Gewinnung Emins für deutsche Dienste. — Charakter Emins. — Zwecke der Expedition. — Abmarsch. — Ankunft in Mpapua. — Kämpfe gegen die Wahumba. — Begegnung mit Dr. Peters. — Abmarsch von Mpapua mit v. Bülow. — Die Expedition schwenkt nach Tabora ab. — Vorverhandlungen daselbst durch den Belutschen Ismael. — Der Häuptling Sikke. — Vertrag Emins. — Seef ben Saad zum Wali gewählt. — v. Bülow geht nach Urambo. — Kämpfe Bülows und Langhelds mit den Wangoni. — Uramboleute als Hilfstruppen. — Langheld in Usongo. — Emin am Viktoria. — Aufbruch nach dem Westufer. — Gründung von Bukoba. — Stokes kommt mit Sigl nach Usongo. — Unglückliches Gefecht zu Tinde. — Langheld holt vom Viktoria Verstärkung. — Kämpfe gegen die Waniamuesi und Wangoni. — Stimmung der Araber zu Tabora. — Sigls Erfolge daselbst. — Marsch Langhelds nach Bukoba. — Langheld übernimmt die Stationen Bukoba und Muanza. — Emins und Stuhlmanns Weitermarsch nach dem Albert-Eduardsee und Momphu. — Sein Rückmarsch. — Schluß.
Bei der chronologischen Entwicklung der Ereignisse während und nach dem Aufstande, wie sie das vorliegende Buch darbietet, ist bisher eine Episode gänzlich außer Acht gelassen worden, eine Episode, welche gleichwohl in ihren Folgezuständen einen der wichtigsten Faktoren für die Weiterentwickelung der Kolonie darstellt und welche besonders auf die Maßnahmen des Gouvernements von wesentlich bestimmendem Einfluß gewesen ist: wir meinen die Expedition Dr. Emin Paschas.
Schon früher ist verschiedentlich darauf hingewiesen worden, daß bei der Ankunft an der Küste der Pascha selbstverständlich, falls er nicht gänzlich auf seine Thätigkeit in Afrika zu verzichten wünschte, die von Seiten Englands ihm gemachten Vorschläge anzunehmen geneigt schien. Mußte doch England für ihn als die einzige in Afrika wirklich interessierte Macht gelten, war er selbst doch im Dienst Gordons seiner erfolgreichen Thätigkeit in der Äquatorialprovinz zugeführt worden. Aber diese Neigung zu England erlitt einen Stoß schon bei der Ankunft Emins in Mpapua. Hier trat ihm plötzlich eine neue Kolonialmacht entgegen; hier wehte die deutsche Flagge 300 km von der Küste entfernt; deutsche Offiziere und Unteroffiziere, schwarze Truppen in deutschen Diensten empfingen ihn. Auf unserm Marsch zur Küste hinunter war Gelegenheit genug, dem Pascha in eingehenden Gesprächen die Entwicklung unserer deutsch-ostafrikanischen Kolonie darzulegen, ihn zu überzeugen, daß sein eigentliches Vaterland als stärkster Nebenbuhler Englands auf dem afrikanischen Kontinent mit Erfolg erschienen sei.
Für uns selbst mußte natürlich ein Name wie der Emin Paschas als eine überaus wichtige Erwerbung erscheinen. Die ganze zivilisierte Welt kannte ihn, die in Afrika beteiligten Mächte, der Kongostaat wie England, legten übereinstimmend einen überaus großen Wert auf seine Dienste. Was war da naheliegender, als daß wir unsererseits versuchten, den besten Kenner Innerafrikas, den in der Behandlung der Schwarzen und Araber äußerst gewandten Mann für uns zu gewinnen? Die beste Gelegenheit hierzu bot das Krankenlager Emins. Sein Zustand verbot von selbst die von englischen Freunden so überaus dringend gewünschte Überführung in ihre Hände. Vor den Augen des Genesenden entwickelte sich das gerade damals großartige Bild militärischen Lebens und beginnender Kulturarbeit auf unsrer größten afrikanischen Station.
Dazu kam der wesentliche Einfluß einer Persönlichkeit wie Wißmann, mit dessen Charaktereigenschaften sich in diesem Falle noch die Bedeutung des selbständigen, erfolgreichen Afrikaforschers verband. So war die Überleitung der Gesinnung Emins von der englischen Seite zur deutschen gleichzeitig das Werk der Ereignisse und des Einflusses der Personen, welche ihn umgaben, nicht aber ohne weiteres ein freiwilliges Zurückkehren seinerseits zu seinem angestammten Vaterland. Eine bloße Übernahme des Pascha in den Dienst des Kommissariats war durch die Bedeutung seiner Persönlichkeit ausgeschlossen. Wenn er uns seine Dienste widmen sollte, so konnte dies nur geschehen durch eine direkte Genehmigung oder auf einen ausgesprochenen Wunsch des Auswärtigen Amtes in einer Stellung, welche ihn nicht, wie uns andre, dem persönlichen Dienst des Reichskommissars zuteilte. Wißmann wandte sich daher, wie bekannt, an die leitende Stelle in Berlin und erhielt von dieser die telegraphische Antwort: »Emin Paschas Dienste sind uns angenehm.«
Es ist die Ansicht sehr verbreitet, als hätte Wißmann danach gestrebt, Dr. Emin Pascha in seinen Befehlsbereich, also zu seinem Untergebenen zu bekommen. Diese Ansicht ist irrig: Wißmann wünschte eine direkte Unterstellung des Pascha unter das Auswärtige Amt; Dr. Emin hingegen erbat wiederholt und dringend von Wißmann eine direkte Unterstellung seiner Person unter die Wißmanns, auch für spätere Zeit, und zwar begründete der Pascha dies in seiner mitunter kokett erscheinenden Bescheidenheit mit den größeren persönlichen Verdiensten Wißmanns. Es möge dies Faktum Erwähnung finden, um einer ungerechten Beurteilung Wißmanns vorzubeugen.
Die Aufgabe, welche Wißmann durch den Pascha gelöst wissen wollte, basiert auf den eigentümlichen, man kann wohl sagen politischen Verhältnissen unserer Kolonie. Die Küste war in unsern Besitz zurückgebracht. Der große Karawanen-Knotenpunkt, welcher als äußerste Grenze der Küste betrachtet werden kann, war von uns besetzt. Aber diese Thatsachen konnten für die wirkliche Beherrschung der Kolonie durch uns immer noch nicht als allein ausschlaggebend angesehen werden, besonders dann nicht, wenn wir unsre Hauptaufgabe erfüllen, d. h. die handelspolitischen Fäden Inner-Afrikas in unsrer Hand vereinigen wollten. Diese Fäden liefen im Innern zusammen in den großen arabischen Handelscentren, wo hunderte mächtiger Kaufleute, ja, man kann sagen arabischer Herrscher ungeheure Gebiete in unserm eigenen Lande in ihrer Hand vereinigt hatten. Es schien sehr denkbar, daß die Araber des Innern durch die Beeinträchtigung des Sklavenhandels oder aus Furcht vor unserm Vorgehen an der Küste ihren Handel von nun an in andere Bahnen lenken würden, auch lag die Möglichkeit nahe, daß diese arabischen Centren im Innern, wenn wir nicht in einen direkten Verkehr mit ihnen traten, auf endlose Zeit hinaus die Quellen neuer Aufstände und Beunruhigungen sein würden. Ein militärischer Vorstoß nach diesen Punkten im Innern konnte gar nicht in Frage kommen. Zudem ließen es auch die bestehenden Verhältnisse als wahrscheinlich erscheinen, daß eine diplomatische Expedition, wenn dieselbe unter der Entfaltung einer immerhin in die Augen fallenden Macht auftrat, noch besser zum Ziele führen würde. Für eine solche Aufgabe war die Person Emin Paschas so geeignet, wie keine zweite. Als ganz erstrebenswerte Folge ergab sich außerdem, daß durch eine solche Expedition notwendig im Innern Interessen geschaffen werden mußten, welche von der Reichsregierung später in keinem Falle aufgegeben oder verleugnet werden konnten. Auf diesen Grundlagen baute sich die Aufgabe, welche Emin lösen sollte, auf.
Der Entschluß, seine Dienste der deutschen Reichsregierung anzubieten, war von Dr. Emin noch auf seinem Krankenlager in Bagamoyo gefaßt worden. Nachdem die prinzipielle Genehmigung zur Expedition von Berlin erwirkt und die Mittel für dieselbe bewilligt waren, wurde mit Eifer an die Zusammenstellung der Expedition gegangen. Zwar hatte es nach der Genesung des Pascha den Anschein, als gewännen andere Einflüsse auf ihn wieder die Oberhand, zwar erklärte er mir nach erfolgter Zusammenstellung der Expedition zuletzt noch in Bagamoyo, er wolle diese mir, der ich ursprünglich als militärischer Führer für dieselbe in Aussicht genommen war, überlassen und selbst noch in Sansibar und Bagamoyo verweilen, schließlich aber willigte er doch ein, selbst die Expedition zu führen. Und dazu hatte Wißmann seinen ganzen Einfluß eingesetzt, denn es war klar, daß nur im Vertrauen auf den Pascha, seine Vergangenheit und seine außerordentliche Leistungsfähigkeit, die Genehmigung des Reichskanzlers zu dieser für damalige Verhältnisse weitausschauenden Expedition erteilt war.
Es möge an dieser Stelle gestattet sein, den Charakter Emins, wie sich uns derselbe in mehrmonatlichem Verkehr offenbarte, einige Worte zu widmen. Unbestritten ist von vornherein sein wissenschaftlicher Eifer und Ruhm. Ebenso unbestritten das organisatorische Talent, welches er während der dreizehn Verwaltungsjahre in der Äquatorialprovinz genügend bekundet hat. Uns Offizieren jedoch mußte ein Charakter wie der seine zunächst durchaus fremd gegenübertreten. Mag es nun in seinem langen Verkehr mit Arabern oder in angeborenen Charaktereigentümlichkeiten liegen, er zeigte in jedem Falle ein für unser Gefühl viel zu starkes Eingehen auf Wünsche aller Art, gleichviel von welcher Seite dieselben immer ausgesprochen wurden. Die übertriebene Höflichkeit und die vollkommene Unterordnung seines eigenen Willens unter den Ideengang viel jüngerer Männer, nicht nur Wißmanns, sondern auch weniger bedeutender Leute, kamen uns wie eine Art Schlaffheit, wie mangelndes Selbstbewußtsein vor. Dazu kam eine übergroße Reizbarkeit; der Charakter Emins ist dermaßen erregbar, daß unter Umständen ein verkehrtes Wort ihn dazu veranlassen konnte, daß er sich wie eine Schnecke in ihr Haus zurückzog. Leicht bezog er auch ein der Sache geltendes Urteil auf seine Person. Besonders in letzterer Hinsicht war der Verkehr mit ihm nicht ganz angenehm, denn Emin pflegte derartige Meinungsverschiedenheiten nicht so leicht zu vergessen. Das hier gefällte Urteil ist ja ein persönliches, aber es bringt das Empfinden zum Ausdruck, welches wir bis zum Abmarsch des Pascha fast ausnahmslos hatten.
Eins aber muß ganz unbedingt von allen anerkannt werden: das ist die Thatsache, daß schließlich Dr. Emin trotz seiner schweren vorhergegangenen Krankheit, trotz seines 16jährigen Aufenthalts in Afrika sich schließlich, ohne die Heimat oder Egypten wiederzusehen, in den Dienst der deutschen Sache stellte, für die er nach kaum fünfmonatlichem Verweilen an der Küste den Marsch ins Innere wieder antrat, ohne doch durch eine Verpflichtung dazu genötigt gewesen zu sein. Und in der That ist die Expedition Dr. Emins von der einschneidendsten Bedeutung für die weitere Entwickelung Deutsch-Ostafrikas geworden. Das Verdienst, unser Ansehen im Seengebiet ausgebreitet zu haben, kommt der Expedition Emin Paschas zu.
Der geeignetste Zeitpunkt für eine solche Expedition und ihre Aufgaben war die verhältnismäßig stille Zeit, welche nach der Beruhigung des Nordens und vor Wiedereroberung des Südens sich eingestellt hatte. Die Verhandlungen zwischen Wißmann und Emin führten zu dem Resultat, daß der Pascha Ende April mit den Offizieren Langheld und Dr. Stuhlmann, dem Feldwebel Kühne und dem Sergeant Krause, 100 Soldaten (Sudanesen, Zulus und Askaris), ferner 400 mit Vorderladern bewaffneten Trägern und einem kleinen 3,7 cm Geschütz von Bagamoyo aufbrechen sollte. Lieutenant Langheld war als Führer der Soldaten an Stelle des Verfassers getreten, da zwischen dem Pascha und diesem Meinungsverschiedenheiten Platz gegriffen hatten. Lieutenant Dr. Stuhlmann war dem Pascha als wissenschaftliche Stütze beigegeben. Beiläufig erwähnt, machte die Anwerbung der Träger sehr große Schwierigkeit. Sobald unsere englischen Freunde in Sansibar, denen wir bis zum letzten Augenblick die Zwecke und Personen der Expedition verborgen gehalten hatten, über die Sachlage im Klaren waren, setzten sie alles daran, die Expedition zu hintertreiben.
Am 26. April 1890 marschierte die Expedition von Bagamoyo ab und traf in Mpapua mit der aus dem Innern kommenden deutschen Emin Pascha-Expedition unter Dr. Peters zusammen. Wegen der schlechten Jahreszeit — die Kingani- und Makataebene waren nach der großen Regenzeit ebenso wie das Mukondoguathal überschwemmt — hatten die Expeditionsmitglieder wie die Soldaten und Träger schon auf dem erstem Teil des Marsches viel unter klimatischen Krankheiten zu leiden und waren auch einige Verluste durch Tod zu verzeichnen. In Mpapua wurde von Seiten des dortigen Stationschefs Freiherrn von Bülow und Lieutenant Langheld mit den vereinigten Stations- und Expeditions-Truppen ein Zug gegen die Wahumba unternommen, die bei Kitangi geschlagen wurden.
Am 19. Juni erfolgte zu Mpapua das Zusammentreffen mit Peters; am 21. Juni marschierte nach erfolgter Reorganisation die Expedition, die in Mpapua drei Wochen geweilt hatte, nach Westen weiter. Der bisher in Mpapua stationierte Feldwebel Hoffmann ging von hier aus als Expeditionsmitglied mit, sollte aber leider nicht wieder aus dem Innern zurückkehren, da er später in Muanza verstarb. Ebenso schloß sich Herr von Bülow mit 25 Mann der Mpapuabesatzung an, um die Wagogo mit Hülfe Langhelds zu züchtigen; die Wagogo, besonders der gefürchtete Häuptling Makenge zu Uniamwira, waren in letzter Zeit besonders frech gewesen; Dr. Peters speziell hatte Kämpfe mit ihnen gehabt, in denen er siegreich gewesen war. Nun wurden sie ebenfalls von Bülow und Langheld wieder geschlagen; Bülow, der ursprünglich nur bis Uniamwira mitmarschieren wollte, wurde dort durch Krankheit an der Rückkehr nach Mpapua verhindert und verblieb in der Behandlung des Pascha, indem er zunächst in der Expedition weiter getragen wurde.
Wenn, wie in Ugogo, Abteilungen der Expedition detachiert wurden für kriegerische Aktionen, zeigte es sich, daß die Sudanesen nie bei der Hauptexpedition des Pascha zurückbleiben, sondern stets Lieutenant Langheld, ihrem militärischen Führer, folgen wollten, trotzdem doch der egyptische Pascha und Gouverneur der Äquatorialprovinz ihnen näher stehen konnte; es war das Gleiche schon in Bagamoyo im Verhältnis der Sudanesen zum Pascha einerseits und zum Verfasser andererseits hervorgetreten. Es ist dies ein Zeichen der guten Disziplin unserer Sudanesen und der Anhänglichkeit an ihre militärischen Führer.
Von Mpapua an traten bereits Verhältnisse ein, welche auf den weiteren Verlauf der Expedition bestimmend einwirkten und derselben eine ursprünglich nicht beabsichtigte Richtung gaben. Bei der Feststellung der Grundzüge für die Expedition hatte Wißmann dem Pascha gegenüber ausdrücklich den Wunsch ausgesprochen, daß Tabora, jenes wichtigste arabische Centrum im Innern, nicht berührt werden solle. Wißmann setzte dabei voraus, daß das Erscheinen einer so geringen Macht, wie sie dem Pascha zur Verfügung stand, doch niemals von einem nachhaltigen Erfolge auf die arabische Macht daselbst sein könne und daß daher nur unangenehme Weiterungen aus einer Besetzung Taboras entstehen würden. Der Reichskommissar selbst war auf keinen Fall in der Lage, bei irgend welchen Verwicklungen thatkräftig einzugreifen; auch konnte solch ein weiter militärischer Vorstoß nach dem Innern vorderhand gar nicht als Aufgabe des Kommissariats angesehen werden.
Die Macht der Verhältnisse hat es schließlich anders gefügt. Emin, welcher ursprünglich nördlich von Tabora direkt nach dem Viktoriasee zu gehen beabsichtigte, wurde durch Trägermangel und notwendige Ergänzung der Tauschwaren gezwungen, von seiner Route abzubiegen und Tabora aufzusuchen. Da nun hier die politischen Verhältnisse, besonders die Stimmung der Araber, sich einer Verhandlung günstig zeigte, betrachtete es Emin als seine Aufgabe, in Tabora die deutsche Flagge aufzuhissen und einen förmlichen Vertrag abschließen. Hierbei hatte ein Abgesandter Wißmanns, der Belutsche Ismael aus Bagamoyo, dem Pascha die Wege geebnet. Dieser hatte große Handelsverbindungen in Tabora und war mit allen dortigen Arabern und Belutschen aufs Engste liirt. Er erschien daher als der geeignete Mann, so lange wir größere Machtmittel im Innern nicht aufwenden konnten, für uns zu wirken und es war Wißmann, der teils persönlich, teils durch Hauptmann Richelmann und den Verfasser mit ihm unterhandelt hatte, gelungen, Ismael zu gewinnen. Derselbe ging gerade mit einer Handelsexpedition nach Tabora hinauf und übernahm dabei die Aufgabe, die Araber zur Hissung der deutschen Flagge und zur Unterwerfung unter die deutsche Herrschaft zu bewegen; Ismael machte den Leuten klar, daß ihr eigenes Interesse auf unserer Seite läge, da sie doch kommerziell von der Küste abhängig wären, und sie da auch eventuell, wie der in einem früheren Kapitel erwähnte Fall Mohammed ben Kassim zeigte, gefaßt werden könnten. Die Araber waren durchaus geneigt, die deutsche Herrschaft ohne Rückhalt anzuerkennen, nicht so aber der von jeher aufs übelste berüchtigte Waniamuesihäuptling Sikke. Doch gelang es schließlich der Einwirkung der Araber und Ismaels, auch Sikke geneigter zu machen.
Da Ismael bekannt wurde, daß die Expedition des Paschas sich Tabora näherte, bewirkte er, daß von den Arabern schließlich im Einverständnis mit Sikke, der zuerst gegen die Expedition getobt hatte, ein Einladungsschreiben an Emin Pascha abgesandt wurde, selbst nach Tabora zu kommen und dort die deutsche Flagge zu hissen; der Pascha, der bei den Arabern als Mohammedaner galt, hatte natürlich einen sehr guten Namen unter diesen.
Ismael selbst ging dem Pascha entgegen, überbrachte ihm die Aufforderung der Araber und schilderte ihm die Lage der Dinge in Unianiembe. Der Pascha marschierte darauf nach Tabora und schloß daselbst am 1. August 1890 einen Vertrag mit den Arabern, in welchem diese die deutsche Oberhoheit in Unianiembe anerkannten und das Recht erhielten, selbständig einen Wali zu wählen. Falls später eine Station in Tabora angelegt würde, sollte der Wali wie in den Küstenstationen unter dem Befehl des Stationschefs stehen. Sklavenhandel und Sklavenjagden wurden ausdrücklich verboten. Der Sultan Sikke von Unianiembe zahlte eine Summe in Elfenbein und lieferte dem Pascha eine Mitrailleuse und ein Broncegeschütz aus. Die erstere hatte Sikke früher den Belgiern abgenommen, während das Broncegeschütz ein Geschenk Said Bargaschs an ihn war.
Als Wali wurde in Tabora Seef ben Saad gewählt, der sich bis zum gegenwärtigen Augenblick als außerordentlich tüchtig und zuverlässig bewährt hat.
Während des Aufenthaltes der Expedition zu Tabora, wo wieder eine Reorganisation derselben erfolgte, bedrängten die Wangoni stark die Uramboleute; es wurde daher der noch immer kranke Chef v. Bülow mit seinen aus Mpapua mitgenommenen 25 Mann nach Urambo abgesandt, zugleich auch in der Absicht, daß ihm dort in gesünderer Gegend Gelegenheit geboten würde, sich zu erholen. Die Wangoni drängten indes auch nach der Ankunft Bülows in Urambo immer mehr nach und berichtete Bülow an den Pascha, daß die ganzen Wangoni im Kriege gegen Urambo liegen. In Folge dessen sandte am 25. August Dr. Emin Pascha den Lieutenant Langheld mit Feldwebel Kühne und 70 Mann und den beiden von Sikke ausgelieferten Geschützen ab, um den Uramboleuten im Verein mit Bülow zu helfen. Es war verabredet worden, daß der Pascha mit Dr. Stuhlmann und dem anderen Teil der Expedition alsdann Langheld folgen wollte und sich die gesamte Expedition weiterhin in Usongo vereinigen sollte.
Bülow und Langheld versuchten die Zwistigkeiten der Uramboleute und Wangoni im guten auszugleichen, doch vergeblich; nach vielen fruchtlosen Verhandlungen marschierten sie mit über 2000 Uramboleuten den Wangoni entgegen, die in den Tagen vom 9.-12. September vollständig geschlagen wurden. Die große Zahl der Uramboleute, welche sich in den Kämpfen vorzüglich benahmen, erwies sich als ein ausgezeichnetes Sicherungsmittel.
Am 15. September traf die Expedition in Usongo ein. Der Pascha war indes Langheld nicht gefolgt, sondern war auf eine Bitte der französischen Mission in Bukumbi am 30. August von Tabora dorthin abgerückt, ohne irgendwelche Instruktion für eine Wiedervereinigung der Expedition zu erteilen; die von der Missionsstation erbetene Hülfe erwies sich zudem als nicht dringend. Der Pascha erreichte mit Stuhlmann den See Ende September in Bussisi gegenüber Bukumbi und brach von dort Ende Oktober, nachdem ein Einschreiten daselbst nicht notwendig gewesen war, nach dem Westufer des Sees auf; er selbst benutzte den Wasserweg, Stuhlmann den Landweg.
Der Aufbruch beider war wiederum erfolgt, ohne eine Vereinigung der Expedition abzuwarten; Emin sandte nur Boten mit der Nachricht an Langheld zurück, daß die Expedition nach dem Westufer abmarschiert wäre, ohne jedoch eine Instruktion hinzuzufügen; auch hatte er für eine stetige rückwärtige Verbindung keine Sorge getragen; die Nachricht von den glücklichen Gefechten Bülows und Langhelds gegen die Wangoni hatte der Pascha erhalten. Am Westufer des Sees befaßte er sich mit Stuhlmann bis zum späteren Eintreffen Langhelds mit der Begründung der Station Bukoba.
Inzwischen hatte Langheld den Feldwebel Kühne mit 40 Mann zum Pascha entsendet, da die Soldaten in Uniamuesi vor der Hand nicht notwendig waren. Langheld selbst wartete das Eintreffen des Irländers Stokes ab. Dieser, welcher im Inneren einen großen Elfenbeinhandel betrieb und der Schwiegersohn des Sultans Mtinginia von Usongo war, war von Wißmann in die Dienste des Reichskommissariats übernommen, um seinen bedeutenden Einfluß im Inneren für uns auszunutzen.
Mit Stokes marschierte Lieutenant Sigl mit dem Sergeant Bauer, 17 Soldaten und einem 4,7 cm Geschütz. Sigl war ursprünglich für die Begründung einer Station in Usongo ausersehen, da gerade durch den starken Rückhalt, den die Station an Mtinginia haben mußte, und die dadurch bewirkte Erweiterung der deutschen Interessen am besten die spätere Besetzung Taboras vorbereitet wurde.
Die durch Emins Vertragsabschluß und Aufenthalt in Tabora veränderten Verhältnisse führten indes zur Begründung der Station Tabora durch Lieutenant Sigl. Stokes hielt es nach seiner Ankunft für notwendig, eine Ortschaft in der Nähe Usongos, Namens Tinde, zu züchtigen; er requirirte dazu die Hülfe Langhelds. Trotzdem Stokes jahrelang in Usongo seinen Wohnsitz hatte, war er über die nächsten Verhältnisse der benachbarten Ortschaften so wenig orientiert, daß er den in Tinde zu findenden Widerstand bedeutend unterschätzte. Langheld und Sigl marschierten mit nur 35 Mann dorthin, trafen auf stark befestigte Dörfer und sehr großen Widerstand und mußten sich mit einem Verlust von 10 Mann unter Mitnahme der Toten und Verwundeten in Folge Patronenmangels zurückziehen. Sigl selbst hatte einen Streifschuß am Kopf erhalten. Jetzt war die Lage kritisch geworden.
In Urambo saß Frhr. von Bülow mit geringer Macht, in Usongo Langheld und Sigl mit einer in Folge des unglücklichen Gefechts verminderten Soldatenzahl. Instruktionen vom Pascha lagen, wie erwähnt, nicht vor.
Nach reiflicher Erwägung mit Stokes und Sigl beschloß nun Langheld die Verbindung mit dem Pascha herzustellen. Er brach mit 20 der besten Schützen und reichlicher Munition von Usongo auf und marschierte durch das feindliche Gebiet zum See ab. Beim Eintreffen am See sandte er sofort Meldung an den Pascha, der daraufhin 50 Mann zur Unterstützung der südlichen Abteilung von Bukoba absandte.
Die Abteilung stand unter der Führung eines farbigen Offiziers, da die beiden Unteroffiziere Hoffmann und Krause krank waren und daher beim Pascha und Stuhlmann zu Bukoba zurückbleiben mußten. Langheld marschierte nach dem Eintreffen der Verstärkung in Eilmärschen nach Usongo zurück.
Am 5. Dezember traf er bei Stokes und Sigl ein und warf am 9. Dezember mit dem letzteren gemeinsam unter Verlust von 13 Toten und Verwundeten die vereinigten Wangoni und Waniamuesi nieder. In den nächsten Tagen wurde der Sieg durch weiteres Vorgehen gegen die Feinde noch ausgenutzt, die aber, nachdem ihr stärkstes Bollwerk gefallen war, nicht mehr Stand zu halten wagten.
Es erfolgte nun die Begründung der Station Tabora durch Sigl und zwar zunächst unter wenig günstigen Vorzeichen. Denn es war gerade damals die Nachricht von einem sehr scharfen Vorgehen des Dr. Emin Pascha gegen einige Araber, die kurz vor seiner Ankunft am See sein Lager besuchten, aus Usukuma nach Tabora gedrungen.
Die Angelegenheit ist zur Zeit noch nicht genügend aufgeklärt. Thatsache ist, daß das Vorgehen des Pascha gegen ihm bis dahin freundlich gesinnte Araber einen vollständigen Umschlag der Stimmung zu Tabora und sogar an der Küste gegen ihn und zeitweilig gegen uns alle bewirkte. Nichtsdestoweniger gelang es Sigl in Tabora durch sein äußerst geschicktes Verhalten und klugen Takt uns eine gute Position zu gründen; eine Stütze hatte er zuerst in dem Sergeant Bauer, der ihm daselbst beigegeben war. Zu statten kam Sigl der Waffenerfolg, den er und Langheld über die Waniamuesi und Wangoni errungen hatte; die Waniamuesi-Chefs wurden dadurch zur Annahme der deutschen Flagge bewogen und zur Anerkennung der deutschen Herrschaft. In den 1-1/4 Jahren seines Aufenthalts zu Tabora hat es dann Sigl verstanden, niemals wesentliche Differenzen mit den Machthabern von Unianiembe aufkommen zu lassen. Er hielt sich dabei zunächst an den entschieden anständigeren Teil der Bevölkerung Unianiembes, die Araber, deren Sitten und Gebräuche er respektierte, die er durch taktvollen Verkehr ganz auf seine Seite zu ziehen und trotz seines notwendigen Lavierens doch in großem Respekt vor sich zu halten verstand.
Die Araber repräsentieren — entgegen der Meinung der meisten Laien und Humanitätsfanatiker — zweifellos, wie erwähnt, den anständigeren Teil der Bevölkerung Unianiembes; denn die Waniamuesi betreiben, wogegen Europa ja besonders ankämpft, in viel größerem und grausamerem Maße den Sklavenhandel, führen fortwährende Kriege und stehen lange nicht auf dem kulturellen Standpunkt der Araber. Trotzdem verstand es auch Sigl, weitergehende Differenzen mit den Waniamuesi zu vermeiden; er hielt sich an den am meisten einflußreichen, freilich übelberüchtigten Häuptling Sikke zu Tabora und hat trotz der lächerlich geringen Stärke der Station diesen und die Waniamuesi stets im Schach zu halten gewußt.
Nunmehr allerdings — die Drucklegung dieses Buches hatte schon begonnen — nach der Ablösung Sigls wissen wir, daß Kämpfe gegen den erwähnten Häuptling Sikke notwendig wurden und daß diese glücklich gewesen sind, da durch zufällig in Tabora anwesende Expeditionen des Ausführungskomitees der deutschen Antisklaverei-Lotterie die Stationstruppen erheblich verstärkt wurden. Nur durch diese wurde mit harter Mühe und Opfern der Sieg über Sikke erreicht. Die notwendigen Kämpfe führen uns aber unsere Schwäche in dem wichtigen Unianiembe vor Augen, sie zeigen, wie vorsorglich Wißmann war, als er ein vorzeitiges Engagement zu Tabora nicht wünschte. Die Ereignisse in Tabora mahnen uns dringend, unsere Position an den Seen zu verstärken, um die bislang erreichten Erfolge nicht zu verlieren. —
Wenden wir uns nun wieder zur Expedition des Dr. Emin Pascha. Nach der vorerwähnten Bestrafung der Wangoni und Waniamuesi marschierte Lieutenant Langheld wieder zum See, woselbst er am 26. Januar 1891 sich mit dem Pascha und Stuhlmann vereinigte. Langheld erhielt die Leitung der vom Pascha angelegten Stationen Bukoba und Muanza, welche wichtige Verkehrscentren am See bilden.
Am 12. Februar erfolgte der Abmarsch des Pascha und Dr. Stuhlmanns nach Westen hin mit ca. 40 Mann, dem 3,7 cm-Geschütz und einer entsprechenden Anzahl von Trägern. Lieutenant Langheld lehnte die Aufforderung des Dr. Emin Pascha, mit der Expedition weiter zu ziehen, ab mit der Begründung, daß ihm dies als deutschem Offizier unmöglich sei, da ein Vorgehen über den ersten Grad südlicher Breite verboten war.
Wie Sigl zu Tabora, so hat es auch Langheld am Viktoriasee verstanden, trotz seiner geringen Macht, eine respektable Stellung durch Benutzung der Autorität der dortigen Häuptlinge, welche größeren, man kann sagen Staatswesen vorstehen, zu schaffen; das richtige Taktgefühl Langhelds zeigte sich außerdem besonders in seinem Auftreten den Franzosen und Engländern gegenüber; gelegentlich des letzten traurigen Religionskrieges in Uganda wurde Langhelds geschicktes Benehmen und sein gerechter Takt überall anerkannt, desgleichen der seines Untergebenen, des Feldwebel Kühne, der nach dem Tode des Feldwebel Hoffmann der Station Muanza vorstand.
Dr. Emin Pascha marschierte über Karagwe zum Albert-Eduardsee; von dort aus ist in der That ein Durchzug nach Kamerun geplant gewesen; derselbe scheiterte indes an der Meuterei der Träger, die wegen der Hungersnot in Momphu sich weiter zu gehen weigerten; die Landschaft Momphu ist das äußerste von der Expedition erreichte Gebiet. Emin wußte nicht, daß er sich dort in allernächster Nähe von schon vorhandenen belgischen Stationen befand, die ihm den Weitermarsch erleichtert hätten.
Der Pascha marschierte mit Stuhlmann bis zum Albertsee zurück. Dann schickte er, als eine Pockenepidemie ausbrach, Stuhlmann mit den gesunden Leuten nach Bukoba voraus, wohin er langsam folgen wollte.
Die von der Expedition erreichten politischen Erfolge sind dank auch der Thätigkeit der Stationschefs zu Tabora und Bukoba und dank der militärischen guten Führung, recht bedeutende und stehen in keinem Verhältnis zu der geringen Stärke der Expedition. Groß auch sind die Erfolge, besonders für die Wissenschaft, für die Dr. Emin schon so vieles in stiller, entbehrungsreicher Arbeit that. Möchte bald die Mitwelt Kunde von seinem weiteren Herannahen erfahren! —
Major v. Wißmann ist heute nicht mehr der Leiter unserer afrikanischen Kolonie, aber die Pläne, welche ihn bei dem weiteren Ausbau unserer Macht daselbst geleitet haben und heute noch leiten, sind durch die Errungenschaften der Eminschen Expedition in ihrem Keim wenigstens dort angelegt. Wißmann hat es stets als Hauptaufgabe betrachtet, die Hilfsquellen des Landes, besonders den bestehenden Handel dauernd in unsere Hände zu bringen. Der Schwerpunkt dieses Handels aber liegt nicht an der Küste, sondern im Gebiet der Seen. Wenn wir diese zu beherrschen in der Lage sind, folgt der Handel an der Küste von selbst nach, und wir sind gleichzeitig in der Lage, unsere humanitären Aufgaben zu erfüllen und den Sklavenjagden im Innern allmählich ein Ende zu bereiten. Für die praktische Durchführung dieser Pläne und Absichten hat Wißmann sein Dampferprojekt entworfen. Ein deutscher Dampfer auf dem Viktoria würde in Verbindung mit einer genügenden Landmacht den thatsächlichen Einfluß unsererseits an den Ufern dieses Binnenmeeres, in den so reichen und hochkultivierten Ufer-Staaten desselben dauernd zu festigen im stande sein. Eine gute Schiffsverbindung würde uns die Mittel in die Hand geben, die Handelsbeziehungen um den See herum in unseren Stationen zu vereinigen.
Wenn man dazu den Plan Gravenreuths, die Gründung einer deutschen Seengesellschaft mit lediglich handelspolitischer Tendenz sich vergegenwärtigt, so kann es jedem Freunde unserer Kolonie nur schmerzlich sein, daß ein Verständnis für die Großartigkeit des entworfenen Planes und für die zweifellose Durchführbarkeit desselben sich nur in geringem Maße gefunden hat.
Der von Major v. Wißmann geplante Dampfer geht nun einen andern Weg. Über den Schire und Zambesi aufwärts soll er über den Nyassa und dann auf dem Landwege auf der berühmten von den Engländern für sich frei gehaltenen, aber leider nicht existierenden Stephensonroad zum Tanganjika gebracht werden. Ob es gelingen wird, die Schwierigkeiten dieses Transportes, besonders des Landweges zu überwinden, mag dahingestellt bleiben. Aber, mag der Dampfer nun auf dem Nyassa oder Tanganjika die deutsche Flagge zeigen, einen wesentlichen Vorteil wird er uns immer bieten. Er wird uns zwingen, endlich auch an diesen beiden so überaus wichtigen zentralafrikanischen Seen, deren Bedeutung jedem anderen Volke, besonders unseren Wettbewerbern, klar ist, unsere Macht zum Ausdruck zu bringen. Ein deutscher Dampferverkehr auf diesen Seen hat aber nur dann einen Zweck, wenn Landstationen dafür den Stützpunkt bilden. Man scheint dieser Überzeugung in amtlichen Kreisen bereits zugänglich geworden zu sein; denn der Vorsitzende des Antisklaverei-Komitees, unter dessen Ägide der Wißmann-Dampfer seinen Weg angetreten hat, ist der Leiter unserer Kolonialabteilung, der mit warmem Herzen und klarem Verständnis unsere afrikanischen Interessen vertritt.
Hoffen wir, daß dann auch der Mann, welchem wir die Wiedergewinnung Deutsch-Ostafrikas und die thatsächliche Errichtung unserer Macht verdanken, daß Wißmann dann wieder amtlich einen Wirkungskreis findet, wie er ihm durch seine bisherigen großen Erfolge und seine bedeutende Erfahrung zukommt.
Uns allen aber, die wir längere Zeit in unserer ostafrikanischen Kolonie thätig gewesen sind, die wir an ihrer Begründung und ihrem Aufbau mitgeholfen haben, uns wird ja immer ein hohes, inniges Interesse an dieselbe knüpfen, auch dann, wenn sie, wie der Verfasser, nach mehreren schweren, im Kampf für die Sache erhaltenen Verwundungen ausgeschieden sind.
Es bleibt uns nur zu wünschen übrig, daß auch auf dem neuerdings eingeschlagenen Wege dem jetzigen Gouverneur die Förderung unserer kolonialen Interessen, die Ausbreitung unserer Macht im Innern von Ostafrika möglich sei, zur Ehre und zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes!