Geb. am 27. Januar 1808 zu Ludwigsburg im Königr. Würtemberg.
Das Leben Jesu, 2 Bde. (1835.) — Die christliche Glaubenslehre, 2 Bde. (1840–41.) — Streitschriften, 3 Hefte (1837.) — Charakteristiken und Kritiken (1839.) — Julian der Abtrünnige (1847.) — Schubarts Leben, 2 Bde. (1849.) — Christian Maerklin (1851.) — Leben und Schriften des Dichters und Philol. Nikodemus Frischlein (1856.) — Ulrich von Hutten, 2 Thle. (1858.) &c.
Vergleicht man mit dem gediegenen Ernste dieses gelehrten Forschers die oberflächliche, gleißende Tändelei des modern-französischen Nachahmers, dann müssen doch wohl auch seine glaubenseifrigsten Gegner zugestehen, daß deutsche Tiefe und Gründlichkeit zu andern Resultaten führt, als jenes Salon-Gewäsch, welchem alle Würde fehlt, welches aber verschlungen wird, wie eine neue Offenbarung. Dem strenggläubigen Christen hat David Strauß sicherlich keine unruhige Stunde gemacht; manchen Skeptiker dagegen hat er auf die Bahn unbefangener Studien geleitet. Er hat mehr genützt, denn geschadet, weil aus ihm der Drang nach Wahrheit spricht. — Wie viele halbgebildete Leser entzücken sich an Herrn Renan, denen Strauß „zu trocken“ war! —
Ja, ja, wir arme Deutsche bleiben weit zurück hinter der „großen Nation!“
Stuttgart, 21. März 39.
Euer Hochwohlgeboren
würde ich kaum hoffen können, meine Person noch in Erinnerung zu rufen, könnte ich diese nicht glücklicherweise an einen Besuch von Raumer bei Ihnen anknüpfen, mit welchem ich im Jahre 1832 auf der Reise zusammengetroffen war, und mehreren Ihrer abendlichen Vorlesungen besonders der unvergeßlichen der „Sündfluth,“ wenn ich den Titel noch recht weiß, beizuwohnen die Ehre hatte. Die Freundlichkeit, mit welcher Sie mich damals aufnahmen, gibt mir den Muth, meinem Freunde und Landsmann Kern, einem hoffnungsvollen jungen Theologen, von vieler ästhetischen Bildung, seinem Wunsche gemäß ein paar Zeilen mitzugeben, die ihm vielleicht das Glück verschaffen werden, sich Ihnen vorstellen zu dürfen.
Ihren poetischen Schöpfungen folge ich immer mit allem Interesse; für den unsterblichen Tod des Dichters nehmen Sie ganz besonders meinen begeisterten Dank. Aber die Cevennen? sollen sie denn wirklich ein Torso bleiben? — Was meine seitherigen literarischen Arbeiten betrifft, so täuscht mich gewiß die Hoffnung nicht, daß Sie dieselben nicht mit Tendenzen verwechselt haben, die mir gewiß so sehr wie Ihnen selbst zuwider sind.
Von meinem Landsmann und alten Freunde N.[8], an den Sie Sich damals gütig erinnerten, sind seitdem Nachrichten eingegangen; er ist ein fanatisch gläubiger Methodistenprediger in Nord-America; auch verheirathet; bezeichnend ist eine Stelle seines Briefs hierüber; am Abende der Trauung, schreibt er, wurde gebetet &c. „und da hatten wir einen Vorschmack von dem Reiche, wo man weder freit, noch sich freien läßt.“
Mit dem herzlichen Wunsche, daß Sie sich zur Ehre Deutschlands noch lange Jahre frisch und gesund erhalten möchten, bin ich
Euer Hochwohlgeboren
aufrichtiger Verehrer
Dr. D. F. Strauß.
Stuttgart, 10. März 1840.
Euer Hochwohlgeboren
haben kürzlich einen Landsmann von mir, dem ich mir erlaubte ein Schreiben an Dieselben mitzugeben, unerachtet Sie Sich, wie leicht zu denken war, meines persönlichen Besuchs vor bereits 8 Jahren nicht mehr erinnerten — dennoch mit so viel Güte aufgenommen, daß ich dem Wunsche einer liebenswürdigen Frau und verdienstvollen Schauspielerin am hiesigen Hoftheater, der Madame Wittmann, nicht entgegen sein mag, sondern mir die Freiheit nehme, sie mit diesen Zeilen bei Euer Hochwohlgeboren einzuführen.
Madame Wittmann wünscht am Dresdner Theater einige Gastrollen zu geben, wo sie, wie ich denke, um so eher gefallen dürfte, als sie namentlich in mehreren Stücken Ihrer Prinzessin allerliebst spielt. Können Euer Hochwohlgeboren ihr hiebei Vorschub thun, so werden Sie Ihre Güte einer Künstlerin erweisen, welche derselben in jedem Betrachte würdig ist.
Entschuldigen Sie die Freiheit, die ich mir auch dießmal genommen, und genehmigen die Versicherung unwandelbarer Verehrung von
Ihrem
ergebensten
Dr. D. F. Strauß.