[1] Berthold hat diese Arbeit nicht vollendet. Sie wurde später Gerland (-1800) und Würschmidt (1800–1900) übertragen.
[2] Die Verwandtschaft des Ägyptischen mit dem Semitischen wurde besonders durch Erman dargetan, der die ältesten Verbalformen verglich und zahlreiche Übereinstimmungen auffand. Daß der altägyptische Typus von dem der Neger stark abweicht, hat Virchow durch die Untersuchung der Königsmumien nachgewiesen (Ber. d. Berl. Akad. von 1888).
[3] Siehe auch Wiedemann, Ägyptische Geschichte 1884. S. 22, sowie E. Meyer, Geschichte des Altertums 1. Bd. 1909. S. 44.
[4] Näheres über den Namen und über die Geographie des alten Ägyptens findet man in Paulys Realencykl. d. klass. Altertumswiss. Bd. I. S. 978.
[5] G. Maspero, Gesch. d. morgenländischen Völker im Altertum. Leipzig 1877. S. 63.
[6] So entstand z. B. aus der Eule Symbol: Eule, die in der Hieroglyphenschrift m bedeutet, das Zeichen Symbol: ähnlich einer 3 (hieratisch) und schließlich Symbol: geschwungener, nach rechts geneigter Halbkreis (demotisch). Der demotischen Schrift bediente man sich in der griechisch-römischen Zeit besonders im Verkehr.
[7] Z. B. Athanasius Kircher (1601–1680), der sich auch um die Naturwissenschaften verdient gemacht hat (s. a. anderen Stellen dieses Werkes).
[8] E. Meyer, Geschichte des Altertums. 1909. I. Band. S. 54. Siehe auch an späterer Stelle dieses Bandes.
[9] Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft. 1904. S. 386.
[10] Nach Nissen und Lockyer. Siehe die Abhandlung Charliers i. d. Zeitschr. der morgenl. Gesellschaft. 1904. S. 386 u. f. Danach wiederholte sich ähnliches bei den älteren christlichen Kirchen. Ihre Achse wurde mitunter gegen den Punkt des Horizontes gerichtet, an welchem die Sonne am Gedenktage des Heiligen der betreffenden Kirche unterging. Charlier will auf diese Weise das Alter von Kirchen auf astronomischem Wege bestimmt haben.
[11] M. Cantor, Vorlesungen über Geschichte der Mathematik. Bd. I (1880). S. 59.
[12] G. Maspero, Geschichte der morgenländischen Völker im Altertum. Übersetzt von R. Pietschmann. Leipzig 1877. S. 54.
[13] Um ihre Entzifferung hat sich zuerst Thomas Young und später Champollion die größten Verdienste erworben.
[14] Lepsius, Denkmäler II. 50.
[15] In Tell el-Amarna in Mittelägypten.
[16] Herodot II. 109.
[17] H. Hankel, Die Entwicklung der Mathematik in den letzten Jahrhunderten. Tübingen 1869.
[18] Der Papyrus Rhind des Britischen Museums in London, den der Schreiber Ahmes des Hyksoskönigs Ra-a-us verfaßte. Die Entstehung dieser Schrift fällt zwischen 1700 und 2000 v. Chr. Das Dokument wurde übersetzt und erläutert herausgegeben von Eisenlohr, Leipzig 1877. Eine eingehende Besprechung seines Inhalts findet sich in M. Cantors Vorlesungen über Geschichte der Mathematik. Leipzig 1880. Bd. I. S. 19–52.
[19] J. Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 52.
[20] Eisenlohr, Ein mathematisches Handbuch der alten Ägypter (2. Ausgabe). S. 46–48.
[21] Schak im 38. und 40. Band der Zeitschrift für ägyptische Sprache.
[22] Cantor im Archiv für Mathematik und Physik. 8. Bd. 1904.
[23] Cantor, Vorlesungen über Gesch. d. Mathem. Bd. I (1880). S. 37.
[24] Näheres über das Verfahren und die erhaltenen Exemplare siehe bei Cantor, Vorlesungen über Gesch. d. Mathem. Bd. I. S. 43–45; 109–112 usw.
[25] Cantor, Bd. I. S. 46.
[26] Eisenlohr, Papyrus. S. 125.
[27] Cantor, Bd. I. S. 58. Abb. 6 u. 7.
[28] M. Cantor, Vorlesungen über Gesch. d. Mathem. Bd. I. S. 59.
[29] Cantor, a. a. O. Bd. I. S. 59. Siehe auch S. 9.
[30] Er lautet Seqt. Siehe Cantor, Gesch. d. Mathem. Bd. I S. 52, sowie Eisenlohr, a. a. O. S. 135 (Anm. 3).
[31] Tropfke, Gesch. d. Elementarmathematik. Bd. I. S. 74.
[32] C. Merkel, Die Ingenieurtechnik im Altertum. Berlin. J. Springer. 1900. An dies größere Werk lehnen sich die »Bilder aus der Ingenieurtechnik« an, die Merkel als 60. Bändchen der Sammlung »Aus Natur und Geisteswelt« veröffentlichte (B. G. Teubner. Leipzig 1904).
[33] Ist doch bekannt, welche Mühe es kostete, den Obelisken von Heliopolis auf dem Platze vor der Peterskirche in Rom mit Hilfe zahlreicher Göpel und Flaschenzüge aufzurichten. Dieser Obelisk ist eine einzige Steinmasse von über 300000 kg Gewicht. Näheres siehe bei Beck in seinen Beiträgen zur Geschichte des Maschinenbaus. Berlin 1899. S. 192.
[34] Siehe »Der alte Orient.« I., herausgegeben von der vorderasiatischen Gesellschaft.
[35] Ort zwischen Kairo und Theben, wo eine Anzahl Keilschrifttafeln entdeckt wurden. Sie befinden sich zum Teil im Museum der vorderasiatischen Altertümer in Berlin. In einem der Briefe (um 1400 v. Chr.) findet sich die erste Erwähnung Jerusalems. Die Berliner Sammlung enthält auch zahlreiche Tafeln der ältesten babylonischen Zeit (3000 v. Chr.). Bei ihrer Auffindung waren die Schriftzüge durch Auflagerungen unkenntlich; nach Anwendung verschiedener Reinigungsverfahren traten sie mit voller Deutlichkeit hervor. Erwähnenswert ist auch ein sumerisch-babylonisches Wörterbuch.
Von den Tell el-Amarna-Tafeln gelangten etwa 200 nach Berlin; die wertvollsten sind in London. Siehe auch C. Niebuhr, Die Amarna-Zeit. »Der Orient« I. 2. Heft. Berlin 1899.
[36] Hettitische Schriftdenkmäler wurden in Nordsyrien und in Boghaz-Kiri (Kappadozien) gefunden. Sie bilden einen Teil der Berliner Sammlung vorderasiatischer Altertümer. Die Hettiter haben Bedeutendes auf dem Gebiete der Metallurgie geleistet. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß durch sie metallurgische Kenntnisse, z. B. die Art der Gewinnung des Eisens, nach Ägypten und nach Babylonien gelangt sind (E. Reyer, Altorientalische Metallurgie. Zeitschrift der orientalischen Gesellschaft. 1884. S. 149).
[37] Merkel, »Die Ingenieurtechnik des Altertums«, enthält darüber und über den Wasserbau der übrigen alten Völker (Chinesen, Griechen, Römer) das Nähere.
[38] F. X. Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Münster 1907. Der Inhalt der astrologischen Keilschriftfunde wurde im III. Bande des Londoner Inschriftenwerkes veröffentlicht. Die Übersetzung der astronomischen Keilschrifttafeln begann 1874.
[39] Bezold, Ninive und Babylon, Monographien zur Weltgeschichte. 1903. Mit 102 Abbildungen.
[40] A. H. Layard, Niniveh and its remains (1848).
[41] Die Nippurtexte wurden unter der Oberleitung Hilprechts veröffentlicht: The Babylonian expedition of the university of Pennsylvania, Philadelphia.
[42] Siehe S. 19.
[43] Beispiele führt Cantor Bd. I. S. 71 in größerer Zahl an. So heißt es Samuel I. 18: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend. Und an anderer Stelle: Tausend mal tausend dienten ihm (Daniel 7. 10).
[44] Auf den Tafeln sind die Zahlen selbstverständlich ohne Zeichen nebeneinander gestellt.
Unter den neubabylonischen Tafeln der Berliner Sammlung findet sich der Grundriß eines größeren Gebäudes. Auf diesem Grundriß sind die Abmessungen durch Zahlen nach dem Sexagesimalsystem verzeichnet, z. B. 11 · 60 + 40 (= 700).
[45] Nach E. v. Lippmann ist es sogar sehr unwahrscheinlich.
[46] Siehe auch Tropfke, Geschichte der Elementarmathematik. Bd. I. S. 76.
[47] Theo Smyrnaeus (ed. Ed. Hiller). Leipzig 1878. S. 177.
[48] Wilhelm Spiegelberg, Orientalistische Literaturzeitung, 1902. S. 6. Es fand sich unter einer großen Menge Ostraka (durch Einritzen beschriebene Tonscherben), welche die Straßburger Bibliothek erwarb, und wurde von Spiegelberg entziffert. Der Text ist demotisch.
[49] Geht ein Gestirn gleichzeitig mit der Sonne auf, so spricht man von seinem heliakischen oder Frühaufgang. Dabei ist der wahre Frühaufgang, der wohl ermittelt, aber nicht beobachtet werden kann, von dem sichtbaren Frühaufgang zu unterscheiden. Letzterer Zeitpunkt tritt ein, wenn das Gestirn schon etwas vor dem Aufgang der Sonne erscheint, so daß es in der Dämmerung wahrzunehmen ist. Der Zeitunterschied beläuft sich auf etwa 20 Tage. Ähnlich liegen die Verhältnisse beim heliakischen Untergang.
[50] Der Beginn der ersten ägyptischen Kalenderordnung wird in das Jahr 4241 v. Chr. verlegt. (E. Meyer, Ägypten zur Zeit der Pyramidenerbauer. Leipzig 1908. Sendschrift der deutschen Orientgesellschaft.)
[51] Der Sirius (Sothis) galt daher als der Stern der Isis, welche die Überschwemmung dadurch bewirkte, daß sie, die große Naturgöttin, eine Träne in den Strom fallen ließ. Siehe auch die Abhandlung »Die Nilschwelle« von W. Capelle in den neuen Jahrbüchern f. d. klass. Altertum. 1914. S. 317.
[52] Näheres über die Sothisperiode und andere im Altertum gebräuchliche Ären, d. h. der Einrichtung, die Jahre von einem allgemein anerkannten, festen Zeitpunkt ab zu rechnen, enthält Paulys Real-Encycl. d. klass. Altertumswissensch. unter »Aera« (1898. S. 606).
[53] Ideler, Über die Sternkunde der Chaldäer. Abhandlungen der Berliner Akad. d. Wissensch. 1814/15. S. 214.
Wie die alten Astronomen hierbei verfuhren, hat Pappus in seinem Kommentar zum V. Buche des Almagest geschildert.
[54] K. F. Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier. In den Beiträgen zur alten Geschichte. Bd. I (1902). S. 350.
[55] Vielleicht haben die Babylonier die Wasserwägung auf den Durchgang der Sonne durch den Meridian bezogen und so den durch die Schiefe der Sphäre bedingten Fehler vermieden.
[56] Siehe K. F. Ginzel a. a. O. S. 351.
[57] E. Meyer, Geschichte des Altertums. Bd. III. 1901. S. 132.
[58] Arabischer Name des astronomischen Hauptwerkes von Ptolemäos.
[59] E. Meyer, Geschichte des Altertums. Bd. I. S. 527.
[60] C. Bezold, Die Astrologie der Babylonier in Bolls Sternglaube und Sterndeutung. B. G. Teubner, Leipzig. 1918. S. 9.
[61] So erscheinen die Plejaden in der Siebenzahl auf der Stele (Grabsäule) eines Königs des 7. vorchristlichen Jahrhunderts.
[62] E. Meyer, Geschichte des Altertums. I (2). S. 369.
[63] Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier.
[64] Eine ausführliche Abhandlung von Rieß über die Astrologie im Altertum enthält Paulys Reallexik. d. klass. Altert. Bd. II (1896). S. 1802.
[65] A. H. Sayce, The astronomy and astrology of the Babylonians with translations. London 1874. Siehe auch Cantor I. S. 38 (3. Aufl. 1907).
[66] Nach Simplicius, Kommentar zu Aristoteles »De coelo«.
[67] Wolf, Geschichte der Astronomie. S. 10.
[68] H. Suter, Die Geschichte der mathematischen Wissenschaften. Zürich 1873. S. 18.
[69] R. Lepsius, Das bilingue Dekret von Kanopus. Berlin 1866. Die betreffende Inschrift wurde von Lepsius im Jahre 1866 in Unterägypten gefunden.
[70] Die aus dem Altertum auf uns überkommenen Nachrichten über die Astronomie der Babylonier hat Ideler zusammengestellt: Über die Sternkunde der Chaldäer (Abhandlungen der Berliner Akademie d. Wissensch. v. 1814/15).
Die in Idelers Schrift zusammengestellten und erläuterten Fragmente waren bis zur Entzifferung der Keilschriftfunde, also bis 1870 etwa, die wichtigste Quelle für die Geschichte der babylonischen Astronomie.
[71] F. Boll, Astronomische Beobachtungen im Altertum. Neue Jahrbücher f. d. klass. Altert. 1917. S. 17.
[72] Siehe Ginzel, »Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier und ihre kulturhistorische Bedeutung«; in den Beiträgen zur alten Geschichte (Klio). 1 Bd. (1901).
[73] Nach Ginzel a. a. O. S. 191.
[74] Siehe Ginzel a. a. O. (Klio).
[75] »Was auf diesem Gebiete die Assyriologie geleistet, gehört zu den erstaunlichsten Ergebnissen der Altertumsforschung und bildet einen der größten Triumphe der Keilschriftenentzifferung« (Bezold, Ninive und Babylon 1903. S. 89). Unter den Männern, welche die Astronomie und die Keilschriftenkunde in einer Person vereinigen, ist besonders F. X. Kugler zu nennen.
[76] Nach Kugler.
[77] F. X. Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Münster 1907.
[78] Nach Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier.
[79] Ginzel, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier.
[80] Wie Geminos mitteilt. Wann Geminos lebte, ist nicht genau bekannt (100 v.-100 n. Chr.). Er stammte aus Rhodos und schrieb eine Einführung in die Astronomie (εἰσαγωγὴ εἰς τὰ φαινόμενα). Eine Ausgabe mit deutscher Übersetzung veröffentlichte K. Manitius. Leipzig 1898.
[81] Wie die Bewegung der Gestirne, so galt auch das Verhalten gewisser Tiere als Omen. In Babylon hat, nach dem Inhalt mancher Keilschrifttexte zu urteilen, der Skorpion in dieser Hinsicht eine Rolle gespielt, wie sie heute beim Volke noch der Spinne zugeschrieben wird. Aus dem Verhalten der Skorpione suchte man z. B. das Schicksal der Heere oder den Verlauf öffentlicher Angelegenheiten vorherzusagen. (Mitteilungen zur Gesch. d. Medizin und der Naturwissensch. 1906. S. 326.)
[82] Siehe Diodors von Sizilien historische Bibliothek, übersetzt von J. F. Wurm. Stuttgart 1827. Buch II. Kap. 30.
[83] Eingehender handelt von der kulturgeschichtlichen Bedeutung der babylonischen und der ägyptischen Priesterschaft E. Meyer im 1. Bande (1,2) seiner Geschichte des Altertums.
[84] Nach Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Assyriologische, astronomische und, astralmythologische Untersuchungen. I. Buch: Entwicklung der babylonischen Planetenkunde von ihren Anfängen bis auf Christus. Münster 1907. S. 41.
[85] Siehe Kugler, Sternkunde und Sterndienst in Babel. Münster 1907.
[86] Kugler, Im Bannkreis Babels. S. 57.
[87] Wolff, Geschichte der Astronomie. S. 10.
[88] Berosos war Priester in Babylon. Er gibt selbst an, daß er unter Alexander, dem Sohne Philipps, gelebt habe. Näheres siehe in Christ, Geschichte der griechischen Literatur. 1889. S. 412.
[89] K. A. v. Zittel, Geschichte der Geologie u. Paläontologie. 1899. S. 2.
Die Aufzeichnungen des Berosos (Christ, a. a. O.) erregten bei den Juden und den Christen besonderes Interesse durch die mit der Bibel übereinstimmenden, jetzt auch durch Keilschrifttexte bestätigten Mythen von der Sündflut, dem Turmbau zu Babel usw.
[90] Nach Ginzel, Das astronomische Wissen der Babylonier. (Klio. 1901.)
[91] Nach einer von H. Winckler aufgestellten, jedoch sehr fragwürdigen Ansicht. Nach Winckler begann das babylonische Jahr mit dem Frühlingsäquinoktium. Nun wandern die Äquinoktialpunkte in 26000 Jahren durch den ganzen Tierkreis. Der Frühlingspunkt verweilt somit in jedem Tierkreisbild etwa 2000 Jahre. In Anbetracht des großen Zeitraums, über den sich die babylonischen Beobachtungen erstreckten, konnte die Wanderung der Äquinoktien den Babyloniern nach Winckler nicht entgehen. Als ihre Beobachtungen, soweit Urkunden darüber vorliegen, begannen, befand sich der Frühlingspunkt im Stier. Im 8. Jahrhundert v. Chr. war die Frühjahrssonne in den Widder getreten, während sie jetzt schon in den Fischen steht. Damit hängt vielleicht zusammen, daß die Aufzählung der Sternbilder in dem bekannten Verse: Sunt aries taurus ... mit dem Widder beginnt. Daß die Namen der Tierkreisbilder zum Teil mit babylonischen Benennungen zusammenfallen, weist darauf hin, daß sie, wenn auch auf Umwegen, von den Babyloniern auf uns gelangt sind. (S. auch Bezold, Ninive u. Babylon. 1903.)
[92] F. H. Kugler, Im Bannkreis Babels. Münster 1910.
[93] Ginzel, Das astronomische Wissen der Babylonier (Klio. 1901. S. 209).
[94] Dies entspricht auch einer Angabe des Josephus (Antiquit. I, 8). Siehe auch Kugler a. a. O. S. 117.
[95] A. Boeckh, Metrologische Untersuchungen über Gewichte, Münzfüße und Maße des Altertums in ihrem Zusammenhange. Berlin 1838.
[96] Siehe den Artikel »Gewichte« von Lehmann-Haupt in Paulys Reallexikon der klass. Altertumskunde. Supplement-Bd. III. (1918.) S. 588–654.
[97] Lehmann ist geneigt, hier eine absichtliche Verknüpfung anzunehmen. Beiträge zur alten Geschichte. Bd. I. (1902.) S. 355.
[98] C. F. Lehmann, Über die Beziehungen zwischen Zeit- und Raummessung im babylonischen Sexagesimalsystem (Klio. Bd. I. S. 381 u. f.).
[99] Von anderer Seite wird bestritten, daß die alten Babylonier schon das Gewicht aus dem Längenmaß abgeleitet hätten und auf das Bedenkliche derartiger Spekulationen, wie sie Lehmann und besonders Winckler (s. S. 36) anstellten, hingewiesen. Siehe u. a. E. Meyer, Geschichte d. Altertums. 1909. S. 518.
[100] Das Medizinalgewicht, das der Verfasser des Papyrus Ebers seinen Rezepten als Einheit zugrunde legt, betrug nach F. Hultsch (Griech. u. röm. Metr. 1882, S. 374 u. 376) ungefähr 6 g und das kleinste Gewicht namens pek 0,71 g. Vgl. R. Lepsius, Abhandl. d. Berliner Akademie, 1871. S. 41–43 und F. Chabas, Recherches sur les poids, mésures et monnaies des anc. Egypt. Paris 1876. S. 21, 38.
[101] Näheres über die Geschichte der Wage, der Gewichte und des Wägens enthält die Schrift: Th. Ibel, Die Wage im Altertum und Mittelalter. Erlangen 1908.
[102] Lepsius, Die Metalle in den ägyptischen Inschriften. Abhandl. d. Akademie d. Wissensch. zu Berlin. 1871. S. 111.
[103] A. Rössing, Geschichte der Metalle. 1901.
[104] A. de Rochas, Les origines de la science et ses premières applications.
[105] Rössing, Geschichte der Metalle. S. 11.
[106] Die erste schriftliche Erwähnung findet das Zink bei Paracelsus. Er nannte es »ein gar fremdes Metall, sonderlich seltsamer als die anderen«.
[107] Neuerdings hat man Gegenstände aus ziemlich reinem Zinn in spätägyptischen Gräbern gefunden. Die Römer unterschieden es als Plumbum candidum von dem Blei, das sie als Plumbum nigrum bezeichneten.
[108] Rössing, a. a. O. S. 3. In manchen untersuchten Bronzen ist das Zinn ganz oder zum Teil durch Antimon ersetzt. Entweder wurde dieses Metall in Form von Antimonerz bei der Verhüttung der Kupfererze zugesetzt oder man war im Altertum schon mit der Gewinnung des metallischen Antimons vertraut. Die letztere Ansicht vertritt Helm. Siehe den Jahresbericht über die Fortschritte der klassischen Altertumswissenschaft 1902. III. S. 26–82. (Stadlers Literaturbericht.)
Einen bei den Ausgrabungen in Sakkara zutage geförderten Bronzebarren von der Form, wie ihn die alten Abbildungen zeigen, untersuchte Berthelot (Comptes Rendus 1905. S. 183), Quelques métaux trouvés dans les fouilles archéologiques en Egypte. Dieser Barren enthielt 87,5% Kupfer und 11,47% Zinn. Der Rest bestand aus Blei und Patina.
[109] E. Gerland im Archiv f. d. Gesch. d. Naturw. u. d. Technik. 1910. S. 304.
[110] Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. 1909. S. 300.
[111] L. Wilser in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. 1907. S. 487. Nach A. Ludwig stammt das Wort aus dem Hebräischen (Zeitschr. f. d. Kunde des Morgenlandes. 1905. Bd. XIX. S. 239–240).
[112] Rössing, Geschichte der Metalle. S. 14, sowie die Abhandlung Eisen und Stahl in Indien von Dr. E. Schultze im Archiv f. d. Gesch. d. Naturw. u. d. Technik. 1910. S. 350.
[113] A. H. Layard, Niniveh and its remains. London 1849.
[114] A. C. Kisa, Die Erfindung des Glasblasens. Jahrbuch für Altertumskunde I. S. 1.
[115] Herodot II. 84.
[116] Kodex Hammurabis. Siehe Mitteilungen z. Geschichte d. Medizin u. d. Naturwissenschaften. 1903. Heft 1. S. 90. Hammurabi (Chammurabi) regierte von 1958–1916. Er hat die herrschenden Rechtsgrundsätze zusammengestellt. Das Gesetzbuch Hammurabis wurde 1901 gefunden.
[117] Die Staroperation, der man bisher ein Alter von etwa 2000 Jahren zuschrieb, ist infolge dieser Erwähnung in der Gesetzessammlung Hammurabis um weitere 2000 Jahre zurückzudatieren. Siehe H. Magnus, Zur Kenntnis der im Gesetzbuche des Hammurabi erwähnten Augenoperationen. Deutsche med. Wochenschrift. 1903. Nr. 23.
Es läßt sich mit Bestimmtheit annehmen, daß diese Gesetze schon vor ihrer Kodifizierung durch lange Zeiträume hindurch Geltung besaßen. Der 118. Paragraph der Sammlung Hammurabis lautet:
»Wenn ein Chirurg jemandem eine schwere Wunde mit dem kupfernen Skorpionpfriemen macht und den Menschen tötet oder den Star eines Menschen mit dem kupfernen Skorpionpfriemen öffnet und das Auge des Menschen wird zerstört, seine Hände soll man ihm abhauen.«