Es ist auch an mehrern Orten des obern Erzgebirges, vorzüglich an der böhmischen Gränze, Gebrauch, am Abende vor dem Johannisfeste große Feuer an zu machen. Man sorgt aber nicht für die Größe des Feuers, sondern vielmehr, daß ein dicker, großer Dampf entstehe; deswegen nimmt man grünes Reißig und schürt diese Johannisfeuer in Thälern an den Bächen an, damit man durch eingeweichtes Fichtenreißig einen recht dicken Dampf machen könne. Dieser Gebrauch ist auch bei den Gränzböhmen häufig, aber ich konnte nirgends eine bestimmte Ursache erfahren. Geschieht es dem Johannes zu Ehren oder liegt irgend ein Aberglaube zum Grunde? ich weiß es nicht.
Am Johannistage selbst tanzen die Kinder um eine mit Bändern, Kränzen und vergoldeten Eierschalen geschmückte junge Tanne. Doch dieser Gebrauch herrscht fast überall in Sachsen.