Wir haben unsern Peter nur kurze Zeit beobachtet und dabei gesehen, daß er in den wenigen Stunden empfindlichen Menschen recht lästig fallen konnte. Nervösen Personen ist bereits das Hundegebell etwas, was ihnen auf die Nerven fällt. Aber selbst gesunden Personen ist es durchaus nicht angenehm, wenn sie beim Radfahren ein Hund verfolgt. Manche steigen sogar ab, weil sie bei den unberechenbaren Bewegungen des Tieres einen Sturz befürchten.
Das Gebissenwerden durch Hunde kommt wohl im großen ganzen nicht so häufig vor, wie man annehmen sollte. In den Großstädten pflegt der Maulkorbzwang diese Gefahr sehr herabzumindern. Uebrigens ist der Maulkorb nur ein unvollkommenes Abwehrmittel. Man ersieht es daran, daß er beißlustige Hunde nicht hindert, anderen Hunden Wunden beizubringen.
Andere, verhältnismäßig selten auftretende Gefahren, beispielsweise durch Tollwut, sollen später noch besprochen werden.
Bisher ist noch unerwähnt geblieben, daß ein Tier, das Speise und Trank zu sich nimmt, natürlich auch Ausscheidungen von sich geben muß. Bei dem Hunde treten diese Entleerungen in besonders unangenehmer Form auf. Er beschmutzt die Ecken von Häusern und überhaupt alle Vorsprünge beim Nässen, während er seine festen Ausscheidungen, die sogen. »Losung«, mit Vorliebe auf dem Bürgersteig absetzt. Es scheint ihm keinen Augenblick Sorge zu machen, daß dabei die Stiefelsohlen der Vorübergehenden mit seiner Losung Bekanntschaft machen können.
Ein Lichtblick hierbei ist es, daß der Hund wenigstens in der Wohnung stubenrein ist oder, wie es allgemein heißt, stubenrein gemacht wird. Darauf werden wir noch näher zu sprechen kommen.
Was veranlaßt nun den Hund zu dieser Handlungsweise, die anscheinend jeder Sitte und Scham Hohn spricht?
Auch hier müssen wir wieder die Lebensweise der wilden Verwandten um Rat fragen. Von den Wölfen und Füchsen wissen wir es mit Bestimmtheit, daß sie wie unsere Hunde an den Ecken und an vorspringenden Punkten nässen.
Versetzen wir uns in die Lage eines Nasentieres, so erkennen wir, daß hierdurch die Natur in höchst einfacher Form einen Nachrichtendienst in der Tierwelt, eine sogenannte »Post«, eingerichtet hat. Kommt ein Wolf in ein fremdes Gebiet, so braucht er nur die vorspringenden Punkte und Ecken zu beriechen und weiß dann sofort, ob hier Artgenossen hausen oder nicht. Am bequemsten kann er das riechen, wenn in der Höhe seiner Nase genäßt ist.
Damit sie stets die erforderliche Flüssigkeit haben, besitzen die Hundeartigen nur sehr wenig Schweißdrüsen. Jeder hat wohl schon beobachtet, daß die Hunde, wie der Volksmund sagt, an der heraushängenden Zunge schwitzen, aber nicht am Körper. Der von der Zunge herabfließende Speichel soll ohne Frage die lange Zunge und damit mittelbar den ganzen Körper abkühlen.
Seine Losung verscharrt der Wolf regelmäßig. Denn bei den Raubtieren hat sie einen so starken Geruch, daß alle Pflanzenfresser, Hirsche, Rehe, Hasen usw. das Gebiet verlassen würden, wo sie die Anwesenheit ihres Feindes durch diesen Umstand wahrgenommen hätten.
Auch unser Hund pflegt sich an dieses frühere Verscharren häufig zu erinnern. Denn man sieht nicht selten, daß er nach der Beendigung des Vorgangs mit den Hinterbeinen scharrt, obwohl das bei dem festen Steinpflaster vollkommen wirkungslos ist. Manche Leute behaupten, daß der Hund sich dadurch die Beine reinigen wolle. Das ist ganz ausgeschlossen, denn im Sande vergräbt er seine Losung auch heute noch, wie es ja auch die Katze tut.
Zu der Zeit, wo der Hund die Aufmerksamkeit einer Hündin erregen will, liegen ihm Räubergedanken fern. Dann vergräbt er die Losung nicht, sondern setzt sie ausgerechnet auf einen Stein oder sonst in einer solchen Höhe, daß sie mit der Nase der Hündin in gleicher Linie ist.
Zum Glück können die Ausscheidungen der Hunde nicht Träger von Krankheiten sein. Niemals hat man etwas davon gehört, daß dadurch Seuchen entstanden sind. Vielmehr behandelte man die Losung im Altertum als Arzneimittel. Auch heute spielt sie bei der Handschuhfabrikation eine große Rolle.
Zuungunsten des Hundes spricht also sehr viel. Man kann es den Hundefeinden nicht verargen, wenn sie darauf dringen, daß Hunde in der Stadt überhaupt nicht gehalten werden dürfen.
Was läßt sich dagegen zugunsten des Hundes geltend machen?
Da gerade bei uns der Stimme des Auslandes eine übermäßige Bedeutung beigemessen wird, so sollte es doch den Hundefeinden zu denken geben, daß man in anderen Kulturstaaten von solcher übertriebenen Gegnerschaft kaum etwas weiß.
Hiervon abgesehen sprechen für den Hund folgende Umstände:
1. Die Verhinderung von Einbrüchen, ja von schweren Verbrechen dürfte alljährlich einen ziemlich hohen Geldbetrag ausmachen und manchem Menschen die Gesundheit, ja das Leben bewahrt haben.
2. Die Rettung von Personen durch Hunde, z. B. von Kindern, die ins Wasser gefallen waren, dürfte erheblich die Zahl der Menschenleben übersteigen, die durch Hunde verloren gegangen sind.
3. Die Leistungen als Blindenführer – von den Polizeihunden sei ganz abgesehen – zwingt uns zu einer solchen Hochachtung, daß man darüber viele Unbequemlichkeiten, die ihre Haltung mit sich bringt, übersehen muß.
4. Der Mensch lebt nicht bloß vom Brot allein. Die Kinder in der Großstadt wachsen in einem steinernen Meer auf, ohne von den Schönheiten der Natur, die das Landleben in sich birgt, etwas zu erfahren. Sie kennen die Freude nicht, wenn die Störche zurückkehren, die Schwalben eintreffen, der erste Kuckucksruf erschallt und tausend andere Dinge, deren Aufzählung zu weit führen dürfte. Und gerade das kindliche Herz hat an den Tieren die größte Freude, weil die Kinder sich unbewußt mit ihnen nahestehend fühlen. Wie oft habe ich es erlebt, daß Großstadtkinder, die sich sonst schrecklich langweilten, stundenlang mit einem Hunde, den ein Verwandter mitgebracht hatte, spielten, ja schließlich nicht in das Bett gehen wollten, weil sie sich nicht von ihm trennen konnten. Nein, diese Freude den Großstadtkindern zu rauben, brächte ich nicht übers Herz, selbst wenn der Hund noch einige Fehler mehr besäße.
5. Selbst im Interesse der Wissenschaft müßte man die Verbannung der Hunde aus der Stadt beklagen. Wer würde es von den Städtern noch zugeben, daß der Hund ein Nasentier und nicht, wie der Mensch, ein Augentier sei, wenn er nicht täglich sähe, wie der Hund sich mit andern Hunden beröche und überall an der Erde und an den Ecken seine Nase tätig sein ließe?
Trotzdem sich also mancherlei zugunsten der Haltung eines Hundes in der Stadt sagen läßt, so wird doch jeder wirkliche Tierfreund nur unter besonderen Umständen einen Hund in der Großstadt halten. Es sind nicht bloß die Belästigungen der Mitmenschen, die er vermeiden will, sondern er verzichtet darauf, einen Hund zu halten, weil er ihm nicht die Behandlung bieten kann, die das Tier braucht.
Als Hetzraubtier ist der Hund an Bewegung gewöhnt, weshalb er vor Freude hochspringt, wenn sein Herr mit ihm ausgehen will. In der Großstadt soll man nur Hunde halten, die wenig Auslauf brauchen wie unsern krummbeinigen Dachshund. Einen Windhund an der Leine herumzuführen, wie man nicht selten sehen muß, kann fast als Tierquälerei bezeichnet werden. Denn ein Geschöpf, das zu den schnellsten Säugetieren gerechnet werden kann und das in der Freiheit gewiß täglich ein paar deutsche Meilen zurücklegen würde, soll man nicht auf ein paar Schritte beschränken.
Ueber die vorhin erwähnte Stubenreinheit der Hunde wäre noch folgendes zu bemerken.
Ich entsinne mich noch aus meiner Kindheit, wie mein Vater uns zeigte, auf welche Weise ein junger Hund stubenrein gemacht wird. Er wurde mit der Nase in den von ihm gemachten Pfuhl ordentlich gestukt, bekam dann auf die Rückseite ein paar Klapse und wurde mit einem »Schämst du dich denn gar nicht« zur Türe hinausbefördert. Da ein solches Verfahren fast immer den gewünschten Erfolg hatte, so zweifelte ich keinen Augenblick daran, daß der Hund durch die Ermahnung und die Schläge ein gewisses Verständnis für das Verwerfliche seines Treibens bekam und sich besserte.
Später, als ich Affen genau studierte, sah ich zu meinem Erstaunen, daß der Affe, trotz seiner Klugheit, für Stubenreinheit nicht das mindeste Entgegenkommen zeigte. Ich habe unzählige zahme Affen kennengelernt, aber keinen einzigen, der stubenrein ist. Weder Prügel noch Scheltworte richten bei ihnen das geringste aus.
Hieraus geht klar hervor, daß der Mensch nicht den Hund stubenrein macht, sondern, wie beim Apportieren, einen im Hunde liegenden Urtrieb zur Entwicklung bringt.
So ist es auch in der Tat. Der Hund ist, wie seine Verwandten Wolf und Fuchs, früher ein Höhlenbewohner gewesen. Die Hundehütte ist ja weiter nichts als ein Ersatz für die frühere Höhle. Wir wissen nun vom Dachs, Hamster und andern Höhlenbewohnern, daß sie für ihre Entleerungen ein besonderes Abteil, eine Art Klosett, besitzen. Sie wissen aus Instinkt – was das ist, soll später erörtert werden –, daß sie ihre Höhle mit ihrem Unrat verpesten würden, wenn sie diese Vorsicht nicht beachteten.
Der Hund hat also von Hause aus den Trieb, seine Höhle nicht zu verunreinigen. Das sieht man am besten daraus, daß er sein Lager nicht verunreinigt, wenn man ihn daran festbindet.
Der Affe, der auf Bäumen lebt, kann kein Lager verpesten, und deshalb hat er für Stubenreinheit kein Verständnis.
Da sich die Lebensweise des Hundes besser auf dem Lande als in der Großstadt beobachten läßt, so nehmen wir die Einladung eines Bekannten an, der ein großer Tierfreund ist und mehrere Hunde auf seinem Grundstück hält. Unterwegs fällt uns ein Hund auf, der mit Grasfressen beschäftigt ist.
Dieses Grasfressen eines Fleischfressers hat seit alter Zeit die Aufmerksamkeit der Menschen erregt und die verschiedenartigste Deutung gefunden.
Wir beobachten jetzt an dem Hunde, daß er sich übergeben muß, wobei etwas Schleim zu Tage tritt.
Da für den Landbewohner dieser Vorgang eine alltägliche Erscheinung ist, so erklärt sich hieraus die Redensart: Es bekommt einem, wie dem Hunde das Gras, nämlich übel.
Man glaubte also, daß der Hund als unvernünftiges Tier so wenig wisse, was ihm eigentlich gut tue, daß er aus reiner Dummheit das Gras fresse. Weil er vom Grase keine Speise oder Stärke erhält, da es wider seine Natur ist, so ist die Folge eben die Uebelkeit.
Nur ein oberflächlicher Tierbeobachter kann diesen Standpunkt einnehmen. Denn in Wirklichkeit ist es doch höchst wunderbar, daß die Tiere ohne Belehrung wissen, was ihnen gut tut, und schädliche Dinge meiden.
Das Grasfressen soll ferner folgende Gründe haben. Der Hund merkt, daß er Würmer hat. Um diese zu töten, frißt er scharfkantige Gräser, damit sie in seinem Leibe die Bösewichter zerschneiden.
Da viele Würmer durch Zerschneiden gar nicht getötet werden, so ist diese Annahme grundfalsch, wobei noch davon abgesehen werden soll, daß das verschlungene Gras gewiß zu dem erwähnten Zwecke ganz untauglich wäre.
Manche halten das Grasfressen für eine bloße Spielerei. Dem kann ich mich nicht anschließen, nachdem ich folgendes beobachtet habe.
Ein Hund hatte beim Apportieren von Korken ein kleines Bröckchen verschluckt. So sehr er bei größeren Stücken seinen Magen in der Gewalt hat, so suchte er vergeblich durch Erbrechen das Korkstückchen wieder von sich zu geben. Da der Hund hinaus in den Garten wollte, so kamen wir seinem Wunsche nach. Er fing sofort an Gras zu kauen und nach kurzer Zeit trat die erwünschte Wirkung ein. Hiernach muß ich das Grasfressen – wenigstens in manchen Fällen – für ein Brechmittel bei Magenverstimmungen halten.
Daß die Hunde sich auf dem Lande so viel wohler befinden als in der Stadt, führe ich zum Teil auf diesen Umstand zurück, daß der Hund in ländlichen Verhältnissen bessere Gelegenheit hat, seine natürlichen Heilmittel zu benutzen.
Wir begrüßen unseren Bekannten, Herrn Böhm, der mit seinem Pudel bereits am Eingange steht, und werden natürlich von dem Hunde, dem wir nicht bekannt sind, angeblafft.
Als Wachhunde sind Pudel gewöhnlich ebensowenig zu gebrauchen wie Jagdhunde. Mit Recht hat man vom Pudel gesagt, daß jemand seinen Herrn morden könne, ohne daß ihm der Pudel beistände. Auch der Jagdhund steht seinem Herrn nicht immer bei.
Dieses Verhalten so kluger Tiere dürfte darauf zurückzuführen sein, daß der Pudel ein zu großer Menschenfreund ist, um überhaupt Menschen zu beißen. Dem Jagdhunde steckt sein Wild so im Kopfe, daß ihm andere Menschen, wenn sie nicht auf Jagd gehen, gleichgültig sind.
Dagegen ist der Pudel ausgezeichnet zu allerlei Kunststücken geeignet, und da solche Kunststücke beim Volke sehr beliebt sind, so ist auch der Pudel ein sehr geschätzter Hund.
Mit der größten Bereitwilligkeit ist auch unser »Karo«, wie der Pudel heißt, bereit, zu zeigen was er kann. Kaum haben wir seinem Herrn gegenüber den Wunsch geäußert, einige Glanzleistungen von Karo zu sehen, so erhalten wir eine richtige Vorstellung. Erst werden die einfachen Sachen vorgeführt: Hinsetzen, Schönmachen, die Pfote geben, auf den Hinterbeinen gehen. Dann kommen die schwierigeren Sachen: über Stock und Stühle springen und tanzen. Dazwischen muß Karo zeigen, wie der Hund spricht und beweisen, daß er rechts und links unterscheiden kann. Nur einen Happen, den er von der rechten Hand seines Herrn bekommt, nimmt er, sonst läßt er ihn ganz unberücksichtigt.
Um Karo als Schwimmer und Taucher zu bewundern, gehen wir nach dem nahegelegenen See. Der Pudel schwimmt vortrefflich, fast wie eine Ente, und apportiert mit unglaublicher Ausdauer. Wenn er aus dem Wasser kommt, muß man sich natürlich vorsehen, daß man nicht beim Ausschütteln des Felles naß wird. Dieses Schütteln der Haut können wir ihm nicht nachmachen, da die unsrige nicht so beweglich ist. Wie groß die Beweglichkeit der Hundehaut ist, ersehen wir deutlich, wenn wir einen Hund am Nacken hochheben.
Karo ist ein Rüde und etwa 1½ Jahre alt. Wie Herr Böhm erzählt, hat er ihn erst seit einigen Monaten. Er ist durch einen Zufall zu ihm gekommen, da sein bisheriger Herr plötzlich verstorben war, und ihm der Hund zu einem Spottpreis angeboten wurde. Die erste Zeit sei das Tier allerdings sehr traurig gewesen und habe wenig Nahrung zu sich genommen. Jetzt aber habe er sich in die neuen Verhältnisse eingewöhnt und fühle sich augenscheinlich sehr wohl.
Es ist eigentlich recht wunderbar, daß fast alle Tiere ohne Unterricht schwimmen können. Wie lange braucht der Mensch, um ordentlich schwimmen zu können? Mancher lernt es überhaupt niemals.
Auch hier wollen wir uns bei den wilden Verwandten erkundigen, wie es mit ihrer Schwimmkunst steht.
Die Wildhundarten als Raubtiere müssen natürlich schwimmen können, denn sonst würden die Pflanzenfresser, die sie verfolgen, sich jedesmal dadurch retten, daß sie in das Wasser flüchten. Wölfe schwimmen nicht nur gut, sondern scheinen auch gern in das Wasser zu gehen. Der Fuchs kann ebenfalls schwimmen, aber man wird nicht behaupten können, daß er gern ins Wasser geht. In Jagdrevieren kann man beobachten, daß er lieber einen Umweg macht und über einen Steg geht, als daß er den Graben durchschwimmt.
Oft hat Herr Böhm gesagt, wenn der Pudel etwas falsch machte: »Aber Karo, schämst du dich gar nicht?« Wir kommen darauf zu sprechen, ob der Hund ein wirkliches Gefühl für »sich schämen« besitzt? Ich bezweifle es sehr stark, denn ich nehme an, daß der Hund aus dem Tone der Sprache heraushört, daß der Herr böse ist, und daß ihm etwas Aergerliches in Aussicht steht. Ich glaube also, daß diese allgemein übliche Redensart eine Vermenschlichung ist, die beim Tier nicht recht paßt. Zu einem sonst braven Knaben, der eine Dummheit begangen hat, können wir mit Recht sagen: Schämst du dich nicht? Wir rufen sein Ehrgefühl an und verzichten deshalb auf eine Bestrafung. Beim Tiere aber, selbst wenn es ein kluger Pudel wäre, ein solches Ehrgefühl anzunehmen, scheint mir unbegründet zu sein. Bei jeder Erklärung muß man zunächst versuchen, mit einer möglichst einfachen auszukommen.
Mein Bekannter macht hiergegen geltend, daß ein feinfühliger Hund oft, wenn er gescholten sei, seinen Herrn links liegen lasse, also gewissermaßen schneide. Diesen Einwand habe ich schon oft gehört. Dieses Benehmen ist wohl aber mehr auf Eitelkeit als auf Ehrgefühl zurückzuführen. Ein Knabe schämt sich bei der Ermahnung seines Lehrers, weil er sich im stillen sagt: Wenn ich mich ordentlich angestrengt hätte, würde ich das aufgegebene Gedicht fließend aufsagen können. Bei einem Hunde kann man aber einen solchen Gedankengang nicht annehmen.
Während unserer Unterhaltung hat Karo einen kleinen Privatbummel gemacht. Wir sehen an dem Rauche der Zigarren, daß der Wind aus Südwesten kommt und können feststellen, daß der Hund gegen die Windrichtung gelaufen ist. Jeder Hund, der nicht besondere Ziele verfolgt, wird bei freier Wahl die Richtung gegen den Wind bevorzugen. Das liegt allen Raubtieren im Blut. Wie Hunde und Katzen ihre Ausscheidungen verscharren, damit sie nicht von den Pflanzenfressern gewittert werden, so laufen sie aus demselben Grunde gegen den Wind. Denn ein Hirsch oder Reh mit ihren feinen Nasen würden einen Wolf schon aus sehr weiter Entfernung wittern, wenn er nicht diese Vorsichtsmaßregel gebrauchte. Der Wind trägt bekanntlich alle Düfte sehr weit. Vor vielen Jahren wohnten wir fast zwei Kilometer weit von einer chemischen Fabrik. Wehte der Wind von der Fabrik zu uns, so war es nicht zum Aushalten, während man sonst nichts davon bemerkte.
Karo, der schwarze Pudel, hat auch eine kühle und feuchte Nase. Man nimmt, und wohl mit Recht, an, daß das ein Zeichen von Gesundheit des Hundes ist. Denn ein kranker Hund pflegt eine trockene und warme Nase zu haben. Woher kommt das?
Auch in diesem Falle sieht man wiederum, daß der Hund ein Nasentier ist. Einmal ist die Nase bei den Geschöpfen, bei denen sie die Hauptrolle spielt, sehr empfindlich, wie bereits erwähnt wurde. Wenn wir Menschen einen Schlag auf die Nase bekommen, dann blutet sie wohl, aber wir empfinden keinen uns betäubenden Schmerz. Ganz anders liegt die Sache bei einem Schlag ins Auge. Dann sehen wir ordentliche Feuergarben aufblitzen. Denn bei uns ist das Auge das wichtigste Organ, weshalb wir eine uns ans Herz gewachsene Sache wie einen »Augapfel« hüten. Also die Nase ist der wichtigste Sinn des Hundes, und als solche muß sie feucht sein aus folgenden Gründen.
Nehmen wir an, wir betreten nach einem Gewitterregen unseren Garten. Dann empfinden selbst unsere stumpfen Nasen, daß alles doppelt so stark riecht. Feuchtigkeit unterstützt das Riechvermögen, wie jeder Jäger weiß. An heißen, trockenen Augusttagen finden die Jagdhunde manchmal keine Hühner, obwohl solche vorhanden sind. Die trockene Wärme und die trockene Kälte lassen die Hundenasen viel weniger leisten als sonst.
Damit die Hundenase gut wittert, muß sie also feucht sein. Um feucht zu bleiben, muß sie kühl sein.
Da die schwarze Farbe alle Duftstoffe stark anzieht, weshalb viele Aerzte gegen die schwarzen Kleider der Krankenschwestern eingenommen sind, so ist wahrscheinlich aus diesem Grunde die Nase aller Nasentiere schwarz. Selbst der Eisbär hat in seinem weißen Pelz eine schwarze Nase, die schon von weitem auffällt. Man glaubt den Eskimos, daß er beim Beschleichen der Seehunde mit einer seiner großen Pranken die Nase bedecke, damit sie ihn nicht verrate.
Jetzt wissen wir also, weshalb die Nase des Hundes empfindlich, kühl, feucht und schwarz ist.
Karo hat Hängeohren, während Schäferhunde gewöhnlich Steh- oder Kippohren besitzen. Wie können wir diesen Unterschied erklären?
Das Gehör ist ein außerordentlich wichtiger Sinn. Nach meiner Ansicht hören alle Säugetiere mindestens so gut wie der Mensch, gewöhnlich aber schärfer.
Auch hier will ich mit größtem Nachdruck die ungeheure Wichtigkeit des Gehörs hervorheben. Hoffentlich wird also die Bezeichnung Augen- und Nasentiere nicht mißverstanden und daraus der ganz irrige Schluß gezogen, daß Augen- und Nasentiere schlecht hören könnten.
Alle freilebenden Tiere müssen ihr Gehör fortwährend anstrengen. Daher kommt es, daß wir unter den freilebenden Säugetieren nur Stehohren antreffen.
Allerdings sieht man manchmal Hirsche, die in Parks gehalten werden, mit einem Schlappohr. Da aber solche Hirsche Haustieren gleichen, weil sie keine Nachstellungen von Feinden erleiden, so bestätigen sie den Satz, daß ein Säugetier unter natürlichen Verhältnissen Stehohren besitzt.
Bei unseren Hunderassen haben also diejenigen, die ihren Verwandten am ähnlichsten leben, noch Stehohren, so die deutschen Schäferhunde. Bei den schottischen Schäferhunden fangen bereits die Kippohren an, weil sie bei uns keine Schafe mehr hüten. Die reinen Haushunde wie Pudel, Möpse, ja selbst die Jagdhunde haben Schlappohren. Braucht die Katze keine Mäuse mehr zu fangen, so bekommt sie, wie von der chinesischen Katze berichtet wird, ebenfalls Schlappohren.
Ist das Abschneiden der Ohrlappen, das sogenannte Kupieren, zu billigen? Gewöhnlich wird es als große Tierquälerei getadelt. So einfach liegt die Sache jedoch nicht. Unter natürlichen Verhältnissen steht, wie wir sahen, das Ohr aufrecht. Bei unseren Haushunden sind dagegen Hängeohren die Regel. Durch den vorhängenden Ohrlappen wird namentlich bei langhaarigen Hunden manchmal eine solche Hitze erzeugt, daß die Hunde große Ohrenschmerzen leiden. Wenn man also durch das Kupieren beabsichtigt, den Hund vor Schmerzen zu bewahren, so läßt sich dagegen wenig einwenden.
Wir kehren zu unserem Karo zurück und benutzen die Gelegenheit, um über einige Streitfragen Aufklärung zu bekommen. Die meisten Hunde fürchten sich vor einem leeren Wasserglas, und man findet die Erklärung darin, daß die Hunde früher einmal mit Wasser begossen worden sind und deshalb das Wasserglas scheuen. Bei der wasserscheuen Katze wäre diese Erklärung einleuchtend, aber die Furcht des Hundes vor dem leeren Wasserglase habe ich bei Katzen nicht feststellen können. Außerdem müßte sich ein Hund dann erst recht vor einer Gießkanne fürchten, mit der man ihn begossen hat. Das habe ich wiederholentlich getan, aber niemals das Zurückweichen wie vor dem Wasserglase beobachten können.
Unser Bekannter hat inzwischen ein Wasserglas geholt und wir können bei Karo genau das beobachten, was bei Hunden üblich ist. Bringt man ihm das Glas in die Nähe des Kopfes, so ist ihm das anscheinend sehr unangenehm, und er weicht zurück.
Da der Hund ein Nasentier ist, das sich in erster Linie nach der Nase richtet, und das Glas wohl zu den wenigen Gegenständen gehört, die wenig oder gar keine Ausdünstung haben, so befindet sich der Hund in der üblen Lage, daß seine Augen etwas wahrnehmen, seine treue Nase aber nichts. Das ist ihm unangenehm und er will sich fortwenden. Das sieht man beispielsweise, wenn ein Hund von fern in einen Spiegel schaut, wie es bei Umzügen vorkommt, wo ein großer Wandspiegel auf der Straße steht. So sah ich, wie eine Dogge in einem solchen Falle die Haare sträubte und auf den Spiegel zuging, weil sie glaubte, einen Gegner anzutreffen. In der Nähe beroch sie den Spiegel und lief fort, da ihre Nase ihr berichtet hatte, daß es sich um ein Gespenst gehandelt hatte.
Augentiere dagegen, wie der Affe, haben große Vorliebe für einen Spiegel, wovon man sich in Zoologischen Gärten oft überzeugen kann.
Auch die alte Streitfrage, ob Hunde Bilder erkennen, verneint Herr Böhm aufs entschiedenste. Sein Karo und sein Hektor, ein Jagdhund, den wir gleich noch kennenlernen werden, beachten das große Bild von ihm gar nicht, obwohl sie sehr anhänglich wären. Uebrigens hat schon der große Naturforscher Alexander von Humboldt vor mehr als hundert Jahren genau das gleiche beobachtet. Er weist darauf hin, daß die klügsten Hunde ganz kalt bei Bildern bleiben, während seine zahmen Affen nach den gemalten Gegenständen griffen.
Kürzlich, so erzählt uns unser Bekannter, ging er mit seinem Hektor spazieren und kam dabei an einem großen Garten vorbei, in dem, wie es so häufig vorkommt, ein aus einer Tonmasse hergestelltes Reh im Grase ruhte. Da das Reh sehr natürlich wiedergegeben war, so erregte es die Aufmerksamkeit des Hundes, der bei der Windrichtung keine Witterung von dem Gegenstande bekommen konnte. Da der Garten einem lieben Freunde von ihm gehörte, so öffnete Herr Böhm die Gartentür, um zu sehen, was der Hund beginnen würde. Er benahm sich genau so wie die vorhin erwähnte Dogge vor dem Wandspiegel. Nachdem er das Reh berochen hatte, ließ er es links liegen.
Bei dieser Gelegenheit erwähnt Herr Böhm, daß er schon häufig in der Nachtruhe durch das Gebell der Hunde bei klarem Vollmond gestört worden sei. Diese Beobachtung ist sehr alt, denn sie hat zu der Redensart Anlaß gegeben: Die Hunde bellen den Mond an, um damit auszudrücken, daß der Mensch in diesem Falle ein Bild sinnlosen Tuns erblicken könne. Diese allgemein herrschende Ansicht, wonach sich ein verächtliches Geschöpf, wie der Hund, über einen erhabenen Himmelskörper ärgere und ihn zu begeifern trachte, ist unzweifelhaft unrichtig. Darüber bin ich mit meinen Bekannten einig. Was aber der wahre Grund der Erregung der Hunde gegen den Mond ist, läßt sich nicht leicht sagen.
Die Araber erzählen von ihren Hunden, daß sie oft die weißen Wolken am Himmel anbellen. Dann ließe sich das Unbehagen des Hundes in der gleichen Weise erklären, wie bei dem leeren Wasserglase. Seine Augen sehen etwas Glänzendes, Helles, nämlich den Mond, die Wolken, das Glas, aber sein Hauptsinn meldet nichts von der Erscheinung. Dem Hunde geht es genau so, als wenn wir Geisterstimmen hören, aber nichts entdecken können. Oder wir merken, daß es brandig riecht, können aber die Brandstelle nicht finden.
Es kann aber auch sein, daß der wahre Grund ein anderer ist. Viele Jäger behaupten, daß der Vollmond auf alles Wild und Getier eine auffallend erregende Wirkung ausübe. Dann belle also der Hund gar nicht den Mond an, wie man vermute, sondern bei ihm als früherem Raubtier werde durch den Vollmond die Erinnerung an die vergangenen Zeiten aufgefrischt, wo er beim Vollmondschein besonders eifrig jagte.
Eine der auffallendsten Erscheinungen ist das Wedeln des Hundes mit dem Schwanze. Sowohl Peter hat seinen Herrn bei seinem Erscheinen durch Schwanzwedeln begrüßt, als auch Karo läßt in Gegenwart unseres Bekannten seinen Schwanz kaum zur Ruhe gelangen. Die Erklärung dafür ist aber recht verwickelt, so daß wir sie vorläufig zurückgestellt hatten.
Auch hier können wir einen wirklichen Fingerzeig zum richtigen Wege nur dadurch erhalten, daß wir uns in die Lebensweise der wilden Verwandten unseres Hundes versetzen. Sowohl Wölfe wie Schakale wedeln mit dem Schwanze, um ein Zeichen ihrer friedlichen Gesinnung zu geben. Das Schwanzwedeln muß also in ihrer Lebensweise eine wichtige Rolle spielen.
Auffallend ist es, daß wir bei unseren anderen Haustieren eine solche Kundgebung durch den Schwanz nicht kennen. Wenn die Katze ihren Schwanz bewegt, so hat das einen ganz anderen Zweck. Pferde und Kühe bewegen zwar auch ihren Schwanz, aber um damit Fliegen abzuwehren, nicht jedoch, um uns zu zeigen, daß sie es gut mit uns meinen.
Wir erwähnten früher, daß noch heute die verwilderten Hunde in Konstantinopel jeden fremden Hund zu zerreißen suchen. Nun kommen bei Wildhunden häufig Fälle vor, wo ein Rudel durch Kämpfe so geschwächt oder durch Nachwuchs so stark geworden ist, daß sich einige von ihnen einem anderen Rudel anschließen wollen. Noch häufiger wird es vorkommen, daß ein von einem Rudel versprengter Hund erst nach einigen Tagen seine Artgenossen findet.
Wir wissen, daß alle Hunde nach Möglichkeit gegen den Wind laufen, um durch ihre Nase zu erfahren, was sich vor ihnen befindet. Kommt nun ein versprengter Wildhund zu seinem Rudel, so weiß er zwar durch seine Nase, daß er vor seinem alten Rudel steht, aber die Kameraden wissen nicht, daß es sich um einen Angehörigen von ihnen handelt. Denn der Wind weht von dem Rudel zum Ankömmling, nicht aber vom Ankömmling zum Rudel.
Bei Wildpferden und Wildrindern werden ebenfalls versprengte Mitglieder manchmal zurückkehren. Auch die Wildpferde laufen gegen den Wind und besitzen ebenfalls nur ein schwaches Auge wie der Hund. Trotzdem ist das Leben des Ankömmlings nicht gefährdet. Er erhält vielleicht einen unbedeutenden Stoß oder Huftritt, ehe die Seinen erkennen, daß es ein alter Genosse ist.
Ganz anders liegt die Sache bei den Wildhundarten. Stürzen sie sich infolge ihres schwachen Gesichts, und weil ihre Nase wegen der ungünstigen Windrichtung nichts leisten kann, auf den vermeintlichen Fremdling, so ist es um ihn geschehen. Er ist in kurzer Zeit abgewürgt.
Die ungeheure Gefahr, die einem versprengten Wildhund bei seiner Rückkehr droht, ebenso allen Ankömmlingen, die sich in bester Absicht dem Rudel nähern, machte für die Hundearten ein Signal, also ein deutliches Zeichen für Freundschaft nötig. Das erhielten sie durch das Wedeln mit dem Schwanze.
Da das Auge des Hundes, wie wir wissen, Bewegungen sehr gut sieht, so kann das Signal kaum jemals übersehen werden. Der versprengte Hund braucht bei seiner Rückkehr also nur mit dem Schwanze zu wedeln, um dasselbe zu erreichen, was die Menschen, die sich als Krieger gegenüberstehen, durch Hissen eines weißen Taschentuches bezwecken.
Allbekannt ist es, daß man einen fremden Hund dadurch in eine freundliche Stimmung versetzen kann, daß man mit der Hand auf das Knie klopft und dabei ruft: »Komm, gutes Hundchen, komm her!« Der merkwürdige Erfolg dieser Bewegung erklärt sich einfach als eine Nachahmung des Schweifwedelns. Die Bewegungen des Armes in Kniehöhe erinnern an die Bewegungen des Schwanzes. Das Klopfen ist vollkommen gleichgültig.
Karo wird jetzt in das Haus gebracht, und uns an seiner Stelle Hektor vorgeführt, ein sehr schöner, kurzhaariger Jagdhund. Beide Hunde vertragen sich ganz gut, sind aber sehr eifersüchtig aufeinander. Jeder Hundebesitzer weiß, daß der Neid unter den Hunden sehr groß ist. Wenn ein Hund einmal nicht fressen wollte, was in Friedenszeiten nicht selten vorkam, so brauchte man nur zu rufen: »Ich werde es dem Pussel, nämlich dem Hunde des Nachbars, oder der Katze geben,« dann packte der Neid den Hund derartig, daß er alles bis auf den letzten Bissen hinunterschluckte.
Da der Wildhund, wie wir am Wolfe sehen, selbst im Sommer nicht kurzhaarig wird, so muß der Mensch den Hunden künstlich die Kurzhaarigkeit angezüchtet haben. Warum hat er das getan?
Der Jäger gebraucht den Hühnerhund, wie wir bereits wissen, besonders bei der Jagd auf Rebhühner. Diese beginnt gewöhnlich im August, wo es manchmal glühend heiß ist. Das andauernde Laufen in der brennenden Sonnenglut kann ein Wildhund nicht vertragen. Denn als nächtliches Tier ruht er zu dieser Zeit irgendwo in einem schattigen Gebüsch.
Ein kurzhaariger Jagdhund kann bei seiner geringen Behaarung der Sonnenglut viel leichter standhalten. Trotzdem macht der Jäger an heißen Augusttagen zur Mittagszeit eine Pause.
Aber nicht nur der Jäger hat von der Kurzhaarigkeit Vorteil. Jeder Hundebesitzer weiß, wie schwierig die Haarpflege bei langhaarigen Hunden ist. Auch kann man dem Ungeziefer schwer beikommen.
In der freien Natur vollzieht sich der Haarwechsel, der im Frühjahr und im Herbst eintritt, sehr schnell. Wölfe und Füchse brauchen nicht gekämmt zu werden, um die alten Winterhaare zu verlieren. Sie krauchen fast alltäglich durch Gebüsch und Dornen, die das Kämmen besser als der Mensch mit einem Kamm besorgen. So sehen freilebende Tiere immer glatt aus.
Stubenhunde dagegen, die wenig Bewegung haben, haaren so ziemlich das ganze Jahr und können dem Besitzer fortwährend Arbeit verursachen. Bei langhaarigen Hunden ist das natürlich besonders schlimm.
Kurzhaarigen Hunden im Winter bei strengem Frost eine Decke auflegen, ist also keine Verzärtlichung, wie man häufig hört. Denn wir Menschen haben den Hunden das natürliche Haarkleid, das sie bei großer Kälte brauchen, fortgezüchtet.
Wie schön wäre es doch für uns Menschen, wenn auch uns im Winter die notwendige wärmere Bekleidung von der Natur geschenkt würde, wie es bei den Tieren der Fall ist. Namentlich jetzt bei den so teuren Preisen!
Weil kurzhaarige Hunde im Winter leicht frieren, so hat man ein Mittelglied zwischen ihnen und den langhaarigen Hunden gezüchtet, nämlich stichelhaarige oder rauhhaarige.
Während die Kunststücke beim Pudel nur Unterhaltungswert besitzen, ist die Abrichtung eines Jagdhundes für den Jäger von großem Wert. Er muß stets an der linken Seite gehen, um seinem Herrn beim Schießen nicht hinderlich zu sein, er muß auf den Zuruf »nieder« oder »down (daun)!« sich fest auf die Erde legen. Dadurch erreicht man, daß man den Hund ohne Leine fest in der Hand behält, wenn er beispielsweise bei einer Hetze uns entschwinden will.
Herr Böhm zeigt uns, wie gut Hektor dressiert ist. Er apportiert mit Freuden, selbst eine tote Krähe, was Hunde sonst nicht gern mögen.
Unser Bekannter räumt ein, daß man Jagdhunde nicht zu sehr wegen ihrer Anhänglichkeit auf die Probe stellen darf. Wie groß die Jagdleidenschaft ist, erkennt man daran, daß der gierigste Fresser oft das Essen unbeachtet läßt, wenn es zur Jagd geht.
Ich habe selbst erlebt, daß in dem Jagdrevier eines Freundes, in dem ich jagen durfte, die Jagdhunde ihren alten Wärter im Stich ließen und sich mir, dem Fremden, anschlossen, nur weil ich mit dem Gewehr auf Jagd ging.
Herr Böhm erzählt uns von seinen früheren Hunden. So hat er viele Jahre einen Dachshund »Männe« gehabt. Wie alle Dachshunde war er sehr selbständig und gehorchte seinem Herrn regelmäßig nur dann, wenn es ihm paßte.
Der Unabhängigkeitssinn des Dachshundes im Verhältnis zu seinem Herrn, den man bei anderen Hunden nicht antrifft, muß natürlich seinen Grund haben und hat ihn auch. Der Dachshund wird von den Jägern dazu gebraucht, um Dachse und Füchse, die in ihre Höhle geflüchtet sind, zu stellen, möglicherweise auch zu würgen. Bei diesem unterirdischen Kampf auf Leben und Tod hat der Mensch es sehr leicht zu sagen: »Faß, mein Hundchen, faß!« Das Zufassen wäre in dem Zeitpunkte vielleicht gerade ein großer Fehler, denn es darf nur in einem günstigen Augenblicke geschehen. Der Dachshund hat sich also daran gewöhnt, das, was sein Herr sagt, nicht sonderlich zu achten.
Ganz besonders liebte es »Männe«, Knochen für eine spätere Zeit sich aufzuheben und zu diesem Zwecke zu verscharren. Der Dachshund ist zum Wiederauffinden der verscharrten Knochen ganz besonders geeignet, da seine Nase sehr fein ist und sich obendrein ganz nahe am Erdboden befindet.
Auch einen Windhund »Roland« hat mein Bekannter längere Zeit besessen, hat ihn aber wieder weggegeben, da er für ihn keine Verwendung hatte. Der Windhund nimmt noch eine größere Ausnahmestellung unter den Hunden ein als der Dachshund.
Gerade der Windhund ist ein untrüglicher Beweis dafür, daß Auge und Nase in einer gewissen Abhängigkeit voneinander stehen. Von allen Hunden sieht er am besten und muß auch am besten sehen, da er als Hetzer vorher das Wild erblicken muß, das er einholen will. Dafür ist auch sein Geruch, wie schon die kleine Nase andeutet, nicht entwickelt genug, um, wie die andern Hunde, mit ihm eine Fährte dauernd zu halten.
Auf dieses geringere Geruchsvermögen des Windhundes führt man es zurück, daß er an den Menschen so wenig anhänglich ist. Man hat nämlich bei säugenden Hunden, die durch einen Unglücksfall ihre Riechfähigkeit eingebüßt, festgestellt, eine wie ungeheure Rolle bei den Hunden die Nase spielt. Sie konnten ihre Mutter nicht mehr finden und später die verschiedenen Speisen nicht unterscheiden. Auch waren sie nicht im geringsten anhänglich an ihren Herrn.
Dieser Mangel an Anhänglichkeit bei riechunfähigen Hunden kommt einfach daher, weil sie kein Mittel haben, um ihren Herrn von anderen Menschen zu unterscheiden. Sie gleichen jungen Affen, denen man die Augen ausgestochen hat. Auch diese würden nicht anhänglich werden, weil sie ihren Herrn von andern Personen nicht unterscheiden können.
Der Windhund dagegen ist deshalb weniger anhänglich, weil er von einer Wildhundart abstammt, die, wie die Katze, gewöhnlich allein jagt. Der Windhund mit seiner ungeheuren Geschwindigkeit braucht kaum einen Mithelfer, um Beute zu erlangen. Deshalb heult er sich auch nicht mit andern Wildhunden zusammen. Aus diesem Grunde neigt der Windhund sehr wenig zum Bellen.
Auch einen Schäferhund hat Herr Böhm besessen und will sich einen solchen wieder anschaffen, da Pudel und Jagdhunde, wie wir wissen, als Wächter für Grundstücke weniger passen.
Der Schäferhund hat nicht ganz das Auge des Windhundes, immerhin aber ist es viel besser als bei den meisten andern Hunden. Das rührt von seiner Tätigkeit beim Hüten der Schafe her.
Zum Polizeihund ausgerechnet den Schäferhund zu wählen, wird man kaum gutheißen können. Bei der Jagd hat man eigentlich den Schäferhund nur gebraucht, wenn man Wildschweine ausfindig machen wollte. Diese aber haben eine so strenge Ausdünstung, daß man sie fast mit der Menschennase finden kann.
Trotzdem hat man den deutschen Schäferhund zum Polizeihund gewählt. Das kommt sicherlich daher, weil er der willigste und diensteifrigste Hund ist. Jeder muß den Schäferhund schätzen, weil ohne seine unermüdliche Tätigkeit der Hirte machtlos wäre.
Selbstverständlich ist es nicht der Mensch gewesen, der dem Hunde das Umkreisen der Schafe beigebracht hat. Vielmehr handelt es sich um einen uralten Trieb der Wildhunde, die ein Rudel Pflanzenfresser umkreisen, um sie an Abhänge zu treiben, von denen sie abstürzen und den Feinden zur Beute werden.
Wie sehr auch heute noch in den Schäferhunden das Raubtier schlummert, beweist die Tatsache, daß manche bei großer Langeweile von der »Schafsucht« gepackt werden, indem sie nach Art ihrer Vorfahren Schafe zu würgen beginnen. –
Die Leistungen der Polizeihunde sind erst überschwenglich gelobt worden. Später hat eine wissenschaftliche Kommission Untersuchungen veranstaltet und ist zu dem Ergebnis gelangt, daß die Hunde nicht die Fähigkeit besitzen, einzelne Personen durch ihren Geruch zu unterscheiden.
Demgegenüber muß auf die uralte Tatsache hingewiesen werden, daß erlegtes Wild durch Schreckmittel vor dem Verzehren durch Nasentiere bewahrt werden muß. Hat der Jäger in Afrika eine Antilope erlegt, die er nicht nach dem Lager schleppen kann, so muß er durch ein Taschentuch oder andere Gegenstände Hyänen und Schakale abschrecken. Diese Raubtiere sind nicht schnell genug, um eine Antilope zu fangen. Sowie sie aber verwundet ist, dann folgen sie ihrer Fährte. Genau so ist es in Deutschland mit dem Hirsch und Fuchs und war es früher mit dem Bären. Ein Fuchs oder ein Bär kann keinen gesunden Hirsch einholen oder einen gesunden Rehbock. Haben Hirsch oder Reh aber die Kugel vom Jäger erhalten, so verfolgen die genannten Raubtiere die verwundeten Pflanzenfresser. Ein Nasentier unterscheidet also an der Fährte ohne Frage, ob das Geschöpf gesund oder krank ist. So sehen wir im Frühjahr die männlichen Hasen (Rammler) mit gesenkter Nase in fliegender Fahrt der Spur der Häsin folgen. Der Hase findet also durch die Nase nicht nur die Spur, sondern erkennt auch durch den Geruch, ob es ein Männchen oder Weibchen ist.
Hunde haben so häufig die Spur ihres Herrn unter zahlreichen anderen herausgefunden, daß ein Zweifel daran ausgeschlossen ist. Ich habe es oft erlebt, und es überhaupt nicht für möglich gehalten, daß man eine solche Tatsache bestreiten kann.
Der Mensch kann unzweifelhaft mit seinen Augen seine Bekannten von anderen Leuten unterscheiden. Aber in einer großen Versammlung, in einem vollbesetzten Zirkus vermag er seinen Bekannten nicht herauszufinden. So geht es dem Polizeihund auch in dem Gewirr der Spuren in einer Großstadt. In großen Städten wird die Leistung eines Polizeihundes kaum der Rede wert sein. Dagegen kann er auf dem Lande sehr wohl zur Aufdeckung eines Verbrechens beitragen.
Völlige Klarheit in die Sachlage dürfte erst die Zukunft bringen.
In Jägerkreisen zweifelt kein Mensch an den hervorragenden Leistungen der Hundenase, selbst wenn der Hund dicht an der gesuchten Beute vorbeilaufen sollte. Man sagt sich mit Recht, daß der Mensch die Nasentätigkeit eines Tieres zu schwer beurteilen kann.
Bei Hundeprüfungen, die häufig stattfinden, läßt man deshalb jedesmal zwei Hunde arbeiten, um einen besseren Maßstab für die Beurteilung zu haben.
Viel besser als zum Polizeihund eignet sich der deutsche Schäferhund zum Blindenhund. Hier ist seine Dienstwilligkeit unbezahlbar, und hier kommt ihm sein besseres Auge sehr zustatten. Mit tiefer Rührung habe ich oft zugesehen, wie tadellos er seinen blinden Herrn geführt hat. Allerdings wird nur der Blinde mit seinem Hunde gut auskommen, der etwas Hundeverständnis besitzt.
Das Publikum aber sollte dem Blinden und dem Hunde nach Möglichkeit behilflich sein. Das mindeste aber, was man verlangen kann, ist das, daß man den eigenen Hund festhält, damit er den Hund des Blinden nicht stört. Bekanntlich haben alle Hunde den unbezähmbaren Drang, sobald sie einen Artgenossen wahrnehmen, seine Bekanntschaft zu machen.
In seiner langjährigen Praxis ist Herr Böhm zu dem Ergebnis gelangt, daß eine einmalige gründliche Fütterung abends für erwachsene Hunde das Zuträglichste ist.
Das stimmt ganz damit überein, daß die Wildhunde als Nachttiere mit Einbruch der Dämmerung auf Raub ausgehen. Haben sie ein größeres Tier erbeutet, so fressen sie sich gründlich satt, was bis zum nächsten Abend vorhalten muß.
Alle Wildhundarten lieben auch pflanzliche Nahrung. Füchse sind arg nach Weintrauben, Wölfe fressen gern Kürbisse, Gurken, Brot und dergleichen. Hunde, die Früchte, ja Aepfel fraßen, habe ich wiederholentlich kennen gelernt. Die reine Fleischfütterung ist also bei dem Hunde unrichtig.
Gesalzene und gewürzte Speisen sind für den Hund nachteilig. Hundebesitzer, die aus Gastwirtschaften das Futter beziehen, pflegen wieder davon abzugehen, weil die Hunde wegen der stark gesalzenen und gewürzten Speisen nicht gedeihen. Bei Schoßhündchen soll es anders sein. Diesen sollen solche Sachen sehr gut bekommen. Aus eigener Wissenschaft weiß ich hierüber nichts.
Ueber den Salzhunger der Pflanzenfresser und die Gefährlichkeit des Salzes beim Raubtier soll noch beim Schwein näher gesprochen werden.
Röhrenknochen vom Geflügel vermeiden viele Hunde aus »Instinkt« (vergleiche Kapitel 69). Durch Zerbeißen entstehen nämlich Knochenenden mit langen scharfen Spitzen, die dem Tiere sehr gefährlich werden können.
An dem Hunde eines Konditoreibesitzers konnte ich im Frieden beobachten, daß andauernder Zuckergenuß Hunden sehr nachteilig ist. Dieser bettelte allen Besuchern durch Schönmachen den Zucker ab und starb nach kurzer Zeit.
Wie die Tiere in den Zoologischen Gärten, die meistens Nachttiere sind, durch die Besucher Tagtiere geworden sind, so hat sich der Hund durch den Verkehr mit dem Menschen daran gewöhnt, am Tage tätig zu sein. An seine alte Tätigkeit erinnert noch folgendes:
Alle Hunde, namentlich Wachhunde, sind mit Einbruch der Dämmerung besonders zu Angriffen geneigt.
Viele Hunde heulen noch heute gern, wenn es Abend wird.
Die meisten Hunde schlafen gern am Tage bei großer Hitze. Hierbei kann man bei ihnen öfter beobachten, daß sie wie die Menschen träumen.
Ihr Schlaf ist sehr unruhig und sie erwachen bei dem kleinsten Geräusch. Auch die Wildhundarten jagen ausnahmsweise auch am Tage, wenn sich eine günstige Gelegenheit bietet. Bei der Katze ist es ebenso.
Schwerlich würde der Hund ein so guter Wächter in der Nacht sein, wenn er nicht ursprünglich ein nächtliches Raubtier gewesen wäre.
Auf die feine Nase des Hundes wird von den Besitzern gewöhnlich viel zu wenig Rücksicht genommen. Zigarrenhändler, Drogisten, ja Apotheker halten in ihren Läden Hunde, obwohl hier schon den menschlichen Nasen nicht wohl ist.
Wir haben schon darauf aufmerksam gemacht, daß Menschen und Tiere nicht dieselben Gerüche lieben. Kölnisches Wasser duftet unserer Nase angenehm, aber der Hund wendet sich mit Abscheu ab.
Ebenso kann ihm die schönste Havannazigarre nicht gefallen. Die Scherze, die man mit Hunden macht, indem man ihnen brennende Tabakspfeifen ins Maul steckt, sind also nicht ohne Nachteil für das Tier.
Ist die Hütte voll Ungeziefer, so reinigen wir sie mit Karbol und reiben den Hund mit Insektenpulver ein. Und wir bilden uns noch etwas auf unsere Tierfreundlichkeit ein, wenn wir dem armen Hunde diese Höllenqual bereitet haben.
Was machen denn Wolf und Fuchs, wenn das Ungeziefer und die Wärme in der Höhle im Sommer zu toll wird? Sie schlafen einfach im Freien und zwingen das Ungeziefer zum Auswandern, weil es in der leeren Höhle nichts zu saugen gibt.
Gegen Petroleumfässer war ich früher eingenommen, weil wir einen Hund besaßen, der große Abneigung gegen den Geruch von Petroleum zeigte. Ich schloß auf einen allgemein herrschenden Widerwillen gegen diese Flüssigkeit. Später habe ich mich davon überzeugt, daß unser Hund eine Ausnahme bildete.
Es ist die Vermutung aufgestellt worden, daß das Petroleum tierischen Ursprungs ist. Es soll von den großen Landtieren herstammen, die in Vorzeiten die Erdkugel bewohnten. Diese Vermutung würde dadurch unterstützt werden, daß unsere Hunde Petroleum gern haben, wie sie alle Tierreste lieben.
Auffallend ist es, wie schnell Wunden bei Hunden heilen. Doch kommen auch Ausnahmefälle vor. So zeigt uns unser Bekannter an seinem Hektor eine oberhalb der Nase verlaufende Narbe, die sich erst nach mehrwöchiger Bepinselung gebildet hat. Wie die meisten Praktiker, so schwört auch Herr Böhm darauf, daß die Wunde sehr schnell geheilt wäre, wenn sie der Hund hätte belecken können.
Tatsache ist es jedenfalls, daß die von der heutigen Heilwissenschaft so sehr gepriesene Freiluftbehandlung der Wunden ohne Verband von jeher bei den Tieren üblich war. Alle Hunde haben sich stets den von Menschenhänden gemachten Verband abzureißen versucht. Der Bürgermeister einer kleinen Stadt, in der ich damals wohnte, ließ, um seinen Hund an dem Abreißen des Verbandes zu hindern, eine Blechhülle um den Verband anbringen. Jetzt war der Hund machtlos, aber geheilt ist das verletzte Bein niemals.
Jedes Geschöpf, das sich auf der Erde befindet, hat Feinde. Die Pflanzenfresser haben ihre Feinde in den Raubtieren und die Raubtiere wieder untereinander. Selbst die stärksten Raubtiere haben ihren gefährlichsten Feind im Menschen, der sie an manchen Stellen bereits ausgerottet hat, weshalb man den Menschen als das allerstärkste Raubtier bezeichnet hat.
Die Hunde haben ihre Feinde zunächst in den großen Katzen, namentlich in dem Leoparden und Jaguar, wovon noch näher gesprochen werden soll, wenn wir bei der Katze von dem Haß des Hundes gegen sie sprechen. Sodann stellen ihnen in den heißen Ländern die größten Schlangenarten nach. Besonderen Appetit auf Hundebraten verspürt das Krokodil, weshalb die dort lebenden Hunde nur unter den größten Vorsichtsmaßregeln zur Tränke gehen. Die Bären schlagen wohl Hunde bei ihrer Verteidigung nieder, aber zu fressen scheinen sie ihre Feinde nicht.
Im Gebirge wird den Hunden der Lämmergeier gefährlich, da er sie, wenn sie in der Nähe von Abgründen weilen, hinabzustürzen sucht. Da Adler sich nicht besinnen, einen Fuchs anzugreifen, ebenso auch der Uhu, so werden diese Raubvögel unter Umständen auch jungen Hunden gefährlich, wenn sie von der Mutter nicht verteidigt werden.
In unserem Vaterlande spielen alle diese Feinde keine Rolle. Das einzige Tier, das ihm direkt tödlich werden könnte, ist die Kreuzotter. Trotzdem namentlich Jagdhunde überall umherstöbern, kommt es doch sehr selten vor, daß sie von Kreuzottern gebissen werden. Herr Böhm erzählt uns, daß ihm bei seinen eigenen Hunden noch nichts vorgekommen sei, obwohl die Kreuzotter in der Gegend nicht selten sei. Dagegen habe ihm ein Jagdfreund von einem solchen Fall bei seinem Hunde erzählt. Dieser Hund habe sich selbst geheilt, indem er zu einem Strom lief und die gebissene Stelle ununterbrochen vierundzwanzig Stunden darin hielt. Unmöglich wäre diese Handlungsweise nicht, da Tiere sich auch, wenn man ihnen vergiftete Brocken hinlegt, durch Gegenmittel zu retten wissen (vergl. Kapitel 69).
Der größte Feind der Hundearten ist aber die eigene Verwandtschaft, wie es bei den Menschen auch so häufig der Fall ist. Wer die Fabeln von der Freundschaft zwischen Haushund und Wolf, ebenso die zwischen Wolf und Fuchs ausgeheckt hat, war kein wirklicher Tierkenner.
Ebenso hört man die unausrottbare Ansicht, daß ein verwilderter Hund von den Wölfen zum Anführer gewählt wird. Der Gedankengang ist dabei folgender. Der Hund hat von dem klugen Menschen so viel Klugheit mitbekommen, daß die Wölfe willig seine geistige Herrschaft anerkennen und auch von der Klugheit des Hundes Nutzen ziehen wollen.
In Wirklichkeit liegt die Sache so, daß die Haushunde im Kampfe mit dem Wolfe in der lächerlichsten Weise übertölpelt werden. Schon im Altertum schilderte man ganz zutreffend, wie leicht ein paar Wölfe ein Schaf erbeuteten trotz der Anwesenheit von dem Hirten und seinem Hunde oder seinen Hunden. Ein Wolf nähert sich der Herde und wird natürlich von der wachsamen Schar der Hunde wahrgenommen und von ihr ingrimmig verfolgt. Unterdessen hat sich unbemerkt der andere Wolf an die Herde geschlichen und trägt in Gemütsruhe ein Opfer fort.
In wolfreichen Gegenden holen sich, wie mir erfahrene Jäger versichert haben, in ähnlicher Weise die Wölfe den starken Haushund, wenn sie der Hunger kühn gemacht hat. Ein Wolf nähert sich dem Tore des Gehöfts. Der Hund ist sich seiner Pflicht bewußt und verfolgt den grauen Räuber eine Strecke weit. Inzwischen hat ein anderer Wolf dem Hunde den Rückzug abgeschnitten und eilt ihm nach. Der verfolgte Wolf dreht sich plötzlich um, und beide stürzen sich auf den Hund, der in kurzer Zeit sein Grab im Wolfsmagen findet.
Trotz der großen Aehnlichkeit zwischen dem Wolfe und manchen großen Hunderassen ist der Wolf unzweifelhaft der an Kräften Ueberlegene. Der Wolf, der am Waldesrande sitzt oder durch den Forst trabt, ist nach Tschudi in Bau und Farbe dem Fleischerhunde so ähnlich, daß er mit ihm verwechselt werden könnte und von gleicher Abstammung zu sein scheint. Und doch hat man von jeher die Erfahrung gemacht, daß beide Tiere einen entschiedenen Widerwillen gegeneinander haben. Der starke Wolf vermeidet es gern, dem viel schwächeren Hunde zu begegnen. Dieser zittert und sträubt die Haare, wenn er den Wolf wittert. In der Schweiz wagen es nur jene starken und treuen Hunde, welche die Bergamasker Schafherden in den Engadiner Alpen bewachen, einzeln auf den die Herde umlauernden Räuber loszugehen und mit ihm in höchster Erbitterung auf Leben und Tod zu kämpfen. Wird der Wolf Meister, so liebt er es, den halbzerfleischten Hund aufzufressen, während der siegreiche Hund selbst den erlegten Wolf noch verabscheut.
Ein Fall aus der Schweiz, in dem zwei Männer mit ihrem Gespann durch einen Hund vor dem Ueberfall eines Wolfes bewahrt wurden, sei hier angeführt. Es war klarer Mondenschein, aber auch eine bitterkalte Winternacht, als ein Arzt mit dem abgesandten Eilboten sich auf den offenen sogenannten Reitschlitten setzte und, von seinem mächtigen Bergamasker Hunde Beloch, der ihm schon manche Probe von Klugheit, Treue und Mut gegeben, begleitet, die Fahrt zu einem Kranken begann. Rasch wurde mit dem guten Pferde auf frostharter Bahn ein Stück Weg zurückgelegt. Als das Cotza-Tobel erreicht war, hielt plötzlich der Hund, der mit dem Pferde bisher Schritt gehalten, an und sprang mit einem großen Satz auf eine hochbuschige Hecke am Wege, hinter der sich ein Tier bewegte, das von dem nächtlichen Reisenden für einen Fuchs gehalten wurde. Langsam gelangte das Fuhrwerk auf die Höhe von Quartins. Der Hund folgte längs des Buschwerks und näherte sich hier seinem Herrn wieder, sich hoch neben demselben aufrichtend und zähnefletschend, mit gesträubten Haaren, gegen einen großen Wolf knurrend, dessen Augen durch die Hecke glänzten. Unwillkürlich hielt das Pferd an. Wolf und Hund maßen sich, beide knurrend, mit wütendem Blicke. Der Arzt und sein Begleiter erkannten entsetzt die Gefahr, deren Opfer sie jeden Augenblick werden konnten, und da sie ganz waffenlos waren, suchten sie ihre Rettung in der Flucht. Sie peitschten das Pferd, und pfeilschnell schoß der leichte Schlitten dahin. Aber ebenso schnell folgten Wolf und Hund diesseit und jenseit der Hecken und Mauern, die sich des Weges entlang zogen. Mehrere Male versuchte die heißhungrige Bestie über die Verzäunung zu springen, aber überall fand der Wolf Beloch vor der Lücke, bereit, ihn mit seinem gewaltigen Gebiß zu empfangen. So ging die Hatz eine halbe Stunde lang bis zur Kirche von Lovin, wo erst der Wolf seine Beute aufgab und mit wütendem, heulendem Gebrüll sich gegen das Gebirge zurückzog. Die geretteten Männer weckten ihren Gastfreund im Dorfe, um sich eine Erfrischung und Waffen zu erbitten. Nicht ohne Rührung bemerkten sie, wie nun Beloch das ihm gereichte Stück Brot sofort aus der Stube trug und sich vor das Pferd setzte, um das Brot zu verzehren, alle Augenblicke bereit, das Pferd gegen den vielleicht zurückkehrenden Wolf zu verteidigen.
Der Gewährsmann des vorstehenden Erlebnisses ist der bekannte Naturforscher Tschudi. Folglich ist der Bericht durchaus glaubwürdig. Der zur Sommerzeit am Tage nach unseren Begriffen feige Wolf zeigt sich als nächtliches Raubtier in der Mitternachtszeit bei starker Winterkälte, wo ihn der Hunger plagt, als ein sehr gefährliches Raubtier. Wahrscheinlich war es noch ein junges Tier und gehörte zu der kleineren Wolfsart, da er zunächst für einen Fuchs gehalten wurde. Denn auch die Wölfe sind in ihrer Größe sehr verschieden.
Es wurde schon erwähnt, daß in Nordamerika der große Waldwolf und der fuchsgroße Coyote leben. Der Coyote wird natürlich wie unser Fuchs von jedem stärkeren Hunde abgewürgt. Dagegen nimmt es nach Thompson der Waldwolf mit mehreren Hunden auf. Er schildert Fälle, wo ein Dutzend Hunde es nicht wagten, einen einzelnen Waldwolf anzugreifen.
Thompson hat bei den Viehzüchtern gelebt, deren größte Feinde die Wölfe sind, und so kann man ihm Sachkunde nicht absprechen. Da die Wölfe von den Herden der Züchter lebten, so richteten sie unermeßlichen Schaden an, und alle Mittel wurden gegen sie versucht, um sie zu vernichten. Da riet ein Ausländer den Viehzüchtern, gegen die Wölfe mit den stärksten Hundearten vorzugehen.
Bald schaffte auch der Ausländer, um die Wahrheit seiner Worte zu erweisen, zwei prachtvolle dänische Doggen herbei, eine weiße und eine blaue mit schwarzen Flecken und einem eigentümlichen weißen Auge, das ihr ein besonders wildes Aussehen gab. Fast jedes von diesen Geschöpfen wog nahezu 200 Pfund. Muskeln hatten sie wie Tiger, und man glaubte dem Ausländer gern, als er erklärte, diese beiden allein nähmen es mit dem größten Wolf auf. Ihre Art zu jagen beschrieb er folgendermaßen: »Sie haben nichts weiter zu tun, als ihnen eine Fährte zu zeigen, und wenn sie auch schon einen Tag alt ist, folgen sie ihr unverzüglich und lassen sich auf keine Weise davon abbringen. Bald werden sie den Wolf finden, mag er auch noch so sehr die Spur zu verwirren und zu verstecken suchen. Dann gehen sie ihm an den Leib; er will davonrennen, aber der Blaue packt ihn in der Flanke und schleudert ihn so« – der Erzähler warf eine Brotkrume in die Luft – »und ehe er wieder auf den Boden kommt, hat ihn der Weiße am Kopf und der andere am Schwanz, und sie reißen ihn auseinander – sehen Sie, so!«
Das klang nicht schlecht, und alle brannten darauf, die Probe zu machen.
Leider fanden die Viehzüchter bei ihren Ausflügen keinen Wolf, auf den sie die Doggen hätten hetzen können. Sie kamen daher auf den Gedanken, den zahmen, einem Gastwirt gehörenden Wolf, der an der Kette lag, als »Versuchskaninchen« zu gebrauchen. Sie kauften dem Wirt das Tier ab. Die Hunde ließen sich mit Mühe zurückhalten, so kampflustig waren sie, nachdem sie einmal den Wolf gewittert hatten. Aber ein paar starke Männer hielten sie an den Riemen fest, und der Wolf wurde nicht ohne Schwierigkeiten herausgebracht. Zuerst sah er erschreckt und verwirrt aus. Als er sich frei fühlte und mit Geschrei und Hallo gescheucht wurde, machte er sich in langsamem Trott davon nach Süden zu, wo unebenes Terrain lockte. In diesem Augenblick ließ man die Hunde frei, die mit wütendem Gebell dem jungen Wolfe nachsprangen. Die Männer ritten mit lautem Hurra hinterdrein. Von vornherein schien für den Wolf keine Möglichkeit des Entkommens zu bestehen, denn die Hunde waren weit schneller als er, und der Weiße konnte rennen wie ein Windhund. Der Ausländer war außer sich vor Begeisterung, wie sein schnellster Hund über die Prärie flog und jede Sekunde dem Wolfe sichtlich näher kam. Viele wollten auf die Hunde wetten, aber kein Mensch nahm die Wette an. Jetzt griff der Wolf aus, so gut er konnte, aber nach tausend und einigen Metern war der Hund gerade hinter ihm und fuhr auf ihn los.
Im Augenblick waren die Tiere aneinander. Beide fuhren zurück, aber keiner flog, wie es der Ausländer vorausgesagt hatte, in die Luft, im Gegenteil, der Weiße überschlug sich mit einer furchtbaren Wunde in der Schulter und war kampfunfähig, wenn nicht tot.
Nach zehn Sekunden war der Blaue zur Stelle. Auch diesmal dauerte das Duell nur kurze Zeit und verlief fast ebenso unbegreiflich wie das erste. Kaum sah man, daß die Tiere sich berührten. Der Graue sprang beiseite, während sein Kopf bei einer blitzschnellen Wendung einen Augenblick unsichtbar blieb, und der Blaue taumelte und zeigte eine blutende Flanke. Von den Männern angefeuert, griff er noch einmal an, aber nur, um sich noch eine Wunde zu holen, die ihn nach keiner weiteren Verlangen tragen ließ.
Ein einjähriger Wolf, der an der Kette gelegen hat, wird also spielend mit zwei riesigen Doggen fertig. Das beweist die große Ueberlegenheit des grauen Räubers. Allerdings hatte dieser junge Wolf bereits große Erfahrung im Kampfe mit Hunden, denn man hatte zahllose Hunde auf ihn gehetzt.
Der Wolf als freilebendes Tier ist ungeheuer viel schneller und gewandter im Beißen, auch bringt er den Hunden, besonders kurzhaarigen, furchtbare Wunden wegen des mangelnden Haarschutzes bei.
Von einigen Rätseln, die uns der Hund aufgibt, haben wir bereits gesprochen, nämlich von seinem Zeitsinn und Ortssinn. Beide Sinne teilt er mit den meisten anderen Tieren.
Seit dem Altertum glaubt man vom Hunde, daß er Gespenster und Gottheiten wahrzunehmen vermöge. Dieser Glaube ist sehr verständlich. Der Naturmensch beobachtete täglich, daß der Hund das Vorhandensein von Dingen merkte, die ihm trotz aller Anstrengungen entgingen, man denke z. B. an die Anwesenheit eines durch Schutzfärbung unsichtbaren Wildes. Da der Naturmensch Gespenster und Gottheiten mit eigenen Augen nicht erblicken konnte, so war es naheliegend, dem Hunde auch in diesem Falle die Fähigkeiten beizulegen, die dem Menschen fehlten.
Die Ansicht, daß der Hund manchmal durch sein Geheul den bevorstehenden Tod seines Herrn anzeigt, scheint kein Aberglaube zu sein. Ich habe einen solchen Fall selbst in meiner Verwandtschaft erlebt. Die Frau eines schwer Erkrankten schickte sofort zum behandelnden Arzte, weil sie durch das plötzliche Geheul des Hundes und sein Verkriechen in eine dunkle Ecke sehr beunruhigt war. Der Arzt untersuchte den Kranken eingehend und tröstete die Frau durch den Hinweis, daß für die nächsten 24 Stunden nichts zu befürchten sei. Der Hund war jedoch der bessere Prophet, denn nach drei Stunden war sein Herr tot.
Aehnliche Fälle sind folgende: Vielen Züchtern ist es bekannt, daß die feine Nase des Hundes oft Krankheiten bei Tieren feststellt, von denen der Besitzer nichts ahnt. So behandeln manche Hunde gewisse Ferkel schlecht, denen jedoch äußerlich nichts anzusehen ist. Nach dem Schlachten zeigt es sich, daß sie an schweren inneren Krankheiten gelitten hatten. An sich ist also durchaus nicht wunderbar, daß der Hund bereits die innere Zersetzung eines Sterbenden wahrnimmt, wo wir mit unseren stumpfen Sinnen nichts feststellen können. In Uebereinstimmung hiermit wurde in einer ernsten wissenschaftlichen Zeitschrift vor einigen Jahren gemeldet, daß vor dem Tode eines Menageriebesitzers die Hyänen, Schakale und Hunde ein grauenhaftes Konzert anstimmten. Auch hier handelt es sich um lauter Nasentiere.
Es ist bereits erwähnt worden, daß Hunde gut schwimmen können. Wie überlegen sie aber darin dem Menschen sind, konnte ich im vergangenen Sommer recht deutlich erkennen. Die Netze führte sehr viel Wasser, und der Strom war so stark, daß ein mir bekannter Meisterschwimmer, ein auffallend kräftiger Mann, nicht einen Schritt dagegen vorwärtskommen konnte. Dagegen schwamm der kleine Hund eines Schiffers, eine sogenannte »Schiffertöle«, nicht nur mehrmals in einer Stunde gradlinig über den Strom, sondern schwamm auch mit Leichtigkeit gegen die Strömung. Selbst durch die Wirbel, die bei den Buhnen, d. h. den Schutzbauten der Ufer, gebildet wurden, schwamm er, als wenn er durch einen Teich schwämme, während der Meisterschwimmer durch den Wirbel in die Tiefe gerissen wurde und sich nur ganz mühsam retten konnte. Wenn ich diese Leistungen eines kleinen Hundes nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich sie nicht glauben. Eine Erklärung für sie habe ich vorläufig nicht.
Noch eine seit Jahrtausenden bekannte Eigentümlichkeit des Hundes sei erwähnt, weil sie von großer praktischer Bedeutung ist. Vorher sei folgendes bemerkt: Der Hund soll unser Eigentum schützen und ist natürlich, je wachsamer er ist, um so mehr dem Einbrecher ein Dorn im Auge. Gegen das Vergiften des Wachhundes kann man sich einigermaßen dadurch schützen, daß man ihn vorher leidlich füttert und ihn lehrt, von fremden Personen nichts anzunehmen. Viel wirksamer ist das Verfahren der Verbrecher, den Hund durch eine Hündin seine Wächterpflichten vergessen zu lassen. Zigeuner, Hundefänger und ähnliche Gesellen führen deshalb mit Vorliebe Hündinnen bei sich. Es genügt, daß auf ihren Kleidern eine Hündin geschlafen hat, um einen Rüden als Nasentier gänzlich umzustimmen. Deshalb sind Hündinnen viel geeigneter zur Bewachung gegen durchtriebene Verbrecher als Rüden.
Im Notfalle hat der waffenlose Verbrecher selbst gegen den stärksten Hund ein Mittel, das häufig Erfolg haben soll. Er läuft auf allen Vieren und nimmt seine Mütze in den Mund. Der Hund hält dem Ankömmling nicht stand, sondern flüchtet. Es ist schade, daß man einem solchen Bericht nicht auf den Grund gehen kann, ob er auf Wahrheit beruht oder nicht.
Würden wir Herrn Böhm bitten, diesen Versuch an seinem Karo und Hektor machen zu lassen, so wäre dadurch noch nichts bewiesen, wenn er Erfolg hätte. Denn wenn ein Pudel oder ein Jagdhund flüchtet, dann braucht es nicht eine bissige Dogge zu tun.
Bereits der listenreiche Odysseus, dessen Irrfahrten Homer vor dreitausend Jahren schilderte, setzt sich hin, um von den grimmigen Wachhunden nicht zerrissen zu werden. Das gleiche Mittel empfiehlt der Deutsche Schlatter vor etwa hundert Jahren, der viele Jahre bei den Tataren gelebt hat. Er erzählt, daß die zahlreichen herrenlosen Hunde eine große Gefahr für den Fremden bilden, und daß das beste Mittel gegen sie das Sichhinsetzen sei.
Eine Bestätigung dieser Angaben kann man nicht selten bei Hundeprüfungen beobachten. Wenn ein Hund den Rehbock gefunden hat und es seinem Herrn durch Bellen meldet, dann soll das freudige Ereignis durch eine Photographie verewigt werden. Kaum nähert sich der Photograph in seinem schwarzen Gewande und mit seinem Kasten kriechend dem Hunde, so rückt dieser aus, obwohl er sonst seine Beute in der hartnäckigsten Weise verteidigt.
Herr Böhm hat ähnliche Fälle ebenfalls beobachtet, kann aber hierfür keine Erklärung geben.
Wir müssen, um die Sache zu begreifen, auf frühere Zeiten zurückgreifen. Jeder Elefantenwärter weiß, daß ein Elefant heftig trompetet, sobald er einen Schimmel erblickt. Ich habe das selbst mehrmals beobachtet. Es steht das ganz im Einklange mit den Berichten der Jäger aus heißen Ländern, wonach der Elefant ständig zuerst den Feind angreift, der auf einem hellen Pferde sitzt.
Was veranlaßt den Elefanten zu seiner Wut gegen den Schimmel? Wir wissen es nicht, wir müssen aber vermuten, daß es in Vorzeiten ein weißes, pferdeähnliches Geschöpf gab, mit dem der Elefant wütend kämpfte.
So müssen wir auch vermuten, daß in Vorzeiten ein auf allen Vieren gehender menschenähnlicher Feind der Hunde lebte, vor dem sie noch heute große Angst haben.
Wir verabschieden uns jetzt von Herrn Böhm und seinen Hunden und werden ihn gelegentlich wieder aufsuchen.