Der Morgen im Garten.

Wie herrlich! Ach, so sah ich nimmer

Die Blumen blüh’n,

So sah ich nie im Rosenschimmer

Den Garten glüh’n!

Wie jubelt’s in den blauen Lüften!

Der Freude Hauch,

Er weht in tausend Balsamdüften

Vom Blüthenstrauch.

Wohl saß ich oft in jener Hütte;

Wenngleich allein,

Konnt’ ich in meiner Blumen Mitte

So glücklich sein.

Und was des Abends stille Feier

Zum Herzen sprach,

Wehmüthig tönte meine Leier

Das Echo nach.

Jetzt weint die Seele vor Entzücken,

Zum Himmel steigt

Sie mit der Rührung feuchten Blicken,

Die Lyra schweigt.

O gold’ner Morgen, Blick der Liebe

Im Lenzgewand,

Vom Auge ew’ger Huld und Güte

Herabgesandt!

Wie will der Sterbliche Dich singen,

Der betend kniet?

Wenn Weltenharmonie’n erklingen,

Dann schweigt mein Lied!