Caféhaus-Szene


Titel-Dekoration

Das erste Lichtfest.

Wie theile ich Ottilie ein?

Dies war die Frage, die mich wie eine Fliege piesackte, von denen es nach meiner Selbstbeobachtung mehrere Sorten von Banditen giebt, nämlich solche, die sich auf Eßbares setzen, weshalb die Butschen ihr Apfelmus stets mit Korinthen bestreut, sie durch die Aehnlichkeit zu vertuschen, und solche, die sich mehr auf menschliche Verfolgung legen, bis man die Bestie nach endlosem Vorbeigelingen getroffen hat oder irgend etwas Zerbrechliches, das in der Ziellinie stand.

Ottilie kennt Berlin nur aus im zweiten Lebensjahre gewonnenen Jugendeindrücken und weiß besser in den spanischen Provinzen Bescheid, als in der Reichshauptstadt nebst Umgebung, was man ihr auch nicht verdenken kann, da sie in Geographie mit einem Einser siegte und zwar besonders durch einen fehlerfreien Aufsatz über Madrid, das sie für ihr Leben gern einmal sehen möchte, um zu vergleichen, ob es wirklich so ist, wie sie es beschrieben hat.

Ich sagte: »Ottilie, zwischen uns und Hispanien liegt zu viel Landkarte. Und wenn auch Sevilla und Granada sehr gepriesen werden, in diesem Sommer geht nichts über Treptow. Damit Du jedoch nicht zu dem Glauben verleitet wirst, Berlin bestände bloß aus Vergnügungspartieen nach der Ausstellung, ergiebt sich für Dich die Nothwendigkeit, erst die Residenz als solche zu ergründen und natürlich Potsdam dazu und ein paar Kilometer Charlottenburg oder bis zum Spandauer Berg, wo man Aussicht auf ungeheuer viel Geld hat, auf den Juliusthurm nämlich, worin die Millionen des Kriegsschatzes schlummern. Dieser Anblick in Verbindung mit dem vorzüglichen Bier ist beruhigend für den Staatsbürger und dessen Gattin, sobald sie über das erforderliche Verständnis verfügt, denn das schönste Militair nützt nichts ohne das nöthige Großgeld.«

»Gerade die Entzückendsten machen reiche Heirathen des Geldes wegen. Aber sie werden schrecklich unglücklich ohne Liebe.«

»Wen meinst Du?«

»Die Offiziere.«

»Ach so. — Ottilie, nimm Dir zur unbeugsamen Richtschnur: was in Romanen steht, ist so gut, als hätte die Krausen es Dir erzählt, die von der Wahrheit nur Gebrauch macht, um die Gefühle ihrer Nebenmenschen zu verletzen. Ich empfehle Dir daher, des Morgens mit Dorette in die Markthalle einholen gehen, damit Du Berlin vom Haushälterischen wie vom Statistischen beurtheilen lernst. Es sind enorme Zahlen, die dort umgesetzt werden, ohne was nicht umgesetzt wird, sondern nebenbei von auswärts kommt und sich der Kontrolle entzieht, weil es nichts taugt oder gesundheitsschädlich ist. Hier greift die Polizei in die Margarine ein oder verschüttet die Milch und beschlagnahmt lungensüchtiges Fleisch und erweist sich hochgradig nützlich, denn siehst Du, heut zu Tage geschieht Alles der Gesundheit wegen.«

Offizier

»Wir leben in dem Jahrhundert der humanitatairen Bestrebungen,« verrieth sie ihre Kenntnisse auf diesem Gebiete.

»Sehr richtig, und es wird noch tatärer mit der Zeit, wovon die Ausstellung eine unvergeßliche Probe liefert. Wohin Dein Auge sich richtet, trifft es auf die Empfehlung von der Unfallstation. An den Brückengeländern ist sie als Beruhigung festgenagelt: wenn Du Dir das Bein zerstolperst, haben sie Syndektion, es wieder zu leimen. In den Schänken, in den Kaffeehallen, in den Weinstuben, überall ermahnt Dich die Unfallstation, wie unsicher das menschliche Dasein ist, und gewissermaßen schwebt die Carbolflasche am seidenen Fädchen über Dir, und es riecht auch danach, wo man essen und trinken will aus sanitätlichen Rücksichten hingegossen, daß man lieber gleich wieder geht. Wo die Hygiene aufdringlich wird, erregt sie Uebelkeit.«

»Dies würde meine Nerven schrecklich angreifen.«

»Stärke sie, Ottilie, stärke sie, Du wirst es nöthig haben, denn selbst meine hatten verschiedene Anprälle zu überwinden. Denke Dir blos das Leichenbrennhaus...«

»Ich hasse Leichen.«

»Ottilie, Du hast mitunter Ausdrücke an Dir, unter denen die deutsche Sprache leidet. Du darfst sagen, sie erschüttern Dich oder Du bebst zurück oder Du träumst davon, aber doch nicht hassen. Wie bald werden die Todten vergessen; gönne ihnen doch die Liebe, die ihnen bis zum Grabe folgt und auch nicht unsterblich ist, so ewig sie sich gebärdet.«

»Wie ist es mit dem Leichenbrennhaus?« lüsterte Ottilie. »Ist es schrecklich zu sehen?«

»O nein, wie so 'ne Kapelle im Grünen, und unterscheidet sich von den übrigen Ausstellungsunternehmungen dadurch, daß kein Ausschank damit verbunden ist. Auch inwendig ist sie gediegen, mit kirchlichem Fußgetäfel und Fenstergemälden und Sargkränzen.«

»Werden welche verbrannt?«

»Es sind nur Probeöfchen vorhanden, und an den Wänden Abbildungen von Verwesenden und was dazu gehört, um das Begraben zu verekeln und für das Einäschern zu gewinnen. Auch sieht man in Silberstangen-Nachbildung, was das Todtbleiben an verschiedenen Orten der Erde kostet, so daß Jeder sich sagt, das Sterben ist zu theuer, es muß billiger werden. Und dann steht da in einem Glashafen die Asche eines neunzehnjährigen jungen Mädchens.«

»Wie furchtbar!«

»Und von einem dreiundsechzigjährigen alten Manne.«

»Pfui!«

»Ottilie! Was kann der alte Mann dafür, daß seine Asche keine Ruhe findet, indem die Besucher sie in die Hand nehmen und schütteln? Vielleicht verdient er es, denn seine Asche ist schwärzlich, wogegen die des jüngeren, unschuldigen Mädchens beinahe Schneeweiße erreicht. Man sagt ja auch zuweilen: Einer taugt nicht bis in die Knochen. — Und Schwarz ist nun einmal verdächtig.«

»Haben Sie die Asche auch in der Hand gehabt?«

»Nun ja, ich hob den Glastopf, worin sie ist, und habe den alten Mann auch 'mal geschüttelt. Aber nachher hat es mich gereut.«

»Wieso das? Die leblose Asche ist doch aus dem Kreislauf des Seins geschieden und ohne Nervenketten, die das Geistige auf animalischem Wege vermitteln.«

»Es war nachher, als ich im Hauptgebäude die trauernde Familie sah.«

»Wie interessant! Die Angehörigen des Verbrannten?«

»Wenigstens eine Familie in Schwarz und Schmerz, hinter Glas, naturgetreu ausgestopft und der Herr Prediger lebenswahr in Wachs photographirt, wie er sie erbaut und auf die Firma hinweist, wo die Costüme für tiefste Trauer bis zum lila'nen Uebergang am vortheilhaftesten bezogen werden. Mir gefiel besonders der eine Umhang mit echt Jet; auch bemerkte ich, daß die überlebensgroßen Aermel nicht mehr hochmodern sind. Gieb Acht, es wird wieder ganz eng und glatt gegangen.«

»An Stoff wird man sparen.«

»Wer weiß jedoch, welche Art Plissé sie aufbringen, wozu dann ebensoviel dazu gehört, wenn nicht mehr.«

»Und die Aenderungen kosten.«

»Deshalb muß man sich nie zu viel machen lassen. Dein marineblaues Kleid ist mindestens überflüssig, es läßt Dich auch nicht ersten Ranges; ich an Deiner Stelle würde es in Berlin nicht tragen.«

»Meinen Sie? Ach, ich hatte mich so schrecklich darauf gefreut. Alle fanden, es stände mir entzückend.«

Das Wasser trat ihr in die Augen, und sie wurde mit einem Male kopfhängerisch, daß ich erschrak und mich auf einen sofortigen Nervenausbruch gefaßt machte. Sie that aber nichts dergleichen, sondern blieb still und traurig.

Das bedrückte mich. Stilles Leid ist wehestes Leid, wie etwas Todtes, das kein Beklagen und kein Getröste wieder in's Leben zurückruft. Und wer hatte ihre Freude erschlagen, ihre Herzenslust an dem blauen Kleide, wo sie so selten zu etwas Außergewöhnlichem kommt, und es sich erdarbte und in ihrer Gedankenwelt damit spielte wie ein Kind mit der Puppe? Wer hatte diese Greusäligkeit begangen?

Es war genau Diejenige-welche, — die kurz vorher sich über die giftige Wahrheitsliebe der Krausen aufgehalten hatte und die nun selbst mit ihrer Rede schmerzlich verwundete und das mit Erdichtung obendrein, blos weil sie durch Verbreitung der Modenzeitung und der Stoffe ganz dasselbe Kleid hatte und mit Ottilie nicht aus einem Topf auf der Bildfläche erscheinen wollte.

Es war keine Nothlüge, sondern eine Eitelkeitsunwahrheit, der nun eine Beruhigungsflunkerei folgen mußte. Wer lügt, steigt in einen verkehrten Zug und muß vorwärts und schließlich Strafe zahlen und hat zum Schaden den Aerger.

»Ottilie,« begann ich daher langsam, nach Ausflüchten angelnd, »was ich eben sagte, trifft wohl nicht eigentlich buchstäblich zu. Es war auch mehr als Turnübung für Deine Nerven. Jawohl, nur deshalb. Wenn Du es so mächtig gern hast, zieh es an. Ich lege mir ein Aehnliches zu, so gut gefällt es mir. Du siehst doch ein, daß Deine Nerven von Zeit zu Zeit geknufft werden müssen, das ist Massage für sie, heilkräftig, stärkend und aufmunternd. Nicht wahr, Du fühlst förmlich, wie gut es thut, daß ich eben über das Blaue scherzte?«

Es war jedoch nichts mit der Beruhigung. Sie mochte wohl merken, daß ich selbst nicht glaubte, was ich sagte. Kinder und Kranke haben feine Fühlhörner an ihrer Seele.

»Ottilie, Deine Augen verlieren ihre Blänke, wenn Du so weinst. Das wäre doch zu schade.«

Auch dies half nicht, die Nerven wurden facultativ.

»Ottilie, bist Du leidend? Geh' lieber in's Bett.«

»Ich, ich will nach Hause; ich mag nicht mehr in Berlin sein. Ich haß es.«

»Stuß! Wenn Du retour kommst und hast die Ausstellung nicht gesehen, was wird man sagen?«

»Ach, da schmäht man nicht den ganzen Tag und mäkelt und häckelt nicht — in einemfort — immerzu.«

»Wer thut denn das?«

»Ich will weg. Zu Hause fanden Alle mein Blaues ideal.«

»Ist es ja auch.«

»Nein. — Sie mögen es nicht — und nun — mag ich — es auch nicht mehr.«

»Ottilie, so mußt Du nicht mit den Thränen aasen; das sind die ganzen Lappen nicht werth,« nahm ich strenge das Wort, weil sie sich immer tiefer in ihren Kummer versenkte, der, bei richtiger Beleuchtung besehen, eigentlich keiner war. Ist sie denn derartig vollkommen, daß unsereins bewundernd still sein soll wie 'ne dodige Plötze? O nein. Die Wahrheit muß heraus... das heißt, man muß sie vorher doch einigermaßen prüfen, ob sie auch vertragen wird. Manche trinken eine Flasche Bitterwasser und Andere haben von einem Weinglase vollauf Beschäftigung, weil eben die menschliche Kreatur auf das Verschiedenartigste beschaffen ist. Was jeffen sie sich im Reichstage gegenseitig für vernichtende Grobheiten über und ihnen fehlt nicht die Bohne danach. Ich werde Ottilie auf die Tribüne schicken, damit sie ihre Zimperlichkeit einsieht und sich die Härtigkeit der Landboten zum Muster nimmt. Daraus wird jedoch nichts, falls es zum Bruch kommt und sie abreist, nachdem sie kaum angelangte. Was hilft alles Kochen, wenn das Ei hart ist? Es wird nicht wieder weich.

Es galt einen Entschluß fassen und obgleich mir durchaus nicht ausstellerig zu Muthe war, sagte ich:

»Ottilie, wenn Du vorziehst, Trübsal zu blasen, bleiben wir in der Stadt und gehen heute nicht nach Treptow, wo die erste Illumination stattfindet.«

»Wir wollten doch erst morgen hin,« entgegnete sie mißtrauisch mit langsamer Eindämmung der Thränenbäche.

»Zur wissenschaftlichen Durchforschung bei Tage, ganz recht«, antwortete ich mit einer neuen Verschiebung der Thatsachen, denn meine Absicht war, die Beleuchtung erst in der Zeitung zu lesen, ob sie glanzvoll gelungen oder mit welchem unverzeihlichen Fehler das Comité sich beladen und zu erfahren, ob man die Mark Entree mit hinterheriger Befriedigung verschwenden darf, um die nächste Wiederholung mit unserer Gegenwart zu beleben. Hieraus mir einen Vorwurf zu machen, wäre unrecht, denn eine Sache findet bei uns doch nur erst dann begeisterte Aufnahme, wenn sie bald nicht mehr wahr ist oder die Spatzen sie von den Dächern ausschreien. Aus eigenem Antriebe einen Nickel riskiren ist nicht Sitte, so sehr auch Unternehmungslust dadurch gelähmt wird. Deshalb entschließt mein Karl sich nur nach längerem Zögern zu sogenannten hautes Nouveautés.

»Zieh' Dein Blaues an, Ottilie; wir gehen. Das Wetter hält sich; ich habe tüchtig gegen die Barometerscheibe geklopft.«

»Hilft das?«

»Wo doch. Blos um zu sehen, wohin der Zeiger sich rührt. Er schnippte einen halben Strohhalm breit nach Schön.«

»Wie entzückend!«

Und munter war sie; aufgesprungen und ab, um sich zu schmücken. Der Mensch ist doch eine ziemliche Wetterfahne.

Ich war zufrieden mit dieser Wendung zum Trocknen, und nahm mir vor, gut zu machen, was ich Ottilien möglicherweise Leides gethan haben konnte, indem ich ihren Erziehungsgang nicht hinreichend berücksichtigte und unbewußt schroff wurde, wie sie es nicht gewohnt ist. Sie weinte zu sehr, das arme Ding. Es ist aber auch zu dumm, daß sie das nämliche Kleid hat. Vielleicht laß ich meins schwarz besetzen oder dunkelrothbraun, was auch nicht übel zusammenschattirt.

Wir fuhren mit der Stadtbahn hinaus und da Ottilie keine Ahnung von der Anlage des Ganzen hat, zog ich sie mit mir nach der Spreeseite in die große grüne Branntweinskirche, wo alle Verzehrungsgegenstände in ästhetischer Zusammenstellung aufgethürmt sind. Solche Mengen und Abarten von Bonbons hatte Ottilie noch nie gesehen, und auch ich konnte nicht umhin, zu bemerken: »Die Kinder wissen jetzt garnicht, wie genußreicher die Welt gegen uns geworden ist. Wir hatten Zuckerkante und Huststangen und Rothe und Weiße oder auch von den Dunkelbraunen, jedoch nicht an die Neuerungen im Bonbonwesen zu denken von allen Formen und Farben wie im Tuschkasten.« — Der Essig, die Liköre, Fruchtweine und Riesenwürste fesselten sie weniger.

Von hier begaben wir uns in's nasse Viereck und nahmen einen Kaffee. Die Lampen brannten und Ottilie hielt diese Ecke für die völlige Ausstellung und schwärmte für die vom Musikcorps des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-Regiments No. 1 erzeugten Töne. So stromweise »himmlisch« und »entzückend«, wie sie hier verzapfte, wurden mir schier zu viel. Ich ließ jedoch gewähren. Nur nicht kränken, nur nicht weh thun. Sie hat wirklich Nerven.

Je mehr es dunkelte, um so bescheerungsaufgeregter ward ich. Hatte Ottilie mich mit ihrer Ankunft überrascht, wollte ich Revanche nehmen und sie wieder überraschen. Ein Kanonenschuß krachte von der anderen Seite her und neugierig, wie ich selbst war, sagte ich: »Komm!«

»Ach, noch nicht gehen,« bat sie.

Durch die dämmerigen Laubwege schritt ich mit ihr. Durch die Lücken schimmerte hin und wieder farbige Gluth. »Aha,« dachte ich, »gerade recht, die Illumination brennt schon.« Und dann über die flammeneingefaßte Brücke und grade, als die Musik auf's Neue begann, standen wir vor dem See und rund um uns und vor uns und wohin das Auge blickte Licht, Licht und Licht, Flammen und Flämmchen, weiß und roth und grün und auf dem See schwimmende Lichtboote und die Rasen mit farbig leuchtenden Blumen und die weißen Gebäude in rother Feuergluth. Ottilie klammerte sich an mich. Sie fürchtete sich, so fest hielt sie sich.

»Ist Dir was, Kind?« fragte ich.

»Wo bin ich?« flüsterte sie. »Wache ich oder ist es Traum? O wie schön, wie schön.«

Wir wandelten in die Lichtalleen hinein, in die Laubengänge und schritten mit Tausenden zugleich unter den Lichtbögen um den See. Rubinrothe Flammengehänge säumten ihn ein. Die hingen von grün brennenden Weihnachtspergamiten herab und spiegelten sich im Wasser.

Und in all diesen Feuerzauber hinein sang eine Nachtigall.

Die Wandelnden blieben stehen und schaarten sich zu Hunderten um den kleinen Sänger.

»Die haben wir auch zu Hause,« sagte Ottilie. »Nachtigall ist doch das Allerschönste.«

»Das ist die Natur stets,« entgegnete ich. »Und darum ist die Kunst so schwierig. Bedenke, was dazu gehört, mit der Nachtigall zu konkurriren?«

»Ach bitte, bitte, nicht denken heut Abend. Nur genießen will ich all das Schöne: das Lichterfest, die Musik, den singenden Vogel, die vielen vielen frohen Menschen. Wie schön, wie schön. Ach, Frau Buchholz, wie hab' ich Sie lieb.«

Nun war mir der Abend auch froh und lichthelle. Ganz froh.


Titel-Dekoration

Bei den Maschinen.

Es kommt mir mitunter der Gedanke, als wenn zum Berichten über die Ausstellung die menschliche Veranlagung doch vielleicht zu kurz sei. Das Enorme, was dort aufgestapelt wurde, erdrosselt das Einprägungsvermögen und wer ist mit so viel sachlicher Erkenntniß beglückt, daß er über das ihm Unverständliche ein richtiges Urtheil abgiebt? Und ich bin doch im Grunde genommen keine Fachfrau.

Wollte ich meinem Karl klagen, wie mir dies allmählich aufgeht, sagt der, ohne daß ich fragen brauche: »Wer sich mehr aufpuckelt, als er tragen kann, stöhnt.« Darum schütte ich ihm meine Sorgen nicht aus.

Nun könnte ich es mir leicht machen und über den Vergnügungspark schreiben und das Industrielle verabsäumen, aber dagegen sträubt sich mein Berlinisches Empfinden.

Allerdings: Kein Fest ohne Vergnügen. Ist jedoch die Ausstellung blos zur Erheiterung der Mitbürger in die Welt gesetzt? Nein, sie will zeigen, was Berlin als einzelne Stadt und zwar als die Hauptstadt des Reiches in Gewerbe und Industrie zu leisten vermag. Sie legt gewissermaßen eine öffentliche Prüfung ab, damit sie zur Einsicht kommt, wo sie mit Glanz besteht und wo es noch nicht genau genug ist. Wenn Einer fühlt, daß er was kann, wächst ihm der Muth, noch mehr zu können und es giebt Traute. Und wer sich überzeugt, daß zugelernt werden muß, findet auch den Lehrmeister. Mancher kümmert sich in Folge dessen vielleicht weniger um Politik und Partei und gewinnt mehr Zeit für Vervollkommnung in seinem Fach.

In diesem Nachdenken störte mich Onkel Fritz mit einer Zeitung aus London, worin zu lesen war: der Patriotismus des Deutschen bestände in der Vorliebe für die Länder anderer Völker und sähen diese noch so sehr auf ihn herab.

»Was soll ich damit?« fragte ich.

»Dir's zu Gemüthe führen.«

»Fritz, sie booßen sich, daß Deutschland in Handel und Industrie so bedeutend und selbstständig geworden ist, daß sie's spüren. Wem aber der schimpfliche Tadel paßt, mag ihn sich anziehen und sehen, wie ihm die Hausknechtsjacke sitzt. Es giebt ja leider Fremdlandslakaien.«

»Ich dachte, Du würdest einen großen Transch machen.«

»Bitte, bleibe bedeckt. Was verschlägt das? Sie hören's ja nicht. Aber weißt Du, von Treptow aus weht ein frischer Wind in Deutschlands Segel: paß acht, wie flotten Kurs es nehmen wird. Dann haben sie die gebührende Antwort.«

»Und doch hat sich nicht die gesammte Industrie Berlins betheiligt, es fehlen viele große Nummern.«

»Das nächste Mal machen Alle mit; das ganze Reich macht mit; die ganze Welt macht mit.«

»Wenn Du meinst?«

»Jawohl, meine ich. Und Redensarten will ich mir verbeten haben.«

»Hab' ich was gesagt..?«

»Ei ja doch! Gerade wenn Du manchmal Nichts sagst, bist Du am deutlichsten. Aber was weißt Du von den mit der Ausstellung verbundenen Schwierigkeiten, da Du auf Mäkelbrüder und Nörgelmeier hörst, die natürlich reden, wie sie's nicht verstehen.«

»Sei milde, Wilhelmine. Nimm mich unter Deine Flüchtel und gängle mich mit Deiner Weisheit. Wie denkst Du über eine Bierreise im nassen Viereck? Ich habe gerade Zeit und Lust.«

»Bedaure. Ich habe die Maschinen vor und für Getränke keine Zeit.«

»Das ist dumm; für Maschinen bin ich nicht anschläg'sch. Hingegen das Moabiter Marinebräu, das ist was für meinen Vater seinen Sohn, ganz so wie Faust sagt: zum Verweilen schön!«

Es war nichts mit ihm anzufangen. Wenn er schon die Klassiker verhohnackelt — wozu der Faust Gottlob immer noch gehört — hat er vor unsereins erst recht keine Ehrfurcht. Aus den einfachsten Aeußerungen macht er Männerken, daß man an der eigenen Klarheit zweifelt. Und das ist doch kein Genuß. —

Ich verabschiedete ihn und stadtbahnte mit Ottilie hinaus, die mir das Elektrische verdeutschen sollte.

Wir nahmen unsern Eingang gleich unmittelbar bei dem riesigen Kesselhause, das so zu sagen das Treibende vom Ganzen ist und, wie Ottilie sagte, auf Oxydirung beruht. Die Kohle verbindet sich mit dem Sauerstoff, der in Waldgegenden von bester Güte ist, so daß schon aus diesem Grunde Treptow als glückliche, wenn auch etwas entlegene Wahl gut geheißen werden darf. Hieraus entsteht wissenschaftlich Licht- und Wärme-Erscheinung.

»Wir nannten es sonst, glaube ich, Feuer,« bemerkte ich.

»Das gilt nicht im Examen. Feuer ist ja auch nichts Wirkliches, sondern sieht nur so aus. Man kann es nicht wägen oder messen, weil es keine Schwere hat. Es ist nicht greifbar.«

»Weil man sich daran verbrennt.«

»Weil es kein Körper ist.«

»Ottilie, die Wissenschaft in Ehren, aber wenn es eine bloße Erscheinung wäre, wie könnte man darauf kochen? Und es ist bewiesen, daß alle Erscheinungen Einbildung sind, wie Gespenster oder Spiritismus oder sonstige Augentäuschungen. Nein, ich bleibe dabei: Feuer ist Feuer, nur daß Coaks mehr Plätt-Hitze geben und Kien zum Beispiel wenig austhut und sich besser zum Anmachen eignet. Und das ist ferner klar, ohne Feuer kriegst Du keinen Dampf, und ohne Dampf geht keine Maschine.«

Wir traten in die Halle.

Wenn man Maschinen sieht, entflieht Einem unwillkürlich der Vers: »Da hab' ich Respekt vor dem menschlichen Geist,« namentlich mit großen Schwungrädern und in hampelnder Bewegung. Stillstehendes dagegen macht keinen Eindruck, weil man von allem Drehbaren erwartet, daß es schnurrt, und unbefriedigt vorüberschreitet, wenn es sich nicht rührt. Das ist, als wenn man um Auskunft ersucht und wird keiner Antwort gewürdigt.

Manches steht da unscheinbar, aber wenn es arbeitet, ist es von höchster Schläue, zumal mit Erläuterung vom Erbauer. Da fabriciren zum Beispiel die Pappenfritzen eine billige Pappe mit so viel Stroh und Sandstaub mang, daß sie dem Buchbinder beim Biegen in der Hand zerbricht. Was thut nun der Maschinenmensch? Der denkt so lange, bis ihm ein Geräth einfällt, worin die brüchige Pappe sich krümmt wie ein Regenwurm und zur Verwunderung der gesammten Buchbinderei ganz bleibt, die hierauf schleunigst die Maschine anschafft.

Aber auch der Pappmann sieht die Maschine. »Aha,« sagt er sich, »noch mehr Sand mang und noch mehr Stroh« und der Buchbinder ist wieder aufgeschmissen, denn wenn er noch billigere Pappe haben kann, wird er nicht so thöricht sein und bessere, theuere nehmen. — Nun muß der Maschinenmann wieder erfinden. Und so umzüchig weiter, bis die Waare sogar für einen Fünfzig-Pfennig-Bazar zu lekrig geräth. Und dann ist das Geschäft aus.

Ottilie meinte, es müßte bei Jedem dabei geschrieben stehen, was es vorstellte, allein das wäre zu viel verlangt. Zum Beispiel Röhren. Der Röhrenmacher weiß unmöglich, wozu diese oder jene Röhre verwendet wird, was hindurch laufen soll, und ob sie sich verstopft oder birst und kann nicht für jede Einzelne Lied und Beschreibung herausgeben, und andererseits bedarf man z. B. bei Wring-Maschinen keiner Abhandlung. Und doch sind vielleicht Neuerungen daran, die den Herrschaften zur Geldausgabe und den Philippinen zur Erleichterung der Arbeit verhelfen. Von den sogenannten technischen Verbesserungen des Hausgeräthes hat die Hausfrau das Wenigste, und ob die Küchendonnas Einem Dank wissen, ist sehr die Frage. Sie sträuben sich gegen Neuerungen. Blos mit dem Bräutigam sind sie willfähriger.

Meine Dorette auch. Seitdem ihr Tapezier durch sinnlosen Streit seine Arbeit verloren und ihre Spargroschen verthan hat, ist's mit ihm aus. Ihr Kummer war heftig, aber vergänglich, und um ihrem Ehemaligen die Rückkehr in das Küchenparadies für ewig abzuschneiden, hat sie sich mit einem Schutzmann verlobt, der dem Tapezier mit dem Schwert auf die Finger klopft, wenn er herein will. Er ist ein großer, ansehnlicher Mensch mit rothblondem Schnurrbart und grauen Augen, und wie Dorette sagt, durchaus nicht stolz, obgleich er schon drei Einbrecher gefaßt hat, und wenn es ihm glückt, einen Mörder zu packen, sprungweise avancirt. Nach meinen Speisekammer-Wahrnehmungen ißt er Alles. Der Tapezier ward zuletzt schon so kiesätig, daß Dorette unterschiedliche Gerichte nur gezwungen auf den Tisch brachte.

Fleckweise ein Schutzmann im Hause ist rathsam. Er verbreitet für die Schlechten das Gefühl der Furcht, für die Guten das Gefühl der Sicherheit, und Dorette ist wieder brauchbar. Soviel Geschirr hat sie zuvor nie geliefert, als in den Wochen des zerbrochenen Verlöbnisses.

Genug, ich bin mit dem Tausch zufrieden und rechne die Kalbsbratenreste als stillschweigendes Gehalt. —

Die Braupfannen, die Bierfilter, die Wasserreinigung regten uns ungemein an und nicht minder die Nähmaschinen, die auf das Niedlichste sticken und das junge Mädchen von früher vollkommen ersetzen, von dem man Fertigkeit in jeder feineren Handarbeit verlangte. Auch eine Handschuh-Nähmaschine sahen wir, die überwendlich naht. Wohin soll das führen? Die Fähigkeiten der Frau werden verschoben, sie begiebt sich auf das geistige Gebiet, wo sie die Männer verdrängt. Der Mann macht Maschinen, die Frau wird immer unabhängiger, bis der Mann schließlich nur noch den Dampfkessel zum Gesammt-Hausstandsbetriebe heizt, und die Frau die Welt regiert. Dies werde ich, im Gegensatz zu der Pappe und der Biegemaschine, die aufsteigende Linie nennen. Sind wir erst mit Damen-Universitäten und Mädchen-Polytechniken ausgerüstet, ist es Kleinigkeit, einen Standpunkt zu erreichen, von dem aus die Frau das Ganze beherrscht, und ich glaube nicht, daß dann noch viele Männer bis Mitternacht und darüber in den Kneipen sitzen dürfen. Die elektrische Gasuhr wird einfach abgestellt und es giebt nichts mehr.

»Unausstehlich, die Drehbänke,« murrte Ottilie, als wir vorwärts wandelten und Vieles Kurbelige nicht im Gange war.

»Ottilie,« antwortete ich besonnen, »das Nothwendige kann wohl den Eindruck des Unausstehlichen machen, ist es aber nicht. Die Bedürfnisse der Menschen weichen eben stark ab. Was wolltest Du in der Sahara mit Schlittschuhen und in Grönland mit einem Eisspinde, wogegen eine Drehbank Dir vielleicht dringend fehlte.«

Ich war ihr diesen kleinen Vortrag schuldig, weil sie doch vorhin gewaltig mit Eindruck und Erscheinung um sich geworfen hatte. Hängt sie Bilder heraus, ich hab auch 'ne Galerie.

Allmählich gelangten wir an die Badezimmer mit Wasch- und Reinlichkeitsvorkehrungen und zu den Kesseln und Oefen zum Desinficiren.

Was wußte man vor einigen Jahren davon? — Nichts.

Da erfand die Wissenschaft die Bacillen und das Karbol und haste nicht gesehen: wohin der Mensch sich begiebt, überall Bacillen und Sanitätsgestank. Denn den können die Menschen kaum vertragen, viel weniger die Mikroskobien, indem sie sich nicht zu entfernen vermögen und in dem Dunst elendiglich krepiren.

Carbol

»Wie merkwürdig,« sagte ich zu Ottilien, »daß solche kleine Thiere Veranlassung zu so großen Apparaten geben. Welches Geld muß jetzt ihretwegen versalicylt werden, das die Nationen vor ihrer Errungenschaft sparten oder in Dömen anlegten oder sonstigen Kunstdenkmälern aus dem Mittelalter als Reiseziele für die Fremden.«

»Es ist die Addition des Kleinen, wie ja das ganze Universum aus der Multiplication der Atome mit den Kräften besteht und somit auf das Gebiet der höheren Mathematik übergeht.«

»Das Mathematische nimmt allerdings einen geachteteren Stand ein,« setzte ich hinzu, um Ottilien bei ihrem Gedankengange zu erhalten. »Früher erzählte man sich meistens Lächerliches von den Professoren, wie sie statt des Hutes mit einem Topfdeckel unter dem Arm ins Colleg gingen und thatsächlich den in Gedanken stehengebliebenen Regenschirm geschaffen haben.«

Mir schien nämlich, als ob ein junger Mann absichtlich an denselben Gegenständen Antheil nahm, die wir betrachteten und besprachen, wodurch ihm Aufklärung ward, die er bei den Saalwärtern schwerlich fand. Folgte er aus Wissensbedürfniß ... gut. Hatte er jedoch ein Auge auf Ottilie geworfen, sollte er inne werden, daß eine höhere Kulturschranke sie umgiebt, die jeden Annäherungsversuch abschlägt. In Ausstellungen gilt zwar das Drängelrecht, aber es giebt auch geistige Ellenbogen.

Bei den Telephonanlagen hielten wir uns nicht auf, da wir selbst eins haben, mit dem wir recht zufrieden sind und dessen Anschluß selten versagt. Dagegen mußte ich mit Ottilien in verschiedene »himmlisch« und »entzückend« ausbrechen, als wir den elektrischen Theaterschmuck in Thätigkeit sahen. Da waren Diademe, Halsperlen, Kronen, Blumenkränze, Gürtel in einem Spinde, die in allen Farben erglühten, sobald sie durch einen Druck mit der Leitung verbunden wurden. Besonders ein Strauß aus Gräsern und Feldblüthen war geradezu elfenhaft. Wie Aschenbrödel stand er zwischen Silber und Gold und Edelgestein, mit einem Male aber entzündeten sich die Mohnrosen und Gänseblümchen und die Käfer und Schmetterlinge roth und blau und grün und sonnenstrahlig, schöner als ringsum alle kalte Pracht, eine wahre Gabe des Märchenlandes, in Berlin angefertigt.

»An Deinem Polterabend kleide ich mich als Fee aus und gaukle mit solchem Zauberstrauß,« rief ich hingerissen von dem Anblick, ohne weiter etwas dabei zu denken.

Ottilie erröthete und der junge Mann schlängelte davon.

»Aha!« ward mir klar, »nun der verliebte Hecht von Polterabend gehört hat, glaubt er Ottilien in festen Händen und macht sich dünne.«

Ottilie seufzte.

»Das Rasseln der Maschinen fällt mir auf die Nerven,« begann sie nach einer Weile, »ich möchte ein wenig Ruhe.«

»Gewiß, Kind. Meine Fußnerven sengern auch schon. Ich denke, wir nehmen ein Gläschen Bier dort in der Brauerei, die zur Rast einladet. Unser Fleiß verträgt nachgerade eine Belohnung.«

Ottilie seufzte noch einmal und schaute sich nach dem Adonis um, der jedoch nicht zu erblicken war. Nirgends kann man besser Versteck spielen, als hinter den Ausstellungsaufbauten. Ein Schritt um die Ecke und weg ist man.

Wenn ich Adonis sagen wollte, so war dies eine Nachwirkung der Glühschmuckpoesie. Ich denke mir die Adonisse moderner in Zeug, und mit sauberster Wäsche und nicht mit Schirmmütze und mit ohne Manschetten, wie es bei dem Menschen zutraf, der, wer weiß wie, in die Ausstellung gerieth, da ja mit den Eintrittskarten enorm geschmuggelt worden ist, selbst bei solchen oberen Zehntausenden, die es nicht nöthig haben.

Kaum saßen wir an einem Tischchen und sahen dem Springbrunnen vor dem Kesselhause zu und nippten an unserem Biere, als der junge Mann an unseren Tisch trat, fragte, ob der freie Stuhl besetzt sei, und auf Ottiliens »Nein« sich unverfroren hinplatzte.

Ottilien war dies ersichtlich wonnevoll. Wenn Eine noch so dumm ist, den Anbeter wittert sie auf der Stelle. Und Ottilie ist gescheidt.

»Schönes Wetter!« warf der junge Mann hin.

Ehe Ottilie ein »entzückend« abfeuern konnte, sagte ich: »Wegen der Witterung sind wir nicht hier, sondern wegen Gruppe dreizehn: Maschinenbau, Schiffbau und Transportwesen, sowie namentlich Elektrotechnische Gruppe vierzehn.«

Adonis machte ein mehr als begriffstutziges Gesicht.

»Wissen Sie, was Elektricität ist?« fragte ich ihn.

»Nein.«

»Ach, Ottilie, Du wolltest es mir ja erklären. Nicht wahr, das Kesselhaus ist das Treibende?«

»Die Verbrennung,« verbesserte sie, »durch diese entsteht die Dampfkraft mit unglaublich rascher Rotation mehrere Hundert Mal in der Sekunde.«

»Daß eine Maschine das so kann,« schaltete ich ein, um Ottilien über eine Nachdenkpause wegzuhelfen. — »Und dadurch entsteht der Strom,« fuhr sie fort, »den sieht man nicht, weil er unsichtbar ist. Leitet man ihn durch einen Draht, verwandelt der sich an dem anderen Ende in elektrisches Licht.«

»Einfacher, als man annehmen sollte,« lobte ich sie. »Wirklich sehr einfach.« — Dann wandte ich mich herablassend an den jungen Mann, der ganz verwundert dasaß:

»Haben Sie das verstanden?«

»Nein,« lächelte er. »Nein... ich bin nämlich Elektrotechniker.«

Er löschte den Rest seines Durstes sehr rasch, stand auf, verbeugte sich und schlug sich seitwärts ins Lokal.

»Es war ein Schwindler,« belehrte ich Ottilie.

»Aber so hübsch!«

»Er gestand selbst, daß er nicht wüßte, was Elektricität sei, also. Vielleicht ist er Ritzenschieber bei der elektrischen Bahn und rechnet sich auf diese Weise verwandt mit Siemens und Halske.«

»O nein; er hatte so intelligente Hände und einen Diamantring am kleinen Finger.«

»Wird wohl Simili gewesen sein. Ottilie, was gehen Dich die Hände der Mannsbilder an? Traue keinem. Du hast jetzt ein Exempel, wie falsch sie sind. Aber sei ruhig: dieser ist entlarvt; der wagt sich nicht wieder heran.«

Sie seufzte.

»Komm, Ottilie. Die Maschinen und die Elektricität sind erledigt, nun wollen wir Musike hören. Deine Kenntnisse haben Dich vor einem Reinfall bewahrt; danke Deinem Schöpfer, daß Du so gründlich studirt hast.«

Sie seufzte noch einmal und nur langsam folgte sie mir.

Aber ich werde ihr schon Menschenkenntniß beibringen.


Titel-Dekoration

Ueber Architektur und einiges Andere.

Nun ist Tante Lina auch da.

Aber ihre Handtasche nicht. Die reist ohne Fahrschein weiter und hat sich bei der EisenbahnfundstelIe noch nicht angemeldet. Einer ist immer unterwegs nach der Koppenstraße, entweder mein Karl oder Jemand aus dem Geschäft oder Dorette oder ich mit Ottilie und Tante Lina in eigener Person.

Tante Lina kann den Verlust nicht überwinden, ihr Gedankengang führt sie immer und immer wieder auf die Tasche. Dies ist ihr Morgen-, Abend- und Tischgebet.

»Waren denn Werthpapiere drin?« fragte ich.

»Nein.«

»Oder Goldsachen?«

»Meine Uhr habe ich zu Hause gelassen und meine Ohrringe auch. Die werden den Leuten in Berlin ja auf offener Straße ausgerissen.«

»Mir neu!«

»Bäcker Lorenz hat es erzählt. Den haben sie in Berlin rein ausgeplündert; in den Blättern stand es auch.«

»Liebe Tante, es ist wohl mit Kindern vorgekommen, aber mit erwachsenen Bäckermeistern noch nicht.«

»Die betäuben sie. Wenn mir einer was zu riechen giebt, ich rieche nicht.«

»Sehr vernünftig!«

»Ich hatte mein Eau de Cologne in meiner Tasche.«

»Wir kaufen frisches.«

»Nein, nein, ich bekomme meins zu Neujahr von Apotheker Bahnsen, der setzt es selbst an. Es ist viel besser als das echte, viel kräftiger. Er hat sich jetzt wieder verheirathet, die erste Frau starb, mit Erlaubniß zu sagen, im Wochenbett. Nun saß der Mann da mit den drei Kindern. Sie sagten, er würde wohl die Schwester nehmen, aber die war ja so gut wie versprochen mit dem Steuereinnehmer Möller, das ging doch nicht und da nahm er dann die Aelteste von Kaufmann Milberg am Markt. Ob sie in das Gewese hineinpaßt, darüber sind die Ansichten verschieden, ich will aber nichts gesagt haben, nicht das Leiseste, sie kann sich ja noch gewaltig ändern. Und das wollen wir hoffen. Und wer weiß, ob es ein Glück für Möller ist. Und Bäcker Lorenz...«

Männer beim Kartenspiel

»Liebe Tante, ich habe ein Fläschchen, unangebrochen, darf ich es Ihnen anbieten?«

»Ach nein, das kann ich ja gar nicht verlangen, und das ist ja auch nicht nöthig, wenn ich meine Tasche wieder habe.«

»Vielleicht hat sie Jemand mitgenommen, der sie gebrauchen kann.«

»Oh, oh! das kann doch nicht angehn? Meine Tasche? Er wird doch nicht, mit Erlaubniß zu sagen, meine Zahnbürste gebrauchen?«

»Wir kaufen eine neue.«

»Nein, nein. Meine ist von Viedt in der Kuhstraße, ich bin nun mal an Viedt seine gewöhnt, schon beim alten Viedt. Der junge Viedt arbeitet ebenso solide wie der alte Viedt. Der alte Viedt war gediegen, aber der junge Viedt ist es auch. Das muß man ihm nachsagen. Ueberhaupt die Viedt's: ich sage immer, solche Bürsten wie Viedt's ihre findet man nirgends in der Welt; sie halten Jahre. Was sage ich, Jahre? Jahrende.«

»Wenn die Tasche aber weg ist?«

»Sie findet sich wohl wieder an. Wir müssen blos das Nachfragen nicht vergessen. Ist Jemand hin?« —

Meinem Karl machte weder die Taschenjagd Vergnügen, noch hatte er Sinn für Tante Linas chronisches Gedächtniß. Sie wußte von allen Verwandten und Bekannten, wen sie geheirathet, wann sie geheirathet, wann und was für Kinder geboren, wann und wen die geheirathet und wer gestorben und wann und wo, und ob etwas hinterlassen wurde oder Schulden, und von den Cousinen kannte sie wieder die Cousinen und wen die geheirathet und wann und mit wie viel.

»Karl,« sagte ich, als er brummte, »jedenfalls ist die Behälterigkeit der alten Dame anzuerkennen.«

»Wie so? Sie thut ja nichts, als sich mit Familienmuff vermüffeln.«

»Lohengrin und sein Schwan kommen nicht in ihre Gegend, also was bleibt ihr? Und außerdem hat sie Moneten. Und in ihren Briefen schrieb sie, sie wollte Berlin gerne sehen, ehe sie ihr Testament machte. Das ist ein Wink, Karl. Wenn man sie richtig nimmt, vermacht sie ihr Vermögen den Enkeln, die doch studiren müssen.«

»Ich schleiche nich erb,« lehnte er kurz ab. »Die Tante mag sich bei uns wohl fühlen, das wünsche ich, aber ihr Schwägerschaftsgeklöne auszuhalten, habe ich nicht kontraktlich. Und ödet sie mich noch einmal mit Lieferanten aus der Kuh- und Kälberstraße, werde ich auch öde.«

»Wenn Viedt aber doch die besten Bürsten macht?«

»Kommst Du mir auch schon mit dem? Ich verbitte mir Viedt ein für alle Mal.«

»Wer fängt von Viedt an? Du fängst von Viedt an. Und was geht mich Viedt an? Warum fährst Du nicht mit Tante Lina nach Treptow, ihr Welteindrücke beizubringen?«

»Nein, mein Kind. In einem Coupee mit Tante Lina und Viedt und Kompagnie und nicht herauskönnen... ich würde rasend.«

»Du rasest nie, mein Karl. Du bullerst selten genug auf. Ein Mann muß geeignet dazwischen fahren, die Umgebung auf den Trab zu bringen. Dorette wird obstinat, mein Karl, wegen Tante Linas Eigenheiten.«

»Ich meinte, sie wäre anspruchslos.«

»Aeußerlich. Sie sträubt sich allerdings mit vielem Gerede gegen Umständemachen, aber wenn nicht jegliches auf den Tippel nach ihrem Kopf geht, nimmt sie's übel.«

»Laß sie knurren.«

»Sie bleibt immer gleichmäßig zurückhaltend und duldsam und zwirnt Dir blos eine bezügliche Geschichte aus der Gevatterschaft vor, ganz lang und ganz langsam mit Spitzen darin, ein Schleppkleid zu garniren. Du hast Deine Pillen weg und weißt nicht wie, und die alte Dame verzichtet lächelnd auf Dank.«

»Das erträgst Du kaltblütig?«

»Ich leide für die Enkel, besonders für Fritz, der schon jetzt Anzeichen von Rechtsbewußtsein äußert, indem er sich nichts nehmen läßt. Und wer kann heutzutage Assessor studiren, ohne eine Erbtante in der Hinterhand?«

»Warum kein Geschäft ergreifen? Du siehst doch auf der Ausstellung, daß außer den Studirten auch noch Leute leben. Und wie hoch steht der Mann da, der aus eigener Kraft der Stadt und dem Staate zur Ehre gereicht!«

»Der Jurist steht höher. In Moabit trifft sich zuletzt Alles. Die Seelenseligkeit kriegst Du nur durch den Geistlichen und Dein Recht nur durch den Juristen. Der Geistliche kriegt keinen Juristen in den Himmel, aber der Jurist bringt den Geistlichen in's Loch, je wie die Verhältnisse liegen. Nein, Fritz studirt Rechtsgelehrtheit, dann ist er allen Ständen über. Der Junge ist ja so süß.«

»Er macht den Eltern mehr Verdruß als Franz.«

»Weil sie den Knaben nicht verstehen. Wer sich Zwillinge leistet, darf keinen von Beiden vorziehen. Gleiche Wäsche und gleiche Liebe. Also was haut Er Fritz?«

»Weil der Bengel sagte, ein Hund hätte ihm die Hosen zerrissen, worauf der Vater nach Bißwunden sucht und findet, daß Fritzchen gesohlt hat. Warum log er?«

»Um von Jemand Strafe abzuwenden.«

»Von wem denn?«

»Nun von sich selbst. Ihm war das Malheurchen beim Treppengeländerrutschen passirt, was sie ja eigentlich nicht sollen. Aber anstatt sich über das Talent des Kindes zum Advocaten zu freuen, drauf losgedroschen, wie auf kalt Eisen. Und ich sage Dir, ehe Tante Lina Berlin verläßt, hat sie Fritzchen in ihr Herz und ihr Vermächtniß geschlossen.«

»Deine großmütterliche Verblendung geht zu weit. Warte doch ab, was die Zeit bringt.«

»Die Zeit läßt sich zu viel Zeit. Die Karre geht nur, wenn sie geschoben wird. Nächstens machen wir eine große Kinderpartie nach der Ausstellung, Tante Lina als Mittelpunkt, damit sie Gelegenheit hat, Fritzchen lieb zu gewinnen. Uebrigens frage doch wieder nach der Tasche. Wie wäre es, wenn der Knabe sie der Tante überreichte?«

»Mit einem Prolog? Wilhelmine, ich kenne Dich kaum noch. Was hast Du?«

»Karl, viele Freuden des Daseins machen erst dann Freude, wenn sie glücklich überstanden sind. Die Ausstellung dauert noch bis zum Oktober.« — »Adje,« sagt er.

Ein Glück, daß er in der Fabrik schläft. Tante Lina steht schon um Vier auf und Dorette muß heraus und ich muß heraus. Ottilie liegt wegen ihrer Nerven durch bis sieben. Natürlich zweimal Kaffee trichtern. Tante Lina ißt bei sich zu Hause um zwölf Mittag, wir essen um dreien. Sie geht früh spazieren, traut sich aber nicht allein auf die Straße. Ich muß mit nach dem Friedrichshain. Mein Mann trinkt den Kaffee mit Ottilie. Er findet ihre Augen hübsch. Und dabei soll man Ausstellungsberichte schreiben.

Aber wozu ist Kriehberg?

Ihn allein mit Ottilien durch die Gefilde Treptows streifen zu lassen, das geht nicht, bewacht jedoch Tante Lina sie als Schutzgeist, kann ich ruhig sein. Sie hat so runde betriebsame Augen, und hört auch gut für ihre Jahre, die an den Fältchen im Gesichte kenntlich sind, namentlich auf der Stirn. Auch marschiren kann sie rüstig. Das regelmäßige Leben in der Abgeschiedenheit macht alt und dauerhaft. —

Herr Kriehberg hat mir Beschreibungen von den Baulichkeiten der Ausstellung gesandt, sogar mit Entwürfen, sauber ausgeführt auf Glanzleinewand, metergroß, wofür ich ihm die Auslagen erstatte, obgleich sie so nicht zu verwenden sind, es sei denn als Hochzeitsgeschenk für einen Baubeflissenen.

Anfangs tadelte Kriehberg sehr, jetzt ist er zu der Einsicht gelangt, daß die Bedingungen der freien Entfaltung Hemmschuh anlegten und selbst er unter solchen Umständen die schwierige Aufgabe nicht glücklicher gelöst haben würde. Wo war auch wohl je auf einer Ausstellung ein Gebäude, durch das mitten hindurch eine garnicht mal nothwendige elektrische Eisenbahn fährt, wie durch den Riesenbau für Unterricht und Erziehungswesen, Gesundheitspflege und Wohlfahrtseinrichtungen und es so zerschneidet, daß man vom Vorderen zum Rückwärtigen über eine Treppe hinauf und hinab steigen muß? Hier wird gezeigt, wie elektrische Bahnen angelegt werden können: immer durch die Häuser, wo welche im Wege stehen und nicht erst Tunnels unter der Straße buddeln oder Hochbahnen an den Etagen vorüber, daß jeder sich scheniren muß, halb angezogen ein Vorderzimmer zu betreten, wenn der Draht versagt und die Fahrgäste plötzlich vor den Fenstern halten und das Privatleben bekritteln.

Leicht faßlich war Kriehbergs Arbeit nicht, zumal er mit verschiedenen Standpunkten kommt und massiv im Ausdruck wird. Was ihm unschön erscheint, das fällt Tausenden nicht auf und warum Kunstblinde sehend machen, da sie sich in ihrem Zustande wohlig fühlen? Wird nicht an allen Ecken und Kanten hinreichend zur Unzufriedenheit aufgestachelt? Dies ist nicht mehr gut genug und das taugt nicht mehr, dieses ist veraltet, jenes unzeitgemäß, darum weg damit, als der Menschheit unwürdig. Nun kommen die Gewaltsbeglücker mit ihren Plänen, die passen wie ein Paar sechsfach patentirter Schuhe aus ausgesuchtestem Leder, blos mit dem einen Fehler, daß sie nicht nach Maaß gearbeitet sind. Wer darin vorwärts will, den kneifen sie und statt der versprochenen goldenen Berge hat er eine Hühneraugenzucht. —

Die Spreu vom Weizen zu sondern braucht' ich Ruhe und Sammlung.

Tante Lina und Ottilie mußten für einige Stunden unschädlich gemacht werden.

Sie gingen auf meinen Vorschlag ein, die Residenz in Augenschein zu nehmen, die Denkmäler, die Palais, die neuen Stadttheile und was sonst für Fremde in den Führern aufgezeichnet ist, vom Abgeordnetenhaus an bis zum Zellengefängniß. Ich verfrachtete sie in einen distinguirten Taxameter und erklärte ihnen den Sprechanismus. Es gefiel Tante Lina ungemein, daß man keinen Nickel mehr zahlen braucht, als der Apparat beziffert. »Als ich in die Nähschule ging,« sagte sie, »bei Madame Werner, die konnte so fein spinnen wie Seide, da hatten wir einen Haspel, woran man sehen konnte, wann fünfzig Touren herum waren beim Garnwinden. Wenn man nicht aufpaßte, gab es doppelte Strähnen und dann schalt sie. Dies ist wohl auf die nämliche Art von dem nämlichen Drechsler?«

Der Kutscher versprach mir, die Damen auf das Sehenswerthe aufmerksam zu machen und fuhr mit ihnen ab, zunächst nach der Koppenstraße wegen der Tasche.

Ich athmete auf. Endlich Ungestörtheit, den Bericht über Ausstellungsarchitektur zu erledigen, wenn ich auch einsah, daß ich wenig von Kriehberg benutzen konnte, höchstens wo er sich in Renaissance oder frühe und späte Gothik versenkt und von Risaliten spricht und Fialenwerk, Profilirung, Friesen, Motiven, Originalität, Rabitzwänden, Stabilität, Blenden, Dachreitern, Krabben u. s. w. Was er in gewöhnlichem Deutsch schreibt, darüber läßt sich streiten und ich will mich hüten, hinterher für seine Ansichten verantwortlich gemacht zu werden. Etwas muß ich von seiner Arbeit verwenden, denn es geht ihm nicht besonders, da er nach Vollendung der Ausstellung mit einem Viertelsposten vorlieb nehmen muß. So baronisirt er wenigstens nicht gänzlich.

Ich war Willens, den Bericht mit sachlichem Ernst zu beginnen, aber du lieber Gott, sonne Architektur! Man hat wohl Tinte in der Feder, schöne schwarze Tinte und stippt nochmal ein und nochmal, aber Bauliches fließt nicht heraus. Man sinnt und stippt wieder ein. Allein schon die Ueberschrift. Eine gute Ueberschrift ist der halbe Aufsatz. Soll man sagen: »Ueber Gebäude« oder »Architektonische Wanderungen« oder »Sommerwohnungen des Gewerbes« oder »Vom Palast zum Wigwam«, um die Wilden mit hineinzunehmen und gleich das Mächtige des Hauptrestaurants anzudeuten? Nicht schlecht schien mir: »Die Wunder des Gipses.«

Nach langer Ueberlegung entschied ich mich für »Das Häusliche auf der Ausstellung«, weil mit Haus alles bezeichnet werden kann, sowohl die Moschee wie der Katalog-Kiosk und wollte grade losorgeln, als Tante Lina und Ottilie zurückkehrten.

»Schon?« fragte ich.

»Ueber eine Stunde ist genug,« antwortete Tante Lina. »Blos Geld verfahren, dazu hat man es nicht.«

»Und wie gefällt Ihnen das neue Berlin?«

»Berlin?« fragte sie nach. »Man sieht ja nichts von Berlin. Nein, ich kann nicht sagen, daß ich was von Berlin gesehen hätte.«

»Hat der Kutscher sie denn um die Stadt herum gefahren?«

»Das glaube ich nicht.«

»Und Du, Ottilie, Du freutest Dich doch so ungemein auf die Fahrt. War sie denn nicht entzückend?«

»O ja,« antwortete sie, als wäre das Ja eine Gummistrippe.

»Hat der Kutscher nicht beim alten Fritzen gehalten und bei Wrangeln und den übrigen Plastizitäten?«

»Die Uhr ging ja auch weiter, wenn er hielt,« sagte Tante Lina spitz. »Es ist Alles Betrug. Für's Halten kann man doch nicht bezahlen?«

»Welche Uhr?«

»Das runde Dings am Kutscherbock. Wir haben genau Acht gegeben, nicht wahr, Ottilie?«

»In einem fort.«

»Bis es mir zu theuer wurde, da mußte er umwenden.«

»Also blos auf die Uhr haben Sie gesehen?« fragte ich erregt. »Blos auf den Fahrpreisanzeiger und nicht rechts und nicht links? Da haben Sie ja völlig nutzlos im Wagen gesessen!« Für mich fügte ich hinzu: »Was sagt Berlin zu solchen Kunden?«

»Immer wurden es zehn Pfennige mehr,« warf Tante Lina mir vor. »Wie sich das ansummt.«

»Man wendet kein Auge von dem Zeiger,« suchte Ottilie sich zu entschuldigen, die meine Entrüstung merkte, »ob man will oder nicht. Wie magnetisirt.«