Nikolaikirche in Eckernförde. Saint Germains Grabstätte

Mit den oben angeführten Mitteln ist die Liste seiner Kunstfertigkeiten von 1777 noch nicht erschöpft. Flüchtig deutet er ferner auf seine Kunst der Herstellung von Ölen, Likören, kosmetischen Mitteln, der Weinveredlung, auf Geheimmittel für die Landwirtschaft. Damit erscheint er als ein Mann von staunenswerter Vielseitigkeit. Aber was soll man dazu sagen, wenn es in Nr. 25 der Liste heißt: „Herstellung anderer nützlicher Dinge, über die ich schweige.“ Und ferner am Schluß: „Über einen weiteren Punkt kann hier aus mancherlei Gründen nichts gesagt werden. Er bleibt vorbehalten.“ Das war nichts anderes als die Sprache des Marktschreiers!

Fassen wir das oben Gesagte zusammen. Mochte auch Saint-Germain in seinem mehrfach genannten Briefe an Graf Lamberg sich des Besitzes des „Steines der Weisen“ rühmen — ein „Adept“ war er nicht. Das Geheimnis der künstlichen Herstellung des Goldes besaß er nicht. Als Taschenspielerei erscheint denn auch die Probe dieser Kunst, die er vor Casanova in Tournai ablegte. Seine übrigen Arbeiten auf dem Gebiete der Metallverwandlung und -veredlung, die in das Gebiet der Alchimie gehören, waren nach sachkundigem Urteil minderwertige Leistungen. Was er als „Lebenselixier“ ausgibt, stellt sich als ein recht harmloses Rezept dar.

Nicht besser war es um seine Geheimnisse und Geheimverfahren bestellt, die sich auf das Wirtschaftsleben erstreckten.

Auf ihnen liegt, wenn wir sein Leben überblicken, der eigentliche Schwerpunkt. Ihre Ausbeutung war das Hauptziel seiner Tätigkeit. Sein großer Gaunerstreich von Tournai zeigt jedoch, daß es ihm dabei nicht auf ehrlichen Erwerb und Gewinn ankam. Damit gehört er zu der großen Heerschar der Industrieritter, die das 18. Jahrhundert unsicher machten, vor denen König Friedrich seine Nachfolger in seinem politischen Testament von 1752 mit besonderem Nachdruck warnte.

Mochte er sich immerhin auf die Kunst verstehen, fehlerhafte Diamanten von ihren Flecken zu befreien — das ändert nichts an dem Bilde des Abenteurers, unter dem uns sein Leben und Treiben erscheint.

War Saint-Germain Freimaurer und Kabbalist?

Während des Mittelalters und noch in der neueren Zeit spielte neben der Alchimie die Geheimlehre der Kabbalisten eine bedeutsame Rolle. Die jüdische „Kabbala“, d. h. die überkommene Lehre, war ursprünglich ein Geheimwissen, das sich mit der Lehre vom Göttlichen und von der Schöpfung beschäftigte. Doch näherte sie sich dann immer mehr der Magie, die sich des Besitzes übernatürlicher Kräfte rühmte. Das große Ziel war der Einblick in die Zukunft. Dazu diente ihr als Hilfsmittel die Punktierkunst; Zahlen, Worte und Buchstaben erhalten geheime Bedeutung. Im Mittelalter blühte die Kunst der Kabbala gleich der der Alchimie in Spanien, um sich ebenfalls von dort über Europa zu verbreiten.

Ein ähnlicher Vorgang wiederholte sich in der Freimaurerei. Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vollzog sich in ihren europäischen Logen eine Bewegung, die über das alte Ziel der Förderung der Humanität in Gesinnung und Betätigung hinausgriff. Auch hier erfolgte eine Wendung zum Mystischen. Das Freimaurertum behauptete, das Geheimwissen der Templer, das der Welt mit dem Untergange des Ordens verloren gegangen war, im Orient wieder erlangt zu haben, und es erhob daraufhin den Anspruch, in den höheren Graden die Geheimnisse der Magie zu enthüllen.

Als Freimaurer trat der berüchtigte Graf Cagliostro auf. Aber er erfand ein eigenes System, das er als ägyptische Freimaurerei bezeichnete. Neben alchimistischen Künsten betrieb er auch die Geisterbeschwörung. Als sein Lehrer und Meister wird Graf Saint-Germain angegeben, jedoch mit Unrecht; denn dazu stempeln ihn erst die „Mémoires authentiques pour servir à l’histoire du comte de Cagliostro“, eine Fälschung aus der Feder des Marquis de Luchet, die nach Saint-Germains Tode 1785 anonym erschien. Luchet stand als Geheimer Rat im Dienste des Landgrafen von Hessen-Kassel. Er war ein überzeugter Gegner aller freimaurerischen Bestrebungen, und so schrieb er diese „Denkwürdigkeiten“, die sich als derbe Verspottung des Freimaurertums kennzeichnen. Er läßt Cagliostro mit seiner als Marquise eingeführten Gattin seine Fahrt in die Welt antreten. Dieser beschließt, da er sich für Paris, die Hochburg des Abenteurertums, noch nicht reif fühlt, nach einem mißglückten Debut in Wien sich in Rußland für seine Laufbahn vorzubereiten. Um sie würdig zu beginnen, läßt er sich zuvor mit seiner Frau in Schleswig vom Grafen Saint-Germain die Weihe erteilen. Daß diese Zeremonie in höchst grotesker Form vor sich geht, ist nach der Tendenz der Schrift selbstverständlich. Die von dem bekannten Schriftsteller Melchior Grimm geleitete „Correspondance littéraire“ verfehlte nicht, vor diesen „Denkwürdigkeiten“ mit ihren „entweder falschen oder waghalsigen Anekdoten“ zu warnen.

Noch in einem zweiten Buche, das einige Jahre später und gleichfalls anonym erschien, zog Luchet gegen Saint-Germain zu Felde, und zwar in einer politischen Streitschrift gegen den im Jahre 1776 aus idealen Beweggründen gestifteten Illuminatenorden, den er gefährlicher, umstürzlerischer Pläne bezichtigte. Auch hier wird Saint-Germains Geheimwissen, mit dem er die Welt, zumal die Großen, zu fangen suchte, mit Spott und Hohn überschüttet.

Durch diese „Denkwürdigkeiten“ ist zu erklären, daß Cagliostro, der den Grafen Saint-Germain wahrscheinlich niemals gesehen hat, mit diesem in Verbindung gebracht ward, um fortan als sein Schüler zu gelten.

Aber Saint-Germain war kein Kabbalist. In allen gleichzeitigen Nachrichten findet sich dafür keinerlei Anhaltspunkt.

Für die weitere Frage, welche Stellung er zum Freimaurertum einnahm, bringt die von uns mitgeteilte maurerische Korrespondenz des Prinzen Friedrich August von Braunschweig, der Großprior der Logen in Preußen war, reichen Aufschluß. Im Kreise dieses Prinzen bildete Saint-Germain während seines Leipziger Aufenthalts den Gegenstand größter Aufmerksamkeit. Sehen wir auch von dem Bankier Dubosc ab, der in dem „rätselhaften Mann“ nur einen Betrüger erblicken wollte, so stimmen sowohl der sächsische Minister von Wurmb, der ihm ernstlich „den Puls fühlte“, wie Bischoffwerder, der von dem Prinzen ausdrücklich um seine Ansicht angegangen wurde, in dem Urteil überein: „Er ist keiner der Unsrigen“ — ein Urteil, dem auch der Rosenkreuzer Frölich aus Görlitz, ein Schüler Schrepfers, mit den Worten beipflichtete: „Er ist kein Maurer; er ist auch kein Magus, auch kein Theosoph[20].“ Ähnlich wie diese, suchte 1778 Dresser, der vier Jahre lang Meister vom Stuhl in der Hamburger Loge Georg gewesen war, das Geheimnis jenes seltsamen Fremden zu ergründen[21]. Aber Saint-Germain hielt sich allem maurerischen Treiben fern, obwohl er als Mitglied der Straßburger Loge „de la Candeur“ (1776) bezeichnet wird[22] und selbst zugab, den vierten Grad zu besitzen. Ja, er machte kein Hehl aus seiner Gleichgültigkeit[23]. Danach kann von einer führenden Rolle, die er in der Freimaurerei gespielt haben soll, nicht gesprochen werden!

Saint-Germains Persönlichkeit und die Legendenbildung.

Obwohl seine Künste und Geheimnisse, wie wir sahen, im ganzen recht zweifelhafter Art waren, hat sich Saint-Germain doch einen Namen zu erwerben gewußt, der seinen Tod überdauerte. Worin liegt das Rätsel seines Erfolges?

Zusammenfassend dürfen wir sagen: in dem Zauber seiner Persönlichkeit. Nicht, daß in seiner Natur etwas Dämonisches lag, das die Menschen wie mit übernatürlicher Gewalt in seinen Bann zwang. Ganz anderer Art war die Macht, die er ausübte. Er war ein glänzender Gesellschafter, der die Menschen anzuziehen wußte. Er besaß die Gabe fesselnder Unterhaltung; man lauschte ihm gern, wenn er von seinem Leben, seiner Jugend, seinen Reisen, wenn er von den Wundern der Welt erzählte. Er bestrickte die Hörer, denn er sprach mit Eifer und Begeisterung. Er besaß, so berichtet Alvensleben, „eine hervorragende Redegabe“, oder wie Yorke es nennt, „Zungenfertigkeit“. Als der preußische Gesandte ihn stellen wollte, entglitt ihm Saint-Germain, indem er den Offenherzigen zu spielen vorgab, aber mit vielen Worten nichts zu sagen verstand. Dabei liebte er die Debatte, spie aber Feuer und Flamme gegen den, der ihm zu widersprechen wagte. Stieß er hingegen auf ernsten Widerstand, so gebrauchte er die Taktik rechtzeitigen Schweigens.

Dabei verstand er in ungewöhnlichem Maße, sich seiner Umgebung anzupassen. Genau sah er sich die Menschen an, mit denen er zu tun hatte. Schnell fand er heraus, was er ihnen bieten durfte. Den dummen Gläubigen band er dreist seine Lügen auf, während er sich den Klugen gegenüber zurückhielt. Da ließ er nur durchblicken, was er offen zu sagen sich nicht getraute. Zumal liebte er das Spiel mit halben Worten, die die Phantasie des Hörers anregten. Das gelang ihm um so leichter, als seine dunkle Kunst, deren er sich rühmte, unwiderstehlichen Reiz auf die Menschen übte.

So besaß er in hohem Grade die Kunst der Menschenbehandlung. Und so war es ihm möglich, in die hohen Kreise zu dringen, die der Mehrzahl der schlichten Menschen verschlossen sind. Was aber noch weit mehr besagen wollte, er wußte sich dort auch zu behaupten. Unbestreitbar spielte er am Hofe Ludwigs XV. eine Rolle, bis das Haager Abenteuer ihm das Genick brach. Trotzdem gelang es ihm später, noch zu anderen Fürsten in nähere Beziehung zu treten, wie der Ansbachische Markgraf, der Hessische Prinz, der ihm seine Huld bis zu seinem Tode bewahrte. Einen Grafen Cobenzl, der eine hohe Staatsstellung bekleidete, wußte er sogar derart zu bestricken, daß dieser von ihm rühmte: „Er ist Dichter, Musiker, Schriftsteller, Arzt, Physiker, Chemiker, Mechaniker und ein gründlicher Kenner der Malerei. Kurz, er hat eine universelle Bildung, wie ich sie noch bei keinem Menschen fand[24].“

Man würde irren, wollte man ihm jedes Wissen und alle Kenntnisse abstreiten. Ernsthafte Zeugen sind es, die zu seinen Gunsten aussagen. „Er ist ein hochbegabter Mann mit sehr regem Geiste,“ so schildert ihn Alvensleben[25]. Zugleich aber nennt er ihn „urteilslos“, „maßlos eitel“ und kriecherisch. Eitelkeit sei die Triebfeder, die seinen Mechanismus in Bewegung setze. Wir hören ferner, daß er mit seiner angeblichen hohen Herkunft zu prahlen liebte. Er vermaß sich zu dem Ausspruch: „Ich halte die Natur in meinen Händen, und wie Gott die Welt geschaffen hat, kann auch ich alles, was ich will, aus dem Nichts hervorzaubern.“

Seine „Gauklerkünste“, so bezeugt wiederum Alvensleben, öffneten ihm die Häuser der Großen. Aber sie dienten ihm auch dazu, die Menschheit auszubeuten. Wir wundern uns daher nicht, ihm ebenfalls im Salon der Marquise von Urfé, den ja auch sein Bildnis schmückte, mit einem Schwindler vom Schlage Casanovas zu begegnen, ein würdiges Paar, das gleichmäßig die dem Wunderglauben ergebene Dame schröpfte, während er doch sonst die Welt mied, in der ein Casanova und Cagliostro sich bewegten.

Von diesen unterscheidet ihn auch die Tatsache, daß die Frauen in seinem Leben keine Rolle spielten, mag er auch, wie Gleichen erwähnt, der Tochter eines Chevalier Lambert in Paris den Hof gemacht und, wie Hardenbroek als Gerücht verzeichnet, die Absicht geäußert haben, sie zu heiraten. Noch fraglicher erscheint, ob jene unbekannte Dame in Amsterdam, von der Grosley so geheimnisvoll erzählt, überhaupt je etwas mit ihm zu tun hatte. Und mit allen übrigen Berichten über sein Ende steht die Angabe Gleichens in Widerspruch, daß Saint-Germain sich in seinem letzten Lebensjahr „wie ein zweiter Salomo“ von Frauen pflegen und hätscheln ließ und in ihren Armen gestorben sei.

Was neben seinen dunklen Künsten dazu beitrug, ihm eine Stellung in der großen Welt zu sichern, war die Fabel von seinen märchenhaften Reichtümern. Er prunkte mit seinen Edelsteinen — aber ihre Echtheit wird bestritten. Er erwarb Landgüter in Frankreich und Holland — aber er konnte sie nicht bezahlen. Die Madame Nettine in Brüssel mußte zu ihrem Schaden erfahren, was es mit seinen in Nimwegen deponierten Wertsachen für eine fatale Bewandnis hatte. Auch der Wert seiner Gemäldesammlung wird angefochten. Notorische Tatsache ist es endlich, daß es ihm beim Markgrafen von Ansbach und in Leipzig kümmerlich ging. Sogar seine Wohnung in Paris war bescheiden. Aber überraschend ist, daß er sich trotz alledem den Ruf eines reichen Mannes zu geben verstand und daß man es ihm glaubte.

Ein weiteres Rätsel, das seine Person bot, war endlich der Umstand, daß er dauernd unter fremdem Namen auftrat, obwohl er den eines Grafen Saint-Germain, unter dem er auf die Nachwelt gekommen ist, bevorzugte[26]. Dieser dauernde Namenswechsel scheint durch seinen abenteuerlichen Wandel hinreichend begründet. Aber es ist bezeichnend für ihn, daß er auch dafür eine geheimnisvolle Erklärung zu geben wußte. Der Ansbacher Minister von Gemmingen hat es uns überliefert. Danach handelte es sich um einen großen Unbekannten, der die Beweise seiner Abkunft in Händen hatte, der ihn verfolgte, vor dem Saint-Germain sich verbergen mußte. Und nur eine weitere Ausschmückung dieses Märchens ist es, wenn er im Elternhause der Frau von Genlis erzählte, daß er als siebenjähriger Knabe flüchten mußte, da ein Preis auf seinen Kopf gesetzt war.

Man sieht: es fehlt kein Zug, um das Bild des Abenteurers vollständig zu machen. Alles ist vorhanden: die rätselhafte Abstammung, der große Unbekannte, der ihn verfolgt, die unbekannte Schöne, der fabelhafte Reichtum. Dazu treten alle die Wunder, die sich mit dem Namen des „berühmten Alchimisten“ verbanden. Er hat den „Stein der Weisen“, er kennt das Geheimnis der künstlichen Herstellung des Goldes, er besitzt das Lebenselixier.

Ist es daher verwunderlich, wenn in der späteren Überlieferung, wie bereits in den Aufzeichnungen eines Lamberg und Gleichen, das Geheimnisvolle und Rätselhafte immer mehr das Geschichtliche der gleichzeitigen Berichte überwuchert? Denn wir hören später kaum noch von allen seinen gewerblichen Künsten, wie der Färbkunst, der Lederbehandlung, die doch das Hauptfeld seiner Tätigkeit ausmachten. Statt dessen ist er ein Goldmacher. Und noch größeren Spielraum bot sein Lebenselixier der menschlichen Phantasie. Da wird er zum Zeitgenossen Christi, und eine Lady Craven, die ihn nur von Hörensagen kennt, malt nun in ihren Denkwürdigkeiten die Fabel immer weiter aus, indem sie dieselbe mit allerlei barocken Einfällen verziert. Da das Lebenselixier andrerseits die Wirkung des Jungbrunnens in sich schließt, so entsteht die Geschichte von der diebischen Kammerzofe, die sich an dem Elixier vergreift, das ihre Herrin um teures Geld erstanden hat, und die nun infolge der genossenen allzu starken Dosis wieder ein kleines Kind wird. Aus der einen Zofe im London Chronicle (bei Grosley) und bei Gleichen macht dann der Fälscher der „Erinnerungen der Marquise von Créquy“ mit drastischer Übertreibung deren zwei. Und den Höhepunkt erreicht der Spaß bei Lamberg mit der alten Frau, die sogar wieder zum Embryo wird.

Indem wir die gleichzeitigen Urkunden, die von ihm erzählen, und die späteren Aufzeichnungen, die über ihn entstanden sind, im folgenden zusammenstellen, tritt uns zum erstenmal das geschichtliche Bild des abenteuerlichen Betrügers entgegen. Zugleich gestattet aber dieser Überblick, den Prozeß der allmählich einsetzenden und von ihm selbst mit Geschick genährten Legendenbildung zu verfolgen, durch die er zum „berühmten Alchimisten“ ward, als der er bis auf unsere Tage fortlebt. —

Um den streng historischen Charakter des Buches zu wahren, ist grundsätzlich davon Abstand genommen, rein literarische Erzeugnisse zu berücksichtigen. Dahin gehören z. B. die phantasievollen Schilderungen von Besuchen Saint-Germains in Wien, am Hofe Karl Augusts in Weimar, am Hofe der Königin Maria Antoinette, wie sie Franz Gräffer in seinen „Kleinen Wiener Memoiren“ (Wien 1845) bringt, A. v. d. Elbe in der Erzählung „Brausejahre“ („Gartenlaube“, Jahrg. 1884) oder der Romanschriftsteller Etienne Léon de Lamothe-Langon in den anonym herausgegebenen „Souvenirs sur Marie Antoinette et sur la cour de Versailles par Madame la comtesse d’Adhémar, dame du palais“ (Paris 1836); denn, um dies ausdrücklich zu betonen, die Gräfin d’Adhémar ist nachweislich keine historische Persönlichkeit, sondern das reine Erzeugnis dichterischer Phantasie. So hat auch die einzige bisher vorliegende Biographie des Abenteurers, das unvollendet gebliebene Werk der Theosophin J. Cooper-Oakley: „The comte de Saint-Germain“ (Mailand 1912) keinen Anspruch auf wissenschaftliche Bedeutung, da sie kritiklos auch aus jenen Darstellungen schöpft und die Märchen der angeblichen Gräfin d’Adhémar als historische Begebnisse erzählt; der Wert ihres Buches beruht allein auf ihren Mitteilungen aus fremden Archiven.

Für die Fülle neuer Aufschlüsse, die mir zahlreiche Archive und Bibliotheken, zumal in Berlin, Wien und Wolfenbüttel gewährten, bin ich der Leitung derselben zu großem Dank verpflichtet. Ferner möchte ich an dieser Stelle auch Herrn Notar Langeveld im Haag meinen aufrichtigen Dank für die liebenswürdige Unterstützung aussprechen, die er meiner Arbeit geliehen hat.