[515] Der Name rührt von St. Claire-Deville her, der sich zuerst eingehender mit der Dissoziation beschäftigte. Siehe Devilles Abhandlung: »Sur la dissociation ou la décomposition spontanée des corps sous l'influence de la chaleur«. Compt. rend. Tom. 45. p. 857 (1857).

[516] Das Gas von geringerem Molekulargewicht, in diesem Falle NH3, diffundiert rascher als das Gas von höherem Molekulargewicht (HCl). Infolgedessen zeigt der diffundierte Bestandteil alkalische, und der nicht diffundierte saure Reaktion.

[517] August Horstmann, Abhandlungen zur Thermodynamik chemischer Vorgänge. Als 137. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von J. H. van't Hoff. Leipzig, Verlag von W. Engelmann 1902.

August Friedrich Horstmann wurde 1842 in Mannheim geboren. Er bekleidete eine Professur in Heidelberg.

Horstmanns Abhandlungen erschienen in dem Zeitraum von 1869 bis 1881 in den Annalen der Chemie und Pharmazie und in den Berichten der Deutschen chemischen Gesellschaft.

[518] Siehe Seite 342 dieses Bandes.

[519] C. M. Guldberg, Thermodynamische Abhandlungen über Molekulartheorie und chemische Gleichgewichte. 139. Bd. von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, S. 71 u. f.

Guldberg gehört zu den Begründern der neueren physikalischen Chemie. Er stellte die wichtigsten Untersuchungen gemeinsam mit Waage an. Über das Leben beider Forscher ist an anderer Stelle dieses Bandes berichtet.

[520] 1872.

[521] 1885.

[522] Die Ableitung der Formel, die Guldberg für die Dissoziation aufstellte, findet sich im 139. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften auf S. 73.

[523] Siehe S. 389 dieses Bandes.

[524] Siehe Bd. III, S. 176.

[525] Ludwig Wilhelmy, Über das Gesetz, nach welchem die Einwirkung der Säuren auf den Rohrzucker stattfindet. Als 29. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von W. Ostwald. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891.

Ludwig Ferdinand Wilhelmy wurde 1812 in Stargard geboren. Er war 1849-1854 Dozent in Heidelberg. Später lebte Wilhelmy als Privatgelehrter in Berlin. Dort stand er in regem Verkehr mit Helmholtz, Clausius, du Bois-Reymond, Brücke, Werner, v. Siemens und anderen hervorragenden Forschern. Wilhelmy starb im Jahre 1864.

[526] Siehe S. 339 u. f. dieses Bandes.

[527] (1 - a)t wird für den angenommenen Grenzfall = e-at, worin e die Basis des natürlichen Logarithmensystems bedeutet.

Es ist also

1 - x = e-at und
l (1 - x) = -at
-l (1 - x) = at
l 1/(1 - x) = at
a = 1/t . l 1/(1 - x)

[528] Wilhelmy bediente sich der Bequemlichkeit halber der Briggschen statt der natürlichen Logarithmen, wodurch an den Verhältnissen nichts geändert wird. Es ist nur jeder der berechneten Werke 2,3026mal kleiner, weil in diesem Maße der Briggsche Logarithmus einer Zahl kleiner ist als der natürliche.

[529] a wird auch als der Geschwindigkeitskoeffizient der Reaktion bezeichnet.

[530] Berthelot und L. Péan de Saint-Gilles, Untersuchungen über die Affinitäten. Als Bd. 173 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften übersetzt und herausgegeben von M. und A. Ladenburg. Leipzig, W. Engelmann 1910.

Die Abhandlung erschien 1861 und in den folgenden Jahren in den Annales de Chimie et de Physique (Bd. 65, 66 und 68).

Berthelot gehörte zu den hervorragendsten Forschern, die Frankreich im 19. Jahrhundert hervorgebracht hat. An wissenschaftlicher Bedeutung steht er einem Liebig und einem Bunsen nicht nach. Marcelin Berthelot wurde 1827 in Paris geboren (er starb dort 1907), wo er eine Professur bekleidete. Seine bedeutendsten Leistungen betreffen die organische Synthese, die allgemeine Chemie, die Thermochemie und die Geschichte seiner Wissenschaft.

Péan de St.-Gilles war ein Schüler Berthelots. Er ging ihm bei der großen, zahllose Experimente erfordernden Untersuchung über die Bildung und Zersetzung der Äther als Mitarbeiter zur Hand.

[531] Über Berthollet (17) siehe Bd. III, S. 167 u. f.

[532] Berthelot benutzte einen bei gewöhnlicher Temperatur festen Alkohol (Äthal) und Stearinsäure. Sie verbanden sich bei etwa 200° unter Abscheidung des Wassers vollständig zu Stearinsäureäthaläther.

[533] Die Ergebnisse der von Guldberg und Waage gemeinsam angestellten Untersuchungen wurden in drei Abhandlungen in den Jahren 1864, 1867 und 1879 veröffentlicht. Diese Abhandlungen wurden neuerdings in deutscher Übersetzung als 104. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften von neuem herausgegeben. Der 139. Band von Ostwalds Klassikern enthält drei Abhandlungen, die Guldberg allein verfaßte und 1867-1872 veröffentlichte.

Cato Maximilian Guldberg wurde 1836 in Christiania geboren, wo er Mathematik und Naturwissenschaften studierte. Als Preis für die Lösung einer von der Universität gestellten, mathematischen Aufgabe erhielt er ein Stipendium, um sich im Auslande fortzubilden. Nach seiner Rückkehr wurde er Lehrer an der Kriegsakademie und später Professor der angewandten Mathematik an der Universität.

Peter Waage wurde 1832 in einem kleinen Ort des südlichen Norwegens geboren. Er wirkte seit 1862 als Professor der Chemie an der Universität in Christiania.

[534] Siehe S. 345 dieses Bandes.

[535] In der Abhandlung vom Jahre 1867. S. Ostwalds Klassiker, Bd. 104. S. 100.

[536] Ostwalds Klassiker, Bd. 104. S. 106.

[537] J. H. van't Hoff, Die Gesetze des chemischen Gleichgewichts für den verdünnten, gasförmigen oder gelösten Zustand. Als Bd. 110 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften übersetzt und herausgegeben von Georg Bredig. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. 1900.

Jacobus Henricus van't Hoff wurde 1852 als Sohn eines Arztes in Rotterdam geboren. Er empfing eine realistische Vorbildung, studierte zunächst Technologie, wandte sich dann aber in Leyden, Bonn und Paris theoretischen Studien zu. Seine ersten Arbeiten, die unter dem Einflusse von Kekulé und Wislicenus entstanden, betrafen das Gebiet der Strukturchemie. Sie führten van't Hoff zu der Annahme einer verschiedenartigen Lagerung der Atome im Raume und begründeten den heute als Stereochemie bezeichneten Zweig der chemischen Wissenschaft.

Im Jahre 1878 wurde van't Hoff Professor der Chemie an der Universität Amsterdam. Von dort wurde er 1896 als Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften nach Berlin berufen. Dort entstanden seine Arbeiten über die Entstehung der ozeanischen Salzablagerungen. Van't Hoff starb am 1. März des Jahres 1911.

Eine ausführliche Biographie van't Hoffs veröffentlichte sein Schüler und Freund Ernst Cohen: »Jacobus Henricus van't Hoff, sein Leben und Wirken«. Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft, 1912. 638 S. mit 2 Gravüren und 90 Abbildungen. Den Schluß bildet eine Bibliographie der Werke und Abhandlungen van't Hoffs und seiner Schüler.

[538] Siehe S. 38-44 dieses Bandes.

[539] Siehe S. 208 dieses Bandes.

[540] Es bildet sich dann ein häutiger Niederschlag von Kaliumkupfercyanür:

K4Fe(CN)6 + 2 CuSO4 = 2 K2SO4 + Cu2Fe(CN)6.

[541] Pfeffer, Handbuch der Pflanzenphysiologie, Bd. I (1881), Fig. 6.

[542] Siehe S. 52 dieses Bandes, Anm. 2.

[543] Pfeffer, Osmotische Untersuchungen. Leipzig 1877.

[544] Siehe S. 349 dieses Bandes.

[545] Svante Arrhenius, Untersuchungen über die galvanische Leitfähigkeit der Elektrolyte. Als Bd. 160 von Ostwalds Klassikern in deutscher Übersetzung erschienen bei W. Engelmann, Leipzig 1907.

Svante August Arrhenius wurde 1859 in der Nähe von Upsala geboren. Sein Vater war Ingenieur. Arrhenius studierte in Upsala. Im Jahre 1884 wurde er Dozent für physikalische Chemie.

Zur Vervollständigung seiner Ausbildung arbeitete Arrhenius in den Instituten bedeutender Physikochemiker des Auslandes. Nachdem er mit den Arbeiten van't Hoffs über die Analogie von Lösungen und Gasen bekannt geworden war, entwickelte er seine Theorie der elektrolytischen Dissoziation, die rasch zu allgemeiner Anerkennung gelangte. Im Jahre 1905 wurde Arrhenius zum Leiter der physikalisch-chemischen Abteilung des Nobel-Instituts ernannt, das ihm einige Jahre vorher einen seiner Preise verliehen hatte.

[546] Die Abhandlung erschien in französischer Sprache. Sie wurde ein Jahr später in den Annales de chimie Bd. 58, S. 54-74 abgedruckt. In deutscher Übersetzung wurde die Abhandlung im 152. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben. Leipzig. Verlag von W. Engelmann, 1906.

Theodor von Grotthuß war Deutsch-Russe. Er wurde 1785 geboren und starb im Jahre 1822. Grotthuß befaßte sich, nachdem er in Paris studiert hatte, als wohlhabender Privatgelehrter mit chemischen und physikalischen Untersuchungen.

[547] W. Hittorf, Über die Wanderungen der Ionen während der Elektrolyse (1853-1859). Als 21. und 23. Band von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben von W. Ostwald. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1891. Die Abhandlungen Hittorfs sind zuerst im 89., 98., 103. und 106. Bande der Annalen der Physik und Chemie von Poggendorff erschienen.

Johann Wilhelm Hittorf wurde 1824 in Bonn geboren. Er wirkte als Professor der Physik und der Chemie von 1852 bis 1890 in Münster.

[548] Nach dem Vorgange von Berzelius.

[549] Hittorfs Abhandlung vom Jahre 1858.

Siehe Poggendorffs Annalen, Bd. 103, S. 53, sowie Ostwalds Klassiker, Bd. 21, S. 82.

[550] Siehe auf S. 366 dieses Bandes.

[551] Siehe Band III, S. 302-306.

[552] Im 79. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften wieder herausgegeben von A. Wangerin. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1896.

[553] Mécanique analytique. 1815. II. Bd. S. 304.

[554] Ostwalds Klassiker, Bd. 79. S. 37.

[555] Ostwalds Klassiker, Bd. 79, S. 38 u. f. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1896. Durch zahlreiche Anmerkungen erläutert und herausgegeben wurde diese Abhandlung von A. Wangerin. Sie gehört samt der ersten, gleichfalls von A. Wangerin herausgegebenen Abhandlung (siehe S. 372. Anm. 2) zu den hervorragendsten Arbeiten auf dem Gebiete der modernen mathematischen Physik.

[556] Durch zahlreiche Anmerkungen erläutert und als Bd. 80 von Ostwalds Klassikern herausgegeben von A. Wangerin. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1896.

[557] Braunschweig, Verlag von F. Vieweg 1862. Dieser ersten sind rasch eine Reihe weiterer Auflagen gefolgt.

[558] Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen. 2. Aufl. S. 74.

[559] Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen. 2. Ausgabe. 1865. S. 198-223.

[560] Der Italiener Corti veröffentlichte 1851 in der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie eine Abhandlung über die Histologie des Ohres, in der er das nach ihm benannte Organ beschrieb.

[561] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 132.

[562] In Gräfes Archiv für Ophthalmologie.

[563] Siehe S. 374 dieses Bandes.

[564] Philosoph. Transactions 1834, S. 583. Über Wheatstone siehe S. 60 dieses Bandes.

[565] Poggendorffs Annalen, Bd. 36 (1835), S. 148.

[566] Um an Stelle des virtuellen Bildes, das der rotierende Planspiegel liefert, objektive Bilder zu erhalten, ließ Feddersen einen Hohlspiegel rotieren.

[567] W. Feddersen, Entladung der Leydener Flasche, intermittierende, kontinuierliche und oszillatorische Entladung und deren Gesetze (1857-1866). Als Bd. 166 von Ostwalds Klassikern, herausgegeben von Th. Des Coudres. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1908.

Wilhelm Feddersen wurde 1832 in Schleswig geboren. Er studierte Chemie, Physik und Mathematik und lebte als Privatgelehrter in Leipzig.

[568] Poggendorffs Annalen, Bd. 100, 111, 121.

[569] Ostwalds Klassiker, Nr. 1, S. 33.

[570] Heinrich Hertz, Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft. II. Band der gesammelten Werke von Hertz. Leipzig 1894.

Heinrich Rudolf Hertz wurde 1857 in Hamburg geboren. Seine Lehrer waren in erster Linie Helmholtz und Kirchhoff. Hertz habilitierte sich 1883 in Kiel. Im Jahre 1885 wurde er als Professor der Physik nach Karlsruhe berufen. Seit 1889 wirkte er als Nachfolger von Clausius in Bonn. Schon im Jahre 1894 wurde Hertz durch den Tod aus seiner ganz außergewöhnlich erfolgreichen wissenschaftlichen Laufbahn herausgerissen.

[571] Hertz gelang es, Wellen zu erzeugen, deren Länge nach Zentimetern messen. Spätere Forscher haben elektrische Wellen von wenigen Millimetern Länge hervorgerufen.

[572] H. Hertz, Über Strahlen elektrischer Kraft. Sitzungsberichte der Berliner Akademie der Wissenschaften 1888. Gesammelte Werke, Bd. II, S. 184 u. f.

[573] H. Hertz, Über die Beziehungen zwischen Licht und Elektrizität. Ein Vortrag. gehalten auf der 62. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte. Bonn 1889.

[574] Auch Kohärer oder Fritter genannt.

[575] Die Versuche wurden von Ed. Branly und von Gabet angestellt.

[576] Siehe den Bericht über den im Jahre 1912 auf der Naturforscherversammlung in Münster gehaltenen Vortrag Arcos.

[577] James Clerk Maxwell wurde 1831 in Edinburg geboren. Er wirkte zunächst als Professor der Naturphilosophie in Aberdeen, später in London. 1871 wurde er Professor der Physik in Cambridge. Dort starb er schon im Jahre 1879.

Maxwells wichtigste Schriften über seine elektromagnetische Theorie sind neuerdings in deutscher Übersetzung und durch zahlreiche Anmerkungen erläutert von L. Boltzmann in Ostwalds Sammlung herausgegeben worden: James Clerk Maxwell, Über Faradays Kraftlinien (1855, 1856). Als Bd. 69 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften erschienen bei W. Engelmann in Leipzig, 1895.

James Clerk Maxwell, Über physikalische Kraftlinien. Als Bd. 10 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften erschienen bei W. Engelmann in Leipzig, 1898.

[578] Siehe S. 66 dieses Bandes.

[579] Siehe S. 92 dieses Bandes.

[580] Pieter Zeeman, Professor der Physik in Leyden. Communications from the Laboratory of Physics at the University of Leyden. Nr. 33.

[581] Von M. Planck im 124. Bande von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann, 1902.

[582] A. Binz, Ursprung und Entwicklung der chemischen Industrie. Berlin, G. Reimer, 1910. Als diejenigen Umstände, die für den Ursprung der chemischen Großindustrie in erster Linie maßgebend waren, betrachtet Binz die Einführung der Leuchtgasfabrikation, die Erschließung der chilenischen Salpeterlager (seit etwa 1825) und die Kontinentalsperre, die zu einer raschen Entwicklung der Rübenzuckerfabrikation führte.

[583] Döbereiner, Über neu entdeckte Eigenschaften des Platins, Schweiggers Journal XXXVIII u. XXXIX.

[584] Schrötters Abhandlung über den roten Phosphor erschien in Poggendorffs Annalen vom Jahre 1850. Sie ist im 71. Abschnitt von Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher mit einigen Kürzungen wiedergegeben.

[585] Siehe Dannemann, Aus der Werkstatt großer Forscher, Abschnitt 70.

[586] Das Nitroglyzerin wurde von Sombrero im Jahre 1847 bei der Einwirkung von Salpetersäure auf Glyzerin entdeckt, indes erst 1862 von Nobel als Sprengstoff in die Technik eingeführt.

[587] In Hannover wurde die Gasbeleuchtung im Jahre 1825 eingeführt; in Berlin kam 1826 ein Vertrag mit einer englischen Gesellschaft zum Abschluß. In England fand die Beleuchtung einzelner Gebäude mit Gas seit 1792 statt. Londons Straßen wurden zuerst 1814 mit Gas beleuchtet. Kulturhistorisch interessant ist, daß in einer Stadt wie Köln die Einführung der Gasbeleuchtung aus theologischen, medizinischen und sittlichen Gründen bekämpft wurde.

Dies geschah in der Kölnischen Zeitung. Siehe die Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Bd. IX, S. 507.

[588] Die Darstellung des Benzols durch Erhitzen der Benzoësäure mit Ätzkalk lehrte Mitscherlich kennen: C6H5.COOH + CaO = CaCO3 + C6H6. Der Name Benzol rührt von Liebig her.

[589] Siehe Bd. III, S. 78.

[590] Siehe das Referat Kahlbaums in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Bd. I, S. 206 u. f.

[591] Davon stellt Deutschland allein etwa 11/4 Millionen Tonnen her. England und Nordamerika erzeugen jedes etwa die gleiche Menge.

[592] Vorher waren Glasgefäße im Gebrauch.

[593] Siehe Seite 392 ds. Bds.

[594] Von der fast 2 Millionen Tonnen betragenden Weltproduktion entfallen nur noch etwa 150000 Tonnen auf den Leblancprozeß.

[595] Na2SO4 + CaCO3 + 2C = Na2CO3 + CaS + 2CO2.

[596] NaCl + CO2 + NH3 + H2O = NH4Cl + NaHCO3

2NaHCO3 = Na2CO3 + CO2 + H2O.

[597] Siehe Seite 140 ds. Bds.

[598] Siehe Seite 289 ds. Bds.

[599] Ihre Synthese gelang H. Kolbe, indem er auf Phenolnatrium Kohlendioxyd wirken ließ (1870).

[600] Siehe Seite 295 ds. Bds.

[601] Ph. Karrass, Geschichte der Telegraphie, I. Teil, 5. Abschnitt. Braunschweig, Verlag von Vieweg, 1909. (XII u. 702 S. gr. 8°.)

[602] Philipp Reis wurde 1834 in Gelnhausen geboren. Er wirkte als Lehrer in Friedrichsdorf bei Homburg, wo er 1874 starb. In Gelnhausen wurde ihm 1885 ein Denkmal errichtet. Seine Erfindung ist beschrieben im Jahresbericht des Frankfurter Physikalischen Vereins 1860/61, S. 7.

[603] Eine gute Darstellung der Anfänge der Telegraphie und der Telephonie enthält der 2. Band von »Wissen und Können.« Leipzig J. A. Barth, 1908. Ihr Verfasser ist R. Hennig.

[604] Reis führte sein Telephon zuerst im physikalischen Verein in Frankfurt a. M. vor. Dies geschah am 26. Oktober 1861. Erst 15 Jahre später meldete der Amerikaner Graham Bell das von ihm erfundene Telephon zum Patent an.

[605] M. H. v. Jacobi, geboren den 21. September 1801 in Potsdam, gestorben den 10. März 1874 zu Petersburg. Siehe seine Schrift »Die Galvanoplastik.« St. Petersburg 1840.

[606] Eine gründliche, auch volkswirtschaftlich wertvolle Schrift über dies Gebiet ist: C. Basch, Die Entwicklung der elektrischen Beleuchtung und der Industrie elektrischer Glühlampen in Deutschland. Berlin, F. Siemenroth, 1910, 94 Seiten.

[607] Näheres siehe im III. Bande, S. 221.

[608] Die bei der Gasgewinnung als Nebenprodukt abfallende Retortenkohle wurde 1844 von L. Foucault für diesen Zweck in Vorschlag gebracht.

[609] Osramlampe der Auergesellschaft, 1906.

[610] Näheres über die Erfindung der ersten Magnetinduktionsmaschine enthält der 4. Abschnitt ds. Bds.

[611] W. Siemens, Über die Umwandlung von Arbeitskraft in elektrischen Strom ohne Anwendung permanenter Magnete. Berichte der K. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Januar 1867.

[612] Siehe Bd. III, S. 164. Die Wiederholung dieses von Cavendish herrührenden Versuches hat auch zur Entdeckung des Argons geführt.

[613] Er betrug 1910 fast 2½ Millionen Tonnen. Allein Deutschlands Verbrauch belief sich auf ¾ Millionen Tonnen im Werte von 160 Millionen Mark.

[614] Beispielsweise gibt es unter den lappländischen Eisenerzlagern, mit deren Abbau man erst im 20. Jahrhundert begonnen hat, solche, die 250 bis 750 Millionen Tonnen Eisenerz mit einem Gehalt von 60-70% Eisen enthalten. Ferner wird der Kohlenreichtum Deutschlands nach den neuesten Ermittlungen noch für eine Reihe von Jahrhunderten dem stetig wachsenden Bedarf genügen, während für England allerdings eine Erschöpfung innerhalb der Zeit von etwa 100 Jahren zu erwarten ist.

[615] O. Warburg in den Berichten der Deutschen botanischen Gesellschaft, XIX (1901) S. 170.

[616] Siehe Seite 397 ds. Bds.

[617] Siehe Bd. II dieses Werkes, S. 311 u. f.

[618] E. O. von Lippmann, Einige Worte zum Andenken Achards. Vorgetragen in der Generalversammlung des Vereins der deutschen Zuckerindustriellen. Berlin 1904. Veröffentlicht in der Zeitschrift »Die deutsche Zuckerindustrie.«

Die erste Zuckerkampagne begann Achard danach im Jahre 1802. Von französischer Seite wurden Achard 200000 Taler angeboten, falls er bereit sei, seine Versuche als ergebnislos hinzustellen. Achard wies das Anerbieten zurück. Daß ihn nicht Eigennutz leitete, hatte er schon 1799 in seiner Schrift »Ausführliche Beschreibung der Kultur der Zuckerrübe« erklärt. Es heißt darin, aus heißer Liebe für das Vaterland sei er bestrebt, einen neuen Zweig europäischer Industrie zu schaffen.