Militär-Toast.

1850.

Wie glänzt der Tisch im festlichen Gepränge,

Geschütz erschallt, das Echo hallt,

Das Herzblut wallt, der Pfropfen knallt,

Und vom Orchester strömen lust’ge Klänge,

Wer sagt’s noch, daß das Herz ihm schwer und enge?

Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, die Augen blinken!

Reicht ihm das Glas mit dem goldenen Winken,

Und laßt’s ihn aus bis auf den Boden trinken!

Kennt ihr das Bild dort aus dem Lorberkranze?

Ihm klingt das Mahl, klingt der Pokal,

Und allzumal die Lust im Saal.

Wer beugt sich nicht vor seinem hohen Glanze?

Wer schlägt für ihn sein Blut nicht in die Schanze?

Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, auf von den Sitzen,

Und füllt die Gläser mit den gold’nen Blitzen,

Gebt das Signal den donnernden Geschützen.

Gott grüß dich, Vaterland, du uns’re Wiege!

Das Auge glüht, die Seele sprüht,

Das Herz durchzieht ein heilig Lied!

Gott schütze dich im Frieden und im Kriege!

Wer schmäht dich, deinen Ruhm und deine Siege?

Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, die Hand zum Stahle!

Und füllt mit schaum’gen Regen die Pokale,

Hoch lebe Preußen, hoch! im Siegesstrahle!

Und wenn du rufst mit feierlichem Mahnen

Vom Memelstrand bis hier in’s Land,

Ein einiges Band, ’ne einz’ge Hand –

So steh’n wir auf, werth uns’rer tapfern Ahnen!

Wem ist sein Blut noch lieb für deine Fahnen?

Wer sagt’s, wer wagt’s? Hurrah, Tod sei der Schande,

Und laßt die Gläser schäumen bis zum Rande:

Treu unserm König und dem Vaterlande!

Ja treu! das ist der Wahlspruch, den wir wählen;

Vom Feind bedroht, vom Brand umloh’t,

In Sturm und Noth, bis in den Tod,

Soll Fürst und Land auf seine Söhne zählen.

Wer zweifelt an dem Schwur von Männerseelen!

Wer sagt’s, wer wagt’s? Wer will uns dort verdammen?

Reicht mir den Becher mit den gold’nen Flammen;

Wir bleiben treu, und bräch’ die Welt zusammen.