Wir bringen Kranz und Schleier;
Ein treuer Mahner spricht
Zu Ernst und Lust der Feier:
Zerreißt den Schleier nicht!
Der Schleier ist der Schimmer,
Der auf den Höhen liegt;
Der Schleier ist der Flimmer,
Der sich auf Ähren wiegt.
Er ist die milde Feuchte,
Die Blumen übertaut;
Auch ist er das Geleuchte,
In dem der Himmel blaut.
Er ist der Hauch, der labend
Von Meer und Strömen winkt,
Und ist das Rot am Abend,
In dem die Sonne sinkt.
Er ist auf Vogels Schwinge
Das flüchtige Farbenspiel;
Er ist der Duft der Dinge,
Ist nichts — und ist so viel!
Nehmt Myrte denn und Schleier
Ein treuer Mahner spricht
Zu Eurer höchsten Feier:
Zerreißt den Schleier nicht!