Daß der gegenwärtige Krieg der größte und furchtbarste sei, den die Welt jemals gesehen, ist ein in den letzten Monaten oft gehörtes Wort. Doch für uns Deutsche trifft dieses Wort nicht zu. Das deutsche Volk hat einen Krieg erlebt, furchtbarer und zerstörender als diesen. Das war jener Krieg, in welchem dreißig Jahre lang der deutsche Boden zum Kriegstheater geworden war, auf dem die Völker Europas ihre Kämpfe ausfochten und der schließlich nur deshalb zu Ende ging, weil die Söldnerscharen, die hier aus aller Welt zusammenströmten, in den niedergebrannten Dörfern und verarmten Städten nichts mehr zu plündern fanden. Unter den Trümmern der von ihr angerichteten Verwüstung hatte die Kriegsfurie zuletzt sich selber begraben. Zurückgelassen aber hatte sie an der Stelle einer zuvor blühenden Kultur eine durch Hunger, Seuchen und Gewalttaten dezimierte, um den kümmerlichen Aufbau ihres zerstörten Besitzes sich abmühende Bevölkerung. Über ein Jahrhundert, in manchen Gegenden das Doppelte dieser Zeit, soll nach der Schätzung der Wirtschaftsstatistik verflossen sein, bis der Wohlstand der Nation annähernd wieder auf der gleichen Höhe angelangt war, die er vor dem Kriege erreicht hatte. Doch wer könnte schätzen, was das deutsche Volk in diesem halben Jahrhundert der Friedlosigkeit versäumt hatte! Denn auch für ein Volk gilt in gewissem Sinne, was für den einzelnen Menschen gilt: eine verlorene Lebenszeit läßt sich nicht wieder ersetzen. Und was für eine gewaltige Zeit europäischer Kultur ist gerade diese erste Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts gewesen! Es ist das Zeitalter, in dem sich England zur ersten Seemacht der Welt zu erheben begann, in dem Frankreich zur unbestritten herrschenden Landmacht Europas geworden war, und in dem mit dem politischen Aufschwung in beiden Ländern die Blüte der Kunst und der Wissenschaft sich verband. Wohl kann man nicht ohne Rührung dessen gedenken, daß selbst in dieser trostlosen Zeit des deutschen Niedergangs neben den Nachfolgern Shakespeares und den großen französischen Klassikern die Stimmen der deutschen Dichtung ihren eigenen Reiz besitzen. Um so mehr lastete auf einem andern Gebiet geistigen Schaffens, das mehr als der Ausdruck seelischer Stimmungen in Poesie und Musik von der Gunst äußerer Bedingungen abhängt, das schwere Schicksal dieses Krieges. Es ist die neue Wissenschaft, die in diesem Jahrhundert den glänzenden Abschluß des Zeitalters der Renaissance bildet. Zwar die große Umwälzung der Himmelskunde, die ihr den Weg bereitete, war vorangegangen. Noch reichte das Leben des großen deutschen Forschers, der durch die Entdeckung der Gesetze der Planetenbewegungen dem neuen Weltsystem die Herrschaft gesichert hatte, in die Zeit der Schrecken des Krieges hinein. Doch Kepler fristete, unstet von Ort zu Ort wandernd, notdürftig sein Dasein und starb schließlich im Elend. An jenem Aufschwung auf allen Gebieten der Forschung, der vornehmlich in diese erste Hälfte des Jahrhunderts fällt, und von dem mit Recht gesagt worden ist, er sei nicht bloß eine Wiedergeburt, sondern eine völlige Neuschöpfung, an ihm hat die deutsche Wissenschaft keinen nennenswerten Anteil genommen.
Indes die deutschen Universitäten zumeist in der ödesten Spätscholastik befangen geblieben waren, hatte Richelieu die Pariser Akademie gegründet, die sich rasch zu einer Art obersten Tribunals der Wissenschaften erhob. Ihr folgte bald die Königliche Gesellschaft zu London. Eine Reihe hervorragender Mathematiker und Physiker sammelte sich um diese neuen Pflanzstätten der Wissenschaft, die auch aus der Ferne die hervorragendsten Gelehrten in ihren Kreis zogen. Neben den exakten Wissenschaften sind es die Fragen des Staats- und Völkerrechts, die in dieser bewegten Zeit besonders die Geister beschäftigen. Vor allem aber erhebt sich unter dem mächtigen Impuls der Naturwissenschaft und in grundsätzlicher Abkehr von der aristotelischen Scholastik die neue Philosophie. Um die Zeit, in der der deutsche Krieg zu einem Weltkrieg zu werden begann, entwarf Francis Bacon sein großes Werk »Über den Wert und die Fortschritte der Wissenschaften«, in welchem er seine Übersicht über alles, was die neue Wissenschaft geleistet und was sie noch zu leisten habe, mit einer begeisterten Lobpreisung ihres Wertes für den Fortschritt der Menschheit begleitete. Und zwanzig Jahre später, als sich das zerstörende Werk des Krieges seinem Ende zuneigte, verfaßte Descartes jene Reihe seiner Schriften, die seinem und noch dem größten Teil des folgenden Jahrhunderts als die unbestritten größten Schöpfungen der Philosophie galten.
Zwei Jahre vor dem Ende des Krieges ist Leibniz geboren. Seine Jugend fällt in eine Zeit, in die wir uns heute schwer hineindenken können. Wie anders mußte doch die Welt einem Geschlecht erscheinen, in welchem die jugendlichere Hälfte der Lebenden den Frieden noch niemals gesehen hatte, die ältere aber diesen Frieden nur noch in dem verklärenden Licht jugendlicher Erinnerungen erblickte, das durch den Kontrast gegen die Schrecken des seither Erlebten um so heller strahlte. So falsch es darum wäre, zu meinen, dieses Geschlecht habe nun sofort sich bemüht, auf dem geradesten Wege nachzuholen, was es bis dahin verabsäumt, so sehr würde man fehlgehen, wollte man vermuten, dieses so lange Jahre ohnmächtig der äußeren Gewalt fügsam gewordene Volk sei auf lange hinaus zu einer Wiedererhebung nicht mehr fähig gewesen. Das letztere würde womöglich noch irriger sein als das erste. Dies zeigt vor allem die Literatur dieser Jahre nach dem Krieg. Insbesondere ist es eine Eigenschaft, die die Menschen dieser Restaurationszeit auszeichnet: das ist das rastlose Streben, die alten glücklichen Zustände wiederherzustellen, die den religiösen und politischen Wirren, auf die man diesen unseligen Krieg zurückführte, vorangegangen waren. So war denn dieses Geschlecht vor allem praktischen Interessen zugewandt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie sehr in der Literatur dieser Zeit die politischen Fragen und die Verhandlungen über die religiösen Streitpunkte und ihre mögliche Ausgleichung vorherrschen. Der Krieg war ja zu einem guten Teil ein Religionskrieg gewesen. Konnte man nicht hoffen, daß fernerhin für alle Zeit Friede bleiben werde, wenn nur erst der Glaubenszwiespalt beseitigt sei? In den weitesten Volkskreisen gingen Gerüchte um, die von einem nahe bevorstehenden ewigen Religionsfrieden zu erzählen wußten. Der Erzkanzler Johann Philipp von Schönborn zu Mainz, ein den Protestanten geneigter Fürst, und sein Minister Boineburg, der selbst von der protestantischen zur katholischen Kirche übergetreten war, sollten sich, nach der Volkssage, mit dem Papste bereits über die wechselseitigen Konzessionen verständigt haben, unter denen die große Vereinigung der Religionen ins Werk zu setzen sei. Nicht weniger wie die Kirchenspaltung empfand man aber die politische Zerklüftung Deutschlands als eine Hauptursache des hereingebrochenen Unheils. In der Wiederaufrichtung des deutschen Reichs in alter Herrlichkeit, gefestigt durch ein unauflösliches, jede fremde Einmischung von den deutschen Grenzen künftighin fernhaltendes Bündnis der Fürsten, sah man die sichere Bürgschaft eines dauernden Friedens. Das lebendige Nationalgefühl und sein Widerspiel, der Kampf gegen welsche Mode und fremden Übermut, die uns bei den Dichtern des dreißigjährigen Krieges in so erfreuendem Kontrast zur Not dieser Zeit anmuten, sie setzen sich jetzt, wo der ersehnte Friede wirklich erreicht ist, in hoffnungsreiche Pläne einer politischen und nationalen Wiedergeburt um, die sich freilich allzu leicht über die äußeren Schwierigkeiten und die inneren Hemmungen hinwegtäuschen, denen diese patriotischen Wünsche begegnen.
Um die Stellung, die Leibniz in seiner Zeit einnimmt, richtig zu würdigen, muß man diesen Charakter der Zeit selbst in Betracht ziehen. Je weniger wir uns aber heute mehr in jene hochgehenden und schließlich getäuschten Erwartungen zurückdenken können, um so mehr sind wir geneigt, einen Mann wie diesen, der mit dem, was er Bleibendes geschaffen, weit über sie hinausreicht, nach seinem Verhältnis zu uns, nicht nach dem zu seiner eigenen Umgebung und nach denjenigen Seiten seines Wirkens zu beurteilen, in denen er selbst die Hauptaufgabe seines Lebens gesehen hat. Wer Leibniz heute liest, der liest seine philosophischen, zum Teil wohl auch seine mathematischen Schriften, falls er sich hier nicht mit dem mehr oder weniger oberflächlichen Bericht in einer Geschichte der Mathematik begnügt. Selten wirft wohl einmal ein Jurist seinen Blick in die juristischen oder ein Historiker in die politischen Schriften. So bleibt denn nur der allgemeine Eindruck, daß wir hier einem Wissen und Können gegenüberstehen, das überhaupt, um möglich zu sein, nicht bloß einer erstaunlichen persönlichen Begabung, sondern vielleicht auch einer außerordentlichen Zeit bedurfte, in der die Kräfte der Nation nach langem Siechtum wieder zu neuem Leben erwacht waren. Fast ein Jahrhundert lang war ja die deutsche Wissenschaft nahezu stehen geblieben. Die Traditionen der älteren Zeit waren verloren gegangen, die deutschen Vorläufer der neuen Weltanschauung, ein Nikolaus von Kues, ein Paracelsus sind viel später erst, als das Interesse an ihnen ein rein historisches geworden war, in ihrer philosophischen Bedeutung wieder entdeckt worden.
So hatte an der Begründung der neuen Philosophie die deutsche Wissenschaft bis dahin keinen Anteil genommen. Da ist es denn in der Tat, als habe der Geist der Nation in dieser einen Persönlichkeit nachholen wollen, was er bis dahin verabsäumt hatte. Der Reihe der hervorragenden Denker, die in England und Frankreich von verschiedenen Seiten, die einen von der empirischen Naturforschung, die anderen von der abstrakten Mathematik, noch andere von der Theologie oder der Staatswissenschaft ausgehend, das Gebäude der neuen Philosophie errichten halfen, tritt dieser deutsche Philosoph als ein einziger, ganz auf sich selbst gestellt, gegenüber. Er ist ihnen allen überlegen. Ihm scheinen die Hilfsmittel sämtlich zu Gebote zu stehen, über die jene nur teilweise verfügen. Er ist Jurist, Historiker und Philologe, Mathematiker, Physiker, Geologe, wohl bewandert in den verschiedenen Gebieten der Biologie, daneben unermüdlich bemüht um die theologischen Streitfragen der Zeit, endlich ein politischer Schriftsteller von unerreichter Virtuosität juristischer Beweisführung und von einer Kenntnis konkreter staatsrechtlicher Fragen, in der ihn keiner seiner Zeitgenossen erreicht. Und seine Philosophie besteht nicht etwa in beiläufigen Gedanken, die ebensogut unabhängig von diesen mannigfachen anderen Arbeiten entstanden sein könnten. Einer solchen Meinung hat Leibniz selbst mehrfach auf das Nachdrücklichste widersprochen. Ihr widerstreitet zudem seine Überzeugung von dem allgemeinen Zusammenhang der Wissenschaften, wie er denn auch verhältnismäßig erst spät zu seinen endgültigen philosophischen Anschauungen gelangt ist. Die Jurisprudenz und die Mathematik erklärt er für einander nahe verwandte Gebiete. Jene ist ihm geradezu eine Art Kalkül mit Begriffen, von dem mathematischen nur dadurch verschieden, daß es bei ihm mehr auf die Qualität als auf die quantitativen Verhältnisse ankommt. Auch meint er von der Jurisprudenz, von der seine eigenen Studien ausgingen und mit der er zeitlebens in enger Fühlung geblieben ist, sie führe zugleich bei allen ihren Aufgaben von dem abstrakten Begriff zu dem konkreten Inhalt der Wirklichkeit, so daß der wahre Jurist eigentlich ebensogut in der Naturwissenschaft wie in der Geschichte und Politik zu Hause sein müßte. Wie die Idee der Harmonie alles Seins und Geschehens schließlich das leitende Motiv seiner Philosophie geworden ist, so gehörte daher der Gedanke einer Harmonie der Wissenschaften, in der jede berufen sei, die andere zu ergänzen und, wo es nötig sei, zu erleuchten, zu seinen bleibendsten Überzeugungen. Darum hat es schwerlich einen Gelehrten gegeben, der mehr gewußt, sicherlich aber auch keinen, der auf bloße Vielwisserei einen geringeren Wert gelegt hätte wie Leibniz.
Schon seine erste Schrift, die »Dissertatio de arte combinatoria«, mit der er als Zwanzigjähriger seine philosophische Magisterwürde erwarb, ist dafür bezeichnend. Sie behandelt, nach der Sitte der deutschen Hochschulen jener Zeit mit allerlei scholastischen Exkursen belastet, im wesentlichen die Aufgaben der heute noch sogenannten Kombinationsrechnung, allerdings, wie ihr Autor selbst später bemerkt hat, lückenhaft und unzulänglich. Aber wenn sie ihrem Inhalt nach eine bloß mathematische zu sein scheint, so ist sie dies doch ihrem Zweck nach durchaus nicht. Vielmehr möchte der jugendliche Autor die Grundlagen einer systematischen Methode der Ordnung und Gliederung der Begriffe überhaupt gewinnen. So ist die Arbeit ein erster Anlauf zur Verwirklichung jenes Planes einer allgemeinen Begriffsrechnung, der ihn unter dem Namen einer »Charakteristica universalis« sein Leben lang beschäftigt hat. Mit diesem Plan einer über die Gesamtheit der Wissenschaften sich ausbreitenden Methode der Forschung stehen dann noch zwei andere, von ihm von frühe an verfolgte, auf die äußere Systematisierung der Wissenschaft gerichtete Pläne in engem Zusammenhang. Der eine, die Gründung gelehrter Gesellschaften, der an die in Paris und London bereits bestehenden Vorbilder anknüpfte, ist bekannt. Er ist in der Gründung der Berliner Akademie noch zu seinen Lebzeiten, in den Akademien zu Wien und Petersburg bald nach seinem Tode zur Verwirklichung gelangt. Weniger pflegt bekannt zu sein, daß diese Gründungen von ihm von Anfang an als internationale, planmäßig zusammenarbeitende Assoziationen gedacht waren und namentlich auch praktische, volks- und staatswirtschaftliche Zwecke verfolgen sollten. Hier stehen sie daher zugleich mit seinen politischen und religiösen Friedensbestrebungen in nahem Zusammenhang. Der zweite, ebenfalls schon in seine Jugendzeit zurückreichende Plan ist vollends ganz in Vergessenheit geraten. Es war der Plan einer enzyklopädischen Vereinheitlichung der Literatur, den man wohl als eine Art Vorausnahme des Gedankens der neuerlichen Gründung der »Deutschen Bücherei« bezeichnen kann. An Stelle der vorhandenen Zersplitterung der Literatur sollte nach seinem Vorschlag der gesamte deutsche Büchermarkt in einer Stadt, in Mainz, konzentriert, außerdem aber halbjährig ein vollständiger Katalog aller erschienenen Schriften herausgegeben werden, zu dessen Herstellung sich Leibniz selbst erbot.
Überschritten schon diese wissenschaftlichen Pläne weit den gewöhnlichen Umfang der Wirksamkeit eines Gelehrten, so kamen nun aber dazu andere, für ihn noch zwingendere Motive, die es erklärlich machen, daß er nicht erst durch zufällige Begegnungen in die, wie man denken könnte, seiner Erziehung und Jugendbildung fernliegende Laufbahn des Staatsmannes und Diplomaten gedrängt wurde, sondern daß eben dies in der Tat sein früh erstrebter und frei gewählter Beruf war. Schwerlich würde er auch sonst den ehrenvollen Antrag einer Professur, den die damals eine angesehene Stellung unter den deutschen Hochschulen einnehmende Universität Altdorf ihrem zwanzigjährigen Doktoranden machte, abgelehnt und sich statt dessen vorläufig mit dem etwas fragwürdigen Amt des Sekretärs eines Nürnberger Rosenkreuzervereins begnügt haben. Wer die nach den verschiedenen Richtungen seiner Tätigkeit noch immer vollständigste Ausgabe Leibnizscher Schriften von Dutens durchblättert, nicht etwa bloß seine philosophischen oder mathematischen zu Rate zieht, dem muß sofort in die Augen springen: dieser Autor ist aus eigenstem Antrieb Jurist und Politiker gewesen, und er hat diesen Beruf mit jener Hingabe auf sich genommen, die nur da möglich ist, wo freie Wahl und Beruf zusammentreffen. Wer auch nur probeweise irgendeine seiner Staatsschriften liest, wie die unter dem Pseudonym »Caesarinus Fürstenerius« erschienene über die Souveränität der deutschen Fürsten und ihr Verhältnis zur Oberhoheit des Kaisers oder, um ein noch gleichgültigeres, wenn auch heute vielleicht wieder aktuell gewordenes Beispiel zu nehmen, seine Denkschrift über die Wahl eines Königs von Polen, dem tritt hier eine so erstaunliche Virtuosität juristischer und praktisch-politischer Dialektik entgegen, wie einer solchen niemand fähig ist, der nicht neben einer eminenten Sachkenntnis und einer unerreichten logischen Begabung zugleich das scharfe Schwert dieser Logik mit Begeisterung handhabt. Doch selbst die Frage, die Leibniz als »Caesarinus Fürstenerius« behandelt, hat heute auch für den Historiker nur noch ein mäßiges Interesse; sie gehört einer uns gleichgültig gewordenen Vergangenheit an. Das bedeutendste dieser Aktenstücke, die Denkschrift, die er, diesmal sogar ausnahmsweise unter Nennung seines Namens, im Auftrage des Kurfürsten von Mainz für Ludwig XIV. ausarbeitete und im Jahre 1672 selbst nach Paris brachte, ist nicht nur ungedruckt, sondern bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts, wo sie als Manuskript im Archiv zu Hannover entdeckt wurde, unbekannt geblieben: es ist die merkwürdige Denkschrift, in der dem französischen König eine Expedition nach Ägypten zur Bekämpfung der Türkenmacht vorgeschlagen wird. Der Plan ist wahrscheinlich in Leibniz' eigenem Kopf entstanden, doch hatte er dem Kurfürsten eingeleuchtet und dieser ihn daher mit den notwendigen Reisegeldern für einen mehrjährigen Aufenthalt in der französischen Hauptstadt ausgerüstet. Aber in so verlockenden Farben der Verfasser den Erfolg eines solchen Feldzugs schildert, den Frankreich im Namen der gesamten Christenheit führen und durch den sich der französische König zum unbestrittenen Oberhaupt der christlichen Fürsten Europas erheben würde, der Vorschlag blieb nicht weniger erfolglos wie der zur polnischen Königswahl. Ludwig XIV. empfing den Abgesandten nicht einmal, sondern ließ ihm durch seinen Minister sagen, seit Ludwig dem Heiligen seien die heiligen Kriege aus der Mode gekommen. Kurze Zeit nachher aber nahm er Lothringen weg, und einige Jahre später überfiel er Straßburg. Die Beraubung des durch den vorangegangenen Krieg erschöpften Deutschen Reichs galt ihm also zwar nicht, wie den heutigen Franzosen die nochmalige Eroberung der von ihnen geraubten Provinzen, als ein heiliger Krieg, jedenfalls hielt er sie aber für gewinnbringender als die ihn vielleicht etwas phantastisch anmutende Expedition nach Ägypten. Auch mag es sein, daß den französischen Staatsmännern die geheime Absicht des Autors, die Eroberungsgelüste ihres Königs von Deutschland abzulenken, nicht ganz verborgen blieb.
Konnten diese zum Teil umfangreichen politischen Schriften im Hinblick auf ihre Erfolglosigkeit leicht in Vergessenheit geraten, um wie viel mehr gilt das nun aber von der Jahrzehnte sich hinziehenden Korrespondenz, in der Leibniz über die Frage verhandelte, die ihm mehr als jede andere, ja anscheinend mehr als seine wissenschaftlichen Interessen am Herzen lag, die der Wiedervereinigung der beiden christlichen Kirchen, an deren Stelle dann, als er schließlich auch hier notgedrungen auf einen Erfolg verzichten mußte, gegen Ende seines Lebens die andre einer Vereinigung der protestantischen Bekenntnisse trat. In diesen Unionsbestrebungen ist er eben der hervorragendste Repräsentant einer der mächtigsten geistigen Strömungen seiner Zeit. Zugleich galt ihm aber, wie manchen namentlich der weitersehenden seiner Zeitgenossen, die religiöse als ein wichtiges Mittel zur politischen Einigung der deutschen Stämme, und in diesem patriotischen Interesse war er daher, da nun einmal eine Verständigung nur auf dem Wege des Kompromisses geschehen konnte, überall bemüht, eine solche durch wechselseitige Zugeständnisse zu erzielen. Das war es aber schließlich, woran auch hier seine Bemühungen scheiterten und notwendig scheitern mußten. Wenn ihm der angesehenste Vertreter des französischen Katholizismus, Bossuet, am Ende eines mit ihm geführten Briefwechsels bemerkte, Glaubensdifferenzen seien nicht auf diplomatischem Wege zu beseitigen, so war diese Antwort in der Tat so treffend wie möglich. So ist es denn auch beinahe tragisch zu nennen, daß gerade die wirksamste seiner politischen Schriften keine diplomatische, sondern eher das Gegenteil einer solchen gewesen ist: es ist die kurz nach der mitten im Frieden erfolgten räuberischen Wegnahme Straßburgs durch die Franzosen unter dem Titel »Mars christianissimus« erschienene Streitschrift gegen Ludwig XIV. Mit beißendem Spott kennzeichnet ihr Verfasser den Charakter der Franzosen nicht weniger wie den ihres, wie er sich selbst nennt, »allerchristlichsten Königs«. Nach jedem der Raubzüge, die dieser König durch seine Generäle ausführen läßt, errichten ihm die Pariser Triumphbogen mit der Inschrift »Dem großen Ludwig«, obgleich sie wohl wissen, daß das einzige, was dieser Große während der Feldzüge getan hat, darin bestand, daß er sich in Paris amüsierte. Seine Qualität als allerchristlichster König bekundet er aber dadurch, daß er seine Feldherren in den eroberten Ländern wie die Mordbrenner hausen läßt. Leibniz hat damit der aus Empörung und Verachtung gemischten Volksstimmung Ausdruck gegeben, die noch bis vor wenig Jahrzehnten, ja vielleicht bis zum heutigen Tage in den süddeutschen Grenzlanden nachgewirkt hat. Aber auch dieser wirkungsvollsten seiner politischen Schriften ist nur eine kurze Lebensdauer beschieden gewesen, da sie durch ihr gelehrtes lateinisches Gewand von vornherein auf engere Kreise beschränkt blieb.
Vergeblich getane Arbeit ist aber gerade darum, weil sie vergeblich ist, nicht selten mühseliger und zeitraubender als fruchtbringende. Das berühmte Problem der Brachystochrone, der Linie des kürzesten Falls, um das sich sein Freund Johann Bernoulli vergeblich bemüht hatte, löste Leibniz auf einer Spazierfahrt von Hannover nach Wolfenbüttel, und das Resultat dieser Leistung ist noch heute im Gedächtnis der Mathematiker erhalten geblieben. Die persönlichen Unterredungen, die Reisen und die Briefe, die er der Frage der Vereinigung der Kirchen gewidmet, haben Jahrzehnte lang einen großen Teil seiner Zeit in Anspruch genommen; doch sie sind so gut wie die ergebnislos gebliebenen politischen Schriften aus dem Gedächtnis der Nachwelt fast ganz verschwunden. Schon die nächste Generation hat in Leibniz fast nur noch den großen Philosophen und Mathematiker erblickt. Man hat dabei meist nicht beachtet, daß dadurch immerhin das Bild, das wir uns auch von dem Philosophen und Mathematiker machen, der Wirklichkeit nicht entspricht. Sein Leben ist nicht in erster Linie diesen abstrakten Wissenschaften gewidmet gewesen, während er nebenbei den Fürsten, an deren Hof er tätig war, mit seinem Rat an die Hand ging, sondern das Umgekehrte ist zutreffend: er ist, dem Drang der Zeit und eigenstem Bedürfnis folgend, Politiker gewesen, er hat sich aus diesem Bedürfnis heraus vor allem die juristische und staatswissenschaftliche Bildung der Zeit angeeignet und die äußere Stellung gesucht und gefunden, die ihm die Ausübung dieses politischen Berufs ermöglichte, ihn aber auch mit einer Last von Arbeit überhäufte, die für sich allein schon eine ungewöhnliche geistige Kraft in Anspruch nahm. Die Meisterschaft in der Behandlung der Fragen des Staats- und besonders des Fürstenrechts, über die er verfügte, hatte ihn frühe schon zur obersten Autorität nicht nur im Gebiet des letzteren, sondern in den die Zeit bewegenden politischen Fragen überhaupt gemacht. Die Verhandlungen über die geplante Kirchenvereinigung, die teils unter seiner persönlichen Assistenz zu Hannover, teils durch den von ihm geführten Briefwechsel stattfanden, haben ihn in den wechselnden Formen zuerst der Reunion der Katholiken und Protestanten, dann der Union der protestantischen Konfessionen sein Leben lang beschäftigt. Und daneben fehlte es nicht an fürstlichen Sukzessions- oder Erbfolgefragen sowie an den damals bei den deutschen Fürsten leider nicht selten vorkommenden Eheirrungen, bei deren Ausgleich Leibniz nicht selten als Rechtskonsulent tätig war. Daneben beschäftigten ihn von früh an allgemeinere Aufgaben des öffentlichen und privaten Rechts: so schon in Mainz ein nicht zur Vollendung gelangter »Codex diplomaticus«, der die wichtigsten Staatsverträge zusammenfassen sollte, ein systematisches Kompendium des Corpus juris, der Entwurf einer Reform des juristischen Studiums und vieles andere. Wenn Leibniz seine wissenschaftlichen Ergebnisse, insbesondere die mathematischen und philosophischen, nicht in größeren Werken, sondern durchgängig in kurzen Mitteilungen und Briefen niederlegte, so hat man das zuweilen als ein Zeugnis dafür angesehen, daß es ihm nur um die Sache, wenig um die Geltendmachung seiner Autorschaft zu tun gewesen sei. Näher liegt es aber doch, daß sein politischer und diplomatischer Beruf neben den mit diesem zusammenhängenden praktischen Bestrebungen und privaten Konsultationen seine Zeit allzu sehr in Anspruch nahm. In Briefen an Freunde klagt er wiederholt, er müsse eine Menge mathematischer Probleme unerledigt lassen. »Ich wünschte mir,« sagt er gelegentlich, »um die Aufgaben zu lösen, die mir durch den Kopf gehen, zehn weitere Köpfe oder mindestens zwölf hilfreiche Freunde«, ein Ausspruch, der nebenbei zeigt, daß er sich seiner überragenden Fähigkeiten wohl bewußt war. Sein eigentlicher, den Hauptinhalt seines Lebens bildender Beruf ist eben der des praktischen Politikers gewesen. Und darin ist er ein Kind seiner Zeit. Der Gedanke der Wiederherstellung des Friedens in Staat und Kirche, fand in ihm ihren genialsten Vertreter. Die sonstigen Arbeiten, besonders die philosophischen und mathematischen, waren mehr Produkte seiner Mußestunden, die sich seinem eigentlichen Lebensberuf unterordneten. Nur zweimal, beidemal bezeichnenderweise auf der Reise, hat er sich mathematischen und physikalischen Studien in größerer Konzentration der Arbeit gewidmet. Seine Pariser Mission war nach zwei Jahren bereits endgültig gescheitert. Er konnte nach Hause zurückkehren; aber er blieb noch weitere zwei Jahre. In der höheren Mathematik war ihm eine neue Welt aufgegangen. In ihr völlig heimisch zu werden, empfand er als ein dringendes Bedürfnis, und er mochte überzeugt sein, daß ihm das nur hier, an der damals ersten Stätte mathematischer Forschung, möglich sei. Die Frucht dieser Jahre außerhalb des diplomatischen Dienstes ist die Erfindung der Differentialrechnung. Zehn Jahre später unternahm er im Auftrage des Kurfürsten von Hannover eine zweite mehrjährige Reise. Sie führte ihn nach Wien und Italien, wo er die Archive nach den Urkunden der Geschichte des Welfischen Hauses durchforschte. Hier begann er ein großes systematisches Werk über Dynamik, dem er einen kürzeren Essai bereits vorausgeschickt hatte. Dieses systematische Werk sollte seine jahrelangen Studien über dieses Gebiet zusammenfassen. Aber auch dieses Werk ist Fragment geblieben. Die archivalischen Arbeiten, um derentwillen er die Reise angetreten, mögen doch allzu sehr seine Zeit in Anspruch genommen haben.
So hat über seinen wissenschaftlichen Werken das Verhängnis gewaltet, daß, abgesehen von kleineren Aufsätzen und Briefen, gerade von den philosophischen nur zwei von ihm vollendet worden sind. Von ihnen ist noch dazu das eine, die »Theodizee«, die er für die Königin Sophie Charlotte von Preußen schrieb, vielleicht zu gleichen Teilen seinen konziliatorischen religiösen Bestrebungen wie seinen philosophischen Arbeiten zuzurechnen. Wie er in der jahrelangen Korrespondenz mit dem Jesuitenpater Des Bosses in Hildesheim diesem einleuchtend zu machen sucht, daß, nötigenfalls mit einigen ergänzenden Hypothesen, die den Grundgedanken unberührt lassen sollten, das monadologische System mit dem katholischen Dogma in Einklang zu bringen sei, so will die Theodizee der für die kirchlichen Unionsbestrebungen lebhaft interessierten Königin die vollkommene Übereinstimmung seiner Philosophie mit dem Christentum überhaupt, besonders mit den der katholischen und protestantischen Kirche gemeinsamen Glaubensüberzeugungen dartun. Das zweite größere Werk, die »Nouveaux Essais sur l'entendement humain«, eine in Dialogform niedergeschriebene fortlaufende Kritik der Sätze des in jenen Tagen einen großen Einfluß ausübenden Werkes von Locke, trägt durchaus den Charakter von Notizen, die sich der Autor zu persönlichem Gebrauch gemacht hat. Leibniz soll die Veröffentlichung unterlassen haben, weil Locke während der Abfassung dieser Notizen starb. Aber die Anhänger Lockes lebten so gut wie die Schüler Descartes', den Leibniz, obgleich er längst gestorben war, zeitlebens bekämpfte. Es ist daher viel wahrscheinlicher, daß er die zu eigener Belehrung geschriebene Arbeit nicht geeignet zur Veröffentlichung fand. Daß ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode das Manuskript dennoch gedruckt wurde, war sicherlich ein großer Gewinn für das Verständnis seiner Philosophie. Dennoch blieb es ein Verhängnis für diese, daß bis über die Hälfte des 18. Jahrhunderts hinaus die Theodizee sozusagen für die offizielle Darstellung seiner Philosophie galt. Dies bewirkte nicht nur, daß die Philosophie des 18. Jahrhunderts unter dem Schein des Anschlusses an Leibniz in Wahrheit weit hinter diesen zurückging, sondern daß selbst noch Kant nur ein mangelhaftes Verständnis seiner Philosophie besaß. Wenn Leibniz, wie nicht zu leugnen ist, durch die auch in seinen religiösen Unionsbestrebungen hervortretende allzu große Geneigtheit zu Kompromissen daran zum Teil selber die Schuld trägt, so hängt das mit zwei Eigenschaften zusammen, die, sonst in der Regel einander widerstrebend, bei ihm in seltener Weise vereinigt sind: er ist im höchsten Grade rezeptiv und produktiv zugleich. Er ist stets geneigt, einen ihm entgegentretenden neuen Gedanken sich anzueignen. Sagt er doch selbst von sich, in der Diskussion sei er mehr bereit, anderen zuzustimmen, als ihnen zu widersprechen. Aber seine Zustimmung ist gewissermaßen immer zugleich ein Widerspruch: er dreht und wendet den fremden Gedanken so lange, bis er sein eigener, damit aber auch ein anderer geworden ist. Eigentlich ist das ja nur eine besondere Anwendung der in den juristischen und politischen so gut wie in den philosophischen und theologischen Arbeiten zutage tretenden Virtuosität seiner Dialektik. Aber ohne Gefahr ist natürlich diese dialektische Gewandtheit nicht. Sie hat ihn gelegentlich zu Konzessionen getrieben, die er im letzten Augenblick wieder zurücknehmen mußte. So machten ihn seine katholischen Freunde darauf aufmerksam, nach allem, was er zugunsten der Wiedervereinigung der Kirchen sage, bleibe ihm eigentlich nichts übrig als selbst katholisch zu werden. Trotzdem hat er dreimal der in verlockender Form an ihn herantretenden Versuchung widerstanden. In Paris konnte er um den Preis des Konfessionswechsels Mitglied der Akademie, in Rom Bibliothekar beim Vatikan werden, in Wien eine einflußreiche Stellung am kaiserlichen Hof gewinnen: er widerstand der Versuchung in allen drei Fällen. »Ich würde,« das war die charakteristische Antwort, »ich würde, wenn ich katholisch wäre, nicht Protestant werden, eben darum werde ich aber auch, da ich Protestant bin, nicht katholisch.« Darum war er nicht bloß genial auf allen den mannigfaltigen Gebieten der Wissenschaft, denen er sich zuwandte, sondern er war auch ein genialer Diplomat; aber er war kein Mann aus dem Holze, aus dem Reformatoren geschnitzt werden. Auch seiner Philosophie ist diese Eigenschaft verhängnisvoll geworden. Sie hat nicht nur über seine wirklichen Überzeugungen, über das, was man seine »esoterische« Philosophie nennen kann, Mißverständnisse erweckt, die bis zum heutigen Tage nachwirken, sondern sie mag ihn auch bisweilen veranlaßt haben, Begriffe, die verschiedenen Entwicklungsstufen seines Denkens angehörten, zu verbinden oder je nach Umständen abwechselnd zu gebrauchen. So konnte der Schein der Mehrdeutigkeit um so leichter entstehen, als er vor andern zu den Philosophen gehört, die nur allmählich zu ihren endgültigen Überzeugungen gelangt sind.
So vieles man nun aber von allem dem der persönlichen Eigenart zuschreiben mag, die ja besonders bei einer so hervorragenden Persönlichkeit stets zugleich einzig in ihrer Art ist, so ist es doch wiederum der Charakter der Zeit, der in diesem ihrem größten Sohne zum Ausdruck kommt. Das gilt schließlich auch von derjenigen Eigenschaft, die dem oberflächlichen Betrachter zunächst auffällt, bei der aber auch derjenige, der sich die geistige Physiognomie dieses Mannes näher zu vergegenwärtigen sucht, immer wieder als der bewundernswertesten und unbegreiflichsten stehen bleibt: von der Universalität seines Wissens und Könnens. So sehr in der Tat das deutsche Volk zu Leibniz' Zeit unter der Nachwirkung des furchtbaren Krieges hinter den Fortschritten, die indessen anderwärts die Wissenschaften gemacht hatten, zurückgeblieben war, die Spuren der tiefen geistigen Erregung, die die Reformation ausgeübt, waren ebensowenig erloschen, wie die Eigenart des deutschen Geistes verloren gegangen war, in der sich schon innerhalb der scholastischen Theologie und Philosophie die Reformation vorbereitet hatte, und die zum Teil abseits von der sonstigen scholastischen Tradition lag. Leibniz war in dieser deutschen Scholastik aufgewachsen. Als die neue Wissenschaft, vor allem die neue Naturwissenschaft, auf ihn einzuwirken begann, war er schon ausgestattet mit einem umfassenden Wissen; doch dieses Wissen war nach Umfang und Methode das der Scholastik. Und universell nach ihrem Umfang, einheitlich nach ihrer Methode war die Scholastik von Anfang an. Wenn Leibniz mit einer gründlichen scholastischen Jugendbildung der neuen Wissenschaft gegenübertrat, so kam er daher nicht mit leeren Händen. Was die Scholastik errungen, für die neue Wissenschaft fruchtbar zu machen, das war sein erstes, die Scholastik durch die neue Wissenschaft endgültig zu überwinden, das wurde sein letztes Ziel.