Mitten im Eise.

Fünfzehntes Kapitel.
Aufenthalt in England und neue Reise.

Neue Reiselust. – Abfahrt. – Das Totenschiff. – Im Antillenmeer. – Der Büffeljäger. – Ankunft in der Kolonie.

Mein Glück schien nach einem 35jährigen Kampfe gegen die Wechselfälle des Lebens fest begründet, und ich würde sorglos in beschaulicher Zurückgezogenheit haben leben können, wenn ich nicht immer und immer wieder an meine Insel und die zurückgelassene Kolonie hätte denken müssen. Verglich ich mein früheres rastloses Wirken mit meiner jetzigen Unthätigkeit, dann ergriff mich Unmut, und die Welt, in der ich thatlos dahinlebte, wurde mir zu enge. Mich zog wieder eine heftige Sehnsucht hinaus über den weiten Ozean, nach fernen Ländern.

Um diesen Anwandlungen neuer Reiselust zu widerstehen, kaufte ich mir in Bedfordshire ein Landgut, dessen schöner Meierhof so weit von der See ablag, daß mich der Blick auf dieselbe oder der Umgang mit Seeleuten nicht aufregen konnte. Ich richtete mich behaglich ein, kaufte Geräte und Vieh zur Ackerwirtschaft, pflanzte, jätete, riß ein und baute wieder auf, um meinen Gedanken eine andre Richtung zu geben. Aber wie mein eigner Schatten verfolgte mich die Sehnsucht nach der Ferne. Einige Jahre hielt ich es aus, als mir aber meine Frau durch den Tod entrissen wurde, fand ich keinen Gefallen mehr an dem bisherigen Stillleben. Zwei Kinder, die mir geschenkt waren, hatte ich guten Händen anvertraut. Die landwirtschaftlichen Beschäftigungen langweilten mich mehr und mehr, und ich beschloß, mein Gut zu verkaufen und nach London zu ziehen. Anfangs behagte mir die Veränderung, die Zerstreuung in der Hauptstadt, aber bald fand ich den Lärm derselben und noch mehr das Nichtsthun unerträglich und ich sann auf Veränderung.

Als ich einstmals in tiefes Nachsinnen über Zukunftspläne versunken auf dem Lehnstuhle saß, besuchte mich mein Neffe, der als Schiffskapitän Südamerika kennen gelernt hatte und nun dorthin über Neufundland zurückkehren wollte. Er lud mich ein, ihn zu begleiten, ich sagte zu und – machte mich dann reisefertig.

Nachdem ich zuvor mein Vermögen sicher angelegt, die Wahrnehmung meiner Angelegenheiten und die Aufsicht über die Erziehung meiner Kinder meiner Haushälterin, der treu bewährten alten Witwe, anvertraut hatte, begab ich mich am 8. Januar des Jahres 1694 mit meinem Freitag an Bord der kleinen Fregatte, die in den Dünen vor Anker lag. Noch an demselben Abend gingen wir unter Segel. Die Ladung, die ich mit mir führte, war wertvoller und mannigfacher als je eine der früheren. Sie enthielt ein zerlegtes Fahrzeug, allerlei Tuchsorten, leinene und andre Stoffe; ferner Hüte, Schuhe, Strümpfe, Bettzeug, Töpfe, Kessel, Nägel, Werkzeuge; endlich zahlreiche Flinten, Pistolen und zwei metallene Kanonen; hierzu Pulver, Kugeln und Schrot in allen Sorten, weiterhin andre Waffen, wie Säbel, Degen und Lanzen. Hierdurch glaubte ich für den Verteidigungszustand der Inselfestung hinreichend gesorgt zu haben.

Ein frischer Wind führte uns aus dem Hafen, und bald befanden wir uns auf offener See; ringsum nur Himmel und Wasser. Nach etwa acht Tagen erhob sich ein mächtiger Südsturm und trieb uns tief in das nebelbedeckte Meer von Neufundland. Anfangs gefiel mir dieser Wechsel, aber bald wurde die Sache doch unangenehm. Ein eisiger Wind blies über das Schiff und drang tief in die Glieder. Die Wellen, welche Schaum spritzend an die Schiffswände schlugen und uns durchnäßten, gefroren, und so wurden unsre Kleider mit einer Eisrinde bedeckt, die Segel steif und unlenksam, das Takelwerk starr wie Stangen. Dabei herrschte wegen des dicken Nebels stete Dämmerung um uns, so daß der Steuermann den Schiffsschnabel kaum noch sehen konnte und wir in Gefahr gerieten, an einen schwimmenden Eisberg oder eine Eisscholle anzurennen. In der That huschten von Zeit zu Zeit graue Schatten wie Gespenster an uns vorbei, auf welche die Matrosen mit sorglichen Blicken schauten, da sie in ihnen Eisberge erkannten. Endlich verwandelte sich die feuchte Luft in Eiskristalle, es begann ein Schneewehen, welches bald zu wildem Schneegestöber wurde. Doch dauerte es nicht an, der Horizont hellte sich etwas auf, so daß wir etwa einen halben Kanonenschuß weit sehen konnten.

Da rief der wachthabende Matrose: »Schiff in Sicht!« Wir eilten aufs Verdeck und sahen wirklich ein Schiff gerade auf uns zukommen, denn es war windstiller geworden und das kalte Polarwasser strömte uns entgegen. Wir riefen dem Fahrzeuge zu, rechts auszuweichen. Aber niemand ließ sich auf dem fremden Schiffe sehen und hören, dessen ganzes Aussehen einer Ruine glich. Der Hauptmast war in der Mitte abgebrochen, an den Raaen hingen hier und da Segelfetzen, wie etwa an der Stange einer alten Regimentsfahne, die oft ins Kartätschenfeuer gekommen ist. Die andern Masten fehlten, die Schiffsplanken schienen gewaltsam in die Höhe gedrückt, am Steuer hing ein großer Eisklumpen, auf dem Verdeck lag tiefer Schnee, und doch glaubten wir am Mast eine menschliche Gestalt zu entdecken, die nach uns herüber sah. Wir riefen, schossen eine Kanone ab; alles umsonst. Nichts regte sich auf dem Geisterschiffe, das auf uns zukam, als wollte es uns in den Grund bohren. Den Matrosen ward unheimlich zu Mute; aber meinen Neffen und mich reizte die Neugier, zu erfahren, was es mit diesem Selbstsegler für eine Bewandtnis habe. Das Boot wurde langsam niedergelassen und dann nach dem rätselhaften Schiffe gerudert.

Wir langten bald an, stiegen die Treppe hinauf und betraten das Deck nicht ohne einiges Herzklopfen. Dichter Schnee starrte auf dem Deck, doch nirgends stieß man auf menschliche Spuren. Unordentlich lagen Taue, Ketten und andre Gerätschaften durcheinander, aber allesamt mit Schnee und Eiskrusten überzogen. Zögernd schritten wir nach der Treppe, um in die Kajütte hinabzusteigen. Als wir am Mast vorübergingen, prallte mein Neffe entsetzt zurück. Wir fanden angelehnt an den Mast einen Matrosen, mit abgezehrtem Gesicht und verzerrten Zügen zur Hälfte aus der Schneedecke hervorragend. Beim Hinabsteigen ins Zwischendeck wurde uns in dem lautlosen Schiffe noch unheimlicher, denn es trug die Spuren wilder Zerstörung; es fehlten Balken, Planken, Thüren und was sonst zu einem gut ausgerüsteten Schiffe gehört. Dagegen entdeckten wir Leichen in verschiedenen Stellungen, alle gehüllt in zerfetzte Kleider, abgemagert und mumienartig eingetrocknet.

Wir wagten kein Wort zu sprechen in diesem schwimmenden Leichenhause. Jetzt befanden wir uns vor der Kajütte. Mein Neffe öffnete die Thür, blieb jedoch wie festgebannt stehen. Ich sah ihm über die Schulter und entsetzte mich auch. Denn am Tische saß ein Mensch in Kleidern aus Renntierhaut und ein Bärenfell unter den Füßen. Eine Pelzmütze bedeckte seinen Kopf, in der Hand hielt er eine Feder und hatte eine Stellung, als wenn er im Schreiben begriffen sei und darüber nachdenke, wie er fortfahren solle. Schüchtern traten wir näher und stellten uns dem Schreiber gegenüber. So etwas Grauenerregendes wie dieses Antlitz hatte ich noch nie gesehen. Das Gesicht war abgezehrt, gelb und die Haut straff über die Knochen gespannt. Graue Augen starrten in mattem Glanze nach einem Bilde an der Wand, welches eine Frauensperson mit einem Kinde auf dem Arme darstellte. Vor dem Toten lag das Schiffsbuch. Wir warfen einen Blick hinein und lasen die Worte: »Seit gestern ganz allein; aber es geht auch mit mir zu Ende. Wäre es doch überstanden! Ich fühle, daß die letzte Stunde – – o Karoline, o lieber Eduard, leb – –.«

Das brennende Totenschiff.

Wir durchsuchten das Schiff, fanden es aber ausgestorben und wie ausgeplündert, daher nahmen wir nur das Schiffsbuch mit, um uns über das Schicksal des Schiffes und seiner Bemannung zu unterrichten. »Weißt du was«, sagte ich zu meinem Neffen, »die Toten wollen begraben sein! Aber nicht im Meere, sondern auf einem Scheiterhaufen, wozu wir ihr Schiff benutzen.« Mein Neffe dachte nach, nickte beistimmend, und in wenigen Minuten knisterte die helle Flamme im Schiffe. Rasch und innerlich froh, das unheimliche Fahrzeug wieder verlassen zu können, eilten wir zu unsrer Brigg zurück und sahen von dort aus das brennende Totenschiff, wie es die Matrosen nannten, davonsegeln, sich weiter und weiter entfernen, bis es am Horizonte endlich wie ein Punkt verschwand. Das Ganze würde uns wie ein Traum vorgekommen sein, hätte uns nicht das Schiffsbuch davon überzeugt, daß wir den Abschluß einer wahren Begebenheit erlebt hätten. Neugierig blätterten wir das Schiffsbuch durch und erfuhren, daß das Totenschiff eigentlich ein Walfischfahrer war, mit Namen »Hemskerk«, welchen Delfter Reeder in das Grönländische Meer auf die Jagd ausgesandt hatten. Die Unternehmung hatte, den Aufzeichnungen zufolge, anfänglich den gewünschten Erfolg gehabt, dann aber zeigten sich die Wale nur noch selten, und man beschloß daher, weiter nach Norden vorzudringen, um neue Jagdgründe zu entdecken. Man kreuzte hin und her; darüber verstrichen zehn bis zwölf Tage, es trat ein zeitiger Winter ein; die Walfischfahrer mußten umkehren und befanden sich bald mitten zwischen Eisschollen und Eisbergen. Tag und Nacht dröhnte, krachte und knallte es von zusammenstoßenden, berstenden Schollen, und schwankend taumelte das Schiff. Endlich tauchte eine große, mächtige Scholle unter, verschwand unter dem Schiffe, hob sich aber mitsamt demselben, welches nun auf die Seite sank und in dieser Stellung verblieb.

Die Seefahrer waren zwischen Eis- und Gletschermassen eingesperrt und mußten sich zu einer Überwinterung einrichten. Bald trat Mangel ein; es ging bereits mit dem Öl und Brennmaterial sehr knapp her. Da es an frischem Fleische fehlte, brachen Krankheiten aus, die Leute wurden zaghaft, lungerten traurig und verdrossen umher und erfroren lieber, als daß sie sich dem langsameren Hungertode aussetzten.

Mit jeder Woche wurde die Zahl der Gestorbenen größer, und die Überlebenden waren so matt, daß sie sich kaum von der Stelle bewegen konnten. Was nur genießbar erschien, wurde zu essen versucht: die Haut der Pelze, das Leder der Stiefelschäfte, sogar Sägespäne. Nur drei Mann überlebten den Winter und das Frühjahr. Der Sommer schien endlich Erlösung zu bringen, denn das Eis teilte sich und das Schiff gewann wieder das freie Meer; aber in welchem Zustande! Die Masten waren vom Sturm und beim halben Umstürzen zerbrochen, das Steuerruder unbrauchbar, die Überlebenden ohne alle Kräfte. Was half da die erlangte Freiheit! Jeder trug den Tod bereits in sich und sah ihn voraus.

»So sitze ich denn«, schloß der Bericht, »ganz allein in dem ausgestorbenen und ausgeleerten Schiffe, nehme meine letzte Kraft zusammen, um der Welt und den Meinigen in Gedanken für immer lebewohl zu sagen und dann zu sterben. Mir flirrt es schon vor den Augen, der Kopf ist mir wie ausgeblasen und leer; so lebt denn wohl, lebt wohl, herzinnig geliebtes Weib und Kind!« – –

Lange saßen wir schweigend uns gegenüber, nachdem wir den Bericht gelesen; es überlief uns eiskalt, wenn wir uns in die Lage des Schreibers versetzt dachten. Lebhaft malte sich unsre Einbildung die Szenen aus, welche der Kapitän und seine Untergebenen durchlebt haben mußten, als sie in dem Totenschiff einsam dahinzogen durch das dunkle Meer und die schneeerfüllte Luft!

»So etwas kann nur ein Seemann erleben!« sagte mein Neffe, warf einen sinnenden Blick durch das Kajüttenfenster aufs rauschende Meer, wandte sich dann schnell, um die Schiffsmannschaft bei ihrer Arbeit zu beaufsichtigen und sich durch diese Thätigkeit von trüben Gedanken zu befreien. Mich selbst beunruhigte das Totenschiff noch einige Tage, endlich aber brachten die Pflichten des Tages wieder ruhige Stimmung. Wir landeten glücklich in Neufundland, brachten schnell unsre Geschäfte zum Abschluß und ließen uns dann von der Strömung an der Küste Amerikas entlang treiben bis in die Gegend des Antillenmeeres.

Als wir eines Tages langsam in geringer Entfernung von der flachen Küste dahinstrichen, bemerkten wir in der Ferne eine Art Indianerboot und darin aufrecht stehend einen Mann, der uns zuwinkte. Wir mäßigten den Lauf unsres Schiffes und setzten ein Fahrzeug aus, welches bald mit einem seltsam aussehenden Manne zurückkehrte. Derselbe zeigte europäische Gesichtsbildung, trug am Leibe auch Reste europäischer Kleidung, dagegen ein indianisches Lederwams; seine Füße waren voll Wunden, zerfetzt und entstellt, und an den Fuß- und Handgelenken hatte er Lederringe, die zum Teil tief in das Fleisch schnitten. Der Fremdling sah elend und herabgekommen aus und behauptete, er sei den Rothäuten entflohen, die ihn als Sklaven benutzt hätten und schon am nächsten Festtage ihrem Kriegsgotte opfern wollten. In der letzten Stunde bot sich ihm Gelegenheit zur Flucht; von seinen Peinigern verfolgt, gelangte er an einen breiten Fluß, welcher sein Fortkommen hemmte. Hinter sich Indianer, vor sich den Strom mit steilem Ufer – da galt kein Besinnen, so oder so finde ich den Tod! dachte Wilm, der Fremdling, und sprang ins Wasser. Zwar sank er unter, tauchte jedoch wieder auf und hielt sich schwimmend auf der Oberfläche; wiewohl fortwährend von Pfeilen und Lanzen bedroht, blieb er unversehrt, gewann das jenseitige Ufer, fand dort eine Kanoe, schwang sich hinein und ruderte aus Leibeskräften, um seinen Verfolgern zu entgehen, die am Ufer dahinrannten, schreiend und lärmend, und ihm Steine und Geschosse nachsandten.

Er ruderte so lange, bis ihm die Kräfte ausgingen, dann legte er sich platt in das Kanoe nieder, ließ sich von den Wellen forttreiben und schlief vor Müdigkeit ein. Wie lange dieser totenähnliche Schlummer gewährt, wußte er nicht. Beim Erwachen bemerkte er, daß er auf einem großen, breiten Strome dahintreibe; er wollte sich nun dem Ufer nähern, um sich nach Nahrung umzusehen, aber kaum war er eine kurze Strecke weit gerudert, so entglitt plötzlich das Ruder seiner Hand, und er befand sich jetzt hilflos auf einem Fahrzeuge, welches er nicht mehr zu lenken vermochte. Was thun? Nach dem Ufer schwimmen? Das lag weit entfernt. Also mußte sich Wilm dem Schicksale und den Wellen überlassen, die ihn ziemlich schnell davontrugen. Zwar peinigten ihn Hunger und Durst immer heftiger, aber nirgends zeigte sich ein Rettungsweg. Endlich sah der zum Tode Erschöpfte das offene Meer vor sich, in welches ihn der Strom führte. Unser Abenteurer gab sich bereits verloren, denn nun fehlte ihm zum Durstlöschen auch das Süßwasser, welches ihn erhalten hatte, so matt und fad es auch schmeckte. Noch am zweiten Tage trieb er an der Meeresküste dahin, bis ihn die Strömung unserm Schiffe nahe brachte.

Der Erzähler sah erbarmenswert genug aus, sehr abgemagert, Wunden an Händen, Füßen und Schultern. Man reichte ihm zunächst die nötige Nahrung, damit er sich wieder erhole; später, am Abend, forderte man den Fremdling auf, die Gesellschaft mit seiner Herkunft bekannt zu machen. Aus seiner Erzählung erfuhren wir, daß er von Geburt ein Schotte und schon in früher Jugend dem Triebe nach Reisen und Abenteuern folgte. Er kam als Matrose auf einem Schiffe nach Amerika, wo er als Jäger nach den indianischen Waldgründen zog und mancherlei Gefahren, die er uns sehr spannend erzählte, zu bestehen hatte. Zuletzt geriet er in die Gefangenschaft der Indianer und merkte an den Äußerungen der Wilden, daß sie ihn am nächsten Frühlingsfeste dem großen Geiste opfern wollten. Da galt es denn ernstlich, an baldiges Entrinnen zu denken. Not macht erfinderisch, und so fand sich auch ein Mittel zur Flucht. Wilm scheuerte an scharfer Baumrinde die ihn fesselnden Riemen dünn, blies sich auf, wenn er angebunden wurde, so daß er sich, wenn er Leib und Brust einzog, etwas drehen und wenden konnte. Jede Nacht fanden Übungen in solchen Bewegungen statt, und als die Riemen sich dünn genug erwiesen, entwand er sich der Schlinge, die ihn an den Baum fesselte, und zerbiß die Riemen mit den Zähnen. Indianer aber haben ein leises Gehör, man hatte seine Tritte vernommen, im Nu war das Lager hinter ihm her. Zwar hatte er einen Vorsprung, aber die wunden Füße hinderten ihn am Laufen. Sicher wäre er in die Hände seiner Feinde gefallen, wenn er nicht das Ufer eines Flusses erreicht und sich durch einen Sprung in denselben gerettet hätte.

Die Zuhörer Wilms waren seiner Erzählung aufmerksam gefolgt, und alle betrachteten ihn als einen achtungswerten Schicksalsgenossen, ja es deuchte allen am besten, wenn der Schotte sie nach der Kolonie begleite.

Seit der Auffindung Freitags war mir ein gleich leidsamer Geselle nicht in den Weg gekommen. Ich machte daher Wilm den Antrag, sich mir auf meinen weiteren Fahrten beizugesellen. Er besann sich auch nicht lange und sagte zu.

So verging in verschiedenartigem Wechsel ein Tag nach dem andern. Kein widriger Wind hinderte uns, und wir erreichten deshalb eher noch, als wir es gedacht, die Insel Trinidad, in deren Nähe meine Kolonie lag. Doch konnte ich meine Insel anfangs nicht wiedererkennen, weil sich unser Schiff an der Nordseite befand und ich sie von dieser Seite aus noch nie gesehen hatte.