Ringe recht, wenn Gottes Gnade
Dich nun ziehet und bekehrt,
Dass dein Geist sich gantz entlade
Von der Last, die ihn beschwert.
Ringe, denn die Pfort’ ist enge,
Und der Lebensweg ist schmal;
Hier bleibt alles im Gedränge,
Was nicht zielt zum Himmelssaal.
Kämpfe bis aufs Blut und Leben,
Dring’ hinein in Gottes Reich;
Will der Satan widerstreben,
Werde weder matt noch weich.
Ringe, dass dein Eifer glühe,
Und die erste Liebe dich
Von der ganzen Welt abziehe,
Halbe Liebe hält nicht Stich.
Ringe mit Gebet und Schreien,
Halte damit feurig an;
Lass dich keine Zeit gereuen,
Wär’s auch Tag und Nacht getan.
Hast du dann die Perl’ errungen,
Denke ja nicht, dass du nun
Alles Böse hast bezwungen,
Das uns Schanden pflegt zu tun.
Nimm mit Furcht ja deiner Seele,
Deines Heils mit Zittern wahr,
Denn in dieser Leibeshöhle
Schwebst du stündlich in Gefahr.
Halt ja deine Krone feste,
Halte männlich, was du hast.
Recht beharren ist das Beste,
Rückfall wird zur schweren Last.
Lass dein Auge ja nicht gaffen
Nach der schnöden Eitelkeit;
Bleibe Tag und Nacht in Waffen,
Fliehe träge Sicherheit.
Lass dem Fleische nicht den Willen,
Gib der Lust den Zügel nicht;
Willst du die Begierden stillen,
So verlischt das Gnadenlicht.
Fleisches Freiheit macht die Seele
Kalt und sicher, frech und stolz;
Frisst hinweg des Glaubens Oele,
Lässt nichts, als ein faules Holz.
Wahre Treu führt mit der Sünde
Bis ins Grab beständig Krieg,
Richtet sich nach keinem Winde,
Sucht in jedem Kampf den Sieg.
Wahre Treu liebt Christi Wege,
Steht beherzt auf ihrer Hut,
Weiss von keiner Fleischespflege,
Hält sich selber nichts zu gut.
Wahre Treu hat viel zu weinen,
Spricht zum Lachen: du bist toll;
Weil es, wenn Gott wird erscheinen,
Lauter Heulen werden soll.
Wahre Treu kommt dem Getümmel
Dieser Welt niemals zu nah;
Denn ihr Schatz ist in dem Himmel,
Drum ist auch ihr Herz allda.
Dies bedenket wohl, ihr Streiter!
Streitet recht und fürchtet euch;
Geht doch alle Tage weiter,
Bis ihr kommt in’s Himmelreich.
Denkt bei jedem Augenblicke,
Ob’s vielleicht der letzte sei;
Bringt die Lampen in’s Geschicke,
Holt stets neues Oel herbei.
Liegt nicht alle Welt in Bösen?
Steht nicht Sodom in der Glut?
Seele, wer soll dich erlösen?
Eilen, eilen ist hier gut.
Eile, wo du dich erretten,
Und nicht mit verderben willst;
Mach dich los von allen Ketten,
Fleuch, als ein gejagtes Wild!
Lauf der Welt doch aus den Händen;
Dring’ in’s stille Zoar ein;
Eile, dass du mögst vollenden
Mache dich von allem rein.
Lass dir Nichts am Herzen kleben,
Fleuch vor dem verborg’nen Bann,
Such in Gott geheim zu leben,
Dass dich nichts beflecken kann.
Eile, zähle Tag und Stunden,
Bis der Heiland dir erscheint,
Und wenn du nun überwunden,
Ewig sich mit dir vereint!
Eile, lauf’ ihm doch entgegen,
Sprich: mein Licht, ich bin bereit
Nun mein Hüttlein abzulegen,
Mich dürst’t nach der Ewigkeit.
Mich verlangt bei dir zu wohnen,
Jesu! teurer Gottes Sohn,
Ach führ mich zum Himmelsthrone,
Setz’ mir auf die Lebenskron’.
Based on the following scripture passages: (1) Stanzas 1 to 5, Luke 13:24: “Strive to enter in at the strait gate; for many, I say unto you, shall seek to enter in, and shall not be able;” (2) stanzas 6 to 15, Philippians 2:12: “Work out your own salvation with fear and trembling;” (3) stanzas 16 to 24, Genesis 19:15-22: “Haste thee, escape thither,” and the story of Lot’s flight from Sodom.
Johann J. Winckler was a Lutheran pastor of the early Pietistic group. After receiving his education in the University of Leipzig, he held important church posts in the city of Magdeburg, climaxed by his appointment as chief preacher at the Cathedral. He made enemies in Magdeburg on several occasions, first, by his stand against theater-going, and afterwards, by his well-meant though futile attempt to bring about a closer union between the Lutheran and Reformed Churches in Prussia. But he bore his opposition with Christian patience and fortitude. His hymns, all of them lengthy, are distinguished by a firm faith and earnestness. They represent the better productions of the early Pietistic writers of Germany.
Our version is a translation of stanzas 1, 13, and 16, by Miss Winkworth, from her Chorale Book for England, 1863. For comments on Catherine Winkworth see Hymn 236.
MUSIC. RINGE RECHT first appeared in Freylinghausen’s Gesangbuch, 1714, and later in Johann Thommen’s Musikalischer Christenschatz, Basel, 1745, set to Winckler’s hymn from which it derives its name. The tune appears in a number of hymn books, sometimes with slight adaptations, and given such names at “Batty,” “Turnan,” and “Invitation.” The composer remains anonymous.
Jesu, meine Freude,
Meines Herzens Weide,
Jesu, meine Zier,
Ach, wie lang, ach lange
Ist dem Herzen bange
Und verlangt nach dir!
Gotteslamm, mein Bräutigam,
Ausser dir soll mir auf Erden
Nichts sonst Liebers werden!
Unter deinem Schirmen
Bin ich vor den Stürmen
Aller Feinde frei.
Lass den Satan wittern,
Lass die Welt erschüttern,
Mir steht Jesus bei.
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt,
Obgleich Sünd’ und Hölle schrecken,
Jesus will mich decken.
Trotz dem alten Drachen,
Trotz dem Todesrachen,
Trotz der Furcht dazu!
Tobe, Welt, und springe,
Ich steh’ hier und singe
In gar sichrer Ruh’;
Gottes Macht hält mich in acht;
Erd’ und Abgrund muss verstummen,
Ob sie noch so brummen.
Weg mit allen Schätzen,
Du bist mein Ergötzen,
Jesu, meine Lust!
Weg, ihr eitlen Ehren,
Ich mag euch nicht hören,
Bleibt mir unbewusst!
Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod
Soll mich, ob ich viel muss leiden,
Nicht von Jesu scheiden.
Gute Nacht, o Wesen,
Das die Welt erlesen,
Mir gefällst du nicht!
Gute Nacht, ihr Sünden,
Bleibet weit dahinten,
Kommt nicht mehr ans Licht!
Gute Nacht, du Stolz und Pracht,
Dir sei ganz, du Lasterleben,
Gute Nacht gegeben!
Weicht, ihr Trauergeister,
Denn mein Freudenmeister,
Jesus, tritt herein!
Denen, die Gott lieben,
Muss auch ihr Betrüben
Lauter Zucker sein.
Duld’ ich schon hier Spott und Hohn,
Dennoch bleibst du auch im Leide,
Jesu, meine Freude.
In its depth of spiritual experience, this hymn by Franck resembles Wesley’s “Jesus, lover of my soul.” It has made a wide appeal and the words have been translated into various tongues. Peter the Great, the irreligious Czar of Russia, of all people, had the hymn done into the Russian language, and it has also been translated into Estonian.
For comments on the author, Johann Franck, see Hymn 552.
For comments on the translator, Catherine Winkworth, see Hymn 236.
MUSIC. JESU MEINE FREUDE is an adaptation of a traditional melody found in J. Crüger’s Praxis Pietatis Melica, 1653, where it is set to the present hymn. Our version of the melody and the harmony is by J. S. Bach. It is a superb tune and rates as one of the finest of all German chorales.
For comments on Johann Crüger see Hymn 242.
For comments on J. S. Bach see Hymn 539.
Mir nach! spricht Christus, unser Held,
Mir nach, ihr Christen alle!
Verleugnet euch, verlasst die Welt,
Folgt meinem Ruf und Schalle,
Nehmt euer Kreuz und Ungemach
Auf euch, folgt meinem Wandel nach!
Ich bin das Licht, ich leucht’ euch für
Mit heil’gem Tugendleben.
Wer zu mir kommt und folget mir,
Darf nicht im Finstern schweben.
Ich bin der Weg, ich weise wohl,
Wie man wahrhaftig wandeln soll.
Mein Herz ist voll Demütigkeit,
Voll Liebe meine Seele;
Mein Mund, der fleusst zu jeder Zeit
Von süssem Sanftmutsöle;
Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn
Ist Gott ergeben, schaut auf ihn.
Ich zeig’ euch das, was schädlich ist,
Zu fliehen und zu meiden,
Und euer Herz von arger List
Zu rein’gen und zu scheiden.
Ich bin der Seelen Fels und Hort
Und führ’ euch zu der Himmelspfort’.
Fällt’s euch zu schwer, ich geh’ voran,
Ich steh’ euch an der Seite;
Ich kämpfe selbst, ich brech’ die Bahn
Bin alles in dem Streite.
Ein böser Knecht, der still darf stehn,
Sieht er voran den Feldherrn gehn!
Wer seine Seel zu finden meint,
Wird sie ohn’ mich verlieren;
Wer sie hier zu verlieren scheint,
Wird sie nach Hause führen.
Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,
Ist mein nicht wert und meiner Zier.
So lasst uns denn dem lieben Herrn
Mit Leib und Seel’ nachgehen
Und wohlgemut, getrost und gern
Bei ihm im Leiden stehen!
Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron’
Des ew’gen Lebens nicht davon.
Based on Matt. 16:24: “If any man will come after me, let him deny himself, and take up his cross and follow me.” The hymn has been called a “masterpiece of scriptural didactic poetry.” It appeared first in the author’s Heilige Seelenlust, 1668.
Johann Scheffler, author of the hymn, holds a high place in the first rank of German poets. Born in Breslau, Silesia, the son of Lutheran parents, he studied in the Universities of Strassburg, Leyden, and Padua, graduating with the degrees of Ph.D. and M.D. Early in life he became deeply interested in the famous shoemaker, Jacob Böhme, a mystic and writer of popular books on the inner life. As a result of his studies in mysticism, Scheffler left the Lutherans and became a priest in the Roman Catholic Church. He then gave up the medical profession to devote himself to writing and the priesthood. Scheffler’s hymns, on the whole, are, however, not distinctly Roman Catholic in sentiment, and they became much more popular among the Lutherans and Moravians than among the Catholics. Scheffler wrote under the nom de plume, “Angelus Silesius,” “Angelus” being the name of a Spanish mystic who influenced him greatly, to which he added “Silesius” to indicate his native country.
The translation was made especially for the Hymnary, by Mrs. Joanna Andres, Newton, Kansas. The hymn is unusual in its use of the personal pronoun “I” in the first three stanzas.
MUSIC. MIR NACH! SPRICHT CHRISTUS UNSER HELD is a popular tune composed by Johann Hermann Schein (misspelled “Rhein” in the Hymnary and the Gesangbuch mit Noten).
For comments on Schein see Hymn 508.
O Gott, du frommer Gott,
Du Brunnquell guter Gaben,
Ohn’ den nichts ist, was ist,
Von dem wir alles haben:
Gesunden Leib gib mir,
Und dass in solchem Leib
Ein’ unverletzte Seel’
Und rein Gewissen bleib’.
Gib, dass ich tu’ mit Fleiss,
Was mir zu tun gebühret,
Wozu mich dein Befehl
In meinem Stande führet!
Gib, dass ich’s tue bald,
Zu der Zeit, da ich soll,
Und wenn ich’s tu’, so gib,
Dass es gerate wohl!
Hilf, dass ich rede stets,
Womit ich kann bestehen,
Lass kein unnützes Wort
Aus meinem Munde gehen;
Und wenn in meinem Amt
Ich reden soll und muss,
So gib den Worten Kraft
Und Nachdruck ohn’ Verdruss!
Find’t sich Gefährlichkeit,
So lass mich nicht verzagen;
Gib einen Heldenmut,
Das Kreuz hilf selber tragen!
Gib, dass ich meinen Feind
Mit Sanftmut überwind’
Und, wenn ich Rats bedarf,
Auch guten Rat erfind’!
Lass mich mit jedermann
In Fried’ und Freundschaft leben,
Soweit es christlich ist.
Willst du mir etwas geben
An Reichtum, Gut und Geld,
So gib auch dies dabei,
Dass von unrechtem Gut
Nichts untermenget sei!
Soll ich auf dieser Welt
Mein Leben höher bringen,
Durch manchen sauern Tritt
Hindurch ins Alter dringen,
So gib Geduld. Vor Sünd’
Und Schanden mich bewahr’,
Auf dass ich tragen mag
Mit Ehren graues Haar!
Lass mich an meinem End’
Auf Christi Tod abscheiden,
Die Seele nimm zu dir
Hinauf zu deinen Freuden,
Dem Leib ein Räumlein gönn’,
Bei frommer Christen Grab,
Auf dass er seine Ruh’
An ihrer Seite hab’.
Wenn du an jenem Tag
Die Toten wirst aufwecken,
So tu auch deine Hand
Zu meinem Grab ausstrecken;
Lass hören deine Stimm’
Und meinen Leib weck auf
Und führ ihn schön verklärt
Zum auserwählten Hauf’!
First published in the author’s Devoti Musica Cordis, Breslau, 1630, where it was entitled “Daily Prayer.” Regarding the hymn, originally appearing in 18 stanzas, Fischer writes in his Kirchenlieder Lexicon, 1878:
It is one of the most widely used and signally blessed hymns and has not unjustly been called his “Master Song.” If it is somewhat “home baked” yet it is excellent, nourishing bread. It gives a training in practical Christianity and especially strikes three notes—godly living, patient suffering, and happy dying.
For comments on Johann Heermann see Hymn 534.
For comments on the translator, Miss Winkworth, see Hymn 236.
MUSIC. O GOTT, DU FROMMER GOTT, also known as “Darmstadt,” is attributed to Ahasuerus Fritsch, a German poet and composer who lived in the second half of the 17th century. The music appeared in his Himmels-Lust und Welt Unlust, Jena, 1679. The present version is from J. S. Bach’s Vierstimmige Choralgesänge, 1765-9.
Was Gott tut, das ist wohlgetan!
Es bleibt gerecht sein Wille.
Wie er fängt meine Sachen an,
Will ich ihm halten stille.
Er ist mein Gott, der in der Not
Mich wohl weiss zu erhalten;
Drum lass’ ich ihn nur walten.
Was Gott tut, das ist wohlgetan!
Er wird mich nicht betrügen;
Er führet mich auf rechter Bahn,
Drum lass’ ich mir genügen
An seiner Huld, und hab Geduld;
Er wird mein Unglück wenden,
Es steht in seinen Händen.
Was Gott tut, das ist wohlgetan,
Er wird mich wohl bedenken;
Mein Arzt, der alles heilen kann,
Wird mich mit Gift nicht tränken.
Er ist getreu, und steht mir bei;
Auf ihn nur will ich bauen,
Und seiner Güte trauen.
Was Gott tut, das ist wohlgetan!
Er ist mein Licht, mein Leben,
Der mir nichts Böses gönnen kann;
Ihm will ich mich ergeben
In Freud und Leid; es kommt die Zeit,
Da öffentlich erscheinet,
Wie treulich er’s gemeinet.
Was Gott tut, das ist wohlgetan!
Muss ich den Kelch gleich schmecken.
Der bitter ist nach meinem Wahn,
Lass’ ich mich doch nichts schrekken,
Weil er zuletzt, mich doch ergötzt,
Mit süssem Trost im Herzen;
Da weichen alle Schmerzen.
Was Gott tut, das ist wohlgetan!
Dabei will ich verbleiben;
Es mag mich auf die rauhe Bahn
Not, Tod und Elend treiben:
So wird Gott mich, ganz väterlich,
In seinen Armen halten;
Drum lass’ ich ihn nur walten.
Based on Deut. 32:4: “He is the Rock, his work is perfect: for all his ways are judgment; a God of truth and without iniquity, just and right is he.”
Samuel Rodigast, Professor of Philosophy at the University of Jena, and later rector of the Greyfriars Gymnasium in Berlin, wrote this hymn for his friend Severus Gastorius, precentor of the church at Jena, when Gastorius was ill. Gastorius in turn composed the tune on his sick bed, requesting that the hymn be sung at his funeral. The condition of his health turned for the better whereupon Gastorius ordered his choir to sing the hymn at the door of his house once each week during the period of his convalescence. The music and words became widely known and are used throughout the whole of German Protestantism. The hymn appeared first in Hannoversches Gesangbuch, 1676. The melody appeared in the Auserlesenes Weimarisches Gesangbuch, 1681.
The translation, stanzas 1, 2, and 6 of the original, is Miss Winkworth’s in her Chorale Book for England, 1863.
For comments on Catherine Winkworth see Hymn 236.
A metrical version of the 90th Psalm.
For comments on James Montgomery see Hymn 62.
MUSIC. ALLEIN GOTT IN DER HÖH’ SEI EHR’ appeared in Geistliche Lieder, Leipzig, 1539, where it is set to the hymn, “Allein Gott in der Höh sei Ehr,” by Nikolaus Decius. The tune is of pre-Reformation origin. It is an adaptation from an Easter Gloria of anonymous composition, and appears with variants in different collections. Many settings of the tune have been made by Bach and other great composers, the one here being by Mendelssohn, used in his oratorio, St. Paul.
Dir, dir Jehova, will ich singen,
Denn wo ist doch ein solcher Gott wie du?
Dir will ich meine Lieder bringen,
Ach gib mir deines Geistes Kraft dazu,
Dass ich es tu’ im Namen Jesu Christ,
So wie es dir durch ihn gefällig ist.
Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne,
Damit dein Sohn mich wieder zieh’ zu dir;
Dein Geist in meinem Herzen wohne
Und meine Sinne und Verstand regier’,
Dass ich den Frieden Gottes schmeck’ und fühl’
Und dir darob im Herzen sing’ und spiel’.
Verleih mir, Höchster, solche Güte,
So wird gewiss mein Singen recht getan,
So klingt es schön in meinem Liede,
Und ich bet’ dich im Geist und Wahrheit an,
So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor,
Dass ich dir Psalmen sing’ im höhern Chor.
Denn der kann mich bei dir vertreten
Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind,
Der lehret mich recht gläubig beten,
Gibt Zeugnis meinem Geist, dass ich dein Kind
Und ein Miterbe Jesu Christi sei,
Daher ich Abba, lieber Vater! schrei’.
Wenn dies aus meinem Herzen schallet
Durch deines heil’gen Geistes Kraft und Trieb,
So bricht dein Vaterherz und wallet
Ganz brünstig gegen mich vor heisser Lieb’,
Dass mir’s die Bitte nicht versagen kann,
Die ich nach deinem Willen hab’ getan.
Was mich dein Geist selbst bitten lehret,
Das ist nach deinem Willen eingericht’t
Und wird gewiss von dir erhöret,
Weil es im Namen deines Sohns geschicht,
Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin
Und nehme von dir Gnad’ um Gnade hin.
Wohl mir, dass ich dies Zeugnis habe,
Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit,
Und weiss, dass alle gute Gabe,
Die ich von dir verlanget jederzeit,
Die gibst du und tust überschwenglich mehr,
Als ich verstehe, bitte und begehr.
Wohl mir, ich bitt in Jesu Namen,
Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt;
In ihm ist alles Ja und Amen,
Was ich von dir im Geist und Glauben bitt.
Wohl mir, Lob dir jezt und in Ewigkeit,
Dass du mir schenkest solche Seligkeit!
A prayer for the spirit of grace rightly to praise and worship God, based on John 16:23-28. The hymn was first published in Geistreiches Gesangbuch, Halle, 1697, and appeared again in Freylinghausen’s Gesangbuch, 1704.
Bartholomäus Crasselius, son of a cooper, was born in Wernsdorf, Saxony. He became an ardent disciple of A. H. Francke, leader of the Pietistic movement at Halle. Crasselius was an aggressive advocate of the new life. As Lutheran pastor at Nidda, and later at Düsseldorf, he was known for his unrestrained testimony against the people and the times. Crasselius was nearly always in conflict with the authorities and at one time was suspended four weeks from his office and punished with fines and imprisonment.
The translation, consisting of stanzas 1 and 2, is somewhat altered from Catherine Winkworth’s as it appeared in her Chorale Book for England, 1863.
For comments on Catherine Winkworth see Hymn 236.
MUSIC. DIR, DIR JEHOVAH has been coupled with this text since its first publication in 1704 in Freylinghausen’s Gesangbuch. It is an altered form of a melody set to “Wer nur den lieben Gott lässt walten,” published in the Musikalisches Handbuch, Hamburg, 1690. The composer is not known. In England the tune was altered to fit the long meter hymn, “Ride on, ride on in majesty,” and is called “Winchester New.” See Hymn 369.
A hymn on the Scriptures, setting forth the truth that what the Spirit of God revealed dimly in the Old Testament was fulfilled in the New Testament by the Incarnate Word which is Jesus Christ. George W. Briggs wrote the hymn for Songs of Praise, London, 1931.
For comments on Briggs see Hymn 307.
MUSIC. AUS MEINES HERZENS GRUNDE, also known as “Wolder,” is a traditional tune of anonymous origin. It is found in D. Wolder’s Neu Catechismus Gesangbüchlein, Hamburg, 1588, but is doubtless much older than this book. In the Gesangbuch mit Noten the tune is set to the words, “Aus meines Herzens Grunde,” by J. Matthesius, from which it derives its name.
Wer nur den lieben Gott lässt walten
Und hoffet auf ihn allezeit,
Den wird er wunderlich erhalten
In allem Kreuz und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
Der hat auf keinen Sand gebaut.
Was helfen uns die schweren Sorgen?
Was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
Beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
Nur grösser durch die Traurigkeit.
Man halte nur ein wenig stille
Und sei nur in sich selbst vergnügt,
Wie unsers Gottes Gnadenwille,
Wie sein’ Allwissenheit es fügt.
Gott, der uns sich hat auserwählt,
Der weiss auch gar wohl, was uns fehlt.
Er kennt die rechten Freudenstunden,
Er weiss wohl, wann es nützlich sei.
Wenn er uns nur hat treu erfunden
Und merket keine Heuchelei,
So kommt Gott, eh’ wir’s uns versehn,
Und lässet uns viel Gut’s geschehn.
Denk nicht in deiner Drangsalshitze,
Dass du von Gott verlassen sei’st,
Und dass der Gott im Schosse sitze,
Der sich mit stetem Glücke speist.
Die Folgezeit verändert viel
Und setzet jeglichem sein Ziel.
Es sind ja Gott sehr leichte Sachen
Und ist dem Höchsten alles gleich,
Den Reichen arm und klein zu machen,
Den Armen aber gross und reich.
Gott ist der rechte Wundermann,
Der bald erhöhn, bald stürzen kann.
Sing, bet und geh auf Gottes Wege
Verricht das Deine nur getreu
Und trau des Himmels reichem Segen,
So wird er bei dir werden neu;
Denn welcher seine Zuversicht
Auf Gott setzt, den verlässt er nicht.
One of the most popular of the German hymns. The heading given it by the author was:
A Song of Comfort. God will care for and help every one in His own time. Cast thy burden on the Lord and He shall sustain thee. Psalm 55:22.
The hymn arose out of the author’s personal need and suffering. On his way to Königsberg, to attend the University at that place, Neumark was robbed of his money and stripped of all his possessions except his prayer book and a small amount of cash which, he had sewn into his clothing. He was therefore destitute and in despair, with no prospect of going to school or making a living. After many privations, he at last received an appointment as private tutor in the family of a judge at Kiel, “which good fortune, coming suddenly and as if fallen from heaven,” he wrote, “greatly rejoiced me, and on that very day I composed to the honour of my beloved Lord the hymn, well known here and there, ‘Wer nur den lieben Gott lässt walten,’ and had certainly cause enough to thank the Divine compassion for such unlooked-for grace shown to me.”
Neumark was now able to enter the University and became a student of law and poetry. After years of hardship, he finally had the good fortune of being appointed court poet, librarian, and registrar to Duke Wilhelm II of Saxe-Weimar, and custodian of the ducal archives. Shortly before his death in 1681 he became blind. The hymns he wrote during his prosperous years were markedly inferior to those written during his earlier years of hardship and privation.
The translation was made by Rev. J. J. Voth, North Newton, Kansas, then a member of the Bethel College staff, and pastor of the Gnadenberg Mennonite Church near Whitewater, Kansas. There is also a fine translation of this hymn, by Catherine Winkworth.
MUSIC. WER NUR DEN LIEBEN GOTT is wrongly attributed in the Hymnary to the author of the words. Neumark wrote an extraordinarily fine tune, in the minor mode, for these words, used in many collections, including the Canadian Mennonite Gesangbuch, 1942. The present tune is simpler and more popular than Neumark’s. The composer is not known.
A hymn for Whitsuntide.
Francis Crawford Burkitt, born in London, is a scholar of wide repute in England, the author of many linguistic and theological works. He holds honorary degrees from the Universities of Edinburgh, Dublin, St. Andrews, and Oxford. Burkitt was, for many years, Professor of Divinity in Cambridge University.
The meter of the hymn is unique in that the second quatrain of each stanza changes from the common lambic (- —) to the Trochaic (— -).
MUSIC. FORTEM VIRILI PECTORE, of unknown origin, has much of the character of a German folk tune. It appears in various editions of the Catholisches Gesangbuch, Strassburg, 1697 and onwards, set to a German version of the words, “Fortem virili pectore.”
Gott des Himmels und der Erden,
Vater, Sohn und Heil’ger Geist,
Der es Tag und Nacht lässt werden,
Sonn’ und Mond uns scheinen heisst,
Dessen starke Hand die Welt
Und was drinnen ist, erhält.
Gott, ich danke dir von Herzen,
Dass du mich in dieser Nacht
Vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen
Hast behütet und bewacht,
Dass des bösen Feindes List
Mein nicht mächtig worden ist.
Lass die Nacht auch meiner Sünden
Jetzt mit dieser Nacht vergehn!
O Herr Jesu, lass mich finden
Deine Wunden offen stehn,
Da alleine Hilf’ und Rat
Ist für meine Missetat!
Hilf, dass ich mit diesem Morgen
Geistlich auferstehen mag
Und für meine Seele sorgen.
Dass, wenn nun dein grosser Tag
Uns erscheint und dein Gericht,
Ich davor erschrecke nicht.
Führe mich, o Herr, und leite
Meinen Gang nach deinem Wort!
Sei und bleibe du auch heute
Mein Beschützer und mein Hort!
Nirgends als von dir allein
Kann ich recht bewahret sein.
Meinen Leib und meine Seele
Samt den Sinnen und Verstand,
Grosser Gott, ich dir befehle
Unter deine starke Hand.
Herr, mein Schild, mein’ Ehr’ und Ruhm,
Nimm mich auf, dein Eigentum!
Deinen Engel zu mir sende,
Der des bösen Feindes Macht,
List und Anschläg von mir wende,
Und mich halt in guter Acht;
Der auch endlich mich zur Ruh
Trage nach dem Himmel zu.
Da die Auserwählten alle
Dich, Gott Vater, Sohn und Geist,
Loben mit fröhlichem Schalle,
Gott! der du Zebaoth heisst.
Heil’ger, heil’ger, heil’ger Herr!
Dir gebührt Lob, Preis und Ehr’.
Höre, Gott! was ich begehre;
Vater, Sohn und heil’ger Geist,
Meine Bitte mir gewähre,
Der du selbst mich bitten heisst;
So will ich dich hier und dort
Herzlich preisen fort und fort.
A morning hymn. Stanzas 2, 3, and 5 were special favorites in Germany, stanza 5 having been adopted by children, by brides, by old and young, as a morning prayer. Concerning this hymn, Dr. Cosack, a Königsberg writer, says:
For two hundred years it is hardly likely that a single day has greeted the earth that has not, here and there, in German lands, been met with Albert’s hymn. Hardly another morning hymn can be compared with it, as far as popularity and intrinsic value are concerned, if simplicity and devotion, purity of doctrine and adaptation to all the circumstances of life are to decide.
The author, Heinrich Albert, was the son of a tax collector at Lobenstein, Voigtland. He began the study of music under his uncle, Heinrich Schütz, Court Kapellmeister at Dresden, but abandoned it, at the desire of his parents, to become a lawyer. The profession of law had, however, little interest for him and he returned to his first love, accepting, in 1631, the position of organist of the Cathedral of Königsberg. Albert wrote several hundred secular and sacred poems and composed in all 78 sacred melodies. Most of the former were published in his Etliche Arien.
The hymn has been rendered into English by five or six eminent translators. Johann Christian Jacobi, a native of Germany who was Keeper of the Royal German Chapel, St. James Palace, London, for 42 years, made a translation of this hymn which he included in his Divine Hymns, 1720. Our second stanza, slightly altered, is the work of his hand.
Arthur Tozer Russell, an Anglican clergyman and prolific writer, translated many hymns and composed about 140 original hymns besides a large number of chants and hymn tunes. To him belongs the credit for our 3d stanza which is a translation of stanza 6 of the original. Russell’s translations, on the whole, are “vigorous and strong, but somewhat ultra-faithful to the original metres.”
Catherine Winkworth made a full translation of Albert’s hymn for her Lyra Germanica, 1st Ser. 1855. Our first verse is taken from this work.
For comments on Miss Winkworth see Hymn 236.
MUSIC. GOTT DES HIMMELS UND DER ERDEN was composed by Albert, author of the words. The tune is known too by the names “Godesberg,” and “Waltham.” (See Hymn 370). J. S. Bach used the melody in his Christmas Oratorio.