der Hadermüll ist, daruber die klingensmide faren und geen, die soll die Hadermüll machen lassen oder wer die Hadermüll innen hat.

So ist ein smeltzhütt vor dem Frawenthore am walde, darinnen die fleischhacker ir sweinen smaltz und unslit außlassen. die ist des Schönpeters des fleischhackers erbe, der gibt der stat zinsmeister alle jare darvon vier guldein werung. die muß er selber in wesen halten, damit hat der stat paumeister nit zu thun und ist nichtz schuldig doran zu machen.

Mer so ist doselbst hinauß vor der stat am walde ein heuslein, dorpei und darinnen der stat hirt, der pei dem eusern Frawenthore sitzet, sein fiech abzeucht und das fleich darinnen aufhenckt und auch smeltzt darinnen nach seiner nottorft. dasselb heuslein soll im ein stat paumeister machen und pessern lassen, wes not doran ist ungeverlich; aber sein kessel und andern sein zeug soll der hirt selber haben, darmit hat der stat paumeister nit zu thun.

[183b] Desgleichen des huntslahers wonnhaus und sein werckhaüslein, das bei dem gericht steet, soll der stat paumeister auch machen und pessern lassen, wes doran nott ist.

Bewaren soll der stat paumeister und in guter acht haben das dam, das do ist vor der teutschen herren wisen an der Begnitz oberthalb der Weidenmüll jenset des wassers, also das die Begnitz das dam nit hinwasch oder durchfreß oder überfall, dardurch den teutschen herren schaden gescheen müge. doch steet das der stat nit mer zu bewaren, dan als ver oder weit ist von der alten prucken, die ettwan oberthalb der müll uber die Begnitz doselbst gangen ist. von derselben prucken herauf gegen der stat und gegen dem wasser, alsverr das doran stempt oder stemmen mag, soll es die stat bewaren, was aber underhalb derselben prucken gegen der Lomüll und furpaß hinab an dem wasser an demselben dam schadens geschee, das geet die stat nit an; als dann das wasser in kurtz vergangnen jaren oberthalb der Lomüll über das dam lieff und durch prach, des die teutschen herren dann dieselben zeit kein widerrede hetten und liessen das selber machen und auf ir kost die wisen raumen.

[184a] Von der werckleut gehorsam ob der stat amptbuch.

Wenn denn die werckleut und arbeitter gemeinlichen hie gehorsam thun ob der stat amptbuch, das do gewonlichen ist pei viertzehen tagen nach des wirdigen heiligtumbs weisung tag, so soll der stat paumeister auch als pald gegenwertig sein, dann in die herren ob dem amptbuch alleweg darzu verpotten. und ob der stat paumeister dann icht gepruchs hett an ettlichen meistern oder gesellen oder in allen, das soll er den herren ob dem puch zu erkennen geben, dieselben dann unter anderm woll wissen mit in zu reden, dardurch solch geprechen gewent werden etc. auch so sagen die herren ob dem buch den meistern allen, welcher derselben meister do gegenwertig sein gesellen nit alle do gegenwertig het, das die der stat gesetz und ordenung auch horen und mit andern geluben, das dann derselben meister keiner derselben gesellen nit mer fürdern soll, er hab in denn vor zu der stat paumeister gefurt und einschreiben und die hernach geschriben der stat gesetz horen lassen.

[184b] Von der steinmetzen, zimmerleut, maurrer, decker etc. und irer gesellen gesetze und ordenung in dem stattpuche.

Als in vergangen jaren der stat gesetze und ordenung der werckleut, nemlichen steinmetzen, zimmerleute, maurrer, decker, tüncher, claiber und ander an meistern und gesellen verruckt und ungleich gehalten und ine aber nach dem vergangen und sweren krieg ettliche lüftung bescheen sind von mercklicher ursach wegen der abgangen pewen, darauß vill irrsale und unrats zwischen ine erwachsen, dardurch die leute an iren pewen mercklich beswert worden sint: solchs alles zu verkomen haben unser herren vom ratte zu gemeinem nutze ein ordenung gesetzt und gemacht, wie, welcher massen und man es mit den obgemelten arbeittern halten soll, alsdann von stucken zu stucken hernach geschriben steet. dieselben ordenung, auch die meister der vorgenanten hantwerck alle jare zum newen rate, so vill der auf den aide steen, schweren und die knecht dieselben gesetze, was der auf den aide steen, geloben sullen stette zu halten, und die andern stucke alle, die uff gelt zu puß gesetzt sint, auch getreulichen halten sullen bei vermeidung derselben puß; doch alles auf eines ratz wider ruffen.

[185a] Diese hernachgeschriben artickel sullent die meister sweren.

Zum ersten, das sie einem ieglichen, dem sie wurcken, sein werck und sein gezeug getrewlichen bewaren, so beste sie mugen on geverde.

Es soll auch kein meister, er sei steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, tüncher oder claiber von seinem untertan, der sein helfer ist, nit nemen keinerlai schenkung, gelt oder anders, und ine auch nit unterweisen, von keinem pauherren mer zu vordern noch zu nemen, denne den nachgesetzten lone.

Es soll auch keiner kein meister lone nemen, er sei dann vor bestettigt zu einem meister mit der burger wort; wer das bricht, der gibt ie von einem tag sechtzig haller, und darzu soll er ein jare von der stat sein. und das sollen die meister alle dem pfenter rügen bei iren aiden, ob es iemant breche.

Auch sollen alle steinmetzen und zimmerleut bei iren aiden niemant kein pawe thun gegen der strassen noch in der Begnitz noch auch in der stat pei der stat meur und ausserhalb der stat bei der stat greben, es haben dann vor zum minsten zwen der stat pauleut und auch der stat paumeister beschaut und außgemessen; sunder wa sie in der stat bei der stat maur furpaß einicherlai paw thun, das sie dann bei iren aiden alleweg achtzehen schuch von der statt gräben weichen und ligen lassen sullen. und welcher im fur das zille, das die pauleut geben hetten und obgeschriben steet, pawen ließ, der must der stat funf pfunt haller zu geben on gnade, und dennocht solt man den pawe wider abprechen.

[185b] Und darzu wolt ein ratt den oder dieselben gesellen, die solchen pawe also gethan hetten, in pranger stellen ein halbe ore und ein jare von der stat weisen, und es mocht ir einer also ferlichen handeln, in wolt ein rat darzu straffen an leib und an gut, nachdem und sie zu ratt werden.

Es soll auch kein maurrer keinen zigelstein noch kalck nicht furkauffen, dann als vill einer zu stund an zu seiner arbeit bedarfe; wer aber, das einer den zeug also nicht gar verarbeitet, so soll er den nicht hingeben noch verkauffen, es werde ime dann vom ratt erlaubt; alles bei seinem aide.

Es sollen auch die meister steinmetzen, zimmerman, maurrer, tüncher und decker keinen frembden gesellen, der herkomen und nit burger ist, uber acht tag kein arbeit hie ine thun lassen, noch in keinen uber die zeit nit furderen bei iren aiden, es hab in dann vor derselbig meister, der in furderen will, zu der stat paumeister gefürt und in geloben und einschreiben lassen, alles das zu thun, als die vorgeschriben stuck und ordenung zu erkennen geben, als ander knecht derselben handwerck, die burger sein, getrewlich ongeverde. und das sich auch derselben frembden keiner mit wesen hie nit nidersetzen [soll], er hab dann burgerrecht empfangen; und unterwunde sich aber derselben frembden gesellen einer hie arbeit on eines meisters willen oder sich zu untersteen hie nider zu lassen unerlaubt, den sollen die meister dem pfenter fur zu pringen schuldig sein bei iren aiden, den mag ein rat straffen, als er darumb zu rat wirdet. doch so sollen die meister pflichtig sein, die gesellen, die burger sein, zu furderen vor den frembden.

[186a] Die zimmermeister, die zu dem fewer genomen werden, sullen sweren etc. wenn ein fewer außkome, das dann ein ieglicher mit seiner axt und peihellen zu dem fewer kome und mit allen seinem vermügen darzu helf und thue nach eines burgermeisters, vierteilmeisters oder nach der obersten haubtleut rat und haissen. und wenn sie also arbeiten, so soll man ine ir arbeit woll lonen nach ratt der losunger.

Es sollen auch die meister noch die knecht weder klupfel noch spenn noch keinerlai holtzwerk auch keinerlai eisenwerck noch anders, das zu dem pawe gehort, von der arbeit tragen, auch in die pauherren, ir frawen noch ir gewalt des nit vergonnen; wer das überfure und darumb fur gevordert wurde, der must zu puß geben ein pfunt novi.

Auch so soll furpaß kein zimmerman, der meister ist, keinen furgriff besteen, da im iemant zimmerholtz, pretter oder keinerlai ander zeug verding. woll mag einer umb sein arbeit furgriff machen, also das er nichtz anders verding denn die arbeit allein on den zeug, wer das uberfure, der must von einem ieden pawe zehen pfunt novi on genade zu puß geben; und es mocht einer so geferlich halten, in wolt der ratt darzu straffen, nachdem und er zu ratte wurd.

Wa aber iemant ein furgriff besteet oder mit des rats erlaubung außwendig der statt uff dem lande arbeitt, den sullen diese gesetze nicht binden; doch das die meister, wa sie also furgriff oder arbeit haben, den gesellen den lone und badgelt geben, wie dann nach gesetzt ist.

[186b] Es sollen auch die meister wem sie arbeiten mit sampt iren gesellen, die sie mit ine doran pringen, demselben von seinem werk nit geen wider seinen willen, piß sie im sein werk außgeworcht und volbracht haben, die weil er im werkzeug zu geben hat; und desgleichen sullen auch die knecht, die mit einem meister in ein arbeit steen, bei demselben meister und der arbeit beleihen, biß die volbracht wirt, und davon on willen des pauherren und des meisters nit geen on mercklich und redlich ursach. welcher meister das überfure und von dem werck gieng, der soll der stat zehen pfunt newer haller geben zu puß und dem pauherren sein schaden schuldig sein ab zu legen; und welcher knecht von seinem meister gieng, ee die arbeit volbracht wurde, der solt ein pfunt newer haller zu puß geben und verfallen sein, und den solt furpaß auch kein ander meister weder furdern noch aufnemen zu arbeitten. welcher meister in darauf uffneme, so er des erinnert were worden, und das also überfure, der sol von ieglichem tag ein pfunt newer haller zu puß geben; und er mocht es also geverlichen halten, ine wolt der ratt darzu straffen, nachdem und er zu ratte wurde.

Es soll hinfuro kein steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, tuncher, claiber und dergleichen oder iemant von iren wegen dem anderen meister, welcher der ietzgemelten hantwerk er ist, sein knecht mit gab oder miett oder einicherlai versprechnus oder verwennung über den hernach bestimpten gesetzten lone uß seinem gewalt nit dingen noch abhendig machen. und wer das überfure und darumb gerückt oder furpracht wurde, das er solichs uberfaren het, der must als oft darumb zu puß geben an die stat funf pfunt novi und dem clager auch sovil on genade; und er mocht es also geferlichen halten, in wolt ein rat darzu straffen, nachdem und er zu ratt wurde.

[187a] Es soll auch ein ieglicher meister und werckman an sein arbeit geen die zeit auß, so die glock achte, neunne, zehenne schlecht, alle tag des morgens zu dem garauß und des abentz zu dem garauß davon geen, und in der obgemelten zeit alle tag ein hore zu dem essen geen und nicht mer.

Wenn aber die glock ailfe, zwelfe und dreuzehenne slecht, so sullen sie dieselben zeit alle tag des morgens ein halbe hore nach dem garauß und des abents ein halbe hore vor dem garauß zu und von der arbeit geen; und sie mugen dieselben zeit zwo stunt zu dem essen geen und nit mer.

Und wenn die glock viertzehenne, funfzehenne und sechtzehenne schlecht, sollen sie dieselben zeit alle tag des morgens ein stunt nach dem garauß und des abents ein stunde vor dem garauß zu und von der arbeit geen; und sie mugen dieselben zeit auß alle tag drei stund zum essen geen und nit mer.

Und in solicher vorbenanter zeit und tagen soll ein ieglicher meister und knecht zu der arbeit an geen und von der arbeit ab geen und stetigs an seiner arbeit beleiben, in massen dann vor eigentlich die stunt benent sind; und welcher meister das überfure, der solt alle mall dreissig haller der stat zu puß geben, und der knecht, so oft er das überfure, funftzehen haller.

[187b] Wa aber einer ehaft not zu schaffen hett, das er darumb von der arbeit must geen, der soll mit urlaub des pauherren gescheen, und soll der meister, als vill stund er davon ist, ie von einer stunde vier pfenning und der knecht fur ein stunde zwen pfenning am lone ab geen lassen; und so oft einer die versaumpten stunde am lone nit abziehen wolt, so vorgemelt ist, der solt aber der stat ein pfunt haller zu pueß geben.

Es soll auch kein meister, er sei steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, tüncher und claiber ußwendig der stat die summer zeit nit arbeitten on des rats oder burgermeisters erlaubung; welcher das überfure, der solt die stat dreu jar meiden und nit herein komen on des rats erlaubung.

Item und nachdem man zimmerleutten, steinmetzen, maurrern, deckern, tunchern und kleibern, den meistern, iren gesellen und taglonern pißher zu essen geben hat, ist ein rat doran komen und gepietten ernstlichen, das nun hinfur kein pauherre, fraw oder ir gewalt hie in der stat den obgemelten arbeittern nit mer suppen oder sunst zu essen und trincken geben soll, sunder das bei dem gesetzten lone beleiben lassen. wer das überfure, pauherr, frawe oder ir gewalt, der must von einem ieden tag und einem ieden arbeitter besunder, als oft das bescheen wer, geben sechtzig haller und ein arbeitter dreissig haller.

Item einem ieden zimmerman, der meister ist, so soll man zu taglone geben von sant Peters tag kathedra [22 Febr.] biß auf Galli [16 Oct.] vierundzweintzig pfenning und einem zimmergesellen zweintzig pfenning.

[188a] Und von sant Gallen tag wider biß uff sant Peters tag sol man einem zimmerman geben zweintzig pfenning, und einem zimmergesellen sechtzehen pfenning zu taglon geben.

Und soll einem meister iede wochen zu badgelt geben vier pfenning und dem knecht zwen pfenning.

Es soll auch kein meister noch geselle im mer zu lone geben und zu badgelt heissen geben noch iemant anders unterweisen, denn den gesetzten lone und badgelt, wie oben begriffen ist; wer das überfure, der must ein pfunt haller zu puß geben.

Desgleichen wo ein pauherr, frawe oder ir gewalt mer dann den gesetzten lone und badgelt gebe, so oft er das überfure, der oder dieselben musten von einem ieglichen tag und iedem arbeitter zu puß geben sechtzig pfenning.

Iedoch ob das beschee, das iemant zwen oder drei tag zu einer bosselarbeit eins oder zweier gesellen notturftig würde und im der meister die an sein arbeit stellt, derselbe pauherr mocht denselben gesellen über iren gesetzten lone eines ieden tags zweier pfenning mer geben dann iren gesetzten lone, ob er anders wolt ungeverlich.

[188b] Wer aber sach, das derselb pawe lenger dann zwen oder drei tag weret, so solt er nicht mer geben dann den gesetzten lone bei der obbestimbten puß; und wer sach, das der pauherre den gesellen solichen lone also uber acht tag geben wurde, so solten derselben pauherren und der gesellen ir ieder geben an die stat ein pfunt novi, als oft sie darumbe geclagt oder gerückt werden.

Und als man den meistern bißher von irs meister rechten und dargelihen zeugs wegen schenckung oder liebung thun hat mussen, ist ein rat doran komen und gepeut ernstlich, das man denselben meister soliche schenckung oder liebung hinfur nit mer schuldig sein noch geben soll, nachdem und man denselben iren lone vier pfenning hoher gesetzt hat dann den gesellen; wer das überfure, es sei meister oder pauherre, der mus zehen pfunt novi zu puß geben.

Auch sullen die gesworen maurrer, tuncher, decker und claiber in aller maß des lons und badgelts halben verpunden sein zu halten als die zimmerleut, außgenomen dem deckermeister zwen pfenning mer zu ieglicher zeit zu taglone zu geben.

Und in aller massen sullen die steinmetzen und maurrergesellen auch tunchergesellen, deckergesellen, die bei den deckermeistern uff dem tach steen, und die claiber in dem lone, des badgelts und aller gesetze halben verpunden sein als die zimmerleut, wie vor gelaut ist.

[189a] Und was man sust taglöner, morterrürrer und hantraicher zu einem pawe bedorfte, die mocht man bestellen uff das nechst so man kunt, doch also, das man ine nit zu essen gebe bei der gesatzten puß.

Und also soll ein ieglicher steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergeselle, der burger und nit meister ist, einem meister, in des versprechnus und furderung er stee, [gehorsam] und in aller ordenung verpunden sein, alles das zu thun, als diese gesetze außweist, als vill in des gepürt; und soll demselben meister, der ine also furdert, nichtz schuldig noch pflichtig sein von seiner furderung oder arbeit wegen, dahin er ine furdert oder schicket, zu geben oder zu schencken. und welicher meister das uberfure, der soll zwai pfunt haller der stat zu puß geben.

Es soll auch derselben steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergesellen ir deheiner, der burger und nit meister ist, sich keinerlai arbeit unterwinden alle die weil im derselbe meister sein zu arbeitten zu geben hat. ob aber derselb meister kein arbeit hette und denselben gesellen an arbeit nit gefurdern mocht, hette dann derselb geselle arbeit und furdrung bei einem anderen meister, so soll im sein vörder meister das vergunnen; möcht aber derselb knecht kein meister in der stat gehaben, der in furdert, stieß dann icht posselwerck arbeit an ine, so soll er doch dasselb posselwerck nit arbeitten denne mit willen und wissen seines meisters uff die zeit. derselb meister soll im dann das vergonnen und erlauben on alle liebung und gabe so lang, biß dieselb arbeit volbracht wirt und er wider furderung von dem oder anderem meister gehaben mag. welicher meister das überfure und seinem knecht also in vorgeschriben masse nicht erlauben wolt, der soll der stat zu puß zwai pfunt haller geben.

[189b] Und welcher steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergeselle, wie woll er burger were, das überfure und posselwerck wider seines meisters willen macht anders dann vorgemelt ist, der soll von ieglichem tag sechtzig haller zu puß geben, so er darumb gerugkt werde.

Als dan liderlich meister hie aufgenummen sein auf dem hantwerck der decker piß her, die den morter nit gewist haben zu bereiten und die dach in der gemein ubel gedeckt und verwarlost haben, als sie dan des hantwerx nit noch nottorft gelernt oder gekunt haben, auch die meister etlich untüglich knecht von irs eigen nucz wegen dorzu gepraucht haben, dordurch den leuten ir zimer und heuser verdorben und erfault sein: und dorumb so hat ein erberer rat geseczt, das hinfür keiner zu meister sol auf genumen werden, er hab dan das hantwerck beweist und bewert vor 2 meisteren des selben hantwerk, die man dorumb verhoren sol vor den herrn auf den eit, das derselb, der meister wol werden, das hantwerck genüglichen kunn und dem wiß vor zu sein noch nottorft.

So hat ein erber rat geseczt, das die meister keinen knecht auf die decher sullen stellen zu decken, er hab dan vor dreu jar morter gerürt. auch so sullen dieselben knecht geloben alle jar, so die meister sweren zu sant Walpurgen tag [1 Mai], das sie den leuten wollen getrewlichen arbeiten und von der stat nit wollen ziehen dan mit eins pürgermeisters laub.

Dozu hat ein erber rat geseczt, welcher meister oder knecht in den vorgemelten geseczen fürprocht wirt, der dorinnen geprochen und nit gehalten het, der sol auf das haus zu puß geben 2 pfunt novi ungnade.