Wenn ringsumher die Bösen uns umschleichen,
Dem Löwen gleich, der seine Beute sucht;
Wenn der Gesellschaft Fundamente weichen;
Wenn schlecht, was fromm, und gut ist, was verrucht;
Wenn Brüder, statt die Hände sich zu reichen,
Im Hasse einer wild dem andern flucht –
Wohin mit deinem süßen Himmelstriebe,
Wohin willst du dich flüchten, heil’ge Liebe?
Wenn ringsumher die Völker sich befehden,
Von West nach Ost die Kriegsdrommete klingt;
Wenn seinen Schlachtgesang auf fernen Rheden
Der Tod aus tausend Feuerschlünden singt,
Und, wo noch jüngst des Friedens Palmen wehten,
Der Haß die Fackel der Vernichtung schwingt –
O Liebe dann, zu welchen Freiheitsstätten
Willst du, der flücht’gen Taube gleich, dich retten?
Da öffnen sich die großen Geisterhallen,
Die ein Granit auf seinem Haupte trägt,
Wo ewig neu die Wogen niederprallen
Der Brandung, die an ihre Mauern schlägt.
Dort ist die Stätte, dorthin magst du wallen,
Dort, wo kein Streit des Menschen Herz bewegt,
Wo keine Ketten dich der Erde binden,
O süße Liebe, deine Ruhe finden.
Und hat dies heil’ge Dach zur rechten Stunde
Auch uns vereinigt, eine junge Schaar,
Zu Lieb’ und Treu’, zu brüderlichem Bunde,
Ein Obdach gegen Sturm und Tod’sgefahr:
So drängt es sich vom Herzen nach dem Munde,
Zu danken dem, der unser Leitstern war,
Der uns’rer Seelen träges Feuer schürte,
Und uns zum Tempel heil’ger Liebe führte.
Und alle Gnaden, die wir uns erwerben,
Und jeder Blick vom lieben Jesuskind;
Und jede Huld, im Leben und im Sterben,
Die aus den Händen der Maria rinnt,
Und jede Rettung, die aus dem Verderben
Der heil’ge Joseph unserm Bund gewinnt,
Ja, alles Gute, was uns Gott gesendet,
Sei dankbar unserm Führer zugewendet.