[1] Sinken der politischen Machtstellung des Papsttums, Exil in Avignon, Schisma,
Konzile — Entartung der Geistlichkeit, Ketzergemeinden, vorreformatorische religiöse
Bewegungen (Lollharden, Wiklifiten, Hussiten), Mystik — Verfall der Kaisermacht,
Zersetzung des Feudalwesens, Erstarkung der Nationalitätsidee, Blüte der Städte
(italienische Stadtstaaten), Emporkommen des Bürgertums, Bauernaufstände — Zurücktreten
der Natural- hinter die Geldwirtschaft u. a. m.
[2] Widerlegung der Lehre, daß Erde und Wasser zwei exzentrische Massen seien,
Kenntnis der periodischen Ortsveränderungen von Wasser und Land, „Weltbild” des
Pierre d'Ailly, Topographien, Landkarten, Reiseberichte (Niccolo De Conti u. a.),
Afrikafahrten des Infanten Heinrich von Portugal — Brillen, Papier, Schießpulver,
Feuergeschütze, Turmuhren, Schlaguhren, astronomische Uhren, Verbesserung der
Schiffsbussole u. s. w.
[3] Diese hatten in Dantes Divina commedia ihren letzten und erhabensten
Ausdruck gefunden, zugleich mit ihnen aber auch schon die Klage über die davon
wesentlich abweichenden wirklichen Zeitverhältnisse.
[4] Das meiste trug der Umstand dazu bei, daß mit der besseren Kenntnis und
dem vertieften Verständnis des originalen Aristotelismus — im Gegensatz zum
arabisierten — die Täuschung von der prinzipiellen Uebereinstimmung des Philosophen
κατ' εξοχὴν mit den Grundlehren der Dogmatik (z. B. in der Frage der Weltschöpfung)
schwinden mußte. Konsequenzen dieser Erkenntnis bildeten einerseits
die Betonung der empiristischen Elemente, wie sie schon im Nominalismus
durchschimmert, anderseits das Aufkommen der Mystik, die einer tiefinneren
individuellen Religiosität entsprach, oder endlich leerer Formalismus, welch
letzterer unter dem Einfluß kirchlicher Autorität und der Macht der Gewohnheit
freilich am weitesten verbreitet war und leider noch jahrhundertelang fortherrschte.
[5] Er billigt der Medizin, weil sie unbekümmert um die Seele nur der Leibessorge
diene, keinen hohen Rang unter den Wissenschaften bezw. Künsten zu, ja er
betrachtet sie eigentlich nur als Gewerbe, ohne das Streben nach wissenschaftlicher
Begründung wahrhaft zu würdigen. An manchen Stellen wird allerdings diese durch
überlebte Argumente gestützte Grundansicht etwas gemildert vorgebracht.
[6] Er betrachtet dieselbe als einen Kunstgriff der Scharlatanerie und spricht
ironisch von „Latina mors cum graeco velamine”.
[7] Gegen die Araber hegte Petrarca eine in religiösen und ästhetischen Momenten
tief wurzelnde Abneigung. Ihre poetischen Produktionen erschienen ihm als saft-
und kraftlos, ihre philosophischen als ein ungeheurer Irrweg, insbesondere der
widerchristliche Averröes war ihm ein Greuel. Einen Freund, der sich einst
auf diese Autorität berief, bat er, ihm mit den Arabern in jeder Beziehung
vom Leibe zu bleiben, da er nicht glaube, daß von ihnen irgend etwas Gutes
kommen könne.
[8] An einzelnen Stellen kann Petrarca freilich nicht umhin, zu betonen, daß es
seltene Ausnahmen gebe — stand er doch selbst mit mehreren Aerzten in regem
Verkehr, denen er vielseitige Bildung nachrühmt, deren Bemühungen er anerkennt
(Tommaso del Garbo, Giovanni de Dondi, Francesco [di Bartolomeo Casini] da Siena,
Joh. de Parma). Auch verwahrt er sich energisch dagegen, ein Feind der Aerzte
oder der Medizin als solcher zu sein, ja er nimmt sogar den Dank der letzteren für
seine gründliche Kritik der traurigen zeitgenössischen Zustände in Anspruch: Certa
ipsa mihi, vivas modo voces habeat, medicina gratias actura sit, si eorum praesentem
infamiam fando nudavero, qui antiquam illius gloriam novis erroribus extinxerunt.
[9] Illos alios, quos chirurgos dicunt, quibus mechanicorum sordium et infamiae
nomen impingunt, et in me et in aliis remedia optima sum expertus, et saepe vidi
gravia vulnera seu foeda ulcera fomentis adhibitis aut curare velociter aut lenire.
Nempe quid agant vident, mutant.
[10]Nicolaus von Ultricuria z. B. sprach 1348 die Ansicht aus, daß nicht
Aristoteles und seine Kommentatoren, sondern die Dinge selbst das Ziel der
Wissensdurstigen sein müßten; später war es der Mediziner und scholastische Philosoph
Raymund von Sabunde, der in seiner Theologia naturalis (um 1436) neben
dem Aristoteles auch das Lesen im „Liber naturae” empfahl.
[11] In Italien war die Heilkunde an den im 13. und 14. Jahrhundert entstandenen
Hochschulen von Vicenza, Arezzo, Vercelli, Siena, Piacenza, Rom, Perugia, Treviso,
Florenz, Pisa, Pavia, Ferrara etc. vertreten. An den, an Zahl nicht geringen Provinzialuniversitäten
Frankreichs spielte die Medizin eine ganz untergeordnete Rolle.
Von den Hochschulen der pyrenäischen Halbinsel kommen namentlich Salamanca
und Lerida in Betracht. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erheben sich
auf deutschem Boden die Schulen von Prag und Wien.
[12] So sagt Petrarca: Fuisse Salerni medicinae fontem fama est; sed nihil est,
quod non senio exarescat.
[13] Von hippokratischen Schriften kamen nur die mit Kommentaren Galens versehenen
in Betracht.
[15] Man darf auch nicht vergessen, wie kostspielig die Anschaffung der mühevoll
hergestellten Abschriften der Originalwerke war, so daß selbst die Fakultäten nur
über winzige Bibliotheken verfügten.
[16] Dem Beispiele des Taddeo Alderotti folgten Barthol. Varignana, Gentilis
de Foligno u. a. mit ihren „Consilia”.
[17] Gewiß hat auch die Nähe des päpstlichen Hofes in Avignon, dem hervorragende
Praktiker in der Stellung von Leibärzten zugezogen wurden, fördernd gewirkt.
[18] Die Concordanciae desselben setzte Petrus de Floro fort.
[19] Guillaume Boucher (Carnificis) und Pierre d'Auxonne (Danszon), vgl. unten
die literarhistorische Uebersicht.
[20] Die Universität in Prag wurde von Karl IV. im Jahre 1348 nach dem Muster
der Pariser Hochschule gestiftet und behauptete einige Jahrzehnte hindurch eine universale
Bedeutung; die rasch wachsende Zahl ihrer Studenten rekrutierte sich nicht
bloß aus Böhmen und den deutschen Ländern, sondern auch aus England, Frankreich,
der Lombardei, Ungarn und Polen. Die medizinische Fakultät, zu deren ersten
Lehrern die Magister Walther und Gallus (beide königliche Leibärzte) und Nicolaus
de Gevička gehörten, gelangte freilich erst nach ungefähr zwanzigjährigem Bestande
zu einer ansehnlichen Bedeutung.
[21] Beruht auf der von Avicenna und Averroës vertretenen Ansicht, daß die
Kontagien nach aufwärts steigen.
[22] So bei Gugl. Varignana, Dino del Garbo, Giacomo della Torre, Niccolò Falcucci
— Bernard de Gordon, Gaddesden.
[23] Der „per notabilia”, d. h. in einzelnen Lehrsätzen abgefaßte „nudus tractatus”
ist mit zahlreichen kommentierenden „declarationes praeambulae”, „declarationes
interlineares”, „declarationes obscurorum et obscura tangentium” förmlich umrankt.
Die Darstellung ist für den modernen Leser zwar etwas weitschweifig und stellenweise
durch Wiederholungen ermüdend, im Ganzen aber leidet die Uebersichtlichkeit
keine Einbuße.
[24] Mit besonderer Sorgfalt ist in dem Werke die chirurgische Methodologie
und Deontologie ausgearbeitet, wobei kulturhistorische, höchst interessante Streiflichter
auf die ärztlichen Unterrichts- und Standesverhältnisse, auf das Kurpfuschertum
etc. geworfen werden.
[25] Darauf ist es zurückzuführen, daß die Cyrurgia des Henri de Mondeville der
jungen Druckerpresse nicht zur Veröffentlichung übergeben wurde.
[26] „Inventarium et collectaneum in parte chirurgica medicinae.”
[27] Von den Alten kommen nicht nur Hippokrates und Galen, sondern auch
der bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts sonst unbenützte Paul von Aegina
in Betracht.
[28] Guy de Chauliac deutet seine Tendenz zur Wiedervereinigung der internen
Medizin mit der Chirurgie schon im (ursprünglichen) Titel des Werkes an.
[29] In dem anatomischen Lehrvortrag Henris (herausgegeben von Pagel, Die
Anatomie des H. v. M., Berlin 1889) heißt es: Quicunque vult anathomiam capitis
ostendere intus vel extra, subtiliter et perfecte, ipse debet habere craneum artificiale,
aperibile formatum, per veras commissuras divisum in quatuor partes, quod, cum
anathomiam extrinsecam ostenderit, aperire possit, ut sensibiliter anathomia panniculorum
et cerebri videatur. Debet autem dictum craneum exterius esse munitum
aliquibus, quae capillorum et cutis et carnis lacertosae et panniculi ossa ligantis
vices gerant. Debet similiter interius aliquid esse fictum, quod sensibiliter formam
panniculorum et cerebri repraesentat (l. c. p. 26). Die anatomischen Unterrichtstafeln
des Henri de Mondeville erregten in hohem Grade Aufsehen bei den Zeitgenossen
und auch Spätere (Guy de Chauliac, Tract. I, Doctr. I, cap. 1) bringen
davon Kunde. Bei dieser Gelegenheit muß aber bemerkt werden, daß diese anatomischen
Abbildungen zwar teilweise eine gewisse Originalität besaßen, aber
keineswegs ein Unikum im Mittelalter darstellen, denn Handschriften aus früherer
Zeit beweisen die Existenz einer anatomischen Graphik, deren ziemlich starren
Typen und einander sehr ähnlichen Erklärungstexte in letzter Linie wohl
aus alexandrinischer, auf mancherlei Wegen ins Abendland gelangter, Ueberlieferung
stammen. Vgl. Sudhoff, Studien zur Geschichte der Medizin, Heft 1, Tradition und
Naturbeobachtung (Leipzig 1907) und Heft 4, Ein Beitrag zur Geschichte der Anatomie
im Mittelalter (Leipzig 1908). In Betracht kommen unter anderem zwei
Münchner Handschriften (Cod. lat. 13002, geschrieben 1158 im Kloster Prüfling bei
Regensburg, mit 5 Bildern, den Lauf der Arterien und Venen, den Knochenbau, das
Muskel- und Nervensystem darstellend — Cod. lat. 17403, im Kloster Scheyern 1250
hergestellt, ebenfalls mit 5 ganz ähnlichen Zeichnungen), eine Handschrift der Bodleiana
zu Oxford (Ashmolean Manuscr. Nr. 339 mit 5 den Prüfening-Scheyernschen
Bildern völlig gleichenden anatomischen Zeichnungen), ein provenzalischer anatomischer
Traktat aus dem 13. Jahrhundert (Basler Univ. Bibl. D. II, 11” mit 5 von
den früher erwähnten teilweise abweichenden Zeichnungen) u. s. w.
[30] So berichtet der Minoritenmönch Salimbeni, daß ein Arzt während einer
Seuche, die 1286 in Italien wütete, Leichen geöffnet habe, um die Ursache des
Leidens zu ergründen.
[33] „Partes autem intrinsecae cordis sunt ventriculi cordis, dexter scilicet, sinister
et medius. Scinde igitur cor primum in dextra parte et incipe a cuspide ejus, sic
quod alium parietem non tangas, sed a latere ventriculi medii dividas, et tunc
occuret tibi statim ventriculus dexter, et videbis in eo duo orificia, quorum unum
est versus epar, et est orificium, per quod ingreditur vena chilis, et est orificium
maximum, quia per hoc orificium cor trahit sanguinem ab epate et ipsum expellit
ad omnia alia membra. Et quia per istud orificium plus habet trahere, quum debet
expellere, et aperitur, quum cor dilatatur. Et habet tria ostiola, quae aperiuntur
ab extra ad intra, quia per idem orificium fit etiam expulsio sanguinis perfecta
decocti. Et licet non totus expellatur, quoniam aliqua portio ejus expellitur ad
pulmonem, alia pars ejus transit in septum, ordinavit natura, ne illa hostiola essent
multum depressa, et ut perfecta clausione non claudantur. Nota tamen duo. Primo
quod sensus tibi declarat, quod vena chilis originem suam habet a corde, quia cum
substantia cordis est continua, et ipsum non pertransit. Et est maxima juxta cor,
sicut stirpes arboris. Et secundo adverte, quod ab ista vena, antequam concavitatem
cordis ingrediatur, oritur vena, quae circumcirca radicem cordis circulatur, et ab ea
oriuntur rami dispersi per substantiam cordis. Et ex hac vena nutritur cor, i. e. ex
sanguine hujus venae. — Postea vero versus pulmonem est aliud orificium venae
arterialis, quae portat sanguinem ad pulmonem a corde. Quia, cum pulmo deserviat
cordi secundum modum dictum, ut ei recompenset, cor ei transmittit sanguinem per
hanc venam, quae vocatur vena arterialis, quia habet duas tunicas. Et habuit duas
tunicas, primo quia vadit ad membrum, quod existit in continuo motu, et secundo,
quod portat sanguinem valde subtilem et colericum. Ut igitur non evaporet et ut
non scindatur haec vena, ipsa habet duas tunicas, quare eam dicimus vena arterialis.
Et in orificio isto vel istius venae sunt tria hostiola, quae aperiuntur ab intra ad
extra, et clauduntur ab extra ad intra perfecta clausione. Quia per hoc orificium
cor tantum debet expellere a se hora constrictionis, et non debet retrahere aliquid
hora dilatationis. — Hoc viso scinde ventriculum sinistrum, ita quod in medio remaneat
paries, in qua est ventriculus medius, et tunc statim tibi apparebit concavitas
ventriculi sinistri, cujus paries est densior et spissior pariete ventriculi dextri. Et
hoc fecit natura propter tria. Primo quod hic ventriculus debet continere spiritum,
dexter vero sanguinem; sanguis autem gravior est spiritu, propter quod ratione contentorum
plus aggravaretur pars dextra quam sinistra, et ideo cor non fuisset aequalis
staturae. Ut illa esset aequalis ponderis, fecit parietem sinistrum crassiorem, ut
recompensaret sua gravitate gravitati sanguinis. Alia causa est, quod debet continere
spiritum, qui facile est resolubilis. Ut igitur non resolvatur paries fuit spissus.
Tertia causa est, quod hic ventriculus generare debet spiritum ex sanguine. Spiritus
autem generatur ex sanguine a forti caliditate subtiliante et evaporante. Fortior
autem est caliditas, quoniam est in materia et subjecto densiori, quare paries hujus
ventriculi fuit spissus et densus. In concavitate autem ejus circa radicem sunt duo
orificia. Unum est orificium arteriae adorti, quae dicitur adorti, quia immediate a
corde orta, vel quia est principium originis omnium arteriarum, quae sunt in corpore.
Et per istam transmittit cor spiritum supra sanguinem, qui in ipso generatur, ad omnia
membra, cum constringitur. Et propterea ordinavit natura in principio istius orificii
tria hostiola, densa valde, quae perfecta clausione clauduntur ab extra ad intra; et
aperiuntur ab intra ad extra; et orificium hoc est valde profundum. Aliud est
orificium arteriae venalis, quae tantum habet unam tunicam, quia natura non fuit
multum sollicita de custodia ejus, quod per ipsam transit, quod est vapor caprinosus,
vel aër, quem attrahit cor a pulmone. Et quia per istam venam cor attrahit et
expellit, natura in hoc orificio posuit tantum duo hostiola, quae perfecta clausione
non clauduntur. Et sunt hostiola illa multum elevata, ut appodientur [i. e. nitantur
[34] Adjutorium ═ humerus, subasella ═ axilla, pars doinestica ═ Beugeseite, pars
silvestris ═ Streckseite, spatula ═ scapula, furcula ═ clavicula, focile superius ═
radius antibrachii, focile inferius ═ ulna bezw. tibia und fibula, rasceta ═ carpus,
pecten ═ metacarpus, pixis ═ Gelenkpfanne, vertebrum ═ caput femoris etc.
[35] Es ist höchst wahrscheinlich, daß Mondino nicht mit eigener Hand das Messer
geführt hat, sondern daß ein Dissektor (vgl. S. 433) nach seinen Angaben die Leicheneröffnung
vornahm. Der Ausdruck anatomizavi bedeutet bei den mittelalterlichen
Anatomen fast nie anderes als: ich gebot zu zergliedern oder ich war bei der Zergliederung
anwesend.
[36] Am häufigsten beruft sich Mondino auf die Schrift de juvamentis membrorum,
einen unvollständigen, aus dem Arabischen übersetzten Auszug aus Galens
de usu partium.
[37] Dieser Irrtum geht auf Aristoteles zurück und findet sich in der pseudogalenischen
Schrift de anatom. vivorum.
[38] Trotzdem für den Betrieb der Schulanatomie prinzipiell von den Behörden
Verbrecherleichen bewilligt wurden, herrschte doch infolge vielfacher erschwerender
Einzelbestimmungen ein steter Mangel an Material, so daß stellvertretend bis ins
16. Jahrhundert zur Zergliederung von Schweinen Zuflucht genommen werden
mußte, ein Untersuchungsobjekt, gegen welches damals übrigens keine theoretischen
Bedenken bestanden. Hie und da suchte man durch das verwerfliche Mittel des
Leichenraubes dem Mangel an Material abzuhelfen; so sollen nach erhaltenen Akten
schon im Jahre 1319 Schüler des Albertus Bononiensis die Leiche eines Gehenkten
ausgegraben und im Hörsaal des Magisters seziert haben.
[39] Bertuccio absolvierte die Schulsektion in 4 Vorlesungen und zwar in folgender
Reihe: 1. Baucheingeweide, 2. Brustorgane, 3. Kopf, 4. die Gliedmaßen und besprach
dabei wie Mondino an jedem Objekt im Anschluß an die Kategorien des Aristoteles
neun Punkte: positio, substantia, complexio, quantitas, numerus, figura, colligatio,
actio et utilitas, aegritudines. Dies berichtet Guy de Chauliac, der in seiner Anatomie
(═ Traktat I seiner Chirurgie) von ihm sagt: et ipsam (sc. anatomiam) administravit
multoties magister meus Bertrucius. Das beliebte Lehrbuch des
Bertrucius „Collectorium” enthält nur ein anatomisches Kapitel mit einer Beschreibung
des Gehirns.
[40] Nach späterer Bezeichnung muß übrigens zwischen einer Anatomia publica,
d. h. einer öffentlichen, dem allgemeinen Unterricht zu gute kommenden Zergliederung
und einer Anatomia privata, d. h. einer im Interesse einzelner Aerzte oder
Studierender oder zu gerichtlichen Zwecken vorgenommenen Sektion unterschieden
werden. Für die Schulanatomie geben die Statuten der Hochschulen den Anhaltspunkt.
In Padua fand nachweislich im Jahre 1341 eine Zergliederung statt
(Gentilis da Foligno), in Venedig wurde 1368 bestimmt, daß alljährlich vor den
Medici phisici et cirurgici eine menschliche Leiche zergliedert werden soll und 1370
entschieden, daß Aerzte und Chirurgen gemeinschaftlich die Kosten zu tragen hätten,
für Florenz liegt 1388 eine Bestimmung über Leichenlieferung vor, und in dieses
Jahr dürfte eine von Nicolaus Florentinus erwähnte Sektion fallen.
[41] Dort vertrat die Anatomie des Guy de Chauliac die Stelle von Mondinos
Kompendium. Wohl schreiben schon die angeblich 1340 verfaßten Statuten Bedachtnahme
auf Autopsien vor, doch stammt das erste Privilegium für solche aus dem
Jahre 1376 oder 1377.
[42] Bei den Chirurgen fanden allerdings jährlich vier Zergliederungen statt, Angaben
über die von der medizinischen Fakultät veranstalteten Sektionen finden sich
aber nicht vor der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. — Was Spanien anlangt,
so erteilte Juan I. von Aragonien 1391 der Universität Lérida das Privileg, alle
3 Jahre eine Verbrecherleiche zergliedern zu dürfen.
[43] Die Universität Wien wurde 1365 gegründet, 1384 reorganisiert. Die einzelnen
Fakultäten erhielten 1389 ihre Statuten, aber erst seit 1399 fließen Nachrichten
über die dortige medizinische Schule reichlicher (durch die am 6. Mai dieses
Jahres begonnenen Acta facultatis). Zwar kamen die ältesten der in den Fakultätsakten
verzeichneten Doktoren aus Paris — dessen Hochschule in ihren Einrichtungen
für die Wiener maßgebend wurde —, doch für die Medizin erwies sich nur der
Einfluß Italiens als tiefgreifend und dauernd.
[44] Ugo Benzi machte sich bei den Zeitgenossen nicht nur als Arzt und Interpret
der alten medizinischen Literatur, sondern auch als Philosoph einen großen Namen.
In Ferrara disputierte er 1438 unter dem größten Beifall mit den zur Zeit des Konzils
versammelten Theologen und Philosophen über die Lehren des Plato und Aristoteles.
— Er lehrte auch Anatomie und wir wissen, daß unter seiner Leitung
1429 die Zergliederung einer Verbrecherleiche in Padua vorgenommen wurde.
[45] Uebersetzt wurde z. B. die Chirurgie des Roger von Salerno, die Augenheilkunde
des Benvenutus Grapheus, die Chirurgie des Henri de Mondeville, des Guy
de Chauliac u. a. Von den in flämischer Sprache verfaßten Werken des Jehan Yperman
ist oben gesprochen worden.
[46] Eine ganz eigenartige Stellung nimmt die medizinische Literatur in keltischer
(irischer, gälischer, kymrischer) Sprache ein, welche von alten Aerztefamilien in
Irland, Schottland und Wales ausging. Proben dieser bloß handschriftlich erhaltenen
Literatur zeigen, daß sich in ihrem Inhalt die autochthone Heilkunde mit der mittelalterlichen
gemeineuropäischen Medizin verbindet (vgl. Norman Moore, The history
of the study of Medicine in the British Iles, Oxford 1908).
[47] Vgl. unten die Literarhistorische Uebersicht.
Hilfrunen sollst du lernen, wenn du helfen willst und Weiber entbinden;
in der Handfläche sollen sie gezeichnet werden, und man
soll um das Handgelenk fassen, und die Götter um Hilfe flehen.
Zweigrunen sollst du lernen, wenn du willst Arzt sein und Wunden zu beurteilen verstehen;
auf Rinde soll man sie ritzen und ins Holz des Baumes, dessen Zweige sich gegen Osten neigen.
(Die Lieder der älteren Edda, herausgegeb. v. Gering, pag. 320.)
[51] Derselbe machte übrigens mehrere Reisen ins Ausland (darunter England,
Frankreich, Italien, Spanien). Die von ihm berichteten Kuren bestanden in der Behandlung
durch Aderlaß, Brennen und Operationen. Unter letzteren ist auch der
Steinschnitt beschrieben nach dem sog. Celsusschen Verfahren, das der Isländer gewiß
in der Fremde kennen gelernt hatte.
[52] Bemerkenswert ist es, daß im altschwedischen Landschaftsgesetze (Södermannalagen,
Uplandslagen) definiert wird, welche Personen als legitime Aerzte anzusehen
sind: „Wenn ein Mann einem anderen Wunden zufügt, soll er ihm drei gesetzmäßige
Aerzte anbieten, von welchen er den einen, den er wünscht, wählen kann.
Gesetzmäßiger Arzt heißt derselbe, der eine mit Eisen gehauene Wunde, einen Beinbruch,
eine durchdringende Wunde, das Abhauen eines Gliedes, eine durchgestochene
Wunde mit zwei Oeffnungen geheilt hat”. Von ärztlichem Honorar (Naturalien), von
der Berechtigung der Barbiere zur Ausübung des Aderlasses, von Badestuben handeln
schon früh gesetzliche Bestimmungen der Schweden und Norweger.
[53] Außer den medizinischen Handbüchern handeln in spezialistischer Weise eigene
Traktate über die Untersuchung des Harns und der Exkrete (de egestione).
[54] Wie aus alten bildlichen Darstellungen erhellt, war das kelchartige Harnglas,
das „Urinal”, geradezu das Emblem der ärztlichen Kunst im
Mittelalter, und wiewohl die medizinischen Autoritäten davor warnten, stützten die
Praktiker ihre Diagnose und Behandlung oft ganz einseitig allein auf die Harnschau.
Die ärztliche Konsultation bestand nicht selten nur darin, daß das „Wasser” des
Patienten durch einen Boten zur Besichtigung überbracht wurde. Die Unsicherheit
der Methode eröffnete begreiflicherweise der Scharlatanerie, ja den plumpsten Betrügereien
Tür und Tor; lügenhafte Harnpropheten erweckten und verstärkten beim
Volke stets aufs neue den Glauben, daß der Kundige aus dem Harn alles ersehen
könne. Mancher tüchtige, aufgeklärte Arzt mag, gegen seine eigene Ueberzeugung,
nur unter dem Drucke der schwindelhaften Konkurrenz, den Schwächen des Publikums
entgegengekommen sein. Insbesondere in Deutschland war der Glaube an die
Harnschau tief eingewurzelt, so daß „kluge” Praktiker (z. B. in Frankfurt) ein Harnglas
als Aushängeschild gebrauchten.
[55] Vgl. zu dem folgenden die Grundprinzipien der galenischen Therapie, auf
welche (durch das Medium der arabischen) die gesamte spätmittelalterliche Behandlungsweise
zurückzuführen ist.
[56] Diese Vorschriften bezogen sich — unter Vermeidung einer allzu brüsken
Aenderung der bisherigen Lebensweise — auf den Aufenthaltsort (Lüftung, Temperatur,
Räucherung des Krankenzimmers — Klimawechsel), die Bettruhe oder die
Leibestätigkeit des Patienten, die Wahl und Zubereitungsweise seiner Nahrung, die
psychische Beeinflussung u. s. w. Wie pedantisch genau — im Geiste der Qualitäten-
und Säftelehre — namentlich die Krankenküche geregelt wurde, ersieht man aus
den meisten Konsilien.
[57] Anweisungen zur Arzneibereitung waren schon deshalb nötig, weil nur in den
größeren Städten Apotheken bestanden und somit die Bereitung der Heilmittel häufig
noch von den Aerzten selbst vorgenommen werden mußte.
[58] Vgl. S. 370. Die Aerzte schrieben noch keine Rezepte, sondern gaben die
einzelnen Bestandteile ihrer Arzneiverordnungen dem Apotheker mündlich an;
dem Kranken reichten sie selbst die Arzneien in Bechern aus Zinn oder Silber, die
nach dem Gebrauch in die Apotheke zurückgestellt wurden.
[59] Auch Latwergen und Pillen. Den Syrupen wurde gemäß den arabischen
Doktrinen die Wirkung zugeschrieben, daß sie die „Kochung” der Säfte befördern.
[61] Die Derivation wurde z. B. bei Entzündungen, wo der Prozeß bereits fixiert
zu sein schien, und bei chronischen Affektionen angewendet.
[62] Besonders hatten Mesuë und Serapion d. Aelt. und, ihnen folgend, Rhazes
und Avicenna zum Ausbau dieses Systems beigetragen, aber in Einzelheiten herrscht
bei den Autoren keine Uebereinstimmung, sondern eine unglaubliche Konfusion,
wie dies ja bei den ganzen fiktiven Grundprinzipien nur zu begreiflich ist.
[63] So hat man die V. cephalica geschlagen bei Leiden des Kopfes, die V. mediana
bei Anomalien des Herzens und Störungen der Lebensgeister, sowie in der Absicht,
eine Repletion des ganzen Organismus herbeizuführen, die V. basilica (zumeist der
linken Seite) bei Leiden des Unterleibs, die V. salvatella (namentlich der linken
Hand) bei Milzleiden, die V. saphena bei Pleuresie, Krankheiten der Niere, Blase
und Gebärmutter, die V. poplitaea zu gleichem Zwecke und noch außerdem zur
Hervorrufung der Menses, die V. sciatica bei Gelenkschmerzen u. s. w. — Bei Leiden
des Kopfes, der Augen u. s. w. wurde zuerst die V. cephalica geöffnet, später erst
kamen die entsprechenden Blutadern des Kopfes „Venae particulares” an die Reihe,
um nämlich dem Blutstrom vorerst eine vermeintlich andere Richtung zu geben und
sodann das örtliche Uebel direkt zu bekämpfen.
[64] Die Astrologie galt allgemein als exakte Wissenschaft, und die Stimmen
der Wenigen, welche sich gegen den Wahn erhoben (z. B. der Kanzler der Pariser
Universität Gerson, der deutsche Theolog und Astronom Heinrich von Langenstein
u. a.), verhallten wirkungslos. — Die Alchemie, welche seit dem 13. Jahrhundert
trotz des Einspruchs einzelner großer Denker, trotz des kirchlichen Verbots
(Papst Johann XXII.) immer eifriger betrieben wurde, hatte verhältnismäßig nur
geringe Bedeutung für die Medizin, abgesehen von den betrügerischen Ausschreitungen.
[65] Saturn herrscht über das rechte Ohr, die Milz, Harnblase, Vorderarm und
Schienbein; Jupiter unter anderem über Lunge, Leber und Füße; Mars über das
linke Ohr, die Adern und Geschlechtsteile; die Sonne über die rechte Körperseite,
das Herz u. s. w.; Venus über den Hals, das Abdomen und die Fleischteile im allgemeinen;
Merkur über Arme, Hände, Schultern und Hüften; der Mond über die
linke Körperhälfte, den Magen u. s. w. Das Blut ist dem Regiment des Jupiter
und der Venus, die schwarze Galle dem Saturn, die gelbe Galle dem Mars, der
Schleim dem Monde unterstellt. — Saturn bringt die langwierigen, Jupiter die kurzdauernden,
Venus die mittleren, die Sonne die allerkürzesten Krankheiten, Merkur
die variierenden, der Mond die remittierenden Leiden hervor. Sonne und Mars
verursachen die aus der Hitze stammenden, Venus und Saturn die aus der Kälte
stammenden, Jupiter die durch Blutfülle bedingten Krankheiten, Merkur die Geistesstörungen,
der Mond die Nervenleiden. — Jedes Zodiakalzeichen besitzt wie jeder
der Planeten eine eigene Qualitätsmischung, worin eben die Ursache seiner spezifischen
Influenz auf den Mikrokosmus liegt.
[66] Auch in der Aetiologie, besonders der Seuchen, wurde der Astrologie eine
wichtige Rolle zugeteilt. So leitete z. B. selbst ein Guy de Chauliac den schwarzen
Tod hauptsächlich von einer ungünstigen Konstellation der Gestirne her.
[67] Brechmittel sind am meisten wirksam, wenn sich der Mond in einem retrograden
Zeichen, z. B. im Krebs, bewegt, abführende Arzneien sind kontraindiziert,
wenn der Mond in einem rückläufigen oder wiederkäuenden Zeichen (Widder, Stier
und Steinbock) steht.
[68] Außerdem kam die Beziehung der Elementarqualität des Tierkreiszeichens
zur Komplexion des Patienten in Betracht. Der Mondstand im Zeichen der Zwillinge,
der Wage und des Wassermanns (Signa calida et humida) war am günstigsten für
die Vornahme der Venäsektion, wenn es sich um einen Sanguiniker handelte, hingegen
kamen für den Choleriker die Zeichen des Widders und Schützen (Signa
calida et sicca), für den Melancholiker die Zeichen der Jungfrau und des Stiers
(Signa frigida et sicca), für den Phlegmatiker die Zeichen des Krebses, des Skorpions
und der Fische (Signa frigida et humida) als günstigste in Betracht.
[69] Vgl. über die Entwicklung der Aderlaßfiguren- und Tierkreiszeichengraphik
sowie ihre Beziehung zu den frühesten anatomischen Abbildungen Sudhoff, Tradition
und Naturbeobachtung (Leipziger Studien zur Gesch. d. Med. Heft 1), Leipzig 1907.
[70] Möglicherweise auch, wie schon im Altertum, Demonstrationen an nackten
Personen.
[71] Freilich hatten in Wien die Baccalarien und Scholaren bereits 1435 vorgeschlagen,
jährlich eine Anatomie zu veranstalten, aber nach der ersten 1404 stattgefundenen
sind weitere nur für die Jahre 1418, 1444, 1452, 1455, 1459, 1493, 1498
bestimmt nachweisbar; eine im Jahre 1441 und 1491 beabsichtigte Anatomie mußte
entfallen, weil das zur Sektion bestimmte justifizierte „subjectum” wieder zu sich
kam. Aus den Akten ergibt sich, wie umständlich die Vorverhandlungen waren,
welche die medizinische Fakultät mit dem Scharfrichter pflegen mußte, wie dieselben
insgeheim betrieben wurden, wie man unter den in Betracht kommenden Delinquenten
eine Auswahl traf, als ob es sich um Schlachtvieh gehandelt hätte. — Viele Aerzte
mögen die Schule verlassen haben, ohne die inneren Teile des Menschen aus eigener
Anschauung kennen gelernt zu haben.
[72] Nach den Statuten von Bologna vom Jahre 1405 hatten bloß die im 3. Studienjahre
stehenden Mediziner darauf Anspruch, der „Anatomie” beiwohnen zu dürfen,
und auch von diesen sollten bloß 20 bei der Sektion einer männlichen, und 30 bei
der Sektion einer weiblichen Leiche zugelassen werden, später gestattete man überall
schon denen, welche das 1. Jahr zurückgelegt hatten, ja sogar den Erstjährigen
den Zutritt.
[73] Studenten und Zuschauer mußten die beträchtlichen Auslagen für Instrumente,
für Erwerbung, Transport, Herrichtung und Bestattung der Leiche u. s. w. bestreiten.
[74] Mondino und Guy de Chauliac deuten allerdings an, daß Muskeln, Knorpel,
Gelenke, Bänder, Nerven, Gefäße u. a. an lange gewässerten, gekochten oder an der
Sonne gedörrten Leichen studiert werden können, doch kam diese Methode der
Schulanatomie kaum zugute.
[75] Der Professor ordinarius practicae oder theoricae erklärte den von einem
Extraordinarius vorgelesenen Text, überließ aber die Durchführung der Sektion einem
Chirurgen und den Hinweis auf das Erläuterte dem Demonstrator. Trotzdem in Italien
die Wundärzte auf einer relativ hohen Stufe standen, genügten sie doch, wie der häufige
Wechsel beweist, nur selten den Anforderungen. Außerhalb Italiens mag die Obduktion
bisweilen eher eine Zerfleischung des Leichnams als eine kunstgerechte Zergliederung
gewesen sein. Wie sah es erst mit den Demonstrationen der gelehrten Doktoren aus!
[76] Die Unfehlbarkeit Galens in der Anatomie ist von Nicolaus Florentinus vielleicht
zuerst ausgesprochen worden.
[77] Dies gilt schon von den arabischen Aerzten, vgl. S. 166.
[78] Von den medizinischen Fakultäten wurde allgemein — wenigstens späterhin —
bei der Zulassung zum Lizentiat sogar gefordert, daß der Kandidat unter fachmännischer
Leitung fleißig Krankenbesuche gemacht habe, sei es in der Privatpraxis,
sei es in Spitälern.
[79] Z. B. die Statuten von Wien, Köln, Ingolstadt. In Wien wollte die medizinische
Fakultät 1455 die Krankenbesuche den Scholaren gänzlich verbieten, mußte
sich aber auf Drängen derselben noch im gleichen Jahre zur Entscheidung herbeilassen,
daß der Krankenbesuch allen denen gestattet werde, welche das 3. Studienjahr
vollendet haben und sich zum regelmäßigen Besuch der Vorlesungen verpflichten.
[80] Miniaturen der lateinischen Galenos-Handschrift der Kgl. öffentlichen Bibliothek
in Dresden, Db. 92-93 in phototypischer Reproduktion. Einleitung und Beschreibung
von E. C. van Leersum und W. Martin, Leyden 1910. Die Amtstracht der
Professoren der medizinischen Fakultät (des „Ordo gratiosus”) war durch die scharlachrote
Farbe gekennzeichnet, sie bestand aus einem talarartigen Ober- und Unterkleid
mit Hermelinbesatz und einem Barett; die Studierenden erscheinen (gewöhnlich
mit Tonsur) in einfachem Ober- und Unterkleide; der Pedell ähnlich, das
Zepter in Händen. — Ordentliche Vorlesungen wurden täglich nur zwei (1-2 Stunden
lang) gehalten, eine morgens und eine nachmittags. Die Unterrichtszeit erstreckte
sich von Oktober bis Mai und war durch eine beträchtliche Zahl von „dies illegibiles”
unterbrochen, d. h. Tagen, an denen nicht gelesen werden durfte.