immer zu — —

Alle Großen:

Seele der Menschheit,
immer wieder
rührst du uns aus Kindermund.
Die du alle Tiere in dir trägst
und den Blumen ihre Farben sagst
und mit jauchzenden Jammerlauten,
daß sich Steine verwandeln,
Götter gebärst:
Warum suchen wir Dich,
die du in uns bist,
uns in alle Welten schickst,
uns mit Übergewalten,
die den weisesten Mann empören,
zu Kindern machst,
die sich fromm in Alles schicken,
Alles, Alles,
die dem Schicksal gewachsen sind?! —

Zwiegesang überm Abgrund

Des Todes Stimme:

Du pfadloser Sucher,
ich will dich heimfinden lassen.
Im Schneesturm, im Nebelbrodem,
im Blitzstrahl, im Wolkenbruch,
im berauschenden Wirbel des Lichts von Welle zu Welle
sollst du dich schaukeln traumgewiegt,
in jeder Luftspiegelung zuhause,
in jedem Steinfunken, jedem Samenflimmer,
ruhsamer Phönix im fliegenden Feuernest:
tu nur den Schritt jetzt, vor dem dir graut,
zu dem dein Grauen dich kniefällig lockt,
den einen Sprung von deinem erkrochenen Gipfel
in meine allbeschwingende,
allverschlingende,
unerschöpfliche Tiefe.

Eines Menschen Erwiderung:

Versucher, zielloser du,
ich danke dir.
Hab ich nicht schon, was du alles versprichst?
Die Jagd durchs Luftmeer vom frühen Morgen an,
die Entzückung, mich wie ein Baum zu fühlen,
wenn ich die Arme ins Blaue strecke,
vogelleicht atmend mit heißen Lungenflügeln,
wurzelhafte Schwermut im Nerven- und Adern-Geflecht,
Kopf, Herz, Schooß voller Keimtriebe!
Und hab ein Ziel:
bei der Heimkehr Abends in stiller Kammer
den dunkeln Blick meiner lieben Frau,
mit dem sie mir den Schlaftrunk reicht,
einen irdnen Krug voll Milch oder Wein
und voll Ruhe.

Am Opferherd

Komm an mein Feuer, mein Weib,
es ist kalt in der Welt.
Komm an mein Feuer und lege
dein Ohr an mein Herz.
Komm an mein Feuer und mache aus meinen Händen
eine leuchtende Schale für die Wärme,
die wir — o wir, mein Weib — verschwenden
an die Welt.