Nun, ich besinne mich, daß einmal ein armer, von Stimmungen sehr gedrückter Dichter lebte, welcher, da er sich an der freien Gottesnatur satt gesehen hatte, auf den Entschluß kam, nur noch seine Phantasie dichten zu lassen. Er saß eines Abends, Mittags oder Morgens, um acht, zwölf oder zwei Uhr in dem dunklen Raum seines Zimmers und sagte zu der Wand desselben: Wand, ich habe dich im Kopf. Gib dir keine Mühe, mich mit deiner ruhigen seltsamen Physiognomie zu täuschen. Fortan bist du ein Gefangener meiner Phantasie. Hierauf sagte er dasselbe zu den Fenstern und zu der düstern Aussicht, welche ihm dieselben tagtäglich boten. Hernach unternahm er, von Abenteuerlust angefeuert, einen Spaziergang, welcher ihn durch Felder, Wälder, Wiesen, Dörfer, Städte, über Flüsse, Seen immer unter dem schönen Himmel führte. Aber zu Feldern, Wiesen, Wegen, Wäldern, Dörfern, Städten und Flüssen sagte er immerfort: Kerls, euch habe ich fest im Schädel. Bildet euch nicht länger ein, ihr Leute, daß ihr auf mich einen Eindruck macht. Er ging heim und lachte beständig vor sich hin: Ich habe sie alle, ich habe sie alle im Kopf. Also ist anzunehmen, daß er sie noch jetzt dadrinnen hat, wo sie (wie gerne wollte ich ihnen helfen) nicht mehr hinauskommen. Ist das nicht eine phantasievolle Geschichte???