(Drittes Vollbild.)
Wir haben einen Liebling, namens Hans, den mögen wir sehr gern. Es ist ein kleines Eichhörnchen, das auf den Buchen des Waldes lebt.
Wir sehen es jeden Morgen von Zweig zu Zweig springen. Seinen langen buschigen Schweif hält es steif ausgestreckt. Manchmal springt es geradewegs auf den Boden und läuft umher, um Bucheckern aufzulesen.
Zuweilen sitzt es aufrecht auf einem Zweige mit einer Nuß oder einer Eichel in den Pfoten. Dann ist sein Schweif nach rückwärts gebogen.
Wir kennen es schon seit zwei Jahren, und wenn wir ihm pfeifen, kommt es zu uns. Aber wenn es durch irgend etwas erschreckt wird, springt es davon nach dem nächsten Baume. Es klettert mit seinen scharfen Klauen im Nu hinauf und guckt dann durch die grünen Blätter mit seinen schwarzen glänzenden Augen auf uns nieder.
Sein Rücken ist mit braunrotem Pelze bedeckt, aber auf der Unterseite des Körpers ist der Pelz weiß. Der hübsche rote Schwanz liegt ihm wie eine Bürste auf dem Rücken. Seine Hinterbeine sind lang. Deshalb kann es so gut springen. An den Vorderpfoten steht die eine Zehe von den anderen ab, fast wie unser Daumen. Es braucht seine Pfoten wie Hände, wenn es aufrecht dasitzt, eine Nuß darin hält und die braune Schale mit den Zähnen abschält.
Manchmal stiehlt es Vogeleier. Dann hält es das Ei in den Pfoten, öffnet die Spitze und schlürft den Dotter aus.
Das Eichhörnchen hat possierliche Ohren. An ihren Rückseiten stehen lange Haarbüschel. Manchmal kommt es im Winter aus seinem Neste heraus, um zu fressen, und dann kann man beobachten, daß die Büschel in dieser Jahreszeit viel länger sind als im Sommer.
Aber meistens sehen wir es im Winter nicht. Es schläft fest in einem kunstvoll gebauten Neste. Wir wissen, wo dieses ist, denn Peter hat es einmal gefunden. An einem milden Tage sah er, wie Hans herunterkam, um von seinen Wintervorrat zu fressen, den er im Moose vergraben hatte. Er beobachtete seinen Rückweg und fand das warme Nest in den gegabelten Zweigen einer schlanken Buche. So wußte er, daß Hans die kalten Wintertage behaglich verbrachte.
Hans hat ein Weibchen, und die beiden sind immer nahe beieinander. Aber es ist sehr scheu und kommt nicht zu uns. Im Frühling, wenn es keine Nüsse gibt, fressen sie die Knospen der Bäume.
Im Mai sind sie sehr geschäftig. Sie sammeln Blätter, Moos und kleine Zweige. Aus diesen bauen sie ein Nest in einer Baumgabel, hoch über dem Boden. Im Juni werden dann ihre Jungen geboren. Paul kletterte hinauf und sah vier solche hübsche kleine Eichhörnchen, die mit rotem und weißem Pelze bedeckt waren. Sie blieben eine Zeitlang im Neste, doch sahen wir auch oft, wie sie sich zwischen den Zweigen bewegten. Die alten Eichhörnchen bewachten sie sorgfältig, und sie blieben den ganzen Sommer lang zusammen.
Im Herbste versteckten sie kleine Haufen von Nüssen und Eicheln am Fuße des Baumes, um sie zu fressen, wenn sie an milden Wintertagen erwachen sollten.
Dann sahen wir sie nicht mehr. Wir wissen nicht, ob sie alle in ein Nest krochen, oder ob jedes ein Nest für sich suchte, um sich darin zum Schlafe zusammenzurollen.
Ein Paar Eichhörnchen.