Alles das sind scheinbar überflüssige Spielereien ohne praktischen Wert. In Wahrheit ist alles nützlich, was der Hund lernt. Aus einem ergibt sich das andre. Noch bedeutungsvoller ist das Lehren für den Besitzer; er erlernt dabei den Hund behandeln und zu ermessen, wie weit ein Hund auf Erinnerung und Reize reagiert. Das Einvernehmen zwischen Mensch und Tier wächst; der Hund wird mit jedem neuen Begreifen leichter erfassen und fester behalten. Bis er Stimme, Ton, jede Regung versteht, worüber man oft irrig sagt: er versteht jedes Wort. Alle hohe Dressur ist Willigkeit zur Beachtung von Zeichen. Damit Belohnungen (ein Stückchen Kakes, Zucker) auch als solche empfunden werden, darf der Hund nicht überfüttert sein, auch außer den regelmäßigen Mahlzeiten in seiner Schüssel von niemand je Leckerbissen zugesteckt erhalten. Eher etwas knapp an einem Schultag (Regentag): ein voller Bauch studiert nicht gern.
Die meisten Hunde gehen gern von selbst bei Hitze ins Wasser, wenn sie nicht unvernünftig behandelt, d. h. hineingeworfen oder an einer plötzlich abschüssigen Stelle den Grund verlieren und erschrecken. Ehe man den mindestens 6—8 Monate alten Hund ans Wasser führen will, sucht man sich schon in Gedanken eine flache Uferstelle aus, an der man sich nach Spaziergang an heißen Sommertagen lagert. Dann läßt man ihn gewähren und selbst Bekanntschaft mit dem nassen Element suchen. Jeder Zwang ist von Übel, Beispiel älterer Hund nützlich, aber nicht unerläßlich. Hat er sich ins Wasser gestellt und macht darin Gehversuche, so wirft man ein rundes Holzstück das mit langer dünner Schnur zum Herausholen zur Sicherheit versehen ist, wenige Meter von ihm noch ins flache Wasser: „Apport”. Sobald er herauskommt, schnell das Kommando „Setz dich, gib aus”!, ehe er sich noch schütteln kann. Wasserabschütteln vor Ablieferung des Apportgegenstands ist ein Dressurfehler, weil dabei meist der Gegenstand fallen gelassen wird und liegen bleibt oder, falls Ente des Jägers, entweicht. Was auch der Schüler ausführt, muß exakt sein. Hat man das Holz abgenommen, so mag er erst etwas herumspringen, ehe man aufs neue wirft. Nicht ermüden, und mit Lob abschließen, sodann flotter Heimweg namentlich später bei kühlerem Wetter. Einige Tage später versucht man es in tiefem Wasser; scheut er es, so geht man ohne Tadel nach Hause, versucht es nochmals. Das Versagen ist kein Unglück an sich, aber es gibt ein nie versagendes Mittel jeden Hund zum Schwimmen zu bringen. Dazu brauchen wir einen lebenden Gehilfen oder einen kurzen Pfahl, 1 m lang, unten spitz zum Einschlagen; oben (etwas unter Rand) wird eine Ringschraube eingedreht. Ort ein Bach, der zum Durchwaten für den Hund zu tief aber nicht reißend ist, Nähe einer Brücke. Auf dem einen flachen Ufer schlagen wir mit kräftigem Stein den Pfahl in den Boden, so daß er etwa 1⁄2 m noch herausragt, ziehen durch die Ringschraube eine lange kräftige Leine, werfen die beiden Enden auf das andre Ufer, zum sicheren Wurf mit angebundenem starken Holzstück. Sodann begeben wir uns mit dem Schüler über die Brücke zu der dem Pfahl gegenüber liegenden flachen Stelle. Das eine Ende wird an das genügend eng gestellte, aber nicht würgende Halsband befestigt, das andre nehmen wir in die rechte Hand. Mit der linken führen wir dicht an das Wasser und ziehen nun mit der rechten Hand langsam aber fest die durch die jenseitige Ringschraube laufende Schnur. „Voraus, so ist's brav.” Der Hund fühlt sich geführt an der Hand des Herrn, wenn er auch im Wasser den Boden unter den Füßen verliert, zieht ihn die Leine, daß er nicht versinkt, noch unsicher wird oder Zeit hat zum Paddeln oder Wasser treten. Kurz vor dem Ufer, noch ehe er herausspringen kann, erfolgt das Kommando „herein, hierher”! und das andre Ende der Leine, das bisher nur nachgab, zieht zurück. Man kann denselben Effekt mit einem Gehilfen erreichen, der den Hund am Halsband hält, während man die lange Leine ans andre Ufer wirft, über die Brücke geht und nun selbst den Hund an dieser zu sich unter Anruf hinüberzieht. Dort wird er gelobt. Besser ist es aber, das ganz allein in aller Stille ohne Zuschauer und Teilnehmer abzumachen. Man wird erstaunt sein, wie rasch jeder Hund begreift, daß das Wasser gar nichts gefährliches ist, und daß er an der führenden Hand des Herrn immer in Sicherheit ist. Dieses Hilfsmittel muß in vollster Ruhe und Bedächtigkeit benützt werden, überzeugt, daß es hilft und daß der Hund ohne jede Aufregung sich leiten lassen wird, als ob man schon 10 Hunde auf diese Weise von der Harmlosigkeit des Wassers überzeugt hätte. Am besten setzt man sich einige Minuten vor dem Anlegen an die hinübergeworfene Leine ans Ufer und raucht eine Zigarette, was auch zum Vertreiben von Mücken nützlich ist. Jede Unruhe, Nervosität oder Unsicherheit des Herrn überträgt sich auf den Hund, den wir auch nie über Trauer oder Niedergeschlagenheit täuschen können, wie unsre Angehörigen, die wir aus Rücksicht leicht mit Worten zu beruhigen vermögen.
Zu Schwimmkünstlern und Tauchern kann man nur solche Rassen machen, die ererbte Wasserpassion infolge Lebensweise der Vorfahren (Neufundländer) oder Abstammung von Arbeitsschlägen (Pudel, Spaniel. Airedaleterriers, die Otterhundblut führen) besitzen. Öfter führt auch häufige Gelegenheit durch Nähe von Teichen, Flüssen, Meeres- oder Seeufer, harte Schläge, wie rauhhaarige Terriers und Pincher dazu. Vorbedingung zum Tauchen ist sehr klares, ruhiges Wasser und freudiges Apportieren, wozu man Holzstücke durch Beschweren zum Untersinken präpariert, aber nie Steine, benützt. Will man den schwarzen Schnürenpudel in voller Schönheit und Farbe erhalten, so darf er nach dem Baden wie Schwimmen nicht lebhaften Sonnenstrahlen ausgesetzt werden; man wählt dazu die warmen Sommerabende. Auch lasse man sich nicht verleiten, an kühlen windigen Abenden Hunde ins Wasser zu schicken, besonders nicht kurz behaarte. Zum mindesten nehme man ein altes Handtuch mit und frottiere kräftig dem Haarstrich entlang. Ältere Jagdhunde, die viel zur Entenjagd benützt werden, zeigen durch Nierenleiden und Rheumatismus, wohin solche Zumutungen führen. Hat der passionierte Hund gegen Willen des Herrn ein eisiges Bad genommen, so begibt man sich im Eilschritt zur nächsten Behausung und scheue sich nicht, dort Wärmeschutz vor Ofen oder, nach Trockenreibung mit Heu oder Stroh, im Stall zu erbitten. Es wird selten gemütlose Menschen geben, die einem Tier Mitgefühl versagen, was zudem nichts kostet. Lieber eine halbe Stunde Aufenthalt, als ein krankes Tier, für das der Herr verantwortlich ist.
Wenn manche Hunde auf Schuß ausreißen, und sogar schußscheue Jagdhunde vorkommen, so ist nervöse Veranlagung, der nicht rechtzeitig entgegengetreten wurde, sowie ein erstmals in nächster Nähe abgegebener Schuß schuld. Der Jäger schießt vom Hund weg auf ein Ziel, der Jagdhund muß auf Schuß sich legen und Befehl abwarten. Der Schuß gegen Herrn des Schutzhundes kommt in der Richtung auf diesen. Also ist hier die Gewöhnung eine andere. Der Abfeuernde soll nie der Herr sein, sondern immer ein Zweiter, ein Feind. — Der Gehilfe erhält einen Revolver, geladen mit Platzpatrone-(ohne Kugel, anfangs wenig Pulver); er hat sich im freien Gelände, etwa 100 m weit aufzustellen und zunächst nur durch lebhafte Bewegung und rüden Anruf auf sich aufmerksam zu machen. Der Hund steht angeleint links vom Herrn. Der erste Schuß fällt, Kommando: „Gib Laut!”. Man lobt, hält den Hund zurück. Der Gehilfe nähert sich auf Wink, gibt weiteren Schuß ab. Je lebhafter der Hund bellt, desto weniger hört er die Schüsse, deren letzter auf höchstens 6 m Nähe erfolgen darf. Jetzt rückt man mit dem Hund vor, worauf der Gehilfe sofort zurückweicht. Hier wie bei allen Mannübungen muß der Hund immer den Eindruck haben, daß er der Sieger sei, der mit drohendem Bellen den Feind in die Flucht schlägt. Aber nie darf Manndressur und Angriff mit einem Hund geübt werden, der nicht eine volle systematische Dressur hinter sich hat und fest im Appell ist. Bei scharf veranlagten, kräftigen Rassen könnten Mißverständnisse von Schuß, Bewegung, Verwechslung des Gehilfen oder dgl. zu verhängnisvollen Folgen führen. Man muß immer wissen, wo man nur anleiten und mehr den Zurückruf üben muß, und wo man den etwas schüchternen Hund zum Draufgänger steigern kann. Also Vorsicht bei Schäferhunden, Rottweiler, Dobermannpinscher, Doggen, Bulldoggen; bei diesen wird nicht scharf gehetzt, sondern nur die Richtung angegeben und Gehorsam geübt. Den regungslos stehenden Menschen (oder Gehilfen) hat der Hund nur zu verbellen, nie anzugreifen. Das Bewachen erfolgt in liegender Stellung, Kopf in Richtung des Feindes. Reagiert der Schutzhund auf den „Verbrecher” nicht, so wird er wie folgt immer scharf zu machen sein. Der Hund steht an kurzer Leine an linker Seite des Herrn; der Gehilfe in auffälliger Kleidung (umgedrehter Joppe) nähert sich mit einem größeren Ast, ärgert damit mit krächzenden Tönen den Hund. Entweicht sofort, wenn dieser auf Kommando bellt, begibt sich auf erhöhte Stelle (Mauer, auf Baum mittels angelegter kurzer Leiter), so daß ihn der Hund keinesfalls erreichen kann. Von obenher reizt er den Hund mit dem Ast; gibt dieser lebhaft Laut, so kommt der Herr hinzu, lobt ihn und führt ihn weg an der Leine, doch nur wenige Schritte, worauf der Hund frei „an Fuß” als Gehorsamsübung zu folgen hat. Systematische Dressur zum Fassen des Gehilfen („Verbrechers”) erfordern Hetzgewand, Schutzärmel, Dressurplatz und sollte von Laien nur unter Anleitung erfahrener Dressurleiter im Polizeihundverein, Schäferhundverein erfolgen. Vieles Üben und Beißenlassen wird besser vermieden; man erzieht damit bißwütige Hunde. Ist ein Hund nicht scheu, hat er nur einige Male den flüchtenden Gehilfen verfolgt, so weiß er im Ernstfall von selbst von seinen Zähnen Gebrauch zu machen. Allerdings soll der Schutzhund auch nicht ausreißen, wenn ihm jemand mit Ast oder Stock droht, und das ist nur damit zu erreichen, daß man einen Gehilfen gegen den angeleinten, dicht beim Herrn stehenden, bellenden Hund vorgehen läßt. Zieht er sich scheu zurück, so wächst dem Hund sofort der Mut, er geht vor und weicht auch nicht zurück, wenn absichtlich ungeschickte Schläge zunächst nur auf den Boden klatschen. Erst wenn der Hund wütend bellt, darf ihn ein Schlag mit Ast berühren, wird aber dann nicht schaden, sondern den Hund nur angriffsmutiger machen. Immer muß der Herr dabei stehen, animieren, aber doch den Hund so kurz halten, daß eine Verletzung des Gehilfen ausgeschlossen ist. Plötzlich steht dieser ganz still, dann wird auch der Hund mit kurzem Kommando „ab ! Leg dich”, zur Ruhe verwiesen. Den gegebenen Schutzhund liefert die Züchtung, erzieht die Liebe zum Herrn. Nicht die Hetzarbeit, die oft verdirbt und fast nur für Hundebesitzer in einer gefährdeten Berufsstellung angezeigt ist. Hunde an die Kette der Hütte anzulegen und necken zu lassen, veranlaßt sie zwar bei jedem geringfügigen Anlaß zu bellen, zu schnappen und sich wie toll zu gebärden, macht also einen drohenden Kettenhund, aber niemals einen zuverlässigen Schützer. Von der Kette und dem örtlichen Rückhalt wie Hütte gelöst, sind solche Hunde meist feige, schnappen höchstens aus Angst für sich selbst von rückwärts zu. Der richtiglernende Beschützer kann nur durch den fingierten Angriff gegen ihn, wenn er dicht beim Herrn steht, oder gegen den Herrn selbst im Dunkeln zum Begreifen des Schützens gebracht werden. Auch der tobende „Verbrecher” hinter einer Holzwand, der den Hund reizt, führt nicht auf das Ziel Schutz, sondern zur Rauflust, die dann erst wieder gebändigt und in gesunde Richtung gestellt werden muß.
Ein Erzieher und Dresseur, der selbst erst einen Hund verdorben hat, eignet sich auch nicht zur Berichtigung, die noch weit höhere Anforderungen an Konsequenz, Geduld, Ruhe, Eingehen auf den Charakter fordert. Unbedingt hoffnungslos ist kein jüngerer Hund, den man aus fremder Hand mit Fehlern mangelhafter Dressur, hand- oder schußscheu, zum Entweichen geneigt erhält. Die Hauptbedingung ist, daß der Hund und neue Herr sich innig aneinander anschließen, sehr viel beisammen sind, daß der auf Straße etwa unbändige, Wagen nachprellende, rauflustige, Geflügel hetzende Hund möglichst wenig Gelegenheit zu Übeltaten findet, solange er nicht eine vollständige neue systematische Dressur (Kapitel 13 bis 17) durchgemacht hat, als ob er noch nie etwas gelernt hätte. Und von allen Übungen reichliche Wiederholungen unter peinlichster Beachtung des vorgeschriebenen Anlegens und dazu „Setz dich”. Vor Beginn des Kursus muss man einige Tage der Woche weiten Spaziergängen oder Radtouren in allerlei Gegenden vor der Stadt opfern. In den Straßen aber an kurze Leine links „am Fuß”. Niemand füttert als der Herr, in dessen Schlafzimmer (oder nebenan bei offener Tür das Schlaflager („Platz”) sich befindet. Fremden Hunden, Wagen, Autos, allem, was der Hund scheut oder ihn reizt, weicht man nicht aus, sondern führt den Hund so dicht als möglich vorbei. Hier wie bei allen sonstigen Gelegenheiten wird viel mit ihm gesprochen. Je mehr der Hund lernt (Kapitel 17) und man übt, desto besser. Er muß seine ganze Vergangenheit vergessen, viel Bewegung haben und Abends müde sein. Der neue Besitzer soll womöglich den früheren Herrn (aber nicht in Gegenwart des Hundes) persönlich kennenlernen und dessen Wesen studieren, damit er in allen Kundgaben zum Hund sich auf das Gegenteil einstelle. Spricht jener laut, rasch, lebhaft, so übertreibe er im Verkehr mit dem Hund das Gegenteil. Dieser muß sich immer beobachtet wissen und mit dem Herrn verbunden fühlen. Ehe Befehle erfolgen, muß sich der Hund setzen, den Herrn anblicken lernen, das Kommando abwarten und ablesen. Hat man aber dazu nicht Zeit, so fange man besser den Versuch gar nicht an, verschiebe den Erwerb auf die Ferien. Man glaube nicht, daß man mit Strafen einen verstockten Jungen oder Hund korrigieren könne; damit mag man ihn höchstens zurückhalten, solange er dicht unter den Augen in der Hand ist. Er muß ganz neu sich selbst erleben lernen und im Verhältnis zum Herrn eingestellt werden. Gehorsamsübungen können nicht oft genug (aber ohne Strafen) gemacht werden; rasch und prompt hat „Setz dich, leg dich, apport, Platz, herein, am Fuß” zu erfolgen. Dazu viel Arbeit, Sprungübungen, Kunststücke, Verlorensuchen, Apportieren aus Wasser, Gewöhnen an Schuß ohne Hetzarbeit, das Leben im Hause streng regelmäßig, nie allein ohne Aufsicht auf die Straße. Eine große Summe von gütigen Mühen; ehe man sich dieser unterzieht, wäge man, ob diese der betreffende Hund nach Rassenschönheit und Anlagen, die das Auge und der Gesichtsausdruck verrät, wert ist. Nach Charakter ist der verdorbene Hund ursprünglich oft mehr wert als der, an dem nicht leicht etwas zu verderben ist.
Ein altes Wort sagt: „Einmal Hundefreund, immer Hundefreund.” Zu einem Dauerzustand für das Leben lohnt es auch ein Dauerheim zu schaffen, da aus dem Hundebesitzer, dem erfolgreichen Aussteller, sehr oft der Züchter wird, der die häufigen Bitten aus Freundeskreis nach einem Abkömmling seines Musterhundes erfüllen will. Bei einem Einfamilienhaus, sei es Stadtmiethaus oder Eigentum vor der Stadt, sollte der Zwinger nicht fehlen. Er erleichtert die Haltung, ermöglicht die Zucht, hilft Haus und Wohnung sauber halten, wenn der Hund nach Spaziergang bei Regen oder Schneeschlamm naß heimkommt und vor Einlaß in das Haus eine Stunde auf reichlichem Strohlager trocken und sauber geworden. Die läufige Hündin ist dort während der Zeit, in der jede zum Entweichen neigt, sicher bewahrt. Die Zuchthündin kann dort in Ruhe werfen und mit den Welpen bleiben, bis sie anfangen selbst zu fressen und weggegeben werden. Auch in einer Villa mit 2—3 Wohnungen erspart ein schlichter Zwinger viel Beschwerden wegen beschmutzter Treppenhäuser, und die im Verhältnis zu dem Luxus eines Hauses ganz geringfügigen Kosten für einen Hundezwinger werden reichlich ausgewogen. In manchen Großstädten verbieten die Besitzer die Haltung eines größeren Hundes; ein Zwinger würde diese Härte überflüssig machen. Die sehr hohe Zahl der Familienhunde in England, das Fehlen von Kreuzungen und wertlosen Straßenkötern geht sicher auf Konto der Zwinger beim englischen Familienhaus als bequeme Unterbringung und Bewahrungsmittel der Hündinnen vor Fehltritten. Der Zwinger lehnt sich am besten an eine geschützte Mauer in Nordost, er habe möglichst viel Sonne, der Boden muß unbedingt betoniert, undurchlässig, also waschbar sein, da er sonst nach kurzer Zeit verseucht und übel riecht. Auch würde auf durchlässigem, feuchtbleibendem Boden der Holzzwinger rasch unten verfaulen. Die Betonunterlage etwas höher als der Hof und leicht schräg geneigt von der Mauer weg, damit Regen schnell abläuft. Eine rechtwinklige Ecke des Hofes oder an Hausrückwand angefügt, macht nur zwei Gitterseiten nötig und gewährt mehr Wetterschutz, ist auch leichter stabil anzulegen. Das Gitter vorn mit Tür, aus Eisenstäben, die nur einmalige Ausgabe sind, die Enden nach Innen gebogen, was Überspringen oder Klettern verhindert. Drahtgeflecht rostet zu rasch und läßt sich dagegen nicht durch Anstreichen schützen. Für mittelkleine Rassen unter Stuhlsitzhöhe ist der Zwinger entbehrlich, höchstens für den Züchter solcher (z. B. Foxterriers) nötig. Also sei er gleich so groß angelegt, daß ein Mann mit gebücktem Kopf darin stehen kann. Eine geräumige Hütte aus Hartholz, mit heißem Leinöl getränkt und mit Ölfarbe gestrichen, genügt auch; das Holz innen und außen glatt behobelte, sogenannte Nut- und Federbretter, von außen mit Decklatten an den Fugen benagelt. Kein Satteldach, sondern ein glattes, schräges Dach mit Dachpappe benagelt zum Aufheben. Bei großer Kälte läßt sich leicht innen auf Leisten ein zweites Dach nur aus Brettstücken auflegen und damit die Höhe reduzieren. Ähnlich soll ein von unten wärmender Doppelboden nicht fehlen, der Zwischenraum mit Torfmull gefüllt. Dieser hält warm; saugt Feuchtigkeit geruchlos auf. Als Windschutz wird bei Kälte ein Sack vor den Einschlupf gehängt, den der Hund beim Einkriechen verschiebt. Der Zwinger sei eine vergrößerte Hütte mit Tür; in diese kommt das Einschlupfloch, durch ein herablaßbares Fallbrett verschließbar, wie an Hühnerhäusern üblich. Innen dient eine erhöhte Pritsche mit reichlich Stroh als behagliches Lager. Das Verbringen in Zwinger oder zur Hütte soll nie eine Strafe sein, wird auch nach Rückkehr von Spaziergang als solche nicht empfunden, zumal nach 1⁄2—1 Stunde die Erlösung zur Futterstunde schlägt. Gelegentlich wird auch das Futter in den Zwinger gebracht oder dient er als Nachtaufenthalt. Die tragende Hündin wird schon 14 Tage vor dem Wurftage an den Zwinger allmählich gewöhnt, indem sie dort ihre Mahlzeiten erhält. Die Gittertür ist nach Innen, die des Hauses nach Außen zum Öffnen. Gegen unbefugtes Füttern, Zustecken von Knochen schützt, wenn nötig, ein von außen an das Gitter mit Bindedraht befestigtes Geflecht. Da der Zwinger für den Familienhund niemals ständiger Aufenthaltsort sein soll, weil er dort verdummt und seinem Zweck als Gesellschafter und Wächter entzogen würde, ist kein kunstvoller Steinbau nötig. Dient der Zwinger als Wurfraum, so ist in diesem mit etwa 12 cm breiten, 20 mm starken Brettern ein Wurfplatz abzugrenzen, benutzt man dazu die Hütte, so wird mit ebensolchem Brettstück nach vorn zum Einschlupf abgegrenzt, damit die Welpen nicht herausfallen können und auch nicht zu nahe vorn am Eingang liegen.
Ein Lager in der Wohnung muß jeder Hund haben, besser noch ein solches im Zimmer und ein zweites im Vorhaus (Treppenhaus des Einfamilienhauses). Fehlt es, so suchen die Hunde, deren Bauchseite dürftig behaart, aus Wärmebedürfnis Polstermöbel auf. Alle Hunde, die auf blanker Erde oder Holzboden beständig liegen, bekommen häßliche, kahle Liegebeulen an den Ellenbogen. Für kleine Rassen genügt als Lager eine Kokosmatte. Für größere bewährt sich am besten eine Matratze, mit Seegras gefüllt, vom Tapezierer in Form solid durchgenäht, aus Gründen der Reinlichkeit mit abzuknöpfendem Überzug, die Ösen zum Knöpfen aus Leder unterhalb der Matratze zu befestigen, damit sie der Hund nicht aus Langeweile nachts annagt. Aus Verdoppelung (Zusammennähen) zweier Stücken eines ausgedienten Teppichs kann man auch für mittelgroße Rassen ein Lager stabil herstellen. In vielen Geschäften sind fertige Hundelager für kleinere Schläge erhältlich, die aus Eisenrahmen mit starkem Drellbezug bestehen; in diese gehört aber unbedingt eine genau dazu passende Kokosmatte. Körbe in flacher Form empfehlen sich nur für kleine Tiere; das darin liegende Kissen muß jeden Morgen sauber ausgeschüttelt werden. Für Hausflur oder Treppenhaus kann man mit 4 Eckpfosten, 4 Brettstücken von etwa 15 cm Breite und darunter Bodenbretter eine erhöhte Pritsche von etwa 30 cm Höhe, für mittlere Rassen (50x75 Bodenfläche) sehr leicht zusammennageln. Als Lager eine genau hineinpassende Matratze. Hütten im Haus oder Schlafkisten verhindern die Hautausdünstung und sperren den Hund ab, mit abschließbarer Tür mögen sie höchstens vorübergehend zur Erziehung dienen, wenn ein Junghund nachts nicht zimmerrein ist oder man gezwungen ist, ihn öfter allein im Hause zu lassen und fürchtet, daß er diese Zeit zum Anbeißen von Gegenständen mißbraucht. Für kleinste Nassen eignen sich dazu sehr gut die sogenannten Bruthäuschen für Hühner, die vorn mit aufklappbarem Drahtgeflecht versehen sind. Dauernd sollten sie aber nicht nötig und durch gute Erziehung überflüssig gemacht werden.
Im allgemeinen gehört die Hündin nicht in Laienhände, am wenigsten in der Mietwohnung und Großstadt. Man lasse sich also nicht zur Anschaffung eines weiblichen Welpen verleiten; nur wer schon mit Hundehaltung vertraut ist und genügend Platz mit Sonne und Auslauf zur Verfügung hat, darf an Erwerb einer Zuchthündin denken. Aus der Stadt, dem Miethaus sollten alle Hündinnen ganz verschwinden, so daß weder sie noch ihre Witterung anzutreffen ist, dann würden wir treuere, weniger rauflustige Rüden haben, keine häßlichen Bilder mehr sehen, die Hundefeinden — das sind jene, die den Hund nicht kennen — den Vorwand zur Agitation bieten. Obschon unsere Forschungen in dieser Richtung noch nicht geschlossen, möchten wir behaupten, daß mit Abschaffung der herumlaufenden Hündinnen die Tollwut verschwinden wird, die immer aus dem Osten nach Europa hereingebracht wird. Aus den Ländern der halbwildlebenden Straßenhunde. Für Hündinnen, die nicht im Besitz eines Züchters, ausgewiesen durch das stammbuchmäßige, anerkannte Züchteraffix, sollte die 3 fache Hundesteuer erhoben werden. Hündinnen sind weder treuer noch leichter zu dressieren, das Nachlaufen der Rüden hinter Hündinnen würde abnehmen, wenn es weniger und nur gut behütete Hündinnen in Züchterhänden gäbe. Hat man aber als Geschenk doch eine Hündin erhalten, so ist zu beachten, daß diese erstmals mit 7—9 Monaten hitzig (läufig) wird, sodann mit Pausen von etwa 5—6 Monaten zweimal im Jahr. Infolge Blutandranges nach den Genitalien schwellen diese an, während der ersten 9—12 Tage findet eine Blutabsonderung statt, die während der zweiten Hälfte der Hitze in einen helleren Ausfluß übergeht. Die Witterung des Zustandes wird vom Rüden schon einige Tage vorher wahrgenommen; doch pflegen Hündinnen den Rüden während der ersten Tage abzuweisen. Trotzdem ist es auf alle Fälle nötig, die Hündin vom ersten Tage an sorgfältigste zu behüten, sie nie allein hinauszulassen und auch beim Hinausführen an die Leine zu legen. Wo es räumliche Verhältnisse gestatten, läßt man sie während dieser Tage nur in Hof oder Garten oder trägt die kleine Hündin auf dem Arm in eine ruhige Seitenstraße morgens früh und spät abends, damit möglichst wenig Spuren zum und in das Haus führen, dessen Tür tunlichst geschlossen gehalten wird. Trotz aller Vorsicht läßt es sich schwer vermeiden, daß während dieser Tage das Haus von schlecht behüteten Rüden der Nachbarschaft belagert wird. Mit Gummischleuder (grobe Schrotkörner), Wasser, Peitsche muß man eben sehen die Zudringlichen zu vertreiben. Beim Ausgehen wird das Halsband gut gesichert und zur Abwehr von Rüden die Peitsche mitgenommen. Besser zu viel Vorsicht als zu wenig. Der Zustand ist ein pathologischer, und viele Hündinnen suchen zu entweichen, solche hängt man am Lager an die Kette, wenn man das Haus verläßt. Kommt es trotz Vorsicht zu ungewollter Verbindung, wobei der Rüde auf Dauer von 20 bis 30 Minuten fest mit der Hündin körperlich verbunden ist, so unterlasse man jeden Versuch gewaltsamer Trennung, stelle das Paar abseits vom Verkehr und warte geduldig das Ende ab. Soll aber die ausgewachsene Hündin (nicht vor 1 1⁄2 Jahr) belegt werden, so geschieht das etwa am 13. oder 15. Tag der Hitze. Der Gesundheit schadet es nicht, wenn eine Hündin nie zur Zucht verwendet wird; doch ist es gefährlich, sie erst mit 3—4 Jahren oder später decken zu lassen, da die Genitalorgane dann oft nicht mehr elastisch genug sind. Kastrieren entwertet, führt zu Fettsucht und Temperamentlosigkeit. Wird man als Besitzer eines , schönen Rüden gebeten, dessen Tätigkeit für eine vollwertige Rassenhündin zur Verfügung zu stellen, so mag, falls Bedenken wegen der Persönlichkeit des etwa unbekannten Besitzers nicht vorliegen, dem Gesuch stattgegeben, nur soll die Hündin zum richtigen Zeitpunkt ins Haus gebracht werden. Führt man den Rüden zur Hündin, so steht zu befürchten, daß der Rüde die nächste Gelegenheit zum Entweichen ergreift, und die Hündin sucht. Während des Deckakts soll der Besitzer seine Hündin an kurzer Leine halten; einmaliges Belegen genügt. Vor vollendeter systematischer Dressur, vor allem vor zweitem Lebensjahr sollte ein Rüde nicht, oder höchstens ausnahmsweise zur Zucht verwendet werden. Geschieht es überhaupt nie, so schadet es auch nichts, vorausgesetzt, daß man seinen Hund vernünftig hält, nicht überfüttert und für ausgiebigen Auslauf und Tätigkeit sorgt. Ein besonders kluges und zugleich schönheitlich hervorragendes Tier der Zucht ganz zu entziehen, wäre eine Schädigung für die Hochzucht und Rasse, da ohnehin die für Vermehrung tätigsten Zuchthunde leider vielfach Zwingerhunde sind, also zur Hebung von Intelligenz und guten Charaktereigenschaften selten beitragen. Wenn Rüden häufig Zeichen von Geschlechtserregung geben, auf andren Hunden reiten, so ist das ein Zeichen zu üppiger Fütterung, muß man reduzieren und für ausgiebige Bewegung sorgen.
Jedem Haushund muß man sofort auf erstem Blick am Gesamteindruck ansehen, daß er gepflegt ist; das unterscheidet ihn von Straßenköter und Zwingerhund in Verbindung mit einer gewissen Haltung, die nur der wohlerzogene Hund zeigt. Dadurch übertrifft er selbst Ausstellungstiere von höheren Rassenwerten. Ein einmaliges Waschen und Bürsten gibt diesen Eindruck noch nicht; Pflege sitzt wie ein gutgearbeiteter und selbstverständlich getragner neuer Anzug. Wer durch etwas Ausübung Verständnis erhalten hat, wird — um durch sorgfältige Pflege seinen Kameraden zu heben — sogar den Pudel, den rauh- oder langhaarigen Rassenhund dem stock- und kurzhaarigen vorziehen. Allerdings sind die erstgenannten ohne oder mit mangelhafter Haarpflege geradezu abstoßend, die letzteren (kurzhaarige) auch dann noch erträglich. Da sie sehr wenig Pflege brauchen, unterbleibt leider oft das Wenige, doppelt beschämend für den Besitzer, zumal der, der keine Zeit für solche Äußerlichkeiten hat, die alle Welt feststellen und kritisieren kann, noch weniger Lust und Sinn für Erziehung und Innenleben seines Hausgenossen hegen wird und besser täte, gar keinen Hund zu halten. Pünktlichkeit ist das Rückgrat der Pflichterfüllung, deshalb soll eine ganz bestimmte, alltäglich innegehaltene Viertelstunde gewählt und unerbittlich (gegen sich selbst) festgehalten werden, z. B. kurz vor dem Mittagessen, weil da die Hygiene ohnehin geistige und anstrengende körperliche Arbeit verbietet, also eine halbe Ruhepause als Übergang von Arbeit recht nützlich ist. Gibt es auch noch so wenig am Hund zu tun, er wird doch so täglich kontrolliert. Zunächst wird das Haar gebürstet; je länger oder seidiger dieses ist, desto weicher und länger muß die Bürste dazu sein. Ganz kurzhaarige Rassen auch Schäferhunde werden mit einer Borstenkartätsche, wie für Pferde üblich mit Lederschlaufe über Handrücken, behandelt. Vom Kopf nach rückwärts bis zum Rutenansatz, sodann Keulen und Läufe abwärts. Dieses Bürsten ist zugleich eine sehr wohltätige Hautmassage, es entfernt Staub und Schmutz, die für Ungeziefer und Räudeansteckung der Nährboden sind. Für zarte Rassen oder solche mit feiner Haut (Windhunde, Barzois, glatte Terriers, kurzhaarige Zwergpinscher) wird die Bürste am besten durch den sogenannten Haarhandschuh ersetzt. Nach Gebrauch wird letzterer, kräftig ausgeklopft, von Zeit zu Zeit mit Seife gewaschen. Die Bürste, mit Tuch sauber gerieben. Ein Kamm wird für langhaarige Rassen niemals benützt; einem Collie, Bernhardiner, Chin, Pekingesen, Malteser würde damit alle Schönheit (Haarreichtum mit dichter Unterwolle) hoffnungslos ruiniert. Filzt sich Haar je zusammen, so wird es nur mit den Fingerspitzen vorsichtig aufgezupft. Ein Kamm voll Haare nach dem Auskämmen wäre nicht Beweis von Pflege, sondern von unverstandener Mißhandlung. Der schöne Hund soll (ausgenommen Setter und Spaniel) nicht von dünner Haardecke leicht umgeben sein, sondern in einem vollen Haarschmuck prangen. Der harte Stahlkamm dient lediglich zur Korrektur für zu zottig und üppig behaarte Rauhhaarrassen, wie Airedales, Schnauzer, Brüssler Griffons, namentlich muß damit das überragende Haar am Hals, Oberkopf, Läufen, Backen entfernt werden, um eine elegante Erscheinung herzustellen, die nicht wie ein Wollpudel aussieht. Ferner wird mit weitem Kamm täglich beim Wollpudel das Haar auf Kopf und Körper offen gehalten, damit es sich nicht zu Schnüren schließt. Zur Kontrolle, ob Flöhe vorhanden, dient der enge Staubkamm bei kurzhaarigen Rassen. Solche dürfen beim sauber gehaltenen Haushund nie Vorkommen; sie quälen den Hund (abirrend den Menschen) und sind Zwischenträger von Würmern. Sich wegen Ungeziefer kratzende Hunde ruinieren sich damit ihr Haar und ziehen sich leicht Hautverletzungen (Ekzem) zu. Ein gepflegter und gesunder Hund muß immer ein glänzendes Fell haben und auch ohne Bäder sauber aussehen. Nach der Haarpflege wird mit besonderem Tuch das Auge täglich gereinigt, so daß sich in den Winkeln nie Sekret festsetzt. Ist es katarrhalisch entzündet, so wird es mit leichter Borsäurelösung gewaschen, darauf gut getrocknet, damit nicht bei kühlem Wetter eine Erkältung eintritt. Nach den Augen wird das Ohrinnere mit feuchtem Schwämmchen (der in sogenannter Seifenschale geschlossen aufbewahrt und nach Gebrauch ausgewaschen wird) täglich gereinigt. Zeigt sich Ausfluß, so bläst man mit kleinem Röhrchen etwas pulverisierte Borsäure in den Gehörgang. Die Zähne der Junghunde bedürfen noch keiner Pflege; nur bei ersten Anzeichen von Staupe muß täglich mehrmals das ganze Gebiß mit desinfizierender Flüssigkeit (verdünntem Spiritus, Lösung von hypermangansaurem Kali, essigsaurer Tonerde oder dgl.) gründlich gesäubert werden, um das sogenannte Staupegebiß (kariös, ohne Schmelz) zu verhindern. Mit etwa 5 Monaten ist nachzuprüfen, ob die ersten Hakenzähne, dicht hinter den zweiten stehen geblieben sind. Da sich zwischen diese Speisereste festsetzen, riechen solche Hunde faulig aus dem Maul. Bei Zwerghunden ist das häufig. Die ersten Zähnchen sind mit dafür konstruierten Zange leicht zu entfernen, oft schon mit der Hand; doch soll man sie herausziehen, nicht abbrechen. Erhalten Jährlinge harte Hundekuchen, Knochen für das kräftige Gebiß, das danach verlangt, so wird sich selten ein gelblicher Belag an den Eckzähnen bilden. Wo die Neigung dazu vorhanden ist, genügt ein tägliches energisches Darüberstreichen mit harter Zahnbürste, woran sich Hunde sehr rasch gewöhnen. Die erstmalige Entfernung des schon leicht verhärteten Belags kann mit Fingernagel oder Messer erfolgen. Laufen Hunde wenig auf harter Straße, so werden oft die Krallen zu lang; sie zersplittern sich auch bisweilen, so daß man von Zeit zu Zeit kontrolliert und mit Eisenfeile etwas kürzt. Abzwicken mit Zange erfordert scharfes Instrument (Nagelzangenschere), da sonst die Kralle splittert oder Blutung eintritt, wenn man zuviel wegnimmt. Allmähliches Abfeilen, wobei jemand den Hund beschäftigen und die Pfote halten mag, ist vorzuziehen. Namentlich ist bei Hunden mit Afterklauen (lose, fünfte Zehe am Hinterlauf) die Kralle zu kürzen, da sie sonst in das Fleisch hineinwächst. Vor Abzwicken mit warmem Wasser weich machen, schützt vor Splittern. Ausgenommen bei Hautkrankheiten zu intensiver Behandlung werden Hunde nie geschoren und so des natürlichen Schutzes auch gegen Sonnenbrand beraubt. Infolge des natürlichen Haarwechsels ist im Sommer ohnehin die sogenannte Unterwolle der dichtbehaarten Rassen dünner. Einen dicken Haarpelz, für bestimmte Rassen besonders erwünscht, z. B. für Collies, Chow-Chow, russische Windhunde, erzielt man nur, wenn man sie auch im Winter im Freien schlafen läßt. Die einzige Ausnahme macht der halbgeschorene Pudel, an dessen Keulen, Hüftknochen, Gelenken kleine Krausen stehen bleiben. Die Schnauze wird mit Ausnahme des Bartes bis etwa 2 cm über die Augen geschoren, das Kinn und die Kehle bis etwa unter Halsbandtiefe. Zum Füttern werden die langen Ohren mit einer Klammer (Schnurrbartklammer, bei Friseuren erhältlich) über dem Kopf befestigt. Sein Bart ist täglich mit Schwamm zu reinigen. Wird der Hund täglich mit der Bürste oder Haarhandschuh gereinigt, was die meisten als eine Wohltat empfinden, so daß sie dazu willig sich stellen, so sind Bäder sehr selten nötig. Junge Hunde, die noch Mutterwolle tragen, sollte man überhaupt nicht baden, man setzt sie selbst bei aller Vorsicht im überhitzten Raum der Gefahr von Erkältung aus. Wird der ältere Hund gebadet, so hebt man ihn in eine Wanne, in der das Wasser nicht ganz bis zur Bauchhöhe reicht. In einer Schüssel wird etwas milde Seife im warmen Wasser aufgelöst und damit mittels Bürste (bei kleinen Rassen mit Schwamm) von der Mitte des Rückens nach rechts und links abwärts abgewaschen. Sodann kräftig mit Wasser nachgespült, das Haar energisch nach der Richtung des Wuchses ausgedrückt. Wollte man kräftig den Hund selbst einseifen, so brauchte man eine Unmenge Wasser, um alle Seifenspuren zu entfernen und verfilzt das Langhaar derartig, daß man später beim Auskämmen zu viel ausreißt. Hat man das Wasser aus dem Haar gestrichen, so überdeckt man mit einem Frottiertuch und klopft mit flacher Hand trocken. Zarte Seidenrassen, wie Malteser, Yorkshireterriers werden nachher dicht am wärmenden Feuer mit der Bürste trocken gebürstet; würde man das Haar am Feuer ohne Bürste (immer vom Scheitel abwärts) trocknen, so wird, es wellig, was ein großer Schönheitsfehler ist. Derbe Rassen wie Schäferhunde, Boxer, französische Bulldoggen, Foxterriers kann man etwas kräftiger abreiben, doch benütze man immer milde (überfettete) Seifen und lasse bei Kälte oder Wind die Hunde erst einige Stunden nach dem warmen Bad ins Freie, da die geöffneten Poren leicht zu Erkältung führen. Sehr bequem ist die sogenannte Trockenwäsche für weiße Hunde; doch soll man damit nur das äußere Haar reinigen, nicht die Hautporen verschließen. Trockenwaschpulver (eine Mischung von Kartoffelmehl und Magnesia) ist in Spezialgeschäften für Hundeutensilien erhältlich. Zur Erhaltung der Gesundheit und Sauberkeit wird das lange Stirnhaar (der Fall) von Pudel, Malteser, Yorkshireterrier mit einem Seidenband zusammengebunden, man umfaßt es mit linker Hand, zieht es nach oben, umwickelt mehrmals mit farbigem Band fest zusammen, die Enden werden zu einer Schleife geknüpft. Ein sehr langer „Fall” wird zum Zopf geflochten.
Mangelhaftes, improvisiertes Werkzeug erschwert jede Hantierung, kostet mehr Mühe und Zeit, bringt geringen Erfolg und läßt schließlich von kleinen Manipulationen absehen, deren Unterlassung später Arbeit und Unkosten verursacht. Vor Ankunft des Hundes muß schon alles bereit liegen, die Anwendung ist zum Teil schon in vorherigen Kapiteln erklärt worden. Zunächst zur Haarpflege nur Borstenbürsten, niemals Marterinstrumente mit Stahlborsten, selbst nicht solche auf Gummiunterlage, man entzündet damit die Haut. Für stockhaarige und rauhhaarige Rassen kurze kräftige Borsten in Kartätschenform. Für Schoßhunde ganz Weiche lange Borsten, die den Kamm ersetzen. Nur in Spezialhäusern für Hundeartikel erhält man die Stahlkämme mit ganz kurzen Zähnen, die zugleich zum Abrupfen des überwuchernden Haares für Rauhhaarrassen dienen. Dieses soll nie so lang werden, daß es die Körperformen merklich überragt. Abgesehen von Bart und Augenbrauen erscheint Rauhhaar, speziell der Terrier, wie ein glatthaariger (nicht kurzh.) Hund; der deutsche Pinscher, Affenpinscher, wird ein wenig länger im Haar gehalten, doch schadet auch für ihn der sogenannte Rupfkamm nicht. Der Zweck der Eisenfeile (für Nagelpflege), harten Zahnbürste ist oben beschrieben. Zwei Porzellanschalen mit Deckel enthalten kleine, dichtgeschlossene Schwämme für Augen- und Ohrenpflege, die öfter in leichtem Desinfektionswasser (Wasser mit etwas Wasserstoffsuperoxydzusatz) ausgewaschen werden. Ebenso die Bürsten. Ein feineres Staubtuch dient zum Nachtrocknen der Ohren und Augen. Ein vorzügliches Putzmittel zum Nachpolieren nach dem Abbürsten ist der Samthandschuh, den man nach Benutzung mit trockenem Tuch abreibt und gleichfalls von Zeit zu Zeit waschen läßt. Wenn man sich vor regelmäßiger Haarpflege einbildete einen sauberen Hund zu besitzen, so wird man sich durch Anblick des Tuches nach Abreiben des Samthandschuhes überzeugen, daß das Gegenteil der Fall war. Kein Wunder, daß manche Hunde übelriechen, wenn sie nach Regen feucht in das Zimmer kommen. Erst durch peinlichste Sauberkeit wird der Haushund zum Hausgenossen, den man auch berühren darf, ohne sich sofort darauf mit Seife und heißem Wasser waschen zu müssen. Begreiflich, daß zu solcher Pflege das richtige praktische blanke Werkzeug gehört. Schutzdecken (Schabracken) werden nur für kurzhaarige Rassen wie Black and Tan Terriers, Zwergpinscher, Windhund, Whippet (letzteren nach Renntraining sofort umgelegt), besonders Windspiel angeschafft; um ihnen ein gefälliges sportliches Aussehen zu geben, sind sie aus dunklem Tuch, mit Hellen, blauen oder gelben Streifen eingefaßt. Ausnahmsweise legt man solche aus Segeltuch und hinten rings geschlossen Doggen an, um aufgeschlagene Rute zu heilen. Für zarte Schoßhunde schneidet man von abgelegten, gestrickten Handschuhen die Spitzen ab, läßt den Schnittrand von der Hausfrau nachgiebig einfassen und zieht sie vor Ausgang bei nassem Schneewetter über die Füße als Schutzsocken. Blendend schön behaarte Yorkshireterriers und Malteser, die für Ausstellungen vorbereitet werden, müssen solche Schuhe beständig tragen, damit sie sich nicht kratzen können. Wie die Kravatte des Herrn nebst Nadel das einzige Bekleidungsstück ist, das Geschmack und Eleganz verrät, so auch das Halsband des Hundes, das bei der Dogge, dünn und rund genäht, den eleganten Hals unterstreicht und diskret den Übergang zum Rücken nicht stört, bei dem schwarzroten Dobermann oder Terrier als glattes weißes Band das tief glänzende Fell hebt. Dem gedrungenen Bau mit kurzem Hals durch Wucht und Nägelbeschlag bei der Bulldogge sich anpaßt und den Schein hervorruft, als müßte dieses fürchterliche Tier an schwerstem Halsband gebändigt werden. Beim Barzoi und Pudel oder Collie besteht es nur aus einer vernickelten Kette, die im Haar verschwindet, ohne dieses zu verletzen. Sportrassen wie Foxterriers, Airedales tragen glattes, schmales hellgelbes Lederhalsband, z. B. Dreigliederhalsband, das zwar Zughalsband ist, aber sich nicht völlig zuziehen läßt, wie jedes solche sein sollte, dazu weit genug, um über den Kopf gestreift zu werden. Auffällig als solches durch Farbe oder Zierbeschläge darf nur das Halsband der Bulldogge, der japanische Originalkragen des Chins oder das mit Dachshaaren besetzte der französischen Bulldoggen sein. Das Eigenartige liegt sonst im Passen und Schlichtheit. Zum weißen Halsband gehört die Weiße Leine. Brustgeschirre erhalten nur solche Rassen, die bei fortgesetztem Ziehen am Riemen zu Kropf neigen (glatth. Zwergpinscher, Mops). Ein angehängtes Glöckchen ist eine Zumutung an Nerven des Hundes; geht man aber abends aus, so ist es nicht unpraktisch, ein solches an kleinem Karabiner zu besitzen, damit man die Anwesenheit des Hundes hört, wenn man den kleinen dunklen Kerl nicht sieht. Zum Ausgang in die Stadt gehört die kurze Führleine; je kürzer man den großen Hund hält, desto leichter und fester hat man ihn in der Gewalt. Zur Dressur kann man sich selbst die lange Leine aus fester gedrehter Hanfschnur herstellen. Für harte Hunde benutzt man zur Dressur das unwendbare Stachelgliederhalsband (Torquatus) oder den über das glatte Lederhalsband an zwei Schleifen überzustreifende Stachelriemen, Marke Horridoh, der nach außen gedreht zum Schutz gegen fremde bissige Hunde dient. Für Hunde, die zum Entweichen oder Wildern neigen, läßt man sich einen sogenannten Knüppel herstellen. Das ist ein rundes Hartholzstück von etwa 50 cm Länge und 8 cm Dicke (je nach Größe, diese für Dobermannpinscher angegeben), dreht in der Mitte eine Ringschraube ein und befestigt mit 2—3 Verbindungsgliedern einen Karabiner, so daß der an das Halsband eingehängte „Knüppel” bis auf die Vorderläufe 1⁄3 von oben) herabreicht. Mit diesem „Knüppel” kann der Hund mit gehobnem Kopf gehen, auch ganz langsam traben, sobald er aber springt oder hetzt, schlägt ihm der Knüppel beständig auf die Vorderbeine. Namentlich für den im Landhaus gehaltenen zum Ausbrechen geneigten Hund, den man tagsüber im Garten frei laufen läßt, ist der „Knüppel” zu empfehlen. Hat er sich einige Zeit bewährt, so kann man ihn durch Absägen auf beiden Seiten kürzen, er wirkt als Warnung trotz Kleinheit weiter. Wer öfter reist und den Hund von mittlerer Größe oder Zwerghund mitnimmt, wird sich vorteilhaft einen Reisetransportkorb mit Gittertür anschaffen, der schon einige Tage vor der Reise nachts als Lager (geschlossen) dienen soll, so daß sich der Hund gar nicht aufregt, wenn er in diesem als Reisegepäck aufgegeben oder im Hotel bei Ausgang eingesperrt wird. Verläßt man das Hotel bei Tage, so überdeckt man den in dunkle Ecke gestellten Korb, weil sich für das Hundegehirn Dunkelheit mit Nachtzeit verbindet und er sich dann ruhiger verhält. Der Pudelbesitzer benötigt die Haarschere, die für großen Schlag eine Schnittbreite von 42—44 mm, kleinen Schlag 32—35 mm, eine Schnittlänge von 1⁄4 mm (sogenannte Bartschere) haben soll. Solche mit 1⁄2 mm schneiden zuweit über der Haut und rupfen. Man ölt gut und setzt kräftig die an der Stellschraube energisch angezogene Maschine gegen den Haarstrich ein. Hat das erstemal ein geübter Pudelscherer den Hund frisiert, so ist es dann eine Kleinigkeit ihn so zu erhalten. Zehen und Gesicht werden alle 8—14 Tage, der Hinterkörper im Sommer alle 14, im Winter jede dritte Woche nachgeschoren. Überragende Haarspitzen entfernt man beim Wollpudel mit der Handschere. Nach dem Bad werden die Schnüren mit Tüchern partienweise trocken frottiert. Leider gehört in vielen Städten zu den aufgezwungenen Utensilien auch der Maulkorb für alle, oder doch größere Rassen, der natürlich gegen Verbreitung der Tollwut durch entweichende Hunde keinerlei Schutz bietet, aber für ängstliche Menschen, die meinen, daß alle Hunde „beißen”, eine Beruhigung ist. Er soll aus Lederriemen hergestellt und so lang sein, daß er vorn Nase und Schnauze nicht scheuert; gegen das Kahlreiben auf Nasenrücken schützt Umwicklung des aufliegenden Lederteils mit Tuchstreifen. Drahtkörbe sind wohl haltbarer, für kurzhaarige Rassen eine Marter, sollten höchstens für Zughunde benützt werden. Man nehme ihn lieber etwas größer als nötig und schütze ihn gegen Abstreifen durch eine Lederschleife hinten, die durch das Halsband gezogen wird. Es ist vorteilhaft, den Maulkorb aus schwarzem, weichem Leder Herstellen zu lassen; hellgelb irritiert das Hundeauge, wie ja auch die schwarze Hornbrille weniger stört als die mit glänzendem Goldrand. Das Angewöhnen erfolgt nicht in Haus oder Garten, sondern nach flottem Spaziergang, der die Aufmerksamkeit ablenkt und zwar in früher Jugend. Haben wir nur noch gut erzogne und wohlbehütete Hunde, keine beständig sich auf Straßen herumtreibenden Köter mehr, so wird der Maulkorbzwang von selbst wegfallen. Die Hundepeitsche braucht nur der Dresseur für den Berufshund (Jäger, Polizeihundführer), nicht der Erzieher; ihm genügt die Gerte oder ein leichtes spanisches Rohr.
Wie das Auge der Spiegel der Seele, so ist die Haut der der Gesundheit. Ein glattes glänzendes, gut anliegendes Haar verbürgt in Verbindung mit klarem Auge und kaltfeuchter Nase das Wohlbefinden. Munteres, lebhaftes Verhalten und guter Appetit sind die Folge. Die Exkremente, konsistent, wenn zu hart und steinig, so gebe man weniger Knochen und mehr Getränk. Zu viel Kot in breiiger Form verrät gehaltloses Beifutter, man füttere daher besser (mehr Eiweißgehalt). Die einfachste Kontrolle für richtige Ernährung und Verdauung ist also tägliche Beobachtung des Kots. Ist alles in Ordnung, so genügt ein Blick darauf. Jede Abweichung von dem eingangs beschriebenen Aussehen erfordert Beachtung. Krankheit kündet sich durch Mattigkeit, Ruhebedürfnis, Appetitlosigkeit an, wird bei täglicher Haarpflege sofort festgestellt. Bei katarrhalischem Aussehen von Nase und Auge wird sofort beim Junghund die Körpertemperatur (im After, Spitze des Fiebertermometers behufs leichten Einführens mit Vaseline oder Öl eingefettet) gemessen, beträgt sie über 39 ° C., etwa 39,5 und dünstet die Haut übel aus, so liegt Staupeverdacht (Sucht) vor, gibt man sofort etwas Hefe, hält den Hund warm im Zimmer und ruft einen Tierarzt, der selbst Züchter oder Spezialist von Hunden ist. Das übliche Futter bleibt sogleich weg, etwas geschabtes rohes Fleisch, falls roh nicht genommen, leicht angebraten und ganz klein geschnitten. Man versäume keine Zeit mit „unfehlbaren Staupemitteln”, die je nur eine bestimmte der zahlreichen Formen treffen, überlasse etwaige Injektion dem Tierarzt. Es ist weder nötig, daß alle Hunde die Staupe bekommen, noch schützt ein Anfall unbedingt gegen weitere; es ist nur wahrscheinlich, daß ein kräftiger Hund, der die Staupe überstanden, gegen nächste Infektion geschützt ist oder sie leicht überwindet. Bleibt nach schwerer Sucht ein Nervenleiden (Zucken, Schwäche in Hinterhand), so soll das unheilbare Tier lieber erlöst werden, es ist zeitlebens ein Schwächling ohne Zuchtwert. Abgang von dünnflüssigem Kot ohne Fieber und Mattigkeit wird sofort mit Diät bekämpft. Tagelang kein kaltes Wasser, gegen Durst höchstens Reiswasser, als Nahrung Schleimsuppe durch ganz geringen Fettzusatz schmackhaft gemacht. Dazu Ruhe, Wärme, keine Medikamente, noch Heilmittel nach Laienvorschlägen. Unschädlich, doch wirksam sind kleine Gaben von Bismut. salicyl. Einmaliges Erbrechen, namentlich von Gras oder ähnlichen Fremdkörpern gibt zur Beunruhigung noch nicht Anlaß, zumal junge Hunde leicht erbrechen. Liegt bei solchem Verdacht vor, daß der Hund auf Spaziergang Aas (Fleischgift) oder Giftbrocken aufgenommen hat, so ist innerlich mit Kalomel (Dosierung je nach Größe durch Apotheker) zu reinigen und gegen Herzschwäche etwas Kognak einzuflößen. Wird ein Hund richtig ernährt, erhält er in der Jugend genügend Knochen, Nährsalze, Lebertran gegen Rachitis, hat er reichlich Bewegung, so ist er widerstandsfähig und wird höchst selten erkranken, namentlich wenn ihn Reinlichkeit gegen Infektion und Hautkrankheiten schützt. Zeigt die Haut kleine, rundliche, kahle Stellen ohne Juckreiz, so liegt Flechte vor; die befallenen Stellen werden mit Jodtinktur, die immer in kleinen Fläschchen vorrätig sein sollte, bepinselt. Haarausfall, heftiger Juckreiz, häßliche Hautstellen verraten Räude. Selbst die früher für unheilbar gehaltene Acarusräude ist durch energische Einreibung mit Schwefeloxydul (Chem. Fabrik Marienfelde-Berlin) heilbar, die gegebnen Vorschriften sind genau zu befolgen, da sonst wirkungslos. Fast alle Mittel helfen, nur muß die Kur bei den meisten sehr gewissenhaft befolgt werden. Es kommt weniger auf das Mittel selbst als auf die Anwendung an. Bei obigem Mittel genügt einmalige Einreibung. Hervorragend gegen Sarkoptesräude, Ekzem, Herpes hat sich Odhlen (Bayer) bewährt.