Ergänzungen.

1. Des Zeitwortes.

A. Einfache.
90. Der Schmetterling.

Im ersten Falle.

Das Schmetterlingsei ward eine Raupe. Die Raupe wurde eine Puppe. Die Puppe wird ein Schmetterling. Diese Verwandlung bleibt ein Naturräthsel. Sie bleibt ein Wunder. Des Wunders Schöpfer heißt Gott.

91. Ohne Glauben.

Im zweiten Falle.

Der Ungläubige entsagt der Kindschaft mit Gott. Er vergißt die Wohlthaten des Himmelsvaters. Er spottet der göttlichen Gnade. Seine Hand entsagt der Hilfe von oben. Er gedenkt nicht des Endes. Sein Herz entbehrt alles Trostes. Der Ungläubige bedarf unserer zurechtweisenden Hand.

92. Der echte Christ.

Im dritten Falle.

Der echte Christ glaubt dem Evangelio. Das Gesetz des Herrn befiehlt ihm. Er gehorcht dem Gesetze. Sein ganzes Leben gehört dem Höchsten. Sein Herz vertraut dem allgütigen Himmelsvater. Es folgt ihm. Es dankt ihm. Dem Allgütigen gebührt ja alle Ehre.

Der falsche Christ zürnt dem Gläubigen. Er mißtraut ihm. Er flucht ihm wol gar. Er schadet seiner Ehre.

Der fromme Christ verzeiht einem solchen Uebermüthigen. Er vergibt seinem Feinde. Er lebt seinem göttlichen Vorbilde nach.

93. Jakob.

Im vierten Falle.

Jakob besaß viel Schlauheit. Er überlistete den Esau. Dadurch erhielt er das Recht der Erstgeburt. Er betrog seinen blinden Vater. Dadurch erschlich er den väterlichen Segen.

Gott aber strafte den Sünder. Den Esau erfaßte die Wuth. Er ballte die Fäuste. Seine Lippen schäumten Zorn. Er haßte den Bruder. Er wollte die erlittene Schmach rächen. Seine Hand wollte den Betrüger erwürgen.

Rebekka vernahm den Racheschwur. Entsetzen ergriff ihr Mutterherz. Sie erkannte die Gefahr. Sie fürchtete den Erzürnten. Sie rief den Jakob. Schnell war ein Rettungsplan geschmiedet. Ihr Liebling mußte die Flucht ergreifen.

Auch Rebekka belog nun den blinden Alten. Sie scheute diese Sünde nicht. Die Lüge sollte Jakob’s Sicherheit bewirken.

Jakob trat die schwere Reise an. Er hatte großen Kummer zu tragen. Er mußte die zärtlich liebende Mutter verlassen. Er mußte alle häuslichen Bequemlichkeiten entbehren. Er mußte die theure Heimat meiden. Eine schwere Schuld belastete sein Herz. Ihn drückte das böse Gewissen. Die Reue quälte sein Gemüth. Vielleicht feuchteten Thränen seine Augen.

So verfolgte die Strafe den Sünder. So zeigte der Herr seinen gerechten Arm.

94. Der Lügner.

(Rückbezügliche Zeitwörter. Vierter Fall.)

Moritz entehrte sich, indem er der Lüge Freund war. Hatte er sich einmal beschmutzt, bemühte er sich, die Schuld auf Andere zu schieben. Er beklagte sich wol gar, daß ihn ein gewisser Knabe mit Koth beworfen habe.

Diese Lügenhaftigkeit verschlimmerte sich von Tag zu Tag. Einmal beschäftigte sich Moritz im Schlafzimmer. Dort befanden sich Streichhölzchen. Mit diesen spielte er. Die Hölzchen aber entzündeten sich. Das Feuer griff schnell um sich. Vergebens strengte er sich an, es zu löschen. Es ließ sich nicht mehr dämpfen. Schon bewegte es sich an einem Vorhange empor.

Moritz entsetzt sich. Er will sich entfernen. Er möchte sich am liebsten verstecken. Da tritt sein Vater herein. Dieser besinnt sich nicht lange. Er faßt sich schnell und reißt den Vorhang herunter. Dabei verbrennt er sich zwar, aber der Schmerz läßt sich ertragen. Die Flamme züngelt noch einmal empor. Bald aber hat sie sich doch unterdrücken lassen.

Moritz erdreistet sich aufs neue zu lügen. Darüber betrübt sich der Vater. Er läßt sich jedoch nicht täuschen. Er überzeugt sich, daß Moritz das Unheil angerichtet habe. Dieser sieht sich bald überführt. Die Strafe blieb natürlich nicht aus. Moritz schämte sich. Zum Glück änderte er sich bald. Er legte die Lügen ab. Er besserte sich.

95. Der Verschwender.

(Alle vier Fälle. Einfache Ergänzung.)

Valentin war der Sohn eines reichen Edelmannes. Sein Vater hatte mehrere Güter. Er hieß ein Millionär. Alle diese Schätze wurden Valentin’s Eigenthum. Der reiche Erbe aber wurde ein Verschwender.

Sein Charakter entbehrte aller Grundsätze. Er vergaß die Mahnungen seines seligen Vaters. Er achtete nicht der Mahnungen der Vernunft. Er spottete jeder Arbeit.

Valentin huldigte allen Untugenden. All sein Denken galt den sinnlichen Genüssen. Er fröhnte allen erdenklichen Leidenschaften. Aber die Strafe folgte dem Laster. Valentin schadete seiner Gesundheit.

Er verlor alle Achtung. Sein Vermögen ging den Krebsgang. Seine guten Freunde verließen ihn. Die Gläubiger dagegen suchten ihn auf. Schließlich verhaftete ihn das Gericht. Den einstigen Millionär beherbergte ein Gefängniß. Valentin erhielt eine lange Freiheitsstrafe.

Endlich hatte er sie verbüßt. Aber er war nun ein Bettler. Jetzt erst gedachte er der wohlgemeinten Rathschläge seines Vaters. Sein Gemüth erlag der Reue. Er starb den Tod eines Untergegangenen.

96. König und Volk.

(Die Ergänzung durch Hauptwörter mit Verhältnißwörtern.)

Ein König lebt seiner Stellung gemäß. Er glänzt infolge seiner Würde. Kraft seiner Macht regiert er. Vermöge seines Heeres schützt er. Zufolge seiner Gewalt kann er strafen. Er straft laut der Gesetze.

Das Volk steht unter dem Gesetze. Der brave Unterthan lebt nach den gegebenen Verordnungen. Er schweigt zu den Reden der Aufrührer. Seine Gedanken stimmen für den Frieden. Er denkt an die Schrecken einer Revolution. Sie drängt zu schrecklichen Greueln. Sie führt durch Menschenblut.

97. Im Sturme.

(Die Ergänzung ein Zeitwort in reiner Form.)

Der alte Donnergott beliebt zu grollen. Der Himmel beginnt zu dunkeln. Der Sturm fängt an zu toben. Das Schiff sucht zu entkommen. Es strebt einzulaufen. Das Fahrzeug hebt an zu kämpfen. Es scheint zu bersten. Es droht zu sinken. Der Kapitän aber hofft dennoch zu siegen.

Er befiehlt zu kappen. Er verordnet zu kreuzen. Das Matrosenvolk indeß fürchtet zu stranden. Es wünscht zu ankern.

Da mahnt der Kapitän zu gehorchen. Endlich beginnt er zu fluchen. Er droht zu züchtigen. Er gedenkt sogar zu schießen.

Der Kapitän verfügt aufs neue zu kreuzen. Die Matrosen beschließen zu gehorchen. Es gelingt endlich anzulegen. Das Schiff ist gerettet.

98. Die Wahrheit.

(Einfache Ergänzung. Alle vier Fälle.)

Die Wahrheit siegt kraft ihrer Macht. — Sie stammt aus dem Himmel. — Christus zeugte von ihr. — Er starb sogar für sie. — Was hatte er zu dulden!

99. Die Eisenbahn.

(Wiederholung aller Ergänzungen mit Verhältnißwörtern.)

Ein Eisenbahnzug wird vermöge der Dampfkraft bewegt. Die Wagen rollen auf eisernen Geleisen dahin. Man staunt über die Fahrgeschwindigkeit. Die Mitfahrenden wähnen zu fliegen.

Die Eisenbahnen wirken auf alle Handelsverhältnisse wohlthätig ein. Sie halten auf strenge Pünktlichkeit. Die Fahrten hängen nicht von der Witterung ab.

Ihr Nutzen wird von dem Publikum auch verstanden. Die Eisenbahnen streben daher nach immer größerer Ausdehnung.

Eine Eisenbahnfahrt leidet zwar auch an Schattenseiten. Die Zeitungen berichten sehr oft von Eisenbahnunfällen. Zuweilen rennt ein Zug an den andern. Wagen kommen aus den Geleisen. Infolge dieser Ereignisse verunglücken namentlich viele Bahnbeamte. Manche verunglücken freilich auch zufolge ihrer Unvorsichtigkeit. Viele denken gar nicht mehr an die Gefahr. Sie bauen leider zu sehr auf ihre Sicherheit. Einzelne wagen in dieser Hinsicht wol gar zu freveln.

Trotz alledem aber steht der Segen der Eisenbahnen weit über ihren Nachtheilen.

Hauptwiederholung.

100. Der Geburtstag.

(Erweitertes Subject. Prädikat und einfache Ergänzung.)

Das einzige Söhnchen eines reichen Kaufmanns in dem schöngelegenen Dorfe S. feierte seinen achten Geburtstag.

Der freundliche Vater des lieben Knaben hatte alle artigen Gespielen der nächsten Nachbarschaft eingeladen.

Sein biederes Vaterherz war dem frohen Treiben einer lustigen Kinderschaar hold.

Auch der lieben Mutter des munteren Willi gefiel ein solch heiteres Kränzchen aus dem glücklichen Reiche lebensfroher Kinder.

Der hellerleuchtete Salon des wohlhabenden Kaufmanns nahm das fröhliche Völkchen der zahlreichen Festgeladenen auf.

Der bunte Kranz der lebendigen Schaar entwickelte ein jubelndes Leben.

Die umsichtigen Eltern des blondlockigen Geburtstagskindes hatten für allerhand Unterhaltungen aus dem großen Bereiche der kindlichen Spiele gesorgt.

Sogar der alte Onkel des gefeierten Willi hatte eine allerliebste Auswahl verschiedener Belustigungsgegenstände mitgebracht.

Die heitere Kinderschaar des traulichen Kreises folgte der freundlichen Einladung zum Spiele.

B. Doppelte Ergänzung.
101. Der Thierquäler.

(Im vierten und zweiten und vierten und dritten Falle.)

Ein Herr beschuldigte einen Fuhrmann der Thierquälerei. Der Fuhrmann zieh ihn dafür der Lüge. Der Herr aber überführte ihn der Schandthat. Er versicherte sich seiner Person. Schließlich übergab er den Thierquäler der Polizei. Die Polizei aber überlieferte den rohen Menschen dem Gerichte.

Der Fuhrmann suchte den Richter seiner Unschuld zu versichern. Jener Herr belehrte indeß den Mann des Gesetzes eines Besseren. Der Richter verwies den Angeklagten seiner Lüge. Er überhob ihn schließlich aller weiteren Selbstvertheidigung.

Das Strafurtheil beraubte den Fuhrmann seiner Freiheit. Es überwies ihn dem Gefängnisse. Das Fluchen des Verurtheilten entband ihn der Verbüßung der Strafe nicht. Nur die Milde des Richters entließ ihn schließlich der Haft.

102. Oskar.

(Rückbezügliche Zeitwörter. Im dritten und vierten Falle.)

Der begabte Oskar ließ sich an einem Schauladen von einem schönen Bilde fesseln. Er erbaute sich förmlich an der herrlichen Zeichnung. Er nahte sich der Kunstschöpfung wiederholt mit stiller Bewunderung.

Bald darauf besprach er sich mit seinem Vater. Der Vater entschloß sich zum Leihen des Bildes. Oskar verpflichtet sich dafür zum Copiren desselben. Er fürchtet sich nicht vor der Schwierigkeit.

Tagtäglich widmet er sich nun der Künstlerarbeit. Zwei Wochen quält er sich mit dem Anlegen der Figuren. Drei Wochen plagt er sich mit der Schattirung. Endlich ist die Copie fertig. Welch ein Genie spricht sich in ihr aus! Sie läßt sich kaum von dem Originale unterscheiden.

Der Vater betrachtet sie. Er giebt sich lange dem Staunen hin. Endlich spricht er zu Oskar: „Mein Sohn! Du neigst Dich ganz zur Kunst hin. Du sollst Dich ihr auch ergeben dürfen.“

103. Eine Verirrung.

(Rückbeziehung. Vierter und zweiter Fall.)

Der Korporal Schimmel befleißigte sich der größten Pünktlichkeit. Er entledigte sich aller dienstlichen Aufträge aufs sorgfältigste. Er entäußerte sich oft sogar seiner freien Zeit. Seine soldatische Ausbildung entzog sich jedem Tadel. Während seiner ganzen Dienstzeit durfte er sich keiner Pflichtverletzung anklagen.

Später wurde er Offizier. Leider schämte er sich nun seiner niederen Abkunft. Er erinnerte sich nicht gern mehr seiner armen Eltern. Er enthielt sich sogar des Besuchs derselben.

Erst nach vielen Jahren besann er sich eines Besseren. Er entschlug sich der stolzen Gedanken. Die dankbare Kindesliebe bemächtigte sich wieder seines Herzens.

104. Bestrafte Eitelkeit.

(Doppelte Ergänzung. Vierter und vierter Fall.)

Otto’s Sparbüchse hatte sich wieder um einige Thaler bereichert. Da erklärte sich der eitle Knabe für den Ankauf einer Taschenuhr. Bald auch setzte er sich in den Besitz einer solchen Zeitmesserin. Fast alle Augenblicke sah er sich die Uhr an. Bald aber wunderte er sich über ihren Gang. Sie kehrte sich wenig an die rechte Zeit. Sie ließ sich zuweilen sogar an das Gehen erinnern.

Da entschloß sich Otto zur Selbsthilfe. Er wagte sich an das innere Werk. Endlich machte er sich gar an die Räder.

Die Uhr aber rächte sich für diese Kühnheit. Sie bewegte sich nicht mehr von der Stelle. Otto ärgerte sich über diese Tücke. Die Uhr kümmerte sich indeß nicht um seinen Groll. Sie blieb stehen. Sie war schlecht.

Otto mußte sich als einen Betrogenen betrachten. Er sah sich jetzt um sein schönes Geld gebracht.

Er ließ sich die Eitelkeit blenden. Lange noch grämte er sich über seine Thorheit.

105. Großmuth.

(Ergänzung. Dritter und vierter Fall.)

Ein schwer verwundeter Zuave entsendete einem deutschen Freiwilligen noch einen Schuß. Der Freiwillige hätte dem braunen Gesellen eine Kugel erwidern können. Sie würde diesem sicher das Herz durchbohrt haben. Aber der Deutsche verzieh dem tückischen Feinde die That. Er entriß ihm blos das Gewehr. Zudem schnallte er ihm den Säbel ab. Darauf aber verkündete er dem Zuaven die Gefangenschaft.

Der Schmerz der Wunde hatte dem Afrikaner die Wangen gebleicht. Ein brennender Durst erschwerte ihm das Sprechen. Der Freiwillige reichte ihm die Feldflasche. Auch ein Stück Brod gab er dem Hungrigen. Wie mundete dem Erschöpften der Schluck Wein! Wie schmeckte ihm der Bissen Brod!

Der Freiwillige indeß zeigte dem Gefangenen noch mehr Großmuth. Er verband ihm seine Wunde. Er trug ihm sein Gepäck. Er bot ihm sogar seinen Arm an.

Solcher Edelsinn rührt dem Wüstensohne das Herz. Er drückt dem Deutschen die Hand. Er will ihm sogar die Hand küssen. Der Freiwillige indeß entzieht ihm dieselbe.

Der Freiwillige übergab den Gefangenen dem nächsten Feldgendarm. Darauf aber bot er den feindlichen Reihen aufs neue die Stirn. Aufs neue zeigte er dem Feinde seinen Heldenmuth.

106. Der Geiz.

(Wiederholung der Doppelergänzungen.)

Der Geiz beraubt den Menschen vieler Freuden. Er verdüstert ihm das ganze Leben. Er taucht das Herz in eisige Kälte. Er fesselt seine Beute an den todten Geldkasten. Der Geizige erbarmt sich nicht einmal seines Viehes.

107. Michel.

(Fortsetzung.)

Der alte Diener Michel bewies seinem Herrn große Treue. Dafür schenkte ihm dieser auch volles Vertrauen. Er nannte ihn seine rechte Hand. Er bezeichnete ihn als seinen Vertrauten. Er würdigte ihn sogar der Mitwissenschaft seiner Vermögensverhältnisse.

Ueber diese Auszeichnung ärgerten sich die anderen Diener. Sie ergingen sich in neidischen Bemerkungen. Sie erlaubten sich wol gar Schimpfreden.

Der alte Michel aber enthielt sich aller Gegenbeleidigungen. Er befleißigte sich der großmüthigsten Geduld. Er suchte die Mißgünstigen nicht einmal eines Besseren zu belehren.

Endlich zeigte Jemand dem Herrn das ungebührliche Verhalten jener Diener an. Der Herr dankte diesem für diese Mittheilung. Gleich darauf besprach er sich mit dem Alten. Michel bewahrte sich dabei vor jeder Anklage.

Ueber diese Biederkeit freute sich der Herr abermals. Jene Diener aber erhielten von ihm harte Strafe. Er entließ sie ihrer Stellung.

108. Eine Jubelfeier.

(Wiederholung. Subjecte, Prädikate, Ergänzungen erweitert.)

Der allgütige Vater aller Menschenkinder ließ den ehrwürdigen Pfarrer des großen Fabrikdorfes W. an der gebirgigen Grenze des böhmischen Landes den schönen Tag seines fünfzigjährigen Amtsantrittes erleben.

Die sämmtlichen Einwohner des belebten Ortes zollten dem greisen Hirten ihrer Seelen die aufrichtigste Theilnahme ihrer biederen Herzen.

Selbst die verschiedenen Kreise der wohlgesitteten Schuljugend bezeugten dem freundlichen Inspector ihrer geliebten Bildungsstätte den ungeheucheltsten Antheil an seinem seltenen Glücke.

Die wohlhabenden Bewohner des umfangreichen Kirchspiels hatten es sich bedeutende Opfer an baarem Gelde kosten lassen.

Die heutige Feier eines so bedeutungsvollen Festes sollte auf die gesammte Einwohnerschaft einen bleibenden Eindruck machen. Das gutgeschulte Musikchor des bevölkerten Ortes brachte dem frohbewegten Jubelgreise eine erhebende Morgenmusik nach Compositionen alter Meister.

Auch die weithallenden Glocken des fahnengeschmückten Thurmes sendeten dem gottbegnadigten Priester der ehrsamen Gemeinde die jubelnden Grüße ihrer ehernen Zungen.

Mehrere große Ehrenpforten mit sinnigen Inschriften gaben den verschiedenen Aufgängen zu dem mit frischen Blumenkränzen gesäumten Gotteshause ein festliches Gepräge.

Eine ziemliche Zahl angesehener Glieder der dankbaren Kirchfahrt überreichte dem hochgeachteten Verkünder des göttlichen Wortes eine wunderschöne Prachtbibel mit schwerem Goldbeschlage.

Die bemittelten Jünglinge des kleinen Nebendorfes N. schenkten ihrem alten Beichtvater eine silberne Dose von dem berühmtesten Goldarbeiter der fernen Residenz.

Und so wurden dem überraschten Jubelgreise noch verschiedene Geschenke der kostbarsten Art von seinen theilnehmenden Kirchkindern überbracht.

Der gefeierte Alte freute sich der herrlichen Festgaben seiner geliebten Gemeinde.

Noch mehr aber freute sich der Freudenthränen weinende Seelenhirt über die ungekünstelte Theilnahme der braven Herzen seiner von ihm treu gehüteten Heerde.

Ein allgemeines Volksvergnügen zu Ehren des seltenen Tages gab dem schönen Feste aufrichtiger Dankbarkeit einen heiteren Abschluß.