Als der Mittwoch kam, war Gretes Schüssel fertig. Sie hatte sie mit an den Teich genommen und unter die Wasserlinsen getaucht. Sie kam ganz voll von diesen Wasserpflanzen heraus, die dann von ihr sorgfältig ausgelesen wurden, so daß nur die besten zurückblieben. Dann trug sie die Schüssel in das Ausstellungszimmer.
Darauf setzte sie die gelbe Wasserrose in die Mitte der Schüssel, so daß die Blüte und der Stengel mit der Samenkapsel gerade in die Höhlung zwischen den Lappen des großen grünen Blattes paßte. Dann setzte sie einige Stengel des Wasserhahnenfußes hier und da ein, so daß die hübschen weißen Blüten dicht über der Oberfläche des Wassers standen.
An die Seiten der Wasserrose steckte sie zwei Stengel des blühenden Bitterklees. Endlich kamen noch einige Tausendblatt um den Rand der Schüssel herum, so daß ihre zierlichen roten Blütenstengel eine hübsche Einfassung bildeten.
Dann beschrieb Grete ihre Blumen in der folgenden Weise:
1. Die gelbe Wasserrose wächst im Teiche. Sie hat einen dicken Stengel, der tief unten im Schlamm wurzelt. Ich habe ihn einmal gesehen, als der Teich gereinigt wurde. Im März sehen wir noch nichts auf der Oberfläche des Wassers. Aber im Mai ragen die langen glänzenden Blätter auf langen Stengeln über das Wasser heraus. Sie sind herzförmig zugespitzt.
Im Juni kommen die Knospen heraus. Sie sehen aus wie grüne gelbgefleckte Knötchen. Aber wenn sie größer werden, öffnen sich die fünf äußeren Blätter oder Kelchblätter, und wir sehen, daß sie im Innern ganz gelb sind. Dann können wir auch die kleinen inneren Blumenkronblätter sehen, die in zwei Reihen angeordnet sind; nach ihnen kommen eine Anzahl Staubgefäße, die aus dünnen Fäden mit Staubbeuteln an der Spitze bestehen. Gerade in der Mitte ist der Stempel mit den Samenanlagen im Fruchtknoten.
Dieser ist wie eine Wasserflasche geformt mit einem runden Kissen auf der Spitze und hat eine Anzahl von klebrigen Streifen, die auf dem Kissen in Form eines Sterns liegen. In den Blüten findet man oft kleine Käfer. Sie fliegen hinein und saugen den Honig von der Rückseite der Blumenblätter.
2. Der Wasserhahnenfuß wächst in unserem Teiche und ist mit der Sumpfdotterblume nahe verwandt. Er hat fünf äußere grüne Blätter oder Kelchblätter. Sie sind gegen den Stiel zurückgeschlagen, wenn die Blüte offen ist. Sie fallen oft ab. Die Blüte hat fünf weiße Blumenkronblätter, die in der Mitte der Blüte, wo Honigtropfen sitzen, mit Gelb gestreift sind. Innerhalb der Blumenkronblätter stehen viele Staubgefäße und dann in der Mitte der Blüte eine Anzahl von Fruchtknoten, jede mit einem Samen im Innern.
Der Wasserhahnenfuß hat zwei Arten von Blättern. Die Blätter, die auf der Oberfläche des Wassers schwimmen, sind flach und bestehen aus drei Lappen. Die Blätter unter dem Wasser sind fadenförmig und breiten sich nach allen Seiten aus.
3. Es gibt sehr viel Wasserlinsen in unserem Teiche. Jede Pflanze hat eine kleine Wurzel im Wasser und am andern Ende eine Art Stamm. Sie hat keine Blätter. Die winzigen Blüten kommen manchmal aus einem Schlitz an der Seite des Stengels heraus. Die Blüte besteht nur aus zwei Staubgefäßen und einem kleinen Fruchtknoten.
4. Der blühende Bitterklee hat jetzt fast ausgeblüht. Er wächst am Rande des Teiches und seine Blätter sind dreizählig. Die rötlichen Blüten stehen auf kleinen Stielen an einem großen Stengel. Sie sind wie eine fünfspitzige Schale gestaltet und tragen viele weiße Haare auf der Innenseite.
5. Das Tausendblatt wächst fast ganz unter dem Wasser. Nur die rote Blütenähre ragt in die Luft hinein. Die Blüten an der Spitze der Ähre haben nur Staubgefäße mit Staubbeuteln. Die unteren haben nur Fruchtknoten mit den Samenkapseln. Die Blätter des Tausendblatts sind schmal wie Grashalme, aber ganz kurz. Sie stehen um den Stengel wie die Speichen eines Rades oder die Strahlen eines Sterns.
Gretes Strauß aus Wasserblumen und ihre Beschreibung gewann den Preis.
Kinderaugen in der Natur
Erstes Buch
Tiere und Pflanzen in Wald und Feld
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Zweites Buch
Am Teich- und Flußufer
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Drittes Buch
Pflanzenleben in Feld und Garten
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Viertes Buch
Aus dem Leben unserer Vögel
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Fünftes Buch
Bäume und Sträucher
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Sechstes Buch
Aus dem Leben der Insekten
Bisheriger Absatz ungefähr 50000 Stück
Verlag von Hermann Gesenius in Halle (Saale)
Von 8 bis 10 Jahren.
Dr. Hartmanns Jungmädchenbücher:
Die höheren Mädchenschulen: Die Bücher wollen dem Mangel an gediegenem Lesestoff für Mädchen von 8 bis 10 Jahren abhelfen. Sie erfüllen ihren Zweck in jeder Weise aufs beste. Die äußere Ausstattung mit dem Buntbild der zwei lesenden Mädchen ist sehr gefällig und lockt die Kinder; Papier und Druck sind sehr gut und die Einteilung in kurze Geschichten oder Kapitel für dieses Alter sehr glücklich. Die Stoffe sind aufs günstigste gewählt. Band 1 und 4 bieten Naturwissenschaftliches. Die Erzählungen sind so lebendig, daß man fast menschlichen Anteil an dem Schicksal der Tiere und Pflanzen nimmt. Dabei lernen die Kinder eine Menge, ohne die Absicht irgendwie zu merken. Die Geschichten sind in hohem Maße geeignet, Anteil und Liebe an der Natur bei den Kindern zu wecken. In Band 2 und 3 werden in ebenso ansprechender Weise altdeutsche und nordische Sagen erzählt. Der Heldenkreis um Dietrich von Bern und die Götter Walhalls treten den Kindern nahe. In Band 5 wird die allerliebste Erzählung vom Stuttgarter Hutzelmännchen nacherzählt. All die krausen Ranken in Stil und Erzählweise sind abgeschnitten, die für die Kinder — und nicht nur für diese — das reizende Märchen so schlimm verwirren, so daß sich alle an seinem humorvollen Kern freuen können. Für Schülerinnen-Büchereien sind die Bändchen eine wertvolle Bereicherung. Für den Familienkreis haben sie noch den Vorzug, daß Knaben sie ebenso gern lesen, und daß sie sich vorzüglich zum Vorlesen eignen, so daß sie recht zum Handbuch geeignet sind.
J. L.
Verlag von Hermann Gesenius in Halle.
Bilder aus dem Aquarium
von
Prof. Dr. W. Heß.
Inhalt des ersten Teiles: Der Hummer — Granate und Garneele — Der Bernhardkrebs — Porzellankrebs und Olive — Die Taschenkrebse — Die Meerheuschrecke — Flohkrebs und Sandhüpfer — Der Schwertschwanz — Der Meerfloh — Entenmuschel und Meereichel — Der Tintenfisch — Das Wellhorn — Die Strandschnecke — Die Purpurschnecken — Die Napfschnecke — Die Käferschnecke — Der Seehase — Die Doris — Die warzige Fadenschnecke — Die Auster — Die Kammmuschel — Die Miesmuschel — Die Seeperlmuschel — Die Messerscheide — Der Bohrwurm — Die Keulenscheide — Die Traubenscheide — Die Goldraupe — Der Sandwurm — Die Wurmrohre — Der Spinnenwurm — Die Seewalze — Der Haarstern — Der Seestern — Der Seeigel — Die Seenelke — Die Ohrenqualle — Der ästige Röhrenpolyp — Die Schwämme — Die Rhizopoden — Das Leuchttierchen.
Inhalt des zweiten Teiles: Das Süßwasseraquarium — Die Schwimmkäfer — Der Taumelkäfer — Die Wasserkäfer — Die Stechmücke — Die Büschel- und Zuckmücke — Die Waffenfliege — Die Wasserwanzen — Die Wasserläufer — Die Eintagsfliegen und Afterfrühlingsfliegen — Die große Schmaljungfer — Die Wassernadel — Die Köcherfliegen und Wasserflorfliegen — Die Wasserspinne — Der Flußkrebs — Flohkrebs und Wasserassel — Die Wasserflöhe — Der krebsartige Kiemenfuß — Der fischförmige Kiemenfuß — Die gemeine Fischlaus — Der Muschelkrebs — Die Barschlaus — Die Hüpferlinge — Die Schlammschnecke und Tellerschnecke — Die lebendig gebärende Sumpfschnecke — Die Maler- und Perlmuschel — Die Kreismuschel — Die Rädertiere — Die Blutegel — Der Krebsegel — Die Fadenwürmer — Das wunderbare Doppeltier — Die Leberegel — Der Federbuschwirbler — Der Keulenträger-Polyp — Der Süßwasserpolyp — Die Schwämme — Die Infusorien — Das Sonnentierchen.
Verlag von Hermann Gesenius in Halle.
Kummer, Paul. Deutsche Blumenwelt in Charakterbildern. Neue Ausgabe. Brosch. M. 2.—; geb. M. 2.50.
Inhalt: I. Deutsche Frühlingszeichen. 1. Das Schneeglöckchen. 2. Das Veilchen. 3. Die Primel. — II. Im Wald und auf der Heide. 1. Der Frühlingswald. 2. Der Schlehdorn. 3. Die Maiblume. 4. Unsere Waldbeeren. 5. Zwischen Himmel und Erde. 6. Streifereien im Nadelwald. — III. In Feld und Flur 1. Miniaturblumen, 2. Im Blütenschnee. 3. Nur ein Feldblumenstrauß. 4. Am Feldrain. 5. Im Wiesengrund. — IV. Auf Bergeshöh. 1. Ein Brockensträußchen. 2. Allerlei Bergkräuter. 3. Arnika. — V. Im Reich der Gewässer. 1. Brunnenkresse. 2. Das Vergißmeinnicht. 3. Die Königinnen der Gewässer. 4. Die Wassermyrte. 5. Die kleinsten Blütenpflänzchen. — VI. In Dorf und Stadt. 1. Die Getreuen des Dorfes. 2. Vegetabilische Schlangen. 3. Am Wege. 4. Die Straßenflora. 5. Deutsche Gartenblumen. 6. Nachtblüten. VII. Blicke aus der Höhe. Blumen und Zahlen.
Kummer, Paul. Kryptogamische Charakterbilder. Mit 220 eingedruckten Abbildungen. Zweite Ausgabe. Brosch. M. 3.—; geb. M. 3.50.
Inhalt: I. Farne. Lebende Zeugen der Vorwelt. — II. Moose. Ein deutsches Waldgeheimnis. Im grünen Winterpelz. Wiesenmoose. Die Torf- und Sumpfmoose. Amoretten im Moosreiche. Moose in Flur und Wald. An Stein und Fels. Ein zierlicher Erbfehler. Zwei Komiker der Mooswelt. Der kleinste Frühlingsgruß. Ein Ariadnefaden. Allerlei Lebermoose. — III. Flechten. Auf dem Boden der Heide. Das sogenannte Renntiermoos. Die Alterszierde des Baumes. Ein Segen aus hohem Norden. Eine ausschließliche Gebirgsflechte. Im Rosettenschmuck. Lichenologische Felsenflora. Eine verwischte Reichsgrenze. Die kleinsten Pokale. Seltsame Naturinschriften. — IV. Algen. Der Auswurf des Meeres. Im Reich der Wasserfee. — V. Pilze. Die Pilze unserer Wälder. Der Fliegenpilz. Das Gelbhähnel. Pfennigpilze. Merkwürdige Staubpilze. Unterirdische Gewächse. Die Wunder der Schleimpilze. Kleinstes Unkraut. Baumschwämme. Was ist Schimmel?
Letzteres Buch wurde in dem Aufsatz „Die Privatlektüre in der Präparandenanstalt nach ihrer Stoffauswahl und Einrichtung“ in den „Pädagogischen Blättern für Lehrerbildung und Lehrerbildungsanstalten 1902, Heft 12“ empfohlen.
Verlag von Hermann Gesenius in Halle.
Nützliche und schädliche Insekten in
Garten und Feld
von Kuno Lohrenz.
Mit 250 Abbildungen auf 16 nach der Natur gezeichneten kolor. Tafeln. Anhang: Gesetz, betreffend die Bekämpfung der Reblaus vom Juli 1904. In Pappband gebunden M. 3.50.
Das Land. Das Buch wendet sich ganz besonders an den Landmann, Gärtner, an Obst- und Gemüsezüchter usw. Es legt in anschaulicher Weise dar, welche Art Nutzen viele Insekten bringen, und wie diese zu schützen und zu hegen sind, anderseits, welche Schäden und Gefahren der Landwirtschaft von den Insekten drohen, und mit welchen Mitteln die Gefahren bekämpft und beseitigt werden können. Die bunten Tafeln sind in Zeichnung und Farbengebung mit der größten Naturtreue hergestellt und stellen die Insekten in ihrer ganzen Entwickelung dar, meist sind auch Blatt-, Rinden- oder Fruchtstücke, in denen sich das Insekt entwickelt, beigegeben. Wegen seiner hervorragenden Nützlichkeit sollte das Buch in keiner ländlichen Fortbildungsschul- und Dorfbibliothek fehlen.
Lohrenz, Kuno, Nützliche und schädliche Insekten im Walde.
Mit 194 Abbildungen auf 16 nach der Natur gezeichneten kolorierten Tafeln. In Pappband gebunden M. 3.50.
Aus Landwirtschaftlicher Wochenschrift f. d. Provinz Sachsen. Besonders günstig und empfehlenswert wirkt das Buch durch die dem Texte beigegebenen reichlichen und gut ausgeführten farbig hergestellten Tafeln, nach deren Besichtigung ein im Walde gefundenes Insekt leicht bestimmt und dann das Erforderliche nachgelesen werden kann. Durch den billigen Preis von M. 3,50 ist somit jedermann, der Interesse für den Wald und die in ihm lebenden Insekten hat, und der nicht nur immer Erträge aus demselben herausnehmen, sondern ihn auch schützen und pflegen will, sehr gute Gelegenheit geboten, sich Unterweisung und guten Rat zu holen.
Lorentz, R., Direktor des Technikums in Stargard i. Meckl., Rätsel im Obstbau. Praktisch wissenschaftliche Erklärung der natürlichen Ursachen früher Tragbarkeit, sowie der künstlichen Mittel zur Erzielung derselben, des Nichtwachsens von Veredlungen usw., mit besonderer Berücksichtigung des Erwerbs-Obstbaues.
Brosch. M. 1.50, geb. M. 2.20.
Völlig neue Methode, auf wissenschaftlicher Grundlage beruhend, praktische Durchführbarkeit erprobt und erwiesen, schnellen und reichen Gewinn verheißend.
Stefan, Theodor, Lehrer, Obstbaumzucht. Eine leicht verständliche, kurze Anleitung über Obstbaumpflege. In steifem Umschlag geheftet M. 0.40.
Mitteilungen über Bienen- und Geflügelzucht, Gartenbau und Fischerei. Stefans Obstbaumzucht ist ein kleines, aber sehr gutes Büchlein, das jeder, der nur ein Fleckchen Erde sein eigen nennt, sich beschaffen sollte. Am Schlusse ist ein Arbeitskalender für die einzelnen Monate des Jahres angefügt.