Spiele, holde Kleine
Mit dem gold’nen Sinn,
Durch Dein Rosenleben,
Spiele immerhin!
Schöne Blumen blühen,
Kleine, rings um Dich,
Lilien und Rosen
Duften rings um Dich!
Holde Vöglein singen,
Dir im Blüthenhain,
Deine Sonne leuchtet
Milden Purpurschein.
Himmel steh’n Dir offen,
Und herab zu Dir
Schweben kleine Engel,
Spielen gern mit Dir.
Rufen die Gespielen,
Holde Kleine, Dir,
Bleib’, die Mutter weinet,
Bleibe, Kind, bei ihr.
Durch Dein Rosenleben,
Mit dem Engelssinn,
Mit dem frohen Herzen,
Spiele immerhin!
Ist mit der Freude doch der Schmerz im Bunde,
An Blüthen hängt der Thräne Silberschein,
Und mit der heitern schwingt die trübe Stunde
Sich durch der Tage bunt bekränzte Reih’n.
Das Leben ist gewirkt auf düsterm Grunde,
Es webt die Liebe nur die Blumen ein,
Und, wie sie zart von ihrer Hand gestaltet, –
Zu Deinen Füßen liegen sie entfaltet.
Betritt es nun das künstliche Gebilde,
Gern trägt die Blume Deinen zarten Fuß,
Es winkt die Rose Dir mit Frühlingsmilde,
Die Lilie ladet Dich mit sanftem Gruß,
Aus beiden weben sich die Lenzgefilde,
Durch die Dein Engel Dich geleiten muß.
Und glänzen Thränen je in Deinen Zügen,
Er wird sie Dir zu Diademen fügen.
Du hast ein ird’sches Leiden tief empfunden,
Das fern von Deinen Lieben Dich gequält.
Doch Kronen sind der Dulderin gewunden,
Und jeder Deiner Schmerzen ist gezählt.
Nun stehst Du da in blühendem Gesunden,
Von heller Jugend ist Dein Blick beseelt,
Und in dem ros’gen Aether Deiner Wangen
Ist uns ein neues Leben aufgegangen.
Schon wärmer strahlt die Sonn’ am Firmamente,
Bald kommt der Frühling aus dem fernen Land
Denn jugendlich, im Wechseltanz ohn’ Ende,
Umschweben uns die Horen Hand in Hand.
O daß der Lenz doch immer wiederfände
Im Kreise, die die Liebe Dir verband!
Das Lied verklingt, der Tag gebar sein Leben, –
Die Herzen nur, sie bleiben Dir ergeben.